Franken (Haut-Rhin)
französische Gemeinde im Elsass
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Franken ist eine französische Gemeinde mit 354 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Gemeindeverband Sundgau.
| Franken | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Altkirch | |
| Kanton | Altkirch | |
| Gemeindeverband | Sundgau | |
| Koordinaten | 47° 36′ N, 7° 21′ O | |
| Höhe | 326–432 m | |
| Fläche | 6,22 km² | |
| Einwohner | 354 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 57 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68130 | |
| INSEE-Code | 68096 | |
Mairie und Schule in Franken | ||
Geographie
Geologie
Frankens Ortskern liegt hochwassergeschützt in einem typischen Tal des Sundgauer Tertiärhügellandes. Der Thalbach hat die Lössanwehungen, die den ganzen Sundgau bedecken, linear abgeräumt, die darunter liegende Decke von Sundgauschottern (= Schotter einer Ur-Aare, die einst über den Sundgau in das Saône-Rhônegebiet entwässerte) durchschnitten und sich weiter in die tertiären Sedimente eingetieft. Auffallend ist die für die Sundgautäler typische Asymmetrie des Talquerschnittes. Der SSW exponierte Nordhang ist steiler als der gegenüberliegende. Ursache sind die vorherrschenden regenbringenden W- bzw. SW-Winde, die die Lössdecke, die auf der Südseite noch erhalten ist und dort für eine sanftere Hangböschung sorgt, auf der N-Seite angegriffen und weitgehend entfernt haben.[2] Das schwache Gefälle des Tales ist die Ursache für das starke Mäandrieren des Baches.
Geschichte
Siedlungsspuren aus neolithischer und römischer Zeit. Franken erscheint urkundlich erstmals als Franchon, 1194 als Francon.[3] 1793 als Francken. Der Name des Ortes deutet auf eine Ansiedlung von Franken im alamannischen Gebiet im Mittelalter hin (vgl. die benachbarten Orte Friesen und Schwoben!). Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Franken als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg lag Franken nicht in der Hauptkampflinie und blieb bis Kriegsende in deutscher Hand. Im Zweiten Weltkrieg stand der Ort ab dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutscher Verwaltung. Der Platz Place de Lt Jean de Loisy erinnert an die eilige Passage der französischen 1. Panzerdivision in Richtung Rhein am 19. November 1944 und damit an das Ende der Naziherrschaft.
Eine ursprüngliche Kirche wurde schon 1144 erwähnt, sie gehörte zur Pfarrei von Hundsbach.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2017 |
| Einwohner | 306[4] | 245 | 255 | 227 | 232 | 252 | 288 | 327 | 349 |
Sehenswürdigkeiten
Kirche St. Georg. Der Kirchturm mittelalterlich, Glockengeschoss und Turmhelm neuer. Das Schiff 1698 neu, der Chor gotisch.[5] Seitlich am Kirchturm Skulpturen (Fridolin mit Skelett des Grafen Urso und St. Georg zu Pferd mit dem Drachen). Über dem Portal barocke Muttergottesstatue. Barocke Innenausstattung und spätgotischer Sakramentsschrein. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Renovierungsarbeiten durchgeführt.
Einige Fachwerkhäuser: Rue Principale Haus Nr. 18: Wohl aus der Wiederaufbauzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, das Datum 1806 über der Türe wegen einer späteren Bauveränderung in altertümlicher Ständerbauweise mit unregelmäßigem Fachwerk. Die anderen in Stockwerkbauweise (also stockwerkweise abgezimmert) stammen erst aus dem 19. und 18. Jahrhundert. Die Häuser des 19. Jahrhunderts (auch bereits das Haus Rue Principale Nr. 32 aus dem 18. Jahrhundert) besitzen ein regelmäßiges, engmaschiges, auf Symmetrie bedachtes Fachwerk. Beim Haus Nr. 5 an der Rue St.-Georges von 1704 wurde das Fachwerk des Erdgeschosses nachträglich durch Mauerwerk ersetzt. Dabei wurde die Laube in den Baukörper integriert. Geschweifte Andreaskreuze an der Giebelseite als Bauschmuck.
Die verfallende Wassermühle wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut. Eine ursprüngliche Mühle wurde schon 1629 erwähnt. Bis 1931 befand sich die Mühle im Besitz derselben Familie von Müllern. Dann wurde sie verlassen.[6]
- Kirche St. Georg in Franken
- Südseite der Kirche
- Westseite der Kirche

Wirtschaft
Haupterwerbszweige in Franken sind Ackerbau und die Zucht von Hausrindern und Hausschweinen.
Literatur
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 50–54.
