Jamie Chadwick

britische Rennfahrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Jamie Laura Chadwick (* 20. Mai 1998 in Bath) ist eine britische Automobilrennfahrerin.

Jamie Chadwick im Jahr 2024
Jamie Chadwick beim Rennen der W Series in Brands Hatch 2019
Der von Jamie Chadwick beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2025 gefahrene Oreca 07

Leben

Kindheit

Chadwick wuchs auf der Isle of Man auf.[1] Ihr Vater Michael ist ein Bauunternehmer, ihre indischstämmige Mutter als Geschäftsfrau tätig.[2] Jamie Chadwick besuchte das Cheltenham College[3] und lebt momentan in London.[4] Chadwick begann im Alter von 11 Jahren mit dem Kartrennsport, nachdem ihr Bruder Oliver bereits Kartrennen fuhr. 2013 schlug sie ein Angebot für die Unter-18-Hockeymannschaft Englands aus, um am Wettbewerb für ein Ginetta Juniorstipedium teilzunehmen. Mit diesem Stipendium trat sie in der Ginetta Junior Championship 2013 an der Seite ihres Bruders für das JHR Developments Team an, wo sie die Meisterschaft als Zehnte beendete. 2014 erreichte sie in derselben Serie fünf Podiumsplatzierungen und wurde insgesamt Achte.[5]

Britische GT- und Formel-3-Meisterschaft

2015 und 2016 trat Chadwick in der GT4-Klasse der britischen GT-Meisterschaft an.[6] Mit ihrem Copiloten Ross Gunn erzielte sie 2015 zwei Rennsiege und fünf Podiumsplatzierungen in einem Aston Martin Vantage. Zu den Siegen zählte auch das 24-Stunden-Rennen von Silverstone. Dadurch gewannen sie die GT4-Wertung der britischen GT-Meisterschaft, mit Chadwick als erstem weiblichen und jüngsten Meister aller Zeiten.[7] 2016 wechselte sie während der Saison Team und Klasse, schließlich beendete sie sie auf Platz 15.[7] 2016 nahm sie am 9. Rennen der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring teil und beendete es auf dem dritten Platz in der SP8-Klasse.[8]

Chadwick wechselte 2017 in ein das Monocockpit und nahm an der britischen Formel-3-Meisterschaft teil. Für das Team Double R Racing erreichte sie mit Platz 3 in Rockingham ein Podium in der Saison und beendete diese schließlich auf dem neunten Platz.[9] 2018 fuhr sie in derselben Serie für Douglas Motorsport und gewann als erste Frau ein britisches Formel-3-Rennen in Brands Hatch. Die Saison schloss sie Platz acht ab.[10]

Weitere Antritte 2018–2019

Ebenfalls 2018 nahm sie am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil, wo sie einen Aston Martin Vantage V8 GT4 gemeinsam mit Jonny Adam, Alex Lynn und Pete Cate fuhr. Das Team wurde fünfte in ihrer Klasse und erzielte den 63. Gesamtrang.[11]

Zwischen November 2018 und Februar 2019 fuhr sie in der indischen MRF Challenge Formula 2000. Mit sechs Rennsiegen und 40 Punkten Abstand auf den Zweitplatzierten in der Meisterschaft gewann sie den Titel – erneut als erste Frau in dieser Serie.[12]

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring trat sie mit Alex Brundle und Peter Cate in einem Aston Martin Vantage AMR GT4 an. Das Team gewann in der SP8-Klasse und wurde in der Gesamtwertung siebenundzwanzigste.[13]

Chadwick fuhr zudem zwei Testtage für das Formel-E-Team NIO in Riad und Marakesch.[14] Sie fuhr ein Freies Training im Euroformula-Open-Auto von Double R Racing in Silverstone, wobei die Option diskutiert wurde, in Zukunft in der Serie anzutreten.[15]

W Series, F3 Asian Championship und FRECA

Im März 2019 wurde Chadwicks Teilnahme an der ersten Saison der W Series bestätigt.[16] Beim ersten Rennen führte sie beide Trainingssessions an, holte sich die Pole-Position und den Rennsieg. Beim zweiten Rennen in Zolder qualifizierte sie sich erneut auf die Pole-Position, verlor die Führung aber an Beitske Visser und musste sich gegen Alice Powell verteidigen, nachdem sie sich verbremst hatte. Schließlich beendete sie das Rennen auf dem zweiten Platz.[17] In Misano qualifizierte sie sich auf den zweiten Platz, überholte Fabienne Wohlwend beim Start und erzielte ihren zweiten Rennsieg in der Serie. Sie holte je einen dritten Platz am Norisring und in Assen. Vor dem finalen Rennen in Brands Hatch hatte sie 13 Punkte Vorsprung auf Visser und startete erneut von der Pole-Position. Nachdem sie Positionen an Powell, Emma Kimiläinen und Visser verloren hatte, reichte ihr ein vierter Platz, um die Meisterschaft zu gewinnen.[18][19]

Chadwick wurde als Juniorin von Aston Martin Racing unter Vertrag genommen, wobei eine inoffizielle Partnerschaft bereits seit 2014 bestanden hatte.[20] Im Mai 2019 wurde sie Teil der Williams Driver Academy und Entwicklungsfahrerin des Formel-1-Teams.[21]

Nachdem sie 2019 an drei Rennen der F3 Asian Championship teilgenommen hatte, absolvierte sie von Dezember 2019 bis Februar 2020 alle Rennen der neuen Saison. Für das Team Absolute Racing holte sie vier Podiumsplatzierungen und beendete die Meisterschaft auf Platz 4. Hierdurch erhielt sie 10 Superlizenz-Punkte.[22]

Chadwick trat 2020 für das Prema Powerteam in der Formula Regional European Championship an und wurde Neunte in der Gesamtwertung.[23]

Sie wurde als Fahrerin für die erste Saison der Extreme E im Jahr 2021 angekündigt.[24] Sie konnte jedoch aufgrund ihrer Verpflichtungen in der W Series an zwei Rennwochenenden der Extreme E nicht teilnehmen. Veloce Racing schloss die Saison auf Platz 7 der Teamwertung ab.[25]

Chadwick wurde 2021 mit dem Team Veloce Racing zum zweiten Mal Gesamtsiegerin der W Series.[26] 2022 trat sie erneut in der W Series an und gewann zum dritten Mal in Folge die Meisterschaft.[27]

Indy NXT

Am 21. September 2022 absolvierte Chadwick einen Test für Andretti Autosport in deren Indy Lights-Bolide in Sebring.[28] Daraufhin wurde am 1. Dezember angekündigt, dass Andretti die Fahrerin für die Indy NXT-Saison 2023 unter Vertrag genommen hat.[29] Die Saison beendete sie auf dem 12. Rang in der Meisterschaft.[30]

2024 zeigte Chadwick gegenüber der vorherigen Saison eine sofortige Verbesserung, kämpfte in den ersten Rennen an der Spitze des Feldes, erzielte aber aufgrund von Kollisionen und technischen Problemen sie keine Ergebnisse, die ihrem Tempo entsprachen.[31] Im sechsten Rennen in Road America verwandelte sie ihre erste Pole-Position in einen Start-Ziel-Sieg.[32] Auf dem Indianapolis Motor Speedway stand Chadwick mit Platz drei erneut auf dem Podium.[33]

Statistik

Karrierestationen

Weitere Informationen Saison, Serie ...
Saison Serie Team Rennen Siege Poles Schnellste
Runden
Podien Punkte Rang
2013 Ginetta Junior Championship JHR Developments 20 0 0 0 7 221 10.
2014 Ginetta Junior Championship JHR Developments 20 0 0 0 5 287 8.
2015 British GT Championship - GT4 Beechdean-AMR 7 2 0 0 5 164.5 1.
2016 British GT Championship - GT4 Generation AMR SuperRacing 6 0 0 0 0 29 15.
2017 BRDC British Formula 3 Double R Racing 24 0 0 0 1 264 9.
2018 BRDC British Formula 3 Douglas Motorsport 24 1 0 0 2 260 8.
2018–19 MRF Challenge Formula 2000 MRF Racing 15 6 0 5 9 280 1.
2019 W Series 6 2 3 0 5 110 1.
F3 Asian Championship Seven GP 3 0 0 0 0 18 14.
2019–20 F3 Asian Championship Absolute Racing 15 0 0 2 4 139 4.
2020 Formula Regional European Championship Prema Powerteam 23 0 0 0 1 80 9.
2021 W Series Veloce Racing 8 4 4 3 7 159 1.
2022 W Series Jenner Racing 7 5 3 4 6 143 1.
2023 Indy NXT Andretti Autosport 14 0 0 0 0 262 12.
2024 Indy NXT Andretti Autosport 14 1 1 0 2 310 7.
2025 European Le Mans Series - LMP2 IDEC Sport Racing
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Einzelergebnisse in der W Series

Weitere Informationen Jahr, Punkte ...
Jahr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Punkte Rang
2019 DeutschlandDeutschland HOC Belgien ZOL ItalienItalien MIS DeutschlandDeutschland NOR NiederlandeNiederlande ASS Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRA 110 1.
1 2 1 3 3 4
2021 OsterreichÖsterreich RBR OsterreichÖsterreich RBR Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich SIL Ungarn BUD Belgien SPA NiederlandeNiederlande ZAN Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AUS Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AUS 159 1.
6 1 3 1 2 2 1 1
2022 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MIA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MIA SpanienSpanien CAT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich SIL FrankreichFrankreich LEC Ungarn BUD Singapur SIN Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AUS Mexiko MEX Mexiko MEX 143 1.
1 1 1 1 1 2 DNF C C C
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Einzelergebnisse in der Formula Regional European Championship

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 Punkte Rang
2020 Prema Italien MISFrankreich LECOsterreich RBRItalien MUGItalien MNZSpanien CATItalien IMOItalien VLL 80 9.
3 8 6 10 10 9 DNF 10 5 9 7 8 10 DNF 8 10 9 10 DNF 9 10 8 C 7
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Weitere Informationen Legende, Farbe ...
Legende
FarbeAbkürzungBedeutung
GoldSieg
Silber2. Platz
Bronze3. Platz
GrünPlatzierung in den Punkten
BlauKlassifiziert außerhalb der Punkteränge
ViolettDNFRennen nicht beendet (did not finish)
NCnicht klassifiziert (not classified)
RotDNQnicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQin Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
SchwarzDSQdisqualifiziert (disqualified)
WeißDNSnicht am Start (did not start)
WDzurückgezogen (withdrawn)
HellblauPOnur am Training teilgenommen (practiced only)
TDFreitags-Testfahrer (test driver)
ohneDNPnicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJverletzt oder krank (injured)
EXausgeschlossen (excluded)
DNAnicht erschienen (did not arrive)
CRennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstigeP/fettPole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursivSchnellste Rennrunde
*nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
()Streichresultate
unterstrichenFührender in der Gesamtwertung
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Le-Mans-Ergebnisse

Weitere Informationen Jahr, Team ...
Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2025 FrankreichFrankreich IDEC Sport Oreca 07 FrankreichFrankreich Mathys Jaubert DeutschlandDeutschland André Lotterer Ausfall Reifenschaden
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Einzelergebnisse in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft

Weitere Informationen Saison, Team ...
Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8
2025 IDEC Sport Oreca 07 Katar KAT Italien IMO Belgien SPA Frankreich LEM Brasilien SAO Vereinigte Staaten AUS Japan FUJ Bahrain BAH
DNF
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Commons: Jamie Chadwick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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