Hans Traxler

deutscher Illustrator und Cartoonist From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Johann Georg Traxler (* 21. Mai 1929 in Herrlich, Tschechoslowakei; † 24. August 2026 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Maler, Cartoonist, Illustrator, Satiriker und Kinderbuchautor. Er zählt zur Neuen Frankfurter Schule.

Kindheit und Ausbildung

Traxler wurde als Sohn österreichischer Eltern in Böhmen geboren und wuchs in Sangerberg auf. Im Alter von 14 Jahren kam er in ein deutsches Wehrertüchtigungslager. 1944 meldete er sich zu den Nachrichtentruppen, um einen direkten Fronteinsatz zu vermeiden. Er flüchtete 1945 über das Erzgebirge nach Sachsen.[1] Nachdem er 1945 mit seiner Mutter nach Regensburg gekommen war, starb diese kurz darauf dort und im selben Jahr auch sein Vater in einem Gefangenenlager. Traxler wurde somit mit 16 Vollwaise.[2]

Karriere

1951 kam er nach Frankfurt am Main, wo er nach einem Intermezzo als Karikaturist in Diensten des späteren Pardon-Verlegers Hans A. Nikel an der Städelschule ab 1954 Freie Malerei und Lithographie studierte.[3][4] Im Laufe seiner weiteren Betätigung als Cartoonist lernte er Chlodwig Poth kennen, der wie Traxler ebenfalls als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Frankfurter Schule gilt.

Ab 1962 verfasste er Beiträge für Pardon[4] und zahlreiche Bücher. Bereits mit seiner ersten Buchveröffentlichung erlangte er einen gewissen Bekanntheitsgrad. In Die Wahrheit über Hänsel und Gretel berichtete er unter dem Pseudonym Georg Ossegg über angebliche Forschungen zum Märchen von Hänsel und Gretel, einer Art mockumentary.[5] Wegen des Buches, das Heinz Rölleke als „eine der besten Märchenforschungs-Persiflagen, wenn nicht die beste überhaupt“[6] bezeichnete, wurde gegen Traxler wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt.[7]

1979 war er Mitbegründer des Satiremagazins Titanic.[4] Wegen eines Halbsatzes in einem Artikel der Titanic schuf der 64 jährige zusammen mit Peter Knorr (Texte) „Birne“ als Karikatur von Helmut Kohl. Zudem veröffentlichte er ab 1980 eigene Serien im Zeit-Magazin, arbeitete für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und andere.[4] 1992 erschien sein Buch The Life and the Times of the Gummy Bear womit er der erste deutsche Karikaturist auf dem US-amerikanischen Cartoonmarkt wurde.[8]

Zum 90. Geburtstag von Hans Traxler widmete ihm das Frankfurter Caricatura Museum vom 27. Mai bis 22. September 2019 eine Sonderausstellung.[9]

Privatleben und Tod

Traxler war verheiratet mit Inge Traxler und besaß ein Ferienhaus am Ammersee.[10] Er starb im August 2026 im Alter von 97 Jahren in Frankfurt am Main.[11]

Vorbilder

Er wuchs mit den Bildbänden von Wilhelm Busch auf[12] und bezeichnete die Comiczeichner Robert Crumb und Moebius als Vorbilder.[5] Später waren es Saul Steinberg und James Thurber.[12]

Auszeichnungen

Werke

Eigene Bücher

Ich-Denkmal in Frankfurt
  • Die Wahrheit über Hänsel und Gretel. Bärmeier und Nikel, Frankfurt a. M. 1963 (Erstveröffentlichung)
  • Die Reise nach Jerusalem und acht weitere Bildergeschichten : in memoriam Paul VI. Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 1978
  • Fünf Hunde erben eine Million. Deutscher Bücherbund, Stuttgart 1979 (Kinderbuch)
  • Es war einmal ein Mann. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 1979, ISBN 3-458-32154-3 (Kinderbuch)
  • Leute von gestern. Diogenes Verlag, Zürich 1981, ISBN 3-257-00304-8.
  • Birne. Das Buch zum Kanzler. Eine Fibel für das junge Gemüse und die sauberen Früchtchen in diesem unserem Lande. Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 1983 (gemeinsam mit Peter Knorr)
  • Es war einmal ein Schwein. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 1984, ISBN 3-458-32480-1 (Kinderbuch)
  • Der mächtige Max. Diogenes Verlag, Zürich 1984, ISBN 3-257-00645-4 (Kinderbuch, gemeinsam mit Peter Knorr)
  • Freud in der Krise. Diogenes Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-257-21687-4.
  • Ode an Hemingway. Diogenes Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-257-21713-7.
  • Der große Gorbi. Diogenes Verlag, Zürich 1990, ISBN 3-257-02032-5.
  • Der Mann, das Schwein und das ABC. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 1991, ISBN 3-458-16213-5 (Kinderbuch)
  • Aus dem Leben der Gummibärchen. Diogenes Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-257-02039-2.
  • Wie Adam zählen lernte. Diogenes Verlag, Zürich 1993, ISBN 3-257-00799-X.
  • Die Wiederkehr der Gummibärchen. Diogenes Verlag, Zürich 1994, ISBN 3-257-02048-1.
  • Trio: Bildergeschichten. Haffmans Verlag, Zürich 1994, ISBN 3-251-00266-X.
  • Wenn Kühe Propeller hätten. Diogenes Verlag, Zürich 1995, ISBN 3-257-00823-6 (Kinderbuch)
  • Finster wars, der Mond schien helle. Carl Hanser Verlag, München 1996, ISBN 3-446-18694-8 (Kinderbuch, mit Nelly Singer)
  • Paula, die Leuchtgans. Diogenes Verlag, Zürich 1998, ISBN 3-257-00847-3 (Kinderbuch)
  • Alles von mir! Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 1999
  • Das fromme Krokodil. Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-86150-387-5.
  • Das Schutzengelbuch. Sanssouci Verlag, München 2002, ISBN 3-7254-1254-5.
  • Komm, Emil, wir gehn heim! Carl Hanser Verlag, München 2004, ISBN 3-446-20434-2 (Kinderbuch)
  • Bildergedichte. Sanssouci Verlag, München 2004, ISBN 3-7254-1326-6.
  • Das Teufelsbuch. Sanssouci Verlag, München 2004, ISBN 3-7254-1304-5.
  • Das ABC der Tiere. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 2005, ISBN 3-458-34817-4.
  • Stadelmanns Geheimnis. Goethe-Museum, Frankfurt a. M. 2006, ISBN 978-3-9811109-0-6.
  • Die Wahrheit über Hänsel und Gretel. Die Dokumentation des Märchens der Brüder Grimm. Mit Fotografien von Peter Tresckow und Wilkin H. Spitta. Reclam-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-018495-0 (Wiederveröffentlichung)
  • Meine Klassiker. Bildergedichte. Reclam-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-018547-6.
  • Franz – Der Junge, der ein Murmeltier sein wollte. Carl Hanser Verlag, München 2009, ISBN 978-3-446-23328-7.
  • Cartoons. Reclam-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-010710-2.
  • Ich, Gott und die Welt. Neue Bildergedichte. Reclam-Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-010785-0.
  • Süden: Ein Sommergedicht. Reclam-Verlag, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-010925-0.
  • Willi – Der Kater, der immer größer wurde. Carl Hanser Verlag, München 2014, ISBN 978-3-446-24653-9.
  • Ein Sturmtief überm Freibad Hausen. Edition Büchergilde, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-86406-046-5.
  • Eddy. Der Elefant, der lieber klein bleiben wollte. Carl Hanser Verlag, München 2017, ISBN 978-3-446-25491-6.
  • Sniffler. Der deutsche Dachshund. Insel Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-458-75818-1.
  • Mama, warum bin ich kein Huhn? – Kindheitserinnerungen. Suhrkamp Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-458-20035-2.
  • Paula, die Leuchtgans und andere Tiere. Insel Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-458-36490-0.
  • Die grünen Stiefel. Verlag Antje Kunstmann, München 2020, ISBN 978-3-95614-394-6.
  • Ignaz, die gelbe Dogge und die Höllenhunde. Insel Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-458-19491-0.
  • Die Nacht, in der Kasimir Malewitsch das Schwarze Quadrat klaute … acht Kunstgeschichten. Verlag Antje Kunstmann, München 2022, ISBN 978-3-95614-503-2.
  • Von Schutzengeln und Teufeln. Insel Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-458-68315-5. Erstveröffentlichung als Das Schutzengelbuch (2002) und Das Teufelsbuch (2004).
  • Ode an den Ammersee. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M. 2025, ISBN 978-3-7632-7685-1.
  • Die Bildergedichte. Insel Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-458-64530-6.

Als Illustrator

Als Herausgeber

Film

1987 drehte Thees Klahn den Film Ossegg. Die Wahrheit über Hänsel und Gretel, mit Jean-Pierre Léaud, Hark Bohm und Alfred Edel in den Hauptrollen.[15]

Theater

  • 1985: La aventura formidable del hombrecillo indomable. Am Teatro Albahaca, Madrid

Sonstiges

Elchplastik

Literatur

Einzelnachweise

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