Lelliottia
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Lelliottia ist eine Gattung von Bakterien. Arten von Lelliottia sind Erreger der „Wetwood“-Krankheit bei Ulmen und der Weichfäule bei Obst und Gemüse und werden auch aus Wasser, fermentierten Muscheln und klinischen Proben isoliert.[1]
| Lelliottia | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lelliottia | ||||||||||||
| Brady et al. 2013 |
Merkmale
Die Zellen sind gerade Stäbchen mit abgerundeten Enden, mit einer Größe von 0,6–1,0 × 1,5–3,0 μm. Sie sind durch peritriche Flagellen beweglich. Auf Trypton-Soja-Agar oder Nähragar (NA) sind die Kolonien nach 48 Stunden bei 30 °C beige, nicht pigmentiert und durchscheinend. Sie haben einen Durchmesser von etwa 2–4 mm, sind kreisförmig, glatt mit glatten Rändern und konvex.[1]
Wachstum und Stoffwechsel
Die Arten sind fakultativ anaerob, sie können sowohl in Gegenwart mit Sauerstoff durch die Atmung als auch unter völligen Sauerstoffausschluss wachsen. Im letzteren Fall nutzen sie die Fermentation (Gärung) als Stoffwechselweg.[1]
Das optimale Wachstum von Lelliottia-Arten erfolgt in der Regel bei 30 °C, toleriert werden meist 10 bis zu 40 °C. Stämme von Lelliottia jeotgali (syn. Lelliottia aquatilis) können bis zu 45 °C wachsen. Der optimale pH-Wert für das Wachstum liegt bei 8, toleriert wird der Bereich von pH 4–11. Alle Arten fermentieren viele verschiedene Verbindungen, wie z. B. Glukose, D-Mannitol, Salicin, L-Arabinose und Arbutin. Lelliottia-Arten lassen sich anhand ihrer Fermentation und Nutzung von Kohlenstoffquellen unterscheiden.[1]
Sie sind positiv für β-Galactosidase- und Ornithindecarboxylase-Aktivität, aber negativ für Lysin-Decarboxylase, Tryptophan-Deaminase, Gelatinase, Indol, H2S- und Urease-Produktion. Die Produktion von Arginin-Dihydrolase und Acetoin ist variabel. Citrat wird verwertet und Esculin wird hydrolysiert. Die Arten sind zur Nitratatmung (Denitrifikation) fähig: Unter anaeroben Bedingungen wird Nitrat zu Nitrit reduziert und hierdurch Energie gewonnen.[1]
Genetik
Für Arten von Lelliottia liegen Daten zur Sequenzierung des gesamten Genoms vor, wobei die meisten vollständigen Assemblierungen zu L. amnigena gehören. Die Genomgrößen reichen von 4,4 Mega-Basenpaare bei L. amnigena, 4,6 Mb bei L. nimipressuralis und L. jeotgali bis zu 4.8 bis 5.3 Mb bei Stämmen von Lelliottia wanjuensis.[1][2]
Systematik
Zwei Arten, die zuvor zur Gattung Enterobacter gehörten, nämlich Enterobacter amnigenus und Enterobacter nimipressuralis, wurden in die neue Gattung Lelliottia als Lelliottia amnigena comb. nov. bzw. Lelliottia nimipressuralis comb. nov. umklassifiziert. Die zuvor beschriebene Art L. aquatilis wurde als späteres heterotypisches Synonym von L. jeotgali neu klassifiziert.[2]
Lelliottia ist benannt zu Ehren des britischen Mikrobiologen R.A. Lelliott für seine Beiträge zum Verständnis bakterieller Pflanzenkrankheiten, speziell in Bezug auf die Enterobakterien.
Es folgt eine Liste einige Arten der Gattung Lelliottia:[3]
- Lelliottia amnigena (Izard et al. 1981) Brady et al. 2013
- Lelliottia jeotgali Yuk et al. 2018
- Lelliottia nimipressuralis (Carter 1945) Brady et al. 2013
- "Lelliottia steviae" Lin et al. 2022
- Lelliottia wanjuensis Lee et al. 2025
Ökologie
Lelliottia-Arten wurden aus verschiedenen Quellen isoliert, darunter sowohl aus der Umwelt als auch aus klinischen Proben. Lelliottia nimipressuralis wurde als Erreger der „Wetwood“-Krankheit (bakteriellem Nassholz) bei Ulmen (Ulmus spp.) in den USA und im Iran und in jüngerer Zeit auch von der Hängebirke (Betula pendula) in der Ukraine isoliert. Darüber hinaus wurde L. nimipressuralis aus tropischen Luftproben in Singapur und in seltenen Fällen als Ursache für Pseudobakteriämie isoliert. Lelliottia amnigena wird häufiger isoliert als andere Arten, mit Berichten aus Obst und Gemüse wie Karotten, Salat und Radieschen, Erdbeeren, Zuckerrüben und Zwiebeln, wo es eine Reihe von Fäulnis- und Nacherntekrankheiten verursacht. Die Art Lelliottia amnigena wurde aus Brunnenwasser und Quellen isoliert, der Typstamm wurde aus dem Boden isoliert. Stämme wurden auch aus Hühnerfleisch, Hackfleisch und pasteurisierter Milch sowie aus klinischen Proben isoliert. Ein einzelner Stamm von L. jeotgali wurde aus traditionell fermentierten koreanischen Muscheln (jogae-jeotgal) isoliert, während sein heterotypisches Synonym, L. aquatilis, aus Trinkwasserspeichern in Deutschland isoliert wurde.[1]