Liste der Kulturdenkmale in Altensteig

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In der Liste der Kulturdenkmale in Altensteig sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Altensteig im Landkreis Calw in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Altensteig

Die Stadt Altensteig geht aus der um 1100 erstmals bezeugten Burg hervor, die 1240 Sitz der Vögte von Altensteig und bis ins 14. Jh. Gefolgsleute der Grafen von Hohenberg waren. Als sich 1355 eine eigene Altensteiger Linie begründete, entwickelt sich aus dem wohl schon vorhandenen Burgweiler die Stadt an dem nach Süden abfallenden Hang links der Nagold. Das Amt und Altensteig, seit 1535 zu Baden-Durlach gehörig, wurde 1603 an Württemberg veräußert. Beherrscht wird die Stadt durch das „Alte und Neue Schloss“, das gegen die Bergseite durch eine mächtige Schildmauer mit Buckelquadern befestigt ist, an dem sich stadtseitig ein Fachwerkbau mit teilweise gut erhaltener Innenausstattung des 14. und 15. Jhs. anschließt. Zusammen mit dem innerhalb eines mit spätgotischen Rundtürmen besetzten Mauerrings liegenden Neuen Schloss, einem spätmittelalterlichen Fachwerkbau über massivem Sockelgeschoss, beherrscht die Anlage bis heute die Stadtansicht von Süden. Von Norden her blieb der Charakter der wehrhaften Burg durch die Distanz haltende Grünanlage erlebbar. Östlich des Schlosses steht die 1775 vor der Stadtmauer errichtete evangelische Kirche, ein spätbarocker Saalbau mit Ostturm, dessen Inneres durch eine schlüssige Renovierung der 1960er Jahre geprägt wird. Die Stadt selbst, die drei Zugänge besaß, erstreckt sich zwischen den von der Burg ausgehenden Schenkelmauern zum Tal hin. Der Stadtgrundriss wird durch die unregelmäßigen, sich an den Geländegegebenheiten orientierenden Straßen und Treppen geprägt. Das Zentrum bildet der auf halber Höhe des Hanges liegende Marktplatz, an dem auch das auf das 15. Jh. zurückgehende Rathaus steht. Die Bebauung wird durch die spätmittelalterlichen spitzgiebeligen Fachwerkbauten der Bürger- und Handwerkerhäuser geprägt, die weitgehend das Erscheinungsbild der Überformung des 19. Jhs. tragen. Während der Verlauf der Schenkelmauern bis auf den heutigen Tag durch einen Grüngürtel von Gartengrundstücken ablesbar geblieben ist, entwickelte sich im Tal neben den alten Mühlenstandorten in den letzten zwei Jahrhunderten mit der Unter- oder Vorstadt das Handwerker- und Gewerbegebiet, welches hier die mittelalterliche Stadtbegrenzung auflöste und heute dem Geschäftszentrum Raum gibt. Die behutsame Stadtsanierung der 1980er Jahre schrieb dieses geschlossen überkommene Bild der malerischen Stadtanlage ohne größere Eingriffe und Umgestaltungen fort und überlieferte so das in seiner Gesamtheit überzeugende Zeugnis der kleinen Amtsstadt im Nordschwarzwald.

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Ortsbild Altensteig Alte Steige 2, 4, 6, 8, 12/1, 12, 13, 16, 17; Bädergäßchen 5; Blumenstraße 1, 3, 5, 7, 8; Dorfer Straße 2; Gartenstraße 1, 3, 5, 5/1, 7, 11; Haldenstraße 2, 4, 7; Hanfgäßchen 7, 9/1, 13, 15, 19, 23; Hohenbergstraße 2, 2/1; Karlstraße 2; Kirchstraße 1, 4, 5, 6, 6/1, 7, 8, 9, 9/1, 10, 11/1, 11/2, 12, 13, 14, 16, 17, 22/1, 22; Mühlstraße 5, 7, 9; Paulusstraße 1, 4, 5, 6, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 26, 27, 29, 31, 37; Schillerstraße 1, 2; Schloßgarten; Stadtgraben; Stadthalde; Welkerstraße 6, 25
(Karte)
Altensteig besteht aus dem Gebiet des auf leichtem Sporn gelegenen Schlosses und der zu seinen Füßen am steilen Hang des Nagoldtals aus einem Burgweiler entstandenen und durch Schenkelmauern umschlossenen Oberstadt. Die ursprüngliche Stadtsilhouette und Struktur wurde bis heute bewahrt und wird durch das mächtige Schloss, die evangelische Stadtkirche und die über den steilen Hängen auf der ehemaligen Stadtmauer aufsitzenden giebelständigen Wohnbauten geprägt. 100861816
Gasthaus Waldhorn Alte Steige 1
(Karte)
Dreigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach und Walmdach mit dreiachsiger Zwerchgaube, teilweise massives Erdgeschoss, im Geländer des Treppenaufgangs 1794 (i), um ein Geschoss erhöht, 1828; an der Ecke Wirtshausschild mit Posthorn und die Jahreszahl 1752

Der Gasthof Zum Waldhorn wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts von dem herzoglichen Jäger Lorenz Hägele erbaut. Der Wirt des Waldhorn besaß nicht nur das Braurecht, sondern durfte auch eine Schnapsbrennerei in der nahe gelegenen, ehemaligen Leonhards-Kapelle betreiben. Dort, auf der anderen Seite der Alten Steige, befanden sich im steilen Hang zudem hochwassersichere Keller. Das in verkehrsgünstiger Lage zwischen der Nagold und dem Eingang zur Oberstadt stehende Waldhorn bezeugt die Geschichte des Brauwesens und der Gasthaustradition in Altensteig.

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Reste der Leonhardskapelle Alte Steige 2
(Karte)
von 1527, in der südlichen und westlichen Erdgeschosswand des Wohnhauses haben sich Mauerreste der vor 1527 erbauten und mindestens bis 1613 bestehenden Leonhardskapelle erhalten. Zur Kapelle gehörte ein sehr großes Grundstück, auf dem später weitere Gebäude errichtet wurden, darunter das Bürgerspital und der Gasthof Waldhorn. 1718 erwarb der Weißgerber Jakob Stoll das „Haus in der Vorstadt, so vordem das Spital gewesen“, das aber 1944 durch Fliegerbomben stark beschädigt wurde. Heute befinden unter dem 1950 wieder aufgebauten Haus noch drei alte gewölbte Lagerkeller. Die im Gebäude erhaltenen Mauerreste der Leonhardskapelle und des Spitals haben hohe Bedeutung für die Geschichte der Altensteiger Kirchen und Sozialfürsorge. Zu Füßen der ummauerten Kernstadt gelegen, war das der Kapelle angegliederte Spital als einzige öffentliche Fürsorgeeinrichtung von immenser Wichtigkeit für die Altensteiger Armen, Alten und Kranken im Mittelalter. 100824831BW
Wohnhaus Alte Steige 6
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach und zweiachsiger Dachgaube, hoher massiver Sockel, darüber Fachwerk, parallel zum Haus Steintreppe über den Kellerhals, um 1800, neben dem Kellereingang vorgebaute Remise mit Terrasse darüber, wohl um 1900

Während die Stadt im Mittelalter nur aus der stark befestigten Oberstadt und einigen Mühlen und Gewerbebetrieben im Tal der Nagold bestand, begann sie seit der Frühen Neuzeit über die alten Grenzen hinauszuwachsen: Der Hangfuß wurde bebaut, und es entstand die sog. Unterstadt in der Talsohle der Nagold, wobei die Alte Steige die einzige Straßenverbindung zwischen der neuen Vorstadt und der alten Oberstadt darstellte. Das unterhalb der Oberstadt am Hang gelegene Gebäude hat damit Bedeutung für die jüngere Altensteiger Stadtbaugeschichte. Zudem ist es ein anschaulicher Beleg früherer Wohn- und Lebensverhältnisse.

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Kupferschmiede Alte Steige 12/1
(Karte)
Eingeschossiger Bau aus massivem Quadermauerwerk mit Satteldach und Fachwerkgiebel, für Kupferschmied Johann Georg Henßler errichtet, um 1844

Der kleine Bau wurde um 1844 für den Kupferschmied Johann Georg Henßler, der ab 1817 im Nachbarhaus wohnte, errichtet. Die ehemalige Kupfer- und Messerschmiede wurde typischerweise aufgrund der hohen Brandgefahr mit massivem Erdgeschoss und am Rande der Stadt unweit des Unteren Tores erstellt. Sie ist ein Zeugnis der Altensteiger Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte.

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Stadtbefestigung Alte Steige 16; Stadtgraben
(Karte)
bestehend aus: Ummauerung des Schlosskomplexes mit zwei Rundtürmen, Stadtmauer mit drei Stadttoren und Wachtürmen, mit sämtlichen sichtbaren, in die Bebauung integrierten oder im Boden befindlichen Resten sowie Grabenbereichen, ab 1250

Die Stadtbefestigung von Altensteig besteht zum einen aus der Ummauerung des Schlosskomplexes aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, die sich bis heute in weiten Teilen – vor allem im Norden mit großen Teilen der Ringmauer mit Wehrgang und zwei Rundtürmen („Himmel“ und „Hölle“) und Graben – erhalten hat. Die sich talwärts auf dreieckigem Grundriss entwickelnde Stadt wurde mit einer Stadtmauer mit drei Stadttoren und Wachtürmen umgeben. Im 18. Jahrhundert wurde die Stadtmauer, die ihre fortifikatorische Funktion verloren hatte, mehrfach aus Gründen des Brandschutzes unterbrochen, im frühen 19. Jahrhundert der Wehrgang abgebrochen und der Mauersockel an die angrenzenden Hausbesitzer verkauft. Das Untere Tor im Süden, das Obere Tor oder Lindentor im Westen, das Lutzentor beim Gasthaus im Osten, wurden 1785 bzw. 1814 abgetragen. Die bis heute erhaltenen Reste der Stadtbefestigung sind ein bedeutendes bauliches Zeugnis der Stadtgründung im 13. Jahrhundert und damit der Stadtgeschichte von Altensteig. Die Stadtmauer diente nicht nur der Verteidigung der Stadt, sondern grenzte sie auch als eigenständigen Rechtsbezirk zum Umland ab und war sichtbarer Ausweis der Stadtrechte. Darüber hinaus prägen die Befestigung der Burganlage, die in Teilen erhaltene südliche Stadtmauer und die bis heute als Grünflächen ablesbaren Graben- und Zwingerbereiche das Erscheinungsbild der Stadt entscheidend, insbesondere die äußere Stadtsilhouette.

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Mittlere Schule Alte Steige 17; Stadthalde
(Karte)
Achtachsiger, zur Bergseite zwei-, zur Talseite dreigeschossiger verschindelter Fachwerkbau mit hohem, massivem, verputztem Sockel und Krüppelwalmdach, an Stelle des unteren Torhäusles errichtet 1822, um ein Geschoss erhöht, 1895

Das Gebäude wurde 1822 an Stelle des Torhäusles neben dem Unteren Tor als Schulhaus „worin 3 große Schulstuben, die Wohnung für den Schulmeister und für die 2 Provisoren“ errichtet. Nach Nordwesten schloss sich der terrassierte Schulgarten an. Nach dem Bau eines weiteren Schulhauses in der Unterstadt 1867 bürgerte sich die Bezeichnung als Mittleres Schulhaus ein. 1895/96 wurde das Gebäude um ein Geschoss erhöht und der Schulabort neu erbaut. Das Mittlere Schulhaus ist eines jener Schulhäuser, die entstanden, nachdem im frühen 19. Jahrhundert in Württemberg das Schulsystem vereinheitlicht und unter staatliche Kontrolle gestellt wurde. Als frühes und anschaulich erhaltendes Beispiel eines Schulhausbaus im Königreich Württemberg mit umfangreich erhaltener bauzeitlicher Innenausstattung des 19. Jahrhunderts ist es von Bedeutung für die Geschichte des Bildungswesens in Altensteig. Der breite, massige vor der Stadtmauer stehender Baukörper prägt zudem die Altstadtansicht von Süden in entscheidendem Maße.

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Wohnhaus Bädergäßchen 5
(Karte)
Drei- bis viergeschossiger Bau mit Satteldach in Hanglage, hohes massives Untergeschoss, darüber verputztes Fachwerk, mit städtischem Durchgang zur Oberstadt, Neubau an Stelle eines Vorgängerbaus mit älteren Maueranteilen, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Gebäude wurde wohl an Stelle eines Vorgängerbaus und unter Verwendung älterer Maueranteile in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Da die über das Bädergässchen bzw. das Hanfgässchen verlaufenden Fußwege von der westlichen Unterstadt zur Oberstadt durch das Gebäude geführt sind, hat es wichtigen Anteil an der südlichen Stadteingangssituation. Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel der die Altensteiger Oberstadt prägenden, oft auf älterem Fundament errichteten Bürger- und Handwerkerhäuser. Es ist wichtiger Bestandteil des historischen Stadtbildes und belegt frühere Wohn- und Lebensverhältnisse in Altensteig.

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Jagdschlössle Bahnhofstraße 6
(Karte)
Königl. Forstamt (später Gerberei), zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, im rechten Winkel angebauter Ökonomieteil, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, 1784 (i), Flügel entlang der Straße bis auf drei Achsen abgebrannt, 1981

Das in zeittypischer Formensprache errichtete Gebäude ist ein Dokument der regionalen Verwaltungsgeschichte und ein anschaulich überliefertes Beispiel eines Forstverwaltungsgebäudes aus dem späten 18. Jahrhundert. Es gibt zudem Hinweise auf die historische Bedeutung der Waldwirtschaft im nördlichen Schwarzwald. Der württembergische Altensteiger Forst entstand als selbständiger Forstbezirk aus einem 1603 durch Kauf von Baden erworbenem Gebiet. Im 17. Jahrhundert war der Forstmeister von Altensteig in Personalunion zugleich Waldvogt von Nagold (mit Sitz in Altensteig). Der um die Mitte des 18. Jahrhunderts vereinigte Forstbezirk führte dann die Bezeichnung Forstamt Altensteig.

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Empfangsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Altensteig Bahnhofstraße 44
(Karte)
Zweieinhalbgeschossiger, verschindelter Fachwerkbau über Steinsockel mit Satteldach, an der westlichen Traufseite Zwerchgiebel, Endstation der am 29.12.1891 eröffneten und 28.5.1967 stillgelegten Schmalspurbahn von Nagold nach Altensteig, dem sog. Altensteigerle

Der Bahnhof Altensteig wurde als Endstation der am 29. Dezember 1891 eröffneten Schmalspurbahn von Nagold nach Altensteig, dem sog. Altensteigerle, errichtet. Mit der Stilllegung der Strecke am 28. Juni 1967 verlor er seine Funktion. Das Empfangsgebäude ist ein anschauliches Beispiel seines Typs in Formen des Heimatstils, der auf Elemente regionaler Architektur zurückgreift und damit charakteristisch ist für die Bahngebäude des späten 19. Jahrhunderts im ländlichen Raum. Es ist ein wichtiges Dokument der Altensteiger Orts- und Wirtschaftsgeschichte sowie der regionalen Verkehrsgeschichte.

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Wohnhaus Bahnhofstraße 47
(Karte)
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach, über den beiden massiven Geschossen in Sandstein- und Ziegelmauerwerk verschindeltes Fachwerkgeschoss, ab hier dreiachsiger mittiger Balkonvorbau mit Giebelabschluss, seitlicher Hauseingang, Ende 19. Jahrhundert, von der Straße durch eine Sandsteinstützmauer mit Eisengeländer abgetrennt

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines durch Form- und Materialvielfalt charakterisierten aufwendigen Wohnhaus des Späthistorismus. Der Bau zeigt am Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete, gestalterische Motive und lehnt sich an den vom Schweizerhausstil geprägten Landhausbau an. Er legt Zeugnis ab von den Wohn- und Lebensformen des Bürgertums in jener Zeit und ist sprechender Beleg der jüngeren Altensteiger Stadtbaugeschichte.

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Wirtshaus Zum Anker (heute Wohnhaus) Bahnhofstraße 77
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit hohem massiven Sockel in Hanglage, Satteldach mit dreiachsiger, mittiger Zwerchgaube, an den Obergeschossen Rechteckfenster mit Verdachungen, an der Gaube und in den Giebeldreiecken rundbogige Fenster, Fassadengliederung durch Ecklisenen und Gurtgesimse, für den Stadtmusikus Friedrich Henßler errichtet, 1834

Das Gebäude wurde 1834 für den Stadtmusikus Friedrich Henßler als Übungslokal und Wirtshaus Zum Anker errichtet. Die in Altensteig einst übliche Bezeichnung als „Zinkenistenburg“ bezieht sich auf den Beruf des Bauherrn. Henßler spielte den Zink, ein meist aus Holz, selten auch aus Elfenbein gefertigtes Blasinstrument, das seine Blütezeit im frühen 17. Jahrhundert hatte. 1843 wurde das Gasthaus an den Wirt Christian Mast und 1877 an die Familie Beck verkauft. Als ehemaliges Gasthaus belegt das Gebäude die Wirtschaftsgeschichte von Altensteig. Zudem ist es mit seiner klassizistischen Formensprache ein bauzeittypisches Beispiel für die Übertragung städtischer Architekturformen in ländliche Regionen.

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Kaplanei Blumenstraße 1
(Karte)
Später Diakonat, Ratsschreiberei, Schule und Gasthaus Zur Blume, ein- bis dreigeschossiger Bau mit nach Süden abgewalmtem Satteldach in Hanglage, talseitig hoher massiver Sockel, darüber verputztes, verbrettertes bzw. verschindeltes Fachwerk, nach Norden freiliegender Fachwerkgiebel mit Verblattungen, durch eine Pfründenstiftung von Wilhelm von Urbach erbaut, 1483

Der stattliche Bau am Altensteiger Marktplatz wurde im Jahr 1483 durch eine Pfründenstiftung von Wilhelm von Urbach erbaut. Eine Haushälfte war bis 1835 in Privatbesitz, die andere wurde zunächst als Kaplanei, seit der Reformation 1556 als Diakonat genutzt. Ab 1664 war hier die Ratsschreiberei untergebracht. 1743 ging dieser Hausteil als Kompensation des ausstehenden Solds in den Besitz des Vogtes G. L. Hegel über, dann wieder an die Stadt, die ihn als Deutsche Schule nutzte. Nach einer umfangreichen Renovierung im Jahr 1759 war in dem Gebäude 1782 bis 1822 die Mädchenschule (Obere Schule) beheimatet. Nachdem die Stadt 1823 die eine Haushälfte an den Mohrenwirt Jakob Friedrich Rothfuß verkauft hatte, erwarb dieser 1835 auch den Rest des Gebäudes. Nach dem Mohren war dann von 1850 bis 1904 hier das Gasthaus Zur Blume untergebracht. Mit seiner langen wechselvollen Geschichte ist das Gebäude ein wichtiges Zeugnis der Kirchen-, Schul- und Wirtschaftsgeschichte. Als eines der ältesten erhaltenen Häuser Altensteigs ist die ehemalige Kaplanei zudem von hoher Bedeutung für die Stadtbaugeschichte.

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( Wikidata)

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Wohnhaus Blumenstraße 3
(Karte)
Teilweise verputzter, teilweise verbretterter Bau mit Satteldach in Hanglage, zur Blumenstraße hin zweigeschossig, talseitig drei Geschosse über hohem Bruchsteinsockel, oberstes Geschoss und Giebel vorkragendes Sichtfachwerk mit Andreaskreuzen und Verblattungen, 16. Jahrhundert

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel der die Altensteiger Oberstadt prägenden Bürger- und Handwerkerhäuser. Durch die schwierige Topographie bedingt, mussten die Häuser über hohen Substruktionen errichtet werden. In diesen hat sich oft umfangreiche mittelalterliche Bausubstanz erhalten. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil des historischen Stadtbildes und belegt frühere Wohn- und Lebensverhältnisse in der Nordschwarzwaldregion.

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Wohnhaus Blumenstraße 5
(Karte)
Zur Blumenstraße eingeschossiger, talseitig zweigeschossiger Fachwerkbau mit hohem massiven Sockel und Satteldach in Hanglage, am Nordgiebel Zierfachwerk mit geschweiften Andreaskreuzen, Südgiebel verbrettert, am Durchgang zwischen Nr. 3 und Nr. 5 Kellereingang mit abgefastem Rundbogen, 15./16. Jahrhundert

Das im 15./16. Jahrhundert errichtete Gebäude ist eines jener für die Altensteiger Oberstadt charakteristischen Fachwerkhäuser, die in Anpassung an die besondere topographische Situation über hohen, massiven Sockeln an den Hang gebaut wurden. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil des historischen Stadtbildes und belegt die Lebens- und Arbeitswelt der damaligen Bevölkerung in der Nordschwarzwaldregion.

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Gasthaus Zum Ochsen (heute Wohnhaus) Blumenstraße 7
(Karte)
Ein-bis zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach und Anbau, an der Talseite zwei zusätzliche massive Geschosse, Kellereingang mit abgefastem Rundbogen, 17. Jahrhundert, Anbau 1812

Das Gebäude stammt im Kern aus dem 17. Jahrhundert und wurde ab ca. 1650 bis 1963 als Gasthaus Zum Ochsen genutzt. Im Jahr 1718 wird erstmals ein Ochsenwirt, der Metzger Burkhart Lutz, urkundlich genannt. Das Gebäude hat eines jener an die Topographie Altensteigs angepassten Häuser, bei denen die starke Hanglage durch einen hohen Bruchsteinsockel und zusätzliche Geschosse ausgeglichen wird, Bedeutung für die Stadtbaugeschichte. Zur Blumenstraße hin ist es, wie seine Nachbarn auch, ein charakteristisches Beispiel der die Altensteiger Oberstadt prägenden spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen, spitzgiebeligen Bürger- und Handwerkerhäuser mit aufwändigen Zierfachwerkformen. Zudem belegt es mit seiner über 400jährigen Nutzung als Gasthaus Zum Ochsen die Altensteiger Wirtschaftsgeschichte.

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Wohnhaus Blumenstraße 8
(Karte)
Zweigeschossiger verschindelter Fachwerkbau mit massivem Untergeschoss und Satteldach, auf einem von einer historischen Stützmauer begrenzten Plateau oberhalb der Blumenstraße, im Kern 18. Jahrhundert, an der Haustür 1864 (i)

Das Gebäude ist eines jener an die Topographie Altensteigs angepassten Häuser, bei denen die starke Hanglage durch zusätzliche talseitige Geschosse ausgeglichen wird. Während aber die meisten Häuser in der Oberstadt direkt auf massiven Sandsteinsockeln aufsitzen, ist dieses Gebäude auf einem mit einem Stützmauer befestigten Plateau errichtet. Die auf der Haustür neu aufgemalten Jahreszahlen 1864 und 1990 und geschnitzte Handwerkszeichen der Schreiner, geben Hinweise auf Modernisierungen und Beruf der Bewohner. Das Gebäude belegt das Leben und Wirtschaften Altensteiger Handwerker im 18. und 19. Jahrhundert.

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Alter Friedhof Nähe Dorfer Straße 10
(Karte)
Angelegt 1715, wesentlich erweitert 1829/30, weitgehend erhaltene Friedhofsmauer aus Sandsteinquadern, im Süden schmiedeeisernes Tor, flankiert von zwei mächtigen Linden, historische Grabstelen einiger bekannter Altensteiger

Der Altensteiger Friedhof wurde 1715 bis 1717 nördlich der ehemaligen Stadtbefestigung auf dem Gelände es sog. Burghardtgartens angelegt, das der Stadtpfarrer für 55 Gulden vom Lammwirt Wofgang Dürrschnabel 1714 gekauft hatte. Bis zur Loslösung der Pfarrrechte von Altensteigdorf hatten die Bewohner von Altensteig bei der dortigen Mutterkirche begraben werden müssen. Der Friedhof wurde mehrfach - 1763, 1781 und 1829/30 - erweitert. Das schmal und spitz zulaufende Gelände ist noch weitgehend von der alten Friedhofsmauer aus Sandsteinquadern und birgt die historische Grabstelen einiger bekannter Altensteiger, z. B. des Vogts Georg Ludwig Hegel, des Großvaters des Philosophen Georg Friedrich Hegel. Der Friedhof hat mit den qualitätvoll gearbeiteten Grabsteinen hohe ortsgeschichtliche Bedeutung und ist ein Zeugnis der Bestattungskultur.

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Gasthaus Zum Löwen (heute Wohnhaus) Egenhauser Straße 1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss mit Sandsteingliederung durch Ecklisenen und Segmentbogeneinfassungen der Fenster und Eingänge, darüber verschindeltes Fachwerk, auf dem Schlussstein des zum Fenster umgearbeiteten mittigen Haupteingangs bezeichnet „IMB 1802 AM“, an der Rückseite schmaler Anbau in gleicher Firstrichtung, in neuerer Zeit um ein Geschoss erhöht

Das ehemaliges Gasthaus Löwen wurde nach Ausweis des Schlusssteins des zum Fenster umgearbeiteten mittigen Haupteingangs im Jahr 1802 durch Johann Martin Brenner und seine Ehefrau errichtet. Die plastische Darstellung des Löwen und eines Beils verweisen auf den Hausnamen und den Beruf des Metzgers. Der stattliche Bau ist nicht nur ein Zeugnis alter Gasthofkultur, sondern belegt auch die wirtschaftliche Bedeutung der Amtstadt Altensteig in der Frühen Neuzeit.

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Wohn- und Geschäftshaus Gartenstraße 3
(Karte)
Giebelständiges, viergeschossiges, verputztes Gebäude mit Satteldach, die beiden unteren Geschosse massiv, sonst Fachwerk, ursprünglich wohl gewerblich genutzt, an der Giebelspitze Aufhängevorrichtung für einen Lastenaufzug, 18. Jahrhundert

Das stattliche Gebäude, unterhalb der Oberstadt am Hang gelegen, belegt die jüngere Altensteiger Stadtbaugeschichte. Während die Stadt im Mittelalter nur aus der stark befestigten Oberstadt und einigen Mühlen und Gewerbebetrieben im Tal der Nagold bestand, begann sie in der Frühen Neuzeit über die alten Grenzen hinauszuwachsen: Am Hangfuß und in der Talsohle entstand die sog. Unterstadt. Mit dem von außen zugänglichen Keller und dem großen Speicherdach vereinte das Gebäude Wohnnutzung und Vorratshaltung unter einem Dach und verdeutlicht damit vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse.

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Wohnhaus Gartenstraße 12
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger Fachwerkbau über massivem Kellergeschoss in Hanglage, Satteldach, Fachwerk über Balkenköpfen vorkragend, im Giebel geschwungene Streben, 17. Jahrhundert

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel der das Altensteiger Ortsbild prägenden frühneuzeitlichen Bürger- und Handwerkerhäuser. Durch die schwierige Topographie bedingt, mussten die Häuser über hohen Substruktionen errichtet werden. Der massive Kellerteil mit dem Rundbogentor erinnert auch daran, dass die meisten Altensteiger einst zusätzlich zu ihrem Handwerk eine Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben. Das Gebäude belegt frühere Wohn- und Lebensverhältnisse in der Nordschwarzwaldregion.

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Wasserturm Grenzweg 63
(Karte)
Oktogonaler runder Stahlbetonskelettbau von 26,3 m Höhe mit eingeschobenen querrechteckigen hochrechteckigen Betonplatten, Aussichtsplattform mit offenem Balkon, dort rundum verglastes Beobachtungshäuschen mit vorkragendem Flachdach, im Inneren Wendeltreppe, geplant 1961, fertig gestellt 1964/65

Der mit gestalterischem Anspruch ausgeführte Turm ist ein technik- und bautypologisch bemerkenswertes Dokument der Wasserversorgung in der Nachkriegszeit. Er ist wichtiges Dokument der jüngeren Ortsgeschichte. Der seit 2001 als Ausstellungsraum für Kunst bespielte Turm erhielt 2015 eine in 18 verschiedenen Farbtönen gestaltete Oberflächenbeschichtung und bildet eine markante, weithin sichtbare Landmarke.

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Wohnhaus Haldenstraße 2
(Karte)
Eingeschossiges Wohnhaus mit Satteldach, talseitig massives, auf der Stadtmauer sitzendes Sockelgeschoss, darüber teils verputztes, teils verschindeltes Fachwerk, im Kern 17. Jahrhundert, am Untergeschoss 1727 (i)

Das Gebäude dürfte im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammen. Das im 18. und 19. Jahrhundert Gebäude überformte und erweiterte Gebäude ist eines jener für die Altensteiger Oberstadt charakteristischen Fachwerkhäuser, die in Anpassung an die besondere topographische Situation über hohen, massiven Sockeln an den Hang gebaut wurden. Es ist ein anschaulicher Beleg früherer Wohn- und Lebensverhältnisse im Nordostschwarzwald.

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Villa Haldenstraße 4
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger, verschindelter bzw. verbretterter Bau mit massivem Sockel in Hanglage, Krüppelwalmdach mit großem Zwerchhaus im Osten, im Südosten turmartiger Eckerker mit Zierfachwerk in den Fensterbrüstungen und Zeltdach, über den Resten der Stadtbefestigung errichtet, um 1900

[s. Stadtbefestigung, Alte Steige 16]

Die Villa wurde 1910 für Oberamtsbaumeister Friedrich Köbele an Stelle einer alten Scheuer neu errichtet. Dabei wurde der untere Teil des südöstlichen Eckturms der Stadtbefestigung - des sog. Storchenturms - als Unterbau des Eckerkers genutzt. Mit den vielen dekorativen Holzdetails ist die Villa ein charakteristischer Vertreter des in der Region um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert beliebten „dekorativen Schwarzwaldstils“. Sie ist ein anschauliches Beispiel dieser Spielart des Heimatstils, der auf Elemente regionaler Architektur zurückgreift und sich so in die Kulturlandschaft einzufügen sucht. Das Gebäude hat als ist es eines der ganz wenigen Beispiele eines Baus des frühen 20. Jahrhunderts in der Altensteiger Oberstadt Bedeutung für die jüngere Stadtbaugeschichte.

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Villa Haldenstraße 23
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiges Gebäude mit Querbau und Satteldach, massives Sockelgeschoss, Hauptgeschoss verschindelt, Kniestock und Giebel verbrettert, an der Talseite dreiseitiger Erker im Hauptgeschoss, im vorkragenden Dachgeschoss loggienartige Veranda, um 1910

Die in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts errichtete Villa ist mit dem weit überstehenden Satteldach und der loggienartigen Veranda, der Verschindelung und Verbretterung ein charakteristischer Vertreter des in der Region zu dieser Zeit beliebten „dekorativen Schwarzwaldstils“. Es ist ein anschauliches Beispiel dieser Spielart des Heimatstils, der auf Elemente regionaler Architektur zurückgreift und sich so in die Kulturlandschaft einzufügen sucht. Es belegt die bürgerliche Baukultur im späten Kaiserreich und hat Aussagekraft für die jüngere Stadtbaugeschichte von Altensteig.

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Hangkeller Hanfgäßchen 19
(Karte)
Tonnengewölbe aus Sandstein-Quadermauerwerk, großformatige Sandsteinplatten als Bodenbelag, neuer Vorbau mit Betonmauer, 19. Jahrhundert

In den Hang hineingebaute Lagerkeller, in denen durch gleichmäßige Kühle und Feuchte ein konstantes Klima herrscht, bezeugen alte Methoden zur Lagerhaltung von Lebensmitteln. Sie waren über Jahrhunderte hinweg sowohl bei Gasthäusern als auch bei Privatleuten gebräuchlich, wenn die topographischen Voraussetzungen gegeben waren. Mit der Einführung von Kältemaschinen am Ende des 19. Jahrhunderts verloren die Hangkeller allmählich ihre Bedeutung und sind bis auf wenige Beispiele verschwunden. Daher genießen die immer rarer werdenden Exemplare heute Seltenheitswert.

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Hangkeller Hanfgäßchen 23
(Karte)
Tonnengewölbe aus Sandstein-Quadermauerwerk, 19. Jahrhundert

In den Hang hineingebaute Lagerkeller, in denen durch gleichmäßige Kühle und Feuchte ein konstantes Klima herrscht, bezeugen alte Methoden zur Lagerhaltung von Lebensmitteln. Sie waren über Jahrhunderte hinweg sowohl bei Gasthäusern als auch bei Privatleuten gebräuchlich, wenn die topographischen Voraussetzungen gegeben waren. Mit der Einführung von Kältemaschinen am Ende des 19. Jahrhunderts verloren die Hangkeller allmählich ihre Bedeutung und sind bis auf wenige Beispiele verschwunden. Daher genießen die immer rarer werdenden Exemplare heute Seltenheitswert.

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Musikpavillon Hellesberg 1
(Karte)
Eingeschossiger verschindelter Fachwerkbau über querrechteckigem Grundriss mit abgekanteten Ecken, Walmdach mit Holzschindeldeckung, verschindeltes Türmchen mit Zeltdach, 1920er-Jahre

Der Musikpavillon stellt ein typisches Beispiel eines bürgerlichen Erholungs- und Vergnügungsort des frühen 20. Jahrhunderts dar. Diese immer seltener werdenden kleinen Bauwerke sind als Zeugnisse eines romantischen Naturverständnisses zu sehen und besitzen kulturgeschichtlichen Quellenwert.

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Wohnhaus Hohenbergstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger verschindelter (an der Westseite verbretterter) Fachwerkbau mit Satteldach, zweigeschossiges, teils verputztes, teils verschindeltes massives Sockelgeschoss, im Kern 18. Jahrhundert, überformt und deutlich erweitert, Ende 19. Jahrhundert

Das am Rande der Altensteiger Oberstadt in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche gelegene Gebäude ist mit seiner bei einem tiefgreifenden Umbau des späten 19. Jahrhunderts gestalteten und weitgehend vollständig erhaltenen Innenausstattung beispielhaft für die bürgerlichen Wohnverhältnisse in Altensteig am Ende des 19. Jahrhunderts. Zudem ist das Gebäude ein charakteristisches Beispiel eines der im Nordostschwarzwald häufig anzutreffenden Fachwerkhäuser mit hölzerner, Wind und Regen abhaltender Außenhaut. Typischerweise wurde im Gebiet Pforzheim-Nagold-Altensteig-Freudenstadt-Wildbad-Neuenbürg im 19. Jahrhundert die zuvor übliche Verbretterung der Fassaden durch eine kleinteilige Verschindelung abgelöst.

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Villa Hohenbergstraße 15
(Karte)
Zweigeschossiges, verschindeltes Gebäude mit Krüppelwalmdach und einachsigem Querbau an der Westseite, dreiseitiger Erker an der Südost-Ecke, um 1910

Mit dem malerisch gruppierten Baukörper mit Erkern und Vorbauten, dem Schindelschirm und dem sparsam appliziertem Baudekor ist das Wohnhaus ein sprechendes Beispiel der traditionsgebundenen Architektur, die in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts verbreitet war. Es legt Zeugnis ab von den Wohn- und Lebensformen des wohlhabenderen Bürgertums jener Zeit und hat architektur- und stadtbaugeschichtliche Bedeutung für Altensteig.

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Villa mit Garten und Einfriedung Hohenbergstraße 36
(Karte)
Ein- bis dreigeschossiger Bau mit Satteldach in Hanglage, über massivem Sockelgeschoss verschindelte Obergeschosse, Giebel verbrettert, um 1910

Die 1910 errichtete Villa ist ein charakteristisches Beispiel für gestalterische Bestrebungen im Wohnhausbau kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Der ausgewogen proportionierte Bau verkörpert das Beispiel eines Landsitzes am Stadtrand. Das spitze Satteldach und die Holzschindeln nehmen Vorbilder der landschaftstypischen Architektur des Schwarzwaldes auf und vermitteln den Eindruck einer ländlichen Idylle. Die Villa verkörpert eine dem Heimatstil zugehörenden Tendenz in der Villen- und Landhausarchitektur. Zudem dokumentiert sie die bürgerliche Lebens- und Wohnkultur im späten Kaiserreich.

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Kath. Heilig-Geist-Kirche Karlstraße 11
(Karte)
Betonbau über dreieckigem Grundriss, das Dach zur schmalen, innen abgerundeten, Ecke des Dreiecks im Norden ansteigend, an der Ostseite Betonglaswand, mit bauzeitlicher Ausstattung, Versammlungs- bzw. Theatersaal unter der Kirche, freistehender Kirchturm in Halbschalenform, nach Plänen des Architekten Philippsen aus dem Büro Hugo Siepmann, Essen, errichtet 1962/63; auf dem Kirchplatz Brunnen, Marienstatue mit Kind und Bildstock mit Pieta

Nachdem sich seit dem 19. Jahrhundert im zuvor rein protestantischen Altensteig bereits einige Katholiken angesiedelt hatten, stieg ihre Zahl nach dem Ersten Weltkrieg auf rund 100 Personen an. 1926 wurde eine zur Mutterpfarre Nagold gehörende Filialkirchengemeinde gegründet, die eine Holzkapelle mit 80 Plätzen errichten ließ. Der bescheidene Bau wurde, auch durch den Zustrom katholischer Heimatvertriebener nach dem Zweiten Weltkrieg, zu klein für die wachsende Gemeinde. 1962/63 entstand am Platz der alten Kapelle ein Kirchenneubau, ein in zeittypischer Formensprache gestalteter Betonbau mit freistehendem Campanile. Der Innenraum wird bestimmt durch die Betonglaswand in kräftigen Rot und Blautönen nach Entwürfen von H. G. Schmidt, Baiersbronn, an der Ostseite. Die ursprüngliche Ausstattung, wie z. B. Altar, Taufstein, Marienstele und Beichtstuhl aus grünem Marmor in strengen und kubischen Formen nach Entwürfen des damaligen Pfarrers Heribert Sautter ist bis heute erhalten, wurde aber in den 1970er-Jahren neu interpretiert, u.a. durch Bronzefiguren des Künstlers Rainer Fietzek. Die Heilig-Geist-Kirche ist nicht nur ein Zeugnis der Altensteiger Konfessionsgeschichte, sie stellt auch einen charakteristischen ländlichen Sakralbau der Nachkriegszeit dar.

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Wohnhaus Karlstraße 22
(Karte)
Zweigeschossiger verschindelter bzw. verbretterter Bau mit Sandsteinsockel, Krüppelwalmdach und Zwerchhaus, Veranden und Erker, um 1900; mit Vorgarten, zur Straße hin Sandsteinstützmauer, Metalltor

Das Wohnhaus ist mit dem weit überstehenden Satteldach mit Zwerchhaus, der Verschindelung bzw. Verbretterung und den vielen dekorativen Holzdetails ist ein Vertreter des im Nordschwarzwald um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert beliebten „dekorativen Schwarzwaldstils“. Es ist ein anschauliches Beispiel dieser Spielart des Heimatstils, der auf Elemente regionaler Architektur zurückgreift. Zudem dokumentiert es die bürgerliche Lebens- und Wohnkultur im späten Kaiserreich.

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Wohnhaus Karlstraße 28
(Karte)
Zweigeschossiges Eckgebäude mit Krüppelwalmdach, nach beiden Seiten Querbauten, Sockel Bossenquadermauerwerk, darüber verschindelte Geschosse, um 1900

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für gestalterische Bestrebungen im Wohnhausbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Bau nimmt mit dem weit vorkragenden Dach und der Verkleidung aus Holzschindeln Vorbilder der landschaftstypischen Architektur des Schwarzwaldes auf. Er belegt die jüngere Stadtbaugeschichte von Altensteig ebenso wie Lebens- und Wohnverhältnisse im wilhelminischen Kaiserreich.

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sog. Schlosskeller Kirchstraße 1
(Karte)
Waschhaus, eingeschossiges massives Gebäude mit Satteldach, Eckquaderung, Tür- und Fenstergewände aus Sandstein, Westgiebel verbrettert, 18. Jahrhundert

Bei dem kleinen, später in einen Neubau des 20. Jahrhunderts integrierten Gebäude, dem sogenannten Schlosskeller handelt es sich um das ursprünglich von Teichelleitungen von den Erlesäckern her gespeiste ehemalige städtische Waschhaus. Diese kleinen Nutzbauten wurden im 18. und 19. Jahrhundert zur Verringerung der Feuersgefahr durch private Öfen errichtet. Der Verlust der ursprünglichen Funktion hatte meist auch das Verschwinden der kleinen unscheinbaren Bauten zur Folge. Als eines der seltenen erhaltenen Beispiele dieses Bautyps vermittelt das Altensteiger Waschhäuschen bis heute eine anschauliche Vorstellung derartiger Nutzbauten und ist es ein wichtiges Zeugnis der Arbeits- und Lebenswelt in vergangenen Zeiten.

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Gasthaus Engel Kirchstraße 4
(Karte)
Zweigeschossiger verschindelter Fachwerkbau mit Satteldach in Hanglage, talseitig hoher massiver Sockel aus Bruchsteinmauerwerk, 1814 (i); schmiedeeisernes Wirtshausschild mit Engel

Das Gebäude wurde 1814 nach dem Einsturz des Vorgängerbaus an dessen Stelle und unter Einbeziehung der abgebrochenen Nebengebäude (Metzig und Lindentor mit Torwärterhäuschen) vom Engelwirt Gottlob Luz neu errichtet. Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel eines der im Nordostschwarzwald häufig anzutreffenden Fachwerkhäuser mit hölzerner, Wind und Regen abhaltender Außenhaut. Typischerweise wurde im Gebiet Pforzheim-Nagold-Altensteig-Freudenstadt-Wildbad-Neuenbürg im 19. Jahrhundert die zuvor übliche Verbretterung der Fassaden durch eine kleinteilige Verschindelung abgelöst. Als eines der charakteristisches, an die Topographie Altensteigs angepassten Häuser, bei denen die starke Hanglage durch einen hohen massiven Sockel ausgeglichen wird, hat es von Bedeutung für Stadtbaugeschichte. Der in gasthaustypischer Lage am Stadteingang neben dem (abgegangenen) westlichen Stadttor stehende Engel ist zudem ein wichtiges Zeugnis für das Altensteiger Gasthauswesen des 19. Jahrhunderts.

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Wohnhaus Kirchstraße 5
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerkgeschosse, über dem östlichen Hauseingang spätmittelalterliche Spolie eines Spitzbogens mit badischem Wappen, im Kern mittelalterlich, überformt und erweitert 18. Jahrhundert

Im Kern dürfte das Gebäude noch in das Mittelalter zurückreichen. Bis zu einem Zimmer- und Dachstuhlbrand im Jahr 2011, nach dem der Dachstuhl neu aufgeschlagen werden musste, hatten sich Teile einer verblatteten Holzkonstruktion erhalten. Auch die über dem östlichen Hauseingang eingemauerte Spolie eines Spitzbogens mit badischem Wappen weist auf ein hohes Alter hin. Das im 18. Jahrhundert Gebäude überformte und erweiterte Gebäude ist eines jener für die Altensteiger Oberstadt charakteristischen Fachwerkhäuser, die in Anpassung an die besondere topographische Situation über hohen, massiven Sockeln an den Hang gebaut wurden. Es ist ein anschaulicher Beleg früherer Wohn- und Lebensverhältnisse.

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Wohnhaus Kirchstraße 6
(Karte)
Zweigeschossiger verschindelter Fachwerkbau mit hohem massiven verputzten Sockelgeschoss an der Talseite und Krüppelwalmdach, eingezogene Südost-Ecke, Obergeschoss und Giebel schwach vorkragend, im Kern 18. Jahrhundert

Das Gebäude stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert, musste aber nach einem Brand 1913 wiederaufgebaut werden. Es ist eines jener für die Altensteiger Oberstadt charakteristischen Fachwerkhäuser, die in Anpassung an die besondere topographische Situation über hohen, massiven Sockeln an den Hang gebaut wurden. Mit seiner Verschindelung steht es zudem in der Tradition der im Nordostschwarzwald häufig anzutreffenden Fachwerkhäuser mit hölzerner, Wind und Regen abhaltender Außenhaut.

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Alte Schule Kirchstraße 6/1
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau über massivem Sockelgeschoss mit Satteldach, im Nordwesten an die Stadtmauer angebaut, 1588 (i), Schulhaus bis 1743

Ein Schulhaus neben dem Stadtgraben in Altensteig wird schon 1511 erstmals urkundlich erwähnt. Das Schulhaus an der Kirchstraße wurde 1558 anstelle des wohl baufälligen Vorgängers an die Stadtmauer angebaut. Deren Wehrgang ist im Inneren noch teilweise erhalten. Als 1725 eine „Cloac“, ein Schülerabort angebaut wurde, musste die Stadtmauer durchbrochen werden. 1743 ging die sog. Deutsche Schule mit Wohnung des Schulmeisters aus städtischem Besitz im Tausch gegen eine Hälfte des Hauses Blumenstraße 1 an den Vogt Georg Ludwig Hegel über, Großvater des berühmten Philosophen Georg Friedrich Hegel (1770 bis 1831). Damit ist es nicht nur ein wichtiges Stück Altensteiger Schulgeschichte, sondern auch der württembergischen Geistesgeschichte.

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Wohnhaus Kirchstraße 7
(Karte)
Dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach in Hanglage, massives Sockelgeschoss mit von Buckelquadern gerahmter Torbogeneinfahrt, darüber verputztes und verbrettertes Fachwerk, 1564 (i), überformt im 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist ein charakteristisches und besonders stattliches Beispiel der die Altensteiger Oberstadt prägenden giebelständigen Bürger- und Handwerkerhäuser, die in Anpassung an die besondere topographische Situation über hohen, massiven Sockeln an den Hang gebaut wurden. Mit seiner Verbretterung an der Giebelseite steht es zudem beispielhaft für die im Nordostschwarzwald häufig anzutreffenden Fachwerkhäuser mit hölzerner, Wind und Regen abhaltender Außenhaut. Es ist ein anschaulicher Beleg früherer Wohn- und Lebensverhältnisse.

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Gasthaus Ritter und Rössle (heute Wohnhaus) Kirchstraße 8
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Sockelgeschoss, darüber teilweise verputztes Fachwerk, Eckerker im Südosten, im Innern Reste von Bohlenwänden, vor 1655, Umbau 1722 (i)

Das Gebäude ist nicht nur eines jener für die Altensteiger Oberstadt charakteristischen Fachwerkhäuser, die in Anpassung an die besondere topographische Situation über hohen, massiven Sockeln an den Hang gebaut wurden, sondern gehört mit seinem bis zumindest in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurückreichenden Kern auch zum ältesten Baubestand der Stadt. Es war nach Ausweis der Quellen von ca. 1660 bis 1770 ein Gasthaus, das zunächst den Namen Zum Ritter und später Zum Rössle trug. Später gelangte der markante, das Bild des Marktplatzes prägende Bau in den Besitz von Handwerkerfamilien. Er ist ein wichtiger Beleg der Altensteiger Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte.

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Ev. Pfarrhaus Kirchstraße 9
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit nach Westen abgewalmtem Satteldach in Hanglage, massiver, zur Kirchstraße zweigeschossiger Sockel, segmentbogiges Kellertor mit Sandsteingewände, als Ratsschreiberei erbaut 1664 (a), an der östlichen Traufseite aufgestockt im 18. Jahrhundert; Pfarrgarten mit Mauer

Nachdem Altensteig lange Zeit nach Altensteigdorf eingepfarrt gewesen war, wurde die Nikolauskapelle im Jahr 1570 zur Pfarrkirche erhoben und ein eigener evangelischer Pfarrer berufen. Im Jahr 1661 kaufte die Stadt Altensteig das baufällige Haus des Weißgerbers Jakob Baur auf Abbruch und errichtete bis 1664 eine geräumige Ratsschreiberei. Als der damals neu in die Stadt gekommene Pfarrer Johann Ulrich Mohr sich jedoch weigerte in das alte baufällige Pfarrhaus (Blumenstraße 1) einzuziehen, wurde die neue Ratsschreiberei der herzoglichen Regierung im Tauschweg angeboten. Am 8. November 1664 wurde der Neubau noch vor seiner Inbetriebnahme von der Stadt gegen einen Aufpreis getauscht. Damit ist der stattliche, den Marktplatz in entscheidender Weise mitprägende Bau ein wichtiger Beleg der Altensteiger Kirchengeschichte.

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Realschule (heute Wohnhaus) Kirchstraße 10
(Karte)
Dreigeschossiger, verschindelter Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, hoher, massiver, zur Paulusstraße zweigeschossiger Sockel, auf dem seitlichen Kellerrundbogen 1631 (i), über älterem Sockelgeschoss neu errichtet, 1837, um ein Stockwerk erhöht, 1905

Das Gebäude wurde 1837 als neue städtische Realschule über dem älteren, wohl ins Jahr 1632 zurückgehenden Sockelgeschoss neu errichtet. Im 17. Jahrhundert war hier eine Töpferei ansässig, wie Funde von Gefäßen und zahlreichen Scherben belegen. Die Beschreibung des Oberamtes Nagold berichtet 1862: „Das Realschulgebäude, ehemaliges Decanathaus, bei der alten Kirche gelegen, enthält die Realschule und die Wohnung des Reallehrers. Die Realschule wurde 1837 errichtet; früher hatte der Ort eine lateinische Schule, an welcher der Diacon zugleich Präceptor war. Im Jahr 1806 wurde die Stelle eines Diacons aufgehoben und an die lateinische Schule kam ein besonderer Präceptor, bis im Jahr 1819 dieselbe eingieng.“ Die ehemalige Realschule ist von Bedeutung für die Geschichte des Bildungswesens in Altensteig. Zudem besitzt sie als wichtiger Bestandteil der den Marktplatz, das Zentrum der Oberstadt, rahmenden Gruppe von stattlichen Verwaltungsgebäuden, Schul- und Gasthäusern hohe stadtbaugeschichtliche Aussagekraft.

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Marktbrunnen Kirchstraße 10
(Karte)
Achtseitiger Brunnentrog und Brunnensäule in der Form eines Obelisken, dort Wappen des württembergischen Herzogs und der Stadt und Inschriften, von den Steinmetzen Jacob und Christoph Reich aus Dornstetten geschaffen, 1747

Ein Altensteiger Marktbrunnen wird 1514 erstmals urkundlich erwähnt. Als der Brunnen durch den Einsturz der Stützmauer zerstört worden war, schufen die Steinmetzen Jacob und Christoph Reich aus Dornstetten 1747 einen neuen aufwendigen Brunnen mit achteckigem Trog. Der sich in der Mitte erhebende Obelisk ist verziert mit Reliefs, die neben den Namen der Bürgermeister Stoll und Lentz auch das württembergische und das Altensteiger Wappen zeigen. Auf der bekrönenden Kugel war ursprünglich ein hölzerner Adler angebracht. Der Marktbrunnen steht im Zentrum des einstigen württembergischen Amtsstädtchens. Die Brunnen in der Altensteiger Oberstadt wurden von Quellen außerhalb der Stadt gespeist, deren Wasser man mit Deichelleitungen herleitete. Brunnen dieser Art waren charakteristisch für die Amtsstädte im Herzogtum Württemberg. Der barocke Brunnen ist damit nicht nur ein Zeugnis des historischen Wasserversorgungssystems in Altensteig, sondern auch der Orts- und Herrschaftsgeschichte.

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Schloss Altenstein Kirchstraße 11/1, 11/2; Schloßgarten
(Karte)

Teils hoch aufragende Baugruppe in beherrschender Spornlage über dem Nagoldtal, Gründung der Grafen von Hohenberg, wohl Mitte 13. Jahrhundert, erstmals erwähnt 1287 (a), zunächst Wohnsitz der Grafen von Hohenberg bzw. ihrer Vögte, 1397 bis 1603 unter badischer Herrschaft, seit 1603 zu Württemberg gehörig, um 1610 bis 1803 Sitz der Vogtei und des Ministerialienamts, ab 1810 Kameralamt, dann Forstamt, bestehend aus:

  • Kernburg mit: Altes Schloss (11/2), fünfgeschossiger Wohnturm mit schildmauerartiger Verstärkung gegen Norden und ein- bis zweigeschossigen Aufbauten in verblattetem Fachwerk mit Geschossvorkragungen, teils verbrettert, Sattel- und Krüppelwalmdach, Buckelquadermauerwerk, im oberen Teil Eckbuckelquader und steinerner Aborterker, spätmittelalterlicher Innenausbau mit Flezen, Stuben und Kammern, im Kern wohl Mitte 13. Jahrhundert, Aus- und Umbau 1443 (d), Bretterverkleidung 1811 (d); kleiner Innenhof mit Tor, im Süden Neues Schloss (11/1), zweigeschossiger Massivbau mit konstruktivem Fachwerkgeschoss und Walmdach, im Kern 15. Jahrhundert, Umbauten um 1610, grundlegender Umbau bzw. Neubau über älteren Strukturen, 1739 (d), westliche Fachwerkfassade neu errichtet 1819 (d);
  • umgebende Zwingermauern, im Norden mit hölzernem gedecktem Wehrgang, zwei runde Flankierungstürme, westlich „Himmel“ und östlich „Hölle“, mit teils verbretterten Fachwerkaufbauten, Untergliederung durch umlaufenden Rundbogenfries, jüngeres Nordtor und ältere Poterne mit Zugbrückenblende im Osten, wohl 2. Viertel 15. Jahrhundert, Ausbau „Himmel“ zum Ortsarrest, 1815 (a);
  • Waschhaus, angebaut an die westliche Zwingermauer, 1. Hälfte 19. Jahrhundert;
  • Schlossvorhof mit querrechteckigem Brunnentrog aus Sandstein vor dem Waschhaus, westlich Scheune, teilverputzter Massiv- und Fachwerkbau, wohl 18. Jahrhundert, und weitere kleine Nebengebäude wie Remise;
  • Garten und weitere Zwinger und Hangstützmauern

Schloss Altensteig beherrscht in exponierter Lage hoch über dem Nagoldtal das Landschafts- und Stadtbild und bildet zusammen mit der benachbarten Pfarrkirche eine prägende Baugruppe von unverzichtbarer Bedeutung für die Ansicht der sich einen Hang hinaufstaffelnden Altstadt. Das Schloss war dabei Ausgangspunkt bzw. zentraler Bestandteil der durch die Grafen von Hohenberg wohl in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts vorgenommenen Stadtgründung im Areal einer älteren Siedlung und ersetzte einen älteren Adelssitz. Es diente als Sitz der hohenbergischen Vögte von Altensteig, hier liefen die Stadtmauern zusammen. Ältester Bestandteil ist der hoch aufragende Wohnturm, der mit seinem steinernen Mauerwerk wohl bis in die Gründungszeit zurückreicht. Mauerwerk und Eckbuckelquader deuten auf eine Entstehung um die Mitte des 13. Jahrhunderts hin. Spätestens 1287 hat die Burg zu Altensteig bestanden. Sie war seit 1397 erst badischer, seit 1603 dann württembergischer Verwaltungssitz und beherbergte noch im 19. Jahrhundert Behörden wie das Kameral- und dann das Forstamt. Das Kernschloss besteht aus zwei parallel zu einander gestellten Gebäuden um einen winzigen Innenhof, im Norden das Alte Schloss, den ursprünglichen Wohnturm, im Süden das Neue Schloss. Letzteres weist zwar einen spätmittelalterlichen Kern auf, ist allerdings ein weitgehender Neubau der Barockzeit. Besondere Bedeutung kommt dem Wohnturm durch seine original überlieferten spätmittelalterlichen Auf- und Ausbauten von 1443 zu. Sie vermitteln mit der bauzeitlichen Raumaufteilung und mit Schnitzereien ein höchst anschauliches und charakteristisches Bild des Aussehens mittelalterlicher Burggebäude in Südwestdeutschland und dokumentieren mit Kammern und Stuben adelige Wohn- und Lebensverhältnisse im 15. Jahrhundert. In diese Zeit gehört wohl auch die äußere Ummauerung, die als Zwinger vor der Hauptangriffsseite errichtet und durch zwei Rundtürme verstärkt wurde. Das große Rundbogentor nach Norden ist frühneuzeitlich, ursprünglich existierte hier nur in der östlichen Flanke eine Ausfallpforte. Zeittypisch für die Gestaltung spätmittelalterlicher Wehrbauten ist der umlaufende, dem wechselnden Höhenniveau folgende Rundbogenfries, ein Import aus dem Rheinland. Schloss Altensteig ist als einstiger Hohenberger Verwaltungssitz von zentraler Bedeutung für die Landesgeschichte im nördlichen Schwarzwaldraum und wichtiger Bestandteil der Burgenlandschaft im Nagoldtal, in der sich die Burgenpolitik des Hoch- und Spätmittelalters im Konkurrenzkampf einzelner Hochadelsfamilien und Territorien spiegelt. Mit seinem Baubestand zählt es zu den herausragenden Zeugnissen spätmittelalterlichen Profanbaus über das Kreisgebiet hinaus. Es hat wichtige Bedeutung für die Stadt- und Siedlungsgeschichte Altensteigs wie auch für die regionale Herrschaftsgeschichte. Mit seiner Lage, welche allein schon die Herrschaft der Hohenberger und später der Markgrafen von Baden wie auch der Herzöge von Württemberg verdeutlicht, ist das Schloss Altensteig überdies ein im höchsten Maße raumwirksames Kulturdenkmal.

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Wohnhaus Kirchstraße 12
(Karte)
Bergseitig eingeschossiger, talseitig dreigeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau mit massivem Sockelgeschoss und Satteldach, an den Giebeln über Balkenköpfen und profilierten Schwellen vorkragend, 18. Jahrhundert mit älterem Kern

Bei dem Gebäude handelt es sich um eines jener an die Topographie Altensteigs angepassten Häuser, bei denen die starke Hanglage durch einen hohen Bruchsteinsockel ausgeglichen wird. Es hat siedlungs- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert und belegt das Wohnen und Wirtschaften in vormoderner Zeit.

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Oberes Schulhaus Kirchstraße 13
(Karte)
1743 bis 1806 Diakonat und Lateinschule, danach Präzeptoratshaus (heute Ev. Gemeindehaus), verputzter bzw. verschindelter Fachwerkbau über massivem Sockel, Satteldach mit schmalem Querbau an der Vorderseite, an beiden Baukörpern stark vorkragende Obergeschosse, am Rundbogeneingang 1602 (i), Umbau 18. Jahrhundert, 1772 (i)

Das Gebäude wurde 18. Jahrhundert als Amtei bzw. Wohnung des Amtsvogtes errichtet. Dabei wurde der ältere, inschriftlich mit 1602 bezeichnete Sockel weiterverwandt. Es handelt sich um einen giebelständigen und verputzten, in regionaltypischer Weise auch verschindelten Fachwerkbau. Bemerkenswert sind die teilweise weit überkragenden Geschosse, die in traditioneller Manier angesichts der beengten Situation für Raumgewinn sorgten. Das Gebäude kam 1743 an die geistliche Verwaltung, die hier bis 1806 Diakonat und Lateinschule unterbrachte. Nach einer Zwischennutzung als Präzeptoratshaus, kam der Bau an die Stadt 1827 in den Besitz der Stadt. In Teilen gehört der stattliche Bau zu den ältesten Amtsgebäuden der Region, darauf weist eine Inschrift hin, die das Baujahr 1602 angibt. Gesichert ist, dass sich hier in den Jahren zwischen 1743 und 1806 das Diakonat und die Lateinschule befanden. Hier erhielten begabte Schüler weiterführenden Unterricht, der, gleich heutigen Gymnasien, Zugang in höhere Schulen ermöglichte. Anschließend folgte eine Nutzung als Präzeptoratshaus, bevor es 1827 schließlich in den Besitz der Stadt Altensteig kam, die hier städtische Einrichtungen (u.a. eine Bücherei) unterbrachte. Das in unmittelbarer Nähe des Schlosses stehende ehemalige Amts- und spätere Schulhaus bezeugt die Verwaltungs- und Schulgeschichte der Stadt Altensteig.

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Wohnhaus Kirchstraße 14
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau mit Satteldach über hohem massivem Sockelgeschoss, 18. Jahrhundert mit älterem Kern

Das Gebäude hat als eines jener an die Topographie Altensteigs angepassten Häuser, bei denen die starke Hanglage durch einen hohen Bruchsteinsockel ausgeglichen wird, Bedeutung für die Stadtbaugeschichte. Es ist ein anschaulicher Beleg früherer Wohn- und Lebensverhältnisse.

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Ev. Stadtkirche mit Mauern und ehemaligen Kirchgarten Kirchstraße 17
(Karte)
Längsgerichtete Kirche mit Kirchturm mit Glockenhelm an der Ostseite und zwei begleitenden Nebenräumen, gegliedert durch Rundbogenfenster in Blendrahmenfeldern, im Innern zweireihige Emporen, Kanzel und Altar an der Ostseite, der Taufstein aus der Vorgängerkirche am gedrehten Fuß 1557 (i) und an der aufgesetzten Schale 1735 (i), Orgel und Kirchenbänke aus der Erbauungszeit, errichtet nach Plänen des Kirchenratsbaumeisters Wilhelm Friedrich Goez (Götz) aus Ludwigsburg, ausgeführt von Werkmeister Georg Christoph Reich aus Nagold, 1773 bis 1775, grundlegende Modernisierung, künstlerische Ausgestaltung der Wand hinter dem Altar durch Prof. Rudolf Yelin, Stuttgart, 1961

Die Ev. Stadtkirche in Altensteig entstand 1773 bis 1775 nach Plänen des Kirchenratsbaumeisters Wilhelm Friedrich Goez aus Ludwigsburg. Errichtet wurde der längsgerichtete Kirchenbau mit Turm und Nebenräumen vom Werkmeister Georg Christoph Reich aus Nagold. Die Ausstattung stammt, wie der Taufstein von 1557, teilweise aus dem Vorgängerbau, sonst einheitlich aus der Erbauungszeit. Zu dieser Ausstattungsphase gehört neben der Orgel und den Kirchenbänken auch der Kanzelaltar. Es handelt sich dabei um ein charakteristisches Ausstattungselement evangelischer Kirchenräume, wobei besonders die räumliche Aufteilung und funktionale Staffelung von Altartisch und Kanzelkorb bedeutsam ist. Im Jahr 1961 erfolgte eine grundlegende Modernisierung des Gebäudes, wobei der Künstler Rudolf Yelin aus Stuttgart die künstlerische Ausgestaltung der Wand hinter dem Altar vornahm. Das in Ölspachteltechnik gearbeitete Wandbild zeigt eschatologische, also heilerwartende Bilder sowie Gleichnisse des Alten und des Neuen Testaments, u.a. die Gesetzestafeln Moses, Weinranken, Öllampen, Gestirne, die Dornenkrone und die Geisttaube. Selbstverständlich erscheint dabei, dass die Bildersprache eine evangelische Prägung aufnimmt. Der Kanzelaltar als konstitutives Element eines konfessionell geprägten Kirchenraumes der Frühen Neuzeit bildet dabei mit der ebenso anhand konfessionell verbindlicher Ideen ausgestalteten Wandfläche der 1960er Jahre ein eindrückliches und mehrschichtiges funktionales Ensemble. Die am östlichen Rand der Oberstadt errichtete Kirche hat zentrale Bedeutung für die Stadt- und Kirchengeschichte Altensteigs und prägt zusammen mit der Burg die Stadtsilhouette in höchstem Maße.

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( Wikidata)

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Königsbank Kirchstraße 17
(Karte)
Ruhebank aus Sandsteinquadern, an der steinernen Rücklehne gusseiserner Inschriftplatte zur Erinnerung an den Besuch König Wilhelms am 11. Juli 1862

Die steinerne Bank am östlichen Stadteingang – wie die meisten Ruhebänke aus einer niederen Sitzbank und einer höheren Bank zum Abstellen von auf dem Rücken getragenen Lasten bestehend belegt Aspekte von Handel und Transportwesen in Altensteig. Bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein dienten diese Bänke den Landleuten, die ihre Erzeugnisse in Körben auf dem Kopf oder auf dem Rücken zum Markt trugen, als Rastmöglichkeit. Die Ruhebank belegt aber nicht nur an den mühseligen Warentransport in nicht motorisierten Zeiten, mit ihrer (jüngeren) Inschrift „Dies war der Ruhesitz des vielgeliebten Landes Vaters König Wilhelm, als er am 11. Juli 1862 Altensteig besuchend, im 81. Lebensjahr rüstig unseren Berg erstiegen hatte“ erinnert sie zudem an eine Episode der Altensteiger Stadtgeschichte.

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( Wikidata)

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Gerichtsbrunnen Kirchstraße 17
(Karte)
Runder Sandsteintrog mit Wulstrand, bezeichnet „I D C 1744“ (IurisDicentiCausa = um der Rechtsprechung willen), vom ehemaligen Standort unterhalb der Burg hierher versetzt, 1990

Der sog. Gerichtsbrunnen wurde 1744 am Lindengerichtsplatz im Bereich des heutigen Stadtgartens nordwestlich vor der Stadt unterhalb der Burg aufgestellt. Auch die Inschrift in der Kartusche „I D C 1744“, d.h. Iuris Dicenti Causa, also um der Rechtsprechung willen, bezieht sich auf diesen Standort. Der Brunnen ist ein wichtiges Zeugnis des Altensteiger Hochgerichts, das als herrschaftliche Institution jahrhundertelang alle Malefizvergehen des Amtsbezirkes verhandelte und die Leib- und Lebensstrafen verhängte.

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Brunnen Kirchstraße 22
(Karte)
Gusseiserner, querrechteckiger Brunnentrog mit mehrkantiger Brunnensäule, diese bezeichnet „Gebr. Benckiser, Pforzheim“, Typenentwurf mit antikisierenden Motiven, Ende 19. Jahrhundert

Der Brunnen neben der Kirche ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung in Altensteig und wurde wohl im Zuge des Baus eines Wasserleitungsnetzes in den 1890er Jahren aufgestellt. Mit seiner zeittypischen Formensprache mit antikisierenden Motiven an Brunnensäule und -becken steht er zudem beispielhaft für die florierende Metallgusskunst und die Wiederaufnahme der antiken Formensprache im 19. Jahrhundert.

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Wohnhaus Kirchstraße 22
(Karte)
Zweigeschossiger verschindelter Fachwerkbau mit Satteldach in Hanglage, massives Sockelgeschoss mit Sandsteingewänden, 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist eines jener an die Topographie Altensteigs angepassten Häuser, bei denen die starke Hanglage durch einen hohen massiven Sockel ausgeglichen wird. Mit seiner Verschindelung der Obergeschosse ist es zudem ein anschauliches Beispiel für die im Nordostschwarzwald häufig anzutreffenden Fachwerkhäuser mit hölzerner, Wind und Regen abhaltender Außenhaut. Typischerweise wurde im Gebiet Pforzheim-Nagold-Altensteig-Freudenstadt-Wildbad-Neuenbürg im 19. Jahrhundert die zuvor übliche Verbretterung der Fassaden durch eine kleinteilige Verschindelung abgelöst. Mit seinem massivem Keller- und Stallteil erinnert das Gebäude zudem daran, dass die meisten Altensteiger bis weit in das 19. Jahrhundert hinein zusätzlich zu ihrem Handwerk eine Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben. Damit ist es ein anschaulicher Beleg früherer Wohn- und Lebensverhältnisse.

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Silberbrunnen Mühlstraße 1
(Karte)
Gusseiserner querrechteckiger Brunnentrog mit mehrkantiger Brunnensäule mit historisierendem Dekor, Typenentwurf der Gebr. Benkiser, Pforzheim, bezeichnet an der Frontseite des Brunnentrogs „1895“

Am Ende des 19. Jahrhunderts bestand ein großes Interesse an der Ausschmückung von Straßen und Plätzen durch aufwendig gestaltete, industriell gefertigte Gebrauchsgegenstände wie Laternen, Schildern oder auch Brunnen. Der Silberbrunnen in Altensteig ist ein Beleg für die Möglichkeiten der Gusseisenproduktion in dieser Zeit ebenso wie für die historische Wasserversorgung in Altensteig vor Einführung des öffentlichen Wasserleitungsnetzes.

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Untere Mühle Mühlstraße 3
(Karte)
Später Mühle Silber (heute Stadtbibliothek), Getreidemühle mit herrschaftlichem Fruchtspeicher, dreigeschossiger Bau mit Satteldach und einem etwas zurückgesetztem Querbau, massives Erdgeschoss, darüber verputztes Fachwerk, 1640 (a), heutiger Bau wohl im Wesentlichen 18. Jahrhundert, grundlegend überformt 1829 (a)

Eine erste Erwähnung der unteren Getreidemühle am Fuß der Oberstadt stammt aus der Zeit um 1640. Mit Wasser versorgt wurde sie durch einen von der Nagold abgezweigten Mühlkanal, der 1962 zugeschüttet wurde. Die Dachgeschosse der wohl im 18. Jahrhundert erneuerten Mühle dienten als herzoglicher Fruchtkasten. Ihre heutige Gestalt erhielt die Mühle bei einem durchgreifenden Umbau des Jahres 1829, ihren Namen nach dem einstigen Besitzer Carl Silber (seit 1894). Die Untere Mühle belegt vormoderne Gewerbegeschichte sowie Wohn- und Lebensverhältnisse der dort ansässigen Müller. Sie hat neben ihrem wirtschaftsgeschichtlichen auch siedlungs- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert für Altensteig.

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Wohnhaus Mühlstraße 4
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Gebäude mit Satteldach, hohes massives Sockelgeschoss, darüber Fachwerk, am abgefasten Kellerrundbogen 1698 (i), grundlegend erneuert im frühen 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel der die Stadt Altensteiger prägenden, oft auf älterem Fundament errichteten Bürger- und Handwerkerhäuser. Mit seinem massivem Keller- und Stallteil im Erdgeschoss erinnert es daran, dass die meisten Altensteiger bis weit in das 19. Jahrhundert hinein zusätzlich zu ihrem Handwerk eine Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben. Damit ist das Haus ein anschaulicher Beleg früherer Wohn- und Lebensverhältnisse.

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Sohlledergerberei Beck zum Anker Nagolder Straße 2
(Karte)
Seit 1877 von der Familie Beck betrieben, stillgelegt und umgenutzt 1991, bestehend aus: Gerbereibau, zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss zweifarbiges Ziegelmauerwerk, Obergeschoss verschaltes Fachwerk, an Stelle eines älteren Gebäudes errichtet, 1917; Rindenscheune: Fachwerkscheune über drei, heute zugeschütteten Wasserdurchlässen, 1887

Die 1877 bis 1991 von der Familie Beck betriebene Sohlledergerberei Beck zum Anker ist bauliches Relikt eines einst für Altensteig wichtigen Wirtschaftszweiges. Da in Altensteig aufgrund der relativ kleinen Gemarkung und der wenigen Ackerflächen der Feldbau jeher nur eine untergeordnete Rolle spielte, mussten viele Bürger ihr Einkommen als Gewerbetreibende erzielen. Daher entstanden neben etlichen Handwerksbetrieben und Gasthäusern in der Oberstadt auch mehrere Holzflößereien, Mühlen, Messerschmieden, Färbereien und Gerbereien im Tal, in unmittelbarer Nähe der Nagold und des von ihr abzweigenden Mühlkanals. Das Gerberhandwerk war ab etwa 1800 in Altensteig von großer Bedeutung erreichte seinen Höhepunkt um 1890 mit 36 Rot- und vier Weißgerbereien. Die Rotgerber und besonders die Sohllederproduzenten fanden hier günstige Standortfaktoren vor: Die Bauern des Umlands lieferten Häute, der Wald die Eichen- und Fichtenlohe und die Nagold kalkfreies Wasser. Technische und chemische Neuerungen brachten im frühen 20. Jahrhundert - verstärkt durch die Kriegszeiten des Ersten Weltkriegs - einen Niedergang der Gerberei. Erst ab 1933 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs konnte wieder eine Aufwärtsentwicklung festgestellt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Gerberei stark ab. Die Währungsreform und Zwangsbewirtschaftung, technische Neuerungen und die Entwicklung zum Großbetrieb bedeuteten das Aus für die einzelnen Betriebe. Die letzte Gerberei in Altensteig stellte 1995 ihren Betrieb ein.

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Steg aus Eisenfachwerk über der Nagold Obere Talstraße 12
(Karte)
Beginn und Ende mit Sandsteinblöcken markiert, um 1900

Der eiserne Steg über die Nagold bildet ein strukturierendes Element in der Kulturlandschaft und veranschaulicht die Anstrengungen, die im 19. Jahrhundert für die Verbesserung des Straßennetzes unternommen wurden. Er stellt ein charakteristisches Beispiel einer Eisenfachwerkbrücke dar und ist ein Zeugnis der lokalen Verkehrsgeschichte.

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Elektrizitätswerk Obere Talstraße 12
(Karte)
Kraftwerk II, zweigeschossiger Betonbau mit bretterverschaltem Obergeschoss und Krüppelwalmdach, 1922/23, mit Francis-Turbinen von 1923, an dem westlichen Umgrenzungszaun Etterstein bezeichnet „Ettergrenze“

Das an der Nagold errichtete Kraftwerk ist ein Zeugnis der Elektrizitätsversorgung von Altensteig und belegt die zunehmende Elektrifizierung der Gemeinden im frühen 20. Jahrhundert, u. a. zur Beleuchtung von Straßen und Wohnungen. Es ist damit ein anschauliches Dokument der Technik- und Stadtgeschichte. Gestalterisch orientiert sich der Funktionsbau an der Heimatstilbewegung nach dem Ersten Weltkrieg, die als Ideal die Architektur vor dem Einsetzen der Industrialisierung ansah. Charakteristisch ist der Einsatz eines traditionsreichen an lokalen Vorbildern des Barock orientierten Formvokabulars (hier das mächtige Halbwalmdach) bei gleichzeitiger Nutzung neuer Baustoffe (Beton) zur Entwicklung einer modernen, zeitgemäßen Architektursprache.

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Rathaus und Nebengebäude Paulusstraße 4
(Karte)
Hauptgebäude zweigeschossiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, Sichtfachwerk zum Marktplatz hin, im Erdgeschoss ehemals eine offene Markthalle (Platzniveau früher tiefer), an der Talseite zweigeschossiger Sockel mit zweitverwendeten staufischen Buckelquadern, 1464 bis 1465 (d), östlich anschließende tiefer gelegenes Nebengebäude nach Abbruch eines Vorgängerbaus zur Erweiterung des Rasthauses im Erscheinungsbild eines verputzten Fachwerkhauses neu errichtet, 1924

Das Altensteiger Rathaus ist ein anschauliches Zeugnis für einen Kommunalbau des Spätmittelalters. Es bildet zusammen mit den Schulhäusern und dem barocken Marktbrunnen eine stadtbildprägende Baugruppe im Zentrum der Stadt, an der hier zum Marktplatz aufgeweiteten Paulusstraße. Das Rathaus ist ein eindrückliches Zeugnis bürgerlicher Selbstdarstellung im 15. Jahrhundert und hat als zentraler Verwaltungsbau zunächst des Amtes und später der Stadt Altensteig hohen Wert für die Stadt- und Stadtbaugeschichte.

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Metzgerpost Paulusstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach in Hanglage, errichtet über hoher Substruktionsmauer, an der östlichen Seite an die Stadtmauer grenzend, massives Erdgeschoss mit segmentbogigen Fensteröffnungen, Obergeschoss und Giebel verbrettert, Satteldach, am Türsturz des Hauseingangs mit Eselsrückenabschluss 1566 (i);

s. Stadtbefestigung Alte Steige 16

Das 1566 erbaute Handwerkerhaus befand sich um 1800 mehrfach im Besitz von Metzgern. Da diese beim Viehkauf auf dem Land auch Post zustellten, erhielt das Gebäude in Altensteig die Bezeichnung Metzgerpost. Es ist nicht nur ein Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte, sondern auch der Stadtbaugeschichte. Es ist eines jener an die Topographie Altensteigs angepassten Häuser, bei denen die starke Hanglage aufwändige Substruktionen erforderlich macht. Es ist zudem ein aussagekräftiges Beispiel für die im Nordschwarzwald häufig anzutreffenden Häuser mit verbrettertem Fachwerkwerk, die durch die zusätzliche Verschalung wind- und regendichter und somit wärmer und trockener waren.

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Wohnhaus Paulusstraße 7
(Karte)
Eingeschossiges verputztes Wohnhaus mit Satteldach in Hanglage, massiver Sockel, an der Talseite Teile der Stadtmauer verbaut, darüber Fachwerk mit vorkragendem Giebel, um 1800;

s. Stadtbefestigung Alte Steige 16

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel der die Altensteiger Oberstadt prägenden, im 18./19. Jahrhundert oft auf älterem Fundament errichteten Bürger- und Handwerkerhäuser. Durch die schwierige Topographie bedingt, mussten die Häuser über hohen Substruktionen errichtet werden. Dabei wurde auch die mittlerweile funktionslos gewordene Stadtbefestigung genutzt. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil des historischen Stadtbildes und belegt frühere Wohn- und Lebensverhältnisse in der Nordschwarzwaldregion.

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Wohnhaus Paulusstraße 9
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Wohnhaus mit Satteldach in Hanglage, mit massivem talseitigem Sockel, dessen Südwand von der Stadtmauer mit Stumpf eines Stadtmauerturms gebildet wird, darüber Fachwerk mit Vorkragungen, 1603 (i);

s. Stadtbefestigung Alte Steige 16

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel der die Altensteiger Oberstadt prägenden, im 18./19. Jahrhundert oft auf älterem Fundament errichteten Bürger- und Handwerkerhäuser. Durch die schwierige Topographie bedingt, mussten die Häuser über hohen Substruktionen errichtet werden. Dabei wurde auch die mittlerweile funktionslos gewordene Stadtbefestigung genutzt. Im hohen Bruchsteinsockel dieses Hauses hat sich umfangreiche mittelalterliche Bausubstanz – Teile der Stadtmauer mit einem Turmstumpf – erhalten. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil des historischen Stadtbildes und belegt frühere Wohn- und Lebensverhältnisse in der Nordschwarzwaldregion.

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Unteres Schulhaus Paulusstraße 11, 13
(Karte)
Heute Doppelwohnhaus mit Satteldach in Hanglage, talseitig zweigeschossig mit massivem Sockel, in dem Teile der Stadtmauer verbaut sind, darüber verputztes bzw. verschindeltes Fachwerk, nach Brand über massivem älterem Sockel von 1679 neu erbaut, 1911

Das im Kern aus dem Jahr 1679 stammende Gebäude diente von 1772 bis 1822 als Knabenschule und später zweitweise als Gasthaus Zum Lamm. Nach einem Brand 1911 wurde es unter Verwendung der massiven älteren Sockelgeschosse wiedererrichtet. Es ist ein charakteristisches Beispiel der die Altensteiger Oberstadt prägenden Bürger- und Handwerkerhäuser und belegt mit seinen früheren Funktionen Aspekte der Schul- und Wirtschaftsgeschichte.

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Alte Apotheke Paulusstraße 17
(Karte)
Zweigeschossiges verputztes Wohnhaus mit Krüppelwalmdach in Hanglage, talseitig hoher Sockel, dessen Südseite von Teilen der Stadtmauer gebildet wird, darüber verputztes Fachwerk mit schwachen Vorkragungen, Portal mit geschweiftem Gewände, als Apotheke errichtet, 1785/86;

s. Stadtbefestigung Alte Steige 16

Im Jahr 1762 eröffnete der Apotheker Bernhard Konrad Zeller mit einem urkundlichen Privileg von Herzog Carl Eugen von Württemberg ausgestattet in der Paulusstraße 17 eine Apotheke. 1785/86 ließ der Apotheker Rösler einen Neubau erstellen. Dabei wurde der baufällige Turm des Unteren Tores bis auf das Torgewölbe abgerissen, dieses wurde mit Steinplatten belegt und Rösler zu einem Altan überlassen. An den Erbauer erinnert bis heute der Keilstein des Barockportals, auf dem Rose und Buchstabe „R“ eingemeißelt sind. Der stattliche spätbarocke Bau erinnert an die Geschichte des Altensteiger Apothekenwesens und hat hohe Bedeutung für die Stadtbaugeschichte.

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Gasthaus Bäck-Schwarz Paulusstraße 19
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger Bau mit Satteldach in Hanglage, talseitig hoher massiver Sockel, der teilweise von der Stadtmauer gebildet wird, darüber teilweise verputztes Fachwerk, Eckstube mit Bohlenständerwänden, 1455/59 (d), Umbau der Stube 1469/70 (d);

s. Stadtbefestigung Alte Steige 16

Der Bäck-Schwarz hat als eines der ältesten Gebäude Altensteigs hohe Bedeutung für die Stadtbaugeschichte. Die Bohlenständerwände der Eckstube sowie verblattetes und verzapftes Fachwerk verweisen auf eine auch dendrochronologisch bewiesene Entstehung um die Mitte des 15. Jahrhunderts. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts betrieb der namensgebende Bäcker Jakob Schwarz (gestorben 1893) hier sein Handwerk. Der in unmittelbarer Nachbarschaft zum im späten 18. Jahrhundert abgegangen Unteren Tor gelegene und auf Resten der Stadtmauer stehende Fachwerkbau ist zudem von zentraler Bedeutung für die Stadteingangssituation von Süden.

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Wohnhaus Paulusstraße 26
(Karte)
Zweigeschossiges, verschindeltes Gebäude mit Satteldach über massivem Sockelgeschoss, 18. Jahrhundert, überformt im 19. Jahrhundert, zur Ecke hin Anschluss an die Stadtmauer

[s. Stadtbefestigung, Alte Steige 16]

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel eines der im Nordostschwarzwald häufig anzutreffenden Fachwerkhäuser mit hölzerner, Wind und Regen abhaltender Außenhaut. Typischerweise wurde im Gebiet Pforzheim-Nagold-Altensteig-Freudenstadt-Wildbad-Neuenbürg im 19. Jahrhundert die zuvor übliche Verbretterung der Fassaden durch eine kleinteilige Verschindelung abgelöst. Mit seinem massivem Keller- und Stallteil im Erdgeschoss erinnert das Gebäude zudem daran, dass die meisten Altensteiger bis weit in das 19. Jahrhundert hinein zusätzlich zu ihrem Handwerk eine Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben. Damit ist es ein anschaulicher Beleg früherer Wohn- und Lebensverhältnisse.

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Gemarkungsgrenzstein
(Karte)
Gemarkungsgrenze Egenhausen - Altensteig, Sandstein, Mitte 19. Jahrhundert.

Der auffällig ausgeformte Grenzstein ist ein Zeugnis der Territorialgeschichte aus der Zeit des 19. Jahrhunderts und besitzt als solcher ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus Postplatz 13
(Karte)
Traufständiges zweigeschossiges verputztes Fachwerkgebäude mit Satteldach über hohem massivem Kellergeschoss, an den Giebeln mit Vorkragungen, an der östlichen Giebelseite Außenaufgang, 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist Beispiel der regionaltypischen Bebauung mit massivem Erdgeschoss und Fachwerkobergeschoss im 18. Jahrhundert. Es dokumentiert vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse in der Nordschwarzwaldregion und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert für Altensteig.

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Hangkeller Poststraße
(Karte)
Bezeichnet auf dem Rundbogen „18 CMB 12“

In den Hang hineingebaute Lagerkeller, in denen durch gleichmäßige Kühle und Feuchte ein konstantes Klima herrscht, bezeugen alte Methoden zur Lagerhaltung von Lebensmitteln. Sie waren über Jahrhunderte hinweg sowohl bei Gasthäusern als auch bei Privatleuten gebräuchlich, wenn die topographischen Voraussetzungen gegeben waren. Mit der Einführung von Kältemaschinen am Ende des 19. Jahrhunderts verloren die Hangkeller allmählich ihre Bedeutung und sind bis auf wenige Beispiele verschwunden. Daher genießen die immer rarer werdenden Exemplare heute Seltenheitswert.

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Unteres Schulhaus (heute Musikschule) Poststraße 47
(Karte)
Viergeschossiger Bau mit flach geneigtem Walmdach, Erdgeschoss massiv in Sandstein, die Obergeschosse verschindeltes Fachwerk, Mittelrisalit mit Zwerchhaus, 1867

Nach dem Oberen Schulhaus beim Altensteiger Schloss aus der Zeit um 1600 und dem Mittleren Schulhaus von 1822 beim Unteren Tor erhielt Altensteig 1867 einen neuen großen und repräsentativen Schulbau jenseits der Nagold. Das Untere Schulhaus zeichnet sich durch eine in spätklassizistischer Formensprache gehaltene Fassade mit Mittelrisalit und pilastergerahmten Rundbogenportalen. Die aufwendige Gestaltung zeigt, welch hohen Stellenwert die Zeitgenossen dem Schulunterricht und damit der Bauaufgabe „Schule“ zumaßen. Das Schulhaus hat als wichtiger Ort im Gemeindeleben hohe Bedeutung für die Ortsgeschichte von Altensteig und ist zugleich ein anschauliches Beispiel für die in Grund- und Aufriss klar gegliederten Schulbauten der 1860er- und 1870er-Jahre.

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Wohn- und Geschäftshaus Poststraße 66
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger, verputzter Bau mit Satteldach und Zwerchgiebel mit Ladevorrichtung, große Toreinfahrt, große Schmiedewerkstatt im Erdgeschoss an der Südostecke, dort Ringe zum Anbinden von Tieren, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Schmiede ist ein wichtiges Zeugnis der Orts- und Wirtschaftsgeschichte von Altensteig. Sie belegt einen Handwerkszweig, der in Stadt und Land einst eine zentrale Rolle spielte. Charakteristisch ist die enge Funktionsverknüpfung von Wohnen und Handwerk: Wohnbereich und Werkstatt sind unter einem Dach vereint. Dabei ist die Werkstatt wegen der Feuergefahr massiv gemauert, während der Wohnteil als Holzkonstruktion ausgeführt ist. Die Schmiede hat in ihrer Überlieferung mit der erhaltenen Werkstatteinrichtung heute Seltenheitswert.

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Brunnen Poststraße 79
(Karte)
Achtseitiger gusseiserner Brunnentrog und mehrseitige Brunnensäule, bekrönt von einem Pinienzapfen, historisierender Dekor, Typenentwurf der Firma Benckiser, Pforzheim, bezeichnet am Brunnentrog „1905“

Der Brunnen ist mit seinem polygonalen Trog und dem Stock in Form einer ornamentierten Säule ein zeittypisches Serienprodukt aus Gusseisen. Solche Stücke ersetzten im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in dekorativer Weise die oftmals weitaus einfacheren Brunnen in den Städten und Dörfern und dienten damit nicht nur der Wasserversorgung, sondern auch der Ortsverschönerung. Der in einer kleinen Grünanlage an der Poststraße stehende Brunnen ist ein anschauliches Dokument für solch industriell produzierte Kunstobjekte und belegt die Entwicklungsgeschichte der Wasserversorgung von Altensteig.

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Schlossberg-Anlage Nähe Poststraße 85
(Karte)

Bestehend aus: Burgruine, quadratische Fundamente des Bergfrieds, Halsgraben mit anschließendem Hanggraben bzw. Hangterrassen an den Flanken, 13. Jahrhundert; landschaftsgärtnerische Anlage nach Plänen der Landschaftsarchitekten Albert Lilienfein und Sohn, angelegt durch die Firma Berz und Schwede, Stuttgart, 1905; Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, Turm aus Buntsandsteinquadern, bekrönt von Zackendach und Kreuz, Tafeln mit den Namen der Gefallenen, nach Plänen von Prof. Felix Schuster, 1921

Westlich der Stadt Altensteig, rechts über der Nagold stand auf dem Sporn des Schlossbergs im 13. Jahrhundert eine mit den Herren von Altensteig im Zusammenhang stehende Burg. Von dieser sind heute nur wenige Reste des Bergfrieds und der Grabenanlagen sichtbar. Bereits das Landbuch von 1624 vermerkt: „Zum Thurn ein alt Burgstal bei Altensteig an der Nagolt, ist allerdings abgegangen und allain noch ein gemauert Wand daran uffrecht vorhanden. Hatt im Jahr 1386 Hainrich v. Neuperg solches Schloß inngehabt.“ Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Schlossberg eine Grünanlage nach Plänen der Landschaftsarchitekten Albert Lilienfein und Sohn angelegt. Als einer der seinerseits überaus beliebten Aussichtspunkte sollte sie den Genuss großer Landschaftspanoramen und den Blick auf die Kulisse von Schloss und Stadtanlage Altensteig ermöglichen. Die landschaftsgärtnerische Anlage ebenso wie das an mittelalterliche Burgtürme gemahnende Gefallenendenkmal sind charakteristische Beispiele für die Maßnahmen zur Erschließung der Umgebung als Naherholungsgebiet, wie sie in vielen Städten in den Jahren vor und nach 1900 üblich waren.

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Bürgerspital (später Wohnhaus Haus Volle) Rosenstraße 4
(Karte)
Dreigeschossig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber vorkragendes Fachwerk mit Zierformen im Giebel, von der Stadt gestiftet 1527, Fachwerk 1612 (d), an Privat verkauft 1697

Im Jahr 1527 stiftete die Altensteiger Bürgerschaft ein Spital, von dem sich u.a. das Erdgeschoss mit dem spätgotischen Kielbogen-Eingang bis heute erhalten hat. Die Fachwerk-Obergeschosse stammen dendrochronologischen Untersuchungen zufolge teilweise aus dem frühen 17. Jahrhundert. Das Bürgerspital wurde 1697 verkauft und in der Folge als Handwerkerhaus genutzt. Spitäler gehören zu den charakteristischen Ausstattungselementen mittelalterlicher Städte. Zu Füßen der ummauerten Kernstadt gelegen, war das Altensteiger Spital als einzige öffentliche Fürsorgeeinrichtung von immenser Wichtigkeit für die Altensteiger Armen, Alten und Kranken in Mittelalter und Früher Neuzeit. Der mächtige Fachwerkbau hat hohe Bedeutung für die Geschichte der Altensteiger Sozialfürsorge.

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Wohnhaus Rosenstraße 11
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Mansarddach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss verschindeltes Fachwerk, im Kern 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Umbau 1922 (i)

Der stattliche Bau reicht im Kern in das 18. Jahrhundert zurück, wurde aber in den 1920er-Jahren um- und ausgebaut. Bezeichnenderweise griff man dabei im Sinne des Heimatschutzgedankens auf die Formensprache spätbarocker Vorbilder zurück. Das Gebäude belegt Aspekte der Architektur- ebenso wie der Stadtbaugeschichte von Altensteig.

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Doppelwohn- und Handwerkerhaus Rosenstraße 10, 12
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, an der Ostseite Wiederkehr, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse in Fachwerkkonstruktion, auf dem Türsturz von Nr. 10 1842 (i), Handwerkerzeichen der Weber und Schornsteinfeger 1906 und 1934 (i)

Das Doppelhaus belegt Wohn- und Wirtschaftsformen von Handwerkerfamilien im 19. Jahrhundert, die im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft betrieben. Die Inschriften belegen, dass hier u.a. Weber und Schornsteinfegern lebten. Damit besitzt das Gebäude sozial- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert für Altensteig.

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Wohnhaus Rosenstraße 27
(Karte)
Später Forstamt (heute Polizeistation), zweigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Wiederkehr, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an der westlichen Traufseite Hauseingang, 1803 (i), Erdgeschoss an der straßenseitigen Giebelseite mit Arkaden für einen Fußgängerdurchgang geöffnet, 1985

Mit seinen verschiedenen Zeitschichten dokumentiert das Gebäude Aspekte der regionalen Verwaltungsgeschichte. Es gibt zudem Hinweise auf die hohe Bedeutung, die die Waldwirtschaft im nördlichen Schwarzwald einst besaß. Der württembergische Altensteiger Forst entstand als selbständiger Forstbezirk aus einem 1603 durch Kauf von Baden erworbenem Gebiet. Im 17. Jahrhundert war der Forstmeister von Altensteig in Personalunion zugleich Waldvogt von Nagold (mit dem Sitz in Altensteig). Der um die Mitte des 18. Jahrhunderts vereinigte Forstbezirk führte dann die Bezeichnung Forstamt Altensteig.

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Brunnen Rosenstraße
(Karte)
Querrechteckiger gusseiserner Brunnentrog mit mehrseitiger Brunnensäule, historisierender Dekor, Typenentwurf der Firma Benckiser, Pforzheim, 1905 (i)

Der Brunnen ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für einen Laufbrunnen der Zeit um 1900, in der es durch die Entwicklung der Eisengussherstellung möglich wurde, in größeren Serien und damit relativ preiswert Brunnen mit Architekturschmuckgliedern und ähnlichem nach künstlerisch mehr oder weniger aufwendigen Vorlagen zu produzieren. Er ist zudem ein Zeugnis der historischen Wasserversorgung in Altensteig vor Einführung des Wasserleitungsnetzes.

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Wohnhaus mit Garage und Garten Schloßbergstraße 1
(Karte)
Dreigeschossig mit Walmdach und weit überstehendem Dach, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse verschindelt, an der Nordostecke Garageneinfahrt und dreiseitiger Erkervorbau darüber, späte 1920er-Jahre

Das am Beginn der Schlossbergstraße stehende Gebäude ist ein aussagekräftiges Beispiel eines Mehrfamilienhauses der Zwischenkriegszeit, bei der aus der Heimatschutzarchitektur hergeleitete mit vom Expressionismus beeinflusste Formen kombiniert werden. Es belegt die jüngere Stadtbaugeschichte von Altensteig ebenso wie die Lebens- und Wohnverhältnisse in den 1920er-Jahren.

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Villa Silcherweg 3
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss verschindeltes Fachwerk, Erker an der Südostecke, darüber im vorkragendem Dachgeschoss Veranda über die ganze Hausbreite, unterteilt durch zwei Holzstützen, an der westlichen Traufseite ursprünglicher Dachausbau, um 1910

Das Wohnhaus wurde im frühen 20. Jahrhundert am östlichen Ortsrand von Altensteig errichtet. Charakteristisch sind das weit überstehende Satteldach, die Verschindelung und die Veranda mit dem geschnitzten Holzgeländer. Das Gebäude mit den vielen dekorativen Holzdetails ist ein Vertreter des in der Region um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert beliebten „dekorativen Schwarzwaldstils“. Es ist ein anschauliches Beispiel dieser Spielart des Heimatstils, der auf Elemente regionaler Architektur zurückgreift und sich so in die Kulturlandschaft einzufügen sucht.

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Zwei Sühnekreuze Speidelstraße 14
(Karte)
Sandsteinkreuze von gedrungener Form mit eingeritztem Weberschiffchen und Hackebeil, um 1500, von der Markungsgrenze Altensteig/Altensteigdorf am alten „Kirchweg“ hierher versetzt 1960

Sühnekreuze sind charakteristische Zeugnisse spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Im 15. und 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt.

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Seltengrabenbrücke Seltengrabenbrücke
(Karte)
Eisenfachwerkbrücke, vor 1900

Die Seltengrabenbrücke belegt die Anstrengungen, die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert für die Verbesserung des Straßennetzes unternommen wurden. Sie stellt ein charakteristisches Beispiel einer Eisenfachwerkbrücke dar und ist ein Zeugnis der lokalen Verkehrsgeschichte.

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Waldfriedhof
(Karte)
Angelegt 1922 bis 1924; Friedhofskreuz aus Sandstein; Friedhofskapelle mit Satteldach und Dachreiter, überdachter, L-förmiger Umgang; Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, 1954 bis 1959; Blockhütte; hölzerne Grabkreuze, 1920er-Jahre

In den Jahren 1922 bis 1924 wurde südöstlich der Stadt der Waldfriedhof nach Plänen von Gartenarchitekt Albert Lilienfein & Sohn und Architekt Prof. Felix Schuster als Notstandsarbeit zur Arbeitsbeschaffung in der Inflationszeit angelegt. Aus dieser Zeit stammen auch die in expressionistischer Formensprache gestaltete Friedhofkapelle sowie einige bemerkenswerte hölzerne Grabkreuze. 1959 wurde das nach einem Entwurf von Karl Ellenrieder durch den Stadtbaumeister Ostertag ausgeführte Denkmal für die Gefallene des Ersten und Zweiten Weltkrieg aufgestellt. Der Friedhof ist ein Zeugnis der Bestattungskultur wie auch der Altensteiger Ortsgeschichte.

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Scheune Walkenweg 1
(Karte)
Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert

Die Scheune ist ein anschaulich überliefertes Beispiel barocker Funktionsarchitektur und belegt die Vorratshaltung in früherer Zeit. Damit legt sie Zeugnis ab von der jahrhundertelang auch von der Landwirtschaft geprägten Geschichte Altensteigs.

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Weitere Bilder
Scheune Welkerstraße 25
(Karte)
Hölzerner Bau mit Satteldach auf Sandsteinsockel, 19. Jahrhundert

Die in charakteristischer Lage außerhalb des Ortes in der Feldflur stehende Scheune ist ein anschaulich überliefertes Beispiel ländlicher Funktionsarchitektur des 19. Jahrhunderts. Sie erinnert an die Bedeutung der Landwirtschaft für die Wirtschaftsgeschichte von Altensteig.

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Altensteigdorf

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Schule (heute Wohnhaus) Heerstraße 14
(Karte)
Zweigeschossiger verschindelter Bau mit Satteldach, Zwerchhaus und angedeutetem Erker an der Traufseite, 1930er-Jahre; östlich davon Garten mit gekreuzten Wegen mit Buchsteinfassung

Das ehemalige Schulhaus ist ein anschauliches Beispiel für einen im Sinne des Heimatschutzgedankens gestalteten öffentlichen Kommunalbau der 1930er Jahre. Die Lage des Klassenzimmers ist bis heute durch die großen Fenster im Erdgeschoss ablesbar. Das Schulhaus hat orts- und bildungsgeschichtlichen Zeugniswert für das einst selbständige Dorf, das 1940 nach Altensteig eingemeindet wurde.

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Trafohaus „Altensteigdorf/Heerstraße“ Heerstraße
(Karte)
Verputzter Betonbau mit Ecklisenen und Krüppelwalmdach, um 1910, Typ B der im 1910 durch Emil Wahlström aus Stuttgart entwickelten Bautypen

Vom Kraftwerk wird Strom über mehrere Stufen bis in die Haushalte transportiert. Die letzte Spannungsumwandlung geschieht mit Hilfe von Transformatoren vom Mittelspannungs- aufs lokale Ortsnetz. Seit ungefähr 1910 entwickelte sich der Bautypus des Transformatorenhäuschens. Während sich im städtischen Raum Stromleitungen im Boden schnell durchsetzten, kamen im dörflichen Umfeld zumeist Freileitungen zum Einsatz. Daher mussten die Gebäude, in denen die Transformatoren untergebracht waren, eine gewisse Höhe aufweisen. Praktisch in jedem Dorf entstand mindestens ein Trafohäuschen, wobei den ersten turmartigen Häuschen durchaus gestalterische Aufmerksamkeit zuteilwurde. Das Transformatorenhäuschen in Altensteigdorf entspricht einem 1910 von Emil Wahlström aus Stuttgart entwickelten Typus und zeichnet sich durch eine zurückhaltende architektonische Gestaltung aus, die die Einpassung in das dörfliche Ortsbild sucht, ohne dabei die Zweckbestimmung des Baus zu leugnen. Als bauliches Zeugnis der Elektrifizierung ist es von Bedeutung für die Technik- und Ortsgeschichte.

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Ev. Pfarrhaus Heerstraße 15
(Karte)
Zweigeschossig mit nach Westen abgewalmten Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, im Kern 1650, in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts überformt; von einem Staketenzaun umgrenzter Garten auf der anderen Straßenseite

Das in ortsbildprägender Lage neben der Kirche errichtete Pfarrhaus ist ein stattliches und aufgrund der gesellschaftlichen Stellung und Aufgaben der Pfarrer ortsgeschichtlich bedeutendes Gebäude und anschauliches Beispiel für die Architektur eines frühneuzeitlichen Pfarrhauses in der ländlichen Region. Es belegt zusammen mit dem zugehörigen Pfarrgarten die Wohn- und Lebensverhältnisse einer evangelischen Pfarrfamilie.

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Backhaus mit Remisenanbau Heerstraße
(Karte)
Ehemals von der Feuerwehr genutzt, Ende 19. Jahrhundert

Das Gemeindebackhaus von Altensteigdorf stellt ein wichtiges Zeugnis der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt dar und dokumentiert den Wandel von der Backstube im Privathaushalt zum Gemeindebackhaus. Aus Gründen des Brandschutzes und der Holzersparnis wurden im 19. Jahrhundert überall in Württemberg öffentliche Backhäuser errichtet, die sich zu wichtigen Zentren des dörflichen Lebens entwickelten.

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Rathaus (heute Wohnhaus) Kirchplatz 1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach, massiver Sockel mit Kellerabgang, darüber verschindeltes Fachwerk, mit niedrigerem Stallscheunenanbau, Massiv- und Fachwerkbau mit Walmdach, um 1800

Der Bau ist seiner Kubatur, dem Krüppelwalmdach und dem der rauen Witterung geschuldeten Schindelschirm charakteristisch öffentliche Bauten wie Amts-, Pfarr- oder Schulhäuser in der ländlichen Region. Das ehemalige Rathaus ist Zeugnis der Selbstverwaltung des bis zur Eingemeindung 1940 nach Altensteig selbständigen Dorfes Altensteigdorf und damit ein wichtiges bauliches Dokument der Ortsgeschichte.

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Weitere Bilder
Ev. Remigiuskirche mit von einer Mauer umgrenztem Friedhof Kirchplatz 2
(Karte)
Chorturmkirche, zum ersten mal genannt 1275, erster Bau jedoch älter, Chorturm um 1200, das einschiffige Langhaus im 15. Jahrhundert nach Süden und Westen ausgeweitet, Anfang 18. Jahrhundert und 1903 grundlegende Modernisierungen, 1992 weitere Renovierung, der verschindelte Turmaufsatz 1757 erneuert, im Chor Reste von Malereien aus dem 13. Jahrhundert, an der West- und Nordseite Empore von 1714 mit Treppenzugang von außen, Taufstein in Anspielung an spätgotische Formen, bezeichnet „1697“, grundlegende Umgestaltung von 1903 nach Plänen des Bauassessors Kuhn, Stuttgart, hierbei die Dachkonstruktion teilweise sichtbar gemacht und der Boden abgesenkt, die übrige Ausstattung wie Kanzel, Kirchenbänke usw. erneuert, die Grabplatten von Vögten, Forstmeistern und Pfarrern nach außen versetzt, seit 1992 an der westlichen Friedhofsmauer, die Umfriedungsmauer 1903 teilweise erneuert, an der Südwand der Kirche Schrifttafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs

Auf der Hochfläche nördlich über dem Nagoldtal ist für die Zeit um 1100 die Existenz einer Burg bezeugt. Die dazugehörige bäuerliche Siedlung mit einem Gotteshaus entstand wohl schon im 10. Jahrhundert. Dorf und Pfarrei Altensteigdorf sind also wohl schon vor Altensteig entstanden. Altensteigdorf war Mittelpunkt eines von Nagold aus angelegten großen Rodungskirchspiels. Die alte Abhängigkeit von Nagold äußert sich darin, dass die Kirche auch dem Hl. Remigius geweiht war, einem fränkischen Heiligen, dem bis ins elfte Jahrhundert viele Kirchen gewidmet wurden. Die Bausubstanz der romanischen Chorturmkirche in Altensteigdorf lässt ihre Errichtung um 1200 annehmen. In der landesgeschichtlichen Forschung besteht aufgrund der Quellenlage und des Patroziniums jedoch kein Zweifel, dass wohl an der Stelle dieser geosteten Kirche mit mehrfach umgebautem Langhaus und frühgotischen Wandmalereien bereits ein älterer Bau bestanden hat. Im Chor der Kirche haben sich Fresken, wahrscheinlich des 13. Jahrhunderts, mit Szenen aus dem Leben Christi erhalten. Das Kirchenschiff wurde im 16. Jahrhundert mit 12 überlebensgroßen Aposteldarstellungen ausgemalt, wobei Judas durch den Kirchenpatron Remigius ersetzt wurde (1903 übertüncht). Die Remigiuskirche in Altensteigdorf ist als eines der ältesten Gotteshäuser und als einer der wichtigsten romanischen Kirchenbauten der Region von hoher Bedeutung für die Architektur-, Siedlungs- und Kirchengeschichte im Nagoldtal.

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Berneck

Berneck ist eine der kleinsten mittelalterlichen Stadtanlagen im nördlichen Schwarzwald. Der Name „Berneck“ wird erstmals um 1150 im Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach genannt. 1367 erhält der Burgweiler das Stadtrecht. Vermutlich durch Einheirat gelangen 1350 die Herren von Gültingen in den Mitbesitz von Burg und Stadt, ab 1395 werden sie als Alleinbesitzer genannt. Bis 1805 bleibt Berneck reichsunmittelbar. Von der auf einem Bergsporn über dem Burgweiler gelegenen Burg konnten die zum Nagoldtal führenden Verkehrswege im tief eingeschnittenen Bruderbachtal und im Köllbachtal überwacht werden. Ein in den Felsen gehauener, heute aufgefüllter Halsgraben und eine mächtige, bis zu einer Höhe von 28 m erhaltene Schildmauer aus Buckelquadern sicherte die Burganlage gegen den weiter ansteigenden Hang. Im Ortsgrundriss des ehemals befestigten Burgweilers öffnet sich die einzige Strasse, die Kirchgasse, hangwärts. Die schlichten Bürgerhäuser wurden in der Regel direkt an der Abbruchkante Bergrückens an der Stadtmauer errichtet. Die beiden Stadttore, das Obere und das Untere Tor sind nicht erhalten. Vor der südwestlichen Stadtmauer mit ihren hohen, im 19. Jh. erneuerten Substruktionen erschließt die steil ansteigende Schloßsteige den Bergrücken. Kirche (15. Jh.; M.18. Jh. erneuert), Rathaus (18. Jh.), Schule und Pfarrhaus (19. Jh.) prägen über dem Fuß des Felsspornes das spätmittelalterlich – neuzeitliche Ortsbild der Oberstadt. Südwestlich der Burg wurde 1768 von den Freiherren von Gültingen das Untere Schloss errichtet, dem 1846/47 über baulichen Resten der ehem. Burganlage das Obere Schloss mit seinen beiden hoch über dem Ort aufragenden Giebelfronten vor der hohen Schildmauer folgte. Landwirtschaftliche Funktionsbauten, Gasthäuser und der durch Stauung des Köllbaches entstandene See bestimmen bis heute das dörfliche Ortsbild der Unterstadt am Fuß des Bergspornes. In der Hanglage über dem Köllbachtal entstand ein jüngerer Vorort. In der Bernecker Kirche wurden 1966 mittelalterliche Fresken mit Szenen aus dem Alten Testament, der Weihnachtsgeschichte und dem Abendmahl freigelegt. In der Kirche befinden sich Grabplatten der Herren von Gültingen und eine um 1420 aus Lindenholz geschnitzte Pieta.

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Bannmühle Am See 14
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Halbwalmdach, auf dem Rundbogen des Eingangs bezeichnet 1605 (i) und 1766 (i), im Innern Fachwerkkonstruktion erhalten, Mühlenfahrstuhl, Rilling-Typ von 1934, 1956 Turbineneinbau; Mühlkanal

Die Mühle in Berneck wird erstmals 1604 urkundlich erwähnt. Im frühen 17. Jahrhundert kommt sie samt Rechten und Platz an den Württembergischer Erbkämmerer Balthasar von Gültlingen, der sie als neue Obere Mahlmühle um- und ausbauen lässt. Durch ihren Status als im Besitz der Grundherrschaft befindliche Bannmühle, waren die Bauern gezwungen, dort ihr Getreide mahlen zu lassen. 1845 wird die inzwischen im Besitz der Freyherren von Gültlingen befindliche Obere Mahlmühle beschrieben als ein einstöckiges Wohnhaus und einer eingerichteten Mahlmühle mit vier Mahlgängen, einem Gerbgang und fünf Wasserrädern. Die in raumgreifender Position mit Mühlweiher zu Füßen der Stadt gelegene Mühle hat als älteste erhaltene und noch heute betriebene Bernecker Mühle hohe Bedeutung für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Jahrhundertelang war die Müllerei der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Berneck. So nennt z. B. die Oberamtsbeschreibung von 1862 an Gewerbetreibenden neben fünf Müllern, sechs Webern und einem Gerber nur noch Kleinlandwirte, die ihr kümmerliches Einkommen durch Hausieren und Betteln aufbesserten.

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Friedhof Brudertäle 2
(Karte)
Größtenteils von einer Mauer umgeben, erweitert 1822, zwei Grüfte und weitere Grabepitaphien der Freiherren von Gültlingen, Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege

Im frühen 19. Jahrhundert wurden vielerorts die Begräbnisplätze um die Kirchen vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe außerhalb der Ortskerne angelegt. Die Beschreibung des Oberamtes Nagold aus dem Jahr 1862 berichtet, dass in Berneck eine andere Lösung gefunden wurde: „Der Begräbnisplatz liegt außerhalb (nördlich) des Orts; er war früher nur für die Verstorbenen aus der gutsherrschaftlichen Familie bestimmt und wird nun auch, nachdem im Jahr 1820 der um die Kirche gelegene Begräbnisplatz aufgegeben worden war, für die Ortseinwohner benützt.“ Der Bernecker Friedhof ist ein charakteristisches Zeugnis von Entwicklungen in der Sepulkralkultur. Besondere Bedeutung für die Ortsgeschichte besitzt er durch seine Ausstattungsstücke: einige Grüfte und Epitaphien erinnern bis heute an die Freiherren von Gültlingen, die seit dem 14. Jahrhundert als Ortsherrschaft auf dem Bernecker Schloss residierten.

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Wohnhaus und rückwärtig gesonderter Keller Hauptstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Sockel aus Sandsteinquadermauerwerk, Satteldach und Zwerchgaube mit geschnitzten Verzierungen, Fachwerkkonstruktion mit Blechplatten in Schindelimitation verkleidet, 1903

Das Wohnhaus wurde 1903 in Anlehnung an den zeittypischen Schweizerhausstil errichtet. Diese Spielart des Historismus knüpft an traditionelle, alpine bzw. ländliche Holzbau- und Gestaltungsweisen an, um einen malerischen und behaglichen Eindruck zu erzielen. Vor allem am Zwerchhaus mit dem beschnitzten Schwebgiebel und an den Pfettenkonsolen lassen sich charakteristische Wesenszüge dieses Schweizerhausstils in anschaulicher Weise ablesen. Interessanterweise ist aber der regionaltypische traditionelle Schindelschirm durch eine Imitation aus Blechplatten ersetzt. Das Gebäude belegt die Architektur- wie auch die Ortsbaugeschichte von Berneck.

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Gasthof Löwen (heute Pension) Hauptstraße 3
(Karte)
Bestehend aus: Gasthaus, dreigeschossiger verputzter bzw. verschindelter Bau mit asymmetrischen Satteldach, massives Sockelgeschoss, darüber Fachwerk, im Kern 18. Jahrhundert, aufgestockt im 19. Jahrhundert; Scheune, Fachwerkbau mit massivem Stallteil und Satteldach, 19. Jahrhundert, rückwärtig Fachwerkschuppen

Der in gasthaustypischer Lage an der zentralen Ortsdurchfahrt stehende „Löwen“ ist ein Zeugnis für das dörfliche Gasthauswesen des 18. Jahrhunderts. Charakteristisch für solche Gasthöfe sind die im Verhältnis zu den Bauernhäusern besonders stattlichen Dimensionen und große Stall- und Scheunengebäude zum Einstellen von Wagen und Zug- sowie Reittieren. Alte Gasthöfe wie dieser haben orts- und wirtschaftsgeschichtlichen Zeugniswert und belegen bis heute den Verlauf der alten Landstraßen durch die Dörfer.

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Sägewerk Hauptstraße 18; Mühlgraben
(Karte)
Eingeschossiger verbretterter Fachwerkbau mit Satteldach, Sockel aus Sandsteinquadern, mehrere hölzerne Anbauten, am Türsturz bezeichnet „18 B.v. G. 36“, mit Wasserzulauf und Mühlteich

Bei dem holzverschalten Bau mit massivem Sockelgeschoss handelt es sich um das Bernecker Sägewerk, das durch die Wasserkraft des Köllbachs angetrieben wurde. Es belegt die Bedeutung der Holzverarbeitung in der waldreichen Region und dokumentiert die lokale Versorgungs- und Handwerksgeschichte.

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Doppelwohnhaus Hauptstraße 20/1
(Karte)
Traufständiges zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach und zwei Zwerchgauben über den Außenachsen, das Erdgeschoss in Ziegelmauerwerk über Sandsteinsockel, das Obergeschoss verschalte Fachwerkkonstruktion, um 1900

Das historische Wohngebäude steht exemplarisch für die Wohn- und Baukultur der Region in den Jahrzehnten um 1900.

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Gasthaus Waldhorn (heute Wohnhaus) Hauptstraße 32
(Karte)
Dreigeschossig mit Satteldach und dreiachsiger Zwerchgaube, massives Sockelgeschoss, darüber verschindelte Fachwerkkonstruktion, um 1800, nach Norden zweigeschossiger Anbau, hinter dem Hauptgebäude parallel weiteres Gebäude mit Steinsockel, 19. Jahrhundert

Das in charakteristischer Lage an der zentralen Ortsdurchfahrt stehende ehemalige Gasthaus Waldhorn ist ein wichtiges Zeugnis für die Wirtschaftsgeschichte von Berneck in der Frühen Neuzeit. Es belegt wie zahlreiche andere (ehemalige) Gasthöfe bis heute den Verlauf der alten Land- und Poststraßen durch die Dörfer.

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Einhaus Kirchgasse 7
(Karte)
Giebelständiges verputztes Fachwerkhaus über massivem Sockelgeschoss, an der Giebelseite abgefaster Sandsteinrundbogen als Zugang in den mittelalterlichen Keller, daneben Doppeleingang in Stall und Wohnteil, 19. Jahrhundert mit älteren Bauteilen

[s. Stadtbefestigung, Kirchgasse 2]

Das Gebäude ist als gestelztes Wohnstallhaus ein Beispiel eines Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerkwohnteil über massivem Stallgeschoss. Es erinnert daran, dass die (Nebenerwerbs-)Landwirtschaft bis zum Aufkommen des Fremdenverkehrs am Ende des 19. Jahrhunderts die Lebensgrundlage des überwiegenden Teils der Einwohner Bernecks war.

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Ortsbild Am See 2, 3, 6, 8, 10, 14; Bruderweg 2; Calwer Straße 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15/1, 15, 17, 21, 27; Kirchgasse 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 15; Marktplatz 1, 8; Obere Stadt; Schloßsteige 2, 4, 6, 8, 20, 21
(Karte)
Berneck ist eine der kleinsten mittelalterlichen Stadtanlagen im nördlichen Schwarzwald. Das Stadtbild bestimmt die mächtige Schildmauer des Oberen Schlosses, die evangelische Pfarrkirche und die über den steilen Hängen auf der ehemaligen Stadtmauer aufsitzenden giebelständigen Wohnhäuser. 100852013

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Befestigungsanlagen mit Erschließungswegen und Substruktionen Kirchgasse 4, 12
(Karte)
14. Jahrhundert

Die Befestigungsanlagen von Berneck bestehen zum einen aus der auf einem Bergsporn über dem Burgweiler gelegenen mit einer Ringmauer geschützten Burg. Gegen den weiter ansteigenden Hang im Nordwesten war diese zudem durch eine bis zu einer Höhe von 28 m erhaltenen Schildmauer aus Buckelquadern (Hoher Mantel) und einen in den Felsen gehauenen, heute aufgefüllten Halsgraben gesichert. Die sich im Anschluss an die Burganlage auf dem nach Südosten spitz zulaufenden Bergsporn entwickelnde Oberstadt wurde im 14. Jahrhundert mit einer direkt an der Abbruchkante des Bergrückens errichteten Stadtmauer mit zwei (abgegangenen) Toren gesichert. Wohl Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Wehrgang abgebrochen und der Mauersockel an die angrenzenden Hausbesitzer verkauft. Letzterer wurde im 19. Jahrhundert erneuert und dient bis heute als Substruktion und Fundament für die im 19. und 20. Jahrhundert neu erbauten Gebäude an der Kirchgasse. Die weithin sichtbare Burganlage, die Stadtmauerreste und die bis heute als Grünflächen erhaltenen steil abfallenden Flanken des Berges prägen das Erscheinungsbild und die Silhouette von Berneck bis heute. Die Befestigung des Bernecker Bergsporns mit Burg und Stadtmauer ist das eindrucksvollste Dokument der Bernecker Orts- und Herrschaftsgeschichte.

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Altes Schulhaus mit südöstlich liegendem Schulhof Kirchgasse 11
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, zur Talseite hin zusätzliches massives ebenerdiges Geschoss, wohl über älterem Sockelgeschoss neu erbaut, 1820

Die Nennung der Ehefrau eines Schulmeisters gibt 1687 einen ersten Hinweis auf die Existenz einer Schule in Berneck, ein erstes Schulhaus in der Oberen Stadt ist für 1706 bezeugt. Als das Schulhaus im Jahr 1820 neu erbaut wurde, hat man dabei die mittelalterliche, im 19. Jahrhundert erneuerte Stadtmauer als Substruktion verwandt. Das ehemalige Schulhaus prägt zusammen mit Pfarrkirche und Pfarrhaus als Gruppe städtischer Sonderbauten das südöstliche Ende des Bernecker Bergsporns. Es ist als eines der neben Schloss und Kirche ältesten Gebäude Bernecks ein wichtiges Zeugnis der Ortsbau- wie auch der Schulgeschichte.

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Ev. Kirche (St. Laurentius) Kirchgasse 15
(Karte)
Saalkirche mit dreiseitig geschlossenem Chor, über der Eingangsseite Dachreiter mit Zeltdach, an der Westseite über Außentreppe erschlossener Risalit, im Osten Sakristei, im Inneren flache Kassettendecke, Fresken im Chor, Taufstein und Sakramentshäuschen um 1490, Epitaphien von Mitgliedern der Familie der Freiherren von Gütlingen, 16. Jahrhundert, Kirche älteste Bauteile 11. und spätes 15. Jahrhundert, teilweise abgebrannt 1661, unter Einbeziehung der erhaltenen Bausubstanz wieder aufgebaut, 1753; ummauerter ehemaliger Friedhof

[s. Stadtbefestigung, Kirchgasse 2]

Wohl schon am Ende des 10. Jahrhunderts existierte in Berneck eine Kapelle, die zwischen 1466 und 1471 zur Pfarrkirche erhoben und 1490 um den gotischen Chor erweitert wurde. Der 1508 erstmals als Marienkirche urkundlich genannte Bau brannte im Jahr 1661 teilweise ab und wurde 1753 umgebaut und erweitert. Das Innere überrascht durch seine qualitätvollen Ausstattungsstücke, u.a. eine wertvolle hölzerne Pietà von etwa 1420, ein Taufstein, ein Sakramentshäuschen und die Ausmalung des Chores aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert sowie zahlreiche Grabplatten und Epitaphien der Ortsherrschaft, der Freiherren von Gültlingen, aus dem 16. Jahrhundert. Von besonderer Bedeutung ist die Grabplatte des Balthasar von Gültlingen, gestorben am 24. Juni 1563, der als Landhofmeister unter den Herzögen Ulrich und Christoph von 1534 bis 1556 eine wichtige Rolle bei der Einführung der Reformation in Württemberg und beim organisatorischen Aufbau der Landeskirche spielte. Die bis in die Zeit der Romanik und damit in die Frühzeit des Burgweilers zurückreichende Laurentiuskirche hat hohe Bedeutung sowohl für die siedlungsgeschichtliche Entwicklung als auch für die Kirchengeschichte Bernecks. Sie prägt mit ihrer markanten Lage auf dem schmalen Bergsporn zwischen den tief eingeschnittenen Tälern des Köllbachs und des Bruderbachs neben dem dominierenden Oberen Schloss als zweite Vertikale die Silhouette des Städtchens.

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( Wikidata)

Rathaus Marktplatz 1
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massives Sandsteinquadermauerwerk, Obergeschoss verputztes Fachwerk, auf beiden Seiten Risalite mit Giebelabschluss, Fensterverdachungen, an der Ecke gusseiserne Tafel mit dem Hinweis auf die Zugehörigkeit zur württembergischen Landwehr, 1876

Das Rathaus nimmt durch seine stadtbildprägende Lage im Zentrum Bernecks, wo sich die Hauptstraße an ihrem Ende zum Marktplatz aufweitet, von dem aus die Schlosssteige die Oberstadt erschließt und Calwer Straße und K4335 den Verkehr nach Westen und Norden aus der Stadt leiten, eine markante Sonderstellung ein, womit zugleich seine Bedeutung als öffentliches Gebäude unterstrichen wird. Als bürgerlicher Repräsentationsbau hat das Rathaus zentralen Wert für die Geschichte des wohl am Ende des 13. Jahrhunderts zur Stadt erhobenen Siedlung. Bis zur Eingemeindung nach Altensteig 1972 war Berneck die zweitkleinste Stadt in Württemberg. Die am Rathaus angebrachte gusseiserne Tafel mit der Aufschrift „Oberamt Nagold, Stadt Berneck. I. Bataillon Calw. 1. Württ. Landwehr Regiment Nr 119. 4 Kompagnie Nagold“ ist ein sprechendes Zeugnis der Verwaltungs- und Militärgeschichte. Solche Tafeln mit Ortsnamen und militärischer Zuordnung wurden auf Erlass des württembergischen Innenministeriums nach preußischem Vorbild bis 1878 im ganzen Land aufgestellt und sollten zur Erleichterung bei Einberufungen zum Militär dienen.

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Schule (heute Wohnnutzung) Marktplatz 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Walmdach, an der Straßenseite von Rundfenstern flankierter Eingang, am Obergeschoss dicht gereihte kleine Fenster, an der Hofseite große rechteckige Fenster, nach Plänen des Architekten Fritz Müller aus Stuttgart errichtet, 1930

Die 1930 errichtete Schule in Berneck zeichnet sich dadurch aus, dass die innere Raumstruktur sich am Außenbau klar ablesen lässt. So besitzt die Straßenfassade im Obergeschoss lediglich eine kleine Fensterreihe, da sich dahinter die Erschließung der Räume der früheren Lehrerwohnungen befindet, die im Süden wiederum über eine große durchgehende Fensterreihe mit Holzklappläden verfügt. Auch im Untergeschoss zeigt sich u.a. durch Rundfenster zur Straße, dass sich hier Erschließungswege und Nebenräume befinden, die großen Unterrichtsräume werden durch eine Reihe großer hochrechteckiger Fenster mit Oberlichtern von Süden her belichtet. Das Schulhaus wurde durch den renommierten, schon vor dem Ersten Weltkrieg aktiven Stuttgarter Architekten Fritz Müller geplant, der sich durch seine zahlreichen qualitätvollen Schul- und Verwaltungsgebäude einen ausgezeichneten Ruf erworben hatte. Das Bernecker Schulgebäude folgt den Vorstellungen der sog. Stuttgarter Schule als Vertreterin einer konservativen Moderne. Es repräsentiert in anschaulicher Weise deren Formauffassung, die damals in den Stuttgarter Architekten und Professoren Bonatz und Schmitthenner prominente Vertreter hatte. Es gelang dem Architekten Fritz Müller in Berneck, regional tradierte architektonische Grundformen in funktionaler, dabei künstlerisch eigenständiger und unverwechselbarer Weise zu interpretieren. Das Gebäude ist ein charakteristisches Zeugnis für gestalterische Strömungen im Schulhausbaus der Zwischenkriegszeit und hat orts- und schulgeschichtliche Bedeutung.

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Schloss Berneck Schloßsteige 20
(Karte)
Oberes Schloss, in dominierender Hanglage auf einer Hangterrasse des langgezogenen Bergsporns zwischen Köllbach und Bruderbach über der zugehörigen Stadt gelegene Schlossanlage, gegründet wohl vor 1150 als Sitz der Herren von Berneck, im Kern Mitte 13. Jahrhundert, seit 1352 (a) als Besitz der Herren von Gültingen bezeugt, als Obere Veste genannt 1395 (a), Brandzerstörungen 1665 (a) und 1846 (a), bestehend aus:
  • Kernburg mit: Schildmauer, hoher Buckelquaderbau mit aufgesetztem, feldseitig leicht vorkragendem Wehrgang und zwei Kampfhäuschen an den Enden, wohl Mitte 13. Jahrhundert, Wehrgang und Eckaufbauten wohl Mitte 14. Jahrhundert; daran gegen Osten anschließend zwei parallele Wohnbauten, verbunden im 2. Obergeschoss durch gedeckten Übergang in Fachwerk, beide verputzt, mit Satteldach und je einem zwei- bzw. eingeschossigen Eckerker mit steilen Pyramidendach, Südflügel viergeschossig, die beiden Obergeschosse in Fachwerk, Nordflügel dreigeschossig, Fachwerk über Massivsockel, Neubau unter Einbeziehung älterer Bausubstanz nach Brandzerstörung, 1846/47 (a);
  • umlaufende Ring-, Zwinger- und Hangstützmauern, teils in Sandsteinquadern, teils Kleinquadermauerwerk, nach Westen leicht über den Mauerring vorspringender Mauerturm mit Satteldach, wohl 14./15. Jahrhundert; teils aus dem Fels geschlagener Halsgraben

[s. Stadtbefestigung, Kirchgasse 2]

Das Schloss Berneck zählt mit seiner Lage auf einem Sporn über einem Seitental der Nagold zu den landschaftlich besonders eindrucksvoll gelegenen Burggründungen des Mittelalters. Es besetzt in charakteristischer Weise als Stadtburg den höchsten Punkt der kleinen, auf dem Sporn unterhalb davon ausgedehnten Stadtanlage und setzt mit der hohen Schildmauer und den markanten Doppelgiebeln der Wohnbauten des Oberen Schlosses davor einen weithin sichtbaren und prägnanten Akzent. Die 38 Meter hohe Bernecker Schildmauer zählt zu den am besten überlieferten und höchsten Beispielen dieser Art und erhält ihr charakteristisches Gesicht durch die beiden seitlichen Kampfhäuschen. Mit ihrem Buckelquadermauerwerk dürfte sie in die Mitte des 13. Jahrhunderts gehören und Teil eines Burgneubaus der Herren von Berneck gewesen sein, welcher wohl einen älteren, spätestens 1150 existenten Adelssitz ersetzte. Die Burganlage bildete dabei eine bauliche Einheit mit der Befestigung der zu ihren Füßen auf dem Sporn angelegten kleinen Stadt. Sie ist Ausgangspunkt für die Stadtgründung und damit das zentrale Zeugnis der Stadtgeschichte. Das Geschlecht der Herren von Berneck, eines Stammes mit den Vögten von Wöllhausen und Altensteig, ist zwar erst im 16. Jahrhundert ausgestorben, wurde in Berneck selbst jedoch schon im 14. Jahrhundert durch die Herren von Gültlingen beerbt. Die mit der Herrschaft Wildberg verbundene Lehenshoheit ging 1367 auf die Kurpfalz und 1440 auf Württemberg über. Die Burg wurde im Zusammenhang des Schleglerkrieges 1395 von Graf Eberhard dem Milden von Württemberg erobert und teilweise zerstört. Die Aufteilung der Ortsherrschaft der Gültlingen in zwei Linien führte auch zu einer Differenzierung im Burgbezirk. So sind schon 1475 ein oberes und ein unteres Schloss belegt. Das gegen die Schildmauer gelehnte Obere Schloss ist ein Neubau von 1846/47, erbaut auf den Grundmauern (Buckelquader) der hochmittelalterlichen Burg. Der neugotische Bau besteht aus zwei, durch einen Zwischenbau miteinander verbundenen Baukörpern, ist prägender Bestandteil der Gesamtanlage und veranschaulicht landadelige Wohn- und Lebensverhältnisse in der Biedermeierzeit. Die übrigen Befestigungen des Schlosses dürften ins Spätmittelalter datieren, entweder ins 14. Jahrhundert, als die Schildmauer ihren steinernen Wehrgang und die Kampfhäuschen erhielt, oder gar erst ins 15. Jahrhundert. Schloss Berneck ist mit seiner Schildmauer eines der herausragenden Zeugnisse hochmittelalterlicher Burgenarchitektur in Südwestdeutschland. Die Schildmauer spiegelt die Reaktionen im Wehrbau auf den zunehmenden Einsatz effektiver Wurfgeschütze wie Bliden wider. Hohe Mauern wie diese deckten - und dies ist in Berneck bis heute besonders beispielhaft ablesbar - die dahinter angelehnten Wohnbauten. Bis heute illustriert Schloss Berneck die territorialgeschichtliche Entwicklung in der Region und den Konkurrenzkampf um die Territorialherrschaft, der sich in einer großen Burgendichte im Nagoldgebiet manifestierte. Es ist damit auch ein zentrales Zeugnis der Herrschaftsgeschichte. Mit seiner markanten Silhouette und seiner Lage in der Kulturlandschaft des Nordschwarzwaldes ist Schloss Berneck nicht zuletzt ein in höchstem Maße raumwirksames Kulturdenkmal.

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( Wikidata)
Unteres Schloss Schloßsteige 21
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger Bau mit steilem Walmdach in Hanglage, talseitig hohes massives Sockelgeschoss, darüber Fachwerk, an der Südwest-Seite Balkonanbauten, unter Einbeziehung von Resten des Vorgängerbaus errichtet, 1768; terrassierter Garten mit Sandsteinmauern, Backhaus und Brunnentrog

Das spätbarocke Gebäude wurde 1768 unterhalb der Stadtmauern wohl an der Stelle der 1395 genannten Unteren Veste von den Freiherren von Gültingen erbaut. Teile dieses Vorgängerbaus sind wohl im Sockelgeschoss erhalten geblieben. Das sogenannte Untere Schloss wurde allerdings nicht als Wohnsitz der Ortsherrschaft genutzt, sondern diente als Rentkammer, d.h. als Wohn- und Verwaltungsgebäude für die Wirtschaftsverwaltung der Freiherrn. Der fürstlich-gültlingische Verwaltungsbau hat hohe Bedeutung für die Stadt(bau)- und Herrschaftsgeschichte Bernecks und prägt zudem die Ortsansicht aus südlicher Richtung entscheidend mit.

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Backhaus Seehalde 2
(Karte)
Eingeschossiger Bau mit Walmdach, Quadermauerwerk, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Backhaus ist ein anschaulich erhaltener Vertreter eines insbesondere im 19. Jahrhundert verbreiteten Bautyps, als obrigkeitliche Verordnungen aus Gründen des Brandschutzes offene Feuerstätten in baulichem Zusammenhang mit Wohnhäusern untersagten. In charakteristischer Weise wurde das Backhaus als feuerfester Massivbau am Ortsrand errichtet. Es ist ein wichtiges Zeugnis der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt.

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Fischhaus Seehalde 27
(Karte)
Eingeschossiger Bau über niedrigem Sockelgeschoss mit vorkragendem Krüppelwalm, verschaltes Hauptgeschoss, an der östlichen Giebelseite Balkon unter dem vorkragenden Dach, seitlich flache Gaubenbänder, um 1910

Das Gebäude mit den dekorativen Holzdetails ist ein charakteristischer Vertreter des in der Region an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert beliebten „dekorativen Schwarzwaldstils“. Es ist ein anschauliches Beispiel dieser Spielart des Heimatstils, der auf Elemente regionaler Architektur zurückgreift und sich so in die Kulturlandschaft einzufügen sucht.

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Tankstelle Warter Straße
(Karte)
Betonbauwerk über einem Viertel eines Kreissegments, vor dem kleinen abgerundeten Kassenhaus stark vorkragendes, nach außen ansteigendes Dach über V-Stützen, um 1966

Die Tankstelle, um 1966 am südlichen Ende von Berneck an der Straße von Nagold nach Altensteig errichtet, besticht durch einen einzigartigen architektonischen und künstlerisch ambitionierten Entwurf. Im Gegensatz zu den seriellen, typenhaften Entwürfen großer Tankstellenketten bzw. Konzerne dieser Jahre, hat sich hier ein seltener individueller Bau erhalten, der aus der Reihe historischer Tankstellen markant herausragt. Das auch betonbautechnisch ambitionierte Dachwerk stellt im Grundriss ein Viertelkreissegment dar, welches auf schlanken, sehr elegant wirkenden v-förmigen Stützen ruht. Das kleine, darunter freistehende Kassenhäuschen passt sich dem Dach formal an und ist deshalb abgerundet. In ihrer Form außergewöhnlich ist die Tankstelle in ihrer Lage und architektonischen Wirkung bis heute ein Blickfang. Funktional geht die Konstruktion des Daches weit über die Notwendigkeit des Wetterschutzes beim Tankvorgang hinaus und schafft darin einen hohen ästhetischen Mehrwert. Auch im nationalen Vergleich gehört das Bauwerk zu den hervorragenden architektonischen Leistungen dieser Bauaufgabe jenseits der Serialität.

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Garrweiler

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Brunnen Brunnengasse 2
(Karte)
Sandsteintrog, gusseiserner Brunnensäule, Typenentwurf der Firma Benckiser, Pforzheim, um 1900

Der Brunnen ist mit seinem Stock in Form einer ornamentierten Säule ein zeittypisches Serienprodukt aus Gusseisen. Solche Stücke ersetzten im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in dekorativer Weise die oftmals weitaus einfacheren Dorfbrunnen und dienten damit nicht nur der Wasserversorgung, sondern auch der Orts- und Hofverschönerung. Der Brunnen in Garrweiler ist ein anschauliches Dokument für solche industriell produzierte Kunstobjekte.

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Brunnen Grömbacher Straße 5
(Karte)
Sandsteintrog, gusseiserne Brunnensäule, um 1900

Der Brunnen erinnert an die Zeit, als es noch keine Wasserleitungsanschlüsse in den einzelnen Häusern gab. Die alten steinernen oder hölzernen Brunnen wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vielfach durch industriell in Serie gefertigte Exemplare ersetzt. Dabei befriedigte ornamentierte Brunnenstock das Schmuck- und Repräsentationsbedürfnis der Gemeinde auf wirkungsvolle und, da es sich um industrielle Massenproduktion handelte, kostengünstige Weise. Der Brunnen ist damit Zeugnis zur Entwicklungsgeschichte der Wasserversorgung von Garrweiler.

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Backhaus Lange Gasse 22
(Karte)
19. Jahrhundert

Das Backhaus ist ein Vertreter eines insbesondere im 19. Jahrhundert verbreiteten Bautyps, als obrigkeitliche Verordnungen aus Gründen des Brandschutzes offene Feuerstätten in baulichem Zusammenhang mit Wohnhäusern untersagten. Backhäuser sind wichtige Zeugnisse der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt des 19. Jahrhunderts.

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Quereinhaus Schulgasse 2
(Karte)
Bezeichnet auf dem Türsturz des Hauseingangs „19 FR. EVA SEEGER 28“, mit Garten und Backhaus

Die Hofanlage vermittelt ein anschauliches Bild der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im Nordschwarzwald im frühen 20. Jahrhundert. Das aus Brandschutzgründen freistehende kleine Backhaus und der große Garten verdeutlichen die Eigenversorgung der Hofbesitzer. Das Anwesen belegt die landwirtschaftliche Prägung von Garrweiler und ist Zeugnis der jüngeren Ortsbaugeschichte.

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Waage Schulgasse 7
(Karte)
Kleiner Bretterbau mit Satteldach, 20. Jahrhundert, die Waage bezeichnet „Paul Fritz Waagefabrik Bad Cannstatt“

Das einfache, verbretterte Waagehäuschen am südwestlichen Ortsausgang von Garrweiler ist ein charakteristisches Element landwirtschaftlich geprägter Ortschaften. Solche Waagen dienten dem Wiegen von Vieh und landwirtschaftlichen Produkten für den Verkauf. Das Gebäude mit der Viehwaage veranschaulicht so frühere Alltagsverhältnisse auf dem Dorf und hat wirtschafts- sowie technikgeschichtlichen Zeugniswert.

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Hornberg

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Sühnekreuz
(Karte)
15./16. Jahrhundert

Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Rechtskultur. Es ist überliefert, dass es den Sterbeort eines Bürstenbinders nach einer tätlichen Auseinandersetzung markiert. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Im 15. und 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt.

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Baiermühle Baiermühle 3
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiges Mühlgebäude mit Satteldach in Hanglage, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk; (erneuertes) Mühlrad und Wasserlauf

Die Baiermühle gehörte früher wie üblich der Herrschaft - in diesem Fall den Besitzern der nahe gelegenen Burg Hornberg und wurde von diesen verlehnt. Die später in den Besitz der Gemeinde Hornberg gekommene und heute als Ausflugslokal genutzte Mühle wird auch in der Beschreibung des Oberamtes Calw aus dem Jahr 1860 erwähnt: „Die zu der Gemeinde gehörige Baiermühle mit 2 Mahlgängen und einem Gerbgang ist an dem Einfluß des Zwerenbachs in den Kollbach gelegen.“ Die Mühle belegt einen einst wichtigen Gewerbezweig im wasserreichen Nordschwarzwald und ist ein wichtiger baulicher Beleg der Herrschafts- und Ortsgeschichte von Hornberg.

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Weitere Bilder
Ev. Kirche Friedrichstraße 1
(Karte)
Marienkirche, Saalbau mit flach geschlossenem Chor, Satteldach mit verschindeltem Dachreiter über dem Chor, zwei Maßwerkfenster in der Südwand, errichtet 1368, Anbau an der Westseite mit heruntergezogenem Dach und grundlegende Erneuerung, 1975

Das kleine Gotteshaus wird erstmals 1368 in einer Urkunde des Klosters Reuthin als Kapelle „Unserer Lieben Frau“ genannt und war wohl eine Stiftung der ortsansässigen Herren von Hornberg als deren Eigenkirche. Bis 1489 gehörte sie zur Pfarrei Ebhausen und kam später zur Pfarrei Zwerenberg, von der sie bis heute betreut wird. Der Bau ist mit seiner Grundform und dem Dachreiter ein anschauliches Beispiel für eine ländliche Filialkirche. Die Hornberger Kirche hat wichtigen, prägenden Charakter für das historisch gewachsene Ortsbild des Dorfes und ist von zentralem orts- und siedlungsgeschichtlichem Zeugniswert.

1199012
( Wikidata)
Quereinhaus Friedrichstraße 3
(Karte)
Im Kern um 1800, Ende 19. Jahrhundert grundlegende Modernisierung

Das Anwesen vereinte einst als der in der Region verbreiteter bäuerlicher Haustypus des Quereinhauses Wohnnutzung, Vieh- und Vorratshaltung unter einem Dach. Es verdeutlicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Kilometerstein Friedrichstraße 4
(Karte)
Bezeichnet „Berneck 7,7 Kilometer, Hornberg 0 Kilometer“, um 1900

Kilometersteine sind eine Form der Distanzsteine, die sich am Ende des 19. Jahrhunderts aus den älteren Stunden- und Meilensteinen entwickelt hat. Sie sind Zeugnisse der systematischen Verkehrserschließung in den Staaten des Deutschen Reiches, die mit der Ausstattung der Straßen mit Wege- und Entfernungszeichen verbunden war. Zudem belegen sie die Einführung der metrischen Maße im Jahr 1872 und die damit verbundene Neuvermessung des Königreiches Württemberg.

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Quereinhaus Friedrichstraße 5
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, Giebel verbrettert, Ende 19. Jahrhundert; Hoffläche und Bauerngarten

Das anschaulich überlieferte Bauernhaus aus dem späten 19. Jahrhundert ist ein Beispiel für den ländlichen Bautypus des quergeteilten Einhauses, das Wohntrakt, Stall und Scheune unter einem Dach vereint. Das Gebäude dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Hornbergs und hat ortsbau- sowie siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Hofanlage Friedrichstraße 11
(Karte)
Bestehend aus: giebelständiges eingeschossiges Wohnhaus über hohem Kellergeschoss, 18. Jahrhundert, mit Scheunenanbau im rechten Winkel und niedrigerer Verlängerung aus den 1930er-Jahren, Zwerchgiebel zur Talseite, überbauter seitlicher Treppenaufgang, 1950er-Jahre, das gesonderte Backhaus bezeichnet „F K 1954“

Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur in Hornberg. Zusammen mit dem Scheunenanbau und dem aus Brandschutzgründen freistehenden kleinen Backhaus veranschaulicht das Haus die zeittypischen Lebens- und Wohnverhältnisse auf dem Land.

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Gasthaus Hirsch (heute Wohnhaus) Friedrichstraße 13, 14
(Karte)
Mächtiger zweigeschossiger verschindelter Fachwerkbau mit Satteldach mit eingeschossigen Stallanbau an der nordöstlichen Giebelseite, gegenüber Stallscheune (Friedrichstraße 14) mit neuerem Erweiterungsanbau im Winkel, wohl ehemals zugehörig, Ende 19. Jahrhundert

Die stattliche Anlage des ehemaligen Dorfgasthauses Zum Hirsch mit der zugehörigen Stallscheune dokumentiert die hohe Bedeutung dieser Gasthöfe im dörflichen Leben. Als zentrale Treffpunkte der Dorfgemeinschaft hoben sie sich in ihrer Dimension deutlich von den benachbarten bäuerlichen Anwesen ab. Das Anwesen ist damit nicht nur Zeugnis alter Gasthofkultur, sondern hat auch orts- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für Hornberg.

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Brunnenanlage Friedrichstraße 20
(Karte)
Von Sandsteinquadermauern an zwei Seiten umgrenzt, zwei Sandsteintröge mit gusseiserner Brunnensäule, Typenentwurf der Pforzheimer Firma Benckiser, gusseiserne Inschrifttafel, 1879

Der Brunnen ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Mit der gusseisernen Brunnensäule ist er auch ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten.

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Quereinhaus in traditionellen Formen Friedrichstraße 23
(Karte)
Der Stallteil in Ziegelmauerwerk, bezeichnet auf dem Türsturz „Joh. Seeger 1908“

Das im frühen 20. Jahrhundert erbaute Anwesen vereinte als der in der Region charakteristische bäuerliche Haustypus des Quereinhauses Wohnnutzung, Vieh- und Vorratshaltung unter einem Dach. Es verdeutlicht anschaulich die historischen Wohn- und Lebensverhältnisse und besitzt damit ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Friedhof Friedrichstraße 26
(Karte)
Von abgetreppter Mauer aus Sandsteinquadern an drei Seiten umgrenzt, am Pfosten des Eingangs bezeichnet „1865“ in gotisierendem Blendrahmen, auf dem Friedhof Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, schwarze Marmorplatte mit Namen der Gefallenen auf einen Granitblock montiert

Der von einer Sandsteinmauer umgrenzte Friedhof wurde 1865 angelegt, in einer Zeit, in der vielerorts die Begräbnisplätze um die Kirchen vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe am Rand der Ortskerne angelegt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde hier ein Denkmal für die gefallenen Soldaten aus Hornberg aufgestellt, dass mit Stahlhelm und Eisernem Kreuz versehen ist. Das Eiserne Kreuz - ursprünglich als Auszeichnung auch für einfache Soldaten im Kampf Preußens gegen Napoleon eingeführt - wurde im Ersten Weltkrieg durch Kaiser Wilhelm II. erneuert. Durch eine breit angelegte Verleihungspraxis avancierte das Eiserne Kreuz zu einem quasi „deutschen Orden“ und erfreute sich gerade bei Gefallenendenkmalen einer großen Beliebtheit. Der Friedhof hat mitsamt dem Gefallenendenkmal ortsgeschichtliche Bedeutung und ist Zeugnis der historischen Bestattungskultur.

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Altenteil von Nr. 7 Gartenweg 7/1
(Karte)
Zweigeschossiges verschindeltes Gebäude mit überstehendem Satteldach, seitliche Außentreppe ins Obergeschoss, 1894

Das kleine Gebäude ist ein anschauliches Zeugnis für die sozialen Strukturen innerhalb eines landwirtschaftlichen Familienunternehmens, wie sie jahrhundertelang üblich waren. Vielerorts war es gängiger Brauch, dass das Altbauernpaar nach der Hofübergabe in ein kleines, separates Altenteilerwohnhaus (oder Altenteil) auf dem Hofgelände übersiedelte. Solange sie noch konnten, halfen die Alten weiterhin bei der Landwirtschaft mit. Damit belegt der Bau die Orts- und Wirtschaftsgeschichte von Hornberg.

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Hofanlage Gartenweg 6, 8
(Karte)
Bestehend aus: Einhaus und gesonderte Scheune, auf dem Kellerrundbogen bezeichnet „1676“, hoher Originalitätsgrad, Erscheinungsbild Ende 19. Jahrhundert, im Kern älter, bei der jüngeren Scheune Garten

Die Hofanlage besteht einer Inschrift am Kellerrundbogen zufolge mindestens seit 1676 und gehört damit zu den ältesten Anwesen in Hornberg. Die jüngere Scheune ist ein Beispiel für das vermehrte Auftreten separater Wirtschaftsgebäude im 19. Jahrhundert und dokumentiert damit eine für diese Zeit charakteristische Entwicklung, die mit einer Intensivierung der Landwirtschaft in jener Zeit verbunden war. Das Anwesen hat siedlungs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert und belegt die stark landwirtschaftliche Prägung Hornbergs.

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Gefallenendenkmal in einer Anlage Herdwasen 2
(Karte)
Sandsteinfindling, bekrönt von einem Adler aus Gusseisen und Metallplatte mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, nach 1945

Das südlich des Wasserhochbehälters auf der Hornberger Höhe am Weg zwischen Hornberg und Hochstett aufgestellte Denkmal besteht aus einem großen Sandsteinfindling, auf dessen Spitze sich ein gusseiserner Adler mit erhobenen Flügeln niedergelassen hat. Der „Reichsadler“ war Symboltier des Deutschen Kaiserreichs, wurde aber auch in der Zeit der Weimarer Republik und während des Nationalsozialismus weiterverwendet und nach dem Zweiten Weltkrieg zum Bundesadler. Der Adler ist aber auch ein Sinnbild für den Aufstieg in den Himmel und verkörpert die Überwindung des Irdischen sowie die Unsterblichkeit und Erlösung der Seele. Das Denkmal ist ein charakteristisches Zeugnis der kommunalen Gedenkkultur nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Schul- und Rathaus (heute Wohnhaus) Höhenstraße 2, 2/1
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber verschindeltes Fachwerk, auf dem Türsturz 1842 (i), dreiachsige Zwerchgaube Anfang des 20. Jahrhunderts; traditioneller Bauerngarten mit Staketenzaun und Sandsteinpfosten

Das Alte Schul- und Rathaus ist von hoher Bedeutung für die Ortsbaugeschichte von Hornberg, war hier doch nicht nur die Gemeindeverwaltung, sondern auch die örtliche Schulstätte untergebracht. Die aus finanziellen und organisatorischen Gründen sinnvolle Kombination aus Schul- und Rathaus war charakteristisch für viele Landgemeinden im 19. Jahrhundert. Das Gebäude ist Zeugnis der Schulgeschichte und der Selbstverwaltung des bis zur Eingemeindung nach Altensteig in den 1970er-Jahren selbständigen Dorfes.

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Brunnen Höhenstraße 7
(Karte)
Sandsteintrog mit gusseiserner Brunnensäule, Typenentwurf der Pforzheimer Firma Benckiser, um 1900

Der Brunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung auf dem Dorf. Die gusseiserne Brunnensäule ist auch ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten.

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Feuerwehrgebäude Höhenstraße
(Karte)
Mit Brettern verschalter, eingeschossiger Bau mit großen Toren, Satteldach mit Schlauch-Dachreiter, Anfang 20. Jahrhundert

Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel der ländlichen Ausformung der kommunalen Bauaufgabe „Feuerwehrhaus“ im frühen 20. Jahrhundert. Charakteristisch für diese Bauten sind die großen Remisentore für die Wagen und die Schlauchtürme. Diese dienten zum Trocknen der Schläuche nach den Einsätzen. Da die Schläuche früher aus Hanf hergestellt wurden, war das besonders wichtig, um Schimmelbildung und Verschleiß vorzubeugen.

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Wohnstallhaus mit anschließend schmälerer Scheune Höhenstraße 18
(Karte)
Massiver Stallteil, darüber verschindeltes Fachwerk, am Giebel dreifach vorkragend, bezeichnet auf dem mittleren Türsturz des Futtergangs an der vorderen Giebelseite „H 1607 C“, auf der Rückseite „HK“

Das stattliche, ortsbildprägende Anwesen besteht aus einem giebelständig zur Straße stehendem Einhaus. Das 1607 errichtete Gebäude gehört zum ältesten Baubestand von Hornberg. Das stattliche bäuerliche Anwesen hat siedlungs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert und belegt die stark landwirtschaftliche Prägung des Weilers Hornberg.

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Weitere Bilder
Burg Hornberg Johannes-Brenz-Weg 1
(Karte)
Burg mit Bergfried und Burggraben (heute Schullandheim), 1252 erstmals erwähnt, 1603 schon Ruine, Bergfried 1958 durch Adolf Gedat, Gründer des Internationalen Forums Burg Liebenzell ausgebaut

Im 12. Jahrhundert entstand auf einem hornartig vorspringenden Bergrücken über den Tälern des Köllbachs und des Zwerchbachs die Burg Hornberg, die auch für den nahegelegenen Burgweiler namensgebend war. Die Anlage ging wohl auf die Grafen von Calw zurück, die sie mit Ministerialen besetzten: den Hornberger Ortsadeligen, ein Seitenzweig der Vögte von Wöllhausen und Verwandte der Herren von Fautsberg. 1344 musste sie den Grafen von Württemberg geöffnet werden, die dann 1376 einen Teil der Burg käuflich erwarben. Nachdem der größere Rest 1394 an Baden gekommen war, teilten sich sich die Herrschaften in den Besitz, eine reale Teilung der Burg erfolgte aber erst 1565. Im Jahr 1603 veräußerte Baden schließlich seinen Anteil an der damals schon ruinösen Burg an Württemberg. Wann die Burg aufgegeben wurde und zerfiel, ist nicht bekannt. Erhalten blieb neben einigen Grabenresten allein der aus der Mitte des 13. stammende Bergfried. Durch Einbauten in den Bergfried und die Errichtung größerer Gebäudekomplexe für die Nutzung als Fortschule und Schullandheim zwischen 1958 und 1971 wurde die Burganlage stark verändert. Die bis heute überlieferten Reste haben hohe Bedeutung für die Territorial und Herrschaftsgeschichte der Region.

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( Wikidata)
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Spielberg

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Friedhof Nähe Im Wiesengrund 2
(Karte)
Mit Teilen der alten Sandsteinummauerung, 1842 angelegt, alter Lindenbaum bemerkenswert, Namentafeln der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs von der Anlage beim Rathaus in die Friedhofskapelle versetzt

Die von einer Sandsteinmauer umgrenzte Friedhofsanlage wurde 1842 angelegt, in einer Zeit, in der vielerorts die Begräbnisplätze um die Kirchen vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe außerhalb der Ortskerne angelegt wurden. Der Friedhof hat ortsgeschichtliche Bedeutung und ist auch mit den in der Kapelle angebrachten Namenstafeln der Spielberger Opfer des Zweiten Weltkriegs ein Zeugnis der Erinnerungs- und Bestattungskultur.

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Scheune Johannesstraße 16
(Karte)
Fachwerkbau mit massivem Sockel und Satteldach, Mitte 19. Jahrhundert (teilweise modern verbrettert)

Die Scheune ist ein anschaulich überliefertes Beispiel ländlicher Funktionsarchitektur und belegt die Vorratshaltung in früherer Zeit. Damit legt sie Zeugnis ab von der jahrhundertelang von der Landwirtschaft geprägten Geschichte von Spielberg.

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Doppelgehöft Lutherstraße 3, 5
(Karte)
18. Jahrhundert, Nr. 5 ursprünglicherer Zustand, Nr. 3 modernisiert

Die Hofanlage ist ein Beispiel für die ländliche Bauweise im 18. Jahrhundert. Das Anwesen hat siedlungs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert und belegt das bäuerliche Wohnen und Wirtschaften in vormoderner Zeit.

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Ev. Johanneskirche mit Kirchhof Lutherstraße 12
(Karte)
Chorturmkirche, verputzter Bau, Eckquaderung und Architekturglieder in Rotsandstein, quadratischer, ins Polygon übergehender Turm mit verschindeltem Glockengeschoss und Knickhelm, annähernd quadratisches Schiff mit Halmwamdach, Sakristei im Zwickel zwischen Turm und Schiff, Turm in den unteren Geschossen wohl 13. Jahrhundert, Einwölbung des Chors, Taufstein und Sakramentshäuschen von 1475, Kirchenschiff mit hochrechteckigen Fenstern neu angebaut 1713, die Jahreszahl „1815“ aus Eisenankern am Kirchturm Hinweis auf die Fachwerkaufstockung, grundlegende Renovierungen 1883, 1962 und 1993

Die Spielberger Kapelle war ursprünglich von der Pfarrei Haiterbach abhängig, wurde aber 1490/91 von dieser getrennt und zur Pfarrkirche erhoben. Kurz zuvor - im Jahr 1475 - war der romanische Kirchenbau baulich verändert und der Kirchenpatron St. Antonius durch Johannes ersetzt worden. Nachdem Egenhausen nach Einführung der Reformation im Jahr 1556 aus seiner bisherigen Pfarrei Walddorf ausgegliedert worden war, wurde es in die Pfarrei Spielberg eingepfarrt. Fortan bildeten die beiden Gemeinden trotz getrennter Markungen zumindest im 16. und 17. Jahrhundert einen gemeinsamen dörflichen Gerichtsbezirk. Die im Kern romanische Chorturmkirche mit dem 1713 angefügten Langhaus ist ein wichtiges Zeugnis der dörflichen Glaubenswelt und zentrales bauliches Dokument der Orts- und Kirchengeschichte von Spielberg. Zusammen mit dem benachbarten Pfarrhaus prägt sie das Ortsbild in entscheidendem Maße.

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Ev. Pfarrhaus mit Garten Lutherstraße 13
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Krüppelwalm an der östlichen Giebelseite, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung und rundbogigem Kellerabgang, darüber verschindeltes Fachwerk, 1757 (d)

Das ehemalige Pfarrhaus steht in ortsbildprägender Lage im Zentrum Spielbergs an der Lutherstraße, direkt gegenüber der evangelischen Kirche. Es ist ein anschauliches Beispiel für die Architektur eines barocken Pfarrhauses im 18. Jahrhundert und hat ortsbau- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert.

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Rathaus mit Garten Schwarzwaldstraße 31
(Karte)
Eingeschossiger verschindelter Bau mit massivem Sockel und Krüppelwalmdach, an der Traufseite Risalit mit Zwerchhaus, an der Giebelseite über zweiläufige Außentreppe erschlossen, Anfang 20. Jahrhundert

Das Rathaus ist ein anschauliches Beispiel für die ländlichen Kommunalbauten des frühen 19. Jahrhundert. Der an den Fassaden mit einem Schindelschirm verkleidete Bau bezieht sich im Sinne des Heimatschutzgedankens auf traditionelle Architekturformen des Nordschwarzwaldes. Er ist ein Zeugnis der Selbstverwaltung des bis zur Eingemeindung nach Altensteig in den 1970er-Jahren selbständigen Dorfes Spielberg und damit ein wichtiges bauliches Dokument der Ortsgeschichte.

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Kilometerstein Trögelsbachweg 2
(Karte)
An der Schmalseite bezeichnet „17“, um 1900

Der Kilometerstein ist ein Zeugnis der systematischen Verkehrserschließung im späten 19. Jahrhundert, die mit der Ausstattung der Straßen mit Wege- und Entfernungszeichen verbunden war.

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Überberg

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Hofanlage Dreiweilerstraße 29
(Karte)
Bestehend aus giebelständigem Wohnstallhaus mit Anbau, bezeichnet auf dem Türsturz „18 JCT 21“, im Kern älter; rückwärtig parallel Scheune mit Anbau; Hoffläche

Die Hofanlage ist mit Hoffläche und Scheune ein anschaulich überliefertes Zeugnis der ländlichen Prägung des Dorfes Überberg. Bei dem Ort handelt es sich um eine Wald-Hufensiedlung, eine mittelalterliche Reihensiedlung auf gerodetem Waldland, welche aus mehreren Dörfern besteht und 1829 auf herrschaftlichen Erlass zu einer Gemeinde zusammengefasst wurde. Der Hof ist Bestandteil des Ortsteils Zumweiler und veranschaulicht die Arbeits- und Wohnverhältnisse einer Bauernfamilie im 19. Jahrhundert. Er besitzt orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Hofanlage Dreiweilerstraße 83
(Karte)
Bestehend aus zweigeschossigem Wohnhaus mit Satteldach und Mittelrisalit, Erdgeschoss Quadermauerwerk, Obergeschoss verschindeltes bzw. verschaltes Fachwerk, auf dem Türsturz des Hauseingangs bezeichnet 1880 (i), bauzeitliche Haustür; vorgelagerter Garten mit Einfriedung; rückwärtig parallele Scheune; seitlich Backhaus

Die Hofanlage ist mit seinen Nebengebäuden wie dem Backhaus und Scheune ein umfassend und anschaulich überliefertes Zeugnis der ländlichen Prägung des Dorfes Überberg. Bei dem Ort handelt es sich um eine Wald-Hufensiedlung, eine mittelalterliche Reihensiedlung auf gerodetem Waldland, welche aus mehreren Dörfern besteht und 1829 auf herrschaftlichen Erlass zu einer Gemeinde zusammengefasst wurde. Der Hof ist Bestandteil des Ortsteils Zumweiler und veranschaulicht die Arbeits- und Wohnverhältnisse einer Bauernfamilie gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Er besitzt orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Trafohaus „Überberg/Friedhof“ Friedhofstraße 5
(Karte)
Verputzter Betonbau mit Ecklisenen und Krüppelwalmdach, bauzeitliche Eisentür, um 1910

Das Transformatorenhaus ist ein Zeugnis der Technikgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dokumentiert die zunehmende damalige Elektrifzierung der Gemeinden und die dazu benötigte Infrastruktur.

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Friedhof von einer abgetreppten Sandsteinquadermauer umfriedet Friedhofstraße 5
(Karte)
Vor dem Eingang zwei Lindenbäume, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Gefallenendenkmal

Der eingefriedete Friedhof wurde im 19. Jahrhundert - aus hygienischen Gründen und wie in dieser Zeit üblich - außerhalb des Ortes angelegt. Er ist ein Dokument der lokalen Bestattungskultur und besitzt für Überberg ortgeschichtliche Bedeutung.

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Hofanlage Herdweg 9
(Karte)
Bestehend aus Wohnstallhaus, zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach und Zwerchhaus, massives Untergeschoss aus unverputztem roten Buntsandstein, Obergeschoss verschindelt, Zwerchhaus verschindelt und im Giebelspitz verbrettert, auf dem Türsturz des Futtergangs bez. „JCF 1845“; südöstlich Scheune; Hoffläche

Die Hofanlage ist Zeugnis der ländlichen Prägung des Dorfes Überberg. Bei dem Ort handelt es sich um eine Wald-Hufensiedlung, eine mittelalterliche Reihensiedlung auf gerodetem Waldland, welche aus mehreren Dörfern besteht und 1829 auf herrschaftlichen Erlass zu einer Gemeinde zusammengefasst wurde. Der Hof ist Bestandteil des Ortsteils Zumweiler und veranschaulicht die Arbeits- und Wohnverhältnisse einer Bauernfamilie Mitte des 19. Jahrhunderts. Er besitzt orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Wasch- und Backhaus einer Hofanlage Herdweg
(Karte)
Eingeschossiger und traufständiger Sandstein- und Holzbau mit Satteldach und Schornstein, Anbau eines Hühnerstalls, bezeichnet „18 JGB 93“

Wasch- und Backhäuser wurden vor allem seit dem späten 18. Jahrhundert bei den wohlhabenderen Hofanlagen und Pfarrhöfen als separate, massive Nebengebäude errichtet, um auf diese Weise die Brandgefahr zu verringern. Das Wasch- und Backhaus in Überberg gehörte zu einer ehemaligen Hofanlage und ist ein inzwischen selten gewordenes Zeugnis der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

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Hofanlage Heselbronner Straße 15
(Karte)
Bestehend aus bestehend aus Wohnstallhaus, Scheune und Garten, bezeichnet auf dem Türsturz des Wohnhauses „18 CIF CMF 35“

Die Hofanlage ist mit Wohnhaus, Scheune, Garten und Hoffläche ist ein anschauliches Zeugnis der ländlichen Prägung des Dorfes Überberg. Bei dem Ort handelt es sich um eine Wald-Hufensiedlung, eine mittelalterliche Reihensiedlung auf gerodetem Waldland, welche aus mehreren Dörfern besteht und 1829 auf herrschaftlichen Erlass zu einer Gemeinde zusammengefasst wurde. Der Hof ist Bestandteil des Ortsteils Heselbronn und veranschaulicht die Arbeits- und Wohnverhältnisse einer Bauernfamilie in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er besitzt orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Schreinerwerkstatt Heselbronner Straße
(Karte)
Eingeschossiger verschindelter Fachwerkbau mit Satteldach und Werkstatteinrichtung, Anfang 19. Jahrhundert

Die Schreinerwerkstatt gehörte zu einer ehemaligen Hofanlage und ist ein inzwischen selten gewordenes Zeugnis der ländlich geprägten Arbeits- und Lebenswelt des Weilers Überberg zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

100873173BW
Hofanlage Heselbronner Straße 18
(Karte)
Bestehend aus giebelständigem Wohnstallhaus mit Querhaus, auf dem Türsturz des Stalleingangs bezeichnet „1808 LH“; Hoffläche; rückwärtig parallel versetzt Scheune

Die Wohnstallhaus mit Scheune ist ein anschauliches Zeugnis der ländlichen Prägung des Dorfes Überberg. Bei dem Ort handelt es sich um eine Wald-Hufensiedlung, eine mittelalterliche Reihensiedlung auf gerodetem Waldland, welche aus mehreren Dörfern besteht und 1829 auf herrschaftlichen Erlass zu einer Gemeinde zusammengefasst wurde. Der Hof ist Bestandteil des Ortsteils Heselbronn und veranschaulicht die Arbeits- und Wohnverhältnisse einer Bauernfamilie zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Er besitzt orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Grenzstein Im Rehgrund 2
(Karte)
19. Jahrhundert

Der Grenzstein ist ein Zeugnis der Territorialgeschichte aus der Zeit des 19. Jahrhunderts und besitzt als solcher ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Schul- und Rathaus Im Wiesle 6
(Karte)
Zweigeschossiges Gebäude mit Wiederkehr und Dachreiter, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk verschindelt, 1838, eingeschossiger Erweiterungsbau mit Walmdach dahinter, um 1900

Das ehemalige Schul- und Rathaus (heute Kindergarten) vereinigte in seiner Doppelfunktion gleich mehrere Einrichtungen des öffentlichen Lebens unter einem Dach, was für Verwaltungsbauten in kleineren Gemeinden nicht unüblich war. Der Bau dokumentiert das Selbstbewusstsein der ehemals eigenständigen Gemeinde zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nachdem 1829 die Orte Heselbronn, Zumweiler und Lengenloch auf herrschaftlichen Erlass zu einer Gemeinde zusammengefasst worden waren. Die neu entstanden Gemeinde „Überberg“ schuf im zentral liegenden Ortsteil Heselbronn einen Verwaltungssitz, der von allen Teilorten gleichermaßen günstig zu erreichen war. Das Gebäude besitzt für Überberg orts- und verwaltungsgeschichtliche Bedeutung.

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Gasthaus Linde Lengenlocher Straße 8
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss aus in Teilen unverputztem Sandstein, Obergeschoss aus verschindeltem Fachwerk, im Türsturz bez. “MAG 1859 AMG”, Umbau 1890; westlich giebelseitig anschließende Ökonomie mit Satteldach; Hoffläche; alter Lindenbaum auf der gegenüberliegenden Straßenseite

Das einstige Gasthaus Zur Linde liegt an der alten Hauptverkehrsachse des Dorfes Überberg. Es veranschaulicht eindrucksvoll die wichtige Bedeutung, die Landgasthäusern früher in den Dörfern als Treffpunkt des öffentlichen Lebens und Festort zukam und dokumentiert den Verlauf der alten Landstraßen durch die Dörfer.

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Hofanlage Lengenlocher Straße 81
(Karte)
Bestehend aus, giebelständigem dreigeschossigen Gebäude mit Satteldach und zweigeschossiger Anbau, im Türsturz bez. „18 IATE 30“; Scheune im rechten Winkel angefügt

Die Hofanlage ist ein anschauliches Zeugnis der ländlichen Prägung des Dorfes Überberg. Bei dem Ort handelt es sich um eine Wald-Hufensiedlung, eine mittelalterliche Reihensiedlung auf gerodetem Waldland, welche aus mehreren Dörfern besteht und 1829 auf herrschaftlichen Erlass zu einer Gemeinde zusammengefasst wurde. Der Hof ist Bestandteil des Ortsteils Lengenloch und veranschaulicht die Arbeits- und Wohnverhältnisse einer Bauernfamilie in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er besitzt orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

100872991BW
Ev. Kirche Lengenlocher Straße 84/1
(Karte)
Verputzter massiver Saalbau über rechteckigem Grundriss mit abgewalmtem Satteldach an der Ostseite, Eckquaderung, schmaler Kirchturm mit Zeltdach im Westen vorgestellt, spitzbogiger Eingang in die Kirche, im Inneren Flachdecke, durch hochrechteckige Fenster belichtet, Kruzifixus um 1500, Wappentafel von Gütlingen von 1751, am Türsturz des Turms bez. 1751 (i), Baujahr der Erneuerung, im Kern 15./16. Jahrhundert

Die kleine evangelische Filialkirche von Lengenloch liegt am nördlichen Ortsrand und ist eingebunden in eine durch Wiesenland und Waldflächen geprägte Kulturlandschaft. Mit dem Westturm bildet sie eine von weitem sichtbare vertikale Dominante. Das kleine Gotteshaus dokumentiert einen bescheidenen Sakralbau in ländlicher Region zur Barockzeit und ist besitzt Bedeutung für die Kirchengeschichte von Überberg mit seinen verstreut liegenden Teilorten. Im Kern geht das kleine Gotteshaus wohl bereits auf das 15./16. Jahrhundert zurück und ist somit auch von siedlungsgeschichtlicher Relevanz.

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Wohnstallhaus Lengenlocher Straße 86
(Karte)
Zweigeschossig und giebelständig, verschindelter Fachwerkbau mit Satteldach über massivem Sockelgeschoss, bezeichnet auf dem Türsturz des Futtergangs „18 JGK AM 62“ (=Johann Georg Kalmbach Adam Martin=Martinsbauer)

Das Wohnstallhaus ist ein anschauliches Zeugnis der ländlichen Prägung des Dorfes Überberg. Bei dem Ort handelt es sich um eine Wald-Hufensiedlung, eine mittelalterliche Reihensiedlung auf gerodetem Waldland, welche aus mehreren Dörfern besteht und 1829 auf herrschaftlichen Erlass zu einer Gemeinde zusammengefasst wurde. Das Gebäude ist Bestandteil des Ortsteils Lengenloch und veranschaulicht die Arbeits- und Wohnverhältnisse einer Bauernfamilie Mitte des 19. Jahrhunderts. Es besitzt orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

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Molkerei Simmersfelder Straße 23
(Karte)
Traufständiger zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss zweifarbiges Ziegelmauerwerk über Sandsteinsockel, das Obergeschoss verschindeltes Fachwerk, an der Südost- und Südwestseite umlaufender Balkon, auf dem Türsturz des Hauseingangs bez. 1900 (i)

In der landwirtschaftlich geprägten Region von Überberg stellte die Milchwirtschaft einen wichtigen Erwerbszweig der Bevölkerung dar. Organisierten sich Milchbauern gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Genossenschaften, so überliefert die Molkerei in Überberg ein anschauliches Beispiel eines solchen Genossenschaftsbaus. Das Gebäude hat im Wesentlichen sein ursprüngliches Erscheinungsbild erhalten und spiegelt einen wichtigen Aspekt der Landwirtschaftsgeschichte der Gegend wieder.

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Gasthaus Hirsch Simmersfelder Straße 24
(Karte)
Poststation, zweigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach und mittigem Zwerchhaus, auf dem Türsturz bezeichnet „E. Kirn 1906“, 1906 nach Brand eines Vorgängerbaus neu errichtet; eingeschossiger Saalanbau mit Flachdach; im rechten Winkel an das Haupthaus Scheune mit Remise

Das Gasthaus Hirsch liegt an der alten Hauptverkehrsachse des Dorfes Überberg und war auch ehemals Poststation der Gemeinde. Es veranschaulicht mit seinem Saalanbau eindrucksvoll die wichtige Bedeutung, die Landgasthäusern früher in den Dörfern als Treffpunkt des öffentlichen Lebens und Festort zukam und hebt sich durch sein stattliches Erscheinungsbild deutlich von den Bauernhäusern ab. Das Gasthaus besitzt wichtige ortsgeschichtliche Bedeutung und dokumentiert überdies den Verlauf der alten Landstraßen durch die Dörfer.

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Walddorf

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Sühnekreuz
(Karte)
Sandstein, mit Pflugschar nach oben, ca. 16. Jahrhundert

Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Im 15. und 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt.

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Gestelztes Quereinhaus mit Satteldach Freudenstädter Straße 3
(Karte)
Massives verputztes Erdgeschoss mit Architekturgliedern in Rotsandstein, darüber verschindeltes Fachwerk, im Kern 18. Jahrhundert, bezeichnet auf dem Türsturz „IK 1857“

Das Haus entspricht dem in der Region vorherrschenden Typus des quergeteilten gestelzten Einhauses. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerkwohnteil über massivem Stallgeschoss in der einen und Scheune in der anderen Haushälfte. Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel dieses ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint.

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Gasthaus Hirsch (heute Wohnhaus) Freudenstädter Straße 7
(Karte)
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter (am der südlichen Giebelseite modern verkleideter) Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, am Giebel dreifach vorkragend, rückwärtiger Zugang in das Obergeschoss über Außentreppe, im Kern 18. Jahrhundert, auf dem Türsturz des Kellereingangs bezeichnet „S 1826 W“, auf dem Türsturz an der Straße 1900 (i)

Der in charakteristischer Lage nahe der zentralen Kreuzung des Dorfes, an einer der Ortsdurchfahrten stehende ehemalige Gasthof Hirsch ist wichtiges Zeugnis für das Gasthauswesen und die Wirtschaftsgeschichte von Walddorf in der Frühen Neuzeit. Seine ursprüngliche Funktion als einer der zentralen Treffpunkte der Dorfgemeinschaft kommt nicht nur durch die Lage, sondern auch durch sein im Vergleich zu den benachbarten Bauernhäusern deutlich größeres Bauvolumen zum Ausdruck.

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Gestelztes Quereinhaus Freudenstädter Straße 22
(Karte)
Fachwerkbau mit massivem verputztem Stallteil und Satteldach mit großer Gaube, Südgiebel über Balkenköpfen zweifach vorkragend, im Kern 18. Jahrhundert, auf dem Türsturz bezeichnet „18 DB 47“

Das Gebäude ist als quergeteiltes gestelztes Wohnstallhaus ein Beispiel eines ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerkwohnteil über massivem Stallgeschoss in der einen und Scheune in der anderen Haushälfte. Damit belegt es die stark von der Landwirtschaft geprägte Ortsbaugeschichte von Walddorf im 18./19. Jahrhundert.

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Rathaus mit Backstube im Erdgeschoss Freudenstädter Straße 32
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach, Sockel aus Sandsteinquadern, massives verputztes Erdgeschoss mit Segmentbogenöffnungen, darüber Sichtfachwerk, an der nördlichen Giebelseite Eingang in die Backstube, 1950er-Jahre

Das Rathaus ist ein anschauliches Beispiel für die ländlichen Kommunalbauten der Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Es ist im Sinne einer traditionsorientierten, noch dem Heimatschutzgedanken der 1930er-Jahre verpflichteten Architektur gestaltet, die sich nahtlos in die bestehende ländliche Architektur einfügen und wieder an die regionalen Bautraditionen anknüpfen wollte. Charakteristisch für kleinere Gemeinden ist die Zuordnung von Räumen für weitere öffentliche Funktionen wie hier die Backstube im Erdgeschoss. Das Rathaus ist zudem ein Zeugnis der Selbstverwaltung des bis zur Eingemeindung nach Altensteig in den 1970er-Jahren selbständigen Dorfes Walddorf und damit wichtiges bauliches Dokument der Ortsgeschichte.

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Gestelztes Quereinhaus mit Satteldach Monhardt 8
(Karte)
Am Wohnteil Erdgeschoss in Backstein, Obergeschoss verschindelt, Giebel teilweise verschaltes Fachwerk, Scheunenteil verbrettert, für Johann Georg Wurster an Stelle eines abgebrannten Hauses errichtet, 1912

Das anschaulich überlieferte Bauernhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert ist ein relativ spätes Beispiel für den ländlichen Bautypus des Quereinhauses, das Wohntrakt, Stall und Scheune unter einem Dach vereint. Der Bau vermittelt einen Eindruck von den Wohn- und Wirtschaftsverhältnissen im Nordschwarzwald in dieser Zeit.

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Bildstock
(Karte)
Sandsteinstele mit Pyramidenabschluss, auf der Vorderseite kleine Nische, darunter eingeritztes Kreuz und die Buchstaben „A Z“, auf der Schmalseite bezeichnet „Bild / stock“, auf der anderen Schmalseite Reste eines Wappens

Der Bildstock ist ein bildlicher Ausdruck der Frömmigkeit und ein charakteristischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen.

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Monhardter Wasserstube bei der Stubenwiese
(Karte)
Rekonstruiert auf alten Grundmauern

Auf der Nagold wurde die Flößerei mindestens seit dem 14. Jahrhundert betrieben und im Jahr 1342 durch einen Vertrag zwischen Württemberg und Baden geregelt. Die Nagoldflößerei war bis Ende des 19. Jahrhunderts von Bedeutung und wurde um 1913 eingestellt. Für Altensteig war sie ohne Zweifel ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In einer Entfernung von ca. 2,5-4 km waren etwa 12 Wasserstuben am Lauf der Nagold eingerichtet, um das benötigte Wasser zur Verfügung zu stellen. Dazu gehörte die Wasserstube bei Monhardt, die anlässlich des Flößerfestes 1987 nach Plänen von 1894 wiederaufgebaut wurde. Rekonstruiert wurde auch ein Wiedenofen auf dem Einbindeplatz, der heute im Rahmen der Freizeitgestaltung als solcher genutzt wird. Durch die Rekonstruktion entstand in Verbindung mit der vorhandenen Substanz ein „historischer Einbindeplatz“, der die historische Flösserei gut veranschaulicht.

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Bogenbrücke über die Nagold
(Karte)
Zur Hälfte auf Gemarkung Ebhausen-Ebhausen, Zementbrücke mit Widerlagern aus Sandstein, Monierbauweise, Betonoberfläche in Oberflächenstruktur von Steinmauerwerk bearbeitet, von der Firma Freytag & Heidschuch, Neustadt/Weinstraße errichtet, 1891 (a)

Die Bogenbrücke über die Nagold liegt zur Hälfte auf Ebhausener Gemarkung und auf Altensteiger Gemarkung. Sie wurde 1891 in Monierbauweise errichtet und veranschaulicht die Anstrengungen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts für die Verbesserung des Straßennetzes unternommen wurden. Bemerkenswert ist die Behandlung der Betonoberfläche in Form von Steinmauerwerk. So dokumentiert die Brücke die Ablösung des Natursteinbrückenbaus durch Eisenbetonbauwerke und hat wichtige Bedeutung für die regionale Technik- und Verkehrsgeschichte.

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Weitere Bilder
Wasserkraftwerk IV im Bömbachtal mit Kanal Galgenwiesen; Monhardt 21
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Walmdach und hölzernem Turm, Erdgeschoss verputzt, Obergeschoss verbrettert, nach Plänen der Fritz Bauer GmbH, Stuttgart, 1923

Das Wasserkraftwerk im Bömbachtal ist mit seiner technischen Einrichtung und den Wasserbauanlagen ein Zeugnis für die Ausnutzung der Wasserkraft zur Gewinnung elektrischer Energie. Es belegt, wie im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts die Elektrifizierung auch auf dem Land Einzug hielt und ist damit ein sprechendes Dokument für den technologischen Fortschritt in der Zeit der Weimarer Republik in Württemberg.

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Quergeteiltes gestelztes Einhaus mit Satteldach Rohrdorfer Straße 19
(Karte)
Massiver Stallteil, Wohn- und Scheunenteil in Fachwerk, auf dem Türsturz bezeichnet „18 IHW 31“

Das Gebäude ist als quergeteiltes gestelztes Einhaus ein Beispiel eines ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerkwohnteil über massivem Stallgeschoss in der einen und Scheunenteil in der anderen Haushälfte. Damit belegt es die stark von der Landwirtschaft geprägte Ortsbaugeschichte von Walddorf im 19. Jahrhundert.

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Alte Schule Schulstraße 10
(Karte)
Dreigeschossiger verschindelter Fachwerkbau über Sandsteinsockel mit Krüppelwalmdach, im Erdgeschoss Segmentbogenfenster, an den Obergeschossen rechteckige Fenster, teilweise mit geraden Verdachungen, vor dem rundbogigen Haupteingang Überdachung mit durchbrochenen Giebelbrettern, vom Oberamt errichtet, um 1895

Das in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts errichtete Gebäude ist ein anschaulich erhaltener Vertreter des damaligen öffentlichen Schulhausbaus auf dem Land. Mit seiner an regionaltypische Vorbilder angelehnten Holzschindelverkleidung und dem an barocke Amtsbauten erinnernden Krüppelwalmdach besitzt es zudem architekturgeschichtliche Aussagekraft für solche dörflichen Schulhäuser in den ländlichen Nordschwarzwaldregionen des damaligen Königreich Württembergs. Der stattliche Bau und ist ein wichtiges Zeugnis der Schul- und Ortsgeschichte der bis zur Eingemeindung nach Altensteig selbstständigen Gemeinde Walddorf.

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Ev. Johanneskirche mit ehemaligen ummauerten Friedhof Schulstraße 13
(Karte)
Saalkirche mit gerade geschlossenem Chor, Frontturm mit verputztem Fachwerk-Glockengeschoss und geschweiftem Helm, die Saalkirche mit eingestellter Empore durch eine Doppelreihe von rechteckigen Fenstern - unten hochrechteckig, oben in Höhe der Empore quadratisch - belichtet, hinter dem Altar Kruzifixus, 18. Jahrhundert; Kirche unter Einbeziehung des Turm des Vorgängerbaus vom Königreich Württemberg errichtet, 1840

Ein Gotteshaus in Walddorf findet schon im Jahr 1275 eine erste urkundliche Erwähnung. Zunächst dürfte es sich um eine schlichte Fachwerkkapelle gehandelt haben, die im späten 16. Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt wurde. Von diesem Bau hat sich bis heute der Turm mit Fachwerkaufsatz und oktogonalem Helm erhalten. Das Langhaus wurde zwei Mal, zunächst 1740 bis 1742 und dann 1840 durch einen Neubau ersetzt. Der 1840 errichtete Kirchenbau stellt ein Beispiel für den sog. Kameralamtsstil dar, einem in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts weit verbreiteten Typus evangelischer Kirchen in Württemberg. Die Bauten entstanden im Sinne eines Musterplans von staatlichen Baubeamten als Kameralbau - also als „einfacher“ Staatsbau. In der Regel waren die Kameralamtskirchen als symmetrischer rechteckiger Saalbau mit Emporen auf beiden Längsseiten und einem Turm lag über dem Haupteingang gestaltet. Im Fall von Walddorf blieb der alte Turm - wohl aus Kostengründen - erhalten und wurde in den Neubau miteinbezogen. Die Johanneskirche ist ein anschaulich erhaltenes Zeugnis für den Kirchenbau der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts im ländlichen Württemberg und hat zudem hohe Bedeutung für die Orts- und Kirchengeschichte von Walddorf.

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Friedhof mit teilweise alter Mauer Nähe Schulstraße 13
(Karte)
Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, Trauernde, Kalksteinguss, von Bildhauer David Fahrner, Freudenstadt gefertigt, 1953/54, vom Kirchvorplatz auf den Friedhof versetzt, 1978

Die teilweise mit einer alten Mauer umgebene kleine ländliche Friedhofsanlage, die als Erweiterung des einstigen Gottesacker um die Kirche angelegt wurde, hat ortsgeschichtliche Bedeutung und ist ein Zeugnis der Bestattungskultur.

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Ev. Pfarrhaus mit Garten Schulstraße 15
(Karte)
Teilweise von einer Mauer oder einem Zaun umgrenzt, eingeschossiges Gebäude über hohem Sockelgeschoss, verputztes Fachwerk, 18. Jahrhundert, in den 1950er-Jahren modernisiert

Das Pfarrhaus befindet sich in historisch-charakteristischer Lage neben der Pfarrkirche und ist ortsbildprägender Bestandteil der Bebauung im alten Ortskern von Walddorf. Es ist ein wichtiges Zeugnis der lokalen Kirchengeschichte wie auch der Ortsbaugeschichte.

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Umspannhaus Talstraße 10
(Karte)
Verputzter Betonbau mit Ecklisenen und Walmdach, um 1910

Vom Kraftwerk wird Strom über mehrere Stufen bis in die Haushalte transportiert. Die letzte Spannungsumwandlung geschieht mit Hilfe von Transformatoren vom Mittelspannungs- aufs lokale Ortsnetz. Seit ungefähr 1910 entwickelte sich der Bautypus des Transformatorenhäuschens. Während sich im städtischen Raum Stromleitungen im Boden schnell durchsetzten, kamen im dörflichen Umfeld zumeist Freileitungen zum Einsatz. Daher mussten die Gebäude, in denen die Transformatoren untergebracht waren, eine gewisse Höhe aufweisen. Praktisch in jedem Dorf entstand mindestens ein Trafohäuschen, wobei den ersten turmartigen Häuschen durchaus gestalterische Aufmerksamkeit zuteil wurde. Das Walddorfer Transformatorenhäuschen zeichnet sich durch eine zurückhaltende architektonische Gestaltung aus, die die Einpassung in das dörfliche Ortsbild sucht, ohne dabei die Zweckbestimmung des Baus zu leugnen. Als bauliches Zeugnis der Elektrifizierung ist es von Bedeutung für die Technik- und Ortsgeschichte.

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Wart

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Villa Deffner mit Garten Birkenäckerstraße 58
(Karte)
Zweigeschossiges, verschindeltes Gebäude, Krüppelwalmdach mit asymmetrisch vorgesetztem Zwerchhaus, verschiedene Erker und Balkone, für den Esslinger Fabrikanten Wilhelm Deffner errichtet, 1907

Die Villa wurde 1907 für den Esslinger Metallwaren-Fabrikanten Wilhelm Deffner errichtet und verfügte ursprünglich über eine parkähnliche Gartenanlage und Nebengebäude. Bei der Gestaltung wurden - vor allem mit dem Schindelschirm - Vorbilder der landschaftstypischen Architektur des Schwarzwaldes aufgenommen. Der dem Heimatstil des frühen 20. Jahrhunderts zuzuordnende Bau ist aber nicht nur von architekturhistorischer Bedeutung. Der 1931 von der Stadt Stuttgart erworbene Bau wurde zur Zeit des Nationalsozialismus vom „Bund Deutscher Mädels“ für Schulungs- und Erziehungszwecke genutzt, und ist damit auch ein Dokument der Zeit- und Ortsgeschichte von Wart.

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Friedhof Nähe Friedhofweg 20
(Karte)
An der Südwest- und Südostseite bauzeitliche Mauerumfriedung, angelegt 1838; Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs von 1921, Sandstein in Pyramidenform; Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege, Sandsteinfindling mit Bronzerelief und Schrifttafeln von Bildhauer Peter Steyer, 1966

Der Begräbnisplatz von Wart ist eine jener kleinen ländlichen Friedhofsanlage aus dem 19. Jahrhundert, die in einer Zeit angelegt wurden, in der vielerorts die Begräbnisplätze um die Kirchen vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe außerhalb der Ortskerne angelegt wurden. Der Friedhof hat Bedeutung für die Ortsgeschichte und die Bestattungskultur. Mit den Denkmalen für die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Warter Bürger ist er zudem ein wichtiges Zeugnis des lokalen Totengedenkens.

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Ev. Peterskirche Johann-Georg-Hartmann-Straße 1
(Karte)
Kleine Saalkirche, verputzter Massivbau mit Eckquaderung, gerade geschlossener, eingezogener Chor, Satteldach mit hölzernem Glockendachreiter an der Eingangsfront, erstmals erwähnt 1329, Kirchenschiff errichtet im 15. Jahrhundert, nach Plänen des Kirchenratsbaumeister Goez (Götz) erneuert 1768/69, durchgreifende Überformung nach Plänen des Architekten Heinrich Dolmetsch um 1900; mit umfriedetem ehemaligem Friedhof (bis 1838)

Bereits 1329 wird eine Kapelle in Wart urkundlich genannt. Die St. Peter 1419 geweihte Kirche war Filiale von Ebhausen. 1458 wurde sie durch die Einwohner mit einer Pfründe dotiert. Seit der Reformation war die ehemalige Filiale Pfarrei unter württembergischer Kollatur. Der heutige Bau ist eine an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtete gotische Kirche des 15. Jahrhunderts, die 1768/69 und um 1900 umgestaltet wurde. Die Peterskirche ist nicht nur ein Beispiel für die spätgotische Sakralarchitektur mit späteren Überformungen im ländlichen Bereich, sondern auch zentrales Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte von Wart.

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Ev. Pfarrhaus Johann-Georg-Hartmann-Straße 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, 1818 (i)

Das Pfarrhaus steht in historisch-charakteristischer Lage neben der Pfarrkirche. Der schlichte Bau ist in seiner Kubatur zeittypisch für amtliche Bauten wie Pfarr- und Schulhäuser in den protestantischen Territorien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und hebt sich durch die Dachform von der sonst üblichen Wohnbebauung als Gebäude mit Sonderfunktion am Ort ab. Er ist anschauliches Zeugnis für ein evangelisches Pfarrhaus seiner Zeit und hat orts- sowie kirchengeschichtliche Bedeutung für Wart.

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Transformatorenhaus Johann-Georg-Hartmann-Straße 9/2
(Karte)
Verputzter Betonbau mit Ecklisenen und Krüppelwalmdach, um 1910, es gehört zu den 1910 durch Emil Wahlström aus Stuttgart entwickelten Bautypen

Vom Kraftwerk wird Strom über mehrere Stufen bis in die Haushalte transportiert. Die letzte Spannungsumwandlung geschieht mit Hilfe von Transformatoren vom Mittelspannungs- aufs lokale Ortsnetz. Seit ungefähr 1910 entwickelte sich der Bautypus des Transformatorenhäuschens. Während sich im städtischen Raum Stromleitungen im Boden schnell durchsetzten, kamen im dörflichen Umfeld zumeist Freileitungen zum Einsatz. Daher mussten die Gebäude, in denen die Transformatoren untergebracht waren, eine gewisse Höhe aufweisen. Praktisch in jedem Dorf entstand mindestens ein Trafohäuschen, wobei den ersten turmartigen Häuschen durchaus gestalterische Aufmerksamkeit zuteil wurde. Das Transformatorenhäuschen in Altensteigdorf entspricht einem 1910 von Emil Wahlström aus Stuttgart entwickelten Typus und zeichnet sich durch eine zurückhaltende architektonische Gestaltung aus, die die Einpassung in das dörfliche Ortsbild sucht, ohne dabei die Zweckbestimmung des Baus zu leugnen. Als bauliches Zeugnis der Elektrifizierung von Wart ist es von Bedeutung für die Technik- und Ortsgeschichte.

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Hofanlage Neubulacher Straße 9
(Karte)
Bestehend aus: Doppelwohnhaus, Wohnstallhaus, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, verbretterter Giebel, bezeichnet auf dem Türsturz des Hauseingangs „Johan Ja. Dürr u. Christina Cathar.1822“, wohl Johann Jacob Dürr, Bauer, Bäcker, Hirschwirt und Schultheiß von 1807 bis 1830 und seine Ehefrau Christina Catharina; im rechten Winkel zurückliegende Scheune; Hoffläche

Die stattliche Hofanlage vermittelt ein anschauliches Bild der ländlichen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im 19. Jahrhundert. Charakteristisch ist das giebelständig zur Straße orientierte Wohnstallhaus mit der quer dazu stehenden Scheune im rückwärtigen Teil der Parzelle sowie die Gruppierung der Gebäude um einen zur Straße offenen Innenhof. Das Anwesen hat siedlungs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert und belegt die einst stark landwirtschaftliche Prägung von Wart.

100887634BW
Schul- und Rathaus (heute Wohnhaus) Neubulacher Straße 12
(Karte)
Zweigeschossiges, verschindeltes Gebäude über hohem massivem Sockelgeschoss, Krüppelwalmdach mit Dachreiter, gruppierte Fenster, an der südlichen Traufseite der ehemalige spitzbogige Schuleingang, 1846

Die Beschreibung des Oberamtes Nagold von 1862 berichtet über das wenige Jahre zuvor errichtete Gebäude: „Das Schul- und Rathhaus ist ein sehr ansehnliches im mittelalterlichen Spitzbogenstyl im Jahr 1846 mit einem Aufwand von 7000 fl. hergestelltes Gebäude, das auf der vorderen Seite ein spitzes Giebelthürmchen trägt; es enthält 2 geräumige Lehrzimmer, die Wohnung des Schulmeisters und im oberen Stockwerke die Gelasse für den Gemeinderath.“ Die architektonische Gestaltung und die gruppierten Fenster heben den Bau im Gesamtbild des Ortes deutlich hervor. Er stellt eine für diese Zeit charakteristische Kombination aus Rat- und Schulhaus dar. Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel der ländlichen Ausformung dieser kommunalen Bauaufgabe und wichtiges Zeugnis der Geschichte des einst selbständigen, 1975 nach Altensteig eingemeindeten Ortes.

100887595BW
Hofanlage Unterdorfstraße 4
(Karte)
Bestehend aus: zweigeschossiges Wohnstallhaus, im Erdgeschoss Quadermauerwerk, gesonderte Scheune hinter dem Wohnhaus, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Hofanlage vermittelt ein anschauliches Bild der ländlichen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im 19. Jahrhundert. Sie belegt die landwirtschaftliche Prägung von Wart und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

100888663BW
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Quellen

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

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