Coschütz (Dresden)

Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden, Sachsen, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Coschütz ist ein Stadtteil in Dresden. Er liegt etwa 4 Kilometer südlich der Innenstadt, aber dennoch am südlichen Stadtrand zwischen 140 und 255 m NN hoch.

Schnelle Fakten Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden ...
Coschütz
Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden
Koordinaten: 51° 1′ N, 13° 42′ O
Höhe: 150–260 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. April 1921
Postleitzahl: 01189
Vorwahl: 0351
KarteLandkreis BautzenLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeLandkreis MeißenAltfrankenAltstadt IAltstadt IIBlasewitzBorsbergBrabschützBriesnitzBühlauCoschützCossebaudeCottaCunnersdorfDobritzDölzschenDresdner HeideEschdorfFriedrichstadtGönnsdorfGomlitzGompitzGorbitzGostritzGroßlugaKleinlugaGroßzschachwitzGrunaHelfenbergHellerauGitterseeHellerbergeHosterwitzKaditzKaitzKauschaKemnitzKleinpestitzKleinzschachwitzKlotzscheKrieschendorfLangebrückLaubegastLausaLeubenLeubnitz-NeuostraLeuteritzLeutewitzLockwitzLöbtauLoschwitzMalschendorfMarsdorfMerbitzMeußlitzMicktenMobschatzMockritzNaußlitzNeustadtNickernObergohlisNiedergohlisNiederpoyritzNiedersedlitzNiederwarthaOberpoyritzOberwarthaOckerwitzOmsewitzPappritzPennrichPieschenPillnitzPlauenPodemusProhlisRäcknitzReickReitzendorfRennersdorfRochwitzRoitzschRossendorfRoßthalSchönbornSchönfeldSchullwitzSeidnitzSöbrigenSporbitzSteinbachStetzschStrehlenStriesenTolkewitzTornaTrachauTrachenbergeÜbigauUnkersdorfWachwitzWeißer HirschWeißigWeixdorfWilschdorfWölfnitzZaschendorfZöllmenZschertnitzZschieren
Karte
Lage der Gemarkung Coschütz in Dresden
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Coschütz von der Gemarkungsgrenze Saarstraße/Kreuzung Karlsruher Straße Richtung Süden gesehen
Altcoschütz
Bebauung in Altcoschütz
Coschützer Rathaus

Coschütz bildet mit Gittersee den statistischen Stadtteil Coschütz/Gittersee im Stadtbezirk Plauen.

Lage

Coschütz liegt am südlichen Hang des Elbtalkessels. Nördlich von Coschütz schließen sich Plauen und östlich die Stadtteile Kleinpestitz und Kaitz an. Südlich schließen sich die Stadtteile Cunnersdorf, Gittersee, Birkigt und Potschappel an.

Westlich von Coschütz befindet sich der Plauensche Grund, ein tief eingeschnittenes Tal der Weißeritz. Auf der anderen Talseite liegt Dölzschen. Altcoschütz liegt auf einem flachen Bergrücken, an dessen Ende sich die Heidenschanze befindet. In der amtlichen Gemarkung reicht der Stadtteil Coschütz bis zur Weißeritz, also in den Grund hinein.

Name

Mundartlich wird Coschütz kušds gesprochen.[1]

Die wahrscheinlichste und damit am meisten rezipierte Übersetzung von coswiz (1279/1284) ist

  • ‘Leute eines Koš’ (Kos)’.

Kos wird als Lokator des Rundlings Coschütz verstanden. In den Jahrzehnten um 1200 wurden im Raum Dresden die ehemaligen sorbischen Streusiedlungen durch die neue deutsche Grundherrschaft zu Rundlingsdörfern zusammengefasst. Diese Verdorfung führte zu einer effizienteren landwirtschaftlichen Produktion.

Andere Etymologien gehen auf Bezeichnungen des Dorfes nach dem Begriff 'Korb' (oder 'Amsel') zurück und würden dann in die Zeit der vordeutschen sorbischen Streusiedlung zurückreichen (vor etwa 1150).

Zu altsorbisch *koš ‘Korb’ wurde alternativ die Übersetzung

  • ‘Siedlung, wo (mittels eines korbartigen Gerätes) Fische oder Krebse gefangen werden o. ä.’

entwickelt. Wegen aso. *Kosovic- zu *kos ‘Amsel’ wäre auch

  • ‘Siedlung, wo es Amseln gibt’

als Übersetzung möglich.[2]

Geschichte

Coschütz wurde 1284 als Coswiz erstmals erwähnt. Damit geht der Name auf slawischen Ursprung zurück. 1479 erstmals als Koschitz. Die slawische Endung „wicz“-wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte in ein „itz“.

Eine erste Festungsanlage wurden bereits in der späten Mitteleuropäischen Bronzezeit auf der Heidenschanze angelegt. Etwa ab dem Jahr 900 wurde das Gebiet von den Elbslawen bewohnt. Ab dem 12. Jahrhundert hatte die Burganlage keine Bedeutung mehr.

Das Dorf wurde in Form eines Rundlings angelegt. Der alte Dorfkern ist bis in die Gegenwart in der Form erhalten. Altcoschütz reiht sich in eine Menge von Dorfkernen im Dresdner Süden und Osten ein. Die älteste erhaltene Bebauung geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Diese wurden nach einem Großbrand der Gebäude im Dorfkern am 29. April 1829 erbaut. 1785 gab es Verbindungen zu umliegenden Ortschaften. Von Plauen nach Coschütz war im ersten Stück die heutige Coschützer Straße bis zur Einmündung der Leibnizstraße. Danach folgte der Weg der heute noch vorhandenen Straße Am Hohen Stein. Über die Kohlenstraße gelangte man nach Kleinpestitz und über den Achtbeeteweg nach Kaitz. Richtung Süden kam man über die Cunnersdorfer Straße nach Cunnersdorf und über die Kleinnaundorfer Straße nach Gittersee. In den Plauenschen Grund führte der Coselweg. 1841 erwarb der Dorfschmied Karl Gebauer das Schankrecht und baute seine Schmiede zum Gasthaus um. 1879 baute der neue Besitzer Herbert Kippenhahn das Gebäude um und erweiterte es um einen Tanzsaal. Er gab der Gastwirtschaft den Namen "Gasthof zu Altcoschütz". 1919 übernahm Max Glöckner die Gastwirtschaft und erweiterte den Saal durch eine Bühne. Er gab ihm den bis heute gültigen Namen "Gasthof Coschütz". Seit Anfang der 1950er Jahre befindet sich der Gasthof im Besitz der Familie Bukan. Die erste Schule befand sich im Hirtenhaus am Dorfplatz. Nach der Gründung eines gemeinsamen Schulbezirkes mit Gittersee wurde der Bau einer neuen Schule notwendig. Sie wurde 1839 an der Kleinnaundorfer Straße eingeweiht. 1875 folgte erneut ein Schulneubau an der gleichen Straße. Um die Jahrhundertwende lernten hier 1000 Schüler in 20 Klassen. 1907 wurde das Hinterhaus errichtet. Im Erdgeschoss befand sich eine große Turnhalle. Die Schule wurde in der DDR als 72. Polytechnische Oberschule genutzt. Nach der Wende wurde sie als 72. Mittelschule Dresden-Coschütz genutzt und 2005 geschlossen. 1844 wurde die heutige Karlsruher Straße als Chaussee unter dem Namen Kohlenstraße neu angelegt. Sie zweigt 50 m südlich der Ortsgrenze mit Plauen von der Cunnersdorfer Straße ab und wurde in gerader Linie bis zur Potschappler Straße in Gittersee geführt. Im weiteren Verlauf folgt sie einer vorhandenen Straße. Ab 1895 begann ausgehend von der Ortsgrenze mit Plauen die Bebauung der Karlsruher Straße. In diesem von 1895 bis 1905 währenden Bauboom wurden auf dem alten Kohlenweg zwischen Altcoschütz und der Karlsruher Straße die Windbergstraße angelegt. Bis 1910 wurde die Saarstraße angelegt und die Bebauung der Karlsruher Straße erreichte den Achtbeeteweg. Die Kreuzung Karlsruher Straße, Windbergstraße und Kohlenstraße entwickelte sich zum neuen Ortszentrum. 1897 wurde am Ortseingang von Coschütz im Dreieck zwischen der Cunnersdorfer Straße und der Karlsruher Straße der Gasthof „Coschützer Höhe“ erbaut. Neben zwei Vereinszimmern verfügte das Gasthaus auch über eine Kegelbahn. 1949 wurde es von der HO übernommen. Ab der 1980er Jahre stand es überwiegend leer. Nach einer 2002 erfolgten Sanierung wird die Gaststätte seit 2004 von wechselnden Unternehmen betrieben. Im Jahr 1900 wurde an der Windbergstraße das Pfarr- und Gemeindehaus Coschütz als Pfarrhaus mit Betsaal erbaut. Zwischen 1902 und 1903 folgte an derselben Straße das Coschützer Rathaus. 1900 wurde im Gelände der Finkenmühle das erste E-Werk für Coschütz errichtet. Heute das Gelände zwischen der Coschützer Straße und dem Collmweg. Neben Coschütz wurden auch die Ortsteile und Orte Naußlitz, Birkigt, Boderitz, Cunnersdorf, Dölzschen, Gittersee, Großburgk, Kleinburgk, Kleinnaundorf und Zschiedge mit Strom versorgt. 1937 wurde der Betrieb eingestellt. Nach der Stilllegung der Lehmtagebaue östlich der Karlsruher Straße begann die Bebauung zwischen der Karlsruher Straße und der Cunnersdorfer Straße. Nach der Eingemeindung im Jahr 1921 kam es zwischen 1923 und 1935 zu einem zweiten Bauboom. Mehrere Vereine errichteten in Anwendung des Reichsheimstättengesetzes links der Karlsruher Straße Wohnsiedlungen. Gebaut wurden vorwiegend Eigenheime und Reihenhäuser. Dabei entstanden die Straßenzüge Mannheimer Straße, Rastatter Straße, Ölsaer Weg, Marienschachtweg, Coschützer Höhe, Vierbeeteweg, Niederhäslicher Weg, Brendelweg und Poisenweg. Die Häuser von Marienschachtweg, Coschützer Höhe und Vierbeeteweg, sowie drei Häuser am Achtbeeteweg entstanden in der Lehmgrube der zweiten Ziegelei. Die Besonderheit an diesen Zweifamilienhäusern ist das Dach in Kielbogenform. Einige Häuser in der Coschützer Höhe erhielten ein Zollingerdach und wurden mit dem von Friedrich Zollinger entwickelten Schüttbetonverfahren errichtet. Die geplante Bebauung südlich der Coschützer Höhe an der Rastatter Straße und dem noch zu bauenden Bruchsaler Weg kam nicht mehr zur Ausführung. Weiterhin wurden im Bereich Saarstraße, Saarplatz, Gebauer Straße und Kinderhortstraße im größeren Stiel Mietshäuser errichtet. Mit dem rasanten Wachstum von Coschütz musste die Versorgung mit Trinkwasser gesichert werden. Ab etwa 1910 nutzte man dafür die Brunnen der Felsenkellerbrauerei im Kaitzbachtal. Dazu wurde am Ende des heutigen Niederhäslichen Weges ein Hochbehälter erbaut. 1935 begannen auf Grund eines Vertrages zwischen der Landesregierung und der Stadt Dresden die Planungen für ein neues Wasserwerk für die Stadt Dresden. Errichtet wurde es ab 1939 auf einer Freifläche zwischen der Kohlenstraße und dem Achtbeeteweg. Kriegsbedingt ging es erst am 26. August 1946 in Betrieb. Das Wasserwerk liefert heute etwa 60 Prozent des Dresdner Trinkwassers. Das Wasser bezieht es über ein 20 km langes Stolln-Rohrsystem aus den Talsperren Klingenberg und Lehnmühle. Im Zweiten Weltkrieg war Coschütz zwei Mal von den alliierten Bombardements betroffen. Bei dem Angriff auf das Werk der Rheniana Ossag AG in Gittersee am 24. August trafen Fehlabwürfe die Heidenschanze und Altcoschütz ohne Schäden anzurichten. Am 17. April 1945 erfolgt die Bombardierung der Dresdner Bahnhöfe ab dem Bahnhof Altplauen. Eine Reihe von Fehlwürfen trafen dabei Coschütz, Kaitz, Räcknitz und Plauen. In Coschütz wurden drei Häuser schwer und fünf Häuser mittelschwer beschädigt. 60 weitere Häuser wurden leicht beschädigt. Das Zentrum war die Coschützer Höhe und der Saarplatz. 1943 waren in Coschütz 52 Geschäfte registriert. Sie umfassten die gesamte Bandbreite der Versorgung der Bevölkerung sowie Reparatur- und Dienstleistungen. In der Felsenkellerstraße 4 war die Verbrauchergenossenschaft Dresden e.G.m.b.H., bis 1933 Konsumgenossenschaft und in der Saarstraße 2 der Waaren-Einkaufs-Verein zu Görlitz ansässig. In der Karlsruher Straße 5 firmierte eine Kfz-Werkstatt mit Tankstelle. Die per Hand betriebene Zapfsäule war noch in den 1960er Jahren in Betrieb. In den 1970er Jahren waren von den Geschäften noch 35 übrig. Aber auch hier hatte sich das Waren- und Dienstleistungsangebot verändert. Im Jahr 2025 gibt es noch ca. 20 Geschäfte und Dienstleistungen. An der Gleisschleife der Straßenbahn hat sich ein Discounter angesiedelt.

1914 wurde an der Karlsruher Straße ein Kinderhort erbaut. Von 1915 bis 1920 wurde er als Genesungsheim genutzt. Danach wurde er seinem ursprünglichen Verwendungszweck als Kinderhort zugeführt. Nach 1945 fungierte er bis 1983 als Kindergarten. Im Zuge des Baues der Coschützer Brauerei errichtete diese 1975/76 an der Rastatter Straße einen Kindergarten und eine Kinderkrippe. Bis 1982 wurden die Gebäude als Lagerraum genutzt. Ab 1983 wurden Kindergarten und Kinderkrippe eröffnet. Der Kindergarten an der Karlsruher Straße wurde daraufhin geschlossen. Seit 1971 lag er in der neu erbauten Wendeschleife der Straßenbahn. Während der Kindergarten an der Rastatter Straße auch heute noch existiert, wurde die Kinderkrippe 1995/96 abgerissen.

Seit 1971 befand sich an der Heidenschanze 6–8 die Zentralen Ausbildungsstätte für Bohr- und Sprengtechnik Dresden (ZABS). 1992 wurde Ausbildungsstätte in die Sprengschule Dresden GmbH umgewandelt. 1998 wurde daraus die Dresdner Sprengschule GmbH gegründet.

Zu Coschütz gehörte bis 1896 auch das um 1850 gegründete Neucoschütz.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1547/5112 besessene Mann,
1 Gärtner
176414 besessene Mann,
2 Gärtner,
1 Häusler
1834262
18711.585
18902.354
19103.347
19253.457
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Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verharrte Altcoschütz – wie die ganze ländliche Region um Dresden – in etwa auf dem Entwicklungsstand der vorherigen Jahrhunderte (von 1547 bis 1764 kamen zu 12 Hufnern lediglich zwei hinzu).

1892 gibt es in Altcoschütz 23 Hausnummern mit 38 Einwohnern in der Adressliste. Am Ende des ersten Baumbooms im Jahr 1905 sind es 133 Hausnummern mit 805 in den Adresslisten erfassten Einwohnern. Am Ende des zweiten Baubooms im Jahr 1935 sind es 375 Hausnummern mit 1284 in den Adresslisten erfassten Einwohnern. Die Einwohnerzahl hatte sich damit fast verdreifacht. Bis 1942 kommen noch 60 Hausnummern dazu. Bis zur Wende 1990 ändert sich daran nicht viel. In den sechziger Jahre wurden sechs Neubaublocks mit 16 Hausnummern an der Karlsruher Straße und im Bereich Cunnersdorfer Straße / Kohlenstraße errichtet. Nach der Wende gab es einzelne Lückenbebauungen und ein größeres Baugebiet zwischen Marienschachtweg, Achtbeeteweg und Cunnersdorfer Straße auf dem Gelände der Kohlenhandlung Kleinert und dem ehemaligen Betonwerk Mittag. An der Rastatter Straße wurden nach dem Abriss der Kinderkrippe 1995/96 drei Reihenhäuser mit 17 Eingängen gebaut.

Nach der Eingemeindung 1921 gab es noch einen Zensus im Jahr 1925, danach ist keiner mehr bekannt. Auch zu den genauen Einwohnerzahlen von Coschütz in Dresden während der DDR-Zeit (1949–1990) liegen keine spezifischen Jahreszahlen vor.

Zahlen gibt es erst wieder für den statistischen Stadtteil Coschütz/Gittersee (2023: 5.643 Einwohner; 2024: 5.508 – aktuell gilt der Zensus von 2022 mit 5.471 Einwohnern). Allein Gittersee hatte 1939 bereits 4.278 Einwohner, Coschütz im Jahr 1925 dazu noch 3.457 Einwohner (Tendenz stetig steigend). Geschätzt hat Coschütz/Gittersee seit 1945 um die 2.500 Einwohner verloren, davon über 1.000 allein in Coschütz.[3]

Ortsnamensentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Name ...
Jahr Name
1284Coswiz[4]
1315Koschwicz[5]
1350Koschwicz[6]
1378Koswicz[7]
um 1400Koschewicz[8]
1408Kussewicz[9]
1445Kuczschicz[10]
1479Koschitz[11]
1547Kosschewitz[12]
1652Kaschwicz[13]
1712Coschütz[14]
1875Coschütz b. Dresden (Alt- u. Neu-)[15]
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Verwaltungszugehörigkeit

Weitere Informationen Jahr, Name ...
Jahr Name
1350Districtus Dresdensis
1378Castrum Dresden
1445Pflege Dresden
1547Amt Dresden
1590Amt Dresden
1764Amt Dresden
1764Anteil Hospital-Amt Dresden
1816Amt Dresden l. d. E.
1843Amt Dresden
1856Gerichtsamt Dresden
1875Amtshauptmannschaft Dresden
1952Stadtkreis Dresden
1994Kreisfreie Stadt Dresden
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Wirtschaft

Bergbau

Im 16. Jahrhundert wurden im Plauenschen Grund Steinkohlevorkommen entdeckt. 1790 eröffnete der Grundbesitzer Daniel Lohrmann die erste Kohlengrube am heutigen Collmweg. 1816 teufte der Gutsbesitzer Pietzsch im Bereich der heutigen Kleingartensparte KGV „Coschützer Hang“ e.V. drei kleine Schächte. Sie befanden sich allerdings am Flözaustrich und wurden 1820 wieder abgeworfen. 1832 fuhr Pietzsch dann kurz oberhalb der Weizenmühle einen Stolln in den Collmberg auf. Das bedeutendste Kohlenwerk betrieb der Gutsbesitzer Ernst Adolf Claus. 1830 trieb er einen Stolln in den Collmberg und teufte den Clausschacht an der Potschappler Straße. 1832 teufte er dann den Coschützer Tagesschacht auf dem Collm. Den Unternehmungen war kein langer Zeitraum beschert, da sich alle Anlagen am Rande des Flözaustrichs befanden. Nach mehrfachem Besitzerwechsel wurde der Betrieb 1860 eingestellt. Zwischen 1877 und 1883 wurde das Grubenfeld im Collm noch einmal betrieben.

1948 brach eine neue Epoche des Bergbaus an. Die Wismut AG war sowohl am Pietzschstolln wie auch am Clausstolln auf radioaktive Anomalien gestoßen. Sofort begann man zwischen beiden Stolln mit zwei Fallorten die Lagerstätte zu erschließen. Noch im Jahr 1948 wurde die erste uranerzhaltige Steinkohle abgebaut. In der Folge wurden der Clausschacht und auch der Coschützer Tagesschacht wieder in Betrieb genommen. Dazu wurden sieben Schürfe und ein weiterer Fallort aufgefahren. 1949 wurde an der Potschappler Straße mit dem Schacht 269 der 270 m tiefe Zentralschacht geteuft. Die auf dem Collm liegenden Salbeipflanzungen des Bombastus-Werkes in Freital-Zauckerode vielen der Aufhaldung der Erzkohle zum Opfer. Im Dezember 1954 wurde der Bergbau eingestellt und die Schachtanlagen im Dezember 1955 dem VEB Steinkohlenwerk Freital übergeben. Der Schacht 269, jetzt Schacht 8, diente noch bis 1958 der Kohleförderung. Nach Erschöpfung der unter der Ortslage von Gittersee abgebauten Steinkohlen wurde das Revier 1959 abgeworfen. Nach den Hinterlassenschaften des Bergbaus diente der Collm als Mülldeponie. Danach wurde alles mit Kraftwerksasche abgedeckt. Ab 2018 wird der Collm umfassend saniert.

Im Plauenschen Grund treten sporadisch Blei- und Kupfererze auf. Diese boten Anreiz für einige Bergbauversuche. Das bekannteste Bergwerk war der 1767 angeschlagene Neue Segen-Gottes-Stolln. Er befand sich in dem kleinen Seitental der Weiseritz, das Tal des Coschützer Dorfbaches, oberhalb der Felsenkeller Brauerei. Besitzer war Friedrich August von Cosel. Der Stolln wurde nach 16 m Vortrieb aufgegeben. Der Eigentümer ließ sich daraufhin an der Stelle eine Villa, die spätere Villa Cosel bauen.

Im Gemeindegebiet von Coschütz gab es mehrere Steinbrüche. Am bekanntesten ist der Steinbruch Heidenschanze. Der Betrieb wurde hier 1963 eingestellt. Weitere kleinere Steinbrüche gab es an der Felsenkeller Brauerei, am Hohen Stein und am Collm. Gewonnen wurde hier Monzonit. Zwischen der Heidenschanze und Altcoschütz befand sich ein Sandsteinbruch. Drei kleinere Sandsteinbrüche befanden sich oberhalb der Felsenkeller Brauerei, oberhalb der 72. Oberschule an der Kleinanundorfer Straße und am Hang des Kaitzbachtales an der Cunnersdorfer Straße. Ab ca. 1870 wurde südlich der Kohlenstraße, links und rechts der Cunnersdorfer Straße in mehreren Gruben mit dem Lehmabbau begonnen. Der Betrieb endete 1922.

Industrie

Brunnenhaus 4 im Kaitzbachtal

Im Jahr 1856 wurde die Aktiengesellschaft Brauerei zum Felsenkeller AG gegründet. Sie begann direkt am rechten Weißeritzufer mit dem Bau einer Brauerei die 1859 eröffnet wurde. Zur Lagerung und Kühlung des Biers wurde in den Felshang eine 66 m lange Stollnanlage getrieben. Unter dem Namen Eiswurmlager wurde diese Anlage bekannt. Der Eiswurm, ein Drache, ziert noch heute das Etikett des Felsenkellerbieres. Die Erweiterung der Brauerei fand ab 1890 auf dem linken Weißeritzufer und damit in der Gemeinde Dölzschen statt. Zur Wasserversorgung hatte man schon vor 1887 im Kaitzgrund einen Brunnen und eine Pumpstation errichtet. Mit der Erweiterung der Brauerei teufte man im Kaitzgrund zwischen 1910 und 1930 fünf Tiefbrunnen. Sie wurden mit Pumpenhäusern überbaut. Davon befanden sich ursprünglich zwei in der Gemarkung Coschütz und drei in der Gemarkung Cunnersdorf. Nach der Grenzverschiebung zwischen 1955 und 1960 nach Süden, als Folge des Uranbergbaus, gelangte das Pumpenhaus an der Cunnersdorfer Straße in die Gemarkung Coschütz. Im Jahr 1926 errichtete die Brauerei an dem alten Brunnen im Kaitzgrund ein Wohnhaus für den Pumpenwärter. Von den Pumpenhäusern sind heute noch vier erhalten. Das Pumpenhaus direkt an der Cunnersdorfer Straße, im Bereich des großen Schlammteiches, wurde schon nach 1960 stillgelegt. Von den anderen vier Brunnen sind heute wahrscheinlich noch zwei in Betrieb. 1973 wurde in einer ehemaligen Lehmgrube an der Cunnersdorfer Straße auf eine Fläche von 13,4 Hektar mit dem Bau einer neuen Brauerei begonnen. Unter dem Namen Brauerei Coschütz ging sie 1981 in Betrieb. Heute firmiert sie unter dem Namen Feldschlößchen AG.

Talaufwärts, unterhalb der Heidenschanze bestand schon im 17. Jahrhundert eine Mühle. 1770 diente sie als Pulvermühle. Sie wurde mehrfach durch Explosionen zerstört. 1782 wurde ein Kupferhammer in Betrieb genommen. 1788 erwarb Kurfürst Friedrich August III. die Mühle und den Hammer. 1830 wurde hier dann die Militär- oder Kommissmühle errichtet, die Mehl für die Dresdner Garnison herstellte. 1903 übernahmen die Gebrüder Braune die Mühle unter dem Namen König-Friedrich-August-Mühle. Seitdem ist sie als Weizenmühle bekannt. 1917 wurde dann der bekannte Siloturm errichtet. Nach 1945 gehörte sie der Dölzschner Mühlenwerke AG die 1968 im VEB Getreidewirtschaft Dresden aufging. Mit der Wende wurde der Betrieb 1990 eingestellt und der Bahnanschluss zur Windbergbahn stillgelegt.

Im Gleisbogen der Windbergbahn am Bahnübergang Coschützer Straße/Potschappler Straße befand sich links der Bahnlinie auf dem damals zur Flur Coschütz gehörenden Gelände die Finkenmühle. Sie war 1843 als Getreidemühle errichtet worden. Ihr Wasser erhielt sie aus dem Birkigtbach.

Weitere drei Mühlen liegen im Kaitzbachtal. Eine der drei Mühlen, die Ehrlichmühle, liegt nach der zwischen 1955 und 1960 erfolgten Grenzverschiebung nach Süden in der Flur Coschütz. Errichtet wurde sie 1882 von Johann Ehrlich. 1886 erwarb sie Gottlieb Traugott Bienert. Letzter Eigentümer war 1952 der VEB Dresdner Felsenkellerbrauerei. Zwischen 1953 und 1955 wurde die Mühle beim Anlegen der Absetzbecken für die Uranaufbereitungsanlage (Fabrik 95) der Wismut AG abgerissen.

In der Gemarkung Coschütz gab es zwei Ziegeleien die den Lehm aus den umliegenden Lehmgruben verarbeiteten. Die 1859 gegründete Ziegelei Coschütz zwischen Kohlenstraße, Karlsruher Straße, Cunnersdorfer Straße und Achtbeeteweg. Besitzer war Johann Friedrich Heymann. Kurze Zeit später übernahm die Dresdner Baugesellschaft das Werk. Die Zweite, 1872 gegründete Ziegelei, befand sich zwischen Marienschachtweg, Achtbeeteweg und Cunnersdorfer Straße. Besitzer waren Lichtenberger, Goldbach und Genossen. Ab 1890 pachtete Friedrich Kleinert das Werk. Nach Erschöpfung der Lehmvorräte wurden beide Ziegeleien 1921 stillgelegt. Auf dem Gelände der ersten Ziegelei entstand in der Folge ein Wohngebiet. Auf dem Gelände der zweiten Ziegelei ein kleines Gewerbegebiet. Der Ziegeleipächter Kleinert gründete eine Fuhrunternehmen und nach 1945 einen Kohlehandel, der bis zur Wende in Betrieb war. Weiterhin etablierte sich die Tivoli Maschinengesellschaft m.b.H. die sich unter anderem mit der Entwicklung von Windrädern beschäftigte. Die Firma ging aber 1925 in Liquidation. Von 1930 bis 1936 produzierte hier die Maschinenfabrik Karl Klemm Hebebühnen für PKWs. Sie zog 1937 in die leer stehenden Fabrikhallen der Pilotmotorenwerke in Bannewitz um. Zwischen 1929 und 1934 war die Baufirma Paul Mittag ansässig. 1939 gründete Paul Mittag hier die Firma Paul Mittag Hoch-, Tief-, Betonbau. 1972 wurde der Betrieb verstaatlicht und als VEB Betonwerk Dresden bis zur Wende weiter geführt.

1952 begann die Wismut AG östlich der Karlsruher Straße und südlich der Coschützer Höhe und der Rastatter Straße auf den dort liegenden Feldern mit dem Bau einer Uranaufbereitungsanlage. Unter der Bezeichnung Fabrik 95 des Objektes 96 wurde sie für die Aufbereitung der Erzkohlen aus dem Revier Heidenschanze und perspektivisch aus dem Revier Gittersee erbaut. Das benötigte Land in der Größe von ca. 43 Hektar wurde von den ortsansässigen Bauern gepachtet. Zur Energieerzeugung wurden zwei Heizkraftwerke auf Rohkohlebasis errichtet. Bei Inbetriebnahme der Aufbereitung 1952 war nur ein Heizkraftwerk errichtet. Zur Erzeugung der notwendigen Menge Dampf wurden deshalb acht Heizlokomotiven der Baureihe 84 der Deutschen Reichsbahn eingesetzt. Das zweite Heizkraftwerk ging erst 1956 in Betrieb. Angeschlossen war das Werk durch ein Gleis vom Bahnhof Obergittersee an die Windbergbahn. Das Betriebswasser erhielt die Fabrik aus dem Wasserwerk Coschütz. Die Abwässer wurden in die Weißeritz eingeleitet. Bis zur Schließung des Werkes wurden täglich ca. 1000 t Erz verarbeitet. Da die Gewinnung von Erzkohle zum Ende des Jahres 1954 eingestellt wurde, wurden Erze aus dem Revier Ronneburg und auch aus der Lagerstätte Aue/Hartenstein verarbeitet. Nach der Gewinnung des Urans blieben täglich 999 t Tailings zurück. Zur Verbringung dieser Tailings wurde das am Betriebsgelände liegende Kaitzbachtal mit zwei 22 und 40 Meter hohen Dämmen abgeriegelt und der Kaitzbach verrohrt. Das so entstandene Absetzbecken hatte eine Fläche von ca. 25 Hektar. Auch dies Fläche wurde von den Bauern gepachtet. 1961 wurden weitere Flächen zur Verbringung der Tailings gebraucht. Dafür wurde nördlich des großen Schlammteiches auf einem zum Kaitzbachtal abfallenden Feld ein hufeisenförmiger Damm aufgeschüttet. Die Dammkrone erreichte eine Höhe von 16 Metern. Der kleine Schlammteich hatte am Ende eine Fläche von ca. 10 Hektar. Durch die Korrosion der Kaitzbachverrohrung durch die aggressiven Tailings bestand Ende der fünfziger Jahre die Gefahr des Durchbruchs dieser Tailings in den Kaitzbach. Um das zu verhindern wurde ein 805 m langer Stolln auf der rechten Seite des Kaitzbaches aufgefahren und der Bach ab Mai 1961 darin umgeleitet.

Im Juli 1962 wurde der Betrieb geschlossen. Am 31. Juli 1962 wurde die Anlage von der SDAG Wismut unentgeltlich an die VVB Gummi und Asbest übergeben. Im Oktober 1962 begann der am 1. April 1962 gegründete VEB Reifenwerk Dresden mit der Produktion von LKW- und Traktorreifen. Nach der Wende übernahm die Treuhand das Werk und schloss es 1992. Bei der Übergabe des Geländes an das Reifenwerk behielt die SDAG Wismut einen kleinen Teil. Dort befand sich die Sonderzeche S in der Ionenaustauscher für die Uranerzaufbereitung hergestellt wurden. Im Mai 1963 wurde die Produktion eingestellt und der Betriebsteil am 1. Januar 1964 dem VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt übergeben. Bis zum August 1993 wurden hier Zwischenprodukte für die Chemieindustrie produziert. Die Stadt Dresden kaufte das gesamte Gelände von der Treuhand und ließ es sanieren. Entstanden ist das Gewerbegebiet Coschütz/Gittersee.

Die beiden Absetzbecken wurden von der SDAG Wismut unentgeltlich dem Rat des Bezirkes Dresden übergeben. Der große Schlammteich wurde von 1974 bis 1988 als Hausmülldeponie der Stadt Dresden genutzt. Von 1989 bis 1992 wurde die Mülldeponie mit Kraftwerksasche abgedeckt. Die im Zuge der Sanierung des Betriebsgeländes des Reifenwerkes anfallenden Abbruchmassen und radioaktiv kontaminierter Aushub wurden auf die beiden Schlammteiche verbracht und umweltsicher verwahrt. Danach wurden die entstandenen Hügel begrünt und dienen heute als Aussichtspunkte.

Kulturdenkmale und bedeutende Gebäude

Das Coschützer Wasserwerk entstand ab dem Jahr 1939 auf den Feldern zwischen Kohlenstraße und Achtbeeteweg; mit dem Bau des Rohrleitungssystems wurde bereits 1937 begonnen. Durch den Zweiten Weltkrieg verzögerten sich die Bauarbeiten bis 1946. Das Wasser wird über Stolln und Leitungen aus den Talsperren Klingenberg und Lehnmühle bezogen. Von hier stammen 60 Prozent des Dresdner Trinkwassers.

Das Rathaus auf der Windbergstraße wurde in den Jahren 1902 und 1903 erbaut. Im Erdgeschoss befanden sich eine Polizeiwache und ein Ratskeller. Zwischen 1936 und 1945 wurde dieser von Max Rahm, dem Entdecker des heutigen Kletterpfades „Rahm-Hanke“ unterhalb des Basteifelsens, bewirtschaftet. Das Gebäude wird heute vor allem als Ärztehaus genutzt.

Das Pfarr- und Gemeindehaus Coschütz auf der Windbergstraße wurde im Jahr 1900 als Pfarrhaus mit Betsaal erbaut. 1953 Bau des Glockenturms und Glockenweihe (Bronzeglocke aus dem Jahr 1490). 1958 Umbau des Betsaals und Einbau der Orgel (Jehmlich, Opus 744, II/P, 9 Register).[16]

Verkehr

Straßenbahn

Geschichte

Nach der Verlängerung des Plauenschen Rings und dem Bau des Westendrings bis zur Bernhardstraße war es möglich geworden, Coschütz an das Dresdner Straßenbahnnetz anzuschließen. Am 18. Oktober 1927 wurde mit der Straßenbahnlinie 15 der Betrieb eröffnet. Die Strecke verlief von Coschütz (Kleinnaundorfer Straße) zum Straßenbahnhof Mickten. Eingesetzt wurden Union Triebwagen gebaut von der Städtischen Straßenbahn Dresden und moderne MAN Triebwagen von der Waggonfabrik Busch/Bautzen.

Am 20. Oktober 1931 wurde mit der Einführung der neuen Straßenbahntriebwagen Großer Hecht die Linienführung geändert. Als Linie 6 fuhr die Bahn jetzt von Coschütz zum Wilden Mann. Nach den Luftangriffen auf Dresden wurde ein Inselbetrieb zwischen Plauenschen Ring/Coschützer Straße und Coschütz eingerichtet und ab dem 19. November 1945 fuhr die Bahn von Coschütz kommend von der Coschützer Straße auf zum Teil bereits vorhandenem Gleis nach der Tharandter Straße und weiter Richtung Löbtau. Dafür wurde in der Reckestraße in Plauen ein Gleis eingelegt; die Schienen der dadurch nicht mehr befahrenen Strecken wurden zur Materialgewinnung komplett ausgebaut.

Ab dem 12. November 1946 verkehrte die Straßenbahn als Linie 4 zwischen Coschütz und dem Georgplatz, zunächst weiter bis Mockritz, später endete sie am Georgplatz.

Nach einer Änderung der Linienführung am 26. April 1947 fuhr die Linie 11 von Coschütz nach Bühlau. Eingesetzt wurde hier der große Hecht. Am 20. Februar 1949 wurde der Streckenabschnitt Bühlau - Weißig eingestellt. Mit der Verkürzung der Taktzeiten ab dem 13. Oktober 1951 war es in Ermangelung einer ausreichenden Anzahl Triebwagen Großer Hecht notwendig auch Triebwagen des Typs Kleiner Hecht einzusetzen.

Mit der Linienreform vom 4. Mai 1969 verkehrte jetzt die Linie 1 zwischen Coschütz und der Gleisschleife Johannstadt. Am 14. Dezember 1971 wurde in Coschütz zwischen Achtbeeteweg und Karlsruher Straße eine Wendeschleife als neuer Endpunkt in Betrieb genommen, die Strecke um etwa 300 Meter stadteinwärts verkürzt. Ab dem 29. April 1972 wurden zusätzlich zum Großen Hecht Tatrazüge T4D des Herstellers ČKD Tatra Praha in Doppeltraktion eingesetzt. Am 30. November 1972 verkehrte zum letzten Mal ein Großer Hecht auf der Strecke. Mit der Änderung der Linienführung verkehrte ab dem 1. Dezember 1972 die Linie 12 zwischen Coschütz und Niedersedlitz.

Im Zuge der Sanierung des ehemaligen Wismut-Areals wurde 1991/1992 die Verlängerung der Strecke von der Gleisschleife aus südwärts über die Karlsruher Straße und dann ins Gewerbegebiet abbiegend diskutiert. Dieses wurde in zwei Varianten vorgelegt: Zum einen würde die Strecke die Heidelberger Straße queren und entlang der Heilbronner bis zur Kreuzung mit der Stuttgarter Straße verlaufen. Sie würde anschließend nach Süden abknicken und hätte die Gleisschleife hinter einem weiten Rechtsbogen am Ende der Offenburger Straße[17], in der zweiten Variante, der auch öffentliche Rahmenplanung, die eine nicht überbaute bzw. überbaubare Streckenführung vorsah, sollte komplett in der Heilbronner und Stuttgarter Straße erfolgen, mit einer Wendeschleife zwischen Stuttgarter und Offenburger Straße.[18]

Ab dem 29. Oktober 1995 wurde Coschütz von der Linie 8 als Linie Coschütz–Hellerau bedient;

Noch im gleichen Jahr wird eine bereits vor dem Zweiten Weltkrieg diskutierte, jedoch bis dahin nie umgesetzte Idee verwirklicht, Coschütz auf direktem Weg mit dem Hauptbahnhof zu verbinden; die Lehmgruben und nach 1945 deren Auffüllung mit Trümmerschutt vor allem aus der Seevorstadt-West und der Pirnaischen Vorstadt durch die Trümmerbahn verhinderten das Vorhaben. Anders als historisch vorgesehen, nutzte das Unternehmen gleichzeitig dieses Vorhaben, um den Streckenabschnitt von der Bastion am Westend-/Plauenschen Ring bis zur Gleisschleife Altplauen (von dort bis zur Kesselsdorfer Straße nurmehr Betriebsstrecke) stillzulegen. Damit sollte auch die berüchtigte „Haarnadelkurve“ stillgelegt werden, die durch die bisher schwersten Unfälle der Dresdner Straßenbahn gekennzeichnet war: Am 29. Oktober 1927 sowie am 6. Dezember 1959 entgleisten während Unfällen dort Straßenbahnzüge mit in Folge jeweils mehreren Toten und zahlreichen Schwerverletzten. Am 3. Dezember 1998 begannen die Bauarbeiten für die neue Trassenführung zwischen dem Wendepunkt in Plauen und dem Westendring; seit dem 10. Juni 1999 bedient die Linie 3 die Strecke von Coschütz nach dem Wilden Mann.

Am 10. Juni 1999 wurde die neue Strecke eröffnet. Damit verbindet die Linie Coschütz in wenigen Minuten mit dem Hauptbahnhof. Ab dem Jahr 2001 wurden die Tatras schrittweise durch neue Niederflurwagen der Typen NGT8DD und NGT D12DD ersetzt. Ab dem 22. Juni 2023 werden auf der Strecke die neuen, 35 cm breiteren Straßenbahnen des Typs NGT DXDD eingesetzt.

Straßenkreuzung, bei der links die Karlsruher Straße und rechts die Endhaltestelle der Linie 3, einer Haltestelle, an der ein Straßenbahnzug steht.
Ausfahrt aus der Straßenbahnendhaltestelle Coschütz

Linienbelegung ab Orts- bzw. Gemarkungsgrenze Coschütz (Karlsruher Straße)

(Quelle: [19])

  • 18.10.1927 – 19.10.1931: Linie 15
  • 20.10.1931 – 13.02.1945: Linie 6
  • 14.02.1945 – 06.04.1945: kein Betrieb (Auswirkung der Luftangriffe vom Februar 1945)
  • 06.04.1945 – 13.04.1945: Linie 6 (II) - Teilung der Linie an der Planetta- (recte: Fritz-Schulze-) Straße, Inselbetrieb Plauen (Plauenscher Ring) – Coschütz
  • 13.04.1945 – 17.04.1945: Linie 6 (III) - Dreiteilung der Linie wegen Schließung der Panzersperren, weiter Inselbetrieb Plauen (Plauenscher Ring) – Coschütz
  • 17.04.1945 – 31.07.1945: kein Betrieb (Strommangel, Einmarsch der Roten Armee, keine Betriebserlaubnis durch die Besatzungsmacht)
  • 01.08.1945 – 18.11.1945: Linie 6 (II) im Inselbetrieb Plauen (Plauenscher Ring) - Coschütz (Linie 6 erneut nur zweigeteilt)
  • 19.11.1945 – 07.05.1946: Linie 6 (II) Inselbetrieb Plauen (jetzt ab Gleisschleife Fritz-Schulze-Straße (umbenannte Planetta-Straße)) – Coschütz nach Einlage Gleis in der Reckestraße (Plauen)
  • 08.05.1946 – 11.11.1946: Linie 106 (neue Bezeichnung der Linie 6 (II), Inselbetrieb wie bisher)
  • 12.11.1946 – 25.04.1947: Linie 4
  • 26.04.1947 – 03.05.1969: Linie 11 (Hechtwagenbetrieb für die zwei Steilstrecken im Netz)
  • 04.05.1969 – 30.11.1972: Linie 1
  • 01.12.1972 – 28.10.1995: Linie 12
  • 29.10.1995 – 26.09.1998: Linie 8
  • 27.09.1998 – 09.06.1999: kein Betrieb (Bau der Anbindung Neubaustrecke in Räcknitz und Plauen)
  • seit 10.06.1999: Linie 3 (mit neuem Linienweg ab Gemarkungsgrenze Richtung Plauen – Dresden-Hauptbahnhof)

Buslinien

Um den 1921 eingemeindeten Ort an das Dresdner Verkehrsnetz anzuschließen, wurde bis zum Bau einer Straßenbahntrasse 1925 eine Buslinie von Coschütz nach Plauen eingerichtet. Die Strecke führte von der Karlsruher Straße über die Bernhardstraße, Plauenschen Ring zur Chemnitzer Straße, wo sie Verbindung zur Straßenbahn hatte. Bergwärts fuhren die Busse auf der Kaitzer Straße. Eingesetzt wurden Büssing-Busse vom Typ IV.

Ab 1927 fuhren die Busse vom Theaterplatz über die Chemnitzer Straße, Coschützer Straße, Karlsruher Straße bis Freital-Burgk. Ab 1931 verkehrte die Linie nur noch zwischen Coschütz und Gittersee. 1941 wurden die Busse auf Propangasantrieb umgerüstet.

Die Zerstörung Dresdens und die Beschlagnahme der Busse führte 1945 zur Einstellung des gesamten Busverkehrs. Erst am 20. Februar 1949 wurde der Betrieb mit einer Buslinie wieder aufgenommen. Fehlende Busse verhinderten den schnellen Aufbau des Busnetzes.

Am 30. Juni 1967 wurde der Betrieb der Buslinie 89 von Coschütz nach Freital-Burgk aufgenommen. Am 15. Mai 1976 wurde die Linie von Coschütz nach Strehlen verlängert. 1984 wurde der Endpunkt der Linie 89 nach Kleinnaundorf verlegt. Am 5. Januar 1987 erhielt Coschütz Anschluss an eine zweite Buslinie. Die Linie 72 wurde vom Hauptbahnhof kommend über die Südhöhe nach Coschütz verlängert. Auf der Linie 89 wurden Busse des Typs Ikarus 66 eingesetzt.

Ab 1998 verkehrte die Linie 89 zwischen Löbtau und Gruna mit einer Haltestelle an der Cunnersdorfer Straße. Die Linie 72 wurde nach Kleinnaundorf verlängert. Von 1998 bis 1999 verkehrte die Linie 86 zwischen Postplatz und Coschütz.

Mit dem neuen Linienplan vom 28. Mai 2000 verkehrte die Linie 71 zwischen Coschütz und Kleinnaundorf, die Linie 72 von Coschütz nach Luga und die Linie 89 weiterhin von Löbtau nach Gruna.

Die Linienreform veränderte 2009 erneut den Streckenverlauf der Buslinien. Die Linie 63 von Löbtau nach Pillnitz hält an der Cunnersdorfer Straße. Die Linie 66 verkehrt zwischen Lockwitz und Freital-Deuben. Haltestellen sind hier die Cunnersdorfer Straße und Achtbeeteweg. Die Linie 71 von Coschütz nach Kleinnaundorf wurde 2014 eingestellt. Die Buslinie 366 des Regionalverkehrs Sächsische Schweiz-Osterzgebirge verkehrt zwischen Dresden-Hauptbahnhof und Possendorf. Dabei hält sie an der Cunnersdorfer Straße und am Achtbeeteweg. Sie bedient als einzige Buslinie das Coschützer Gewerbegebiet. Mit der Linie 63 wurde auch wieder eine Verbindung zum Haltepunkt in Plauen hergestellt. Er stellt den nächsten Zugang zum S-Bahn-Netz dar. Mit der Änderung der Trassenführung der Straßenbahnlinie 3 im Jahr 1999 war diese Verbindung weggefallen.

Straßen

Die Karlsruher Straße ist die Hauptachse in Coschütz. Sie berührt allerdings den historischen Ortskern nicht. Richtung Norden, in Verbindung mit der Coschützer Straße, erreicht man das Stadtzentrum. Richtung Süden durchquert man Gittersee und erreicht sowohl über die Potschappler Straße wie auch über die Burgker Straße Freital. Richtung Osten hat Coschütz über die Kohlenstraße Anbindung an die B 170 und damit einen kurzen Weg Richtung Osterzgebirge und Tschechische Grenze. Die zwischen 1998 und 2006 gebaute Bundesautobahn 17 verläuft über eine Strecke von 2260 m, größtenteils im Coschützer Tunnel, durch das Gemeindegebiet von Coschütz. Der Tunnel unterquert vom Westen kommend die Heidenschanze und in der Folge Freitaler Straße, Coschützer Hang, Kleinnaundorfer Straße, Kinderhortstraße, Gebauer Straße, die Kreuzung Karlsruher Straße mit der Mannheimer Straße und verläuft zwischen dem Ölsaer Weg und der Cunnersdorfer Straße unter den Häusern der Coschützer Höhe. Von den 2332 m des Tunnels liegen 2115 m auf Coschützer Gebiet. Über die Stuttgarter Straße und die Kohlenstraße via B 170 ist die Auffahrt Dresden - Südvorstadt innerhalb weniger Minuten zu erreichen.

Straßennamen

Weitere Informationen Heute ...
Heute1921
AchtbeetewegKaitzer Straße
AltcoschützDorfstraße
Am Hohen SteinPlauensche Straße
Brendelwegab 1938
Bruchsaler Wegnicht ausgeführt
Coschützer HangBergstraße
Coschützer Höheab 1924
Cunnersdorfer StraßeCunnersdorfer Straße
FelsenkellerstraßeFelsenkellerstraße
Freitaler StraßePotschappler Straße
Gebauer StraßeGitterseer Straße
HeidenschanzeDölzschner Straße
Karlsruher StraßeDresdner Straße / Kohlenstraße (1910)
KinderhortstraßeHindenburgstraße
Kleinnaundorfer StraßeSchulstraße
KohlenstraßeStrehlener Straße / Kohlenweg (1890)
Kreuznacher Straßeab 1935
Landauer Straßeab 1929
Mainzer StraßeRathausstraße
Mannheimer Straßeab 1933
Marienschachtwegab 1925
Niederhäslicher Wegab 1930
Ölsaer Wegab 1925
Poisenwegab 1928
Rastatter Straßeab 1935
Saarbrücker Straßeab 1937
SaarstraßeBismarckstraße
WindbergstraßeKörnerstraße
Vierbeetewegab 1927
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Literatur

Commons: Coschütz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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