Enzesfeld-Lindabrunn

Marktgemeinde im Bezirk Baden, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Enzesfeld-Lindabrunn ist eine Marktgemeinde mit 4315 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) in Niederösterreich im Bezirk Baden. Den Namen trägt sie seit der Gemeindezusammenlegung im Jahre 1970.[1]

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Enzesfeld-Lindabrunn
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Enzesfeld-Lindabrunn
Enzesfeld-Lindabrunn (Österreich)
Enzesfeld-Lindabrunn (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Fläche: 15,77 km²
Koordinaten: 47° 55′ N, 16° 11′ O
Höhe: 314 m ü. A.
Einwohner: 4.315 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 274 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2544, 2551, 2552
Vorwahl: 02256
Gemeindekennziffer: 3 06 08
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Rathausplatz 1
2551 Enzesfeld-Lindabrunn
Website: enzesfeld-lindabrunn.at
Politik
Bürgermeister: Stefan Rabl (LS)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(25 Mitglieder)
    
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Enzesfeld-Lindabrunn im Bezirk Baden
Lage der Gemeinde Enzesfeld-Lindabrunn im Bezirk Baden (anklickbare Karte)BadenBerndorfHeiligenkreuzPottensteinSeibersdorf
Lage der Gemeinde Enzesfeld-Lindabrunn im Bezirk Baden (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Enzesfeld und Lindabrunn (oben rechts) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Die Gemeinde liegt an der Triesting in den östlichen Ausläufern der Niederösterreichischen Kalkalpen am Rand des Wiener Beckens.

Die Seehöhe von Enzesfeld beträgt 314 m ü. A. und die von Lindabrunn 331 m. Die Gemeinde hat eine Fläche von 15,77 km², der Anteil der Waldfläche beträgt 60,71 %.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus der wesentlich größeren Katastralgemeinde Enzesfeld mit ca. 3.400 Einwohnern und dem kleineren Lindabrunn, die vor der Gemeindereform 1970 freiwillig zusammengelegt wurden.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[2]):

  • Enzesfeld (3482)
  • Lindabrunn (706) Zu Lindabrunn gehört die Häusergruppe Sportschule Lindabrunn[Anm. 1]

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden sind: Berndorf, Hernstein, Hirtenberg, Leobersdorf und Matzendorf-Hölles.

Berndorf Hirtenberg
Hernstein Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Leobersdorf
Matzendorf-Hölles (WB)

Geschichte

Enzesfeld, 1911 von Osten gesehen[Anm. 2]

Beide Orte wurden erstmals im 12. bzw. im 13. Jahrhundert erwähnt. Bereits im 18. Jahrhundert gab es hier einen Pechereibetrieb, der bis 1965 arbeitete. Von 1833 bis 1883 (sowie 1919/20) wurde[Anm. 3] in dem an St. Veit an der Triesting sowie Kleinfeld grenzenden Waldgebiet Jauling (heute: Bereich Golfclub Enzesfeld, Club in der Jauling) Braunkohle abgebaut.[Anm. 4]

Enzesfeld und Lindabrunn waren bereits einmal, 1850[3] –1866[4], vereint.

1905 entstand in Enzesfeld die „Anton Keller Metallwerk und Munitionsfabrik“. In diesem Unternehmen ereignete sich in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1944 eine schwere Explosion, durch welche Fensterscheiben bis in das Gebiet von Wiener Neustadt zu Bruch gingen und das Werk zerstört wurde. Beim Hantieren mit Granaten hatte sich Trinitrotoluolstaub entzündet, was zur Explosion von ca. 20 Tonnen TNT führte.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Enzesfeld-Lindabrunn: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
902
1880
 
1.067
1890
 
1.211
1900
 
1.419
1910
 
1.837
1923
 
2.287
1934
 
1.996
1939
 
2.156
1951
 
3.024
1961
 
3.078
1971
 
3.230
1981
 
3.298
1991
 
3.589
2001
 
4.019
2011
 
4.159
2021
 
4.183
2025
 
4.315
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Enzesfeld
Spitalskirche (Enzesfeld, Schloßstraße), erbaut 1396,[Anm. 5] seit 1942 evangelisch
Blick von der Grenzböschung des Skulpturenparks in den östlichen Teil des Steinbruchs Lindabrunn (August 2010)

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

  • Wieland Austria GmbH. (vormals Enzesfeld-Caro): Ein Unternehmen, das sich mit der Herstellung und Verarbeitung von Buntmetallen beschäftigt.
  • Ardagh Group: Stellt am Standort Enzesfeld-Lindabrunn im Jahr 1,5 Milliarden Getränkedosen her und hat circa 160 Mitarbeiter.[Anm. 6]
  • Ared-Park: Ein Gewerbepark, der bis in das Gemeindegebiet von Leobersdorf reicht.

Altlasten

Die Metallwarenfabrik Kromag betreibt seit 1863 in Enzesfeld einen Standort, auf dem fast flächendeckend Verunreinigungen durch Schwermetalle, Mineralöl- und Teerölkohlenwasserstoffe vorhanden sind. Die Verunreinigungen sind teils von hoher Intensität, aber meist nur auf geringmächtige Untergrundbereiche beschränkt. Außer im Verfüllungsbereich einer ehemaligen Schottergrube im Südwesten des Standorts, wo der Untergrund im Ausmaß von ca. 5.000-7.000 m³ mit Teerölkohlenwasserstoffen erheblich kontaminiert ist und eine erhebliche Gefahr für die Umwelt darstellt, sind sonst die Auswirkungen der Verunreinigungen auf die Grundwasserqualität sehr gering.[7]

Verkehr

Bus
  • 312: (Gainfarn) – Leobersdorf – Enzesfeld – Lindabrunn – Hernstein
  • 313: Bad Vöslau – Leobersdorf – Enzesfeld – Berndorf – Pottenstein
  • 325: Enzesfeld – Matzendorf – Felixdorf – Wiener Neustadt
Bahn
  • Triestingtalbahn (auch Leobersdorferbahn oder früher Süd-West-Bahn) von Leobersdorf (Südbahnanschluss) nach Weissenbach-Neuhaus

Sport

In Lindabrunn befindet sich die Sportschule Lindabrunn des NÖFV.[8]

Politik

Gemeindeamt

Gemeinderat

Der Gemeinderat hatte bis 2004 23 Mitglieder und ab dem Jahr 2005 25 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen:

  • 1990: 15 SPÖ, 4 BGL, 3 ÖVP und 1 FPÖ.
  • 1995: 15 SPÖ, 4 BGL, 3 ÖVP und 1 FPÖ.[9]
  • 2000: 16 SPÖ, 5 ÖVP, 1 BGL und 1 FPÖ.[10]
  • 2005: 19 SPÖ, 5 ÖVP und 1 FPÖ.[11]
  • 2010: 11 SPÖ, 7 Liste Schneider, 5 ÖVP und 2 FPÖ.[12]
  • Im September 2012 wurde der Gemeinderat aufgelöst und die notwendige Neuwahl des Gemeinderates wurde am 2. Dezember 2012 durchgeführt. Die neue Verteilung ergab 14 Liste Schneider, 7 SPÖ, 3 ÖVP und 1 FPÖ.[13]
  • 2015: 14 Liste Schneider, 6 SPÖ, 4 ÖVP und 1 FPÖ.[14]
  • 2020: 12 Liste Schneider, 10 SPÖ und 3 ÖVP.[15]
  • 2025: 12 Liste Schneider, 8 SPÖ, 3 ÖVP und 2 FPÖ.[16]

Bürgermeister

  • 1970–1985 Erich Nebel (SPÖ)
  • 1985–2010 Erich Fangl (SPÖ)
  • 2010–2023 Franz Schneider (LS)
  • seit 2023 Stefan Rabl (LS)

Bürgermeister vor der Gemeindezusammenlegung

Bürgermeister von Enzesfeld
  • 1918–1924 Robert Schober
  • 1924–1929 Johann Mayer
  • 1929–1934 Johann Tesarek, CS / ab 1933 VF
  • 1934–1938 Franz Pleskott, VF
  • 1938–1939 Karl Tschiderer, NSDAP
  • 1939–1940 Eduard Schwarzmaier, NSPAP
  • 1940–1945 Karl Gschiel, NSDAP
  • 1945 Johann Enk, Parteilos
  • 1945–1947 Franz Kölbl, SPÖ
  • 1947–1960 Karl Willburger, SPÖ
  • 1960–1965 Johann Tesarek, SPÖ
  • 1965–1969 Erich Nebel, SPÖ
Bürgermeister von Lindabrunn
  • 1918–1919 Vinzenz Mayer, CS
  • 1919–1925 Andras Mayer, SDAP
  • 1925–1929 Vinzenz Wöhrer, CS
  • 1929–1934 Andreas Mayer, SDAP
  • 1934–1938 Vinzenz Wöhrer, VF
  • 1938–1942 Anton Peschik, NSDAP
  • 1942–1943 Mathias Schlager, NSDAP
  • 1943–1945 Mathias Fliegenfuß, NSDAP
  • 1945–1960 Franz Seitz, SPÖ
  • 1960–1969 Franz Wöhrer, SPÖ

Wappen

Blasonierung:

Im blauen Schild ein schräg rechter weißer Balken, belegt mit drei Lilien; beiderseits des Balkens im Schild je eine gegen den Rand gerichtete goldene Lilie.[17]

Dieses 1953 verliehene Wappen ist vom Wappen der Engelschalksvelder abgeleitet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Literatur

  • Verordnung der Bundesregierung über die Änderung der Grenzen zwischen den Ortsgemeinden Leobersdorf, Gerichtsbezirk Baden, einerseits und Enzesfeld, Gerichtsbezirk Pottenstein, anderseits.[18]
  • Werkzeitung Betriebsgemeinschaft Metallwerke. Werkzeitung (Jg. 2, Nr 9ff: der Betriebsgemeinschaft) der Enzesfelder Metallwerke Aktien Gesellschaft (Jg.  1.) – 5. Böhler, Wien 1938–1942, ÖNB.
  • Erich Oberdorfer: Die Ortserweiterung von Enzesfeld, Niederdonau, herangezogen als Beispiel zur Besprechung von Ortsplanungen kleinerer und mittlerer Gemeinden. Text. Pläne. Dissertation, Technische Hochschule Wien, Wien 1943, ÖNB, OBV.
  • Eva Wald: Die Anfänge der Industrie des Wiener Beckens und ihre geographischen Grundlagen. Dissertation. Universität Wien, Wien 1954, ÖNB, OBV. (Insbesondere Kapitel Flachsspinnerei in Hirtenberg).
  • Walter Rieck: Kulturgeographie des Triestingtales. Dissertation. Universität Wien, Wien 1960, ÖNB, OBV.
  • Karl Schiehsl: Die Kirchen von Enzesfeld und Lindabrunn. Römisch-katholisches Pfarramt (Hrsg.), Enzesfeld-Lindabrunn 1980, OBV.
  • Alois Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn – von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. Marktgemeinde Enzesfeld-Lindabrunn, Enzesfeld-Lindabrunn 1981, ÖNB, OBV.
  • Klaus-Dieter Mulley (Hrsg.): Geschoße – Skandale – Stacheldraht. Arbeiterschaft und Rüstungsindustrie in Wöllersdorf, Enzesfeld und Hirtenberg. Eigenverlag der Gewerkschaft der Eisenbahner, Ortsgruppe Ebenfurth Pottendorfer Linie, Ebenfurth 1999, ISBN 3-9500563-1-6, OBV.
  • Karl Schiehsl: Enzesfeld und Lindabrunn in alten Ansichten. Die Damals-Reihe. Europäische Bibliothek, Zaltbommel/Niederlande 2001, ISBN 90-288-6647-7.
  • Gabriele Handl, Christian Handl: Unser Triestingtal. Band 1: Altenmarkt, Berndorf, Enzesfeld-Lindabrunn, Furth, Hernstein, Hirtenberg, Kaumberg, Leobersdorf, Pottenstein, Weissenbach. Dritte Auflage. Kral, Berndorf 2008, ISBN 978-3-902447-46-3.
Commons: Enzesfeld-Lindabrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Anmerkungen

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