Enderndorf am See

Gemeindeteil von Spalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Enderndorf am See (fränkisch: Ändandoaf[2]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Spalt im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Enderndorf am See hat eine Fläche von 9,153 km². Sie ist in 1010 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9062,40 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Heiligenblut, Keilberg, Ottmannsberg, Sägmühle und Stockheim.[5]

Schnelle Fakten Stadt Spalt ...
Enderndorf am See
Stadt Spalt
Koordinaten: 49° 9′ N, 10° 55′ O
Höhe: 415–450 m ü. NHN
Einwohner: 212 (31. Dez. 2023)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91174
Vorwahl: 09175
Ortsmitte Richtung Norden
Ortsmitte Richtung Norden
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Geografie

Das Dorf liegt im Spalter Hügelland und im Fränkischen Seenland, direkt am Igelsbachsee und Großen Brombachsee, ca. 3 km südlich von Spalt. Bei Enderndorf beginnt der Staudamm des Igelsbachsees.[6]

Geschichte

Das Brombach- und Igelsbachtal weist schon Siedlungsspuren aus der Zeit um 2000 v. Chr. auf. Wahrscheinlich verlief durch das Tal eine vorrömische Ost-West-Straße. In der karolingischen Zeit gehörte Enderndorf zum Gau Sualafeld.

Der Ort wurde 1347 als „Enterndorf“ erstmals urkundlich erwähnt, als der damalige Grundherr seine Lehen zu Enderndorf an Wirich von Treuchtlingen verkaufte. Der Ortsname dürfte sich aus der geographischen Lage ableiten lassen. Das Wort „ender“, mittelhochdeutsch „enet“, bedeutet drüben, jenseits. Demnach ist Enderndorf das Dorf jenseits des Bergrückens von Spalt.[7] Von 1676 bis 1903 gehörte die Ortsherrschaft der Nürnberger Patrizierfamilie Harsdorf von Enderndorf.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Enderndorf 36 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Gunzenhausen aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte Harsdorf von Enderndorf. Grundherren waren Harsdorf von Enderndorf (1 Schlösslein, 1 Hof, 3 Halbhöfe, 1 Viertelhof, 1 Wirtshaus, 1 Mühle, 6 Güter, 13 Gütlein, 3 Häuser, 3 Gemeindehirtenhäuser, 1 Gemeindeschmiede) und das Kollegiatstift Spalt (1 Gut, 1 Gütlein).[8] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Gunzenhausen.[9] Zu dieser Zeit gab es 23 Untertansfamilien.[10][11]

1806 kam Enderndorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Enderndorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Absberg zugewiesen. 1811 entstand die Ruralgemeinde Enderndorf, zu der Heiligenblut, Ottmannsberg und Sägmühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) kamen von der Ruralgemeinde Absberg Birkenhof, Griesmühle, Keilberg, Müssighof und Stockheim hinzu,[12] Müssighof wurde 1824 wieder nach Absberg umgemeindet. Die Gemeinde Enderndorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gunzenhausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Gunzenhausen (1919 in Finanzamt Gunzenhausen umbenannt). Ab 1862 gehörte Enderndorf zum Bezirksamt Gunzenhausen (1939 in Landkreis Gunzenhausen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Gunzenhausen (1879 in Amtsgericht Gunzenhausen umbenannt).[13] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,079 km².[14]

Am 30. Juni 1972 wurde die Gemeinde Enderndorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: die Gemarkung Birkenhof wurde dem Markt Absberg eingegliedert, die übrigen Gemeindeteile kamen zur Stadt Spalt.[15][16] Zugleich erfolgte der Wechsel zum neu gebildeten Landkreis Roth, dem Amtsgericht Schwabach und dem Finanzamt Schwabach.

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Enderndorf gibt es drei Bodendenkmäler.[17]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Enderndorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 439439441423450449427425442442444424404385385395398380361543498446342329
Häuser[18] 786879818074747366
Quelle [19] [20] [21] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [21] [29] [21] [30] [21] [31] [21] [21] [21] [32] [21] [14] [33]
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Ort Enderndorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001840001861001871001885001900001925001950001961001970001987002015
Einwohner 196223 *215208202215194248171163177205
Häuser[18] 4039413639373445
Quelle [19] [20] [22] [24] [27] [29] [31] [32] [14] [33] [34] [35]
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* 
inklusive Sägmühle

Religion

Seit der Reformation ist der Ort gemischt konfessionell. Die Katholiken sind der Kirchengemeinde St. Ägidius (Hagsbronn) zugehörig, einer Filiale von St. Emmeram (Spalt),[8][36] die Protestanten sind in die Christuskirche (Absberg) gepfarrt.[14]

Wirtschaft

Im Mittelalter war Enderndorf ein Weinbauerndorf. Ab Anfang des 16. Jahrhunderts erfolgte der Übergang zu Hopfenanbau, da sich die Konsumgewohnheiten zum Bier verlagert hatten. Um 1900 wurde auf 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Hopfen angebaut, 1956 waren es 5 %, heute gibt es dort keinen Hopfen mehr. Durch den Brombachsee wurde das ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Dorf zum Ferienort gewandelt.

Verkehr

Enderndorf liegt an der von Spalt kommenden Kreisstraße RH 13. Vor dem Bau des Brombachsees führte sie weiter nach Ramsberg, heute endet sie am Seeufer. Vom Seehafen aus fährt der Trimaran MS Brombachsee verschiedene Ziele an.

Literatur

Commons: Enderndorf am See – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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