Munster (Haut-Rhin)

französische Gemeinde im Elsass From Wikipedia, the free encyclopedia

Munster [mœ̃stɛʁ] (deutsch Münster im Elsass, elsässisch Menschter) ist eine französische Stadt im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Die Gemeinde hat 4738 Einwohner (Stand: 1. Januar 2023) und eine Fläche von 8,64 km².

Schnelle Fakten Menschter ...
Munster
Menschter
Munster (Frankreich)
Munster (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Wintzenheim
Gemeindeverband Vallée de Munster
Koordinaten 48° 2′ N,  8′ O
Höhe 341–794 m
Fläche 8,64 km²
Einwohner 4.738 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 548 Einw./km²
Postleitzahl 68140
INSEE-Code
Website http://www.ville-munster68.fr/

Innenstadt von Munster
Schließen

Geographie

Munster liegt in den Vogesen am Schnittpunkt zweier Täler (ein größeres im Süden in Richtung Metzeral und ein kleineres im Nordwesten nach Soultzeren), die sich hier zum Tal der Fecht oder auch Münstertal (Vallée de Munster) vereinen. Im Westen erhebt sich der Gipfel des Hohneck mit 1.362 Metern über dem Meeresspiegel. Nach Osten fließt die Fecht in die Ebene Richtung Colmar, das etwa 20 km entfernt liegt.

Geschichte

Gravur Munster 1761
Blick auf die Place du Marché, die Rue Saint-Gregoire und die Grand Rue mit dem Rathaus
Rue Saint-Grégoire mit protestantischer (rechts) und katholischer Kirche
Blick in die Rue du 9e Zouaves

Um 660 n. Chr. wurde bei Münster von Benediktiner-Mönchen das St.-Gregor-Kloster (lat. monasterium) gegründet,[1] wonach die Stadt und das Tal benannt wurden. 1308 wurde die Stadt mit einer Mauer versehen. 1354 schloss sich die Stadt mit anderen Städten des Elsass zum Zehnstädtebund zusammen. Im 16. Jahrhundert schloss sich die Stadt der Reformation an. Bürgermeister Friedrich Zeringer unterzeichnete für den „Rat der Stadt Münster in S. Georgental“ die lutherische Konkordienformel von 1577.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Münster und seine Umgebung stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadt wurde 1680 zusammen mit Türkheim, Kaysersberg und Colmar mit deren Besitz (24 Ortschaften) vom Königreich Frankreich annektiert.[2] Unter dem Einfluss der Französischen Revolution wurde 1791 das Kloster aufgelöst.

In Münster zweigte die 1907 eröffnete Münsterschluchtbahn (Chemins de fer Munster – Col de la Schlucht) hinauf zum Schluchtpass ab. Die Anlagen wurden im Ersten Weltkrieg zerstört. Ein Wiederaufbau ist nicht vorgesehen.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Münster als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Colmar im Bezirk Oberelsaß zugeordnet. Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt zu 85 % zerstört. Auch im Zweiten Weltkrieg hatte die Gegend sehr zu leiden. Am 5. Februar 1945 wurde Munster von den Alliierten eingenommen.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780ehemalige Reichsstadt mit etwa 400 Feuerstellen (Haushaltungen)[3]
18213545einschließlich der Eigentumsortschaften Haslen, Leimel, Nagelstall, Prezel und Spitelacker, davon 1163 Katholiken und 2282 Protestanten[4]
18363953[5]
18614995[6]
18724657am 1. Dezember, in 411 Häusern;[7] nach anderen Angaben 4762 Einwohner[8]
18805136am 1. Dezember, auf einer Fläche von 864 ha, in 454 Häusern, davon 2606 Katholiken, 2500 Evangelische und 26 Juden[9]
18855390davon 2703 Katholiken, 2653 Protestanten und 28 Juden[10]
18905664[6]
19056078davon 2973 Evangelische;[11] nach anderen Angaben 6082 Einwohner[6]
19105974[12][13][6]
Schließen
Weitere Informationen Anzahl der Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs, Jahr ...
Anzahl der Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr19621968197519821990199920072017
Einwohner5974[13]4888493246614657488449904686
Schließen

Politik

Munster ist Mitglied und Sitz des Gemeindeverbands Vallée de Munster. Außer dem Bürgermeister gehören dem Gemeinderat sechs Beigeordnete und 20 weitere Personen an.

Partnerschaften

Munster pflegt Städtepartnerschaften zu

Wirtschaft

Lange Zeit war Munster ein Zentrum der Textilindustrie, bis der Niedergang auch hier diesen Wirtschaftszweig zum Erliegen brachte. Weiterhin spielt die Forstwirtschaft eine wichtige Rolle.

Außerdem ist der Tourismus zunehmend ein Wirtschaftsfaktor. Munster liegt im Regionalen Naturpark Ballons des Vosges, dessen Parkverwaltung mit angeschlossenem Ausstellungszentrum hier untergebracht ist.

Berühmt gemacht hat den Ort aber die Produktion des kräftig riechenden Münsterkäses, der hier hergestellt wird. Die hierzu benötigte Milchwirtschaft hat alpinen Charakter: das Milchvieh verbringt den Sommer auf den Berghöhen und überwintert im Tal. Aus diesem Grund hat die Gegend auch den Beinamen Kleini Schwitz (kleine Schweiz).

Verkehr

Bahnhof

Durch Munster verläuft die ehemalige Nationalstraße N 417, die 1973 zur Departementsstraße D 417 abgestuft wurde, von Colmar über den Col de la Schlucht (1139 m ü. d. M.) nach Gérardmer.

Seit 1868 besitzt Munster einen Bahnhof an der Bahnstrecke Colmar–Metzeral, die 1893 von hier bis Metzeral verlängert wurde. Außerdem kam 1907 noch die schmalspurige Münsterschluchtbahn hinzu, eine Zahnradbahn, die zum Col de la Schlucht führte, und vor allem dem Tourismus diente. Sie stellte bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 den Betrieb ein, wurde zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Persönlichkeiten

Siehe auch

Literatur

Commons: Munster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI