Diallylpolysulfide
organische Polysulfide
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Diallylpolysulfide sind Organische Polysulfide, deren Schwefelkette an beiden Enden mit einer Allylgruppe abschließt.
Vertreter
| Diallylpolysulfide | |||||
| Name | Diallyltrisulfid | Diallyltetrasulfid | Diallylpentasulfid | Diallylhexasulfid | Diallylheptasulfid |
| Strukturformel | |||||
| CAS-Nummer | 2050-87-5 | 2444-49-7 | 118686-45-6 | 137443-18-6 | 139693-24-6 |
| 72869-75-1 | |||||
| PubChem | 16315 | 75552 | 10131025 | 9882013 | |
| Summenformel | C6H10S3 | C6H10S4 | C6H10S5 | C6H10S6 | C6H10S7 |
| Molare Masse | 178,3 g·mol−1 | 210,4 g·mol−1 | 242,5 g·mol−1 | 274,5 g·mol−1 | 306,61 g·mol−1 |
| Aggregatzustand | |||||
Vorkommen und Entstehung

Diallylpolysulfide kommen beispielsweise im ätherischen Öl von Knoblauch vor. Vermutlich entstehen sie im Herstellungsprozess aus Allicin.[1][2][3] In den Ölen verschiedener anderer Pflanzen kommt vor allem Diallyltrisulfid, jedoch keine längerkettigen Diallylpolysulfide vor. Dazu gehören zum Beispiel die Zwiebel und der Weinberglauch.[4][5] Auch in Schnittlauch kommen Diallylpolysulfide vor.[6] Das ätherische Öl von Adenocalymma alliaceae besteht fast vollständig aus Diallyldisulfid, Diallyltrisulfid und Diallyltetrasulfid.[7]
Herstellung
Umsetzung von Schwefel und Natriumsulfid mit Allylbromid und Tetrabutylammoniumbromid ergibt eine Mischung aus Diallyltrisulfid, Diallyltetrasulfid, Diallylpentasulfid und Diallylhexasulfid.[8]
Eigenschaften
Diallyltrisulfid und -tetrasulfid sind ölige Flüssigkeiten. Die Diallylpolysulfide sind neben Diallyldisulfid und anderen Schwefelverbindungen für den charakteristischen Geruch von Knoblauch verantwortlich.[1] In verschiedenen Studien hatten Diallylpolysulfide in vitro antibakterielle Wirkung, z. B. gegen Heliobacter pylori, Klebsiella pneumoniae, Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus.[9][10][11] Zusätzlich zeigten die Verbindungen auch fungizide Eigenschaften gegen mehrere Arten der Gattung Candida.[10] Die Wirkung gegen nimmt dabei mit der Kettenlänge zu, so war Diallyltetrasulfid stärker wirksam als Diallyltrisulfid und dieses wiederum stärker als Diallyldisulfid.[9][10][11] Die längeren Diallylpolysulfide ab Diallyltetrasulfid und insbesondere Diallylheptasulfid, sind starke Antioxidationsmittel.[12]
Verwendung
Diallylpolysulfide als Gemisch sind in der EU unter der FL-Nummer 12.074 als Aromastoff in Lebensmitteln allgemein zugelassen.[13] Diallyltrisulfid ist als Einzelstoff mit einer Mindestreinheit von 65 % unter der FL-Nummer 12.009 zugelassen und darf laut Zulassung auch einen Anteil an Diallyltetrasulfid enthalten.[14]