Enzenrieth
Gemeindeteil von Pirk im oberpfälzischen Landkreis Neustadt an der Waldnaab
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Enzenrieth ist ein Gemeindeteil (Kirchdorf) und eine Gemarkung von Pirk, einer Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Geographie
Das Kirchdorf liegt 2,5 Kilometer südöstlich von Pirk. Die Gemarkung Enzenrieth (094403) umfasst eine Fläche von 7,818 km² und hat 178 Einwohner.[1]
Geschichte
Vor 1143 war in Enzenrieth das Hochstift Bamberg begütert. Bekannt ist, dass 1143 der Bamberger Bischof Egilbert das Prädium Enzenrieth (praedium Enzenriuz), innerhalb des Luher Königsforstes gelegen, dem Kloster Prüfening schenkte.[2] 1334 wurde Konrad dem Lengfelder vom Kloster Waldsassen ein Hof zu Enzenrieth auf Lebenszeit überlassen.[3] Enzenrieth war ab Mitte des 14. Jahrhunderts (1358) der Sitz der Siger, die sich zu Enzenrieth nannten.[4] 1438 schenkte Heinrich der Siger dem Kloster Kastl seinen Sitz und seine Güter zu Enzenrieth für eine ewige Messe in der dortigen St.-Georgs-Kapelle. Die Vogtei über Hochdorf (heute ebenfalls ein Gemeindeteil von Pirk) und Seibertshof erhielten 1419 Stephan Pertholczhofer zu Fronhof und 1427 Ruprecht der Wolfringer. 1446 übertrug Abt Johann von Kloster Kastl dem Landgrafen Leopold die Vogtei über seine Güter in Enzenrieth (mit Ausnahme der niederen und der hohen Gerichtsbarkeit).[5] Enzenrieth gehörte damals zum Landrichteramt Leuchtenberg. Das Kloster Kastl wurde im Zuge der Reformation 1560/1563 aufgehoben und die Hofmark Enzenrieth der Verwaltung eines kurpfälzischen Administrators unterstellt.
Nach dem Übergang an das Kurfürstentum Bayern wurde die Hofmark Enzenrieth 1636 dem Jesuitenorden übergeben. 1773 wurde Enzenrieth nach der Aufhebung des Jesuitenordens ein kurfürstliches Richteramt und 1782 dem Malteserorden übergeben. Zur Kommende des Malteserordens gehörte neben der Hofmark Enzenrieth auch die Hofmark Heumaden. Inhaber der Kommende waren ab 1782 Philipp Graf von Lamberg, dann Christian Leopold Graf von Thurn und Taxis und ab 1798 Frater Freiherr Sebastian von Donnersberg.[6] In den zu einer Johanniterkommende zusammengeschlossenen Hofmarken Enzenrieth und Hochdorf bestanden 1809 keine Patrimonialgerichte mehr, da seit 1808 der Johanniterorden in Bayern aufgehoben und sein Vermögen vom Staat eingezogen worden war. 1819 kam die Hofmarksgerichtsbarkeit an das Landgericht älterer Ordnung Vohenstrauß. Dem letzten Inhaber der Kommende, Freiherr Sebastian von Donnersberg, wurde der Naturalgenuss aus den beiden Hofmarken als Pension zugewiesen.
Das Schloss Enzenrieth (oftmals Schlösschen Enzenrieth genannt) liegt 80 m südwestlich der Kirche St. Georg von Enzenrieth.[7]

Die in Folge des bayerischen Gemeindeedikts von 1818 im Jahr 1821 gebildete Gemeinde Enzenrieth umfasste die Orte Enzenrieth und Hochdorf. Im Jahre 1838 wurde Enzenrieth dem neugebildeten Landgericht älterer Ordnung Weiden zugeteilt. 1862 kam es zum Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab (ab 1939 Landkreis).
Nach dem Zweiten Weltkrieg amtierten zwei Bürgermeister in Enzenrieth: Johann Lindner von 1948 bis 1960 und von 1966 bis 1971, Johann Forster von 1960 bis 1966.[8] Mit Wirkung zum 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Enzenrieth mit dem Gemeindeteil Hochdorf nach Pirk eingegliedert.[9]
Sehenswürdigkeiten
- Schloss Enzenrieth, zwischenzeitlich Gasthaus. Der Gastwirtschaftsbetrieb ist weiterhin im Besitz der Familie Stahl.[10]
- Kirche St. Georg, 1849 wurde die Kirche nach Brand neu erbaut. Sie gehört seit 1961 zur Pfarrei Auferstehung Christi Pirk.[11]
Literatur
- Klaus Ibel: Enzenrieth und Hochdorf: Alte Hofmark im Raum Weiden – Spiegel der Nordgaugeschichte. Verlag Bodner, Pressath 2003, ISBN 3-937117-03-2.
- Dieter Bernd: Vohenstrauß. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 39. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1977, ISBN 3-7696-9900-9