Jorge Masvidal
US-amerikanischer MMA-Kämpfer
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Jorge Masvidal (* 12. November 1984 in Miami, Florida) ist ein ehemaliger US-amerikanischer MMA-Kämpfer, dessen Profikarriere von 2003 bis 2023 andauerte. Seit 2013 stand er bei der Ultimate Fighting Championship (UFC) unter Vertrag, wurde zeitweise auf Platz 3 der Rangliste im Weltergewicht geführt und war in dieser Gewichtsklasse auch zweimaliger Titel-Herausforderer des Champions Kamaru Usman. Mit nur fünf Sekunden, im Kampf gegen Ben Askren, hält er zudem seit 2019 den Rekord für den schnellsten Sieg in der Geschichte der UFC.
| Jorge Masvidal | |
|---|---|
| Daten | |
| Kampfname | Gamebred |
| Größe | 1,80 m |
| Gewicht | Weltergewicht |
| Nationalität | |
| Geburtsdatum | 12. November 1984 |
| Geburtsort | Miami |
| Team | American Top Team (ATT) in Coconut Creek |
| Kampfstil | Boxen |
| MMA-Statistik | |
| Siege | 35 |
| K. o. | 16 |
| Aufgabe | 2 |
| Punkte | 17 |
| Niederlagen | 17 |
| K. o. | 2 |
| Aufgabe | 2 |
| Punkte | 13 |
Beginn im Kampfsport
Masvidal wurde als Sohn zweier Einwanderer, einer Peruanerin und eines Kubaners, in Miami geboren. Er begann bereits im Alter von 14 Jahren an Straßenkämpfen teilzunehmen und bestritt später zahlreiche Faustkämpfe in Hinterhöfen, teilweise organisiert von Kimbo Slice, den er persönlich kannte. Neben dem Boxen trainierte er auch Karate und Ringen, letzteres an der High School. Auch während des Beginns seiner Profikarriere bestritt er noch Straßenkämpfe, wobei er diese laut eigener Aussage auf Anraten seines Trainers Paulino Hernández schließlich aufgab.[1][2]
Masvidal bestritt sein Profi-MMA-Debüt am 24. Mai 2003 im Alter von 18 Jahren und kämpfte in der Promotion Absolute Fighting Championship (AFC), wo er am 24. Juni 2006 den AFC-Meistertitel im Weltergewicht gewinnen konnte.[3] Zu diesem Zeitpunkt trainierte er an der Freestyle Fighting Academy (FFA) in Miami, der ersten MMA-Akademie in Südflorida.[4] Später kämpfte er vorwiegend bei den Organisationen BodogFIGHT, World Victory Road (Sengoku), Bellator Fighting Championships und Strikeforce, wobei er am 17. Dezember 2011 beim Kampf um den Strikeforce-Titel im Leichtgewicht nach Punkten gegen den späteren UFC-Kämpfer Gilbert Melendez verlor.[5]
Im Januar 2013 wurde Strikeforce vollständig in die UFC eingegliedert und übernahm deren Kämpfer, darunter Masvidal, der bis dahin eine Kampfbilanz von 23-7 aufweisen konnte.[6]
Ultimate Fighting Championship (UFC)
Sein Debüt in der Organisation bestritt er im Leichtgewicht am 20. April 2013 bei UFC on Fox 7 im kalifornischen San José im Alter von 28 Jahren und siegte einstimmig nach Punkten gegen den ehemaligen KOTC-Champion Tim Means.[7] Seinen zweiten Kampf gewann er am 27. Juli 2013 in Seattle per Würgegriff (Brabo Choke) durch Aufgabe seines bis dahin ungeschlagenen Gegners Michael Chiesa in der zweiten Runde. Chiesa war zuvor Gewinner des UFC-Turniers The Ultimate Fighter 15.[8] Am 6. November 2013 verlor Masvidal in Hopkinsville nach Punkten gegen den ehemaligen Sambo-Weltmeister Rustam Chabilow.[9]
2014 gewann er jeden seiner drei Kämpfe gegen Pat Healy[10], Daron Cruickshank[11] und James Krause[12], ehe er am 4. April 2015 bei UFC Fight Night 63 in Fairfax (Virginia) knapp und umstritten durch eine 1:2-Punktentschiedung (Split Decision) gegen den späteren Titel-Herausforderer Al Iaquinta unterlag.[13] 13 von 15 Medienvertretern hatten den Kampf für Masvidal gewertet.[14]
Danach stieg Masvidal in das Weltergewicht auf und gewann seinen ersten Kampf dieser Klasse am 12. Juli 2015 in Las Vegas durch KO in der ersten Runde gegen Cezar Ferreira, ein ehemaliger Mittelgewichtler und Gewinner des UFC-Turniers The Ultimate Fighter: Brazil.[15] Am 28. November 2015 verlor er jedoch bei UFC Fight Night 79 im südkoreanischen Seoul durch eine 1:2-Punktentscheidung gegen den ehemaligen UFC-Champion Benson Henderson, wobei Masvidal nur zwei Wochen vor dem Kampf als Ersatzgegner für den verletzungsbedingt ausgefallenen Thiago Alves eingesprungen war.[16] Auch seinen nächsten Kampf, am 29. Mai 2016 bei UFC Fight Night 88 in Las Vegas, verlor er per Split Decision nach Punkten gegen Lorenz Larkin.[17]
Nach einem einstimmigen Punktsieg gegen Ross Pearson (Gewinner von The Ultimate Fighter 9)[18] und einem TKO-Sieg in der ersten Runde gegen den auf Rang 15 (UFC #15) der Herausforderer geführten Jake Ellenberger[19], erzielte er am 28. Januar 2017 bei UFC on Fox 23 in Denver seinen bis dahin größten Erfolg, als ihm ein TKO-Sieg in der zweiten Runde gegen den ehemaligen Titel-Herausforderer Donald Cerrone (UFC #5) gelang, womit er dessen Ranking übernahm.[20][21]
Am 13. Mai 2017 verlor er bei UFC 211 in Dallas erneut mit einer Split Decision nach Punkten gegen Demian Maia (UFC #3)[22] und am 4. November 2017 bei UFC 217 in New York City einstimmig nach Punkten gegen Stephen Thompson (UFC #2).[23] Nach diesen beiden Niederlagen kam Masvidal am 16. März 2019 bei UFC Fight Night 147 in London mit einem KO-Sieg in der zweiten Runde gegen den ehemaligen Titel-Herausforderer Darren Till (UFC #3) eindrucksvoll zurück.[24] Seinen nächsten Kampf bestritt er am 6. Juli 2019 bei UFC 239 in Las Vegas gegen Ben Askren (UFC #5), ein ehemaliger Bellator- und ONE-Champion, der sein UFC-Debüt vier Monate zuvor in der ersten Runde gegen den späteren UFC-Hall of Famer Robbie Lawler gewonnen hatte. Masvidal erzielte einen der spektakulärsten MMA-Momente, als er Askren nach nur fünf Sekunden der ersten Runde per Flying Knee durch KO besiegte[25] und dadurch den bis dato schnellsten Sieg und auch schnellsten KO der UFC-Geschichte errang (Stand: November 2025).[26] Am 2. November 2019 gewann er zudem bei UFC 244 in New York City durch TKO in Runde 3 gegen Nate Diaz (UFC #7) und erhielt dadurch auch den erstmals von der UFC vergebenen Prestige-Gürtel des „BMF“ (Baddest Motherfucker).[27][28]
Als Nummer 3 der Herausforderer konnte er dann am 11. Juli 2020 bei UFC 251 in Abu Dhabi um den UFC-Titel im Weltergewicht kämpfen, verlor jedoch einstimmig nach Punkten gegen den Champion Kamaru Usman. Masvidal war mit nur sechs Tagen Vorlaufzeit als Ersatzgegner des aufgrund einer Erkrankung verhinderten Herausforderers Gilbert Burns bestimmt worden.[29] Auch den Rückkampf gegen Usman, am 24. April 2021 bei UFC 261 in Jacksonville (Florida), verlor Masvidal durch KO in Runde 2, wobei es sich um die erste vorzeitige Niederlage in seiner Karriere handelte.[30]
Am 5. März 2022 verlor er bei UFC 272 in Las Vegas einstimmig nach Punkten gegen den ehemaligen Titel-Herausforderer Colby Covington[31] und verlor auch am 8. April 2023 bei UFC 287 in Miami einstimmig gegen Gilbert Burns (UFC #5), wonach er sein Karriereende verkündete.[32]
Weblinks
- Jorge Masvidal, UFC
- Jorge Masvidal, Sherdog
