Edermünde
hessische Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis
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Edermünde ist eine Gemeinde im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis an der Mündung der Eder in die Fulda.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 13′ N, 9° 25′ O | |
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Kassel | |
| Landkreis: | Schwalm-Eder-Kreis | |
| Höhe: | 197 m ü. NHN | |
| Fläche: | 25,85 km² | |
| Einwohner: | 7384 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 286 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 34295, 34225 | |
| Vorwahlen: | 05603, 05665 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HR, FZ, MEG, ZIG | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 34 002 | |
| LOCODE: | DE UEU | |
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Brückenhofstraße 4 34295 Edermünde | |
| Website: | edermuende.de | |
| Bürgermeisterin: | Michaela Weitsch | |
| Lage der Gemeinde Edermünde im Schwalm-Eder-Kreis | ||

Geografie
Lage und Ortsteile
Edermünde liegt im Norden des Schwalm-Eder-Kreises, südlich von Kassel. Die Gemeinde besteht aus den vier Ortsteilen Besse, Grifte, Haldorf und Holzhausen. Die Gemeindeverwaltung befindet sich im nach Einwohnerzahl kleinsten – aber zentral gelegenen – Ortsteil Holzhausen.
Der Ortsteil Besse schmiegt sich an die westlich im Naturpark Habichtswald aufragenden Langenberge, Grifte liegt direkt westlich der Mündung der Eder in die Fulda, Holzhausen liegt an der Basaltkuppe Hahn, und Haldorf liegt etwas oberhalb des Edertals. Das Gemeindegebiet wird vom westlichen Eder-Zufluss Pilgerbach durchflossen. Das erste Dorfgemeinschaftshaus in Hessen wurde 1951 in Haldorf erbaut.
Der westlichste der Mittelpunkte Deutschlands liegt 2 km westlich von Besse. Verbindet man den nördlichsten Punkt Deutschlands und den südlichsten Punkt mit einer Linie und kreuzt diese mit der Linie zwischen dem östlichsten und dem westlichsten Punkt Deutschlands, dann ergibt der Schnitt diesen Mittelpunkt.
Nachbargemeinden
Edermünde hat im äußersten Nordwesten eine kurze Grenze zur Gemeinde Schauenburg, grenzt im Norden an die Stadt Baunatal (beide im Landkreis Kassel), im Osten, mit der Fulda bzw. Eder als Grenze, an die Gemeinde Guxhagen, im Süden an die Stadt Felsberg sowie im Südwesten und Westen an die Stadt Gudensberg (alle drei im Schwalm-Eder-Kreis).
Gemeindebildung
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde zum 31. Dezember 1971 die Gemeinde Edermünde durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Grifte, Haldorf und Holzhausen am Hahn (amtlich: Holzhausen a. Hahn) neu gebildet.[2] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Holzhausen am Hahn. Zum 1. Januar 1974 wurden Edermünde und die bis dahin eigenständige Gemeinde Besse kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Edermünde zusammengeschlossen.[3][4] Es wurden keine Ortsbezirke errichtet.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Edermünde 7268 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1187 Einwohner unter 18 Jahren, 2982 zwischen 18 und 49, 1560 zwischen 50 und 64 und 1544 Einwohner waren älter.[5] Unter den Einwohnern waren 207 (7,8 %) Ausländer, von denen 86 aus dem EU-Ausland, 99 aus anderen europäischen Ländern und 23 aus anderen Staaten kamen.[6] Die Einwohner lebten in 3262 Haushalten. Davon waren 888 Singlehaushalte, 979 Paare ohne Kinder und 1102 Paare mit Kindern, sowie 266 Alleinerziehende und 27 Wohngemeinschaften.[7] In 971 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 5128 Haushaltungen lebten keine Senioren.[8]
Einwohnerstatistik
| Stadt Edermünde: Einwohnerzahlen von 2009 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 2009 | 7.274 | |||
| 2011 | 7.268 | |||
| 2015 | 7.218 | |||
| 2020 | 7.321 | |||
| 2022 | 7.442 | |||
| Quelle(n): Statistische Berichte[9], Zensus 2011[6] | ||||
Konfessionsstatistik
| • 1987: | 5306 evangelische (= 34,34 %), 863 katholische (= 12,8 %), 527 sonstige (= 7,8 %) Einwohner[10] |
| • 2011: | 4738 evangelische (= 65,2 %), 826 katholische (= 11,4 %), 1704 sonstige (= 23,4 %) Einwohner[10] |
Am 31. Dezember 2025 hatte Edermünde 49,7 % evangelische Einwohner und 8,8 % katholische. 41,5 % der Einwohner gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[11]
Politik
Gemeindevertretung
Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Edermünde erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,[12] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[13][14][15][16]
| Wahlvorschläge | % 2026 |
Sitze 2026 |
% 2021 |
Sitze 2021 |
% 2016 |
Sitze 2016 |
% 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 42,2 | 13 | 43,1 | 13 | 51,0 | 16 | 55,0 | 17 | 60,3 | 19 | 61,3 | 19 | |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 25,9 | 8 | 20,1 | 6 | 20,5 | 6 | 16,3 | 5 | 19,3 | 6 | 19,8 | 6 | |
| Grüne | Bündnis 90/Die Grünen | 12,0 | 4 | 17,9 | 6 | 9,9 | 3 | 13,9 | 4 | 7,5 | 2 | 5,2 | 2 | |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft Edermünde | 13,5 | 4 | 13,2 | 4 | 18,6 | 6 | 14,8 | 5 | 12,9 | 4 | 13,7 | 4 | |
| BLE | Bürgerliste Edermünde | 6,4 | 2 | 5,7 | 2 | – | – | – | – | – | – | – | – | |
| Gesamt | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 64,3 | 59,0 | 54,4 | 57,9 | 59,1 | 68,0 | ||||||||
Bürgermeister
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Edermünde neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und zehn weitere Beigeordnete angehören.[17] Bürgermeisterin ist seit dem 1. Juli 2026 die parteiunabhängige Michaela Weitsch.[18] Sie wurde als Nachfolgerin von Thomas Petrich (SPD), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte,[19] am 12. April 2026 in einer Stichwahl bei 53,6 Prozent Wahlbeteiligung mit 54,9 Prozent der Stimmen gewählt.[20]
Wappen
Das Wappen wurde am 18. November 1980 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.
Blasonierung: „Im roten Schild unter einem erhöhten silbernen Wellengöpel ein silbernes, vierblättriges Kleeblatt.“
Als Wappenbild wählte die Gemeinde eine heraldische Darstellung des Zusammenflusses von Eder und Fulda in der Form eines Wellengöpels, die vier Ortsteile der Gemeinde werden durch ein vierblättriges Kleeblatt versinnbildlicht. Als Farben wurden die hessischen Farben Rot und Weiß gewählt.
Die Gestaltung des Wappens lag in den Händen des Bad Nauheimer Heraldikers Heinz Ritt.
Gemeindepartnerschaften
Edermünde unterhält seit 1989 eine Partnerschaft mit der Südtiroler Gemeinde Terenten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Heimatmuseum im Ortsteil Haldorf (im ehemaligen Hirtenhaus)
- Dorfmuseum Holzhausen im Dorfgemeinschaftshaus (Verein Kultur und Geschichte Holzhausen)
Bauwerke
- Wehrkirchen: Evangelische Kirche in Besse und Evangelische Kirche in Grifte.
Naturdenkmäler
Verkehr
Edermünde hat im Ortsteil Grifte Anschluss an die Main-Weser-Bahn. Der Bahnhof trug bis 2004 den Namen Grifte. Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 wurde er in Edermünde-Grifte umbenannt. Der neue Name erscheint erstmals im DB-Kursbuch Winter 2004/2005; im Sommer-Kursbuch 2004 war der Bahnhof noch als „Grifte“ verzeichnet.
Das Segelfluggelände Grifte liegt etwa 4,5 km östlich des Zentrums im Ortsteil Grifte.
Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
- Ekkebrecht von Grifte (* 1342? auf der Burg Grifte; † nach 1406), Ritter
- Fritz Scheffer (* 1899 in Haldorf; † 1979), Bodenkundler
- August Franke (* 1920 in Haldorf; † 1997), Politiker
- Willi Rausch (* 1936; † 2015 in Besse), Politiker
- Günter Rudolph (* 1956 in Haldorf), Politiker
Personen, die mit der Gemeinde verbunden sind
- Paul Heidelbach (1870–1954), Mundartdichter, wohnte ab 1935 hier
- Peer Schröder (1956–2019), Schriftsteller
- Ulrich Teusch (* 1958), Politikwissenschaftler, lebt hier
- Edgar Franke (* 1960), Politiker
- Rebekka Knoll (* 1988), Schriftstellerin, wuchs hier auf
Weblinks
- Website der Gemeinde Edermünde
- Edermünde, Gemeinde, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
