Katie Uhlaender
US-amerikanische Skeletonpilotin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Katie Uhlaender (* 17. Juli 1984 in Vail, Colorado) ist eine US-amerikanische Skeletonpilotin. Sie ist zweifache Weltmeisterin und nahm zwischen 2006 und 2022 an fünf Olympischen Winterspielen teil.
| Katie Uhlaender | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nation | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtstag | 17. Juli 1984 (42 Jahre) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtsort | Vail, Colorado | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Größe | 160 cm | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gewicht | 61 kg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Karriere | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Disziplin | Skeleton | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nationalkader | seit 2002 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Status | aktiv | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Medaillenspiegel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Platzierungen im WC/EC/NAC/IC | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| letzte Änderung: 16. Februar 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Uhlaender begann im Alter von 18 Jahren mit dem Skeletonsport. Sie stieg schnell in die internationale Spitze auf und debütierte 2004 im Skeleton-Weltcup. Zwischen 2006 und 2012 entschied sie elf Wettkämpfe in der Rennserie für sich. 2006/07 und 2007/08 siegte sie im Gesamtweltcup. Während ihrer Laufbahn unterzog sich Uhlaender insgesamt mehr als zehn Operationen, was sie regelmäßig im Training zurückwarf. Nach mehreren Jahren ohne internationale Erfolge gewann sie 2012 zwei Weltmeisterschafts-Goldmedaillen. Ihr bestes Ergebnis bei Olympischen Winterspielen fuhr sie 2014 in Sotschi als Vierte ein. Seit dem Tod ihres Freundes Steven Holcomb 2017 setzt sich Uhlaender öffentlich für eine stärkere Berücksichtigung der psychischen Gesundheit von Sportlern ein.
Werdegang
Frühe Lebensjahre und Anfänge im Skeleton (bis 2005)
Katie Uhlaenders Eltern sind Ted Uhlaender (1939–2009) – Sohn deutscher Immigranten in die Vereinigten Staaten und Major-League-Baseballspieler in den 1960er- und 1970er-Jahren[1] – und seine zweite Ehefrau Karen,[2] eine Sport- und Skilehrerin.[3] Katie Uhlaender hat drei Brüder und eine Schwester.[4] Sie wurde 1984 in Vail im US-Bundesstaat Colorado geboren und wuchs in McGregor, Texas, sowie in Breckenridge, Colorado, auf.[5] Beeinflusst durch ihre Eltern begann sie früh mit verschiedenen Sportarten: Während ihrer High-School-Zeit in Texas spielte sie Baseball. Außerdem trat sie unter anderem in der Leichtathletik und im Gewichtheben an. In Colorado verdiente Uhlaender noch zu Schulzeiten Geld als Ski- und Snowboardlehrerin.[6] Ihren schulischen Abschluss machte sie 2002 an der Summit High School in Breckenridge.[7]
Mit 18 Jahren begegnete Uhlaender in einem Fitnessstudio Sara Sprung aus dem US-amerikanischen Bobnationalteam.[8] Über die Freundschaft zu Sprung fand sie im Winter 2002/03 zum Schlittensport. Weil sie mit einem Körpergewicht von etwa 60 Kilogramm für den Bobsport zu leicht war, fing sie stattdessen mit Skeleton an. Das Gefühl, mit dem Kopf voran durch einen Eiskanal zu fahren, verglich sie später mit Fliegen, sie fühle sich dabei frei.[9] In ihrer ersten Saison gewann Uhlaender auf der Kunsteisbahn in Lake Placid sowohl bei den Juniorinnen als auch bei den Erwachsenen den nationalen Meistertitel.[10] Zudem erreichte sie ein Top-Ten-Ergebnis bei der Juniorenweltmeisterschaft in Königssee.[8] Im November 2003 verpasste sie auf dem Utah Olympic Park Track die Qualifikation für den US-Weltcupkader. Stattdessen startete sie im Winter 2003/04 im zweitklassigen America’s Cup, wo sie vier Rennen und die Gesamtwertung für sich entschied. Zum Saisonende feierte sie zudem einen Sieg im Europacup, gewann die Silbermedaille bei der Junioren-WM und verteidigte ihren nationalen Meistertitel.[11]
2004/05 debütierte Uhlaender im Skeleton-Weltcup. Ihr bestes Saisonergebnis erzielte sie beim Heimrennen in Lake Placid als Zweite.[12] Bei den Weltmeisterschaften 2005 wurde sie Siebte. Zu Uhlaenders größten Konkurrentinnen gehörte über weite Teile ihrer Laufbahn ihre anderthalb Jahre ältere Landsfrau Noelle Pikus-Pace, die unter anderem 2004/05 als erste Amerikanerin den Gesamtweltcup gewann. Uhlaender erklärte 2005, die teaminterne freundschaftliche Rivalität sporne beide Pilotinnen an.[9] Insgesamt bescheinigten ihre Trainer ihr eine ausgesprochen wettbewerbsorientierte Mentalität[8] und eine große Bereitschaft, Tipps anzunehmen und umzusetzen.[9] Im Frühjahr und Sommer 2005 unterzog sich Uhlaender zwei Operationen am linken Fuß: Jahre zuvor hatte sie sich als Schülerin bei einem Kletterausflug den Knöchel gebrochen, die Operation aber auch nach der Diagnose 2004 aufgeschoben, um die Saison vollständig bestreiten zu können.[13]
Siege im Gesamtweltcup und Rückschläge (2005 bis 2010)
Uhlaender qualifizierte sich als einzige US-Skeletonpilotin für die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin.[14] Im dortigen Wettkampf auf dem Cesana Pariol belegte sie Rang sechs von fünfzehn Teilnehmerinnen. Im Sommer 2006 arbeitete sie als Produktionsmitarbeiterin für die 13. Staffel der Realityshow Survivor auf den Cookinseln.[15] Später kehrte sie mehrmals (für die Staffeln 16 sowie 40 bis 42) als Kameraassistentin an das Set von Survivor zurück und lobte die enge, familiäre Atmosphäre.[16] Nach ihrem ersten Aufenthalt im Südpazifik sagte Uhlaender, sie sei in der besten mentalen Verfassung ihrer Laufbahn in den Winter 2006/07 gestartet.[15] Sie gewann fünf von acht Saisonrennen im Weltcup und damit die Gesamtwertung der Wettkampfserie. Bei den Weltmeisterschaften 2007 platzierte sie sich hinter Noelle Pikus-Pace und Maya Pedersen auf dem Bronzerang. 2007/08 siegte Uhlaender in vier Weltcuprennen und verteidigte damit ihren Erfolg im Gesamtweltcup. Sie gewann bei den Weltmeisterschaften auf der Bahn von Altenberg die Silbermedaille hinter Anja Huber sowie zusätzlich Bronze im kombinierten Bob- und Skeleton-Mannschaftswettbewerb.
Im April 2008 riss sich Uhlaender bei einem Skiunfall in Kanada das vordere Kreuzband und das innere Seitenband im rechten Knie. Zudem erhielt ihr Vater 2008 eine Krebsdiagnose mit Multiplem Myelom. Er starb im Februar 2009.[13] In der Weltcupsaison 2008/09 erreichte Uhlaender nur ein Podestergebnis – einen zweiten Rang in Park City – und belegte bei der Heim-WM in Lake Placid die siebte Position (neben einer weiteren Bronzemedaille im Teamwettbewerb). Wenige Wochen nach dem Saisonende brach sie sich beim Schneemobilfahren die linke Kniescheibe. In den folgenden Monaten wurde sie insgesamt viermal an der Kniescheibe operiert, was ihre Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver deutlich behinderte.[13] Im Winter 2009/10 blieb ein fünfter Platz Uhlaenders bestes Ergebnis im Weltcup, bei Olympia platzierte sie sich auf dem elften Rang. Rückblickend auf diese Zeit sprach Uhlaender später davon, sie sei „lange Zeit in einer wirklich schlechten Verfassung“ gewesen (im Original: „I was in a really bad place for a long time“):[17]
“My spirit was broken, and although there were good times sprinkled in with the bad, I spent much of the next few years picking up the pieces and putting them back together.”
„Mein Wille war gebrochen, und obwohl es neben den schlechten Zeiten auch einige gute gab, verbrachte ich einen Großteil der nächsten Jahre damit, die Scherben aufzulesen und wieder zusammenzusetzen.“
Wiedererstarken: Weltmeistertitel und Platz vier bei Olympia in Sotschi (2010 bis 2014)
Unterstützung erfuhr Uhlaender ab 2010 insbesondere durch die Skirennläuferin und Olympiasiegerin von 1998 Picabo Street, mit der sie sich anfreundete und die sie als Mentorin und Inspiration bezeichnete.[19] Street habe ihr geholfen, wieder zu sehen, dass sie ihr Leben selbst gestalten könne.[20] Uhlaender zog in den Nordwesten von Kansas, wo ihr Vater Jahre zuvor in Atwood, Rawlins County, eine Farm mit einer Grundfläche von etwa 800 Acre gekauft hatte, die nach seinem Tod weiterhin im Familienbesitz blieb. Sie baute auf der Farm Weizen, Mais sowie Luzerne an und hielt Rinder.[21][22] Auf den Rat ihres Vaters hatte Uhlaender schon 2007 vom Preisgeld für ihren Gesamtweltcupsieg in Höhe von 10.000 US-Dollar zehn schwangere Kühe gekauft. Laut einem Bericht des Wall Street Journals aus dem Jahr 2012 waren die jährlichen Einkünfte aus dem Rinderverkauf, etwa 5.000 US-Dollar, ihre Haupteinnahmequelle. Zusammen mit einem Stipendium des Nationalen Olympischen Komitees, Preisgeldern und einigen Sponsorenverträgen verdiente sie zu diesem Zeitpunkt nach eigener Aussage „gerade genug zum Überleben“ (im Original: „just enough to survive“) und um das Equipment für den Skeletonsport – etwa Kufen, Rennanzug und Helm – zu bezahlen.[23] Nach dem Verlust von Nike als Sponsor, einer Kürzung ihres Stipendiums sowie einer Dürre auf der Familienfarm startete sie 2013 eine Fundraising-Kampagne auf der Online-Plattform RallyMe.[24]
Im September 2010 unterzog sich Uhlaender einer Operation an der linken Hüfte, die eine weitere Folge ihres Schneemobilunfalls vom Frühjahr 2009 war.[13] Nach einigen Rennen in den niederklassigen Serien trat sie erst ab Januar 2011 wieder im Weltcup an, wo sie wie auch bei den Weltmeisterschaften auf der Bahn am Königssee kein Podestergebnis erzielte. Im Weltcupwinter 2011/12 erreichte Uhlaender bei sechs Starts als bestes Resultat einen dritten Rang in La Plagne und belegte schließlich die elfte Position in der Gesamtweltcupwertung. Am Saisonende gewann sie bei den Weltmeisterschaften auf ihrer Heimbahn in Lake Placid den Weltmeistertitel. Sie fuhr in allen vier Läufen konstant gute Zeiten und hatte im Klassement letztlich 0,17 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierte Kanadierin Mellisa Hollingsworth.[25] Wenige Tage zuvor hatte Uhlaender bereits die Goldmedaille im Teamwettkampf gewonnen. Monate später sprach sie davon, die Triumphe bei den Weltmeisterschaften hätten sie „von einem Fluch erlöst“ (im Original: „I broke the curse when I won worlds“): Nachdem sie lange Zeit keine Kraft in ihren Beinen gespürt habe, habe sie beim Training im Juni 2012 wieder die Werte aus ihrer dominanten Phase fünf Jahre zuvor erreicht und keine Schmerzen mehr in ihrer Hüfte und im Knie gespürt.[17] Im Frühjahr nahm sie außerdem im Gewichtheben an der US-Olympiaausscheidung für die Sommerspiele in London teil, für die sie sich im Dezember 2011 mit einem zweiten Platz bei den American Open qualifiziert hatte.[26] Mit nur einem gültigen Versuch verpasste sie als Gewichtheberin die Qualifikation für Olympia.[27]
2012/13 gewann Uhlaender zwei Skeleton-Weltcuprennen und wurde Dritte in der Gesamtwertung der Serie.[28] Im Oktober 2013 zog sie sich bei einem Trainingslauf in Lake Placid eine Gehirnerschütterung zu. Die daraus resultierenden Symptome, insbesondere Sehstörungen, schränkten sie über weite Teile der anschließenden olympischen Weltcupsaison ein.[29][30] Sie belegte Rang zwölf im Gesamtweltcup, erreichte aber den vierten Platz im olympischen Skeletonrennen von Sotschi 2014. Ihr Rückstand auf die drittplatzierte Russin Jelena Nikitina betrug vier Hundertstelsekunden. Als Folge des McLaren-Reports über russisches Staatsdoping wurde Nikitinas Bronzemedaille Ende 2017 vorübergehend aberkannt. Ihre Disqualifikation wurde wenige Monate später vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen ungenügender Beweislage aufgehoben. Uhlaender blieb somit Vierte und rückte nicht auf einen Medaillenrang vor. Sie äußerte sich öffentlich sehr enttäuscht über die Entscheidung.[31] Bei einer Anhörung der Kommission über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa – bei der es um die Einführung eines Gesetzes ging, das internationales Sportdoping zu einem Strafbestand erklären sollte – sagte Uhlaender im Juli 2018, für sie habe es die Bedeutung von Sport und der Olympischen Spiele zunichtegemacht, dass ihr die Medaille verweigert blieb.[32] Im Rahmen von Olympia 2022 kritisierte sie das Anti-Doping-System erneut: Es sei abhängig vom Internationalen Olympischen Komitee, das zu wenig tue, um ungedopte Athleten zu schützen.[33]
Weitere Olympiateilnahmen und Einsatz für psychische Gesundheit (2014 bis 2022)

Uhlaenders linke Hüfte war nach der Operation 2010 nicht vollständig verheilt, weswegen sie sich im Herbst 2014 einer weiteren Operation unterziehen musste. Hinzu kam im März 2015 eine erneute Operation am linken Knöchel, den sie sich als Schülerin gebrochen hatte. Sie setzte die Saison 2014/15 im Skeleton komplett aus und begann stattdessen mit dem Bahnradsport. Im Sommer 2015 nahm sie an den US-Radmeisterschaften teil, wobei ihre Zeiten im Zeitfahren um mehrere Sekunden und somit deutlich von der internationalen Spitze entfernt waren.[34] Der Radsport blieb für Uhlaender eine Zusatzsportart, 2018 wurde sie gemeinsam mit Mandy Marquardt US-Meisterin im Teamsprint.[35] Nach einer Leberbiopsie im Dezember 2016 wurde ihr eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert, gegen die sie fortan Medikamente nehmen musste.[13]
Im Skeleton-Weltcup erreichte Uhlaender in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre keine weitere Podestplatzierung, fuhr aber mehrmals unter die ersten zehn und gewann außerdem Rennen in den niederklassigen Serien des Nordamerikacups und des Intercontinentalcups (wo sie 2015/16 auch die Gesamtwertung für sich entschied).[36] Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang belegte sie den 13. Rang. Ihr Training, Material und ihre Reisen finanzierte sie in dieser Zeit mit der Arbeit für eine neurologische Klinik, bei der sie unter anderem über Gehirnerschütterungen aufklärte.[37] Während der COVID-19-Pandemie Anfang der 2020er-Jahre arbeitete sie in Lake Placid als Assistentin in der Baumpflege.[38] In der Vorbereitung auf ihre fünfte Olympiateilnahme 2022 erhielt sie außerdem ein Stipendium von Level Field, einem Fonds zur Unterstützung von Spitzensportlern.[39] Bei den Winterspielen von Peking belegte sie im Yanqing National Sliding Center den sechsten Platz. Mit 37 Jahren war sie die älteste Frau im US-amerikanischen Olympiakader.[40]
Im Mai 2017 fand Uhlaender den eng mit ihr befreundeten Bob-Olympiasieger Steven Holcomb tot auf seinem Zimmer im Trainingszentrum in Lake Placid auf.[18.2] Bei der Autopsie wurden Alkohol und Schlafmittel in seinem Blut festgestellt. Es blieb unklar, ob er sich das Leben genommen hatte.[41] Uhlaender und Holcomb kannten sich 14 Jahre, hatten viel Zeit miteinander verbracht und sich in Krankheitsphasen gegenseitig unterstützt.[18.2][42] Nach ihrem WM-Titel 2012 hatte Uhlaender Holcomb als „ihren Fels“ bezeichnet, der ihr vor dem Wettkampf Ruhe und Zuversicht vermittelt habe.[43] Holcombs Tod bezeichnete Uhlaender als „großen Weckruf in Bezug darauf, was es bedeutet, psychische Probleme zu erkennen und wie man damit umgeht“ (im Original: „huge wake-up call in terms of what it means to identify mental health struggles and how to handle it“).[18.3] Sie sprach in der Folge offen über eigene psychische Probleme, schrieb im August 2020 in einem Meinungsbeitrag über postolympische Depression – das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Identitätsverlust nach dem Wettkampf – und ließ sich für die von Michael Phelps koproduzierte HBO-Dokumentation „The Weight of Gold“ interviewen.[6] Sie betonte, wie wichtig es sei, Gefühle nicht dauerhaft zu unterdrücken, wie es Sportlern oft nahegelegt werde.[18.4]
Weitere Podestplätze im Weltcup und Kontroverse um sechste Olympiateilnahme (seit 2022)
Mehr als zehn Jahre nach ihrem letzten Weltcup-Podestergebnis (2013) fuhr Uhlaender im Januar 2024 beim Skeleton-Weltcuprennen auf der Bahn in St. Moritz auf den dritten Rang hinter Kimberley Bos und Valentina Margaglio.[44] Im späteren Verlauf des Weltcupwinters 2023/24 erreichte Uhlaender gemeinsam mit ihrem Landsmann Austin Florian einen weiteren dritten Platz im neugeschaffenen Mixed-Teamrennen in Altenberg[45] sowie Position vier beim Saisonabschluss in Lake Placid. Der Wettkampf in Lake Placid war gleichzeitig die erste vom Weltverband IBSF ausgetragene Panamerikameisterschaft, in deren Wertung nur die Ergebnisse amerikanischer Sportlerinnen eingingen. Hier gewann Uhlaender Silber hinter ihrer Teamkollegin Mystique Ro.[46] 2025 belegte sie in Lake Placid Platz 13 bei ihrer insgesamt zehnten WM-Teilnahme.[47]
Uhlaender wurde im November 2025 nach internen Ausscheidungsrennen nicht in das vierköpfige US-Skeleton-Weltcupteam für die Saison 2025/26 aufgenommen.[48] Um dennoch Punkte für die Weltrangliste zu sammeln und sich für die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo zu qualifizieren, trat sie in den niederklassigen Wettkampfserien des Asiencups und des Nordamerikacups an. Dort entschied sie mehrere Wettkämpfe für sich, darunter drei Rennen des Nordamerikacups in Lake Placid zwischen dem 6. und dem 11. Januar 2026. Weil zum dritten dieser Rennen nur noch zwei statt zuvor sechs kanadische Athletinnen antraten und die Teilnehmerzahl dadurch unter 21 Pilotinnen sank, erhielt Uhlaender für ihren Sieg in diesem Rennen gemäß der IBSF-Regeln nur eine um 25 % reduzierte Punktzahl von 90 statt 120 Punkten. Sie verpasste die Olympiaqualifikation letztlich um 18 Punkte. Uhlaender sagte gegenüber CNN, der kanadische Trainer Joe Cecchini – den sie als langjährigen Freund bezeichnete – habe ihr in einem Telefonat erklärt, einige seiner Athletinnen zurückgezogen zu haben, um die Olympiateilnahme anderer Kanadierinnen sicherzustellen. Sie fühle sich verpflichtet, das öffentlich zu machen, weil sie für die Integrität des Sportes einstehen wolle und die Aktion mit Doping vergleichbar sei.[49][50] Die IBSF stellte fest, dass das kanadische Team gegen keine Regeln verstoßen habe (wenngleich eine Berufungskammer Uhlaenders Vorwürfe als zutreffend einschätzte)[51], die Ad-hoc-Abteilung des Internationalen Sportgerichtshof CAS erklärte sich für nicht zuständig. Auch ein offener Brief des US-amerikanischen Olympischen Komitees an die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees Kirsty Coventry mit der Forderung, Uhlaender einen zusätzlichen Startplatz zuzustehen, hatte keine Folge.[52] Uhlaender nahm nicht an den Winterspielen 2026 teil, wurde aber vom dänischen Verband als Zuschauerin eingeladen.[51]
Öffentliches Bild und Einschätzungen

Amerikanische Medien hoben in ihrer Berichterstattung über Katie Uhlaender ihr Durchhaltevermögen hervor: Das Netzwerk NBC bezeichnete sie in seiner Vorberichterstattung zu den Olympischen Winterspielen 2022 angesichts ihrer fünf Olympiateilnahmen (ohne Medaillengewinn) als „Musterbeispiel für Widerstandsfähigkeit und Hartnäckigkeit“ (im Original: „an example of resilience and tenacity“), auch wenn ihr Name den meisten Amerikanern nicht bekannt sei.[53] Der Sportreporter Adam Kilgore beschrieb 2018 in der Washington Post die vielen privaten und gesundheitlichen Rückschläge in Uhlaenders Karriere und zitierte ihren Teamkollegen Matthew Antoine mit der Einschätzung, sie sei nicht unterzukriegen und nutze Rückschläge, um daraus neue Motivation zu gewinnen. Kilgore nannte Uhlaender „temperamentvoll und doch knallhart, fröhlich und cool, in einem Moment lächelnd und im nächsten weinend“ (im Original: „bubbly yet badass, joyous and rad, smiling one moment and crying the next“), sie habe keine Scheu Emotionen zu zeigen.[54] Das Orange County Register sah in Uhlaender „eine menschliche Rakete […] voller Energie, Ehrgeiz, Trotz, roher Kraft und Mut“ (im Original: „a human rocket of […] energy, ambition, defiance, raw power and guts“).[55]
Die Medienwissenschaftler Andrew Billings und Scott Parrott interviewten Uhlaender als ein Fallbeispiel für ihre 2023 erschienene Studie über psychische Gesundheit in der medialen Sportberichterstattung. Dort beschreiben die Autoren sie als überaus belesen und offenbar ständig auf der Suche nach Erkenntnissen. Sie zitiere unter anderem Aristoteles, Carl Gustav Jung und Michel Foucault. Sie wolle nicht auf das Etikett der Sportlerin beschränkt werden, strebe ein sozialwissenschaftliches Bachelorstudium an und habe eine Leidenschaft fürs Fotografieren.[18.4]
Als Markenzeichen hatte Uhlaender in den 2010er-Jahren über längere Zeit ihre Haare rot gefärbt.[56] Ab den Olympischen Spielen 2014 trat sie mit einem Skeleton-Helm an, der einen Weißkopfseeadler – den Wappenvogel der USA – sowie die Stars and Stripes der Flagge der Vereinigten Staaten abbildet.[19]
Statistik
Olympische Winterspiele
Weltmeisterschaften
| Weltmeisterschaften | Einzel | Team | |
|---|---|---|---|
| Jahr | Ort | ||
| 2005 | 7. | ||
| 2007 | |||
| 2008 | |||
| 2009 | 7. | ||
| 2011 | 9. | 9. | |
| 2012 | |||
| 2013 | 7. | 8. | |
| 2016 | 10. | 9. | |
| 2021 | 6. | – | |
| 2025 | 13. | – | |
Weltcup
Weltcupbilanz
Die folgende Tabelle nennt für jede Weltcupsaison seit 2004/05, in der Uhlaender mindestens ein Rennen bestritt, folgende Informationen: zunächst die Zahl der insgesamt erreichten ersten, zweiten und dritten Plätze Uhlaenders, die in den folgenden Spalten nach Disziplin (Einzel und Team) aufgeschlüsselt werden. Die Spalte GWC nennt zudem Uhlaenders Platzierung in der Gesamtweltcupwertung.
| Saison | Gesamt | Einzel | Team | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | 2. | 3. | 1. | 2. | 3. | GWC | Pkt. | 1. | 2. | 3. | |
| 2004/05 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 6. | 431 | 0 | 0 | 0 |
| 2005/06 | 0 | 0 | 2 | 0 | 0 | 2 | 4. | 377 | 0 | 0 | 0 |
| 2006/07 | 5 | 1 | 0 | 5 | 1 | 0 | 1. | 715 | 0 | 0 | 0 |
| 2007/08 | 4 | 1 | 1 | 4 | 1 | 1 | 1. | 1670 | 0 | 0 | 0 |
| 2008/09 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 3. | 1466 | 0 | 0 | 0 |
| 2009/10 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 7. | 1232 | 0 | 1 | 0 |
| 2010/11 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 24. | 328 | 0 | 0 | 0 |
| 2011/12 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 11. | 1024 | 0 | 0 | 0 |
| 2012/13 | 2 | 2 | 1 | 2 | 2 | 0 | 3. | 1580 | 0 | 0 | 1 |
| 2013/14 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 12. | 944 | 0 | 0 | 0 |
| 2016/17 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 16. | 756 | 0 | 0 | 0 |
| 2017/18 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 12. | 968 | 0 | 0 | 0 |
| 2020/21 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 18. | 592 | 0 | 0 | 0 |
| 2021/22 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 13. | 992 | 0 | 0 | 0 |
| 2023/24 | 0 | 0 | 2 | 0 | 0 | 1 | 15. | 816 | 0 | 0 | 1 |
| 2024/25 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 18. | 681 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 11 | 7 | 7 | 11 | 6 | 5 | 0 | 1 | 2 | ||
Weltcupsiege
Die folgende Tabelle nennt alle elf Weltcupsiege Uhlaenders sowie die Bahnen, auf denen sie diese erreichte.[57]
| Datum | Bahn | Ort |
|---|---|---|
| 30. Nov. 2006 | Bob- und Rennschlittenbahn im Canada Olympic Park | |
| 7. Dez. 2006 | Utah Olympic Park Track | |
| 15. Dez. 2006 | Olympia-Bobbahn Mount Van Hoevenberg | |
| 12. Jan. 2007 | Spiral | |
| 16. Feb. 2007 | Bobbahn Winterberg | |
| 14. Dez. 2007 | Olympia-Bobbahn Mount Van Hoevenberg | |
| 18. Jan. 2008 | Cesana Pariol | |
| 25. Jan. 2008 | Olympia Bob Run St. Moritz–Celerina | |
| 1. Feb. 2008 | Kunsteisbahn Königssee | |
| 16. Nov. 2012 | Utah Olympic Park Track | |
| 15. Dez. 2012 | Piste de La Plagne |
Literatur
- Andrew C. Billings und Scott Parrott: Case Study: Katie Uhlaender, Olympic Skeleton. In: Head Game: Mental Health in Sports Media. Peter Lang, New York 2023, ISBN 978-1-4331-9109-1. S. 173–180.
Weblinks
- Katie Uhlaender in der Datenbank der International Bobsleigh & Skeleton Federation
- Katie Uhlaender in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
- Ergebnisse bei the-sports.org (englisch)
- Profil auf der Website des US-Verbands (englisch)