Heiteren

französische Gemeinde im Elsass From Wikipedia, the free encyclopedia

Heiteren ist eine französische Gemeinde mit 1069 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé und zum Gemeindeverband Communauté de communes Alsace Rhin Brisach.

Schnelle Fakten
Heiteren
Heiteren (Frankreich)
Heiteren (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (68)
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Ensisheim
Gemeindeverband Alsace Rhin Brisach
Koordinaten 47° 58′ N,  33′ O
Höhe 196–209 m
Fläche 22,40 km²
Einwohner 1.069 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 48 Einw./km²
Postleitzahl 68600
INSEE-Code

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Geografie

Die Gemeinde Heiteren liegt in der Oberrheinebene, etwa 20 Kilometer südöstlich von Colmar und sieben Kilometer südwestlich von Breisach am Rhein. Das Gemeindegebiet reicht im Westen bis zum alten Nordarm des Rhein-Rhône-Kanals und im Osten auf wenige hundert Meter an den parallel zum Rhein verlaufenden Rheinseitenkanal. Zu Heiteren gehört der Ortsteil Thierhurst an der Grenze zur südlichen Nachbargemeinde Nambsheim.

Geschichte

In den Urkunden wird der Ort 768 als Heiderheim erwähnt. Das Dorf siedelte sich nahe der einstigen Römerstraße Augst (Augusta Raurica) – Straßburg (Argentorate) an (gallo-römische Funde). Der Ort war lange Zeit als Lehen der Herrschaft Rappoltstein (Ribbeaupierre) an die Herren von Wittenheim vergeben. Im Mittelalter waren hier die Abtei Murbach und das Kloster in Sainte-Croix-en-Plaine begütert. Heiteren war bis zum Westfälischen Frieden 1648 habsburgisch und kam dann an die französische Krone. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Heiteren als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Colmar im Bezirk Oberelsaß).

Ein im Dreißigjährigen Krieg zerstörtes Schloss wurde um 1710 durch einen barocken Neubau ersetzt. Nachdem es in der Revolution als Nationalgut verkauft worden war, fiel es 1840 einem Brand zum Opfer und wurde ab 1860 abgebrochen.

Die Kapelle Notre-Dame de Thierhurst von 1870 erinnert an eine an dieser Stelle befindliche, nach einer Überschwemmung 1394 abgegangene Siedlung Thiernheim. Zuvor war diese 1366 durch die marodierende Söldnertruppe der „Wilden Engländer“ verwüstet worden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Einwohner im September 1939 in den Südwesten Frankreichs (Département Lot -et-Garonne) evakuiert. Heiteren wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 2. Februar 1945 durch Truppen der 1. französische Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Offensive der Alliierten gegen den noch immer von den Deutschen hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).

Im Jahr 1977 besetzten elsässische und badische Bürgerinnen und Bürger einen im Bau befindlichen Strommast der Überlandleitung Fessenheim-Paris, durch die der Strom des Kernkraftwerks Fessenheim transportiert werden sollte.[1]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr1910196219681975198219901999200620132021
Einwohner746[2]505529578574541785871102691066
Quellen: Cassini und INSEE
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Bauwerke

  • Kirche St. Jakobus der Ältere (Église Saint-Jacques-le-Majeur): schlichter spätklassizistischer Bau der Louis-Philippe-Zeit von 1840.
  • Kapelle Unserer Lieben Frau von Thierhurst und Mariä Schmerzen (Chapelle Notre-Dame-de-Thierhurst et Notre-Dame-des-Douleurs). Die Kapelle war seit dem 16. Jahrhundert ein Wallfahrtsort. Der Neubau von 1870 wurde in den folgenden Jahrzehnten vergrößert und verbessert.
  • Die Mairie wurde 1874 als Pfarrhaus errichtet. Die drei Mittelachsen leicht vorspringend, durch Werksteinquaderung im Erdgeschoss, eine doppelläufige Freitreppe und durch einen Dreiecksgiebel betont.
  • Wasserturm
  • Kapelle der Fürsprecher der Vierzehn Heiligen

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 921–924.
Commons: Heiteren – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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