Biel-Täuffelen-Ins-Bahn

Bahnstrecke und ehemalige Bahngesellschaft in der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Biel–Täuffelen–Ins – auch heute noch als Biel-Täuffelen-Ins-Bahn bezeichnet – ist eine 1916 eröffnete Meterspurbahn im Kanton Bern in der Schweiz.

Biel–Täuffelen–Ins
Streckennummer (BAV):261
Fahrplanfeld:290
Streckenlänge:21,19 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Stromsystem:1300 V =
Maximale Neigung: 48 
Minimaler Radius:70 m
U-Bahn-Strecke (außer Betrieb)
Übergang zur Strassenbahn Biel bis 1948
U-Bahn-Strecke von links (außer Betrieb)ehemaliger U-Bahn-Turmbahnhof Strecke ab hier außer Betrieb (Strecke geradeaus außer Betrieb)Strecke von rechts (außer Betrieb)
Biel Bahnhofplatz (1926–1975) 432 m ü. M.
Biel/Bienne SBB
von Lausanne und Sonceboz
nach Solothurn und Bern
437 m ü. M.
U-Bahn-Strecke (außer Betrieb)Kopfbahnhof Streckenanfang (im Tunnel)Strecke (außer Betrieb)
0,00 Biel/Bienne ASm 430 m ü. M.
U-Bahn-Strecke (außer Betrieb)TunnelendeStrecke (außer Betrieb)
Tunnel Biel (215 m)
U-Bahn-Strecke (außer Betrieb)
Umtrassierung 1975
U-Bahn-Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)Brücke über Wasserlauf
Zihl (41 m)
U-Bahn-Strecke (außer Betrieb)Bahnhof
1,17 Nidau 433 m ü. M.
U-Bahn-Grenze mit Eisenbahn (Strecke außer Betrieb)Strecke
Übergang zur Strassenbahn Biel bis 1948
Eigene Trasse ab 1926
Brücke über Wasserlauf
Aare / Nidau-Büren-Kanal (64 m)
Haltepunkt / Haltestelle
1,66 Nidau Beunden 434 m ü. M.
Haltepunkt / Haltestelle
2,14 Ipsach 435 m ü. M.
Haltepunkt / Haltestelle
2,91 Ipsach Herdi 438 m ü. M.
Haltepunkt / Haltestelle
4,24 Sutz 450 m ü. M.
Bahnhof
4,95 Lattrigen 455 m ü. M.
Haltepunkt / Haltestelle
6,31 Mörigen 481 m ü. M.
Haltepunkt / Haltestelle
7,74 Gerolfingen 502 m ü. M.
Kulminations-/Scheitelpunkt
7,98 Scheitelpunkt 506 m ü. M.
Betriebs-/Güterbahnhof StreckenanfangBahnhof
8,81 Täuffelen 492 m ü. M.
Depot und Werkstätte
Haltepunkt / Haltestelle
10,18 Hagneck 452 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf
Aare / Hagneck-Kanal (91 m)
Haltepunkt / Haltestelle
11,61 Lüscherz 446 m ü. M.
Betriebs-/Güterbahnhof Streckenanfang und querAbzweig geradeaus und nach rechts
Depot und Werkstätte (seit 2011)
Dienststelle, ehemals Bahnhof
13,53 Siselen Ausweiche (bis 2015 Bhf) 440 m ü. M.
Haltepunkt / Haltestelle
13,74 Siselen-Finsterhennen (seit 2015) 440 m ü. M.
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
13,94 Finsterhennen (bis 2015) 441 m ü. M.
Bahnhof
16,51 Brüttelen 447 m ü. M.
Haltepunkt / Haltestelle
19,78 Ins Anker
Bahnhof
20,21 Ins Dorf 476 m ü. M.
Strecke
BLS von Bern und TPF von Murten
Kopfbahnhof Strecke ab hier außer Betrieb
21,19 Ins ASm / BLS, TPF 437 m ü. M.
Strecke nach links (außer Betrieb)
Rollschemelanlage (bis 1997)
BLS nach Neuenburg

Quellen: [1][2][3][4]

Sie geht namentlich auf die ehemalige Privatbahngesellschaft Biel-Täuffelen-Ins-Bahn (BTI) zurück. Diese fusionierte 1999 mit dem Regionalverkehr Oberaargau (RVO), der Solothurn-Niederbipp-Bahn (SNB) und den Oberaargauischen Automobilkursen (OAK) zur Aare Seeland mobil (ASm), welche seither die 21,2 km lange Strecke von Biel nach Ins betreibt.

Geschichte

Zertifikat für 4 Aktien zu je 250 Franken der Seeländischen Lokalbahnen vom 15. Januar 1918
Bahnhof Täuffelen und ex-BTI-Betriebsgebäude
Stadler GTW an der Endstation Ins

Im Jahre 1912 mit Sitz in Täuffelen als Seeländische Lokalbahnen (SLB) gegründet, wurde der erste Streckenabschnitt von Nidau nach Siselen am 4. Dezember 1916 eröffnet; am 19. März 1917 folgte der Abschnitt von Siselen nach Ins. Da in Ins die Strecke an der normalspurigen Strecke der Bern-Neuenburg-Bahn (BN) endete, wurde gleichzeitig eine Rollschemelanlage für den Transport normalspuriger Güterwagen auf der Meterspurstrecke eröffnet.

Der letzte Streckenabschnitt zwischen Nidau und dem Bieler Bahnhofplatz folgte schliesslich am 21. August 1926, zuvor nutzte die Bahn die Strecke der Strassenbahn Biel, um den Bahnhof zu erreichen. Auch hier wurde gleichzeitig eine Rollschemelanlage in Betrieb genommen; die möglichen Zustellpunkte umfassten die gesamte Bahnstrecke der damaligen Seeländischen Lokalbahnen.

Die Bahnstrecke Biel–Täuffelen–Ins blieb die einzige Bahnstrecke der Seeländischen Lokalbahnen.

Die Seeländischen Lokalbahnen wurden per 1. September 1945 in Biel-Täuffelen-Ins-Bahn (BTI) umbenannt. Die zwischen den Oberaargau-Jura-Bahnen (OJB) und der Solothurn-Niederbipp-Bahn (SNB) bereits seit längerem bestehende Zusammenarbeit wurde 1960 vertraglich geregelt.

Am 22. Mai 1975 wurde die neue unterirdische Einführung der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn in den Bahnhof Biel in Betrieb genommen. Damit wurde die als Strassenbahn trassierte Stadtstrecke aufgehoben, die unter der grossen SBB-Eisenbahnbrücke hindurch auf den Bieler Bahnhofplatz führte. Mit der Tunnelstation wurde der Zugang zu den Zügen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) verkürzt und der Bahnhofplatz frei für eine Umgestaltung.

Ein erstes Vorzeichen für die spätere Fusion ist ein formales Abkommen, das am 5. April 1984 zwischen der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn (BTI), den Oberaargau-Jura-Bahnen (OJB), der Solothurn-Niederbipp-Bahn (SNB), den Oberaargauischen Automobilkursen (OAK), der Ligerz-Tessenberg-Bahn (LTB) und der Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft (BSG) unter dem Namen Oberaargau-Solothurn-Seeland-Transport (OSST) abgeschlossen wurde.

Die Mehrheit der Teilnehmer von Oberaargau-Solothurn-Seeland-Transport vollzogen 1999 die Fusion zur Aare Seeland mobil (ASm). Die Ligerz-Tessenberg-Bahn schloss sich erst im Jahre 2003 an, wogegen die Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft bis heute rechtlich selbständig geblieben ist.

Strecke

Die Strecke besitzt weitgehend einen eigenen Bahnkörper, wenige hundert Meter der Strecke verlaufen auf öffentlichen Strassen. Der mit 47 Promille steilste Bahnstreckenabschnitt befindet sich zwischen den Bahnhöfen Ins und Ins Dorf.

Die BTI endet unter dem Bieler SBB-Bahnhof; dieser ist Knotenpunkt von vier SBB-Strecken. Die Bahnstrecken Biel–SolothurnOlten und Biel–Lausanne werden auch als Jurasüdfusslinie bezeichnet. Weitere Verbindungen erfolgen über die Bahnstrecken Biel–Lyss–Bern und Biel–Sonceboz-Sombeval–La Chaux-de-Fonds.

Unfälle

Kurz vor dem Bahnhof Lüscherz kam es am 31. März 2023 zu einer Entgleisung mit drei Verletzten. Als Ursache werden sehr starke Windböen vermutet. Später am selben Tag meldete auch der Regionalverkehr Bern–Solothurn ein vergleichbares Ereignis.[5][6]

Planung RegioTram

Es existiert ein Projekt Regiotram agglomeration Biel/Bienne, bei dem die BTI künftig als Tram über Biel SBB Bahnhof hinaus durch die Stadt bis ins Bözingenfeld zur gleichnamigen neuen Bahnhaltestelle geführt werden sollte. Damit wären die wichtigsten Entwicklungsgebiete (Wohnen, Arbeit, Freizeit) der Region umweltgerecht erschlossen und umsteigefrei verbunden. Mit einer Gesamtlänge von 27 Kilometern entstünde die längste Tramlinie der Schweiz. Das Projekt wurde von der Behördendelegation am 26. März 2015 gestoppt.[7]

Fahrzeuge

  • BDe 4/4 5–6, von 1947 bis 1959 als CFe 4/4 5–6 bezeichnet. Der BDe 4/4 5 wurde 1977 an die Frauenfeld–Wil-Bahn (FW) verkauft. Aus der Nummer 6 entstand 1990 bis 1992 der Buffet-Triebwagen BRe 4/4 516 «Ankerstube».
  • Be 4/4 523, 525 und 101 (Umnummerierung 1997?), ehemals Be 4/4 501 bis 505 (Umnummerierung 1985), ehemals Be 4/4 1 bis 5 (Übernahme durch BTI: 1974 (24, 26, 27), 1975 (25), 1978 (28/61)), ehemals SZB Be 4/4 24 bis 26 (1965), 27 und 28 (1970).
    Der Be 4/4 524 erlitt am 5. März 2008 einen Totalschaden nach einem Brand und wurde durch den Be 4/4 101 aus Langenthal ersetzt.
  • Bt 551 bis 554 (Umnummerierung 1985), ehemals Bt 21 bis 24 (Übernahme durch BTI), ehemals SZB Bt 84 bis 87. Es befindet sich kein Bt mehr auf der Bahnstrecke Biel–Täuffelen–Ins.

Aktuelle Fahrzeuge

Trivia

Die Biel-Täuffelen-Ins-Bahn trägt den Übernamen Moosrugger, was darauf zurückgeht, dass die Bahnlinie unter anderem durch das Grosse Moos führt.[8] Der Moosrugger gibt auch dem Moosrugger-Rätsel den Namen – ein Familienausflugsangebot von Aare Seeland mobil.[9]

Bildergalerie

Literatur

  • Fritz Bandi: Die Schweizerischen Privatbahnen I & II. Avanti Verlag, 1978.
  • Heinz Hunziker: Von den Seeländischen Lokalbahnen zur Biel-Täuffelen-Ins-Bahn. Verlag Ernst B. Leutwiler, Zürich 1992, ISBN 3-906681-11-4.
  • René Stamm, Claude Jeanmaire: Oberaargauer Schmalspurbahnen. Verlag Eisenbahn, Villigen 1975, ISBN 3-85649-023-X.
  • Albert Ziegler: Bieler Strassenbahnen – Tramways of Biel Switzerland. Städtische Strassenbahn Biel, Städtische Verkehrsbetriebe, Biel, Biel-Meinisberg-Bahn, Biel-Täuffelen-Ins-Bahn. Gut Vorhard, Verlag Eisenbahn, Villingen 1977, ISBN 3-85649-027-2.
Commons: Biel-Täuffelen-Ins-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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