Hinterholz (Leutershausen)
Ortsteil der Stadt Leutershausen
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Hinterholz (fränkisch: Hinda-holz[2]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[3] Hinterholz liegt in der Gemarkung Neunkirchen bei Leutershausen.[4]
Hinterholz Stadt Leutershausen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 20′ N, 10° 28′ O |
| Höhe: | 502 m ü. NHN |
| Einwohner: | 41 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 91578 |
| Vorwahl: | 09823 |
Geografie
Nördlich des Dorfes fließt der Onolzbach. 0,5 km südwestlich des Ortes liegt das Zobelholz, 0,75 km nordöstlich der Hürbelrangen. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neunkirchen (2,2 km südlich) bzw. nach Oberramstadt zur Kreisstraße AN 23 (2 km westlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1303 als „ze Hindermholtz“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Siedlung hinter dem Wald.[6] Im frühen 14. Jahrhundert enthalten die ältesten Lehenbücher des Hochstifts Würzburg Einträge zu dem Ort, den sie zur Gänze den Herren von Heideck zu Lehen gegeben hatten. Noch im 14. Jahrhundert kam Hinterholz an das Chorherrenstift St. Gumbertus in Ansbach, nämlich neun Höfe, von einem Hof allerdings nur die Wiese.[7] Im 15. Jahrhundert kam Hinterholz unter die Herrschaft Seckendorff zu Jochsberg, die dort als burggräfliche Lehenträger saßen und nicht nur die Grundherrschaft, sondern auch die Dorf- und Gemeindeherrschaft über Hinterholz ausübten.[8] 1459 gehörten zur Burg Jochsberg sechs Güter von Hinterholz, dazu der Schaftrieb und der Zehnt, 1544 nur noch fünf Güter. 1682 entstand das brandenburg-ansbachisches Vogtamt Jochsberg, dem fortan auch Hinterholz unterstand.[9] Die Dorfgerichtsbarkeit übte Jochsberg, die Vogtei außer Etters und die Fraisch das Hofkastenamt Ansbach aus.[10]
In den Vetterschen Oberamtsbeschreibungen von 1732 heißt es, dass „Hinterholtz“ aus neun Untertanen (brandenburg-ansbachisches Vogtamt Jochsberg: acht, Stiftsamt Ansbach: einer) und dem Gemeindehirtenhaus besteht; gepfarrt war die Ansiedelung nach St. Georg in Neunkirchen, dessen dortigem Pfarrer auch der Zehnt zustand. Die Gemeindeherrschaft nahm das markgräfliche Amt Jochsberg wahr, die Fraisch das markgräfliche Ober- und Kastenamt Ansbach.[11] Daran änderte sich im Alten Reich nichts mehr.[12][13][14] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.[15]
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hinterholz dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Neunkirchen zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Neunkirchen an.[16] Am 1. Januar 1972 wurde Hinterholz im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Leutershausen eingemeindet.[17][15][18]
Baudenkmäler
- Haus Nr. 2: Ofen des 18. Jahrhunderts aus gusseisernen Platten mit Reliefdarstellungen aus dem Buch der Könige[19]
- Mittelalterliches Steinkreuz im Ort[19]
- St.-Gumbertus-Brunnen: östlich der Ortschaft im Wald gelegene Gumbertusquelle (Quelle des Holzbachs/Onolzbachs), alt gefasst, mit modern erneuertem kleinen Brunnenhäuschen[19]
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Neunkirchen bei Leutershausen) gepfarrt.[12] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.[29]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Hinterholz. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 668 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 96–97.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 114.
- Georg Paul Hönn: Hinterholtz. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 341 (Digitalisat).
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Georg Lotter, Daniel Dettweiler: Ein fränkischer Bauernhof in seiner Betriebsweise unter besonderer Berücksichtigung der Kunstdüngeranwendung. Huber, Diessen 1915.
- Hermann Schreiber: Leutershausen. Leutershausen 1975, ISBN 3-922175-02-3, S. 382–395.
Weblinks
- Hinterholz in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 20. November 2021.
- Hinterholz in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 16. September 2019.
- Hinterholz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.