Grüb (Weihenzell)
Ortsteil der Gemeinde Weihenzell
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Grüb (fränkisch: Griab[2]) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[3] Grüb liegt in der Gemarkung Gebersdorf.[4]
Grüb Gemeinde Weihenzell | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 20′ N, 10° 36′ O |
| Höhe: | 470 m ü. NHN |
| Einwohner: | 62 (Jan. 2025)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1974 |
| Postleitzahl: | 91629 |
| Vorwahl: | 0981 |
Geografie
Unmittelbar nördlich des Dorfes entspringt der Muckenwiesengraben, ein rechter Zufluss der Rippach. 0,5 km nordwestlich erhebt sich der Grübesberg (479 m ü. NHN). Im Osten liegen die Flur Gründle und das Waldgebiet Winterschlag. Die Kreisstraße AN 9/ANs 2 führt am Schmalnbachshof vorbei nach Neumühle (2,5 km nördlich) bzw. nach Kammerforst (3,5 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die AN 9 kreuzend nach Wernsbach bei Ansbach zur AN 10 (1,8 km nördlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde 1150 als „Grube“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist eine Lageangabe.[6] Grüb soll Sitz einer gleichnamigen adeligen Familie gewesen sein; er ging dann später an die Herren von Dornberg über.[7]
Im Jahre 1460 überfielen Herzog Ludwig IX. von Bayern und dessen Verbündete den Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles. Dabei plünderten und zerstörten sie durch Feuer Eyb und die benachbarten Dörfer Alberndorf, Grüb, Hirschbronn, Katterbach, Obereichenbach, Pfaffengreuth und Untereichenbach.[8]
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Grüb 11 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (2 Höfe, 6 Köblersgüter), das Stiftsamt Ansbach (1 Anwesen), der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (1 Anwesen) und die Deutschordenskommende Virnsberg (1 Anwesen). Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.[9]
Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Grüb 11 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alleiniger Grundherr über alle Anwesen war das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Hof, 2 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Köblergut, 3 Gütlein, 1 Schmiedgut; Stiftsamt Ansbach: 1 Gut; Ansbacher Rat: 1 Halbhof).[10] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.[11]
Im Jahre 1806 kam Grüb an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Grüb dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Hennenbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Hennenbach zugeordnet.[12] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Grüb nach Weihenzell umgemeindet. Am 18. März 1830 stellten Gebersdorf, Grüb und Wippendorf einen Antrag eine Ruralgemeinde zu bilden, was am 8. April selbigen Jahres genehmigt wurde. Die Gemeinde hieß zunächst Gebersdorf, erst ab den 1840er Jahren Grüb.[13] Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). Ab 1862 gehörte sie zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zugeordnet, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.[11] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,853 km².[14] Am 1. Januar 1974 wurde sie im Zuge der Gebietsreform in Bayern wieder nach Weihenzell eingemeindet.[15][16]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Grüb
| Jahr | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 193 | 182 | 184 | 185 | 200 | 202 | 189 | 189 | 190 | 192 | 191 | 167 | 163 | 157 | 152 | 161 | 156 | 138 | 212 | 210 | 217 | 174 | 161 |
| Häuser[17] | 34 | 33 | 29 | 31 | 33 | 27 | 26 | 27 | |||||||||||||||
| Quelle | [18] | [19] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [25] | [26] | [19] | [27] | [19] | [28] | [19] | [29] | [19] | [19] | [19] | [30] | [19] | [14] | [31] |
Ort Grüb
Religion
Grüb ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt.[10] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt,[14] seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.[35]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Grüb. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 416 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 89.
- Georg Paul Hönn: Grub. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 336 (Digitalisat).
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Karl Heinrich von Lang, Heinrich Christoph Büttner, Julius W. Schulz: Landgericht Ansbach (= Historische und statistische Beschreibung des Rezatkreises. Heft 1). Johann Lorenz Schmidmer, Nürnberg 1809, OCLC 258218676, S. 20 (Digitalisat).
- Günther Roesner: Weihenzell. Geschichte und Gegenwart eines mittelfränkischen Dorfes. 2., überarbeitete Auflage. Ansbach 1999, S. 146 (Erstausgabe: 1985).
- Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf 1964, DNB 450093387, OCLC 17146040, S. 143–144.
Weblinks
- Grüb. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.
- Grüb in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 3. September 2021.
- Grüb in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 16. September 2019.
- Grüb im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 13. März 2025.