Discover Airlines
deutsche Fluggesellschaft im Lufthansa-Konzern
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Die EW Discover GmbH,[4] im Außenauftritt Discover Airlines (bis 5. September 2023 Eurowings Discover[5]), ist eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main[6] und Teil der Lufthansa Group. Die Fluggesellschaft bietet touristische Flüge auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke an.
| Discover Airlines | |
|---|---|
| IATA-Code: | 4Y[1] |
| ICAO-Code: | OCN |
| Rufzeichen: | OCEAN |
| Gründung: | 2021 |
| Sitz: | Frankfurt, |
| Operative Basen: | |
| Heimatflughafen: | Frankfurt |
| Unternehmensform: | GmbH |
| Leitung: | Ulrich Lindner, Sascha Unterbarnscheidt (Stand 2025)[2] |
| Mitarbeiterzahl: | 2.000[3] |
| Allianz: | Lufthansa Group (Star Alliance) |
| Vielfliegerprogramm: | Miles & More |
| Flottenstärke: | 32 (+ 19 Bestellungen) |
| Ziele: | international |
| Website: | www.discover-airlines.com |


Geschichte
Anfänge und Gründung
Die heutige Discover Airlines geht auf strategische Überlegungen der Lufthansa Group zurück, das touristische Langstreckengeschäft neu auszurichten. Hintergrund war insbesondere die wirtschaftlich schwierige Entwicklung der Langstreckenaktivität von Eurowings. Im Juni 2019 verkündete Lufthansa, die Vermarktung der nicht profitablen Eurowings-Langstrecke in eigene Obhut zu nehmen. Es zeichnete sich ab, dass es zur Neugründung einer eigenständigen Fluggesellschaft kommen würde.[7]
Im Jahr 2020 wurde unter dem Projektnamen „Ocean“ der Aufbau einer neuen Ferienfluggesellschaft vorbereitet. Ziel war es, touristische Langstrecken effizienter und kostengünstiger von den Drehkreuzen Frankfurt und München aus zu bedienen. Mit der Leitung des Projekts Ocean wurde Anfang 2020 der Lufthansa-Manager und Pilot Wolfgang Raebiger betraut, der zuvor Finanzchef bei AeroLogic war.[8]
Anfang 2021 wurde das Projekt „Ocean“ in die EW Discover GmbH überführt und unter dem neuen Markennamen „Eurowings Discover“ organisatorisch in den Lufthansa-Konzern eingegliedert. Gleichzeitig wurde ein eigenständiges AOC beim Luftfahrtbundesamt beantragt.[1]
Erste Jahre (2021–2023)
Am 17. Juni 2021 verkündete die Lufthansa Group, die Betriebsgenehmigung (AOC) für „Eurowings Discover“ erhalten zu haben. Die EW Discover GmbH ist zugleich die erste deutsche Fluggesellschaft, die eine unbefristete Genehmigung nach den neuen luftrechtlichen Anforderungen, dem sogenannten Teil-CAMO erhalten hat.[9]
Am 24. Juli 2021 startete der Flugbetrieb mit dem Erstflug von Frankfurt nach Mombasa mit Weiterflug nach Sansibar.[10]
Ursprünglich war die Gesellschaft ausschließlich als Langstreckenairline konzipiert und setzte zu Beginn entsprechend auf eine Flotte von Airbus A330 aus dem Bestand der ehemaligen Sunexpress Deutschland und der Lufthansa. Noch im Laufe des Jahres 2021 wurde das Konzept jedoch erweitert: Ende 2021 übernahm die Fluggesellschaft erstmals Airbus-A320-Flugzeuge von Lufthansa und begann mit dem Aufbau eines Kurz- und Mittelstreckennetzes.[11] Parallel dazu übernahm die Fluggesellschaft schrittweise touristische Strecken von der Kernmarke Lufthansa und wurde zunehmend in die Hubstruktur der Lufthansa Group integriert.
Gleichzeitig wurde angekündigt, den Flugbetrieb perspektivisch auch vom Hub München aus aufzunehmen und damit neben Frankfurt ein zweites Drehkreuz zu etablieren.[12] Am 1. Juni 2022 eröffnete Eurowings Discover wie geplant eine zweite Basis am Flughafen München.[13] Die in München aufgebaute Kurzstreckenbasis wurde jedoch später wieder aufgegeben. In der Folge wurden zum Sommerflugplan 2023 die ab München eingesetzten Flugzeuge und Crews überwiegend im Rahmen von Wetlease-Vereinbarungen für Lufthansa eingesetzt, anstatt unter eigener Flugnummer zu operieren.
Aufgrund des schnellen Wachstums und des zügigen Ausbaus des Streckennetzes griff die Fluggesellschaft zeitweise auf zusätzliche Kapazitäten externer Partner zurück. So operierte zwischen März 2022 und März 2023 Finnair als Wet-Lease-Partnerin mit fünf Airbus A321 und vier Airbus A350 ab dem Drehkreuz Frankfurt.[14][15]
Rebranding 2023
Im Juni 2023 sicherte sich die EW Discover GmbH, die unter der Marke Eurowings Discover operierte, die Namensrechte an Discover Airlines.[16]
Hintergrund des späteren Rebrandings war unter anderem, dass die Gesellschaft bereits seit längerer Zeit einen eigenständigeren Marktauftritt angestrebt hatte. Die anfängliche Einbindung in die Marke Eurowings diente vor allem dem schnellen Markteintritt und der Nutzung bestehender Markenbekanntheit innerhalb der Lufthansa Group. Mit zunehmender operativer Etablierung wurde diese Markenverknüpfung jedoch als Einschränkung für die eigenständige Positionierung im touristischen Segment betrachtet.
Ziel der Neuausrichtung war es, die Airline klarer als eigenständige Ferienfluggesellschaft innerhalb des Konzerns zu positionieren und eine stärkere Differenzierung sowohl gegenüber Eurowings als auch gegenüber der Kernmarke Lufthansa zu erreichen.
Am 5. September 2023 erfolgte schließlich die Umbenennung in Discover Airlines. Im Zuge dessen wurde ein neuer Markenauftritt eingeführt, der unter anderem eine neue Flugzeugbemalung, angepasste Kabinendesignelemente sowie eine eigenständige Markenkommunikation umfasste.[17] Als erste Maschine wurde der Airbus A320 D-AIUR lackiert.[18]
Entwicklungen seit 2023
Seit der Umbenennung baut Discover Airlines ihre Position als Ferienfluggesellschaft innerhalb der Lufthansa Group weiter aus. Die Fluggesellschaft ist dabei zunehmend fester Bestandteil der Konzernstrategie und übernimmt eine wachsende Rolle im Konzern.
Im Zuge dieser strategischen Ausrichtung kommt Discover Airlines innerhalb der Lufthansa Group eine wachsende Bedeutung insbesondere im Langstreckenverkehr zu. Damit verbunden ist eine schrittweise Verlagerung entsprechender touristischer Langstreckenleistungen von der Kernmarke Lufthansa auf Discover Airlines, um das Lufthansa-Langstreckennetz stärker auf Premium- und Geschäftsreiseverkehre zu fokussieren.
Anfang 2024 kündigte Discover Airlines die Wiederaufnahme eigener Flüge ab München an. Die dortige Basis wurde im Zuge der Neuausrichtung im Sommer 2024 wiedereröffnet.[19] Seit März 2025 starten auch einige wenige Langstreckenverbindungen zu gefragten Flugzielen ab München.[20][21]
Im Oktober 2025 wurde bekanntgegeben, dass Discover Airlines ab 2027 die vier ehemaligen Philippine Airlines A350 der Lufthansa übernehmen wird. Zugleich soll die Airbus A330 Flotte auf Maschinen des Typs A330-300 vereinheitlicht werden, die noch betriebenen A330-200 sollen bis Ende 2026 ausgeflottet werden.[22]
Mit der Einführung des Airbus A350 reagiert die Lufthansa Group auf die steigende Bedeutung des touristischen Langstreckengeschäfts und stärkt zugleich die Rolle von Discover Airlines innerhalb des Konzerns. Die Flugzeuge sollen insbesondere auf nachfragestarken Ferienrouten eingesetzt werden und die bestehende Langstreckenflotte aus Airbus A330 schrittweise ergänzen bzw. teilweise ersetzen.
Im Rahmen der am 16. April 2026 durch den Konzern bekanntgegebenen Flottenanpassungen wurde die geplante A350-Zuteilung auf insgesamt 13 Flugzeuge erhöht.[23]
Flugziele
Discover Airlines hat den Flugbetrieb am 24. Juli 2021 als Eurowings Discover aufgenommen. Im Flugplan werden Urlaubsziele in der Karibik, dem Indischen Ozean, Afrika, Nordamerika und Europa bedient.[24]
Kurz- und Mittelstrecke
Auf der Kurz- und Mittelstrecke werden touristische Ziele in etlichen Ländern rund um das Mittelmeer, auf den Kanarischen Inseln sowie in Nordafrika angeboten, die mit Airbus A320-200 durchgeführt werden. Discover bietet mehrere Verbindungen von ihrem Heimatflughafen Frankfurt und der Basis in München an.
Langstrecke
Die Langstreckenflüge starten vom Flughafen Frankfurt aus nach Afrika, Nordamerika, Mittelamerika sowie in die Karibik. Zum Einsatz kommen Airbus A330-200 und Airbus A330-300. Seit März 2025 fliegt die Airline auch ab dem Flughafen München wieder Langstrecke. Dafür wurden in München zwei A330-300 stationiert. Einige Strecken wurden zwischenzeitlich auch mit Airbus A350-900 im Wetlease von Finnair bedient.[25][26]
Flotte
Aktuelle Flotte
Mit Stand April 2026 besteht die Flotte aus 32 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 13,3 Jahren:[27]
| Flugzeugtyp | Anzahl | Zugänge[28] | Anmerkungen | Sitzplätze (Business/Eco+/Economy) |
Durchschnittsalter |
|---|---|---|---|---|---|
| Airbus A320-200 | 18 | 2 | mit Sharklets ausgestattet | 180 (var./-/var.)[29] | 8,7 Jahre |
| Airbus A330-200 | 2 | Ausflottung bis Ende 2026[30] | 244 (32/17/195)[31] | 21,2 Jahre | |
| Airbus A330-300 | 13 | 3 | einer inaktiv, Retrofit ab 2027[32] | 302 (27/31/244) 283 (30/28/225) 288 (30/31/227) |
19,0 Jahre |
| Airbus A350-900 | 13 | Einflottung vsl. ab Mitte 2027[33][34] | – offen – | ||
| Gesamt | 33 | 18 | 13,3 Jahre | ||
- A320-200
- A330-300
- A330-200 in der ehemaligen Eurowings-Discover-Bemalung
Farbgestaltung
Im Zuge des Rebrandings im September 2023 wurde die neue Bemalung vorgestellt. Teil der neuen Farbgestaltung ist der Schriftzug „Member of Lufthansa Group“ am Heck – wie auch bei Edelweiss Air und Lufthansa City Airlines.
Die Airbus A330-200 werden bis zu ihrer Ausflottung nicht umlackiert, lediglich der Eurowings-Schriftzug wurde entfernt.
Bis September 2026 soll die gesamte Flotte auf das neue Design umlackiert sein.[35]
Ehemalige Sonderbemalungen
| Flugzeugtyp | Luftfahrzeugkennzeichen | Bemalung | Zeitraum | Bild |
|---|---|---|---|---|
| Airbus A320-200 | D-AIUQ | „Next Level Entertainment on Board“-Sticker | März 2024 bis Februar 2025 |
Kritik
Gewerkschaften und Beschäftigte üben Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Discover Airlines. Die Gewerkschaften UFO und Vereinigung Cockpit hätten zwar erfolgreich die erstmalige Gründung eines Betriebsrates bei der Fluggesellschaft im Dezember 2022 erreicht, denn nur durch das betriebliche Mitbestimmungsrecht sei ein gesundes Wachstum möglich.[36] UFO kritisierte jedoch die fehlende Tarifierung der Fluggesellschaft.[37] Im August 2024 wurde mit der Gewerkschaft Verdi ein Tarifvertrag rückwirkend zum 1. Juli 2024 abgeschlossen.[38]