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Paninternational

ehemalige Fluggesellschaft (BRD) From Wikipedia, the free encyclopedia

Paninternational war eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in München und Basen auf den Flughäfen München-Riem und Düsseldorf.

Schnelle Fakten
Paninternational
BAC 1-11 der Paninternational
IATA-Code: (ohne)
ICAO-Code: DR
Rufzeichen: DELTA ROMEO
Gründung: 1968
Betrieb eingestellt: 1971
Sitz: München,
Deutschland Deutschland
Heimatflughafen: * Düsseldorf
Flottenstärke: 6
Ziele: international
Paninternational hat den Betrieb 1971 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.
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Geschichte

Die Gesellschaft wurde im Jahr 1968 zunächst unter dem Namen PANAIR vom Münchner Reiseveranstalter Paneuropa gegründet. Gründer und Geschäftsführer waren Tassilo Trommer und Jürgen Botzenhardt. Die Gründung gelang weitgehend ohne eigenes Kapital und basierte auf einem Steuerschlupfloch: ausgenutzt wurde § 82f der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung, der in seiner damaligen Fassung erlaubte, einen hohen Betrag der Wertminderung von Seeschiffen und Luftfahrzeugen von den Unternehmenssteuern abzuschreiben.

Nach einem Einspruch durch Pan Am musste der Name geändert werden, da Pan Am die Rechte an Panair gehörten (siehe beispielsweise Panair do Brasil). Der Flugbetrieb wurde 1970 aufgenommen. Paninternational flog mit zwei neuen BAC 1-11 auch für andere Reiseveranstalter zu europäischen Urlaubszielen. Um auch weiter entfernte Ziele anfliegen zu können, wurden 1970 zusätzlich zu einer weiteren neuen BAC 1-11 noch zwei gebrauchte Boeing 707-120 von American Airlines übernommen, die dann die interkontinentalen Strecken übernahmen und bis zur Auflösung der Gesellschaft im Dienst waren.

Bereits kurz nach der Gründung der Fluggesellschaft, und bis unmittelbar vor dem Flugunfall im September 1971, erhielt das Luftfahrtbundesamt zahlreiche Hinweise auf unsichere Praktiken. Die Piloten waren zum Teil schlecht ausgebildet, die Wartungseinrichtungen waren mangelhaft, vorgeschriebene Wartungen wurden nicht durchgeführt, ungeeignete Teile wurden eingebaut, und es wurden planmäßig Flüge durchgeführt die über der zulässigen Reichweite der Maschinen lagen. Die Hinweise kamen zum Teil von leitenden Mitarbeitern, die daraufhin entlassen wurden. Einer von ihnen, der ehemalige Direktor für Flugbetrieb Joachim Kühnel, forderte vom Bundesverkehrsministerium, Paninternational den Flugbetrieb zu untersagen. Auch die IATA forderte ein Eingreifen. Dazu kam es nicht.

Flotte

Die Flotte bestand aus sechs Flugzeugen:

Zwischenfälle

Am 6. September 1971 kam es bei einer BAC 1-11 der Paninternational (D-ALAR), die einen Flug nach Málaga durchführen sollte, kurz nach dem Start vom Hamburg-Fuhlsbüttel zu einem doppelten Triebwerksausfall. Bei einer anschließenden Notlandung auf der Bundesautobahn 7 kollidierte die Maschine mit einem Brückenpfeiler. Von den 121 Personen an Bord starben 22, verletzt wurden 57. Zu dem Unfall war es wegen eines Wartungsfehlers gekommen: In die Tanks für die Wassereinspritzung zur Steigerung der Startleistung der Triebwerke war anstelle von reinem demineralisiertem Wasser versehentlich zusätzlich Kerosin gefüllt worden.

Paninternational führte den Flugbetrieb noch einen Monat fort; die Firma wurde insolvent, nachdem mit einer Änderung der Steuerverordnung das Finanzierungsmodell wegbrach.[1] Zwei Mechaniker wurden zu Haftstrafen von 7 und 8 Monaten verurteilt. Weitere strafrechtliche Folgen gab es nicht.

Eine parlamentarische Untersuchungskommission des Bundestags brachte ans Licht, dass Karl Wienand, damals parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, mit Firmengründer Trommer befreundet war, und von Paninternational Beraterhonorare in Höhe von 162.500 DM erhalten hatte. Obwohl Mitarbeiter des Luftfahrtbundesamtes aussagten, Wienand habe die Behörde persönlich daran gehindert, Maßnahmen wegen der Sicherheitsverstöße bei Paninternational zu ergreifen, konnte sich die Kommission nicht darauf einigen dies in ihrem Bericht festzustellen.[2] Wienand wurde 1975 wegen Steuerhinterziehung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt; Teil der zugehörigen Tatbestände waren auch die Honorare von Paninternational.

Siehe auch

Commons: Paninternational – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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