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Jakobskloster (Breslau)

1139 gegr. Benediktinerkloster; 1180 von Prämonstratensern übernommen, 1530 in Franziskanerkloster St. Jakob verlegt, 1810 aufgehoben From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Franziskanerkloster St. Jakob in Breslau, ein Kloster des 1209 in Italien gegründeten Franziskanerordens, entstand um 1236 und bestand bis 1534, ab 1530 an anderem Ort innerhalb von Breslau. Die Klosterkirche St. Jakobus wurde mit dem Kloster 1530 den Prämonstratensern als Ersatz für deren im Stadtteil Elbing gelegenes Vinzenzkloster überlassen, das abgetragen worden war, und auf den hl. Vinzenz umgewidmet. Nach der Säkularisation des Prämonstratenserklosters 1810 diente die Kirche als Pfarrkirche, seit 1999 ist sie die Kathedrale der Eparchie Breslau-Koszalin der Griechisch-Katholischen Kirche.

Die ehemalige Klosterkirche St. Jakob / St. Vinzenz von Südosten

Kloster und Kirche liegen nahe dem heutigen Plac Biskupa Nankiera (bis 1945 Ritterplatz) in der Altstadt, etwa 500 Meter nordöstlich des Breslauer Rathauses.

Geschichte

Das Jahr der Ankunft der Franziskaner in Breslau lässt sich nicht genau bestimmen. Möglicherweise kamen sie um 1236 aus Prag und ließen sich außerhalb der Stadt nieder. Als ihre Unterkunft 1241 bei einem Angriff des Mongolenheeres zerstört wurde, siedelten sie in das Jakobskloster in der Stadt um, das von der herzoglichen Familie, Herzog Heinrich II. „dem Frommen“ und Herzogin Anna von Böhmen, nach 1234 gestiftet und erbaut wurde. Nachdem Herzog Heinrich II. in der Mongolenschlacht 1241 gefallen war, wurde der Bau durch seine Witwe Anna vollendet, der Herzog wurde im Chor der Kirche beigesetzt. Herzogin Anna blieb bis zu ihrem Tod 1265 dem Franziskanerkloster eng verbunden; sie wohnte unmittelbar nebenan und war möglicherweise auch Mitglied des Dritten Ordens der Franziskaner.[1]

Am 16. Dezember 1261 verkündeten Herzogin Anna von Böhmen und deren Söhne Heinrich III. und Wladislaw von Schlesien in Gegenwart des Bischofs Thomas I. in der inzwischen fertiggestellten Klosterkirche, die dem heiligen Jakobus dem Älteren gewidmet war, die Verleihung der Stadtrechte für die Breslauer Neustadt nach Magdeburger Recht.[2]

Das Kloster gehörte anfangs zur Böhmischen Franziskanerprovinz (Bohemia). 1274 wurde es vom Generalkapitel des Ordens, das in Lyon tagte, der Sächsischen Franziskanerprovinz (Saxonia) zugeschrieben, da es in der Bohemia Spannungen unter den Brüdern unterschiedlicher nationaler Herkunft gab. Im selben Jahr wurde das Kloster in Breslau Sitz einer der 12 Kustodien der Sächsischen Franziskanerprovinz, die eingerichtet wurden, nachdem sich der 1209 in Italien gegründete Orden schnell über ganz Deutschland ausgebreitet hatte. Zwischen 1289 und 1488 fand im Breslauer Kloster siebenmal ein Provinzkapitel der Saxonia statt. Im Haus bestand ein Ordensstudium für den Nachwuchs der Franziskaner mit zwei Lesemeistern, und die Brüder stellten die Seelsorger für die Schwestern des Klarissenklosters. Pater Herbord wurde 1267 zum Bischof von Lavant und Generalvikar des Erzbistums Salzburg. 1281 ernannte Papst Martin IV. Pater Heinrich von Brene zum Bischof von Gnesen, was dieser aber ablehnte, weil er im Kloster in Breslau bleiben wollte.[1]

Im Jahr 1506 wurde der Konvent im Sinne der Martinianischen Konstitutionen reformiert, durch die ein Kompromiss zwischen unterschiedlichen Zweigen des Franziskanerordens im Armutsstreit ermöglicht werden sollte.[3] Im Jahr 1517 attestierte der Breslauer Magistrat in einem Schreiben an den Papst den Franziskanern des Jakobsklosters, sie hätten in den vergangenen zehn Jahren „ein lobenswertes Leben geführt“. Als jedoch die Reformation Breslau erreichte, verließen bis 1527 alle Brüder bis auf drei das Kloster. Als König Ferdinand den Breslauern befahl, die von ihnen vertriebenen observanten Franziskaner (Bernhardiner) zurückzuholen und ihnen das Jakobskloster zu überlassen, veranlasste der Magistrat den Provinzial der Franziskaner, das Haus schnell wieder mit 12 Brüdern der Saxonia zu besetzen, was auch geschah, so dass für die Bernhardiner kein Platz mehr blieb.[4]

1530 wurde das Prämonstratenserstift St. Vinzenz in Elbing vor der Stadtmauer (dort seit 1180/93) in das Jakobskloster der Franziskaner verlegt, weil die Bauten des Stifts abgetragen wurden, als der Magistrat von Breslau aus Furcht vor den Türken, die 1529 Wien belagerten, alle möglichen Stützpunkte für Angreifer außerhalb der Stadtmauern zerstören ließ. Am 10. Januar 1530 wurde das Jakobskloster notariell den Prämonstratenser-Chorherren überschrieben, die die St.-Jakobus-Kirche in die St.-Vinzenz-Kirche umwidmeten. Neun Franziskaner zogen in das Kloster an St. Dorothea um, das von den meisten Augustinern gerade verlassen worden war, weil sie sich der Reformation zugewandt hatten. Jedoch starb das Franziskanerkloster aus ähnlichen Gründen ebenfalls bis 1534 aus.[5][4]

Die Prämonstratenser blieben bis zur Aufhebung ihres Klosters durch die Säkularisation im Jahr 1810 dort. Die Klosterkirche St. Vinzenz diente bis 1999 als Pfarrkirche und ist jetzt die Kathedrale der Eparchie Breslau-Koszalin der Griechisch-Katholischen Kirche.

Einzelnachweise

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