Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

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Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist eine internationale Auszeichnung, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels einmal im Jahr an eine Persönlichkeit vergibt, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat.“[1]

Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Gunnar und Alva Myrdal (1970)
Claudio Magris, Preisträger 2009
Preisurkunde für Claudio Magris 2009
Karl Schlögel, Laudator 2009 und Preisträger 2025
Amartya Sen, Preisträger 2020
Tsitsi Dangarembga, Preisträgerin 2021
Serhij Schadan, Preisträger 2022
Salman Rushdie (2023)
Salman Rushdie, Preisträger 2023
Anne Applebaum, Preisträgerin 2024

Die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Friedenspreises findet jährlich anlässlich der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt. Die Ehrung im Rahmen der größten Buchmesse der Welt findet stets internationale Beachtung. Erster Preisträger war im Jahr 1950 der deutsch-norwegische Schriftsteller und Verleger Max Tau. Bei der bislang letzten Preisverleihung, am 19. Oktober 2025, wurde der Historiker und Essayist Karl Schlögel für seine Arbeiten über Russland und die Ukraine ausgezeichnet.[2]

Der Friedenspreis geht auf die Initiative weniger Schriftsteller und Verleger im Jahr 1949 zurück und wurde zunächst als „Friedenspreis deutscher Verleger“ in Hamburg verliehen. Seit 1951 ist er eine Auszeichnung der gesamten Buchbranche. Im Jahr 1972 wurde er erstmals auch postum verliehen. Die Preisträger werden vom Stiftungsrat bestimmt, abgesehen von der ersten Verleihung 1950, als es noch keinen Stiftungsrat gab, sodass der Vorstand des Börsenvereins Max Tau als Preisträger auswählte.[3] Vorschläge können von jedermann kommen, müssen aber hinreichend begründet und belegt sein.

Stiftungsrat

Mitglieder des Stiftungsrats (Stand 3. Dezember 2023[4]):

Preisträger

Direkt zu Jahrzehnt: 19501960197019801990200020102020

Der Preis wurde bislang 74-mal vergeben, darunter vierzehn mal an eine Frau (Stand: 2024).

Weitere Informationen Jahr, Preisträger ...
JahrPreisträgerLaudatorTitel der Dankesrede
1950Max TauAdolf GrimmeDie Friedensbücherei
1951Albert SchweitzerTheodor HeussDann dürfen wir hoffen
1952Romano GuardiniErnst ReuterDer Friede und der Dialog
1953Martin BuberAlbrecht GoesDas echte Gespräch oder Möglichkeit des Friedens
1954Carl Jacob BurckhardtTheodor HeussHeimat
1955Hermann HesseRichard Benz
1956Reinhold SchneiderWerner BergengruenDer Friede der Welt
1957Thornton WilderCarl Jacob BurckhardtKultur in einer Demokratie
1958Karl JaspersHannah ArendtWahrheit, Freiheit und Friede
1959Theodor HeussBenno Reifenberg
1960Victor GollanczHeinrich Lübke
1961Sarvepalli RadhakrishnanErnst Benz
1962Paul TillichOtto DibeliusGrenzen
1963Carl Friedrich von WeizsäckerGeorg PichtBedingungen des Friedens
1964Gabriel MarcelCarlo SchmidDer Philosoph und der Friede
1965Nelly SachsWerner Weber
1966Augustin Bea und Willem Adolf Visser ’t Hooft (zusammen)Paul Mikat
1967Ernst BlochWerner MaihoferWiderstand und Friede
1968Léopold Sédar SenghorFrançois BondyDie Versöhnung der Gegensätze
1969Alexander MitscherlichHeinz KohutÜber Feindseligkeit und hergestellte Dummheit
1970Alva Myrdal und Gunnar Myrdal (zusammen)Karl Kaiser
1971Marion Gräfin DönhoffAlfred GrosserZur Konvergenztheorie
1972Janusz Korczak (posthum)Hartmut von Hentig
1973Club of RomeNello Celio
1974Frère Rogerkeine Laudatiokeine Dankesrede
1975Alfred GrosserPaul FrankDie Bundesrepublik, der internationale und der innere Friede
1976Max FrischHartmut von HentigWir hoffen
1977Leszek KołakowskiGesine SchwanErziehung zum Haß, Erziehung zur Würde
1978Astrid LindgrenHans-Christian Kirsch und Gerold Ummo BeckerNiemals Gewalt!
1979Yehudi MenuhinPierre BertauxWas ist Friede?
1980Ernesto CardenalJohann Baptist Metz
1981Lew KopelewMarion Gräfin DönhoffDie Waffen des Wortes nie ruhen lassen
1982George F. KennanCarl Friedrich von WeizsäckerWarum denn nicht Friede?
1983Manès Sperber (erkrankt, von Alfred Grosser vertreten)Siegfried LenzLeben im Jahrhundert der Weltkriege
1984Octavio PazRichard von Weizsäcker
1985Teddy KollekManfred Rommel
1986Władysław BartoszewskiHans MaierKein Frieden ohne Freiheit
1987Hans JonasRobert SpaemannTechnik, Freiheit und Pflicht
1988Siegfried LenzYohanan MerozAm Rande des Friedens
1989Václav HavelAndré GlucksmannSlovo o slovu – Ein Wort über das Wort
1990Karl DedeciusHeinrich OlschowskyDas Buch als Wille und Vorstellung
1991György KonrádJorge SemprúnSondermeinungen eines Urlaubers
1992Amos OzSiegfried LenzFriede und Liebe und Kompromiß
1993Friedrich SchorlemmerRichard von WeizsäckerDen Frieden riskieren
1994Jorge SemprúnWolf Lepenies
1995Annemarie SchimmelRoman Herzog
1996Mario Vargas LlosaJorge SemprúnDinosaurier in schwierigen Zeiten
1997Yaşar KemalGünter Grass
1998Martin WalserFrank SchirrmacherErfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede
1999Fritz SternBronisław Geremek
2000Assia DjebarBarbara FrischmuthFrankfurter Rede
2001Jürgen HabermasJan Philipp ReemtsmaGlauben und Wissen
2002Chinua AchebeTheodor BerchemLiteratur und Frieden
2003Susan SontagIvan Nagel
2004Péter EsterházyMichael Naumann
2005Orhan PamukJoachim Sartorius
2006Wolf LepeniesAndrei Pleșu
2007Saul FriedländerWolfgang Frühwald
2008Anselm KieferWerner Spies
2009Claudio MagrisKarl Schlögel
2010David GrossmanJoachim GauckNur Frieden wird Israel ein Zuhause und eine Zukunft geben.
2011Boualem SansalPeter von MattWer schreibt, trifft bereits eine Wahl.
2012Liao YiwuFelicitas von LovenbergDieses Imperium muss auseinanderbrechen
2013Swetlana AlexijewitschKarl SchlögelWarum bin ich in die Hölle hinabgestiegen?
2014Jaron Lanier[5]Martin SchulzDer „High-Tech-Frieden“ braucht eine neue Art von Humanismus
2015Navid Kermani[6]Norbert MillerÜber die Grenzen – Jacques Mourad und die Liebe in Syrien
2016Carolin EmckeSeyla BenhabibAnfangen!
2017Margaret Atwood[7]Eva MenasseGeschichten in der Welt
2018Aleida Assmann und Jan AssmannHans Ulrich GumbrechtWahr ist, was uns verbindet!
2019Sebastião SalgadoWim WendersMeine Sprache ist das Licht.
2020Amartya Sen[8]Burghart Klaußner[9]Bücher und Freiheit
2021Tsitsi Dangarembga[10]Auma Obama[11]Für die, die sich im Wal befinden: Wir brauchen eine neue Aufklärung
2022Serhij Schadan[12]Sasha Marianna Salzmann[13]Lass es einen Text sein, aber nicht über den Krieg
2023Salman Rushdie[14]Daniel Kehlmann[15]Wäre der Frieden ein Preis
2024Anne Applebaum[16]Irina ScherbakowaGegen den Pessimismus
2025 Karl Schlögel[17]Katja PetrowskajaVon der Ukraine lernen. Verhaltenslehren des Widerstands
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Literatur

  • Stephan Füssel, Georg Jäger, Hermann Staub und Monika Estermann (Hrsg.): Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels 1825–2000. Ein geschichtlicher Aufriss. MVB GmbH, Frankfurt am Main 2000, ISBN 978-3-7657-2297-4.

Einzelnachweise

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