Diedenshausen (Gladenbach)

Ort in der Stadt Gladenbach (Hessen) From Wikipedia, the free encyclopedia

Diedenshausen (mundartlich Denshause[3]) ist ein Dorf im Osten des Hessischen Hinterlandes und als solches ein Ortsteil der Stadtgemeinde Gladenbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt im Gladenbacher Bergland und damit im Naturpark Lahn-Dill-Bergland.

Schnelle Fakten Stadt Gladenbach ...
Diedenshausen
Wappen von Diedenshausen
Koordinaten: 50° 49′ N,  37′ O
Höhe: 279 m
Fläche: 4,04 km²[1]
Einwohner: 138 (31. Dez. 2024)[2]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35075
Vorwahl: 06462
Diedenshausen von Osten
Diedenshausen von Osten
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Geschichte

Kirche

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Diedenshausen erfolgte unter dem Namen Didinshusen im Jahr 1237.[1] Im 19. Jahrhundert gab es in Diedenshausen drei Mühlen. Zwischen 1796 und 1805 wurde die evangelische Kirche gebaut. Im Jahr 1956 wurden einige Szenen des Heimatfilmes Mein Bruder Josua im Ort gedreht.

In erhaltenen Urkunden wurde Diedenshausen mit den folgenden Ortsnamen erwähnt:[1]

  • 1338 Dydinshußen/Didenshusen
  • 1502 Diedentzhussen
  • 1630 Dientshausen

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Diedenshausen:

„Dietenshausen (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialderf; liegt 112 St. von Gladenbach, hat 20 Häuser und 122 evangelische Einwohner. Man findet 2 Mahlmühlen, womit 1 Oelmühle verbunden ist. Der Ort hat viele Waldung, einen guten Viehstand, aber eine unergiebige Feldgemarkung.“[4]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Juli 1974 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz der Zusammenschluss der Stadt Gladenbach mit den Gemeinden Bellnhausen, Diedenshausen, Erdhausen, Friebertshausen, Frohnhausen b. Gladenbach, Kehlnbach, Mornshausen a. S., Rachelshausen, Römershausen, Rüchenbach, Sinkershausen, Weidenhausen und Weitershausen zur heutigen Stadt Gladenbach.[5][6] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kernstadt Gladenbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[7]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Diedenshausen angehört(e):[1][8][9]

Gerichte seit 1821

Die Rechtsprechung ging 1821 im Rahmen der Trennung von Justiz und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte über. „Landgericht Gladenbach“ war von 1821 bis zur Abtretung an Preußen 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Gladenbach. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Infolge der Neuordnung der Gerichtsbezirke in der Provinz Oberhessen mit Wirkung vom 15. Oktober 1853[14] wurde Diedenshausen an das Landgericht Biedenkopf abgetreten.[15]

Nach der Abtretung des Kreises Biedenkopf an Preußen infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 des Großherzogtums Hessen mit dem Königreich Preußen wurde der Landgerichtsbezirk Biedenkopf preußisch.[16] Im Juni 1867 regelte eine königliche Verordnung die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu. Die bisherigen Gerichtsbehörden wurden aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt.[17] Damit wurde am 1. September 1867 das Landgericht in Amtsgericht Biedenkopf umbenannt. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden.[18] Mit dem Inkrafttreten der Reichsjustizgesetze 1877 war das Landgericht Marburg das Gericht zweiter Instanz. 1944 wurde das Gericht kurzzeitig dem Sprengel des Landgerichts Limburg zugeordnet und kam am 1. Januar 1949 wieder zum Landgericht Marburg.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Diedenshausen 126 Einwohner. Darunter waren 3 (= 2,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 21 Einwohner unter 18 Jahren, 48 zwischen 18 und 49, 30 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter.[19] Die Einwohner lebten in 42 Haushalten. Davon waren 6 Singlehaushalte, 12 Paare ohne Kinder und 18 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 9 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 24 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[19]

Einwohnerentwicklung

Quelle:Historisches Ortslexikon[1]
 1502:010 Männer
 1577:009 Hausgesesse
 1630:008 Untertanen (8 zweispännige Ackerleute)
 1742:019 Haushalte
 1791:109 Einwohner[20]
 1800:117 Einwohner[21]
 1806:132 Einwohner, 18 Häuser[13]
 1829:122 Einwohner, 18 Häuser[4]
Diedenshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
 
109
1800
 
117
1806
 
132
1829
 
122
1834
 
125
1840
 
131
1846
 
138
1852
 
142
1858
 
144
1864
 
128
1871
 
128
1875
 
142
1885
 
157
1895
 
139
1905
 
139
1910
 
165
1925
 
163
1939
 
136
1946
 
197
1950
 
200
1956
 
144
1961
 
126
1967
 
119
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2004
 
136
2006
 
129
2011
 
126
2013
 
134
2015
 
130
2020
 
128
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS:[1]; Ab 2000 Stadt Gladenbach (webarchiv)[22]; Zensus 2011[19]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle:Historisches Ortslexikon[1]
 1829:122 evangelische (= 100 %) Einwohner[4]
 1885:157 evangelische (= 100 %) Einwohner
 1961:126 evangelische (= 95,24 %), 6 katholische (= 4,76 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

 1867Erwerbspersonen: 32 Landwirtschaft, 5 Gewerbe und Industrie[1]
 1961:Erwerbspersonen: 57 Land- und Forstwirtschaft, 20 produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und sonstiges.[1]

Infrastruktur

Im Ort gibt es:

Literatur

Commons: Diedenshausen (Gladenbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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