Bufotalin
chemische Verbindung
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Bufotalin ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der Steroide, genauer der Bufadienolide.
| Strukturformel | ||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||
| Name | Bufotalin | |||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C26H36O6 | |||||||||
| Kurzbeschreibung |
weißer bis gelblicher Feststoff[1] | |||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||
| Molare Masse | 444,57 g·mol−1 | |||||||||
| Aggregatzustand |
fest[1] | |||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||
Vorkommen

Bufotalin kommt als Naturstoff bei vielen Arten der Kröten (Bufonidae) vor. Beispielsweise wurde es in einer Studie als Hauptkomponente der Gifte von Stummelfußfröschen nachgewiesen.[2] Auch in Bufo gargarizans und der Schwarznarbenkröte kommt die Verbindung vor.[3]
Synthese

Eine mögliche Synthese von Bufotalin geht von Androstendion aus. Zunächst wird mittels Palladium / Wasserstoff die Doppelbindung hydriert. Die 3-Ketongruppe wird mittels Kaliumtri-sec-butylborhydrid reduziert und mit tert-Butyldimethylsilylchlorid geschützt. Die Hydroxygruppe in Position 14 wird in drei Schritten eingeführt: Durch Reaktion mit Trimethylsilyltriflat und Palladiumacetat (Saegusa-Ito-Oxidation) wird zunächst an den Positionen 15 und 16 eine Doppelbindung eingeführt. Diese wird durch Reaktion in einer Isomerisierung mit Ethyldiisopropylamin in Perfluortoluol an die Position 14/15 verschoben. Oxidation mit Sauerstoff in Gegenwart von Cobalt(II)-acetylacetonat und Phenylsilan ermöglicht dann die Hydroxylierung. Durch Reaktion mit Hydrazin und elementarem Iod wird in einer Hydrazon-Iodierung die 17-Ketongruppe in ein Iodalken umgewandelt, das in einer Stille-Kupplung mit 5-Trimethylstannyl-2-pyron und Tetrakis(triphenylphosphin)palladium(0) umgesetzt wird, um die 2-Pyron-Gruppe anzubringen. Die C16/C17-Doppelbindung wird mit meta-Chlorperbenzoesäure epoxidiert, das Epoxid mit Trimethylsilyltriflat in Gegenwart von 2,6-Lutidin zum Keton isomerisiert, wobei gleichzeitig die C14-Hydroxygruppe in einen Silylether umgewandelt wird. Reduktion des Ketons mit Natriumborhydrid, Acetylierung mit Acetanhydrid und Entschützung der Silylether mit Pyridin/HF (Olah-Reagenz) führt zum Bufotalin.[4]
Eigenschaften
Bufotalin zeigt cytotoxische Eigenschaften, insbesondere gegen Leberkrebs-Zellen.[4]