Dux Pannoniae secundae ripariensis et Saviae

römischer Kommandeur der am Donaulimes stationierten Limitanei- und Flotteneinheiten From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Dux Pannoniae secundae ripariensis et Saviae (Heerführer der Pannonia II und Saviae) war ab dem 3. Jahrhundert Kommandeur der am Donaulimes (Limes Pannonicus) stationierten Limitanei- und Flotteneinheiten. Wie sein westlicher Amtskollege, der Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis, befehligte er die Aufgebote von zwei Provinzen. Das Amt ist nur aus der Notitia Dignitatum bekannt.[2]

Spätrömischer Offiziershelm (Typ Berkasovo/Jarak) aus der 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts, Muzej Vojvodine, Novi Sad

Der Zuständigkeitsbereich (ducat) des Dux erstreckte sich auf den Limes der Provinzen Pannonia secunda und Saviae, d.s. die südungarische, kroatische und serbische Donauregion und das Tal der Save, genauer der Abschnitt der mittleren Donau, der von Ad Novas (dem heutigen Zmajevac) an der Mündung der Drau bis Taurunum (heute Zemun) an der Mündung der Save verlief. Die Stützpunkte der Patrouillenflotillen (classis) lagen nicht direkt an der Donau, sondern an den Nebenflüssen Drau und Save. In seinem Verantwortungsbereich lag auch die Stadt Sirmium, die zeitweise als kaiserliche Residenz und Operationszentrum für Feldzüge gegen die Barbarenstämme nördlich der Donau diente.[3]

In der Rangordnung des römischen Reichsadels nahm der Dux seit Valentinian I. die Stellung eines vir spectabilis (zweite senatorische Rangklasse) ein.

Verwaltungsstab

Das Officium (Verwaltungsstab) des Dux umfasste folgende Ämter:[4]

  • Principem de eodem officio (Kanzleileiter)
  • Numerarium (Zahlmeister)
  • Adiutorem (Assistent)
  • Commentariensem (Buchführer und Rechtskundiger)
  • Subadiuuam (Hilfskraft)
  • Regrendarium (Verwalter oder Archivar)
  • Exceptores (Schreiber)
  • Singulares et reliquos officiales (Ordonnanzen)

Truppen

Der Großteil der Einheiten (einige werden in mehreren Standorten genannt) gehörte zu den Limitanei. Sie waren auf Kastelle oder Städte direkt an den Flussufern oder deren Hinterland verteilt. Ein paar von ihnen finden sich aber auch in den Feldarmeen (Comitatenses) des Magister Equitum (OB der Reiter) und des Magister peditum (OB der Infanterie). Die Notitia Dignitatum zählt insgesamt 22 Kastelle/Städte für die Pannonia II und Saviae auf. Allerdings werden nur 10 Präfekten und 4 Tribunen angegeben. Wie auch in einigen anderen Donauprovinzen war der Uferlimes (ripae) der Pannonia II organisatorisch in zwei Abschnitte geteilt:

  • oberer Abschnitt (partis superioris) und
  • unterer Abschnitt (partis inferioris).

Diese Abschnitte wurden auffällig oft von der fünften Kohorte gesichert. Laut Karlheinz Dietz handelte es sich dabei wohl um eine Fehlinterpretation des Kürzels CHTV (c[o]h[or]t[i]u[m]) seitens der mittelalterlichen Kopisten der Notitia.[5] Im Gegensatz zur benachbarten Provinz Valeria wird der untere Abschnitt nicht erwähnt; Die dort stationierten Einheiten könnten in den späten 370er Jahren, nach der katastrophalen Niederlage der oströmischen Armee gegen Visigoten und Alanen in der Schlacht von Adrianopel, vernichtet oder zersprengt worden sein.

Distributio Numerorum

Laut der ND Occ. standen dem Dux folgende Einheiten zur Verfügung:[6]

Kavallerie

Weitere Informationen Einheit/Kastelle, Bemerkung ...
Einheit/Kastelle Bemerkung Abbildung
Equites Dalmatae, Novas Größtenteils im frühen 4. Jahrhundert aus dalmatinischen Stämmen rekrutierte Reitersoldaten. In der Notitia Dignitatum werden 48 Einheiten der Equites Dalmatae aufgelistet. Die equites Dalmatae wurden während der Herrschaft des Gallienus (253–268) geschaffen, ähnlich wie andere zu dieser Zeit aufgestellte Kavallerieformationen, die aus den Reiterkontingenten der Legionen und Auxiliareinheiten herausgelöst wurden. Der Name Dalmatae bedeutet, dass anfangs viele ihrer Soldaten aus dieser Provinz stammten. Später rekrutierten die Grenzeinheiten ihre equites Dalmatae natürlich in den Regionen, in denen sie stationiert waren. Diese Reiterformationen waren nie als ethnische reine Einheiten gedacht. Ihre enorme Präsenz unterstreicht ihre Rolle als Rückgrat der mobilen Grenzverteidigung am pannonischen Limes.[7] In Zmajevac (HR) erhebt sich nordwestlich eine mächtige Geländefalte mit einem großflächigen Plateau, das von Südwesten kommend nach Nordosten bis zum Kastell Ad Militare verläuft. Diese Erhebung ist ein Ausläufer der Banska kosa, einer Hügelkette, die von den Römern Aureus Mons (Goldener Berg) genannt wurde. Auf diesem Plateau über dem heutigen Dorf stand das Kastell Novas in leicht nach Südosten abfallender Lage.
Schildzeichen unbekannt
Equites Dalmatae, Albano Albano oder Albanum lag in Unterpannonien. Es stand im Mündungsdreieck von Donau und Drau, im Grenzgebiet zwischen Ungarn und Kroatien, nahe den Orten Dálya oder Bâranyavár.[8]
Schildzeichen unbekannt
Equites Dalmatae, Cornaco Während der Spätantike lag zunächst eine berittene Einheit der dalmatinischen Reiter im Kastell,[9] gefolgt von den berittenen Schildträgern.[10] Zuletzt war hier mit den Equites promoti erneut eine Reitereinheit kaserniert.[11] Das Kastell selbst stand auf dem Gebiet der kroatischen Ortschaft Sotin, mutmaßlich auf dem Popino-brdo (Priesterhügel), unmittelbar über der Donau.[12] Heute steht dort eine Marienkirche. Die rund zwei Hektar große Hügelkuppe selber stellt sich als ein zur nordöstlich vorbeifließenden Donau seitlich abgeschnittenes Rund dar, dessen Nordflanke in ein kleines, tief eingeschnittenes Tal abfällt, das an der Donau endet. Auch an den anderen Seiten bilden Gräben und Hohlwege ein natürliches Hindernis, so dass der Zugang zum Kastell nur von Süden her möglich war.[13] Nach Westen, Süden und Südosten sowie über die Donau hinweg in das Barbaricum hinein ist das Land topographisch relativ flach und gut überschaubar.
Schildzeichen unbekannt
Equites Dalmatae, Bornoriae Über die genaue Lokalisierung des Kastells (auch Bornoria) herrscht in Archäologenkreisen noch Unklarheit, da am diesen Limesabschnitt viele antike Fundplätze dicht beieinanderliegen. Es war jedoch definitiv ein Bestandteil der Kastellkette an der Donau, zwischen den Kastellen Cornacum (Sotin, Kroatien) und Cuccium (Ilok, Kroatien).
Schildzeichen unbekannt
Equites Dalmatae, Cusi Das Kastell dieser Reitereinheit (auch Cuccium genannt) stand an der Donau beim heutigen Ilok im Osten Kroatiens, direkt an der Staatsgrenze zu Serbien. Ihre Hauptfunktion bestand wohl in der Grenzüberwachung, der Aufklärung und dem schnellen Abfangen von Plünderern oder Nomadenstämmen, welche versuchten, die Donau zu überqueren. Im Kastell waren laut der Notitia im 4. Jahrhundert auch berittene Bogenschützen und ein Cuneus equitum promotorum, untergebracht.[14]Das Kastell wurde in einer strategisch hervorragend gewählten Lage auf einem Berghügel errichtet der heute zur Gänze von einer mittelalterlichen Festungsanlage eingenommen wird. Von diesem Standort aus hatte die Besatzung Sichtkontakt zum nordwestlich gelegenen Donaukastell Cornacum (Sotin). Zudem konnte von hier aus auch das am anderen Ufer der Donau gelegene Barbaricum, d. h. das Siedlungsgebiet der sarmatischen Jazygen gut überwacht werden, die sich dort seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. niedergelassen hatten. Die Jazygen waren über eine lange Zeit ein äußerst gefährlicher Gegner Roms.[12]
Schildzeichen unbekannt
Equites Dalmatae, Ricti Dieses Reiterkastell (auf antiken Reiserouten als Ritti oder Rittium bezeichnet) stand beim heutigen Surduk in Serbien, ca. 40 Kilometer nördlich der serbischen Hauptstadt Belgrad, an einem Steiluferabschnitt der Donau. Die benachbarten Kastelle flussaufwärts waren Cusi (Ilok) und Burgentas (Novi Banovci).
Schildzeichen unbekannt
Equites Dalmatae, Burgentas Das Reiterkastell (in antiken Inschriften auch Burgenae oder Burgenis genannt), ist heute vom serbischen Ort Novi Banovci überbaut, rund 30 Kilometer nordwestlich von Belgrad. Das Lager stand direkt am rechten Hochufer der Donau. Neben den Equites Dalmatae beherbergte das Kastell, vermutlich eines der unterpannonischen Militärzentren, zu verschiedenen Zeiten auch eine Vexillation der
  • Legio V Iovia, sowie eine weitere Reitertruppe, den
  • Cuneus equitum Constantianorum.
Schildzeichen unbekannt
Cuneus equitum Dalmatarum, Teutiborgio Cuneus (lateinisch für „Keil“) bezeichnete eine eigenständige Kavallerieeinheit von etwa 200 bis 300 Reitern. Ursprünglich der taktische Begriff für eine keilförmige Schlachtordnung, wurde er später zur offiziellen Bezeichnung für kleinere Reitereinheiten. Bei ihnen handelte es sich ursprünglich um Reiter, die aus den Legionen ausgegliedert worden waren, um ab da als eigenständige Verbände zu operieren. Die archäologischen Überreste ihres Kastells befinden sich beim heutigen Dalj in Kroatien (östlich von Osijek, direkt an einer Donauschleife). In Teutiborgio waren laut der Notitia Dignitatum im 4. Jahrhundert auch
Schildzeichen unbekannt
Equites sagittarii, Cuccis Ihr Kastell befand sich beim heutigen Ilok in Kroatien. Es wurde in einer strategisch hervorragend gewählten Lage auf einem Felskegel über der Donau, der Gornji Grad (Oberstadt), errichtet. Er wird heute zur Gänze von einer mittelalterlichen Festungsanlage eingenommen. Von diesen Punkt aus hatte die Besatzung auch Sichtkontakt zum benachbarten, nordwestlich gelegenen Kastell Cornacum. Zudem konnte von hier aus auch das am anderen Ufer der Donau gelegene Barbaricum insbesondere das Siedlungsgebiet der sarmatischen Jazygen weithin eingesehen werden. Diese waren über Jahrhunderte hinaus ein äußerst unruhiger und gefährlicher Gegner Roms.[12] Der Einheitsname leitet sich von eques (Reiter) und sagittarius (Bogenschütze) ab. Im Gegensatz zu anderen Kavallerieeinheiten, die den Pfeilbogen nur als Sekundärwaffe führten, war er bei den sagittarii meist das Hauptkampfmittel. Hierzu nutzte man den Kompositbogen den Rom ursprünglich von östlichen Reitervölkern wie den Skythen und Parthern übernommen hatte. Je nach Kampfsituation stand ihnen aber dafür sicher auch eine Vielzahl von anderen Waffen (z. B. Wurfspeer, Schwert, Streitaxt, Keule etc.) zur Verfügung. Auch anderes spezialisiertes Equipment der Bogenschützen war nach östlichen Vorbildern angefertigt worden, während die übrige Kavallerieausrüstung wohl dem Standard des römischen Militärs entsprach. Diese Einheiten wurden oft eingesetzt, um den Gegner aus der Distanz zu dezimieren und zu zermürben, als Vorbereitung für einen Angriff der schweren Kavallerie oder Infanterie. Geschätzt wurde dabei ihre hohe Flexibilität, Mobilität und Feuerkraft. Aufgrund ihrer Beweglichkeit kamen sie besonders bei eigenständigen Schlachtfeldoperationen zum Einsatz. Berittene Bogenschützen wurden fast ausschließlich aus Regionen im Osten rekrutiert und dort auch bevorzugt verwendet, nicht nur auf Feldzügen, sondern auch als Grenzwächter in Pannonien, Dakien, Afrika und der Levante.[15]
Schildzeichen unbekannt
Equites sagittarii, Acimirci Das Kastell dieser Bogenschützeneinheit wird in anderen antiken Quellen (Ammianus Marcellinus, XIX 11, 8 vallo prope Acimincum locato.) als Acimincum bezeichnet. Die Reste des Kastells liegen an der Strasse von Aquincum nach Viminacium, bei Stari Slankamen in Serbien (Vojvodina), strategisch günstig auf einer Anhöhe über der Mündung der Theiß in die Donau. Acimirci dürfte der Armee primär als Spähposten gedient haben. Um das Mündungsgebiet effektiv zu sichern, war dort laut der Notitia im 4. Jahrhundert auch ein Cuneus equitum constantium stationiert.[16]
Schildzeichen unbekannt
Equites promoti, Teutibarcio Diese Einheit lag im Kastell von Dalj, nahe der kroatischen Stadt Osijek. Die in der Notitia Dignitatum aufgelisteten equites promoti stammten meist von Legionsreitern ab, die im 3. Jahrhundert, unter Diokletian (284–305) aus ihrer Stammlegion herausgezogen wurden und von da an als eigenständige Einheiten operieren sollten. Die volle Mannschaftsstärke einer Promoti-Einheit betrug anfangs 726 Reiter, wesentlich mehr als die rund 300 Mann der equites legionis der frühen und mittleren Kaiserzeit. Sie dienten in den damaligen Legionen als Gardeeinheit des Legatus und waren auch etwas besser ausgebildet. Ihre Neuorganisation verdeutlicht die zunehmende Bedeutung, die der Kavallerie im Allgemeinen und den Legionen im Besonderen bei der Grenzverteidigung während der Reichskrise des 3. Jahrhunderts zuerkannt wurde. In der Notitia Dignitatum werden sie sowohl als Teil der limitanei als auch der comitatenses aufgelistet. Sie galten als Eliteformationen und bildeten am Limes die taktische Reserve, um schneller auf Bedrohungen reagieren zu können. In der Donauarmee standen die Promoti über den Dalmatae, was ihre Rolle als taktische Reserve noch unterstreicht. Einige von ihnen wurden deswegen nicht nur in ihrer Provinz eingesetzt, sondern bei Bedarf auch an andere Kriegsschauplätze abkommandiert. Man geht heute davon aus, dass eine spätantike Promoti-Einheit in der Regel um die 500 Mann stark war. Vegetius bezeichnet sie auch als Loricati, d. h. sie trugen eine Körperpanzerung und waren mit Lanzen bewaffnet.[17]
Schildzeichen unbekannt
Equites promoti, Tauruno Dieses Reiterkastell (Taurunum) befand sich in Zemun, heute ein Stadtbezirk der serbischen Hauptstadt Belgrad. Er liegt auf der Halbinsel vor der Mündung des Savus (Save) in die Donau, schließt aber auch die Veliko ratno ostrvo (Große Kriegsinsel) mit ein. Tauruno war das östliche Tor zur Pannonia II und ein massiv befestigter Militärstützpunkt. Im 4. Jahrhundert lagen hier aber auch die
  • Auxilia ascarii[18] eine Infanterieeinheit unter dem Kommando des Magister peditum. Desgleichen scheinen in der westlichen Notitia auch die
  • Taurunenses auf, eine der achtzehn pseudocomitatenses Einheiten in der Armee des Magister Peditum.
Schildzeichen unbekannt
Cuneus equitum promotorum, Cuccis Eine Formation der römischen Kavallerie die in der Spätantike im Kastell Cuccium (Ilok, Kroatien) stationiert war. Sie war für die Überwachung des Donauufers in der Region des heutigen Ost-Slawoniens zuständig. In Cuccis waren - laut der Notitia Dignitatum - auch berittene Bogenschützen einquartiert. Wahrscheinlich war die Einheit mit dem Cuneus equitum promotorum (Comitatenses) in der Armee des Magister Equitum identisch.[19]
Schildzeichen unbekannt
Ala Sirmensis, Sirmi

Ala („Flügel“) bezeichnete im römischen Militärwesen ursprünglich einen größeren Reiterverband der Hilfstruppen. Der Beiname bedeutet „die zu Sirmium gehörige“, nach der Provinzmetropole Sirmium. Diese diente zeitweise auch als kaiserliche Residenz. Die Stadt lag strategisch günstig im Grenzhinterland der Save. Aufgrund ihrer Stationierung in der Provinzhauptstadt fungierte die Einheit vermutlich als schnelle, mobile Eingreiftruppe für das nähere Umland der Save und als Leibgarde des Dux. Die Ala Sirmensis teilte sich die Festung noch mit anderen Einheiten, darunter der des

  • Praefectus militum Calcariensium (Infanterie) sowie einer Flottenabteilung, der
  • Classis primae Flaviae Augustae.
Schildzeichen unbekannt
Cuneus equitum scutariorum, Cornacii

Der Name leitet sich von scutum (Schild) ab und bedeutet „die Schildträger“. Equites scutarii zählten in der römischen Armee zur Garde- und Elitereiterei. Sie wurden meist als mittelschwere oder schwere Lanzenreiter (Contus) eingesetzt und schützten sich mit großen Rundschilden. Scutarii hatte aber noch eine andere Bedeutung, „die Wächter“. Die meisten Scutarii-Einheiten in der Notitia zählten offensichtlich zu den Scholae palatinae oder anderen hochrangigen Einheiten. Selbst die „limitanei scutarii“ in den Provinzen stellen, mit wenigen Ausnahmen, die ranghöchsten Einheiten in ihrer jeweiligen Provinzarmee. Dass „scutarii“ nicht zwangsläufig einen Schild bezeichnen muss, zeigt sich besonders deutlich an der „Schola scutariorum sagittariorum“ deren Angehörige wohl tatsächlich von ihren Pferden aus mit Bögen kämpfte, wie auch der Namensteil „sagittariorum“ vermuten lässt, in diesem Fall wären große Schilde nur hinderlich gewesen. Der Kastellname leitet sich vom keltisch-illyrischen Stamm der Carnacates/Cornacates ab, die schon vor der römischen Okkupation in dieser Region siedelten. Die Überreste ihrer Festung befinden sich beim heutigen Šotin (einem Stadtbezirk von Vukovar im Osten Kroatiens), direkt an einem damals strategisch wichtigen Donauabschnitt. Laut Notitia Dignitatum lag während der Spätantike zunächst eine berittene Einheit dalmatinischer Reiter im Kastell,[20] gefolgt von den berittenen Schildträger.[21] Zuletzt wurde dort mit den Equites promoti wieder eine Reitereinheit kaserniert.[22] In der Notitia werden neben dieser Einheit noch sieben weitere Scutari Formationen, in der Armee des

angegeben.[23]

Schildzeichen unbekannt
Cuneus equitum Constantianorum, Burgenas

Constantianorum leitet sich sehr wahrscheinlich von Constantius II. (337–361) ab, unter dessen Herrschaft die Einheit entweder aufgestellt, umorganisiert oder für besondere Verdienste ausgezeichnet wurde. Ihr Stützpunkt lag bei Novi Banovci in Serbien (nordwestlich von Belgrad), direkt am Ufer der Donau. Die Einheit teilte sich das Lager mit

Als mutmaßlich schwere Reitereinheit bildete der Cuneus equitum Constantianorum vermutlich die taktische Reserve bei der Abwehr größerer Angriffe, während die Equites Dalmatae wohl primär für die Feindaufklärung zuständig gewesen sein könnten.

Schildzeichen unbekannt
Cuneus equitum constantium, Aciminci Eine Reiterabteilung im Kastell Acimincum (Serbien)[24], dort waren auch Equites sagittarii einquartiert. Der Beiname verweist auf die Aufstellung dieser Einheit unter Konstantin I. (306-337) oder Constantius II. (337-361).
Schildzeichen unbekannt
Cuneus equitum Italicianorum Secundarum Eine Reiterabteilung, die wohl ursprünglich aus der norischen Legio II Italica, Stammlager Lauriacum (A), herausgezogen wurde. Es könnte sich aber auch um eine Fehlplatzierung im Text der ND handeln und eigentlich „Zweite [Einheit] der Italiker“ (Cuneus equitum Secundorum Italicianorum) bedeuten.
Schildzeichen unbekannt
Schließen

Infanterie

Weitere Informationen Offiziere/Einheit/Kastelle, Bemerkung ...
Offiziere/Einheit/Kastelle Bemerkung Abbildung
Legiones - limitanei
Praefectus legionis quintae Ioviae cohortis quintae partis superioris, Bononiae

Dieser Präfekt befehlige die 5. Kohorte der Legio V Iovia. Stationiert war die Einheit in einem Kastell bei Banoštor (Serbien), unweit der Residenzstadt Sirmium, stationiert. Der Zusatz partis superioris („der obere Abschnitts“) lässt annehmen, dass er als Abschnittskommandant für die Überwachung der Donau in diesem Sektor verantwortlich war. Die unter Diokletian (284-305) aufgestellte Legion zählte ab dem späten 4. Jahrhundert zu den Limitanei. Sie dürfte jedoch keine Vexillationen an das Feldheer (Comitatenses) abgegeben haben. Da dies höchst ungewöhnlich ist, sind wohl einige ihrer Vexillationen sehr wohl in der Notitia verzeichnet, aber unter Namen, die wenig oder keinen Hinweis auf ihre Herkunft geben.[25]

Schildzeichen unbekannt
Praefectus sextae Herculeae cohortis quintae partis superioris, Aureo Monte Die von Diokletians Mitkaiser Maximian (286-305) aufgestellte Legion zählte ab dem späten 4. Jahrhundert zu den Limitanei, ihre 5. Kohorte sicherte den oberen Grenzabschnitt bei Aureo Monte (Baranja Gebirge) stationiert in einem Kastell im heutigen Zlatno Brdo, im Nordosten von Kroatien, nahe der Grenze zu Ungarn.
Schildzeichen unbekannt
Praefectus legionis quintae Ioviae, Burgenas
Schildzeichen unbekannt
Praefectus legionis sextae Herculeae, Teutiborgio
Schildzeichen unbekannt
Praefectus legionis quintae Ioviae sextae Herculeae, Onagrino
Schildzeichen unbekannt
Schließen

Hilfstruppen

Weitere Informationen Offiziere/Einheit/Kastelle, Bemerkung ...
Offiziere/Einheit/Kastelle Bemerkung Abbildung
Auxilia - limitanei Farbgebung nach der Überlieferung im Oxford-Manuskript der Notitia Dignitatum
(kein Offizier angegeben) Auxilia Hercul[ensia], Ad Hercules
Schildzeichen unbekannt
(kein Offizier angegeben) Auxilia Novensia, Arsaciana oder Novas
Schildzeichen unbekannt
(kein Offizier angegeben) Auxilia Augustentia, Onagrino Brückenkopf gegenüber Bononiam Diese Truppe ist möglicherweise mit den Augustei identisch, eine Einheit der auxilia palatina in der Truppenliste des Magister peditum.
Schildzeichen der Augustei
(kein Offizier angegeben) Auxilia Praesidentia, Herculis
Schildzeichen unbekannt
(kein Offizier angegeben) Auxilia ascarii, Tauruno oder Marsonia Vielleicht identisch mit den Taurunenses, die als Pseudocomitatenses in der Truppenliste des Magister peditum angegeben sind.
Schildzeichen unbekannt
Praefectus militum Calcariensium, Sirmi
Schildzeichen unbekannt
Tribunus cohortis tertiae Alpinorum Dardanorum, (kein Kastell angegeben)
Schildzeichen unbekannt
Tribunus cohortis tertiae Alpinorum, nahe Siscia
Schildzeichen unbekannt
Tribunus cohortis primae Ioviae, Leonatae
Schildzeichen unbekannt
Tribunus cohortis primae Thracum civium Romanorum, Caput Basensis Eine Auxiliareinheit, die zur Zeit der Abfassung der Notitia wohl schon über zwei Jahrhunderte bestand und deren Soldaten einst mit dem römischen Bürgerrecht belohnt wurden. Vielleicht war diese Truppe eine Vexillation der Romanenses, Pseudocomitatenses in der Armee des Magister Equitum Galliarum.
Schildzeichen der Romanenses
Schließen

Flotteneinheiten

Weitere Informationen Offiziere/Einheit/Kastelle, Bemerkung ...
Offiziere/Einheit/Kastelle Bemerkung Abbildung
Classis
Praefectus classis primae Flaviae Augustae, Sirmi Wahrscheinlich ein Teil der ehemaligen Classis Pannonica, die unter den Flaviern unter dem Namen Classis Flavia Pannonica umorganisiert wurde.[26]
Schildzeichen unbekannt
Praefectus classis secundae Flaviae, Graio
Schildzeichen unbekannt
Praefectus classis Histricae, Mursae Vermutlich ging diese Einheit aus der Classis Pannonica bzw. der Classis Flavia Histrica hervor.
Schildzeichen unbekannt
Praefectus classis primae Pannonicae, Servitii
Schildzeichen unbekannt
(kein Offizier angegeben) Classis Aegetensium siue secundae Pannonicae, Sisciae Marinesoldaten, die die Residenzstadt der Pannonia II und die Save sicherten. Die Flottille war ursprünglich wohl ein Teil der Classis Pannonica und wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Aegeta am Eisernen Tor an der unteren Donau (Provinz Dacia ripensis) verlegt. Im späten 4. Jahrhundert kehrte die Einheit nach Pannonien zurück und wurde in das Kastell von Siscia gelegt.[27]
Schildzeichen unbekannt
Schließen

Siehe auch

Anmerkungen

Literatur

Related Articles

Wikiwand AI