Fell (Mosel)

Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz From Wikipedia, the free encyclopedia

Fell (moselfränkisch: Faähl) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an. Fell ist ein Weinbauort und bekannt für seine Tradition im Schiefer­bergbau.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Fell (Mosel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Fell hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 46′ N,  47′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Schweich an der Römischen Weinstraße
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 15,73 km²
Einwohner: 2332 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54341
Vorwahl: 06502
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 022
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Brückenstraße 26
54338 Schweich
Website: www.schweich.de
Ortsbürgermeister: Michael Rohles
Lage der Ortsgemeinde Fell im Landkreis Trier-Saarburg
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Karte
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Ortsansicht von Norden
Ortsansicht von Süden
Feller Maximiner Burg
Grube Hoffnung

Geographie

Die Gemeinde liegt in einem Seitenarm der Mosel, dem sogenannten Feller Tal. Hier fließen der Feller Bach, welcher sich durch die gesamte Gemeinde zieht und bei Riol in die Mosel mündet, und die Nebengewässer wie z. B. Welgerbach oder Erlerschgraben.

Zur Gemeinde gehört seit dem 7. Juni 1969 die bis dahin selbständige Gemeinde Fastrau.[2] Zum Ortsbezirk Fell gehören auch die Wohnplätze Fellerhof, Im Scholenskopf und Noßertal, zum Ortsbezirk Fastrau der Wohnplatz Fastrauermühle.[3]

Umliegende Gemeinden sind Longuich, Riol, Mehring, Lorscheid, Herl, Thomm, Waldrach, Kasel und Mertesdorf.

Der Feller Berg bezeichnet den Höhenrücken zwischen dem Feller Bach und dem Nossernbach. Er erreicht seine höchste Höhe in der Nähe des Feller Hofes mit 431 Metern über NN. Der Feller Berg wurde bereits in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande als solcher bezeichnet.

Der Galdberg liegt zwischen Fell, Kasel und Mertesdorf.

Geschichte

Der Ortsname Fell lässt sich nachweislich vom lateinischen vallis („Tal“) ableiten und weist damit auf einen (spät-)römischen Ursprung des Siedlungsraums hin. Ausgrabungen auf dem Burgkopf in den 1980er-Jahren belegen zudem eine frühe Besiedlung des Tals durch Kelten und Römer. Auch die Ausoniusstraße verlief einst durch das Gebiet des heutigen Ortes. Erstmals erwähnt wird Fell am 4. April 634 in einer Schenkungsurkunde, in der der fränkische König Dagobert I. den Ort – dort als Vallis bezeichnet – gemeinsam mit umliegenden Siedlungen der Trierer Benediktinerabtei St. Maximin überträgt.[4]

Es ist wahrscheinlich, dass diese Urkunde erst im 10. Jahrhundert niedergeschrieben wurde, sie aber eine Abschrift der älteren, verlorengegangenen Urkunde darstellt. Eine Erklärung für den Verlust der Urkunde sind die Normanneneinfälle Ende des 9. Jahrhunderts in der Region um Trier[5]. Die echte Bestätigung des Besitzes findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 966, in welcher dieser durch den römisch-deutschen Kaiser Otto I. ebenfalls bestätigt wird.[4]

Urkunde Kaiser Otto I. (966), Villa Fell für St. Maximin
Kaiserurkunde Ottos I. vom 7. Januar 966: Bestätigung und Rückübertragung der villa Fell an das Kloster St. Maximin bei Trier. Die Urkunde stellt die ursprüngliche Stiftung König Dagoberts I. wieder her und untersagt jede künftige Entfremdung des Besitzes.

Im Mittelalter gehörte Fell über viele Jahrhunderte zur Abtei St. Maximin als Grafschaft Fell. Das Kloster unterhielt hier einen Fronhof, der als Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum diente und die enge Kontrolle sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Ortes für St. Maximin verdeutlicht. Gleichzeitig richtete die Abtei in Fell ein zentrales Hochgericht ein, das über schwere Verbrechen wie Mord, Raub und Hexerei entschied und auch für die umliegenden Ortschaften zuständig war. In diesem Rahmen fanden auch zahlreiche Hexenprozesse statt, die in der Region Trier insbesondere im 16. und 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichten.

Die Maximiner errichteten zudem eine Burganlage, von der heute noch ein Burgtor aus rotem Sandstein, Teile der Mauer und ein Burgkeller erhalten sind. Historisch unterscheidet man die Ortsteile Oberfell und Niederfell.

In französischer Zeit wurden Fell und Fastrau der Mairie Longuich und später der preußischen Bürgermeisterei Longuich zugeordnet. Nach einer Umbenennung zu Amt Longuich (1927) erfolgte in den 1930er Jahren eine Fusion mit dem Amt Schweich, aus welchem die spätere Verbandsgemeinde Schweich und die heutige Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße entstand.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Fell, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6][1]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815801
18351.188
1855 1.270
18711.361
1881 1.519
1890 1.604
19051.689
19391.854
19501.843
JahrEinwohner
1961 1.949
19702.091
1974 2.158
19872.091
19972.419
20052.361
20112.470
20172.500
20252.332
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Politik

Gemeinderat

Der Ortsgemeinderat in Fell besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei der Wahl 2024 stieg die Anzahl der Ratsmitglieder gemäß dem rheinland-pfälzischen Kommunalwahlrecht von 16 auf 20, da die Einwohnerzahl von Fell auf über 2500 angewachsen war.[7]

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUFBL aWGB bWGL cWFF dFWG1 eFWG2 fGesamt
20243473320 Sitze[8]
201934322216 Sitze[9]
201433312416 Sitze[7]
20093434216 Sitze[7]
2004448 *16 Sitze
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a 
FBL: Feller Bürger Liste e. V.
b 
WGB: Wählergruppe (Andreas) Becker
c 
WGL: Wählergruppe (Michael) Löwen
d 
WFF: Wir für Fell/Fastrau
e 
FWG1: Freie Wählergruppe Rony Sebastiani
f 
FWG2: Freie Wählergruppe Hermann Spanier
* 
Summe Wählergruppen

Bürgermeister

Michael Rohles wurde am 4. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Fell.[10] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 76,8 % für fünf Jahre gewählt worden.[11]

Ortsbürgermeister seit 2009
  • bis 2009: Helmut Schneiders (SPD)
  • ab 2009: Rony Sebastiani
  • ab 2014: Alfons Rodens (CDU)[12]
  • ab 2024: Michael Rohles[10]

Wappen

Wappen
Wappen

Blasonierung: Das Wappen ist geteilt, die obere Hälfte gespalten. Oben rechts auf rotem Grund eine silberne Waage, belegt mit einem aufrecht stehenden silbernen Schwert, ein Symbol für das in Fell eingerichtete Hochgericht und die damit verbundene Gerechtigkeit. Oben links auf silbernem Grund zwei gekreuzte blaue Schieferhämmer mit roten Stielen, die auf die historische Tradition des Schieferbergbaus hinweisen. Unten auf goldenem Grund ein grüner Weinstock mit zwei Trauben und zwei Blättern, der den in der Region stark vertretenen Weinbau symbolisiert.

Gemeindepartnerschaft

Seit 1994 unterhält die Gemeinde eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Champs-sur-Yonne in Burgund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Das Besucherbergwerk Fell im Nossertal besteht aus zwei übereinanderliegenden Schiefergruben, die durch einen 100 Meter langen Treppenschacht verbunden sind. Besucher können Abbaukammern erkunden und erfahren, wie der Schieferabbau das Leben in Fell prägte.
  • Die Katholische Pfarrkirche St. Martin in Fell wurde erbaut zwischen 1865 und 1868 im neugotischen Stil. Sie ist dem heiligen Martin und der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, geweiht.[13]
  • Die St. Stephanus Kapelle in Fastrau, erstmals 1656 erwähnt, besitzt einen romanischen Ostturm sowie ein klassizistisches Kirchenschiff aus dem 19. Jahrhundert, da das ursprüngliche Kirchenschiff bei einem Brand zerstört wurde.[14]
  • Im Dorfzentrum gibt es einen kleinen Park mit Sauerbrunnen, Wassertretbecken, Kinderspielplatz und Ruhebänken.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Fell

Vereine

Im Vereinsregister des Amtsgerichtes Wittlich sind über 20 Vereine aus Fell eingetragen. Dazu gehören unter anderem die Bergmannskapelle Fell, die St. Sebastianus Schützenbruderschaft und die Karnevalsfreunde Fell. Neben diesen gibt es zahlreiche weitere Vereine, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Gemeinde bereichern.[15]

Sport

In der Gemeinde existiert seit 1924 der Sportverein SV Fortuna Fell 1924 e. V., welcher neben dem Fußball verschiedene Sportaktivitäten anbietet, wie beispielsweise Tennis, sowie seit 2022 auch Steel-Darts.[16]

In den Jahren von 2002 bis 2019 war Fell einer der Orte, durch die die Rallye Deutschland führte.

Von 2006 bis 2014 wurde zwischen Fell und Thomm ein 20-Stunden-Radmarathon veranstaltet.

Fell war von 1971 bis 2011 Startpunkt des Trierer Bergrennens, das seit 1991 zur Europa-Bergmeisterschaft zählte.

Feller Markt

Der Feller Markt zählt zu den größten und traditionsreichsten Weinfesten an der Mosel. Er findet jährlich am dritten Septemberwochenende statt.

Unter dem Motto „Ein Dorf im Zelt“ erstreckt sich das Programm des Feller Marktes über vier Tage:

  • Freitag: Der Auftakt erfolgt mit einer Erlebnis-Weinprobe, bei der Winzer aus Fell, Fastrau und der umliegenden Region ihre Weine präsentieren. Den Auftakt schließt eine After-Wine-Party mit DJ ab.
  • Samstag: Nach der Öffnung der Marktstände am Nachmittag findet am Abend ein feierlicher Festzug der Bergmannskapelle Fell statt. Dabei wird symbolisch die heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, in das Festzelt begleitet. Dieser feierliche Akt leitet die offizielle Eröffnung des Marktes ein, die von Live-Musik und Tanz begleitet wird.
  • Sonntag: Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst im Festzelt, der im Rahmen des Erntedankfestes abgehalten wird. Anschließend sorgt ein Mittagstisch mit traditionellen Gerichten sowie ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm für Kinder und Jugendliche für eine familienfreundliche Atmosphäre. Den Abend bereichern weitere musikalische Darbietungen und Showtanzgruppen.
  • Montag: Der letzte Festtag startet mit der traditionellen Viehprämierung mit Tierschau und Bauernmarkt, bei der Landwirte und Tierhalter ihre Nutztiere präsentieren. Ein Frühschoppen mit musikalischer Begleitung, ein weiterer Mittagstisch und abschließende Live-Musik sorgen für den Ausklang des Festes.

Das zentrale Festzelt bietet etwa 850 Sitzplätze. Neben den festen Programmpunkten gibt es weitere Stände, Bühnen und Attraktionen. Aktuelle Informationen gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Feller Marktes.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Wald- und Wanderweg

Fell ist traditionell vom Wein- und Bergbau geprägt. Besonders bekannt ist die Weinlage „Maximiner Burgberg“, die zur Großlage Probstberg gehört. Neben der Landwirtschaft sind zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen in Fell und dem Ortsteil Fastrau ansässig.

Die Sparkasse Trier unterhält eine Filiale in der Gemeinde. Die Volksbank Trier unterhielt bis in neuere Zeit eine Filiale im Ort.

Öffentliche Einrichtungen

  • Kindergarten, Grundschule, Bürgerhaus, Gemeindesaal, Sportplatz, Tennisplätze, Jugendheim

Verkehr

Fell liegt an der Bundesautobahn 1 zwischen den Anschlussstellen Longuich und Mehring. Die Fellerbachtalbrücke überspannt in rund 70 Metern Höhe das Tal des Feller Bachs. Die Landesstraße 150 verbindet Fell mit Thalfang, während Kreisstraßen Verbindungen nach Mertesdorf und Thomm ermöglichen. Zudem besteht in der Nähe, bei Longuich oder Riol, Anschluss an den Moselradweg.

Wandern

Fell bietet zahlreiche Wanderwege, die die landschaftliche Schönheit der Region erlebbar machen:

  • Der Grubenwanderweg im Nossertal führt durch das Nossertal vorbei an zahlreichen historischen Schiefergruben und thematisiert die Bergbaugeschichte der Region.
  • Der Schiefer-Wackenweg ist ein Rundweg zwischen Fell, Herl und Thomm mit geologischen und geschichtlichen Stationen, der als „Traumschleife“ zertifiziert ist.
  • Der Rundwanderweg Riol – Fell – Fastrau – Riol (R12) ist ein 8,75 km langer Rundweg durch Weinberge und Wälder mit Panoramablicken auf die Moselregion.
  • Der Rundwanderweg Fell – Besucherbergwerk Fell – Feller Hof – Fell (R13) verbindet den Ort mit dem Besucherbergwerk und dem Feller Hof.
  • Der Stein & Wein Panorama-Erlebnisweg Fell ist ein 2018 eröffneter Rundweg mit Blick auf die Ortschaft und Erlebnisstationen, kunstvollen Elementen und Informationen zur Flora und Fauna der Region.[17]

Literatur

  • Ralf Hansjosten: Non nobis sed posteris. Geschichte der Bergbaugemeinden Fell und Thomm. Kliomedia, Trier 2001, ISBN 3-89890-042-8.
  • Chroniken der Pfarrei und Gemeinde Fell-Fastrau, Zusammenschrift aus dem Jahre 1974, von einem Lehrer Bernhard Morgen und dem Pfarrer Hartwig Honecker
Commons: Fell – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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