Hassium
chemisches Element mit dem Symbol Hs und der Ordnungszahl 108
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Hassium ist ein ausschließlich künstlich erzeugtes chemisches Element mit dem Elementsymbol Hs und der Ordnungszahl 108. Es zählt zu den Transactinoiden (7. Periode, d-Block) und damit zur 8. IUPAC-Gruppe im Periodensystem der Elemente, der Eisengruppe.
| Eigenschaften | |||
|---|---|---|---|
| Allgemein | |||
| Name, Symbol, Ordnungszahl | Hassium, Hs, 108 | ||
| Elementkategorie | Übergangsmetalle | ||
| Gruppe, Periode, Block | 8, 7, d | ||
| CAS-Nummer | |||
| Atomar | |||
| Atommasse | 265, 269, 270 u | ||
| Elektronenkonfiguration | [Rn] 5f14 6d6 7s2 (?) | ||
| 1. Ionisierungsenergie | 7.6(5) eV[1] ≈ 733 kJ/mol[2] | ||
| 2. Ionisierungsenergie | 18.2(5) eV[1] ≈ 1760 kJ/mol[2] | ||
| 3. Ionisierungsenergie | 29.3(5) eV[1] ≈ 2830 kJ/mol[2] | ||
| 4. Ionisierungsenergie | 37.7(5) eV[1] ≈ 3640 kJ/mol[2] | ||
| 5. Ionisierungsenergie | 51.2(5) eV[1] ≈ 4940 kJ/mol[2] | ||
| Isotope | |||
| Weitere Isotope siehe Liste der Isotope | |||
| Gefahren- und Sicherheitshinweise | |||
Radioaktiv | |||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||
Geschichte
1978 legte die IUPAC ein System provisorischer Elementnamen fest, nach dem Element 108 den provisorischen Namen Unniloctium (Uno) bekam.[4]
Versuche, Element 108 zu erzeugen, begannen 1978 am Vereinigten Institut für Kernforschung (JINR) in Dubna (damals Sowjetunion). In zwei Experimenten beschossen sie 226Rn mit 48Ca und 208Pb mit 58Fe. Die Ergebnisse waren jedoch nicht eindeutig.[5][6] Auch 1983 durchgeführte Experimente mit dem Beschuss von 209Bi mit 55Mn brachten keine eindeutigen Ergebnisse.[7]
Erzeugt wurde Element 108 schließlich gleichzeitig und unabhängig voneinander 1984 am JINR und bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt. Beide Arbeitsgruppen nutzten hierfür den Beschuss von 208Pb mit 58Fe.[7] So konnten Gottfried Münzenberg, Peter Armbruster und weitere am GSI insgesamt drei Atome des Isotops 265108 erzeugen und über ihre Zerfallskette beobachten. Diese lief mit α-Zerfällen über 261Sg und 257Rf zu 253No[8]
Da die Arbeit des GSI als detaillierter und überzeugender eingestuft wurde, bestimmte die IUPAC die Gesellschaft für Schwerionenforschung als überwiegenden Entdecker des neuen Elementes.[7] Die Darmstädter Forscher wählten den Namen Hassium nach dem Bundesland Hessen (lateinisch Hassia), in dem Darmstadt liegt, und verkündeten 1992 diese Entscheidung zusammen mit der Namenswahl für die ebenfalls im GSI entdeckten Elemente 107 Nielsbohrium (später Bohrium) und 109 Meitnerium.[9] Die IUPAC empfahl dagegen 1994 den Namen Hahnium nach Otto Hahn für das neue Element.[10] Dieser Name war während der Elementnamensgebungskontroverse der Vorschlag des Lawrence Berkeley National Laboratory für das Element 105 gewesen, das dann jedoch nach dem Vorschlag des JINR Dubnium genannt worden war.[11] Nach dem Protest vieler Physiker akzeptierte die IUPAC 1997, dass die Entdecker den Namen der von ihnen entdeckten Elemente vergeben dürfen und damit auch den Namen Hassium. Der Name Hahnium wurde nicht vergeben.[12][13]
Eigenschaften
Hassium ist wie die meisten Transactinoide sehr kurzlebig. 265Hs hat eine Halbwertszeit von 1,5 ms und 269Hs 10 s.[14]
Verbindungen
2001 konnte an der GSI in Darmstadt eine Sauerstoffverbindung des Hassiums erzeugt werden.[14][15] Aufgrund der hohen Flüchtigkeit handelt es sich hierbei höchstwahrscheinlich um Hassiumtetroxid 269HsO4, das Analogon zum homologen Osmiumtetroxid. Trotz der kurzen Halbwertszeit konnten die Forscher im Mittel zwei bis drei Moleküle pro Tag bis zu einem Thermochromatographen leiten. Überraschenderweise zeigte HsO4 eine höhere Abscheidetemperatur auf den Detektoroberflächen und damit eine geringere Flüchtigkeit als OsO4.[14]
Sicherheitshinweise
Es gibt keine Einstufung nach der CLP-Verordnung oder anderer Regelungen, weil von diesem Element nur wenige Atome gleichzeitig herstellbar sind und damit viel zu wenige für eine chemische oder physikalische Gefährlichkeit.