IJsselmeer

Größter Süßwassersee der Niederlande - ehemals „Zuiderzee“ From Wikipedia, the free encyclopedia

Das IJsselmeer (Eisselmeer, Ysselmeer; [ˌɛi̯səlˈmeːr] , westfriesisch Iselmar) ist der größte See der Niederlande.[4] Zusammen mit dem Markermeer, dem Veluwerandmeer und einer Vielzahl weiterer Stillgewässer am Süd- und Ostrand, bildet die ausgedehnte Seenplatte auf der Fläche der ehemaligen Zuiderzee die IJsselmeer-Region (niederländisch IJsselmeergebied). Sie ist das größte zusammenhängende Süßwassergebiet Westeuropas und wurde zum „Nassen Herz“ der niederländischen Wasserwirtschaft.[5] Über die Jahre ihres Bestehens ist die Region ein ausgeprägtes Wassersportrevier und beliebtes Urlaubsgebiet geworden, wodurch sie von großer Bedeutung für die Tourismusindustrie der Niederlande ist.

Schnelle Fakten IJsselmeer Iselmar ...
IJsselmeer
Iselmar
Luftbild IJsselmeer mit den Dämmen Abschlussdeich und Markwaarderdeich sowie den Poldern an der Nordwest- und Südostseite
Geographische Lage nördl. Niederlande, zwischen Noord-Holland und Friesland
Zuflüsse IJssel, Zwarte Water, Eem, Hierdensche Beek, Amstel
Abfluss über zwei Sielkomplexe im Abschlussdeich ins Wattenmeer
Orte am Ufer Amsterdam, Almere, Edam-Volendam
Daten
Koordinaten 52° 50′ 0″ N,  20′ 0″ O
Tiefe unter Meeresspiegel -0,3 m NAP
Fläche ca. 1.100 km² (Wassersystem IJsselmeergebiet: ca. 1.900 km²)dep1[1][2]
Volumen 5,06 km³[3]
Maximale Tiefe 5,5 m (Val van Urk)[2]
Mittlere Tiefe 4,6 m[2]

Besonderheiten

aus der ehem. Zuiderzee entstanden

Karte der Zuiderzeewerke
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Planungsskizze aus den 1890er Jahren von Hans Bohrdt
Abschlussdeich mit IJsselmeer (links) und Wattenmeer (rechts)

Die wasserwirtschaftlichen Anlagen und der Wasserstand der Seen und Flüsse in der Region werden verantwortlich gesteuert durch die staatliche Behörde Rijkswaterstaat, dem ausführenden Organ zum Bau und Unterhalt von Straßen und Wasserwegen beim Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft. Diese Aufgabe war von den Zuiderzeewerken übernommen worden, die ab 1919 die Maßnahmen zum Umbau und der Trockenlegung der Zuiderzee durchgeführt hatten.

Lage und Bezeichnung

Das IJsselmeer erstreckt sich mit seiner heutigen Fläche von rund 1100 km² zwischen den Provinzen Nordholland im Westen und Friesland im Osten. Im Norden grenzt der See mit dem Abschlussdeich an die Nordsee und das südliche Ende bildet heute der Markerwaarddeich (Houtribdijk), der seit 1976 das IJsselmeer vom Markermeer trennt und die Verbindungsstraße zwischen Nordholland und der Provinz Flevoland trägt. See und Region haben ihren Namen von der Gelderschen IJssel, dem Hauptzufluss für das große Seengebiet. Das IJ in IJssel ist im Niederländischen ein besonderer Digraph, weshalb das J ebenfalls groß geschrieben wird.

Geschichte

Pomponius Mela, ein römischer Geograph, nennt in seinem Werk De Choreographia im Jahr 44 n. Chr. den Lacus Flevo. In anderen Quellen findet sich auch die Bezeichnung Flevum. Das Gewässer entwickelte sich im Verlauf der Zeit zum Binnensee Almere. Mehrere Faktoren war dafür maßgebend, dass aus dem Almere im Mittelalter die salzhaltige Zuiderzee entstand:

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden mehrere Projekte zur Landgewinnung in der Zuiderzee ausgearbeitet, die schon einen Afsluitdijk (dt.: Abschlussdeich) vorsahen, u. a. 1848 von Bernard Pieter Gesinus van Diggelen und 1870 von Thomas Joannes Stieltjes.[6]

Entwicklung

Der Wasserbauingenieur Cornelis Lely entwickelte Ende des 19. Jahrhunderts den Plan zum Hochwasserschutz und zur Trockenlegung der Zuiderzee.[7] Aber erst nach der Zuiderzeeflut von 1916 konnte er dann als Verkehrsminister seine Pläne durchsetzen. Er schuf 1918 mit dem Zuiderzee-Gesetz die gesetzliche Grundlage für das Großprojekt und gründete 1919 für die Umsetzung die Zuiderzeewerke.[8] Das wichtigste Einzelbauwerk war der Abschlussdeich, in dessen Schutz alle weiteren Baumaßnahmen erfolgen konnten.

Mit der Fertigstellung des Damms 1932 wurde die ehemalige Bucht Zuiderzee von der Nordsee abgetrennt. Seitdem sorgen zwei große Sielanlagen an beiden Enden des Damms für einen gleichbleibenden Wasserstand und den Abfluss zur Nordsee, sodass im Laufe der Jahre das Salzwasser durch den Niederschlag und die Zuflüsse ausgespült und durch das Süßwasser ersetzt wurde. Als neues Binnengewässer wurde es offiziell in IJsselmeer umbenannt, da das niederländische meer einen See bezeichnet. Es dauerte ungefähr fünf Jahre, bis das Brackwasser vollständig ausgetragen war.[9]

Der Abschlussdeich bildet zusammen mit den Sielen, die jeweils doppelte Verschlusstore aufweisen, ein großes Sturmflutsperrwerk. Damit werden die Region und das Kernland mit der Hauptstadt Amsterdam gegen die Fluten der Nordsee geschützt. Mit seinem Bau konnte die niederländische Deichlinie um mehr als 200 km verkürzt werden, wodurch dem Land umfangreiche Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen an den Deichen der ehemaligen Zuiderzee erspart blieben.

Die anfängliche Seefläche betrug rund 5000 km² und reichte bei einer Breite von bis zu 50 km über rund 100 km bis nach Amsterdam im Süden. Durch das Trockenlegen von Wieringermeerpolder, Noordoostpolder und Flewopolder wurde ein Großteil des IJsselmeers zu neuen landwirtschaftlichen Flächen entwickelt. Der anfänglich vorgesehene Markerwaardpolder wurde aus ökologischen und finanziellen Gründen nicht gebaut. Aufgrund von Überschwemmungen im Südbereich bei Amsterdam, die durch den Windstau über der großen Wasserfläche des IJsselmeers ausgelöst wurden, musste zwischen 1963 und 1976 das Markermeer (700 km²) mittels des Houtribdijk abgetrennt werden.[10] Teile davon sind das IJmeer vor Amsterdam und die Gouwzee bei der Insel Marken, die vorab schon über einen ersten Teildamm ans Festland angeschlossen wurde. Schleusen bei Enkhuizen und Lelystad ermöglichen der Binnenschifffahrt den Wechsel zwischen den beiden Binnenseen und zwei Durchlässe für den Wasseraustausch.

Alle Maßnahmen reduzierten die Fläche des IJsselmeers auf den nördlichen Bereich, der heute eine Größe von rund 1100 km² besitzt. Bei der Anlage des Flewopolders hatte man eine hydrogeologische Trennung der Polder vom Festland vorgenommen, wodurch am Süd- und Ostsaum das Veluwerandmeer mit einer Vielzahl kleinerer Randseen entstanden ist: Gooimeer, Eemmeer, Nijkerkernauw, Nuldernauw, Wolderwijd, Veluwemeer, Drontermeer, Vossemeer und Ketelmeer. Auch am Noordoostpolder beließ man die kleinen Seen Ramsdiep, Zwarte Meer, Kadoelermeer und Vollenhovermeer.

2. Weltkrieg

Bereits beim Bau des Abschlussdeiches erkannte die niederländische Generalität die militärische Gefahr, die der Festung Holland mit diesem neuen Zugang aus dem Norden drohte. Man reagierte darauf mit dem Bau der Festungen Den Oever und Kornwerderzand an den beiden Enden des Abschlussdeiches. Im Mai 1940, während des Überfalls im Zweiten Weltkrieg, konnte sich die angreifende deutsche Wehrmacht an dieser Stelle keinen Zugang zur Festung Holland verschaffen.

Wasserwirtschaft

Karte der Niederlande ohne Deiche mit potenziell überfluteten Gebieten

Wasserstand

Der IJsselmeer-Region kommt in der Wasserwirtschaft der Niederlande eine besondere Rolle zu. Die Seenplatte nimmt das Regenwasser aller umliegenden Provinzen einschließlich der Provinz Groningen auf und wird deshalb von der wasserwirtschaftlichen Zentralbehörde Rijkswaterstaat als „nationale Regentonne“ (nationale regenton) bezeichnet.[11] Ihr Wasserstand ist ausschlaggebend für die Wasserwirtschaft der ganzen Region einschließlich der umliegenden Landflächen, die unter dem Meeresspiegel liegen. Er orientiert sich am Wasserstand des Grachtensystem der Hauptstadt, das seit 1876 mit dem Nordseekanal mit gleichem Wasserstand verbunden ist. Als zentrales Entwässerungsorgan der Niederlande wird das Kanalniveau auf 0,40 m unter NAP gehalten.

NAP ist die Abkürzung für den Amsterdamer Pegel (Normaal Amsterdam Peil), der im 17. Jahrhundert als Referenzpunkt festgelegt wurde. Sein Nullpunkt 0,00 m NAP liegt heute ungefähr auf Höhe des mittleren Wasserstands der Nordsee. Bei einem mittleren Tidehub der Nordsee von rund drei Metern liegt bei Ebbe der Wasserspiegel ungefähr bei −1,5 m NAP, sodass bei −0,40 m NAP noch ein ausreichendes Gefälle für einen natürlichen Abfluss zur Nordsee gewährleistet ist.

Mit den Oranjeschleusen in Amsterdam besteht eine Verbindung der Grachten zum IJsselmeer, weshalb die Abweichungen des Wasserstands in der Seenplatte nicht zu hoch sein dürfen. Ursprünglich betrug im Sommer der Wasserstand im IJsselmeer ca. −0,20 m NAP und im Winter −0,40 m NAP. Durch die 20 Zentimeter niedrigere Lage im Winter können die vermehrten Hochwässer besser und ohne Gefahr von Überschwemmungen aufgenommen werden. Mit dem höheren Wasserstand im Sommer wird ein Reservevolumen für den erhöhten Wasserbedarf der Bewässerung gebildet.

Mit einem Beschluss[12] konnten 2018 die strengen Festlegungen zum Wasserstand der Seenplatte gemildert werden, um flexibler auf die wetterbedingten Zuflüsse und den unterschiedlichen Bedarf reagieren zu können. Dabei sind normalerweise die Wasserstände im IJsselmeer und Markermeer nahezu gleich hoch und dürfen im Sommer zwischen −0,30 m und −0,10 m NAP schwanken.[13] Wie früher kann im Winter bis 0,40 m NAP abgesenkt werden. Für die Veluwerandmere gelten eigene Vorgaben, die im Sommer nur um 5 bis 10 cm unter NAP betragen sollen.

Wasserversorgung

Die Region bildet mit einer Wasseroberfläche von fast 2000 km² das strategische Süßwasserreservoir für die Wasserversorgung der Niederlande. Dazu befindet sich in Andijk ein großes Wasserwerk zur Aufbereitung von Trinkwasser, worüber die Provinzen Nordholland und Friesland versorgt werden. Daneben wird aus den Seen Prozess- und Kühlwasser für die Industrie bereitgestellt und der Bedarf für die umfangreichen Wasserwege und Naturschutzgebiete abgedeckt. Besonders im Sommer sind die nördlichen Provinzen vom Wasser der IJsselmeer-Region abhängig, da der Zustrom von außen in der Zeit gering ist und erhöhter Bedarf für die Bewässerung in der Landwirtschaft besteht.

Wasser gegen Bodenversalzung

Die angrenzenden Landflächen gehören weitgehend zu dem Viertel des Landes, das unterhalb des Meeresspiegels liegt und ohne die umfangreichen Deichbaumaßnahmen von Überflutungen bedroht ist.[14] Zur Entwässerung dieser tief liegenden Flächen arbeiten die niederländischen Wasserverbände eng mit der Zentralbehörde Rijkswaterstaat zusammen und achten darauf, dass dabei immer genügend Süßwasser im System verbleibt. Durch den höher liegenden Meerwasserspiegel dringt jedoch permanent Salzwasser von der Nordsee in den Boden ein und bedroht damit die Kulturpflanzen. Normalerweise führt das Abfließen von Regenwasser dazu, dass dieses Salz auf „natürliche“ Weise ausgewaschen wird. Jedoch muss besonders in niederschlagsarmen Zeiten der Prozess mit Wasser aus den Seen unterstützt werden. Dazu existiert seit den 1951 ein Entnahmebauwerk bei Lemmer, um Frischwasser aus dem IJsselmeer in den Nordostpolder zu leiten.[15] Zwei zweitere Entnahmen leiten Wasser in die Wasserläufe von Friesland bis nach Groningen.[16]

Bei extremer Trockenheit im Grünen Herz (Groene Hart) zwischen Amsterdam und Rotterdam kann bei Bedarf für den gleichen Zweck Wasser aus dem Markermeer über das Zeeburger Pumpwerk zur Amstel geleitet werden.

Zuflüsse

Hauptzufluss zur IJsselmeer-Region ist mit im Mittel rd. 400 m³/s die IJssel, auch Geldersche IJssel genannt. Sie mündet unterhalb von Kampen von Osten in das Ketelmeer und damit ins IJsselmeer. Vom Gesamtzufluss zur Seenplatte hat sie damit einen Anteil von 70 %.[13] Die Menge entstammt mehrheitlich dem Rhein, da aufgrund einer vertraglichen Zusicherung aus dem Jahr 1771 durch Rijkswaterstaat dafür gesorgt werden muss, dass ein Neuntel des Rheinwassers am IJsselkop südlich von Arnheim in die IJssel fließen. Speziell dazu wurden drei Wehranlagen mit einzigartigen Visier-Verschlüssen (siehe: Schleusen- und Stauwehranlage Amerongen) im Nederrijn und Lek eingebaut, um bei allen Abflusssituationen die zugesicherte Aufteilung einzuhalten. Parallel angeordnete Schleusen erlauben dort der Schifffahrt eine freie Durchfahrt.

Im Ketelmeer hat sich aufgrund der mitgeführten Schwebstoffe am IJssel-Einlauf eine Art Delta ausgebildet, das eine Verbindung nach Norden zum Zwarte Meer besitzt. Dort mündet mit im Mittel etwa 60 m³/s das Zwarte Water, dem Unterlauf der Vechte aus dem Münsterland. Die weiteren Zulaufgewässer tragen erheblich geringere Wassermengen bei, wie beispielsweise die Utrechtse Vecht, die bei Muiden zeitweise in das IJmeer mündet. Aus dem Grachtensystem von Amsterdam kann bei Bedarf an den Oranjesluizen Wasser der Amstel eingeleitet werden, das sonst über den Nordseekanal in IJmuiden abläuft. Zusätzlich liefern viele Pumpwerke und Schleusen der angrenzenden Polder einen Wassereintrag in die IJssel-Region. Bei sehr hohen Regenmengen erfolgen aus den Seen in Nordholland, Utrecht, Overijssel, Flevoland und Friesland Ableitungen in die Seenplatte.

Abflüsse

Die Ableitung des überschüssigen Süßwassers aus dem IJsselmeer in die Nordsee erfolgt im Wesentlichen über die zwei großen Sielkomplexe Stevinsluizen und Lorentzsluizen, die auf beiden Seiten des Abschlussdeichs stehen. Wegen des drohenden Meeresspiegelanstiegs aufgrund des Klimawandels wurde der Komplex auf der Westseite in den 2020er Jahren deutlich vergrößert. Zuflüsse ins Markermeer werden an zwei Verbindungsstellen im Houtribdijk ins IJsselmeer übergeleitet. Dazu sind auf West- und Ostseite neben den Schifffahrtsschleusen jeweils Sielbauwerke (spuisluizen) angeordnet.

Bei Bedarf kann über die Oranjesluizen im Nordosten von Amsterdam eine Wasserentlastung in den Nordseekanal erfolgen. Das Wasser dient auch dem Zweck der Zurückdrängung von Salzwasser, das durch die Schleusungsvorgänge in IJmuiden in das System eindringt. Für die Ableitung in die Nordsee sind in IJmuiden ein großer Sielkomplex und ein separates Großpumpwerk in der Schleusenanlage integriert.

Nutzung

Tourismus

Heute ist die IJsselmeer-Region ein ausgeprägtes Wassersportrevier und Urlaubsgebiet mit touristisch geprägten Orten an den Ufern wie u. a. Makkum, Lemmer und Enkhuizen mit entsprechenden Yachthäfen. Entlang der Uferlinie befinden sich zudem eine Reihe von Campingplätzen und Ferienparks. Zahlreiche Veranstalter bieten ganzjährig Segeltörns und andere Wassersportaktivitäten für Familien oder Gruppen an.

Schifffahrt

Ein Binnenschiff in der IJsselmeerregion

Die Binnenschifffahrt nutzt das Binnengewässer der Seenplatte zur Versorgung der angrenzenden Provinzen der Region. Die Hauptfahrrinne mit einer garantierten Wassertiefe von 3,50 m führt von Amsterdam ausgehend am Ostrand des Markermeers entlang der Flewopolders über Lelystad nach Lemmer. Die Hauptschleusen auf diesem Weg (Oranjesluizen, Hountribsluizen und die Prinses Margrietsluis) haben ausreichend lange Schleusenkammern, um Binnenschiffe bis zur CEMT-Klasse Vb aufzunehmen. Jedoch können diese Schiffstypen nicht am Abschlussdeich ins Wattenmeer wechseln, da die große Schleuse in Kornwerderzand derzeit dafür nicht ausreichend lang ist. Größere Schiffe und längere Luxusyachten, die auf Werften am IJsselmeer gebaut werden, müssen den langen Weg über die Oranjeschleusen und den Nordseekanal nehmen, um zur Nordsee zu gelangen. Im Rahmen der Anpassungsmaßnahmen am Abschlussdeich soll in Kornwerderzand eine der Schleusen noch vergrößert werden.[17]

Sandgewinnung

Seit Jahrzehnten ist die Region ein wichtiger Lieferant von Sand für Bauprojekte. Jährlich werden hier etwa 12 bis 16 Mio. Kubikmeter Sand und damit ein wesentlicher Teil des niederländischen Bedarfs gewonnen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Füllsand, der u. a. zur Landgewinnung oder als Bauuntergrund Verwendung findet.[18] Anfang 2019 lehnte der Gemeinderat von De Fryske Marren einen Plan des Bergbauunternehmens Koninklijke Smals zum Sandabbau vor der Provinz Friesland südwestlich von Lemmer ab. Um jährlich rund 3 Mio. Tonnen Sand zu gewinnen, sollte eine Fläche von ca. 250 Hektar auf eine Tiefe von bis zu 60 Metern ausgebaggert werden.[19][20] Der seinerzeit von der Fa. Smals beim Staatsrat eingelegte Einspruch gegen die Entscheidung des Gemeinderats scheiterte jedoch bei der obersten Verwaltungsbehörde in Den Haag.[21]

Windkraft

An der Küste des Noordoostpolders wurde Mitte der 2010er Jahre ein Windpark mit insgesamt 86 Windkraftanlagen an Land und im Wasser errichtet. Dieser Near-Shore-Windpark ist Teil des Windparks Noordoostpolder, der seit der Fertigstellung im Jahr 2017 jährlich rund 1,4 TWh elektrische Energie produziert und mit einer Leistung von insgesamt 429 MW eine der größten derartigen Anlagen in den Niederlanden ist.[22]

Städte und Dörfer am IJsselmeer

Schleuse in Workum

(im Uhrzeigersinn)

Ostseite IJsselmeer Am Markermeer gelegen Westseite IJsselmeer
Commons: IJsselmeer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: IJsselmeer – Reiseführer

Einzelnachweise

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