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Liste der Kulturdenkmale in Calw

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In der Liste der Kulturdenkmale in Calw sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Calw im Landkreis Calw in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmal nach Ortsteilen

Altburg

Calw

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

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Wohn- und Geschäftshaus Altburger Straße 1, 1/1
(Karte)
Schmaler dreigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber teilweise verputztes Fachwerk, 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten und beschnitzten Schwellen vorkragend, giebelseitig Zierfachwerk mit geschweiften Andreas- und Fünferkreuzen, Rauten und genasten Bügen, tonnengewölbter Keller, am südlichen Eckständer bezeichnet, 1693 (i)

Das mit reichem Zierfachwerk aufwendig gestaltete Gebäude ist es nicht nur wichtiger Beleg des barocken Wiederaufbaus nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg, sondern prägt auch das Stadtbild in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtkirche in besonderem Maße. Darüber hinaus ist es als Haus des Mesners in charakteristischer Nähe zur Pfarrkirche St. Peter und Paul wichtiger Beleg der Kirchen- und Stadtgeschichte.

1199080
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Wohn- und Geschäftshaus Altburger Straße 2
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Sockel und Teile des Erdgeschosses massiv, ansonsten Fachwerk, Obergeschosse und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, straßenseitig mit V-Formen, geschweiften Andreaskreuzen und genasten Bügen, an der Westseite große Rautenfelder, rundbogiger Kellerabgang zum tonnengewölbter Keller, am Kellerbogen bezeichnet, 1707 (i), Umbau des Erdgeschosses zum Ladengeschäft, 1902 (a)

Das stattliche, nach dem Stadtbrand von 1692 errichtete Gebäude vereinte einst verschiedene Funktionen unter einem Dach: über dem Kellerzugang befanden sich Handwerkerstube bzw. Materialienkammer, das Obergeschoss diente Wohnzwecken, der Dachraum der Vorratshaltung. Es ist als anschaulich überlieferter baulicher Beleg für die Wiederaufbauphase nach der Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg wie auch für die Wohn- und Arbeitsverhältnisse in der Frühen Neuzeit von wirtschafts- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung.

96971524
( Wikidata)

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Ev. Dekanat Altburger Straße 3
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massiver Kellersockel, darüber Fachwerk, Obergeschosse und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten, beschnitzten Schwellen vorkragend, straßenseitig mit V-Formen, geschwungenen Bügen und Rauten, Rundbogeneingang und vorgelagerter einläufiger Freitreppe, zwei tonnengewölbte Keller, nach Plänen des herzoglichen Werkmeisters Johann Ulrich Heim errichtet, 1696, Umbauten 1777 und Mitte 19. Jahrhundert; rückwärtig terrassierter Garten mit Sandsteinstützmauern und Sandsteintreppen; südlich Hofraum

Das stattliche Dekanatshaus hat als charakteristischer und besonders stattlicher Bau der Wiederaufbauphase nach dem Stadtbrand von 1692 hohen Zeugniswert für die Stadtbaugeschichte. Es ist mit seiner Funktion als Dekanat wichtiger Beleg der Kirchen- und Stadtgeschichte. Lage und Gestaltung bringen die besondere Stellung des Dekans in der Stadtgemeinschaft anschaulich zum Ausdruck.

96971526
( Wikidata)

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Gasthaus Zum goldenen Becher Altburger Straße 5
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig Obergeschosse und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten, beschnitzten Schwellen vorkragend, z. T. geschweifte Andreaskreuze in den Fensterbrüstungen des Obergeschosses, rundbogiger, über Freitreppe erschlossener Eingang, kleiner tonnengewölbter Keller, nach 1698

Das nach dem großen Stadtbrand von 1692 errichtete Haus ist mit seinem zeittypischen Fachwerkgefüge eines der für die Calwer Altstadt charakteristischen barocken Bürgerhäuser in prominenter Lage an einer die Stadt in Nord-Süd-Richtung durchziehenden altstädtischen Hauptverkehrsader. Es besitzt nicht nur Zeugniswert für die Wiederaufbauphase um 1700, sondern hat als traditionsreiches Gasthaus auch wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung und erinnert daran, dass Calw als wichtiger Handelsplatz im Tal der Nagold zahlreiche Gasthäuser besaß.

96971527
( Wikidata)

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Gasthaus Zum Ochsen Altburger Straße 6
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig an 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und teilweise profilierten Schwellen vorkragend, Fachwerk überwiegend mit geraden Streben, zwei tonnengewölbte Keller, um 1700; schmiedeeiserner Wirtshausausleger mit vergoldeter Figur eines Ochsen, um 1900

Als anschaulich überliefertes und charakteristisches Beispiel für die Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges um 1700 besitzt das Gasthaus Zum Ochsen einerseits stadtbaugeschichtlichen und als traditionsreiches Gasthaus andererseits wirtschaftsgeschichtlichen Zeugniswert und erinnert daran, dass Calw als wichtiger Handelsplatz im Tal der Nagold einst zahlreiche Gasthäuser besaß.

96971528
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Wohn- und Geschäftshaus Altburger Straße 7
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, hohes massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, über Balkenköpfen und profilierten Schwellen vierfach vorkragend, Erdgeschoss erschlossen über Sandsteintreppe, zwei tonnengewölbte Keller, um 1700, Ladengeschäft mit rahmenden Pfeilern und Tür mit Schmuckvergitterung und Glasoberlicht, 1896

Das Haus dürfte um 1700 entstanden sein und erfuhr 1896 einen Umbau für den Buchbinder Häussler im Stil der Neurenaissance. Als im späten 19. Jahrhundert umgestalteter Bau aus der Wiederaufbauphase nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1692 ist es ein anschauliches Beispiel der Bau- und Stadt- und Wirtschaftsgeschichte von Calw.

96971529
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Wohnhaus Altburger Straße 8
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, über Balkenköpfen dreifach vorkragend, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist baulicher Beleg der vom Handwerk und der Nebenerwerbslandwirtschaft geprägten Geschichte Calws und hat Anteil am historischen Stadtbild an der westlichen der beiden Hauptverkehrsachsen der Stadt.

96971530
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Landjägergebäude Altburger Straße 9
(Karte)
Dann Oberamtsdienergebäude (heute Wohnhaus), schmaler dreigeschossiger Bau in Hanglage mit Satteldach, hohes massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig vierfach über Balkenköpfen vorkragend, an der nördlichen Traufe über beschnitztem Bug am 2. Obergeschoss weit vorkragend, an den Obergeschossen gerade Streben, im Giebel genaste Büge, sehr hohes Sockelgeschoss mit breitem Eingangstor, danebenliegendem Fenster mit vergitterter Belichtungsöffnung und tonnengewölbtem Keller, um 1700

Das schmale Fachwerkhaus wurde wohl um 1700 über einem älteren Keller errichtet und hat damit stadtbaugeschichtlichen Wert für die Wiederaufbauphase nach der weitgehenden Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Zudem ist es als 1873 in den Besitz der Königlich-Württembergischen Staatsfinanzverwaltung gekommener Sitz des Landjägers- und Oberamtsdieners Beleg der Verwaltungsgeschichte der alten Amtsstadt an der Nagold.

96971531
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Wohn- und Geschäftshaus Altburger Straße 10
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Giebel zweifach schwach vorkragend, gleichmäßig gereihte Fenster, tonnengewölbter Keller mit Sandsteinplattenbelag, 18. Jahrhundert

Das bescheidene ehemalige Handwerkerhaus ist baulicher Beleg der Calwer Wirtschafts- und Sozialgeschichte und gehört zu dem die westliche der beiden Hauptverkehrsachsen der Stadt prägenden Baubestand des 18. Jahrhunderts.

96971369
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Wohn- und Geschäftshaus Altburger Straße 11
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit mittigem zweiachsigem Zwerchhaus, massives Erdgeschoss mit Ladeneinbau, darüber Fachwerk, am 1. Obergeschoss alternierende Fenstergiebel und Fenstergesimse, um 1800

Das Gebäude ist ein qualitätvolles Beispiel für die Bürgerhausarchitektur der Stadt Calw im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Es nimmt in seiner Gestaltung die Formensprache der klassizistischen Bauten des Architekten und Hofbaumeisters Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer auf, die dieser für einige der reichen Handelsherren in Calw errichtete.

96971532
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Wohnhaus Altburger Straße 12
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in starker Hanglage, hohes massives Sockelgeschoss mit Eckquaderung und Rundbogeneingang, darüber Fachwerk, Erdgeschoss mit Segmentbogenöffnungen, 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, Zierfachwerkgiebel mit Andreaskreuzen, Rauten und genasten Bügen, drei Rundbogenöffnungen im 2. Giebelgeschoss, kurz nach 1702, Umbau und Erweiterung 1790

Das Gebäude besitzt als besonders stattliches und reich ausgestaltetes, anschaulich überliefertes und charakteristisches Beispiel für die Wiederaufbauphase um 1700 nach den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg hohen architektur- und stadtbaugeschichtlichen Quellenwert. Es belegt den Reichtum, den einige Calwer Patrizier im 18. Jahrhundert durch den Zeughandel erwirtschafteten und der ihnen den zügigen Neu- und Ausbau stattlicher Wohn- und Handelshäuser erlaubte.

96971533
( Wikidata)

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Wohnhaus Altburger Straße 13
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massiver Kellersockel und Erdgeschoss mit Eckquaderung im Südosten, darüber Fachwerk, am Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und beschnitzten Schwellen dreifach vorkragend, Dreiergruppe von Fenstern im 2. Giebelgeschoss, Erdgeschoss erschlossen über zweiläufige Sandsteinfreitreppe des frühen 20. Jahrhunderts, erbaut nach 1692

Der stattliche Bau ist ein anschaulich überliefertes und charakteristisches Beispiel für die Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand von 1692 und besitzt damit hohen stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. Zudem ist er wichtiger Bestandteil des Ensembles barockzeitlicher Bürgerhäuser an der Altburger Straße.

96971534
( Wikidata)

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Wohnhaus Altburger Straße 15
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, hohes massives Erdgeschoss mit Putznutung, darüber Fachwerk, am Obergeschoss über profilierter Schwelle, am Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten, beschnitzten Schwellen vorkragend, Zierfachwerk mit geschweiften Andreaskreuzen, z. T. genasten Rauten und genasten Bügen, am beschnitzten Eckständer bezeichnet, 1695 (i)

Das nach dem großen Stadtbrand von 1692 errichtete Haus besitzt als reich ausgestaltetes, anschaulich überliefertes und charakteristisches Beispiel für die Wiederaufbauphase um 1700 hohen architektur- und stadtbaugeschichtlichen Quellenwert.

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Gebäudegruppe Altburger Straße 17
(Karte)
Bestehend aus: zwei hintereinander gestaffelte Wohnhäuser mit Satteldächern in Hanglage, um 1730; zur Straße eingeschossiger konstruktiver Fachwerkbau über hohem massivem, verputztem Sockel, traufseitiger Eingang über Außentreppe erschlossen, Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend; rückwärts anschließend verputztes eingeschossiges Wohnhaus mit tonnengewölbtem Keller, dieser bezeichnet „MRP 1736“

Die im Verhältnis zu den anderen Häusern an der oberen Altburger Straße bescheidener dimensionierte und die einfacher gestaltete Gebäudegruppe dürfte als Handwerkerhaus mit Stallteil im Sockelgeschoss anzusprechen sein. Damit ist sie baulicher Beleg der von Handwerk und der Nebenerwerbslandwirtschaft geprägten Wirtschafts- und Sozialgeschichte Calws.

96971536
( Wikidata)
Wohnhaus Altburger Straße 19
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, hohes massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, an den Obergeschossen V-Formen in den Brüstungen, Giebel mit genasten Bügen und Rauten, Hauseingang traufseitig am 1. Obergeschoss über seitliche Steintreppe erschlossen, am südlichen Eckständer Hauswappen mit gekreuzten Schlüsseln und den Initialen HG und SG, darunter Spruch „SOLI DEO GLORIA“ (Gott allein die Ehre) und Jahreszahl, 1699 (i)

Das kurz nach dem großen Stadtbrand von 1692 errichtete Haus ist eines der für die Calwer Altstadt charakteristischen barocken Bürgerhäuser in prominenter Lage an einer die Stadt in Nord-Süd-Richtung durchziehenden altstädtischen Hauptverkehrsader. Es besitzt einen hohen architektur- und stadtbaugeschichtlichen Quellenwert und belegt mit seinen stattlichen Dimensionen und der verhältnismäßig aufwendigen Gestaltung die hohe Wirtschaftskraft Calwer Bürger am Ende des 17. Jahrhunderts, die ihnen den Bau großzügiger Wohn- und Arbeitsstätten nach den Verheerungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges erlaubte.

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Wohnhaus Altburger Straße 21
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, hohes massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am 2. Obergeschoss und Giebel V-Formen bzw. Andreaskreuze in den Brüstungen, Giebel mit Drillingsfenster, korb- bzw. rundbogige Eingänge, spätes 17./frühes 18. Jahrhundert

Das aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert stammende Gebäude vereinte verschiedene Funktionen unter einem Dach: Das Erdgeschoss wurde dem Rundbogentor zufolge wirtschaftlich genutzt, darüber folgten Wohngeschosse und der Dachraum diente der Vorratshaltung. Damit ist es ein anschaulich überlieferter baulicher Beleg für die Wiederaufbauphase nach der Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg wie auch der Wohn- und Arbeitsverhältnisse in der Frühen Neuzeit.

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Wohnhaus Altburger Straße 20, 22
(Karte)
Zwei- bis viergeschossiger, teilweise verputzter Bau in starker Hanglage, Satteldach mit zweigeschossigem, spitzgiebligem Zwerchhaus mit zwei rundbogigen Ladeluken, massives Kellergeschoss aus Bruchsteinmauerwerk, massives Hanggeschoss, darüber Fachwerk, allseitig über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, an der Südseite freiliegend, 17. Jahrhundert (wohl 1630 bis 1680)

Der stattliche Bau reicht im Kern in die Zeit vor der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg zurück und gehört damit zum ältesten profanen Baubestand in Calw. Heute zu Wohnzwecken umgebaut, war er früher eine Brauerei, in deren in den Hang gebauten Gewölbekellern das Eis für die Produktion des Biers gelagert wurde. Der imposante Bau ist nicht nur von Bedeutung für die Stadtbaugeschichte, sondern auch für die Wirtschaftsgeschichte von Calw.

96971538

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Wohnhaus Altburger Straße 25/1, 25
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter, aus zwei Baukörpern bestehender, in die Höhe gestaffelter Bau in Hanglage, Satteldächer, massives Sockelgeschoss mit ebenerdigem tonnengewölbtem Keller, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Obergeschoss über Balkenköpfen vorkragend, Zwillingsfenster im Giebel, an der nördlichen Traufseite erschlossen, Innenstruktur größtenteils erhalten, um 1700; vorgelagert kleiner zweigeschossiger Bau mit Flachdach, Erdgeschoss aus Sandsteinquadermauerwerk, 1820 (i), verputztes Fachwerkobergeschoss aufgesetzt, 1893

Das Wohnhaus und das durch einen Weg getrennte, kleine zweigeschossige Werkstattgebäude an der Straße bildeten lange Zeit eine Funktionseinheit, und wurden ursprünglich als Küferwerkstatt mit dahinter liegendem Fasskeller im Haupthaus genutzt. Als Beispiel für das Wohnen und Arbeiten auf einem Grundstück, aber in getrennten Gebäuden im 18. und 19. Jahrhundert ist sie Zeugnis der Calwer Wirtschafts- wie auch der Stadtbaugeschichte der Oberen Vorstadt.

96971540
( Wikidata)

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Wohnhaus Altburger Straße 27
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger Bau in Hanglage mit Satteldach, massives verputzter Erdgeschoss, darüber Zierfachwerk mit V-Formen, geschweiften Andreaskreuzen, genasten Bügen und Rauten, am Giebel dreifach über Balkenköpfen vorkragend, an der südlichen Traufseite erschlossen, im rückwärtigen Teil zwei Keller, 18. Jahrhundert

Das 18. Jahrhundert errichtete Gebäude ist ein für Calw charakteristisches Handwerkerhaus, in dem ein Gewerbebereich im Erdgeschoss und ein Lagerraum im Dachgeschoss mit einem Wohnbereich im 1. Obergeschoss vereinigt sind. Es ist damit ein aussagekräftiges Zeugnis der Calwer Wirtschafts-, Sozial- und Stadtbaugeschichte.

96971541
( Wikidata)

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Wohnhaus Altburger Straße 28
(Karte)
Drei- bis viergeschossiger Bau in starker Hanglage, Satteldach mit zweigeschossigem spitzgiebligem Zwerchhaus mit zwei übereinander liegenden rundbogigen Ladeluken, Keller- und Teile des Erdgeschosses massiv und verputzt, darüber Fachwerk, über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten profilierten Schwellen vorkragend, Zierformen in den Fensterbrüstungen und Giebelfeldern, an der Südwestecke Fenstererker am 2. Obergeschoss, in der Südostecke rundbogiger Abgang zum tonnengewölbten, mit Sandsteinplatten ausgelegten Keller, historische Innenstruktur größtenteils erhalten, vertäfelte Stube mit Stuckleistendecke im Obergeschoss, am Türsturz bezeichnet, 1620 (i) und 1715 (i); an der talseitigen Giebelfassade Anbau mit Satteldach, vor 1835

Das 1715 anstelle eines wohl 1692 im Pfälzischen Erbfolgekrieg abgebrannten Vorgängers über älteren Kellern errichtete Gebäude wurde lange Zeit sowohl als Spinnerei und Zwirnerei als auch für Wohnzwecke genutzt. Als besonders reich ausgestaltetes, anschaulich überliefertes und charakteristisches Beispiel für die Wiederaufbauphase um 1700 belegt es einen gehobenen Anspruch des Erbauers und besitzt hohen wirtschafts- architektur- und stadtbaugeschichtlichen Quellenwert.

96971542
( Wikidata)

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Wohnhaus Altburger Straße 29
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Giebel zweifach vorkragend, zwei tonnengewölbte Keller, 18. Jahrhundert

Im Haus wurde ein gerader Türsturz mit der Jahreszahl 1772 und den Initialen MGW und ACW vermauert, der auf Neu- oder Umbaumaßnahmen hindeutet. Als eines der frühneuzeitlichen Handwerkerhäuser an der Altburger Straße ist das Gebäude wichtiges Zeugnis der Calwer Wirtschafts-, Sozial- und Stadtbaugeschichte.

96971543
( Wikidata)
Wohnhaus Altburger Straße 30
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massiver Kellersockel, darüber Fachwerk, Erdgeschoss an der Südseite über drei Holzstützen weit vorkragend, großer tonnengewölbter Keller, um 1700

Eine Besonderheit an diesem im 19. Jahrhundert umgebauten Haus ist die durch drei Holzstützen abgefangene, starke Vorkragung an der südlichen Traufseite, unter der sich der Abgang zu dem großen tonnengewölbten Keller, der lange Zeit als Weinkeller diente, befindet. Der Bau geht in die Wiederaufbauphase nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1692 zurück und ist ein anschauliches Beispiel der Bau- und Stadt- und Wirtschaftsgeschichte von Calw.

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Wohnhaus Altburger Straße 31
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss aus Sandsteinquadermauerwerk, darüber verputztes Fachwerk, am Giebel zweifach vorkragend, Gewölbekeller, 2. Hälfte 18. Jahrhundert; rückwärtig Werkstattgebäude, kleiner eingeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, ausgemauertes Fachwerk über Sandsteinsockel, frühes 19. Jahrhundert

An der Rückseite des Hauses befindet sich ein Werkstattgebäude aus Fachwerk, das nach Ausweis der Flurkarte der württembergischen Erstvermessung schon 1835 bestanden hat. Die Gebäudegruppe ist ein Beispiel dafür, dass das im 18. Jahrhundert im Haus betriebene Gewerbe im frühen 19. Jahrhundert aus ihm heraus in einen gesonderten Bau verlegt wurde. Damit ist das Anwesen Zeugnis der Calwer Wirtschaftsgeschichte wie auch der Stadtbaugeschichte der Oberen Vorstadt.

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Wohnhaus Altburger Straße 34
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, 1. Obergeschoss und Giebel vorkragend, 18. Jahrhundert

Das im Vergleich zu den Nachbarhäusern sehr schmale und hohe Haus ist im 18. Jahrhundert errichtet worden. Als frühneuzeitliches Handwerkerhaus ist es wichtiges Zeugnis der Calwer Wirtschafts-, Sozial- und Stadtbaugeschichte und belegt wie seine Nachbarn, dass die Obere Vorstadt im 18. Jahrhundert ein von Handwerkern bevorzugtes Wohnquartier war.

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Wohnhaus Altburger Straße 36
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit spitzgiebligem Zwerchhaus an der nördlichen Traufseite, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig am Obergeschoss vorkragend, 18. Jahrhundert

Das Gebäude stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert an der Talseite vergrößernd umgebaut. Es belegt Wohnen und Wirtschaften in der bevorzugt von Handwerkern bewohnten Oberen Vorstadt.

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Beamtenwohnhaus Altburger Straße 74
(Karte)
Drei- bis viergeschossiger verputzter Bau in Hanglage, überstehendes Walmdach mit breiten Giebelgauben, 1. Obergeschoss an der Straßenseite mit Pilastergliederung, Hauseingang mit verschindeltem gestuftem Giebel, 2. Obergeschoss verschindelt, an der Talseite Treppenhaus, in der Mittelachse durch Rundbogeneingang und Rundbogenfenster betont, im Auftrag des Finanzministeriums von Architekt Wieland errichtet, 1922; umzäunter Vorgarten und talseitige Gemüsegärten

Das Beamtenwohnhaus mit umzäuntem Vorgarten und talseitigen Gemüsegärten wurde 1922 nach Plänen des Architekten Wieland vom Bezirksbauamt Calw im Auftrag des Finanzministeriums im damaligen Neubaugebiet östlich des Schlossareals an der ansteigenden Altburger Straße errichtet. In den Geschossen waren jeweils zwei Wohnungen mit vier Zimmern vorgesehen. Das Untergeschoss beherbergte Dienst- und Wohnräume des Landjägers sowie eine weitere Wohnung. Das Haus weist eine anspruchsvolle Gestaltung auf, die dem Heimatschutzgedanken verpflichtet ist und sowohl historisierende Stilelemente als auch moderne expressionistische Formen miteinander verbindet. Das anschaulich erhaltene Gebäude ist von Aussagekraft für den behördlich geleiteten Mietwohnbau des frühen 20. Jahrhunderts im Nordschwarzwald.

96971548BW
Gedenkstein Korn Nähe Altburger Straße 78
(Karte)
Sandsteinblock mit Reliefbüste des Verstorbenen, Bekrönung und Akroterien, auf allen Seiten Inschriften, 1819

Der Gedenkstein für den Ratsverwandten und Rotgerber Johann Gottfried (1763 bis 1819) wurde von dessen ältesten Sohn Christoph Gottfried (1786 bis 1820) im Todesjahr des Vaters gestiftet. Er ist in Anlehnung an römische Vorbilder in Form eines Cippus, d.h. eines Sandsteinblocks mit Bekrönung und Akroterien ausgebildet. Das Denkmal belegt den bürgerlichen Memorialkult in der Zeit des Historismus und hat dabei Bedeutung für die Stadtgeschichte

96971225BW
Wohnhaus Altburger Straße 107
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger Massivbau, steiles Satteldach mit Aufschiebling und Schleppgaubenbändern, verputztes Sockel-/Erdgeschoss, Obergeschoss und Giebel verschindelt, Hauseingang mit Schleppdach über mehrfach abgetreppten Holzkonsolen, von Architekt Ernst Stohrer, Stuttgart, 1927

Das Gebäude wurde 1927 von dem Architekten Ernst Stohrer aus Stuttgart für den Lehrer Eberhard Epple errichtet und ist mitsamt zahlreicher Baudetails anschaulich erhalten. Das Gebäude verbindet traditionelle Formen des Wohnhausbaus im Nordschwarzwald mit modernen Elementen der 1920er-Jahre zu einer gelungenen Synthese. Als gediegen ausgeführtes, gehobenes Wohnhaus jener Zeit ist es Beleg der Architektur- und jüngeren Stadtbaugeschichte von Calw.

96971549BW
Villa Büchsenstein mit Garten Altburger Straße 117
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger Bau mit weit überstehendem Krüppelwalmdach in Hanglage, verputztes Hanggeschoss, Hauptgeschoss verschindelt, Giebel verbrettert, an der Talseite farbig verglaster Eckerker und Erker über Segmentbogen, risalitartig vorspringende Achse mit Pultdach, breite Dachgaube mit Walmdach an der Südseite, bauzeitliche Innenstruktur und Innenausstattung, von Architekt Wilhelm Kohler, 1913

Die Villa im Schwarzwaldhausstil wurde 1913 nach Plänen des Architekten Wilhelm Kohler für den Inhaber der Kratzenfabrik als letztes Haus vor dem Wald in einem großen stark abfallenden Gartengrundstück errichtet. Als auch im Inneren anschaulich erhaltener gehobener Villenbau des frühen 20. Jahrhunderts hat das Gebäude architekturgeschichtliche Bedeutung und belegt zugleich die jüngere Stadtbaugeschichte von Calw, die durch das Ausgreifen der Stadt über die Grenzen der mittelalterlichen Stadtbefestigung auf die Hänge über der Stadt gekennzeichnet ist.

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Gedenkstein für Sophie Horlacher Nähe Am Hof 11
(Karte)
Geb. Zahn, Sandsteinblock mit Traufgesims, Giebelabschlüssen und Eckakroterien, 1827

In einem Waldstück nördlich der Ortslage von Alzenberg steht in der Nähe des Weges nach Hirsau der Gedenkstein für Sophie Horlacher. Auf der Vorderseite ist ganz im Sinne der Zeitströmung der Empfindsamkeit am Anfang des 19. Jahrhunderts ein Spruch des Gatten für seine 1827 verstorbene Frau eingemeißelt. Der Stifter Georg David Horlacher war Postverwalter in Calw und besaß einen Hof in Alzenberg. Ganz in dessen Nähe wurde der klassizistisch gestaltete Gedenkstein als romantisierende Erinnerung an die Ehefrau in den Wald gesetzt. Er ist nicht nur ein charakteristisches Beispiel eines Gedenksteins dieser Zeit, sondern erinnert auch an die für die Calwer und Alzenberger Ortsgeschichte wichtigen Familien Horlacher und Zahn.

97032839BW

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Wohnhaus Am Schießberg 4
(Karte)
Breitgelagerter, dreigeschossiger, verputzter Bau, Krüppelwalmdach mit mittigem dreiachsigem Zwerchhaus, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, rundbogige Haus- und Kellereingänge, an Erd- und 1. Obergeschoss sowie am Zwerchhaus Fensterverdachungen mit Dreiecksgiebeln, großer tonnengewölbter Keller, am Keilstein des Eingangs bezeichnet, 1812 (i)

Der stattliche Bau wurde 1812 außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet und zeigt eine für den Klassizismus des frühen 19. Jahrhunderts charakteristische Formensprache. Er hat Bedeutung für die jüngere Stadtbaugeschichte Calws, die von der Ausdehnung über die Grenzen der Stadtbefestigung hinaus geprägt ist.

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Treppenhaus des Hermann-Hesse-Gymnasiums Am Schießberg 9
(Karte)
1924

Das 1924 nach Plänen des Architekten Friedrich Hausser erbaute Realprogymnasium entwickelte sich durch zahlreiche Um- und Ausbauten zum heutige Hermann-Hesse-Gymnasium. So wurden 1954 Erweiterungspläne des Calwer Stadtbauamts ausgeführt, die den historischen Bau stark veränderten. Das qualitätvoll gestaltete Treppenhaus an der Rückseite blieb jedoch unverändert. Die Erdgeschosshalle mit zwei Wandbrunnen ist durch Stützen aus Nagelfluh mit expressionistischem Dekor charakterisiert. Die zweiläufige Treppe aus Kalkstein ist durch das expressionistisch geformte Eisengeländer mit Holzhandlauf über Steinsockel und dem begleitenden Wandstreifen aus geflammten Kacheln geprägt. Die Architektur des Treppenhauses ist eine moderne Interpretation des überkommenen Typus Treppenhaus mit zweiläufiger Treppe und Halle im Erdgeschoss durch expressionistische Baudetails und Materialien. Es dokumentiert den Schulbau der 1920er-Jahre im Südwesten Deutschlands und belegt das Schaffen des Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser (1875 bis 1963).

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Brühlturnhalle Auf dem Brühl 1
(Karte)
Fachwerkbau mit Ziegelausmauerung über niedrigem massivem Sockel, dreischiffiger Hallenbau mit basilikalem Querschnitt und mit flach geneigten, weit überstehenden Sattel- bzw. Pultdächern, im Norden zur Halle offener Vorbau, Zwerchhausaufbauten, an der Nordostecke Steigturm mit verbretterten Obergeschossen und Zeltdach, im Erdgeschoss große spitzgiebelige Fenster, an Zwerchhaus und Obergaden kleinere, zu Zwillingsöffnungen gruppierte Fenster, im Inneren sichtige Dachkonstruktion, Haupt- und Nebenschiffe durch Holzstützen abgeteilt, nach Plänen des Stadtbaumeisters Werner Auf dem Brühl für die Stadt Calw errichtet, 1869

Der markante Bau an der Auffahrt zur unteren Brücke folgt dem Typus der älteren württembergischen Normalturnhalle, ein Holzfachwerkbau mit basilikalem Querschnitt. Die Calwer Turnhalle ist eines der heute selten erhaltenen Beispiele dieses Bautyps aus der Zeit um 1870 und belegt die Architekturgeschichte dieser Zeit. Mit ihren vielfältigen Nutzungen, u.a. als Kino- und Theatersaal, ist sie auch ein Dokument des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Calw.

96971554
Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs Nähe Auf dem Hohen Fels 8
(Karte)
Hohe Stele aus Sandsteinquadern über Stufen und Plateau aus unregelmäßigen Sandsteinplatten, bekrönt von einer Bronzeschale, nach Entwurf von Oberbaurat Eugen Maeckle, Stuttgart, in leicht veränderter Form ausgeführt durch Stadtbaumeister Burger, 1960

Das Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs - eine weithin sichtbare Sandsteinstele - liegt erhöht über der Stadt in einem natürlich gestalteten Birkenhain Auf dem Hohen Fels. Den Entwurf fertigte 1957 Oberbaurat Eugen Maeckle, Stuttgart. Stadtbaumeister Burger ließ ihn 1960 etwas abgeändert ausführen. Die hohe Stele ist von einer Bronzeschale als Symbol der ewig brennenden Flamme der Erinnerung an die Toten bekrönt. Auf der Zugangsseite weist die Inschrift in Gussbuchstaben “Vergiss sie nicht die Toten” ebenfalls auf dieses Thema hin. Das in seiner Schlichtheit eindringliche Mahnmal ist ein wichtiges Dokument des Totengedenkens im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkriegen wie auch der Ortsgeschichte.

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Wohnhaus Badstraße 2
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, 2. Obergeschoss stark vorkragend, über der Schaufensterfront Holzbalken mit Inschrift “CHW 1693 AMK” und dem Handwerkszeichen der Gerber, vor 1640 (a), 1693 (i)

Das Haus Mitschele gehört zu den ältesten der Stadt und stammt aus der Zeit vor dem Stadtbrand des Jahres 1634. Das Haus besaß ursprünglich ein niedriges Zwischengeschoss über dem hohen Erdgeschoss, das für eine zeitgemäße Nutzung – als Teil der Gasträume des benachbarten Rössles – bei der Sanierung des Jahres 2002 durch Anhebung des ganzen Gebäudes auf eine nutzbare Raumhöhe gebracht wurde. Als eines der ältesten erhaltenen Handwerkerhäuser der Stadt ist es Zeugnis der Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte von Calw.

96971556
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Wohnhaus (Nr. 4) Badstraße 4, 4/1
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit spitzgiebligem Zwerchhaus nach Norden, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an 2. Ober- und Giebelgeschossen vorkragend, Wohngeschoss traufseitig über Außentreppe erschlossen, im Inneren kleiner tonnengewölbter Keller, Türen aus der Zeit um 1700 und dem frühen 19. Jahrhundert, um 1700; rückwärtig angebauter dreigeschossiger Fachwerkbau (Nr. 4/1) mit Satteldach, großer ebenerdiger Gewölbekeller mit Rundbogentor, Wohngeschosse über Außentreppe erschlossen, am Sturz des Kellertors bezeichnet HJN 1777

Das stattliche, nach der Zerstörung Calws 1692 neu aufgebaute Gebäude belegt die hohe Wirtschaftskraft etlicher Bürger am Ende des 17. Jahrhunderts, die ihnen den Bau großzügiger Wohn- und Arbeitsstätten erlaubte. Das Haus ist ein anschaulich überliefertes und charakteristisches Beispiel für die Wiederaufbauphase um 1700.

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Gerberei Balz (heute Gerbereimuseum) Badstraße 7, 7/1
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus (Nr. 7), dreigeschossiger weitgehend verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss aus Sandsteinquadern, segmentbogiger Hofeingang, aus zwei zuvor selbständigen Häusern zusammengeführt durch Weißgerber Wilhelm Balz aus Durlach, 1878; rückwärtiges Gerbereigebäude (Nr. 7/1), dreigeschossiger verputzter Bau, Walmdach mit großen Gauben, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber verputztes Fachwerk, im Erdgeschoss Gerbraum, im 1. Obergeschoss Fellstube, Zuricht- und Messraum, darüber Wohngeschoss (heute Ausstellung), im Dach Lagerräume und Trockenboden, im 3. Geschoss durch einen Übergang mit dem Wohnhaus verbunden, 1799 (a); Inneneinrichtung und Maschinenpark aus der Zeit um 1900

Die heute als Gerbereimuseum betriebene ehemalige Gerberei Balz, die ihren Betrieb 1986 einstellte, ist wichtiges Zeugnis der Calwer Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Als letzte erhaltene Gerberei der Stadt ist sie von hohem Seltenheitswert und dokumentiert zusammen mit der noch funktionsbereiten Ausstattung der Zeit um 1900 die Produktionsabläufe eines solchen Handwerksbetriebs, wie er seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert in den württembergischen Stätten üblich war.

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Wohnhaus Badstraße 8
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Hanglage mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, V-Formen in den Brüstungsfeldern, im Giebel gebogene Streben, für den Zeugmacher Hans Michel Ratgeb neu errichtet nach dem Stadtbrand von 1692

Den Archivalien zufolge ließ der Zeugmacher Hans Michel Ratgeb das Haus nach dem Stadtbrand von 1692 neu errichten. Es ist nicht nur von Bedeutung für die Calwer Stadtbaugeschichte um 1700, es gibt auch Hinweise auf die Sozialtopographie und Wirtschaftsgeschichte der Stadt, ließen sich an der Badstraße doch bevorzugt Handwerker nieder.

96971560
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Wohnhaus Badstraße 12
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an Obergeschossen und Giebel vorkragend, im Inneren kleiner tonnengewölbter Keller, neu errichtet nach dem Stadtbrand von 1692

Es ist überliefert, dass in dem aus der Zeit des Wiederaufbaus nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges stammenden Haus immer wieder Handwerker – darunter Schuhmacher und Hafner – lebten und arbeiteten. Damit ist es von Bedeutung für die Calwer Stadtbaugeschichte um 1700 und dokumentiert zudem die Sozialtopografie und Wirtschaftsgeschichte der Stadt.

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Gerberhaus Badstraße 18
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, im 2. und 3. Giebelgeschoss gebogene Streben und segmentbogige Fenster, für den Gerber Hans Jerg Mayer errichtet, 1705

Das ehemalige Gerberhaus wurde nach den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1705 für Hans Jerg Mayer errichtet, wobei die großzügigen Dimensionen auf einen relativen Wohlstand des Gerbers hinweisen. Die Färber und Gerber siedelten sich wegen des hohen Wasserbedarfs und der Geruchsbelästigung südlich vor der Stadtmauer an der Nagold an. Das Anwesen ist eines der letzten Zeugnisse dieses für Calw einst so wichtigen Handwerks und damit Dokument der Wirtschafts- wie auch der Stadtbaugeschichte.

96971562

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Gewerbliche und kaufmännische Berufsschule Badstraße 19
(Karte)
Verputzter Massivbau auf L-förmigem Grundriss, Satteldächer mit Schleppgaubenbändern und einzelnen Schleppgauben, dreigeschossiger, giebelständiger Hauptbau, rückwärtig anschließender zweigeschossiger, der Biegung der Nagold folgender Anbau, an der Nordwestecke des Hauptbaus niedriger, zweigeschossiger Torbau mit Rundbogenöffnung und Hausmeisterloge, Sgraffitos und Fresken an den Fassaden, nach Plänen des Stadtbaumeisters Haas errichtet, 1950

Die ehemalige gewerbliche und kaufmännische Berufsschule wurde nach Plänen des Stadtbaumeisters Haas 1950 auf einem schon im 18. Jahrhundert bebauten Grundstück zwischen Straße und Nagold errichtet. Der L-förmige verputzte Bau setzt sich aus einem dreigeschossigen giebelständigen Hauptbau und einem zweigeschossigen, in der Flucht zurückgesetzten, der Biegung der Nagold folgenden, Anbau zusammen. Der Schuleingang im Hof ist durch einen niedrigen, zweigeschossigen Torbau mit Hausmeisterloge über romanisierenden Wandpfeilern erreichbar. Im Innern sind für die 1950er-Jahre typische Baudetails, wie Treppe aus Granitstufen mit zweifarbigem Geländer oder die Stahlbetonrippendecken der Flure, die eine plastische Durchgestaltung der langen Gänge bewirken, und schachbrettartig verlegte Linoleumböden im 1. Obergeschoss zu erwähnen. Bemerkenswert ist die künstlerische Ausschmückung, z. B. das Sgraffito des Malers Kurt Weinhold (1896 bis 1965) an der Hofseite des Anbaus von 1952, das die verschiedenen Handwerke symbolisiert und die von dem Holzbildhauer Fritz Roller (geb. 1902) geschnitzte Tür des Haupteingangs mit figürlichen Darstellungen. Das Gebäude dokumentiert die Geschichte des Schulbaus der 1950er-Jahre in einer Kleinstadt im Nordschwarzwald.

96971563

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Mädchenschule (heute Grund- und Werkrealschule) Badstraße 26
(Karte)
Dreigeschossiger Massivbau aus Buntsandsteinquadern mit Satteldach, rustiziertes Erdgeschoss, an den Obergeschossen reich gegliederte Fassade im Stil der Neurenaissance, schmiedeeiserne Anker, straßenseitig dreiachsiger Mittelrisalit mit Zwerchgiebel, in diesem bezeichnet mit 1893 und Stadtwappen, rückseitig Treppenhausrisalit, nach Plänen des Regierungsbaumeisters Schüle errichtet, 1892/93

Die Mädchenschule wurde 1892/93 nach Plänen des Regierungsbaumeisters Schüle im Stil der Neurenaissance auf dem Vorgelände des städtischen Steinbruchs und aus dem dort gebrochenen Steinmaterial errichtet. Der repräsentative historisierende Sandsteinbau setzt einen gestalterisch markanten städtebaulichen Akzent. Die reiche Fassadengestaltung spiegelt die Bedeutung wider, die im späten 19. Jahrhundert den Schulen als Bildungsorten zugemessen wurde. Es ist nicht nur ein Zeugnis für die repräsentative bürgerliche Bauaufgabe Schulhaus, sondern auch wichtiges Zeugnis der Calwer Bildungs- und Sozialgeschichte.

96971565
Brauerei Badstraße 40
(Karte)
Zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach, sehr hohes Erdgeschoss mit drei Rundbogeneinfahrten, über einem Gurtgesims Obergeschoss mit gruppierten Rundbogenfenstern, an der nördlichen Giebelseite Hauseingang mit Putzrustika und Ziergiebel, daneben kleiner tonnengewölbter Keller, zwei große tonnengewölbte Felsenkeller hinter dem Haus, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Der stattliche Bau wurde 1847 als Bierbrauerei des Gottfried Friedrich Bühler bei der Brandversicherung gemeldet. Schon 1856 wurde von Christian Bozenhardt und August Schnaufer in dem Gebäude eine Zündholzfabrik eingerichtet. Ab 1886 wurde das Gebäude als Brauerei Baumann modernisiert. Der gotisierende Hauseingang an der Seite entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammt auch das Treppenhaus. Bemerkenswert sind die zwei großen tonnengewölbten Keller hinter dem Haus, in denen das im Winter gebrochene, zur Bierherstellung und -lagerung notwendige Eis vorgehalten wurde. Das Gebäude ist ein imposanter klassizistischer Massivbau der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit qualitätvollen Veränderungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Er besitzt Bedeutung für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Calws, aber auch für die Architekturgeschichte allgemein.

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Bierbrauerei G. Michael Badstraße 42, 46
(Karte)
Später Julius Dreiss, mit Felsenkellern, wohl nach Plänen des Werkmeisters Werner errichtet, 1870 bis 1874, bestehend aus:
  • Brauerei (Nr. 42), dreigeschossiger Bau, flaches Satteldach, hohes massives Sockel- und Erdgeschoss aus Sandsteinquadern, darüber zwei mit Ziegelmauerwerk ausgemauerte Fachwerkgeschosse, zwei Seitenrisalite mit flachen Satteldächern und Balkonen, an der großen Rundbogeneinfahrt zu den drei Felsenkellern (Eiskellern) hinter dem Gebäude bezeichnet, 1870 (i);
  • Wirtschaftsgebäude (Nr. 46), dreigeschossiger Bau, flaches Walmdach, hohes massives Erdgeschoss aus Sandsteinquadern mit Rundbogenöffnungen, darüber zwei mit Ziegelmauerwerk ausgemauerte Fachwerkgeschosse, breiter Mittelrisalit mit Satteldach, im Erdgeschoss Pferdestall und Remise, im 2. Obergeschoss großer Wirtshaussaal (Saalbau Weiß), 1874 (i)

Die beiden Gebäude, Brauerei und Wirtschaftsgebäude, wurden 1870 bis 1874 an der Badstraße wohl nach Plänen des Werkmeisters Werner errichtet. Die topografische Situation erlaubte den Bau von Felsenkellern für die Lagerung des gebrauten Biers. Im 2. Obergeschoss von Nr. 46 war der große Wirtshaussaal (Saalbau Weiß) untergebracht, in dem früher Theateraufführungen stattfanden. Der stattliche Komplex dokumentiert anschaulich einen großen Brauereibetrieb der Gründerzeit und ist von hoher Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte und das gesellschaftliche Leben in Calw in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Kantinen- und Wohngebäude der Höheren Handelsschule Calw (Spöhrer-Schule) Badstraße 54
(Karte)
Zweigeschossiger Backsteinbau mit Gliederungselementen aus Sandstein und farbigen Ziegeln über niedrigem Sandsteinsockel, Satteldach, zwei Seitenrisalite mit steilen Giebeln und Loggia im 1. Obergeschoss, im Inneren großer Speisesaal mit Gusseisenstützen, Vertäfelung und bauzeitlicher Innenausstattung, nach Plänen des Werkmeisters Bezler für die Direktoren Carl Spöhrer und Gustav Weber errichtet, 1891/92; eingeschossiger Küchenanbau mit abgeschrägter Ecke und hohem Kamin, nach Plänen des Architekten Deichsel, 1903

Das lang gestreckte Gebäude im Stil der Neurenaissance bildet einen markanten städtebaulichen Abschluss der Badstraße. Es wurde 1891/92 nach Plänen des Werkmeisters Bezler als Kantinen- und Wohngebäude für Carl Spöhrer errichtet, der 1875 in Calw eine Höhere Handelsschule gegründet hatte. Unter dem späteren Schulrektor Gustav Weber wurde 1903 im gleichen Stil nach Plänen des Architekten Deichsel ein eingeschossiger Küchenanbau mit dekorativem romanisierendem Kamin angebaut. Der Bau ist ein anschaulich erhaltenes Beispiel eines privaten Schul- und Internatsbaus vom Ende des 19. Jahrhunderts und belegt einen wichtigen Aspekt der Calwer Stadtgeschichte, war die Spöhrer-Schule doch über Landesgrenzen hinaus bekannt und renommiert und zog Schüler aus dem In- und Ausland an.

96971569

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Gasthaus Zum Waldhorn Bahnhofstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger, dreiflügeliger verputzter Bau mit Walmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig neunachsige Fassade mit hochrechteckigen Fenstern, Stockwerksgesimse, Mittelrisalit mit abgewalmtem Dach und rustiziertem Eingang, Schleppgauben mit Dreiecksgiebeln, an der Nordseite dreiachsiges Zwerchhaus, nach Plänen des Stuttgarter Hofbaudirektors Reinhard Ferdinand Fischer errichtet, kurz vor 1781, an der Nagoldseite dreigeschossiger Bau mit Flachdach angefügt, spätes 19. Jahrhundert; bauzeitlicher, schmiedeeiserner Wirtshausausleger

Das Gasthaus Zum Waldhorn an der Nikolausbrücke bestand schon im frühen 18. Jahrhundert. Nach zwei Bränden in den Jahren 1802 und 1984 wurde es jeweils neu aufgebaut. Seine Bedeutung und Funktion als alter Gasthof manifestiert sich in der repräsentativen Gestaltung und im großen Bauvolumen im Vergleich zur umliegenden Bebauung. Zusammen mit dem gegenüberliegenden Haus Bischofstraße 1 bildete es den westlichen Stadteingang, floss doch einst der aus Richtung Stuttgart und Heckengäu kommende Verkehr zwischen diesen beiden Gebäuden über die Nikolausbrücke nach Calw hinein.

96971570
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Gasthaus Zum Lamm Bahnhofstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, niedriger massiver Sockel, Giebel über Balkenköpfen und profilierten Schwellen zweifach vorkragend, für Veit Lutz errichtet, nach 1692; nach Süden zweigeschossiger etwas niedrigerer Querbau mit Krüppelwalmdach, um 1800

Das nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges wiederaufgebaute Gasthaus Zum Lamm dokumentiert die Calwer Wirtschafts-, Sozial- und Stadtbaugeschichte. Mit seiner einstigen Funktion als Badstube ist es auch Zeugnis der Alltagskultur in der Früher Neuzeit. Es erinnert an die früher vielerorts vorhandenen, heute aber nur noch selten überlieferten Einrichtungen dieser Art, die nicht nur der Körperhygiene, sondern auch der medizinischen Versorgung dienten.

96971571
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Wohnhaus Bahnhofstraße 7
(Karte)
Schmaler dreigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an 2. Obergeschoss und Giebel schwach vorkragend, Fratzenkopf mit herausgestreckter Zunge am nördlichen Eckpfeiler im Erdgeschoss, überdachte Aufzugsluke im Giebel, nach 1692

Das nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges zurückversetzt von der Bischofstraße errichtete Haus ist als Wirtschaftsgebäude des Gasthauses Zum Lamm (Bahnhofstraße 5) ein Dokument der Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte. Bemerkenswert ist der Fratzenkopf mit herausgestreckter Zunge am nördlichen Eckpfeiler im Erdgeschoss, der aus einem anderen Zusammenhang (vielleicht von einem Stadttor oder aus dem Kloster Hirsau?) stammt und die Schmuckfreude und Steinmetzkunst des 17. Jahrhunderts belegt.

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Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstraße 11
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau, dem Straßenverlauf folgende abgeknickte Fassade, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an Obergeschossen und Giebel vorkragend, Eckstuben im 1. und 2. Obergeschoss an Fensterstellung ablesbar, im Inneren tonnengewölbter Keller, nach 1692

Das Haus entstand in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg und hat städtebauliche Bedeutung als Teil einer in diese Phase der Stadtbaugeschichte zurückreichenden Häuserzeile an der Ostseite der Bahnhofstraße in der ehemaligen Bischofs-Vorstadt rechts der Nagold. Auffallend ist die dem Straßenverlauf folgende abgeknickte Fassade, die auf eine Engstelle in der Straße reagierte.

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Arzthaus Bahnhofstraße 26
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit weit vorstehendem Satteldach, Stockwerkgesims, dreiseitiger Erker an der Südseite, Putzquaderung an Ecken und Erker, am Erdgeschoss Bogenbekrönungen über den Fenstern, Ende 19. Jahrhundert, überformt 1926

Das Haus wurde 1926 von dem Stuttgarter Architekten Karl Scheu für den Zahnarzt Dr. Rieg als einfacher Bau des ausgehenden 19. Jahrhunderts um eine Zimmerbreite nach Süden verlängert und völlig überformt. Im Kellergeschoss ist bemerkenswert, dass dem eigentlichen Haus ein tonnengewölbter Keller vorgelagert ist. Hier wurden großformatige Steine und eine Halbsäule verbaut, die evtl. aus Hirsau stammen könnten. Das Gebäude folgt der traditionellen Moderne der 1920er-Jahre, die historische Motive aufgreift und frei verwendet. Modern ist der asymmetrische Aufbau. Das Gebäude ist ein qualitätvolles Beispiel der Architektur dieser Zeit, die auch in vielen Baudetails außen und innen ablesbar ist.

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Kath. Stadtpfarrkirche St. Josef Bahnhofstraße 52
(Karte)
Saalkirche mit eingezogenem Chor, Satteldach mit Dachreiter über der Giebelfassade, Ziegelmauerwerk, Gliederung durch zweifach abgetreppte Strebepfeiler und Sohlbankgesims, Spitzbogenfenster, erbaut nach Plänen von Julius Müller, 1884 bis 1886

Die kath. Stadtpfarrkirche St. Josef wurde 1884 bis 1886 nach Plänen des Architekten Julius Müller, Schwäbisch Gmünd, vor allem für die italienischen Bahnarbeiter im neugotischen Stil errichtet. Sie setzt einen gewichtigen städtebaulichen Akzent in der Bahnhofstraße. Der kapellenartige Bau veranschaulicht auch die Diasporasituation der katholischen Kirche im pietistisch geprägten Calw. Aufgrund von Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg wurde der Innenraum 1952 durch den Architekten Burger aus Calw und Prof. Karl Josef Huber aus München völlig umgestaltet. Unter anderem wurde die schadhafte Holztonnendecke durch eine Holzkassettendecke ersetzt, was den historischen Raumeindruck völlig veränderte. Als im Stadtbild sichtbarer Beginn der katholischen Stadtpfarrei in Calw ist die Kirche wichtiger Beleg der Stadtbau- und die Kirchengeschichte.

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Villa Spöhrer mit Garten Bahnhofstraße 54
(Karte)
Zweigeschossiger Backsteinbau über Sandsteinsockel mit Walmdach, Sandsteingliederung, Eckturm mit Zeltdach an der Südostseite, kleineres Erkertürmchen mit Spitzhelm an der Nordostseite, Erker im Hauptgeschoss, Garten mit Eisenzaun auf Sandsteinsockel, nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker für den Direktor der Höheren Handelsschule Spöhrer erbaut, 1896

Die Villa mit Garten wurde 1896 für den damaligen Direktor der Höheren Handelsschule Spöhrer gegenüber den (heute weitgehend verschwundenen) Schulgebäuden auf der anderen Nagoldseite, die durch die neue Brücke leicht erreichbar waren, errichtet. Das im Stil der Neurenaissance errichtete Gebäude ist ein typischer Villenbau der Zeit um 1900 im historisierenden Stil. Eine besondere Bedeutung erhält er durch den Bauherrn Carl Spöhrer, der in den 1870er Jahren in Calw eine Höhere Handelsschule gründete, die sich zu einem umfangreichen Schul- und Internatskomplex entwickelte und einen hervorragenden Ruf im In- und Ausland erwarb.

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Färberhaus Beim Weinsteg 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Strebepfeilern nach Süden und rund- bzw. segmentbogigen Tür- und Fensteröffnungen, darüber Fachwerk, als „schwarzes Farbhaus“ erbaut vor 1712 (a), nach Norden eingeschossiger massiver Anbau mit Satteldach, als Gebäude mit einem Kalzinierofen zur Herstellung von Pottasche angebaut, 1748 (a)

Das an der Nagold vor der Stadtmauer stehende Haus wird erstmals 1712 in den Quellen als „schwarzes Farbhaus“ mit Schwefelstube genannt. Die Färber siedelten sich – wie auch die Gerber und andere geruchs- und wasserintensive Gewerbe – bevorzugt in der Nähe der Nagold an. Das einstige Färberhaus belegt das in Calw in der Frühen Neuzeit überaus wichtige Handwerk der Tuchproduktion und -veredlung und ist von hoher Bedeutung für die Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte.

96971578
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Wohn- und Geschäftshaus Biergasse 1
(Karte)
Dreigeschossiger giebelständiger Stockwerksbau in verputztem Fachwerk, Dach und zweites Obergeschoss vorkragend, über älterem Keller neu errichtet, um 1700, Dachstuhl mit noch älteren Teilen, Straßenfassade überformt im 19. Jahrhundert

Das Gebäude wurde wahrscheinlich um 1700 über einem älteren Keller aufgebaut und im 19. Jahrhundert gemäß dem Zeitgeschmack überformt. Damit hat es Bedeutung sowohl für die Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges wie auch für die jüngere Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Biergasse 3
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Mansarddach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, über Balkenköpfen an Obergeschoss und Giebel vorkragend, im Inneren zwei tonnengewölbte Keller, 18. Jahrhundert

Das im 18. Jahrhundert errichtete Gebäude ist mit seinem zeittypischen Fachwerkgefüge mit Vorkragungen sowie Andreaskreuzen und V-Formen in den Brüstungsfeldern eines der für die Calwer Altstadt charakteristischen frühneuzeitlichen Bürgerhäuser. Wahrscheinlich wurde es nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges über den Kellern zweier Vorgängerbauten erstellt und ist damit wichtiger Beleg der Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Biergasse 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Sockel- und Erdgeschoss mit abgeschrägter Ecke, Keller und Werkstattzugang sowie breiter (modern veränderter) Torfahrt, Obergeschoss und Giebel Fachwerk mit Vorkragungen, im Giebelspitz Aufzugsluken, im Giebel reiches Zierfachwerk mit Andreaskreuzen und Nasen (von innen sichtbar), um 1700

Das Gebäude vereinte einst verschiedene Funktionen unter einem Dach: über dem Keller befanden sich Handwerkerstube bzw. Materialienkammer, das Obergeschoss diente als Wohngeschoss, der Dachraum der Vorratshaltung. Es belegt aber nicht nur die Wohn- und Arbeitsverhältnisse in der Frühen Neuzeit, sondern ist auch ein anschaulich überlieferter baulicher Beleg für die Wiederaufbauphase nach der Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg.

96971580
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Wohnhaus Biergasse 7
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Eck- und Hanglage, Satteldach mit Zwerchhäusern an Südwest- und Südostecke, abgeschrägte, dem Straßenverlauf folgende Fassade, massiver Kellersockel mit Putzrustika und rundbogigen Kellerabgängen, darüber Fachwerk mit geschwungenen Bügen, am 2. Obergeschoss und am Südgiebel über Balkenköpfen, Knaggen und profilierten Schwellen vorkragend, zwei große tonnengewölbte Keller, am Kellergewände bezeichnet 1596 N C, über den älteren Kellern neu errichtet, um 1700

Das Gebäude stammt im Kern aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem großen Stadtbrand von 1692, erhielt seine heutige Gestalt aber durch einen vergrößernden Umbau des frühen 20. Jahrhunderts. Mit den großen Wein- und Bierkellern und der einstigen Nutzung als Bäckerei und Gasthaus ist es zudem ein Dokument der Calwer Wirtschaftsgeschichte.

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Wohn- und Geschäftshaus Biergasse 8
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Sockel aus Buntsandstein, darüber Fachwerk, an 2. Obergeschoss und Giebel straßenseitig vierfach über Balkenköpfen vorkragend, am 2. Obergeschoss (geschweifte) Andreaskreuze in den Fensterbrüstungen, Drillingsfenster im Giebel, im rückwärtigen Teil kleiner tonnengewölbter Keller, um 1700, Straßenfassade im Erd- und 1. Obergeschoss umgeformt, nördliche Hausecke und mittiger Hauseingang durch Kolossalpilaster betont, Blechbaldachin am Eingang, Fenster am 1. Obergeschosses zu Zweiergruppen zusammengefasst, z. T. mit kannelierten Säulchen mit Knospenkapitellen, Ende 19. Jahrhundert

Das Gebäude stammt im Kern aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem großen Stadtbrand von 1692. Mit seiner qualitätvollen und dekorativen Überformung im Stil des Historismus ist der Bau, der lange Zeit als Metzgerei genutzt wurde, ein anschaulich überliefertes Zeugnis der Bau-, Stadt- und Wirtschaftsgeschichte von Calw.

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Wohn- und Geschäftshaus Biergasse 9
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Sockel aus Buntsandstein, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen, kielbogig abgefasten und profilierten Schwellen vorkragend, Zwillingsfenster im Giebel, im hinteren Teil kleiner tonnengewölbter Keller, der zum Teil an der Südwestseite über den Hausgrundriss hinausgeht, erbaut wohl von der Gerberfamilie Bozenhardt, 1700, Modernisierung und Ladeneinbau durch Wagnermeister Stüber, 1898/99

Das mächtige Fachwerkhaus wurde nach dem Stadtbrand von 1692 für die Gerberfamilie Bozenhardt wieder aufgebaut. Die stattlichen Dimensionen belegen den Reichtum der Bauherren. Mit seinen Nutzungen als Gerberhaus und später als Gemischtwarenladen ist es ein Dokument der Calwer Wirtschaftsgeschichte.

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Gasthaus Zur Jungfer Biergasse 10
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss aus Buntsandsteinquadern mit großer Torfahrt, darüber Fachwerk, an 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig abgefasten Schwellen mit Klötzchenfries vorkragend, rund- und segmentbogige Öffnungen im Giebel, 1698; Wirtshausausleger, Schmiedeeisen, im Schild Jungfer mit Glas, Schlüssel und Hobel, 1919 (i); hinter dem Gebäude drei Nebengebäude, darunter Nr. 10a großer tonnengewölbter (Bier-)Keller, Nr. 10b zwei kleinere tonnengewölbte Keller (1756 i)

Das Gasthaus Zur Jungfer prägt mit seiner beeindruckenden Größe und dem reichen Zierfachwerk am Giebel das Straßenbild der Biergasse. Zusammen mit den zugehörigen (Bier-)Kellern dokumentiert das stattliche Anwesen die hohe Bedeutung der Gasthöfe im städtischen Leben. Der Bau aus der Wiederaufbauphase nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1692 ist ein anschaulich überliefertes Zeugnis der Stadtbau-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte von Calw.

1199096
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Haus Reichert Bischofstraße 1
(Karte)
Handels- und Wohnhaus auf U-förmigem Grundriss, zweigeschossiger, elfachsiger verputzter Bau mit zwei ein- bzw. zweigeschossigen Anbauten zur Nagold, Walmdächer mit Zwerchhäusern, Mitte der Straßenfassade betont durch dreiachsigen Risalit mit bandrustiziertem Erdgeschoss und rundbogiger, von Doppelpilastern flankierter Torfahrt, im Inneren Teile der bauzeitlichen Ausstattung erhalten, u.a. kreuzgratgewölbter ebenerdiger Keller, Treppenhaus mit Holz belegter, dreiläufiger Steintreppe mit Eisengeländer, im 1. Obergeschoss kleiner Gesellschaftssaal mit Kachelofen und Stuckdekoration, Türen, für den Handelsmann und Gerichtsverwandten Jakob Friedrich Hasenmayer nach Plänen des Stuttgarter herzoglichen Hofbaudirektors Reinhard Ferdinand Fischer auf dem Gelände des ehemaligen Spitals in der äußeren Vorstadt rechts der Nagold errichtet, 1790/91 (i)

Der repräsentative zweigeschossige Zweiflügelbau wurde 1790/91 für den Bürgermeister, Handelsmann und Gerichtsverwandten Jakob Friedrich Hasenmayer nach Plänen des Stuttgarter herzoglichen Hofbaudirektors Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer auf dem Gelände des ehemaligen Spitals in der äußeren Vorstadt rechts der Nagold errichtet. Die Hauptfassade ist durch einen dreiachsigen Mittelrisalit mit Zwerchhaus und Walmdach akzentuiert. Dies wird jedoch noch unterstrichen durch die von Doppelpilastern vor einer Streifenrustika gerahmte Toreinfahrt mit reich geschnitzter Tür.

Das Erdgeschoss wurde umgebaut, weist aber im 1. Obergeschoss eine herausragende Innenausstattung auf, die der Hofstuckateur Hetzel ausführte, u.a. einen Gesellschaftssaal mit Kachelofen aus der Erbauungszeit und Stuckdekorationen im Stil Louis-seize. Der stattliche Bau ist von herausragender architekturhistorischer Bedeutung für Calw und als Sitz eines der bedeutenden Calwer Handelsherren von hoher Bedeutung für die Calwer Wirtschafts-, Sozial- und Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Bischofstraße 26
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig über Balkenköpfen fünffach vorkragend, im Giebel Ladeluke und Kran, traufseitig erschlossen, kleiner tonnengewölbter Keller, 18. Jahrhundert

Das stattliche Fachwerkhaus ist Auftakt einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsitzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße. Das strenge konstruktive Fachwerk und die reiche Durchfensterung weisen das Haus als einen Bau des 18. Jahrhunderts aus.

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Wohnhaus Bischofstraße 28
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives, teilweise rustiziertes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig über Balkenköpfen vierfach vorkragend, V-Formen in den Fensterbrüstungen, im Giebel (zum Fenster umgebaute) Ladeluke, 18. Jahrhundert; rückwärtig angebaute Scheune mit Satteldach

Das stattliche Fachwerkhaus ist Bestandteil einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsitzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße. Das strenge konstruktive Fachwerk und die reiche Durchfensterung weisen das Haus als einen Bau des 18. Jahrhunderts aus. Erwähnenswert ist die rückwärtige Scheune, die belegt, dass die Bewohner einst neben ihrem Handwerk eine Landwirtschaft betrieben.

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Wohnhaus Bischofstraße 32
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit segmentbogiger Tür, darüber Fachwerk, am 1. Obergeschoss über profilierter Schwelle, am 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, im Giebel (zum Fenster umgebaute) Ladeluke, im rückwärtigen Teil tonnengewölbter Keller, vom Zeugmacher Hans Leonhard Zeiller errichtet, um 1700

Das stattliche Fachwerkhaus ist Teil einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsetzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße.

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Wohnhaus Bischofstraße 34
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, teilweise in Buntsandsteinquadern, darüber Zierfachwerk mit geschweiften Andreaskreuzen und genasten Bügen, an Obergeschossen und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und Schwellen mit Klötzchenfries vorkragend, Fenstererker am 1. und 2. Obergeschoss, am Eckständer bezeichnet, 1698 (i)

Das stattliche Fachwerkhaus ist Teil einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsitzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße. Der mit einer Inschrift auf 1698 datierte Bau ist ein Zeugnis der Wiederaufbauphase nach der weitgehenden Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg.

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Wohnhaus Bischofstraße 38
(Karte)
Dreigeschossiger, weitgehend verputzter Bau mit Satteldach, Sockel aus Buntsandsteinquadern, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel dreifach über Balkenköpfen und profilierten bzw. beschnitzten Schwellen vorkragend, Fenstererker am 2. Obergeschoss, Aufzugsluke im Giebel, um 1700

Das Fachwerkhaus ist Teil einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsitzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße. Das kurz nach der weitgehenden Zerstörung der Stadt 1692 errichtete Haus ist zusammen mit den Nachbargebäuden Zeugnis der Architektur- wie auch der Stadtbaugeschichte von Calw.

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Wohnhaus Bischofstraße 40
(Karte)
Drei-, ursprünglich zweigeschossiger, weitgehend verputzter Bau mit Satteldach, Sockel aus Buntsandsteinquadern, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, um 1700, nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker um ein Geschoss erhöht, 1896; rückwärtig Scheunenanbau mit Mansarddach

Das Fachwerkhaus ist Teil einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsitzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße. Das kurz nach der weitgehenden Zerstörung der Stadt 1692 errichtete Haus ist mit der rückwärtig angebauten Scheune, die belegt, dass die Bewohner einst neben ihrem Handwerk eine Landwirtschaft betrieben.

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Wohnhaus Bischofstraße 44
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und Teile des 1. Obergeschosses in Buntsandsteinmauerwerk, ansonsten Zierfachwerk mit geschweiften Andreaskreuzen, genasten Bügen und Rauten, an 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen mit Klötzchenfries vorkragend, (zum Fenster veränderte) Aufzugsluke im Giebel, um 1700

Das Fachwerkhaus ist Teil einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsitzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße. Das Haus wurde kurz nach der weitgehenden Zerstörung der Stadt 1692 errichtet.

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Palais Fischer Bischofstraße 48
(Karte)
Wohn- und Handelshaus, dreigeschossige Dreiflügelanlage mit Mansarddach, Erdgeschoss mit Bandrustika, vertikale Eckquaderung, dreiachsiger Mittelrisalit mit abgewalmtem Zwerchhaus und Rundbogeneingang mit gesprengtem Giebel, Risalit und Beletage mit Lisenengliederungen, Stockwerksgesimse, Fenster in der Beletage durch Bogenbekrönungen mit Vasen und Brüstungsfelder mit Stoffgehängen betont, historische Innenstruktur und Teile der bauzeitlichen Innenausstattung erhalten, u.a. stuckierter Musiksalon und vollständig ausgemalte Landschaftszimmer, vom Stuttgarter Hofarchitekten Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer für Johann Martin Vischer, führender Kaufmann der Calwer Floß- und Handelskompagnie, errichtet, 1787 bis 1791

Das imposante Wohn- und Handelshaus wurde 1787 bis 1791 von dem Stuttgarter Hofarchitekten Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer für den Leiter der Calwer Floß- und Handelskompagnie zwischen Nagold und Felshang als Zweiflügelanlage errichtet. Von der anspruchsvollen Innenausstattung der Räume sind in der Beletage der Musiksalon mit originalem Stuck und das vollständig ausgemalte Landschaftszimmer hervorzuheben. Das im Stil Louis-seize errichtet palaisartige Gebäude ist ein bedeutendes Werk des Hofbaumeisters Fischer. Es ist im Gegensatz zu anderen Bürgerhäusern des Architekten noch mit der Stuckdekoration der Außenfassaden erhalten, die 1963 originalgetreu erneuert wurde. Der Bauherr, der den Architekten wohl von dem Bau des Calwer Hauses in Stuttgart, einer Niederlassung der Calwer Kompagnie von 1776, bekannt war, ließ stolz seine Initialen “JMV” auf der Vase über dem Eingangsportal verewigen. Das Selbstbewusstsein des reichen Unternehmers, der sich durch die repräsentative Architektur und Ausstattung mit dem Adel auf eine Stufe stellt, ist in diesem qualitätvollen Gebäude manifestiert.

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Steinhaus Bischofstraße 52
(Karte)
Wohn- und Handelshaus, drei-, ursprünglich zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit zwei Querhäusern, Keller- und Erdgeschoss mit Eckquaderung und drei (teilweise zugesetzten) Rundbogentoren, am Obergeschoss breite mehrfach unterteilte Fenster mit (heute verschlossenen) Oberlichtern in der Mittelachse, tonnengewölbter Keller, im südlich rückwärtig angebauten zweigeschossigen Häuschen im Erdgeschoss eine Loggia mit Holzsäulen; für den Kompagnieverwandten Johannes Schill, Mitbegründer der Calwer Handelskompagnie errichtet, 1694 (i), für Johann Martin Schill um ein Stockwerk erhöht, 1801, Modernisierung 1758 und 1860 (i)

Das Steinhaus wurde 1694 zunächst als zweigeschossiges Gebäude für den Kompagnieverwandten Johannes Schill, Mitbegründer der Calwer Handelskompagnie, in Anlehnung an Südtiroler Häuser, die er von seinen Geschäftsreisen her kannte, rechts der Nagold außerhalb der befestigten Stadt errichtet. Johann Martin Schill setzte 1801 einen Stock darauf. Das Haus ist in der historisch gewachsenen Struktur und in vielen Details erhalten. Hermann Hesse war oft in dem Steinhaus, da der Bruder seiner Mutter, Friedrich Gundert, hier wohnte. Das imposante Anwesen ist sichtbarer Ausdruck des Wohlstands einer Kaufmannsfamilie, die der Calwer Kompagnie angehörte. Zudem dokumentiert es die Einflüsse südtiroler Baukunst, die durch Handelsbeziehungen ermöglicht wurden.

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Wohnhaus Bischofstraße 56
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit mittigem spitzgiebligem Zwerchhaus und flankierenden Giebelgauben, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, 1860

Das ursprünglich verputzte Fachwerkhaus wurde 1860 auf einem Gartengrundstück errichtet und an das Haus Nr. 58 angebaut. Der siebenachsige Bau ist streng symmetrisch aufgebaut. Die Mitte wird durch den hohen Hauseingang und das dreiachsige Zwerchhaus mit begleitenden Dachhäusern betont. Das konstruktive Fachwerk des Gebäudes wurde 1977 freigelegt. Das Gebäude ist in den ausgewogenen Proportionen, dem symmetrischen Aufbau und den zurückhaltenden Baudetails ein typischer Bau des Spätklassizismus. Mit seinem breit gelagerten Baukörper nimmt es eine Sonderstellung innerhalb der langen Reihe der überwiegend giebelständigen barocken Bürgerhäuser an der Bischofstraße ein.

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Wohnhaus Bischofstraße 58
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Mansarddach, Sockel und Teile des Erdgeschosses in Buntsandstein, ansonsten Fachwerk, 2. Obergeschoss über Balkenköpfen weit vorkragend, im Giebel (zum Fenster veränderte) Ladeluke, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus ist Teil einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsitzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße.

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Wohnhaus Bischofstraße 60
(Karte)
Viergeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Erd- und 1. Obergeschoss in Buntsandsteinquadern, darüber Fachwerk, am 3. Obergeschoss über Balkenköpfen vorkragend, Andreaskreuze in den Fensterbrüstungen, im Giebel (zum Fenster veränderte) Ladeluke, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, einachsiger dreigeschossiger Anbau mit Pultdach an der Südseite, frühes 19. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus ist Teil einer langen Reihe historischer Bauten an der östlichen Bischofstraße, die alle massive, in den steil ansteigenden Hang gebaute Sockel besitzen. Diese dienten nicht nur der Ausübung des Handwerks, der Vorrats- oder Tierhaltung, sondern schützten auch das darüber aufsitzende Fachwerk bei Hochwasser, denn die Nagold trat bis zu ihrer Korrektur in den 1950er-Jahren immer wieder über die Ufer und überflutete Bischof- und Lederstraße.

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Gasthaus Zur Sonne Bischofstraße 62
(Karte)
Dreigeschossiger, zwölfachsiger, teilweise verputzter Bau mit spitzwinklig zulaufender Nordwestecke (wegen des Treppenaufgangs zum Kapellenberg), Satteldach mit mittigem, spitzgiebligem Zwerchhaus, Erdgeschoss in Bruchsteinmauerwerk aus Buntsandstein mit Eckquaderung und rundbogigen Eingang bzw. Torfahrt, darüber konstruktives Fachwerk, an der Nordwestecke über Steinkonsole vorkragend, Andreaskreuze in den Fensterbrüstungen, Haustür aus der 1. Hälfte 19. Jahrhundert mit schmiedeeisernem Gitter mit den Initialen FS im Oberlicht, als Gasthaus Zur Sonne von Johann Jakob Keller errichtet, 1773

Das Gebäude wurde 1773 als Wirtschaft Zur Sonne von Johann Jakob Keller errichtet. Zusammen mit der Sonnenwirtschafts-Gerechtigkeit erwarb es schon 1774 Josef Zahn, Teilhaber der Zeughandelskompagnie. In ihm wohnten verschiedene Mitglieder der Familie, u.a. der Arzt Johann Georg Zahn und der Landtagsabgeordnete und Schriftsteller Christian Jacob Zahn. Nach seinem Tod 1830 erwarb die Schönfärber-Familie Federhaff das Gebäude. Später gelangte es an die Firma Schill und Wagner und die Vereinigten Deckenfabriken.

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Villa Schmid mit Garten Bischofstraße 66
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit flachem Walmdach, am Hauptgeschoss konchenförmiger Wintergarten und schmale Veranda, an der nördlichen Schmalseite ein um die halbe Hausbreite zurückgesetzter Flachdachbau angefügt, bauzeitliche Innenausstattung, von der Architektengemeinschaft Eisenlohr und Pfennig aus Stuttgart für den Fabrikanten Herrmann Schmid errichtet, 1929

Die von der Straße zurückliegende, durch eine Zufahrt erreichbare Villa wurde 1929 nach Plänen der Architektengemeinschaft Eisenlohr und Pfennig aus Stuttgart für den Fabrikanten Herrmann Schmid errichtet, der zusammen mit seinem Bruder Carl die Calwer Baumwollspinnerei leitete. Das Haus ist in den klaren gegeneinandergesetzten Baukörpern Ideen des Bauhauses verpflichtet, nur das flachgeneigte Walmdach ist ein Zugeständnis an die Umgebung. Die Villa dokumentiert eine Architekturströmung, die der modernen Sachlichkeit verpflichtet ist und von kontrastvollen, gegeneinander gesetzten Baukörpern und Formen lebt, denen eine strenge Formensprache eigen ist. Die bauzeitliche qualitätvolle Innenarchitektur ist noch vollständig erhalten. Das Gebäude ist als Fabrikantenvilla der 1920er-Jahre in sachlichen Bauformen im ländlichen Bereich errichtet.

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Ehem. Badischer Hof Bischofstraße 70
(Karte)
1835 und 1950er Jahre, vermutlich 2025 abgerissen 96971599BW
Kath. Heilig-Kreuz-Kirche Bozener Straße 38
(Karte)
Betonrasterbau ist über längsrechteckigem Grundriss, Zwischenflächen durch unregelmäßiges Sandsteinmauerwerk ausgefacht, Belichtung durch umlaufendes Betonglasband, freistehender Glockenturm, ebenfalls in Fachstruktur, Glockenstuhl mit Querlamellen aus Beton, nach Plänen von Wilhelm Frank, 1963 bis 1966

Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde als Filialkirche von St. Josef in Calw als Zentrum der Katholiken aus Neuhengstett, Althengstett, Stammheim und dem seit 1957 entstandenen Stadtteil Heumaden errichtet. Die Kirche entstand am östlichen Rand des Stadtteils, der vor allem Bundeswehrangehörigen als Wohnstätte diente. Sie wurde nach Plänen von 1963 des Architekten Wilhelm Frank aus Herrenberg gebaut und 1966 feierlich eingeweiht. Der Betonrasterbau ist über längsrechteckigem Grundriss erbaut. Die Zwischenflächen sind mit unregelmäßigem Sandsteinmauerwerk ausgefacht, das auch Innen den Raumeindruck bestimmt. Der Baukörper wird durch eine bis zum Chorraum abgesenkte Betonkassettendecke, die über dem Chorraum wieder ansteigt und in der Mittelkassette Tageslicht auf den Altarraum fallen lässt, nach oben abgeschlossen. Unter dem Betonfries der Decke bringt ein abstraktes Betonglasbad weiteres Licht in den Raum. Die ursprünglichen Ausstattungsstücke, der Altarblock aus verschieden großen Sandsteinquadern, die Tabernakelstele, der Taufstein, Ambo und Leuchter entsprechen der Strenge des Raums und sind klar auf die moderne Liturgie ausgerichtet. Allerdings verunklären 1988 hinzugekommene Elemente, wie das Triptychon in Grisaillemalerei von W. Maschke an der Chorwand, die Orgel nördlich des Altarraums und eine sog. Jakobsleiter mit Skulpturen aus St. Josef in Calw heute den absichtlich kargen Charakter des Innenraums. Die Heilig-Kreuz-Kirche ist ein moderner Kirchenbau der frühen 1960er-Jahre, bei dem die Errungenschaften des Betonrasterbaus mit den natürlichen Materialien Sandstein und Holz, die Bezüge zu regionalen Traditionen herstellen, vereint sind. Ein Kirchengebäude von strenger Schlichtheit.

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Gasthaus Zum Schwanen Burgsteige 1
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, zum Ausgleich der Hanglage auf eine Sockelmauer aufgesetzt, die unter dem Putz gemauerte Bögen aufweist, massives Erdgeschoss mit zurückliegendem Rundbogeneingang, offener Vorraum mit Holzstütze, Obergeschoss und Giebel in Zierfachwerk mit Andreaskreuzen und genasten geschweiften Bügen, an der Holzstütze 1683 (i), am Eingangsgewände 1754 (i)

Das imposante ortsbildprägende Fachwerkhaus und ehemalige Gasthaus Zum Schwanen liegt etwas erhöht am Anfang der Burgsteige. Das Baujahr 1693 ist auf der Holzstütze des offenen Vorraums vor dem Eingang eingeschnitzt. Die aufwändige Sandsteinrahmung des Rundbogeneingangs weist im Bogenabschluss die Jahreszahl 1754 und einen Schlussstein mit der Darstellung eines Schwans auf. Bemerkenswert ist ein großer tonnengewölbter Keller. Das Gebäude fällt durch die für Calw außergewöhnlich breit gelagerte Giebelfassade von zehn Achsen auf, die Rückschlüsse auf den Wohlstand des Erbauers erlaubt. Das in der Oberen Vorstadt gelegene Gebäude weist in dem Sockelmauerwerk mit den Bögen wohl Bestandteile einer alten Verbindungsmauer zum Schlossbezirk auf.

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Wohnhaus Burgsteige 2
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Eck- und starker Hanglage, Sockel- und Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, an den Giebeln dreifach vorkragend, um 1700

Das Gebäude steht in städtebaulich wichtiger Lage an der zentralen Weggabelung der Unteren Vorstadt. Es ist aber nicht nur wichtig im Stadtgefüge, als eines der nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges um 1700 wieder aufgebauten Anwesen ist es auch von Bedeutung für die Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Burgsteige 9
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit massivem verputztem Sockel und Satteldach, konstruktives Fachwerk, traufseitig stark vorkragend, straßenseitig über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig abgefasten, profilierten Schwellen zweifach vorkragend, tonnengewölbter Keller, Mitte 18. Jahrhundert; eingeschossiger Anbau mit Satteldach, zwischen 1781 und 1835

Das schmale Fachwerkhaus liegt an der Straßenkurve der Burgsteige und der Einmündung des Vorstadtwegs, dem früheren Altburger Weg. Der im stumpfen Winkel angefügte Bau weist im massiven Sockelgeschoss einen tonnengewölbten Keller auf und diente in früherer Zeit als Stall. Aufgrund von Planunterlagen ist das Haupthaus vor 1781, wohl in der Mitte des 18. Jahrhunderts, errichtet worden, während der Anbau nach 1781 aber auch vor 1835 zu datieren ist. Im Vergleich zu den prächtigen Fachwerkhäusern in der Innenstadt ist das Gebäude verhältnismäßig einfach gestaltet und von geringeren Dimensionen und wurde von weniger wohlhabenden Bewohnern der Oberen Vorstadt errichtet.

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Wohnhaus Burgsteige 16
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Sockel und Teile des Erdgeschosses in Bruchsteinmauerwerk, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, Holzstütze mit mehrfach abgetrepptem Kämpfer in der Diele, rückwärtiges Kellergebäude mit tonnengewölbtem Keller, 18. Jahrhundert (vor 1781)

Das Fachwerkhaus liegt am Ende einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern in der Oberen Vorstadt. Das zurückliegende Kellergebäude mit tonnengewölbtem Keller bestand schon 1781 zusammen mit dem breit ausladenden Fachwerkhaus an der Straße. In dem Gebäude waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert Säle zur Strickwarenherstellung eingerichtet. Die gleichmäßige Durchfensterung versorgte die dahinterliegenden Arbeitssäle mit dem notwendigen Licht.

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Wohnhaus Burgsteige 20, 20/1, 20/2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, niedriger massiver Sockel, darüber Fachwerk, am Giebel zweifach vorkragend, um 1770; Gewölbekeller der ehemaligen rückwärtigen Scheune (zu Wohnzwecken umgebaut)

Das schmale Fachwerkhaus liegt etwas zurück von der Straße an der Einmündung des alten Zufahrtswegs zum ehemaligen Schloss. Der zugehörige tonnengewölbte Keller liegt unter der heute modern ausgebauten ehemaligen Scheune. Das um 1770 errichtete Gebäude ist in seinen Dimensionen bescheidener als die Fachwerkhäuser im Stadtzentrum und war Behausung eines weniger wohlhabenden Bewohners in der ehemaligen Oberen Vorstadt.

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Wohnhaus Burgsteige 22
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter (bzw. modern verbretterter) Bau mit Satteldach, niedriger massiver Sockel, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, am Giebel zwei genaste Büge, am Türsturz bezeichnet, 1687 (i)

Das Fachwerkhaus ist entsprechend einer Inschrift auf dem Türsturz in das Jahr 1687 zu datieren. Das Haus ist in der historischen Grundstruktur erhalten, der ehemals gesondert liegende Kellerbau mit Stall darüber existiert nicht mehr, dafür wurde 1889 ein tonnengewölbter Keller mit Backsteinpflaster eingebaut. Das Haus ist eines der wenigen Gebäude, die von dem Stadtbrand von 1692 verschont geblieben sind.

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Ev. Versöhnungskirche Christian-Barth-Straße 1
(Karte)
Über ungleichseitigem Fünfeck errichteter Betonbau, kupfergedecktes Dach aus schrägen Dreiecksflächen mit Fensterband zwischen höherem und niedrigerem Dachteil, über einem spitzwinkligen Dreieck errichteter, sich nach ober verjüngender Turm, im Inneren holzverschalte Decke, erhöhter Chorraum mit Chortribüne und Orgelempore, Architekt Heinz Rall, 1963

Die Ev. Versöhnungskirche wurde 1963 bis 1965 inmitten des wenige Jahre zuvor vornehmlich für Bundeswehrangehörige entstandenen Stadtteils Heumaden nach Plänen des Stuttgarter Architekten Heinz Rall errichtet. Dem von schrägen Linien und Flächen bestimmten über einem ungleichseitigen Fünfeck errichteten Betonbau ist die weithin sichtbare, spitze überlange Betonnadel des Kirchturms zur Seite gestellt. Gegenläufig ansteigende und abfallende, geschlossene und geöffnete Flächen bestimmen den Kirchenbau, wobei durch ein Auf- und Abnehmen der schlitzartigen Fensteröffnungen weitere Spannung in das Raumgefüge kommt. Der Innenraum ist auf den von oben belichteten Altarraum fokussiert, wobei der Altartisch sich auf einem unregelmäßig begrenzten Podest erhebt, während Kanzel und Taufstein rechts und links davon tiefer stehen. Mit der Versöhnungskirche in Calw-Heumaden schuf Heinz Rall einen gelungenen Kirchenbau der 1960er-Jahre in modernen Formen. Der Vorliebe dieser Zeit für polygonale Räume aus Beton entspricht in unkonventioneller Weise das spannungsvolle Gegeneinander der Flächen und der rhythmisierten Fensterschlitze. Dem Architekten ist in der Versöhnungskirche ein außergewöhnlich origineller moderner Kirchenbau gelungen, der mit modernen Formen und Baumaterialien eine Zentrierung der Gemeinde erreicht.

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Einfamilienwohnhaus Eduard-Conz-Straße 7
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit flach geneigtem Metalldach, talseitig mit Pergola, Garage, Garten, Architekt Heinz Bünemann, 1932

Das Einfamilienwohnhaus mit Garage und Garten wurde 1932 nach Plänen des Stuttgarter Architekten Heinz Bünemann für Dr. Erwin Weber, Direktor der Höheren Handelsschule, auf dem stark abfallenden Gelände im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet. Das Anwesen ist bergseitig durch die hohe Pergolamauer und an den anderen Seiten durch eine Putzmauer mit überstehender Abdeckplatte umgrenzt. Die Gliederung des Wohnhauses ist durch Reihung und asymmetrische Gestaltungsprinzipien charakterisiert. Das Wohnzimmer im Erdgeschoss öffnet sich zur Pergola und dem talwärts liegenden abgetreppten Garten. Das Gebäude zeichnet sich durch abgewogene, sicher gesetzte Proportionen aus. Die Architektur ist den Bauten der 1927 entstandenen Weißenhof-Siedlung in Stuttgart verpflichtet. Das Gebäude ist ein seltenes Beispiel der Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit im Nordschwarzwald.

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Wohnhaus mit Atelier Eduard-Conz-Straße 15
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach, nach Plänen des Stuttgarter Architekten Hannes Mayer für den Kunstmalers Kurt Weinhold errichtet, Gartenanlage, 1938

Das Gebäude unterhalb des Hohen Fels wurde nach Plänen des Stuttgarter Architekten Hannes Mayer von 1938 für den Kunstmaler Kurt Weinhold (1896 bis 1965) als Wohnhaus mit Atelier errichtet. Es ist in seiner Gestaltung dem Heimatschutzgedanken verpflichtet. Der 1896 in Berlin geborene Maler Kurt Weinhold, der durch die Heirat mit Margarethe Schüz 1922 nach Calw kam, machte sich vor allem einen Namen durch seine Porträts. Er lehnte den Nationalsozialismus ab, so dass sein Haus im Zweiten Weltkrieg Treffpunkt oppositioneller Gruppierungen wurde, z. B. auch der zwangsverpflichteten französischen und holländischen Ärzte, die im benachbarten Krankenhaus arbeiteten. Als Wohn- und Wirkungsstätte von Kurt Weinhold, der über Calw hinaus bekannt war und eine wichtige Rolle für die Geschichte Calws im Dritten Reich spielte, hat der Bau stadtgeschichtliche Bedeutung.

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Denkmal Georg Jakob Zahn (1767 bis 1810) Eduard-Conz-Straße 15
(Karte)
Sandstein

Das Denkmal für Georg Jacob Zahn (1767 bis 1810) ist als Sandsteinblock mit eingemeißelten Gedenksprüchen gestaltet. Georg Jacob Zahn war Mitbegründer der Nachfolgefirma der Zeughandelskompagnie der Firma Wagner u. Co. im Jahr 1797. Der von seiner Gattin Veronica Gmelin und ihren Kindern gestiftete Stein wurde auf dem Gelände der ehemaligen Zahn’schen Gärten entsprechend der damals herrschenden romantischen Vorstellungen mitten in der Natur aufgestellt. Der künstlerisch ansprechend gestaltete klassizistische Gedenkstein dokumentiert das Totengedenken im familiären Umfeld ebenso wie die ausgeprägte Affinität des 19. Jahrhunderts zum Denkmal.

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Gartenhaus Eduard-Conz-Straße 15
(Karte)
Kleiner verputzter Bau in Hanglage, Satteldach, Dreiecksgiebel, um 1800

Das Gartenhäuschen liegt in den Gärten von Georg Jacob Zahn, einem Mitbegründer der Firma Wagner u. Co. im Jahr 1797. Der von weitem sichtbare Bau am Berghang ist eines der früher zahlreichen Gartenhäuschen aus der Zeit um 1800. Es gibt Zeugnis des sozialen Lebens der begüterten Familien in Calw an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, die große Gartengrundstücke außerhalb der Stadt besaßen. Die Gartenhäuschen wurden im damals üblichen klassizistischen Stil errichtet.

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Brunnenstube aus Sandstein 1865 Eichertstraße 3
(Karte)
Brunnentrog mit gusseiserner Säule, vor 1899

Brunnenstuben und -häuser sollten verhindern, dass Oberflächenwasser das Brunnenwasser verunreinigt. Dies Brunnenstube in Alzenberg ist ein Beispiel für diese charakteristische kommunale Bauaufgabe des 19. Jahrhunderts. Zusammen mit dem davor stehenden Brunnen erinnert es an die früher übliche Wasserversorgung der Bevölkerung. Erst mit der Inbetriebnahme eines Wasserleitungssystems im Jahr 1899 mussten die Alzenberger Haushalte ihr Wasser nicht mehr von den öffentlichen Brunnen holen.

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Kath. Kirche Maria-Frieden Ernst-Rheinwald-Straße 17
(Karte)
Betonbau mit asymmetrischem, aus einem Sechseck entwickelten Grundriss und unregelmäßig facettiertem Metallkuppeldach, an der Nordseite Sakristeibau mit Flachdach, im Inneren facettierte Holzdecke, Altar, Ambo, Tabernakelstele, Taufstein, Priester- und Ministrantensitze aus grob gehauenem Kalkstein, nach Plänen von Werner Groh, 1965

Die katholische Kirche Maria-Frieden wurde am südöstlichen Rand der Wimberg-Siedlung nach Plänen des Karlsruher Architekten Werner Groh von 1965 errichtet. Der Betonbau mit unregelmäßig facettiertem Metallkuppeldach ist aus dem Sechseck entwickelt und wird durch die lamellenartig geöffneten Seitenwände und die Oberlichtfenster des facettierten Kuppeldachs belichtet, wodurch eine Betonung des Altarbereichs erzielt wird. Der Innenraum wird begrenzt von den mit rauem Putz versehenen Wänden, der hellen facettierten Holzdecke, den durch Lichtführung und Stufen hervorgehobenen Altarbereich und der gegenüberliegenden durch Betonbrüstungen abgeteilten erhöhten Sängerempore mit Orgel. Altar, Ambo, Tabernakelstele, Priester- und Ministrantensitze und Taufstein sind aus grob gehauenem Kalkstein und entsprechen in ihrem Charakter dem strengen Innenraum. Auch die Kirchenbänke, die in vier Gruppen zusammengefasst sind, ordnen sich in ihrer kompakten betont einfachen Formgebung dem Raum unter. Das von Nordosten aus dem freien Feld hoch aufsteigende Kirchengebäude hebt sich in der markanten modernen Formensprache mit den rhythmisierten Fensterbändern, dem facettierten Kuppeldach über dem polygonalen Betonbau prägend gegenüber der umgebenden Wohnbebauung ab. Der kristalline Aufbau und die Rhythmisierung des Baukörpers, unterstützt den betont asketisch wirkenden Innenraum mit Betonung des Altarbereichs. Werner Groh, der als einer der wichtigsten Architekten von Sakralbauten der Nachkriegszeit in der Region gilt, hat hier in seiner Reihe von modernen bahnbrechenden Kirchenbauten in Nordbaden ein weiteres überzeugendes Werk geschaffen.

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Villa Rippmann Gartenweg 7
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Mansarddach mit Zwerchhaus, Erdgeschoss mit Sandsteinrustika, Obergeschoss verputzt, polygonaler Eckerker, Garten, Architekt Friedrich Hausse (1875 bis 1963), 1906

Die Villa wurde 1906 von dem Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser für den Amtmann Rippmann errichtet. Die malerische, historisierende Grundauffassung des Gebäudes wird durch die unterschiedliche materielle Behandlung der Geschosse - Sandsteinrustika im Erdgeschoss und Putz im 1. Obergeschoss - und die verschiedenen Anbauten erreicht, wie z. B. den Eckerker und das Mansarddach mit Zwerchhaus nach Osten und die Schleppgauben im Westen, die auf den niedrigen Flügel mit Satteldach übergehen.

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Wohnhaus Haggasse 8
(Karte)
Dreigeschossiger giebelständiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, massives Kellergeschoss aus Buntsandstein, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, (zum Fenster umgestaltete) Ladeluke, 17. Jahrhundert

Das am steilen Weg von der Oberen zur Unteren Vorstadt stehende Haus ist eines der für Calw charakteristischen frühneuzeitlichen Handwerker- und Bürgerhäuser. Es ist als anschaulich überlieferter baulicher Beleg für die ehemaligen Wohn- und Arbeitsverhältnisse von wirtschafts- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung.

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Lagergebäude Haggasse 9
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger giebelständiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, Massiv- und Fachwerkbau, Eckquaderung, an der Straßenseite konstruktives Fachwerk, im Giebel Ladeluke und weitere Beschickungstüren, über zwei wesentlich älteren, parallel nebeneinander liegenden tonnengewölbten Kellern (1656 schriftlich erwähnt) errichtet, um 1850

Das Lagergebäude, im Gebäudekataster von 1858 als Rindenlager bezeichnet, steht im rückwärtigen Teil über wesentlich älteren, parallel nebeneinander liegenden tonnengewölbten Kellern, die bereits 1656 schriftlich erwähnt werden. Das Gebäude weist an der Straßenfassade die für ein Lagergebäude übliche Ladeluke im Giebel und weitere Beschickungstüren in den Geschossen auf. Es steht städtebaulich gewichtig am Anfang der Haggasse. Eines der wenigen in der Region erhaltenen Lagergebäude des Gerbereihandwerks.

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Wohnhaus Haggasse 10
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit kleinem übergiebelten Zwerchhaus, Fachwerk über niedrigem massivem Sockel, um 1780 mit älterem Kern (16./17. Jahrhundert)

Das Haus weist an der südlichen Giebelseite Stilmerkmale eines Giebelfensters mit mehrfach abgetreppter Holzrahmung auf, die eine Entstehung im 16./17. Jahrhundert nahelegen; die übrigen Fensteröffnungen verweisen auf Umbauten des 18. u. 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um eines der wenigen Gebäude, die die großen Stadtbrände von 1634 und 1692 überdauert haben und mit einem im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts veränderten Erscheinungsbild erhalten sind.

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Bahnwärterhaus Hengstetter Gäßle 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Kellergeschoss aus Sandsteinquadern mit weit überstehendem Satteldach, an Erd- und Obergeschoss Rundfenster zwischen zwei hochrechteckigen Fenstern, giebelseitig segmentbogiger Zugang zum großen tonnengewölbten Keller, Hauseingang an der nördlichen Traufseite gegenüber den in den Berg gebauten Kellern mit preußischen Kappen, als Wohnhaus für zwei Bahnwärter von dem königlichen Eisenbahnamt nach Plänen des Bauinspektors Sapper unterhalb der Bahnlinie errichtet, 1868

Das Gebäude wurde 1868 im Zusammenhang mit dem Bau von Nagoldbahn und Schwarzwaldbahn unterhalb der Bahnlinie als Wohnhaus für zwei Bahnwärter errichtet. Es ist Dokument der Eisenbahn- und Verkehrsgeschichte Calws in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der große tonnengewölbte Keller wurde als Weinkeller an Calwer Bürger vermietet, die in hochwassergefährdeter Lage in der Nähe der Nagold lebten.

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Wohnhaus Hengstetter Gäßle 4
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, Fachwerk über massivem Sockel-/Kellergeschoss, an Obergeschoss und Giebel vorkragend, Ladeluke im Giebelspitz, wohl um 1700

Das am Rand der äußeren Vorstadt wohl um 1700 errichtete Gebäude ist baulicher Beleg der Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges ebenso wie der Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit.

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Fachwerkhaus (Nr. 3) Hengstetter Steige 3, 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, am korbbogigen Eingang bezeichnet M S 1798, Gewölbekeller (Nr. 5) bergseitig in den Hang gebaut

Das Fachwerkhaus wurde 1798 außerhalb der Äußeren Vorstadt rechts der Nagold für den Schäfer Steck errichtet. Der bergseitig in den Hang gebaute Gewölbekeller gehörte dazu. Das Haus und der durch eine Zufahrt getrennte Gewölbekeller waren Teil einer größeren Hofanlage. Der Schäfer Steck, nach dem auch die Straße “Im Steckenäckerle” benannt ist, lieferte der Textilindustrie in Calw einen Teil der so dringend benötigten Wolle.

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Bahnwärterhaus Hengstetter Steige 11
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Bau mit Kniestock und überstehendem Satteldach, nach Detailplänen des Bauinspektors Wetzel bei der königlichen Eisenbahnbauinspektion Calw errichtet, 1900

Der über der oberen Eisenbahnlinie nach Weil der Stadt (Schwarzwaldbahn) liegende Bau wurde nach Detailplänen des Bauinspektors Wetzel bei der königlichen Eisenbahnbauinspektion Calw 1900 errichtet. Die Ausführungspläne orientieren sich an einem Musterentwurf des bautechnischen Büros in Stuttgart vom Jahr 1894. Der in historisierenden Formen gehaltene Bau ist aus einem Sockelgeschoss aus Sandsteinrustika, in dem Gewölbekeller und Stall untergebracht sind, dem verputzten Backsteinhauptgeschoss und dem verschindelten Kniestockgeschoss mit großer Zwerchgaube an der westlichen Traufseite zusammengesetzt. Aufgrund des ansteigenden Geländes sind der Stall und der Heuraum ebenerdig betretbar. Die Baumaterialien sind traditionell. Neu ist ihr bewusster Einsatz zugunsten eines malerischen Gesamteindrucks. Charakteristisches Bahnwarthaus der königlich-württembergischen Eisenbahnen.

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Villa Sannwald Hengstetter Steige 41
(Karte)
Wohnhaus mit Garten, Einfriedung und Tor mit Initialen des Eigentümers, vollständig erhaltene Ausstattung, errichtet für den Calwer Industriellen (Calwer Decken), Stadtrat und Ehrenbürger Rolf Sannwald, 1952

Das repräsentatives Anwesen mit großem Wohnhaus und Garten stellt ein qualitätvolles Beispiel der Architektur der frühen Nachkriegszeit und ein frühes Dokument des beginnenden Wirtschaftswunders der noch jungen Bundesrepublik Deutschland dar. Mit der anschaulich erhaltenen Ausstattung belegt es die gehobenen Wohnansprüche und Lebensumstände des Unternehmertums der 1950er-Jahre. In baukünstlerischer Hinsicht ist das Anwesen ein hervorragender Vertreter der Stuttgarter Schule und erinnert zudem an den verdienten Calwer Industriellen und Ehrenbürger Rolf Sannwald.

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Wohnhaus Hermann-Haffner-Straße 8
(Karte)
Zweigeschossiger Bau in Hanglage, Krüppelwalmdach mit Gauben, Sockel aus Buntsandstein, verputztes Erdgeschoss mit Segmentbogenfenstern, Obergeschoss und Giebel verschindelt, an der Südseite zweiachsiger Risalit mit Zwerchhaus und Walmdach, im Zwickel zwischen diesem und der Giebelfassade Wintergarten in Fachwerk am 1. Obergeschoss, Holzbalkon im Giebel, im rückwärtigen Teil des Erdgeschosses ein Gewölbekeller, nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker für den damaligen Stadtpfleger Georg Schütz errichtet, 1904

Das Haus wurde 1904 nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker für den damaligen Stadtpfleger Georg Schütz am westlichen Hang über der Stadt errichtet. Es ist ein Vertreter des um 1900 in romantisierender Weise an das Schwarzwaldhaus anknüpfenden Wohnhaustypus und als Werk des späteren Stadtbaumeisters Hohnecker für Calw von Bedeutung.

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Wohnhaus Hermann-Haffner-Straße 10
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Halbwalmdach mit Andeutung eines Eulenlochs, Erdgeschoss aus Bossenmauerwerk, Obergeschoss und Giebel verschindelt bzw. verbrettert, Obergeschoss in Sichtfachwerk straßenseitig über Holzstreben weit vorkragend (westliche Hälfte ursprünglich offen), nach Plänen des Stuttgarter Architekten Joseph Hennings für den Lehrer Karl Jäkle errichtet, Grünbereich, 1903

Das Einfamilienwohnhaus wurde nach Plänen des Stuttgarter Architekten Joseph Hennings für den Lehrer Karl Jäkle in der Art eines Schwarzwaldhauses errichtet. Schon 1906 wurde der Balkon verglast und darüber ein weiterer, offener Balkon eingerichtet. Der Architekt gestaltete ein Einfamilienwohnhaus ohne landwirtschaftliche Funktion in Anlehnung an Formen eines Schwarzwaldhofes.

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Wohnhaus Hermann-Hesse-Platz 1
(Karte)
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach über trapezförmigem Grundriss in Ecklage, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk mit Andreaskreuzen in Fensterbrüstungen, am Giebel dreifach schwach vorkragend, im Inneren Türen des 18. und späten 19. Jahrhunderts, für den Kürschner Johannes Bernhard Wagner errichtet, 1780

Das Gebäude wurde 1780 für den Kürschner Johannes Bernhard Wagner errichtet und ist Zeugnis der Calwer Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte. In dem an der Nagold gelegenen Areal um Badstraße und Hermann-Hesse-Platz siedelten sich bevorzugt Handwerker an, die – wie Gerber, Färber oder Kürschner – ein geruchs- und wasserintensives Gewerbe betrieben.

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Gasthaus Rössle Hermann-Hesse-Platz 2
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in Ecklage, massives Erdgeschoss aus Buntsandsteinmauerwerk, darüber Fachwerk, am 2. Obergeschoss giebelseitig über Balkenköpfen vorkragend, kielbogig gefaste Schwellen, V-Formen in den Fensterbrüstungen, im Giebel Okuli und Lünettenfenster, erbaut wohl um 1780; Wirtshausausleger mit vollplastischer vergoldeter Pferdeskulptur, um 1900

Das Gasthaus Rössle wurde in städtebaulich dominierender Lage an dem Platz vor dem einstigen Scheufeltor am südlichen Eingang zur Kernstadt in gasthaustypischer verkehrsgünstiger Position errichtet.

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Brunnen Hermann-Hesse-Platz 4
(Karte)
Sandstein, achtseitige, stark gebauchte Brunnenschale mit abgesetztem Sockel und Rand, quaderförmigen Stele über längsrechteckigem Grundriss, bekrönt von einer Kugel über abgetrepptem Sockel, vier schlicht gestaltete metallene Hähne, an der nördlichen Seite Relief mit Porträt von Hermann Hesse, 1920

Der Hermann-Hesse-Brunnen wurde 1920 auf diesem Platz aufgestellt, um ihm einen städtebaulichen Akzent zu verleihen. Aus Gründen des Verkehrs wurde er in den 1960er-Jahren auf dem Brühl aufgestellt, kehrte nach Anlage der Fußgängerzone aber wieder an seinen ursprünglichen Standort zurück. Der Brunnen, der Stilelemente des Expressionismus aufweist, erinnert an den in Calw geborenen Schriftsteller und Nobelpreisträger Hermann Hesse.

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Wohnhaus Hermann-Hesse-Platz 6
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Sockelgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, dreifach über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, um 1700

Der Bau gehört zu einer Dreiergruppe von Fachwerkhäusern, welche die südliche Begrenzung des Platzes vor dem ehemaligen Schäufeltor in der äußeren Vorstadt links der Nagold bilden. Das über einem flachen Keller errichtete Haus weist im zweigeschossigen Giebel ein Zierfachwerk auf, das durch Rauten mit Nasen und geschwungene Streben mit Nasen gekennzeichnet ist. Es ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines Bürger- und Handwerkerhauses aus der Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges.

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Wohnhaus Hermann-Hesse-Platz 8
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger verputzter Bau in Ecklage, Satteldach mit vierachsigem Zwerchhaus zur Nagold, massives Sockelgeschoss, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel vorkragend, im Sockelgeschoss kleiner tonnengewölbter Keller und verschiedene Lagerräume, für die Gerber Johannes Kohler und Jörg Friedrich Schnaufer errichtet, unmittelbar nach 1692

Der Bau gehört zu einer Dreiergruppe von Fachwerkhäusern, welche die südliche Begrenzung des Platzes vor dem ehemaligen Schäufeltor in der äußeren Vorstadt links der Nagold bilden. Das Gebäude wurde unmittelbar nach dem großen Stadtbrand von 1692 für die Gerber Johannes Kohler und Jörg Friedrich Schnaufer errichtet. Es ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines Handwerkerhauses aus der Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges. Eines der für die Badvorstadt charakteristischen Gerberhäuser.

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Fabrikantenvilla mit Nebengebäuden Hirsauer Wiesenweg 4, 6, 8
(Karte)
Dreiseitanlage, als Leinenfabrik für Georg Friedrich Zahn errichtet, Anfang 19. Jahrhundert, bestehend aus:
  • ein- bis zweigeschossiges Haupthaus (Nr. 6) mit Mansarddach und Krüppelwalm an den Schmalseiten, Mittelpavillon mit Zwerchhaus zur Straße und Zwerchgiebel zum Garten, Umbau 1850;
  • zwei gesonderte, eineinhalbgeschossige Nebengebäude (Nr. 4 und 8) mit Kniestöcken und Satteldächern, Umbau 1870;
  • Garten

Das herrschaftliche Anwesen wurde Anfang des 19. Jahrhunderts außerhalb der Stadt als Leinenfabrik für Georg Friedrich Zahn errichtet. Die Fabrik wurde bald in eines der Nebengebäude verlegt und das Hauptgebäude als Wohnhaus genutzt. 1850 erwarb der bedeutende Calwer Industrielle Georg Dörtenbach das Anwesen und verschönerte die Gebäude. In dem südlichen waren ein Gewächshaus und Salon und in dem nördlichen Stall, Remisen und Bedienstetenwohnungen untergebracht. Bemerkenswert ist der Gartensalon, der mit Wandbildern des weit über Calw hinaus bekannten Malers Kurt Weinhold (1896 bis 1965) ausgestattet ist. Das Anwesen hat hohe Bedeutung für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Calws, aber auch für die Architekturgeschichte des Typus Fabrikantenvilla. Sie zeigt die Übernahme von Elementen des Schlossbaus für das Wohnhaus eines Industriellen und den Einfluss des Schweizerstils auf die Nebengebäude. Das Anwesen war lange Zeit Wohnhaus von Georg Dörtenbach, der weit über Calw hinaus durch Firmengründungen und -beteiligungen bekannt war und zu den wichtigsten Unternehmerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts in Württemberg gehört.

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„Schlössle“ Hirsauer Wiesenweg 11
(Karte)
Fabrikantenvilla Wagner, dreigeschossiger Bau aus grauem Sandstein mit Walmdach, Turm mit Aussichtsplattform an der Nordseite, Straßenfront mit Treppengiebel, zweigeschossiger Anbau mit gedeckter Säulenterrasse an der Südseite, Garten, nach Plänen des Stuttgarter Architektenbüros Schmid und Burkhardt für den Fabrikanten Gustav Heinrich Wagner errichtet, 1902/03

Die Villa Wagner, in Calw auch Schlössle genannt, wurde 1902/03 nach Plänen des Stuttgarter Architektenbüros Schmid und Burkhardt für den Fabrikanten Gustav Heinrich Wagner in unmittelbarer Nähe der Vereinigten Deckenfabriken Calw errichtet, zu dessen Vorstand er gehörte. Der Bau ist in einem historisierenden Stil errichtet, der seinen Formenschatz aus dem Burgen- und Schlossbau schöpft. Im Inneren ist das aufwendig ausgestattete Treppenhaus mit Neptun-Wandbrunnen und Eisengeländer aus Blüten und Blattmotiven bemerkenswert, das zu der zweigeschossigen Halle führt, die durch ein figurales Jugendstilfenster mit Allegorien der Webkunst, des Handels und der Schmiedekunst geprägt wird. Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel einer großbürgerlichen Villa im historisierenden Stil um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Der Burgcharakter vor der ansteigenden Waldkulisse setzt einen außergewöhnlichen Akzent am linken Nagoldufer beim damaligen nördlichen Stadtausgang. Villa des Fabrikanten Gustav Heinrich Wagner, der zum Vorstand der für Calw beherrschenden Vereinigten Deckenfabriken gehörte.

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Reste einer Gartenanlage Hirsauer Wiesenweg 11
(Karte)
Eingang mit Sandsteinpfosten, Sandsteinstützmauern der Wege, mehrkantiger Fuß eines Tisches, Denkmal für Christiane Dorothea Dörtenbach, geb. Zahn (1763 bis 1803), 1803

Nordwestlich der Villa Wagner befinden sich Reste einer Gartenanlage, die ganz im Sinne des ausgehenden 18. Jahrhunderts als sentimentaler Rückzug in die Natur zu verstehen ist. In dem Hanggelände ist der Eingang mit Sandsteinpfosten, die von kugelförmigen, mit Stoffgirlanden verzierten Vasen bekrönt sind, markiert. In dem steilen Gelände sind die Sandsteinstützmauern der Wege noch sichtbar. Auf einem platzartigen, fast ebenen Gelände ist der steinerne, mehrkantige Fuß eines Tisches noch erkennbar. In unmittelbarer Nähe erinnert das Denkmal für Christiane Dorothea Dörtenbach, geb. Zahn (1763 bis 1803), an die Stifterin der Anlage. Das Denkmal wurde anlässlich ihres Todes 1803 von ihrem Gatten gestiftet. Die Anlage ist ein Beispiel der romantischen Gartengestaltung der Zeit um 1800. Zudem erinnert der künstlerisch gestaltete Gedenkstein an die für die Calwer Wirtschaftsgeschichte bedeutsame Familie Dörtenbach.

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Wohnhaus mit Autohalle Hirsauer Wiesenweg 15
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit weit überstehendem Satteldach, Erdgeschoss in Bossenmauerwerk, darüber verputzt, Südostecke durch Erker betont, 1913

Das Wohnhaus wurde 1913 nach Plänen des Bauwerkmeisters Alber für den Fabrikanten Gustav Heinrich Wagner in der Nähe seiner eigenen Villa errichtet. Im Erdgeschoss waren Abstell- und Arbeitsräume des Gärtners untergebracht, ebenso wie die große Autohalle. Damit ist das Haus ist Zeugnis des sozialen Engagements des Fabrikanten Gustav Heinrich Wagner, der zum Vorstand der für Calw beherrschenden Vereinigten Deckenfabrik gehörte, für seinen Gärtner und Fahrer.

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Wohnhaus Im Biegel 1
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, massives Kellergeschoss mit segmentbogigem Eingang zum kleinen tonnengewölbten Keller, darüber konstruktives Fachwerk, wohl 1750

Der schmucklose Bau liegt in der ehem. unteren Vorstadt an der gekrümmten Straße im Biegel zwischen Inselgasse und Mühlenweg. Das wohl 1750 errichtete Haus erhielt in den 1870er-Jahren einen Schuppenanbau an der Rückseite und 1913 einen Abortanbau. Am Gewände des Eingangs ist ein alter Grabstein vermauert. Das Erdgeschoss wurde schon immer gewerblich genutzt, u. a. waren darin eine Schneiderei und Schreinerei untergebracht.

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Eisenbahnersiedlung Im Krappen Im Krappen 4, 5, 6, 7
(Karte)
Bestehend aus: vier Mietwohnhäuser, dreigeschossig mit Walmdach, Erdgeschoss in Sandsteinmauerwerk, Obergeschosse verschindelt oder verbrettert, 1904 bis 1911

Die Eisenbahnersiedlung Im Krappen besteht aus vier Mietwohnhäusern, die von 1904 bis 1911 im hochbautechnischen Büro der königlichen Eisenbahnverwaltung in Stuttgart geplant und außerhalb des bebauten Stadtgebiets, südwestlich des Bahnhofs errichtet wurden. Das älteste Gebäude (Im Krappen 7) beherbergte auch “Übernachtlokale”. Die in einem traditionalistischen historisierenden Stil gestaltete Eisenbahnersiedlung hat Bedeutung für die Geschichte der Mietwohnbauten der württembergischen Eisenbahnverwaltung im Nordschwarzwald und für die Sozialgeschichte. Sie ist ein Dokument des Sozialengagements der Eisenbahnverwaltung für ihre Arbeitnehmer.

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Ruhebank
(Karte)
Sandstein, nach 1870

Ruhebänke, in der Region auch Gruhen oder Grubbänke (von „gruaben“ = ausruhen) genannt, dienten bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein den Landleuten, die ihre Erzeugnisse in Körben auf dem Kopf oder auf dem Rücken zum Markt trugen, als Rastmöglichkeit. Sie stellten ihre schwere Last, die sie alleine nicht wieder aufheben konnten, auf den hohen Abstellbänken ab. Kennzeichnend für den Standort sind meist alte Verbindungswege zu den Märkten. Die südwestlich von Calw aufgestellte Grubbank weist als Besonderheit eine zweite Querverbindung kurz über der Erde auf. Dieser Typus ist nach 1870 zu datieren. Die Bank veranschaulicht als eines der jüngsten Beispiele einen schon im 15. Jahrhundert überlieferten Typus. Damit ist sie ein Zeugnis der Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte.

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Georgenäum (heute Haus der Aurelius Sängerknaben) Im Zwinger 3
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit hohem Sockel, Flächen aus Buntsandsteinquadern, Architekturglieder in hellem Sandstein, dreiachsiger Mittelbau mit Pilastergliederung und Mansarddach, gerahmt von zwei Pavillonbauten mit steilem Walmdach, Ecken der Pavillons durch alternierende Eckquaderung betont, Hauptgeschoss ausgezeichnet durch Rundbogenöffnungen, toskanische Pilaster und übergiebelte Nischen mit den Statuen von Friedrich Schiller und dem Reutlinger Volkswirtschaftler Friedrich List, am Obergeschoss Zwillingsfenster mit ionischen Säulen, erschlossen über geschwungene einläufige Podesttreppe, für Emil Wilhelm von Georgii-Georgenau und seine Frau Sophie Emilie vom Stuttgarter Oberbaurat Josef von Egle erbaut, 1871; straßenseitig hohe Sandsteinstützmauer; rückwärtiger Garten (heute Teil des Stadtgartens)

Das zweigeschossige, schlossartige Gebäude liegt erhöht an der Straße Im Zwinger außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer. Es wurde von dem königlichen niederländischen Generalkonsul für Württemberg Emil Wilhelm von Georgii-Georgenau und seiner Frau Sophie Emilie Georgii geb. Gärtner 1868 als öffentliche Bibliothek mit öffentlichem Hörsaal vorzugsweise für die Fortbildung der Jugend gestiftet. Eine Zeichnungs- und Modellier-Schule, vor allem zur Gestaltung gewerblicher Erzeugnisse, sollte ebenso darin untergebracht werden. Das hinter einer Sandsteinstützmauer liegende Gebäude wurde von dem Stuttgarter Oberbaurat Josef von Egle im Stil der Neurenaissance französischer Prägung geplant und 1871 eingeweiht. An der Fassade sind Steinfiguren von Friedrich Schiller und dem Reutlinger Volkswirtschaftler Friedrich List als Vertreter des Idealismus und Realismus von dem Bildhauer Bach aufgestellt.

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Handwerkerhaus Im Zwinger 7
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansarddach in Hanglage, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, am Giebel über profilierten Schwellen zweifach schwach vorkragend, axialsymmetrische Fassade mit Mitteleingang, im Keilstein des Türsturzes Handwerkerzeichen und Initialen, im Inneren kleiner Gewölbekeller, bauzeitlicher Dachstuhl, 1792 (i)

Das Handwerkerhaus wurde 1792 laut Inschrift auf dem Türsturz von Maurer Simon Friedrich Kienzle für sich und den Jungfernwirt Jakob Heinrich Greis westlich der Stadtmauer am Zwinger errichtet. Es dokumentiert die Stadtbaugeschichte und Sozialgeschichte Calws um 1800 und belegt das Ausgreifen der Stadt über die Grenzen der Stadtbefestigung hinaus.

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Eichamt (heute Wohnhaus) Im Zwinger 8
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Sockel aus Buntsandstein und Satteldach, an der Ostseite Reste der Stadtmauer, Kniestock und Giebel verbrettert, Obergeschoss rückwärtig über Holzstützen stark vorkragend, an der südlichen Giebelseite im 1. Obergeschoss dreiseitiger Erker, an der Rückseite Zwerchhaus mit Sichtfachwerk, als eingeschossiger Sichtfachwerkbau nach Plänen des Stadtbaumeisters Werner errichtet, 1871

Das Eichamt wurde nach Plänen des Stadtbaumeisters Werner zwischen Stadt- und Zwingermauer errichtet und 1919/20 nach Plänen des Baumeisters Kohler um ein Geschoss erhöht. Das Gebäude ist ein Beispiel für eine behutsame Überformung und Vergrößerung eines Baus von 1871 zu Anfang des 20. Jahrhunderts unter größtmöglicher Schonung der Originalsubstanz.

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

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Doppelwohnhaus Im Zwinger 13, 15
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansarddach in Hanglage, massiver Sockel, darüber Fachwerk, straßenseitig am Obergeschoss schwach vorkragend, profiliertes Traufgesims, 1780 (i)

Das Doppelwohnhaus liegt an der Straße Im Zwinger außerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung und wurde laut Inschrift über dem Kellereingang 1780 von zwei Bauherren errichtet. 1885 wurde auf der Rückseite von Nr. 15 im rechten Winkel ein Anbau mit Satteldach über eine Hofdurchfahrt gebaut, der eine Verbindung vom Futterraum zum Pferdestall ermöglichte. Von dem Pferdestall ist nur noch der massive Keller darunter vorhanden. Mit seiner anschaulich überlieferten Gestaltung ist das barocke Doppelwohnhaus, in dem lange Zeit Gewerbetreibende wohnten, heute eine Seltenheit.

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Landhaus Rheinwald Im Zwinger 17
(Karte)
Zweigeschossiges Wohnhaus mit weit überstehendem Satteldach in starker Hanglage, massives Sockelgeschoss, verschindeltes Obergeschoss, talseitig weit vorkragender verschindelter Giebel mit Loggia, mehrseitiger Eckerker an der Südostseite, Zwerchhaus an der Nordseite, Verandaanbau an der Südseite und Küchenanbau an der Nordseite mit abgeschleppten Dächern, Obergeschoss über Außentreppe an der Nordseite erschlossen, vor der talseitigen Giebelfassade ebene Plattform auf Stützmauer, nach Plänen des Ludwigsburgers Architekten Friedrich Hausser für den Rechtsanwalt Ernst Rheinwald, 1906

Das Landhaus Rheinwald liegt zwischen der Straße Im Zwinger und der Schillerstraße in einem Hanggelände. Es wurde nach Plänen des Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser von 1906 für den Rechtsanwalt Ernst Rheinwald, Bezirksbeauftragter für Naturschutz im Kreis Calw, errichtet. Das Gebäude verkörpert mit dem weit überstehenden Satteldach, dem massiven Sockelgeschoss, dem verschindelten Obergeschoss und Giebel den traditionellen Typus eines Landhauses, der den Schwarzwaldhaustyp weiterentwickelt. Dem Architekten ist es gelungen trotz der Vielfalt der Bauformen durch die Dachform und das Baumaterial einen überzeugend geschlossenen, ruhig wirkenden Baukörper zu gestalten.

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Diebsturm oder der „Lange“ (Nr. 22) Im Zwinger 20, 22
(Karte)
Stadtmauerturm, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit kleinen unregelmäßig verteilten Fenstern, Fachwerkaufbau und Krüppelwalmdach, im Inneren Gefängniszellen mit gusseisernen Öfen, im Fachwerkstock Wohnung des Wächters, Turm nach Zerstörung 1692 neu errichtet und mit Fachwerkaufsatz versehen, 1706/07;

südlich angebaut Gefängnis (Nr. 20), dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, erbaut vor 1835, um ein Geschoss aufgestockt, 1877;

Gefängnishof im ehemaligen Stadtgraben, begrenzt talseitig von der Stadtmauer, bergseitig von der Zwingermauer

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Der Diebsturm ist als einziger Turm der Stadtbefestigung von Calw erhalten und eine wichtige Dominante im Stadtbild. Der Turm, der 1518 erstmals erwähnt wird, wurde nach seiner Zerstörung 1692 in den Jahren 1706/07 neu erbaut und erhielt einen Wohnstock in Fachwerkkonstruktion aufgesetzt. 1716 wurde wieder die Hochwacht in dem Turm eingerichtet. Das Wohnrecht stand dem nach Mitternacht diensttuenden Wächter zu. Die Inneneinrichtung der Gefängniszellen mit gusseisernen Öfen geht auf das frühe 19. Jahrhundert zurück. Kurz nach Einrichtung des Oberamts Calw im Jahr 1806 dürfte das Gefängnis zu klein geworden sein. Bereits vor 1835 entstand ein Anbau, der 1877 aufgestockt wurde. Der südlich anschließende ehem. Gefängnishof liegt im ehemaligen Stadtgraben zwischen zwei Mauerzügen, von denen die talseitige die eigentliche Stadtmauer, die bergseitige die Zwingermauer ist. Turm und Gefängnis dokumentieren die Stadtbaugeschichte und Geschichte des Rechtswesens.

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Stadtbefestigung Im Zwinger 22
(Karte)
Bestehend aus: Stadtmauer, mit sämtlichen sichtbaren, in die Bebauung integrierten oder im Boden befindlichen Resten sowie Grabenbereichen, 13. Jahrhundert; Diebsturm (der Lange), im Kern 13. Jahrhundert, wieder errichtet 1692

Die im 13. Jahrhundert auf dem linken Nagoldufer angelegte, ein unregelmäßiges Rechteck bildende Kernstadt war wohl schon bald mit einer 1,5 - 1,9 m starken Mauer mit vorgelagertem Zwinger und Zwingermauer umgeben worden. Zugang zur Stadt gewährten drei Haupttore im Südosten, Nordwesten und Nordosten der Stadt. Im Lauf der Zeit kamen weitere Tortürme und Pforten hinzu, wovon der Diebsturm, auch Wächterturm oder „Der Lange“ genannt, als einziger bis heute erhalten ist; alle anderen Tore wurden Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen. Befestigt waren teilweise auch die Vorstädte, zudem bestand auch eine Verbindungsmauer zur Burg. Von den erhaltenen Stadtmauerresten und Türmen prägt „Der Lange“ die Stadtsilhouette des Ortes in entscheidendem Maße.

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Wohnhaus Im Zwinger 31
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit hohem massivem Sockelgeschoss und asymmetrischem Satteldach in Hanglage, Obergeschoss und Giebel straßenseitig über Balkenköpfen und Knaggen dreifach vorkragend, als eingeschossiger Bau errichtet, um 1800; nach Plänen des Architekten Alber durch Anheben der Traufseiten um ein Vollgeschoss erweitert, 1908

Das Fachwerkhaus liegt am Anfang einer giebelständigen Häuserzeile und entstand als ursprünglich zweigeschossiger Bau um 1800. Nach Plänen des Architekten Alber wurde es 1908 durch Anheben des Dachs an den Traufseiten um ein Vollgeschoss erweitert.

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Wohnhaus Im Zwinger 39
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk, giebelseitig dreifach vorkragend, Rundbogeneingang mit querrechteckigem Oberlicht, bauzeitliche Haustür mit vier Feldern und Klopfer, im Inneren Keller mit flacher Balkendecke, bauzeitliches Treppengeländer, Holzvertäfelung im Treppenhaus und in den Zimmern wohl 19. Jahrhundert, erbaut um 1800

Das Gebäude liegt in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern westlich der mittelalterlichen Befestigung der Stadt. Das massive Erdgeschoss fällt durch einen rundbogigen Hauseingang, der durch eine Holzrahmung mit Keilstein und eine originale barocke Tür mit vier Feldern und Klopfer betont ist, auf.

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Wohnhaus Im Zwinger 41
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling und südlicher Schleppgaube, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen am Obergeschoss, giebelseitig über Balkenköpfen vierfach vorkragend, rundbogige Ladeluke, an der Nordseite erschlossen, Keller mit flacher Balkendecke, um 1760

Das Gebäude liegt in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern westlich der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Es ist nach der Schätzung um 1760 entstanden. Der Hauseingang mit einer Tür vom Ende des 19. Jahrhunderts liegt an der Nordseite, da hier die Treppenverbindung zur Schillerstraße, die sog. Hundert Stäffele, liegt.

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Wohnhaus Im Zwinger 47
(Karte)
Schmaler, ein- bis zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, Zwillingsfenster im Giebel, an der nördlichen Traufseite überdachter Eingang, im hinteren Teil Keller mit Balkendecke, errichtet nach 1781 und vor 1835

Das nur zwei Achsen breite Fachwerkhaus fällt in der Häuserreihe westlich der ehemaligen Stadtbefestigung durch seine Kleinheit auf. In dem Haus wäre genügend Raum für Wohnung und auch Werkstatt eines allerdings bescheidenen Handwerkers gewesen. Aufgrund der vorhandenen historischen Karten ist das Gebäude zwischen 1781 und 1835 entstanden. Damit ist es von Bedeutung sowohl aufgrund seines Seltenheitswerts als klein dimensioniertes Fachwerkhaus aus der Zeit um 1800 als auch als Dokument der Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Inselgasse 1
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, über Balkenköpfen und teils kielbogig gefasten Schwellen straßenseitig vierfach vorkragend, am Obergeschoss zwei geschweifte Andreaskreuze in Fensterbrüstungen, an den Obergeschossen gleichmäßig gereihte Fenster mit hölzernen Klappläden, rundbogige Ladeluke im Giebelspitz, im Inneren zwei tonnengewölbte Keller, für Georg Friedrich Giebenrath errichtet, 1712

Das mächtige Fachwerkhaus steht in städtebaulich aussagekräftiger Lage an der Auffahrt der unteren Brücke am Rande des ehemaligen Burgweilers. Es wurde 1712 für Georg Friedrich Giebenrath errichtet. Ab 1846 war es in Besitz der Familie Stroh, die zu den Strumpfwebern gehörte. Ab 1905 firmierte die Familie als Hersteller von Trikotwaren. Das Dach wurde wohl im 19. Jahrhundert angehoben, so dass ein weiteres Vollgeschoss entstand. Das Haus hat Bedeutung für die Stadtbaugeschichte an einer Nahtstelle zwischen unterer Vorstadt im engeren Sinn und Burgweiler. Zudem erinnert es an die Bedeutung, die die Strumpfweberei und Trikotherstellung einst im Calwer Wirtschaftsleben besaßen.

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( Wikidata)

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Wohnhaus Inselgasse 11
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, am straßenseitigen Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, am Obergeschoss gleichmäßig gereihte Fenster mit hölzernen Klappläden, spätes 18. Jahrhundert

Der bescheiden dimensionierte Bau gibt sich als Wohnhaus eines der weniger begüterten Einwohner in der Unteren Vorstadt zu erkennen.

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( Wikidata)

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Kellergebäude der Unteren Mühle Inselgasse 21
(Karte)
Eineinhalbgeschossiger, in den Hang gebauter, verputzter Massivbau mit Satteldach, Eckquaderung und Gewände der Tür- und Fensteröffnungen in Buntsandstein, im nördlichen Teil segmentbogiger Eingang und zwei kleine übereinander liegende Fenster, im südlichen Teil zwei Rundbogentore zu zwei tonnengewölbten Kellern, zwischen diesen Inschrifttafel mit Wappenkartusche, südlicher Teil 1624 (i), nördlicher Teil 1771 (i)

Das Kellergebäude der ehemaligen Unteren Mühle wurde in den Hang über der Stadt gebaut; der südliche Teil 1624, der nördliche Teil 1771. Das Gebäude ist durch zwei Rundbogeneinfahrten geprägt, die in zwei tonnengewölbte Keller führen. Zwischen den beiden Gewölbekellern ist eine Inschrifttafel mit der Jahreszahl 1624, dem Namen Simon Kleinbuob und dem Rad auf einer Wappenkartusche in die Wand eingemauert. Auf dem Türsturz des Hauseingangs ist die Inschrift der Eigentümer der Unteren Mühle von 1771, Johann Martin Kolb und seiner Frau Maria Margaretha Kolbin eingeschlagen. Das Lagergebäude ist der einzige erhaltene Teil der Unteren Mühle, die im 18. Jahrhundert von der Calwer Compagnie - einem Zusammenschluss der lokalen Tuchhändler - aufgekauft wurde.

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Ev. Stadtkirche St. Peter und Paul Kirchplatz 2
(Karte)
Dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff aus Buntsandstein, eingezogener Chor mit 3/8-Schluss, Chorflankenturm mit Spitzhelm, südlich Sakristeianbau, im Inneren kreuzrippengewölbte Stufenhalle mit Emporen, neugotische Ausstattung teilweise erhalten, Sakristei mit Netzrippengewölbe und figürlichen Schlusssteinen, 1505, Reste einer Jakobskapelle zwischen Turm und Chor, um 1200, neben dieser erster Kirchenbau errichtet, um 1260, Neubau Chor Ende 14. Jahrhundert, vergrößernder Neubau von Schiff und Turm (über der Jakobskapelle) von Peter von Breisach, 1505, teilweise Zerstörung 1634 und 1692, Wiederaufbau, 1655 und 1700, Neubau anstelle des baufälligen Langhauses und Turms nach Plänen des Stuttgarter Baurats Felix von Berner, 1884 bis 1888; am Außenbau Kreuzigungsgruppe, 17. Jahrhundert; Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs von Eugen Mäckle, 1922

Die Ev. Stadtkirche Peter und Paul liegt erhöht am nördlichen Ende des Marktplatzes. Der heutige Bau wurde 1884 bis 1888 nach Plänen des Stuttgarter Baurats Berner im neugotischen Stil errichtet, nachdem das barocke Schiff von 1700 baufällig geworden war. Teile von mittelalterlichen Vorgängerbauten sind in Chor und Turmbereich erhalten. Der neugotische Turm an der Nordseite steht im unteren Teil auf den Mauern der Hirsauischen Jakobskapelle, die um 1200 datiert wird. Der gotische Chor mit den hohen steilen Spitzbogenfenstern ist dem 1428 geweihten mittelalterlichen Bau zuzurechnen, während der südliche Choranbau 1505 von Peter von Breisach im Zuge des Neubaus des Schiffs hinzugefügt wurde. Das Innere ist eine dreischiffige neugotische Stufenhalle mit Pfeilern, die ein Kreuzrippengewölbe tragen. Der eingezogene Chor mit dreiseitigem Abschluss ist durch ein niedrigeres Querschiff vom Hauptschiff getrennt. Der längsgerichtete Raum ist mit Emporen ausgestattet. Die neugotischen Kirchenbänke, das Chorgestühl nach Ulmer Vorbild und die Brüstungen wurden von dem Bildhauer Maurer aus Stetten, der Schalldeckel der Kanzel von dem Bildhauer Wolf aus Horb gefertigt. Die Kanzel aus französischem Kalkstein wurde von dem Bildhauer Raisch aus Stuttgart ausgearbeitet. Die fünf Glasfenster im Chor sind Stiftungen Calwer Familien und wurden in der Zeit von 1887 bis 1915 nach Entwürfen Münchner Künstler angefertigt. Das 1655 gestiftete Holzkruzifix an der nördlichen Chorwand ist besonders hervorzuheben, da es eines der wenigen erhaltenen Ausstattungsstücke der Vorgängerkirche von 1655 ist. Anlässlich der Neugestaltung des Innern durch Prof. Seyffer, Stuttgart, wurden die neugotische Ausmalung, der Bodenbelag, Altar und Taufstein entfernt. Die Fenster unter der Empore im Schiff wurden 1930 bis 1932 und 1958 nach Entwürfen von Rudolf Yelin d. J., Stuttgart, erneuert.

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( Wikidata)

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Lateinschule (heute Volkshochschule) Kirchplatz 3
(Karte)
Zweigeschossiger, zwölfachsiger Bau in Eck- und leichter Hanglage mit Satteldach, Sockel und Erdgeschoss massiv und weitgehend verputzt, an der Hangseite mit Teilen der Stadtmauer, darüber Fachwerk mit Zierformen, beide Giebel über beschnitzten Balkenköpfen und Knaggen sowie profilierten Schwellen vierfach vorkragend, rundbogiger Kellerabgang, an Erd- und Obergeschoss gleichmäßig gereihte Fenster, in den Giebeln rund- und segmentbogige Ladeluken, zum Kirchplatz spitzgiebliges dreiachsiges Zwerchhaus, im Inneren zwei tonnengewölbte Keller, als städtische Schule von den Zimmerleuten Günther und Martin errichtet, 1695

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Die Alte Lateinschule liegt südwestlich der Ev. Stadtkirche am Rand der befestigten mittelalterlichen Stadt. Die hangseitigen Keller- und Erdgeschossmauern sind Teil der Stadtmauer. Das mächtige Gebäude mit viergeschossigem Dachstuhl wurde 1695 als städtische Schule von den Zimmerleuten Günther und Martin errichtet. Bis 1766 waren in dem Gebäude die deutsche und die lateinische Schule untergebracht, außerdem wohnten der lateinische Präzeptor und der deutsche Schulmeister darin. In dem mächtigen Dachraum war die Fruchtkammer der Geistlichen Verwaltung untergebracht. Es ist von Bedeutung für die Stadtbaugeschichte als ehemalige städtische Schule seit 1696, aber auch für die Geschichte des Fachwerkbaus allgemein.

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Villa Autenrieth mit Garten Krankenhausstaffel 3
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit überstehendem Krüppelwalmdach und niedrigerem Querbau, ebenfalls mit Krüppelwalm, Erdgeschoss in Sandsteinmauerwerk, Obergeschoss verputzt, Giebelgeschoss verschindelt, an der Talseite zwei Eckerker, mehrseitiger Standerker an der Südwestseite, zweiseitiger Erker an der Südostecke, Architekten Dollinger und Fetzer, Stuttgart, 1912

Die Villa wurde für den Stadtarzt Dr. Oskar Autenrieth nach Plänen der Architekten Dollinger und Fetzer 1912 unterhalb des Krankenhauses in einem Hanggelände errichtet. Das Gebäude vereinigt regionaltypische Bauweisen mit modernen, asymmetrischen Gestaltungsprinzipien. Es wurde ab 1955 mehrfach umgenutzt, zunächst als Schule, dann als Internat bzw. Wohnheim.

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Wohnhaus Kronengasse 1
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Sockel aus Steinquadern und Satteldach, 1. Obergeschoss traufseitig vorkragend, straßenseitig 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, symmetrische Fassadengestaltung, im Giebelspitz ehemalige Ladeluke, tonnengewölbter Keller, 18. Jahrhundert, für den Buchhändler Emil Georgii umgebaut, 1872

Das Gebäude führt vom Marktplatz gesehen eine Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern des 18. Jahrhunderts an. Das teilweise über einem tonnengewölbten Keller stehende Gebäude wurde 1872 grundlegend für den Buchhändler Emil Georgii modernisiert. Als Wohn- und Geschäftshaus der Familie Georgii, die das Wirtschafts- und Kulturleben in Calw mitprägte, hat das Gebäude stadtgeschichtliche Bedeutung.

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Wohnhaus Kronengasse 3
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit massivem Sockel in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, Hauseingang an der bergseitigen abgeschrägten Hausecke, an der Talseite Rundbogeneingang zu großem tonnengewölbten Keller, 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist Bestandteil einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern an der zum Marktplatz ansteigenden Kronengasse. Das Haus weist strenges konstruktives Fachwerk auf und dürfte Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden sein. Es steht an der Talseite über einem großen tonnengewölbten Keller, der über einen Rundbogeneingang an der Straßenseite zugänglich ist und der belegt, dass der Weinbau einst in Calw eine gewisse Rolle spielte.

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Wohnhaus Kronengasse 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Sockel und Satteldach in Hanglage, Obergeschoss und Giebel straßenseitig schwach vorkragend, gleichmäßig gereihte Fenster mit Klappläden, im Giebelspitz Ladeluke, tonnengewölbter Keller, um 1700

Das Gebäude ist Bestandteil einer Dreiergruppe von giebelständigen Fachwerkhäusern an der ansteigenden Kronengasse. Das ursprünglich in Sichtfachwerk errichtete Haus ist nach den geschwungenen Streben im Giebel zu schließen wohl um 1700 entstanden. Es steht teilweise über einem tonnengewölbten Keller. Als in die Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg zurückreichendes Gebäude dokumentiert es die Stadtbaugeschichte im späten 17./frühen 18. Jahrhundert.

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Hofanlage Kronengasse 9
(Karte)
Bestehend aus:
  • dreigeschossiges verputztes Wohnhaus, Walmdach mit zwei großen Giebelgauben, massives Erdgeschoss mit drei Rundbogenöffnungen, darüber Fachwerk, an den Obergeschossen vorkragend, breites Traufgesims, zwei tonnengewölbte Keller, im Kern zwei Gebäude aus der Zeit nach 1692, durch Architekt Kohler zu einem Gebäude zusammengefasst und umgebaut, 1916;
  • zweigeschossiger firstparalleler Remisenanbau mit Satteldach zur Kronengasse, im massiven Erdgeschoss große vermauerte Rundbogeneinfahrt, Raum mit Tonnengewölbe, vor 1781;
  • nördlicher mächtiger Scheunenanbau mit Mansarddach in gleicher Firstrichtung, vor 1781

Die große ehemalige Hofanlage besteht aus einem stattlichen Wohnhaus, einem schmalen Remisenanbau zur Kronengasse und einem mächtigen Scheunenbau an der anderen Seite. Das nach dem großen Stadtbrand von 1692 neu aufgebaute Wohnhaus wurde 1916 in qualitätvoller Weise von dem Architekten Kohler umgebaut. Das damals der Bierbrauerfamilie Rau gehörende Gebäude weist im Erdgeschoss im nördlichen Teil einen großen tonnengewölbten Keller und im südlichen hinteren Teil einen weiteren Keller auf. In dem Remisenbau ist ebenfalls ein Raum mit Tonnengewölbe vorhanden. Es ist anzunehmen, dass die Hofanlage schon seit Jahrhunderten zur Lagerung und Herstellung von Bier oder Wein diente. Als eine der stattlichsten, im Calwer Altstadtkern erhaltenen Hofanlagen ist das Anwesen von hoher Bedeutung für die Stadtbaugeschichte und dokumentiert Lebens- und Wirtschaftsweisen wohlhabender Calwer Bürger in der Frühen Neuzeit.

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Milchsammelstelle Länderweg 1
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Bau mit an der Straßenseite vorkragendem Satteldach, zweiläufige Podesttreppe, nach Plänen des Calwer Architekten Kohler für die Milchverwertungsgenossenschaft nördlicher Schwarzwald GmbH Ebhausen errichtet, 1938

Der 1938 erstellte Bau diente als Sammelstätte der von den umliegenden Bauern produzierten Milch. Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde die Milchverarbeitung immer stärker von den Höfen in gemeinschaftliche Einrichtungen und Molkereien verlagert. Zunächst wurde die Milch meist mit Pferdefuhrwerken von den einzelnen milchliefernden Höfen abgeholt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden dann verstärkt Milchsammelstellen, meist an zentraler Stelle im Dorf errichtet. Sie dienten der Sammlung und Kühlung der Milch bis zum Weitertransport, waren zugleich aber auch soziale Treffpunkte der Bevölkerung. Die Milchsammelstelle in Alzenberg ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für einen dieser Dorfgemeinschaftsbauten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie ein beredtes Zeugnis regionaler Wirtschaftsgeschichte.

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Gefallenendenkmal Länderweg
(Karte)
Roh behauener spitzwinkliger Sandsteinblock mit metallener Inschrifttafel, an der Spitze Medaillon mit Soldatenhelm vor Eichenlaub, um 1920

Das nach Errichtung eines eigenen Friedhofs in Alzenberg im Jahr 1958 vom Lindenplatz dorthin versetzte Denkmal ist ein charakteristisches Zeugnis des kommunalen Gedenkens an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit Erweiterung für die Toten des Zweiten Weltkriegs. Es ist Zeugnis der von zwei großen historischen Kriegsereignissen beeinflussten Ortsgeschichte von Alzenberg.

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Villa Giebenrath Lange Steige 5
(Karte)
Zweigeschossiger Backsteinbau mit Stuttgarter Dach, Mittelrisalit mit Treppengiebel und Figurennische, Garten mit Einfriedung, nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker für den Weinhändler Louis Giebenrath, 1899

Die Villa in einem Gartengrundstück wurde 1899 an der Langen Steige, der alten Ortstraße nach Stuttgart, errichtet. In dem Gebäude sind Bauformen der deutschen Renaissance und des Barock zu einem eindrucksvollen Bau verarbeitet. Es hat Bedeutung für die Geschichte des traditionell ausgerichteten Villenbaus in der Region ebenso wie für die Calwer Stadtbaugeschichte um 1900.

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Villa Lange Steige 14
(Karte)
Zweigeschossiger und giebelständiger, verschindelter Holzbau, Erdgeschoss Massiv, Schopfwalmdach, großer Risalitbau mit flankierenden Standerkern, Einfriedung zur Straße mit Gartentor, nach Plänen des Werkmeisters Honecker für den Oberamtstierarzt E. Pfeiffer

Die Villa in ihrer jetzigen Erscheinung ist ein herausragendes Beispiel für den ländlichen Holzbau des späten 19. Jahrhunderts und besitzt sowohl bauhistorische als auch kulturgeschichtliche Bedeutung. Das zweigeschossige Gebäude mit seinem giebelständigen Aufbau und dem prägnanten Schopfwalmdach stellt eine typische Form der Architektur dieser Epoche dar, wobei der große Risalitbau mit flankierenden Standerkernen besonders hervorzuheben ist. Das Erdgeschoss ist massiv ausgebaut, was in der Region für diese Bauweise typisch war.

Der Verschindelungsstil der Holzfassade unterstreicht die traditionelle und regionaltypische Bauweise und trägt zum Charakter des Gebäudes bei. Besondere Bedeutung kommt der Villa durch ihre Entstehung nach den Plänen des Werkmeisters Honecker zu, der mit seiner Arbeit maßgeblich zur Gestaltung des ländlichen Raumcharakters beigetragen hat. Sie wurde für den Oberamtstierarzt E. Pfeiffer errichtet, wodurch auch eine sozialgeschichtliche Relevanz entsteht, da solche Bauten häufig mit der Geschichte der örtlichen Landwirtschaft bzw. des damit verbundenen Veterinärwesens und deren Entwicklung verbunden sind.

Die Einfriedung zur Straße mit einem Gartentor trägt zum Eindruck des sehr vollständig erhaltenden ursprünglichen Erscheinungsbildes bei und verstärkt die historische Wirkung des Gebäudes im Kontext seiner Umgebung.

Insgesamt stellt die Villa ein wichtiges Zeugnis der regionalen Baukultur dar, das die sozialen und kulturellen Bedingungen seiner Entstehungszeit widerspiegelt und daher aus denkmalpflegerischer Sicht besonders schützenswert ist.

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Wohnhaus Lederstraße 2
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Krüppelwalmdach in Ecklage, massives Erdgeschoss mit jüngerem Ladeneinbau, darüber konstruktives Fachwerk, giebelseitig gleichmäßig gereihte Fenster, im Giebelspitz Ladeluke, 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Das schmuck- und vorkragungslose Fachwerk weist auf eine Erbauung des Hauses in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts hin. Es ist ein Dokument der Stadtbaugeschichte in der Frühen Neuzeit und bildet den Auftakt der Lederstraße, einer der beiden wichtigen Nord-Süd-Achsen der Calwer Altstadt.

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( Wikidata)
Wohnhaus Lederstraße 11
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, zweigeschossigem Zwerchhaus und flankierenden Schleppgauben zur Kronengasse, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Giebel zweifach vorkragend, am Obergeschoss gleichmäßig gereihte Fenster mit Klappläden, im Giebelspitz Zwillingsfenster, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus stand schon im 18. Jahrhundert als einzelnes Haus an der Ecke zur Kronengasse, von den Nachbarhäusern durch Hofraum und Garten getrennt. Thermografische Untersuchungen haben gezeigt, dass das Gebäude unter Putz reich verziertes Fachwerk aufweist, das in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sein dürfte. Es ist von Bedeutung für die Stadtbau- und Siedlungsgeschichte und belegt das Wohnen und Wirtschaften an einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt.

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Wohnhaus Lederstraße 17
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, großer Torfahrt und segmentbogigen Fenstern, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschwungenen Andreaskreuzen und Streben, am Giebel über Balkenköpfen bzw. reich profilierten Schwellen vorkragend, am 1. Dachgeschoss Fenstererker, im 2. Dachgeschoss Zwillingsfenster, im 3. Dachgeschoss Ladeluke, unmittelbar nach dem Stadtbrand von 1692 erbaut, 1693

Das Gebäude hat Anteil an einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern an der Lederstraße. Das unmittelbar nach dem Stadtbrand von 1692 erbaute Haus weist ein Zierfachwerk mit geschwungenen Andreaskreuzen und Streben, die in der Giebelspitze mit Nasen besetzt sind, auf. An der Traufseite sind Rautenmuster sichtbar. Das Gebäude wurde im 19. Jahrhundert meistens von Gerbern bewohnt. Anlässlich einer grundlegenden Renovierung im Jahr 1984 wurde die Fachwerkkonstruktion wieder ausgerichtet, die ehemalige rundbogige Toreinfahrt allerdings in größeren Dimensionen nachempfunden. Das Gebäude dokumentiert die Stadtbaugeschichte, die Wirtschaftsgeschichte und die Geschichte des Fachwerkbaus um 1700.

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( Wikidata)

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Wohnhaus Lederstraße 22
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives (neu erstelltes) Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, an den Obergeschossen gleichmäßig gereihte Fenster mit Klappläden, im Giebel Ladeluke, flankiert von zwei kleinen Segmentbogenfenstern, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Das ehemalige Handwerkerhaus, das nach Ausweis des vorkragungslosen konstruktiven Fachwerks in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sein dürfte, ist wichtiger Beleg der Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte von Calw.

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Wohnhaus Lederstraße 23
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit niedrigem massivem Sockel in Ecklage, Satteldach, Obergeschoss weit vorkragend, Giebel über Balkenköpfen schwach vorkragend, am Obergeschoss gleichmäßig gereihte Fenster mit Klappläden, vom Weißgerber Johann Mörsch errichtet, 1693

Das Gebäude ist Eckhaus zur Biergasse hin und führt gleichzeitig eine Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern in der Lederstraße an. In dem 1693 von dem Weißgerber Johann Mörsch errichteten Gebäude wohnten und arbeiteten lange Zeit Gerber, dann Zuckerbäcker. Ab 1806 wohnte der Stadtbaumeister Simon Werner und später sein Sohn Christian Martin Werner, ebenfalls Stadtbaumeister, in dem Haus. Ab 1867 zog der Buchdruckereimeister Oelschläger und die Vorgängerzeitung der heutigen Kreisnachrichten ein. Das Gebäude hat als Handwerkerhaus, Wohnung zweier Stadtbaumeister und Sitz des Calwer Wochenblatts Bedeutung für die Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte.

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( Wikidata)

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Wohnhaus Lederstraße 24
(Karte)
Viergeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, rückseitige, zur Nagold gelegene Giebelseite steht auf der Stadtmauer, teilweise massives Erdgeschoss und 1. Obergeschoss, ansonsten Fachwerk, verputztes Obergeschosse und Giebel mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze und genaste Büge, am Erdgeschoss segmentbogige Schaufenster, an den Obergeschossen gleichmäßig gereihte Fenster, im Giebel Ladeluke, um 1700

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das viergeschossige Fachwerkhaus steht durch einen Hofraum getrennt zurückversetzt von der Straße. Die rückseitige, zur Nagold gelegene Giebelseite steht auf den Stadtmauern. Das um 1700 errichtete Gebäude zeigt nach der Freilegung der straßenseitigen Fachwerkfassade ein reiches Zierfachwerk mit verzierten Andreaskreuzen und geschwungenen Streben mit Nasen. Auffallend ist die Höhe des Hauses. Auf beiden Seiten geben am Giebel Luken einen Hinweis auf Lagernutzungen früherer Zeiten. Das Gebäude dokumentiert die Wiederaufbauphase nach dem Stadtbrand von 1692 ebenso wie Wohn- und Arbeitsverhältnisse in der Frühen Neuzeit. Besondere stadtgeschichtliche Bedeutung besitzt es als Wohnhaus der Familie von Hermann Hesse in den Jahren 1889 bis 1893.

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Wohnhaus Lederstraße 25
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, (Erdgeschoss und 1. Obergeschoss teilweise massiv erneuert), ansonsten Fachwerk, teilweise mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze und geschwungene Streben, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, im Giebelspitz Ladeluke, um 1700

Das Gebäude hat wichtigen Anteil an einer Gruppe von giebelständiger Fachwerkhäuser an der Lederstraße. Das Zierfachwerk mit Andreaskreuzen, geschwungenen Streben und kombinierten Formen ist in die Zeit um 1700 zu datieren. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaft an einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt.

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Wohnhaus Lederstraße 26
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Zwerchhaus, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an Ober- und 1. Dachgeschoss straßenseitig gleichmäßig gereihte Fenster, im Giebel zwei Ladeluken, 18. Jahrhundert

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das Fachwerkhaus fällt durch seine Gedrungenheit auf, da das Haus relativ breit im Verhältnis zur Höhe ist. Die beiden oberen Dachgeschosse sind noch in ihrem ursprünglichen Zustand überliefert und durch zwei rundbogige Ladeluken charakterisiert. Es ist von Bedeutung für die Stadtbau- und Siedlungsgeschichte und belegt das Wohnen und Wirtschaften an einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt.

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Wohnhaus Lederstraße 27
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen im Giebel, am Obergeschoss traufseitig schwach vorkragend, am straßenseitigen Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen zweifach vorkragend, am straßenseitigen Obergeschoss gleichmäßig gereihte Fenster, im Giebel Ladeluke, 1715

Das Gebäude steht in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern an der Lederstraße. Die Giebelfassade weist reiches Zierfachwerk mit geschwungenen Andreaskreuzen, Rautenformen und geschwungenen Streben mit Nasen auf. Laut Überlieferung wurde das Gebäude 1715 errichtet und dokumentiert damit die Stadtbaugeschichte Calws und die Geschichte des Fachwerkbaus im frühen 18. Jahrhundert.

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Wohn- und Geschäftshaus Lederstraße 30
(Karte)
Zurückversetzt von der Lederstraße gelegen, breitgelagerter zweigeschossiger Bau, der an der Nagoldseite an die ehemalige Stadtmauer grenzt, die wohl im Erdgeschoss mit #verwendet wurde, Krüppelwalmdach mit Zwerchhaus und Gauben, massives verputztes Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, am Obergeschoss gleichmäßig gereihte Fenster mit Klappläden, tonnengewölbter Keller, 1790 mit älterem Kern

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das zweigeschossige, traufständige Gebäude liegt zurück von der Lederstraße und grenzt an der Nagoldseite an die Stadtmauer, die wohl im Erdgeschoss mitverwendet wurde. Das elfachsige Gebäude erhielt sein heutiges Aussehen 1790. Es gehörte zusammen mit Nr. 28 für lange Zeit bedeutenden Familien der Calwer Zeughandels-Compagnie, zuerst der Familie Wagner, dann Dörtenbach und ab 1875 Schauber. Das Gebäude, das heute zu einem Geschäftszentrum gehört, ist vor allem von der anderen Nagoldseite sichtbar, an der anderen Seite ist es weitgehend durch die Lederpassage verdeckt. Als repräsentativer Bau an der Nagold dokumentiert es die Stadtbaugeschichte wie auch die Wohnweise der tonangebenden Calwer Familien im 18. und 19. Jahrhundert.

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Andreähaus Lederstraße 32
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, an der Nagoldseite von der Stadtmauer gebildet, an der Nordostecke Eckquaderung mit Abschrägung und Falz (Verweis auf das ehemals hier stehende Stadttor), darüber Zierfachwerk, u.a. mit geschweiften Andreaskreuzen und genasten Bügen, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, am Giebel segmentbogige Fenster und Ladeluken, nach 1692

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das Fachwerkhaus liegt mit der Traufseite an dem alten Weg zu einem Stadttor, wohl dem Gerbertor, das schon auf dem Plan von 1781 zu einem Steg über die Nagold führte. Das Erdgeschoss der Flussseite wird durch Reste der Stadtmauer gebildet. Die Eckquaderung mit Abschrägung und Falz verweist auf das ehemalige Stadttor. Das wohl nach dem großen Stadtbrand von 1692 neu errichtete Gebäude weist ein reiches Zierfachwerk mit verzierten Andreaskreuzen, Rautenmustern und geschwungenen Streben mit Nasen auf. Es wurde anstelle des Reischacher Hofs errichtet. Es beherbergte zunächst Färber, anschließend das neue Kaufhaus der Zeughandelskompagnie (1714 bis 1797), dann eine Tuch- und Kratzenfabrik. 1878 erwarb der evangelische Verein das Haus und ließ es durch den Werkmeister Weyhenmeyer zum Gemeindehaus umbauen. Das heute nach dem berühmten lutherischen Theologen Johann Valentin Andreä benannte Vereinshaus dokumentiert die Wirtschaftsgeschichte und die Kirchengeschichte Calws ebenso wie die Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg.

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Wohnhaus Lederstraße 33
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, mit Zierformen im Giebel, u.a. geschweifte Andreaskreuze und genaste Büge, am Obergeschoss über profilierten Schwellen und am Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, im Giebel zwei Ladeluken, um 1700

Das Fachwerkhaus bildet mit dem nördlich davon gelegenen Gebäude der Stadtapotheke eine Fachwerkgruppe vor der Abzweigung der Torstraße. Das wohl um 1700 errichtete Gebäude diente Ende des 19. Jahrhunderts dem Rotgerber und Lederhändler Wochele als Wohn- und Geschäftshaus. Das Zierfachwerk der Giebelseite zur Straße zeigt geschwungene Streben mit Nasen und ein verziertes Andreaskreuz. Die vielen Rundbogenöffnungen im 2. und 3. Dachgeschoss verweisen auf die frühere Nutzung als Lagerraum. Das Gebäude ist von Bedeutung für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Calws und dokumentiert den Wiederaufbau der Stadt nach dem großen Brand des Jahres 1692.

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Wohnhaus Lederstraße 34
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze und genaste Büge, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, straßenseitig gleichmäßig gereihte Fenster, nach 1692; schmiedeeiserner Wirtshausausleger mit vollplastischem goldenem Bären

Das Fachwerkhaus wurde nach dem großen Brand von 1692 von der Metzgerfamilie Schnaufer errichtet und beherbergte lange Zeit Gerberfamilien. Erst 1880 wurde in dem Gebäude eine Schankwirtschaft eingerichtet. 1922 erhielt der Besitzer das Recht, eine Gastwirtschaft zu betreiben und den Namen Zum Bären zu führen. Das Sichtfachwerk weist verzierte Andreaskreuze, geschwungene Streben mit Nasen und Rauten auf. Bemerkenswert ist auch der Wirtshausausleger. Das Gebäude dokumentiert die Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte Calws in der Frühen Neuzeit.

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Wohnhaus Lederstraße 35
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling und Zwerchhaus, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, mit Zierformen, u.a. (geschweifte) Andreaskreuze und geschwungene Streben, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, gleichmäßig gereihte Fenster, nach 1692

Das mächtige, dreigeschossige Fachwerkhaus markiert die Ecke zur Torgasse, die parallel zur nördlichen Stadtmauer verlief. Das wohl nach dem großen Stadtbrand von 1692 neu errichtete Gebäude fällt durch seine Größe auf. Auf der Rückseite sind in der Mittelachse durchgehend Ladeöffnungen sichtbar, die auf die große Lagernutzung des Dachstuhls und später auch der unteren Geschosse verweisen. Das Gebäude belegt den Wohlstand des Erbauers, der es ihm unmittelbar nach den Verheerungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges erlaubte, ein so stattliches Haus zu errichten. Es dokumentiert die Calwer Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte in der Frühen Neuzeit.

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Wohn- und Geschäftshaus Lederstraße 36
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives an der Rückseite an die ehemalige Stadtmauer grenzendes Erdgeschoss mit jüngerem Ladeneinbau, darüber Fachwerk, am Giebel vorkragend, hier rundbogige Ladeluke, tonnengewölbter Keller, 18. Jahrhundert

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das Gebäude liegt in einer Reihe von Fachwerkhäusern und bildet mit Nr. 40 die seitliche Rahmung des Vorgartens von Haus Nr. 38. Das im 18. Jahrhundert errichtete Haus grenzt an der Rückseite an die Stadtmauer. Hier befindet sich auch der tonnengewölbte Keller. Das massive Erdgeschoss, das früher Remise und Lagerräume beherbergte, wurde mehrfach umgebaut. Damit ist das Gebäude ein Beleg der Calwer Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte in der Frühen Neuzeit.

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Stälinsches Anwesen Lederstraße 38
(Karte)
Villa Wagner, bestehend aus:
  • Wohnhaus (Nr. 38), dreigeschossiger traufständiger verputzter Bau mit Walm- und Plattformdach, im Kern 18. Jahrhundert, um drei Fensterachsen nach Norden und um schmäleren zurückgesetzten Anbau verlängert, 1835, um ein Geschoss erhöht und Anbau in der Flucht des Hauptbaus vorgezogen, Mittelrisalit ebenfalls aufgestockt und durch Plattformdach gedeckt, 1898;
  • Garagenbau mit Stadtmauer (Nr. 38a), an die Stadtmauer angebaut, Obergeschoss in Fachwerk, 1854;
  • sog. Türkisches Dampfbad (Nr. 38b), Waschhaus und Geflügelstall, Sandsteinquaderbau mit Plattformdach aus Zinkblech, achtzackige Sternöffnungen, vor 1835;
  • Gartenpavillon (Nr. 38/2), zweigeschossiger oktogonaler Bau mit Zeltdach, verputztes Fachwerk über Sandsteinsockel, Erdgeschoss als offene Halle gebildet, an den Ecken hölzerne Halssäulen, vor 1835;
  • Reste des Ziergartens zur Nagold hin (Flst. 226);
  • ehemaliger Gemüsegarten (Flst. 225) mit Gartenhäuschen, um 1920;
  • ehemaliger Ziergarten zur Lederstraße (Flst. 227)

Das Stälin’sche, später Wagner’sche Anwesen besteht aus der stattlichen Villa, dem auf die Stadtmauer gesetzten Garagenbau, dem sog. Türkischen Dampfbad (hinter der klingenden Bezeichnung verbirgt sich ein Waschhaus), dem Gartenpavillon, den Resten des Ziergartens zur Nagold, dem ehemaligen Gemüsegarten mit dem Gartenhäuschen und dem Ziergarten zur Lederstraße. Die Villa enthält im Kern noch ein spätbarockes Gebäude, was in den sieben südlichen Fensterachsen abzulesen ist. Das ursprünglich zweigeschossige Gebäude wurde kurz vor 1835 um drei Achsen durch einen schmäleren zurückgesetzten Anbau verlängert und schließlich 1898 um ein Geschoss erhöht und der Anbau in der Flucht des Hauptbaus vorgezogen. Der ursprüngliche Mittelrisalit des Barockgebäudes wurde ebenfalls aufgestockt und durch ein Plattformdach gedeckt. Stadtgeschichtlich interessant ist, dass in dem Haus 1805 der berühmte Historiker Christoph Friedrich Stälin als Sohn des späteren Chefs der Holzhandelsgesellschaft Jakob Friedrich Stälin geboren wurde.

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Haus Schnaufer Lederstraße 39
(Karte)
Dreigeschossiger giebelständiger Fachwerkbau mit niedrigem Sandsteinsockel, Satteldach mit Aufschiebling, reiches Zierfachwerk, an Obergeschoss und Giebel fünffach vorkragend, große Toreinfahrt im Erdgeschoss, dreiseitiger Erker im 2. Obergeschoss, zahlreiche rundbogige Ladeluken im Giebel, für den Compagnieverwandten Hans Jakob Schill d. J. errichtet, 1694 (i)

Das mächtige Fachwerkhaus mit viergeschossigem Dachstuhl setzt einen starken Akzent in der ehemalige Unteren Vorstadt. Es wurde entsprechend der Jahreszahl 1694 am Erker des zweiten Obergeschosses für den Compagnieverwandten der Calwer Zeughandelsgesellschaft Hans Jakob Schill d. J. errichtet. Von 1751 bis 1756 wurden in dem Haus Versuche zur Herstellung von Porzellan gemacht. Davor und danach wurde bis ins 20. Jahrhundert Weinhandel darin betrieben. 1978 brannte der Dachstuhl aus und wurde aus statischen Gründen in eine stehende Konstruktion mit Unterstützung von Stahlstützen anstatt der liegenden Konstruktion des historischen Dachstuhls umgewandelt. Das imposante Gebäude mit dem weit vorkragenden Giebel fällt in der Lederstraße durch seine Größe und seinen Schmuckreichtum auf und verweist damit auch auf den Wohlstand des Erbauers.

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Gasthaus Zur Goldenen Rose Lederstraße 40
(Karte)
Zweigeschossiger giebelständiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, an der südöstlichen Traufseite mit Sandsteingliederung, darüber Fachwerk mit Zierformen, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen, kielbogig gefasten oder profilierten Schwellen vorkragend, um 1700, Zwerchhaus an der Traufseite aufgesetzt, um 1800, Sandsteingliederung an der Traufseite, um 1900

Das zweigeschossige Fachwerkhaus liegt nordwestlich der Grünanlage von Lederstraße 38, dem ehemaligen Ziergarten der Villa Stälin bzw. Wagner. Das Zierfachwerk der Giebelseite, das Andreaskreuze, geschwungene Streben mit Nasen und eine Raute aufweist, lässt auf eine Entstehung um 1700 schließen. Die Traufseite im Erdgeschoss weist eine anspruchsvolle historisierende Sandsteingliederung um 1900 auf. In dem Haus befand sich lange Zeit das Gasthaus Zur Goldenen Rose, in dem dank einer Stiftung reisende Buchbindergesellen wohnen konnten. Anfang des 20. Jahrhunderts war es das Haus des Oberamtsarztes und später des Stadtarztes. Ab 1912 war die Bezirkskrankenkasse, später die Ortskrankenkasse Eigentümer und Nutzer.

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Färber- und Gerberhaus Lederstraße 42
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, 2. Obergeschoss und Giebel vorkragend, an der Rückseite zwei Holzlauben im 1. und 2. Obergeschoss, tonnengewölbter Keller mit Sandsteinplatten, für den Färber Simon Bozenhardt errichtet, 1711

Das Gebäude liegt in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern. Das für seine Höhe relativ schmale Haus wurde 1711 für den Färber Simon Bozenhardt errichtet. Über Jahrhunderte wohnten und arbeiteten in dem Haus Gerber und Färber. Bemerkenswert sind auf der Rückseite zwei Holzlauben im 1. und 2. Obergeschoss, die fest mit der Fachwerkkonstruktion verbunden sind und zum Trocknen der Häute dienten. Das Anwesen dokumentiert die Wirtschaftsgeschichte Calws und ist zudem eines der selten erhaltenen Beispiele eines Gerberhauses des 18. Jahrhunderts, das sich seine Lauben zum Trocknen der Häute bewahrt hat.

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Doppelwohnhaus Lederstraße 43, 45
(Karte)
Breitgelagerter, ursprünglich dreigeschossiger, heute zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk mit Zierformen, im südlichen Hausteil rundbogige Torfahrt, am nördlichen Teil Inschrifttafel des damaligen Besitzers Bäcker Simon Kleinbub 1742 (i), nach Brand wiederaufgebaut, 1694

Das lang gezogene traufständige Fachwerkdoppelhaus markiert das nördliche Ende der Lederstraße und den Übergang zur Unteren Brücke über die Nagold. Das wohl um 1700 errichtete Gebäude weist im 2. Obergeschoss ein reiches Zierfachwerk auf. Zu den Besitzern gehörten mehrfach Bäcker, auf einen von ihnen, einen Simon Kleinbub, weist die mit einer Brezel, dem Zeichen dieses Berufsstandes, verzierte Hausmarke aus dem Jahr 1742 hin. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg.

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Fachwerkwohnhaus Lederstraße 44
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, am Giebel über Balkenköpfen vorkragend, rundbogige Ladeluke, 1698, rückwärtiger schmaler und höherer Anbau in Fachwerk, 19. Jahrhundert

Das im früheren Turmgässle liegende Haus wurde 1698 von zwei Besitzern aufgebaut. In dem Haus waren für lange Zeit eine Schuhmacherei, eine Wirtschaft und eine Metzgerei untergebracht. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaft an einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt.

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Fachwerkwohnhaus Lederstraße 46/1, 46
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk mit Zierformen im Giebel, am Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, um 1700; im rückwärtigen Teil der Parzelle an die ehemalige Stadtmauer angrenzendes eingeschossiges Werkstattgebäude mit flach geneigtem Satteldach, nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker als Schlosserei errichtet, 1903

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das Gebäude liegt in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern und ist von Nr. 44 durch das ehemalige Turmgässle getrennt. Hinter dem Haus liegt an die Stadtmauer angrenzend ein 1903 nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker errichteter eingeschossiger Werkstattbau, der zunächst als Schlosserei, ab 1905 als Messerschmiede genutzt wurde. Das Anwesen dokumentiert das Wohnen und Wirtschaften an einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt vom 18. bis in das 20. Jahrhundert.

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Fachwerkwohnhaus Lederstraße 48
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, Giebel mit Zierformen und Ladeluken, rundbogige Torfahrt mit Sandsteingewände, im Keilstein bezeichnet 1797; erbaut im 18. Jahrhundert

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das mächtige, dreigeschossige Fachwerkhaus liegt in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern, die es allerdings um ein Geschoss überragt. Das ins 18. Jahrhundert zu datierende Gebäude weist im Giebel Zierfachwerk auf. Das Datum 1797 auf dem Keilstein der Toreinfahrt weist auf eine Modernisierung hin, die durch J. G. Stroh veranlasst wurde.

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Wohn- und Geschäftshaus Marktplatz 1
(Karte)
Dreigeschossiger giebelständiger Bau in Hanglage, Krüppelwalmdach mit Gauben, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, reich profiliertes Traufgesims, über zwei älteren tonnengewölbten Kellern errichtet, 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen stattlichen Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich in der Regel zwei Wohngeschosse und Lagerräume im Dach befanden. Mit ihren mehr oder weniger aufwendig gestalteten Fachwerkfassaden prägen die nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude das Bild der Calwer Altstadt bis heute in entscheidendem Maße und belegen den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal.

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Gasthaus Zum Hirsch (heute Wohn- und Geschäftshaus) Marktplatz 3
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Hanglage, Krüppelwalmdach mit Gauben, massives Erdgeschoss aus Sandsteinquadern mit korbbogigen Öffnungen, darüber Fachwerk, am Giebel über Balkenköpfen vorkragend, flach gedeckter Keller, im 1. Obergeschoss Vertäfelungen, im 2. Obergeschoss Bohlendecke des 18. Jahrhunderts, errichtete 1693/94, Umbau 1792; schmiedeeiserner Wirtshausausleger mit vergoldeter Figur eines Hirschs

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen stattlichen Gast- und Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich in der Regel zwei Wohngeschosse und Lagerräume im Dach befanden. Mit ihren mehr oder weniger aufwendig gestalteten Fachwerkfassaden prägen die nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude das Bild der Calwer Altstadt bis heute in entscheidendem Maße und belegen den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal.

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Wohnhaus Marktplatz 4
(Karte)
Zweigeschossiger giebelständiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit rundbogigem Hauseingang mit rustiziertem Gewände, darüber konstruktives Fachwerk mit profilierten Schwellen, im Giebelspitz Ladeluke, über zwei älteren tonnengewölbten Kellern errichtet, 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich die Wohn- und Lagerräume im Dach befanden. Mit ihren mehr oder weniger aufwendig gestalteten Fachwerkfassaden prägen die nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude das Bild der Calwer Altstadt bis heute in entscheidendem Maße und belegen den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal.

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Wohnhaus Marktplatz 6
(Karte)
Dreigeschossiger Bau, Krüppelwalmdach mit straßenseitiger Walmdachgaube, massives Erdgeschoss mit rundbogigem Hauseingang mit rustiziertem Gewände, darüber konstruktives Fachwerk mit profilierten Schwellen, anstelle eines 1692 errichteten Vorgängerbaus für den Bürgermeister Grafft errichtet, 1753

Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen stattlichen Gast- und Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich in der Regel zwei Wohngeschosse und Lagerräume im Dach befanden. Mit ihren mehr oder weniger aufwendig gestalteten Fachwerkfassaden prägen die nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude das Bild der Calwer Altstadt bis heute in entscheidendem Maße und belegen den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal. Als Geburtshaus von Hermann Hesse besitzt das Gebäude zudem hohen Zeugniswert für die Literaturgeschichte. Die Familie des Schriftstellers und Nobelpreisträgers wohnte von Dezember 1874 bis April 1880 im zweiten Stock des Hauses.

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Wohnhaus Marktplatz 7
(Karte)
Dreigeschossiger Bau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss aus Sandstein, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze, Rautenformen, geschwungene Streben, über Balkenköpfen bzw. Schwellen mit Klötzchenfries vorkragend, giebelseitig Schaufenster mit Säulenstellung, im Giebel drei rundbogige Ladeluken, über zwei älteren tonnengewölbten Kellern errichtet, 18. Jahrhundert

Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen stattlichen Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich in der Regel zwei Wohngeschosse und Lagerräume im Dach befanden. Mit ihren mehr oder weniger aufwendig gestalteten Fachwerkfassaden prägen die nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude das Bild der Calwer Altstadt bis heute in entscheidendem Maße und belegen den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal.

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Gasthaus Zur Krone (heute Wohn- und Geschäftshaus) Marktplatz 8
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze, Kreisformen und genaste Büge, an 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, um 1700; schmiedeeiserner Wirtshausausleger mit goldener Krone

Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen stattlichen Gast- und Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich in der Regel zwei Wohngeschosse und Lagerräume im Dach befanden. Mit ihren mehr oder weniger aufwendig gestalteten Fachwerkfassaden prägen die nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude das Bild der Calwer Altstadt bis heute in entscheidendem Maße und belegen der vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal. Bereits für die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg ist an dieser Stelle ein Gasthaus dokumentiert, das seit 1793 den Namen Zur Krone trägt und mit der langen Wirtshaustradition wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung hat.

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Rathaus Marktplatz 9
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau, zwei jeweils um eine Achse treppenartig schmaler werdende Dachgeschosse, Satteldach, Erdgeschoss als ursprünglich offene, in drei steinernen Rundbögen geöffnete, dreischiffige Halle gebildet, an der Rückseite Obergeschoss über Außentreppe und Erker erschlossen, anstelle des 1634 brandzerstörten Vorgängerbaus errichtet, 1673, die 1692 zerstörten Obergeschosse wieder aufgebaut, 1726 bis 1730, verputzt und mit Stuckgliederungen versehen, nach 1754, Umgestaltung des Inneren, 1869, Modernisierung mit Vereinfachung der Fassadengliederung und Anbringung von Figuren (Aufbau, Hüter des Tals und Fürsorge) vom Stuttgarter Bildhauer Ernst Yelin und des Dachtürmchens, 1929

Das Gebäude beherrscht durch seine Größe den unteren Teil des Marktplatzes und bildet einen städtebaulichen Gegenpol zur Stadtpfarrkirche Peter und Paul. Das ursprüngliche Rathaus von 1454 wurde 1634 zerstört. An seiner Stelle wurde 1673 ein neues errichtet, von dem heute das Erdgeschoss mit der offenen Markthalle und dem Stadtwappen sowie dem württembergischen Wappen in den Zwickeln der steinernen Bodenöffnungen übriggeblieben sind. 1692 wurden die Obergeschosse zerstört und 1726 neu aufgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude verputzt und mit Stuckgliederungen versehen. Eine entscheidende Modernisierung erfolgte 1929 durch eine Vereinfachung der Fassadengliederung und Anbringung von Figuren, die den Hüter des Tals und die Fürsorge symbolisieren sollen. Sie wurden von dem Stuttgarter Bildhauer Ernst Yelin gefertigt, während die künstlerische Leitung der Maßnahme in Händen seines Bruders des Malers Rudolph Yelin lag. Das expressionistisch gestaltete Rathaustürmchen erhielt seine Form ebenfalls 1929. Das aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammende Gebäude zeigt den Bautypus eines Rathauses mit offener Markthalle in exemplarischer Form, die für den Calwer Marktplatz prägend ist und in einer qualitätvollen Überformung von 1929 überkommen ist.

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Wohn- und Geschäftshaus Marktplatz 10
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Rauten und geschwungene Streben, am Obergeschoss über profilierter Schwelle, am Giebel über Balkenköpfen, kielbogig gefasten und mit Klötzchenfries besetzten Schwellen vorkragend, über tonnengewölbtem Keller errichtet, um 1700

Das Gebäude ist Bestandteil einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern, welche die nordöstliche Längsseite des Marktplatzes bilden. Das über einem tonnengewölbten Keller errichtete Gebäude, das wohl um 1700 entstanden ist, weist ein einfaches Zierfachwerk mit geschwungenen Streben auf. Wie seine Nachbarn prägt das nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebaute Gebäude das Bild der Calwer Altstadt und belegt den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal.

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Steinhaus Marktplatz 11
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, in den Obergeschossen Einzel- und Zwillingsfenster mit profilierten Gewänden, sehr tiefer großer Keller mit Tonnengewölbe, als Eigentum des Meisters Hans, Bildhauer von Urach erwähnt 1523, an der Nordecke Inschriftstein als Hinweis auf einen Umbau, bezeichnet 1587

Das Steinhaus überstand größtenteils die beiden großen Stadtbrände von 1634 und 1692. Das im Lagerbuch von 1523 als Eigentum des Meisters Hans, Bildhauer von Urach, erwähnte Haus weist an der Nordecke einen Inschriftstein mit der Jahreszahl 1587 auf, wohl ein Modernisierungsdatum. Das Gebäude erhebt sich über einem sehr tiefen, großen Keller mit Tonnengewölbe. Die rhythmisierende Gliederung der Fassade durch Zwillingsfenster mit zugeordneten Einzelfenstern auf der nördlichen Fassadenhälfte und abgesetzten Zwillingsfenstern auf der südlichen Fassadenhälfte verweist auf die ursprüngliche innere Aufteilung in einen großen und einen kleineren Raum. Die Steineinfassung mit Voluten entspricht Stilelementen der Renaissance. Das Steinhaus am Markt hat als das wohl älteste aufrecht stehende Gebäude Calws, das in großen Teilen auf das 16. Jahrhundert zurückgeht, hohe Bedeutung für die Stadtbaugeschichte und die Hausforschung.

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Wohnhaus mit Gaststätte Marktplatz 12
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, mit Sandstein verblendet, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. Andreaskreuze, Rauten und genaste Büge, an Obergeschossen und Giebel über Balkenköpfen vierfach vorkragend, tonnengewölbter Keller, Hauswappen mit Schlachtermesser, bezeichnet 1688, nach dem Stadtbrand von 1692 errichtet, um 1700

Das Gebäude steht in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern, welche die nordöstliche Längsseite des Marktplatzes bilden. Es wurde um 1700 nach dem großen Stadtbrand über einem tonnengewölbten Keller errichtet. Bemerkenswert ist an der Einfassungsmauer des 1. Obergeschosses ein Hauswappen von 1688 mit Schlachtermesser, das wohl über den großen Stadtbrand von 1692 hinaus gerettet werden konnte. Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich die Wohn- und Lagerräume im Dach befanden.

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Wohnhaus (Ehem. Musikschule) Marktplatz 13
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Erd- und Zwischengeschoss massiv, an der Nordostecke Sandsteinmauer mit geschweifter Konsole, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze und genaste Büge, an Obergeschoss und Giebel dreifach über profilierten Schwellen bzw. Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, beschnitzter Eckständer, große rundbogige Torfahrt mit Holztor, rundbogige Ladeluke im Giebel, Laubenanbau auf der Rückseite, um 1700

Das Fachwerkhaus steht in einer Reihe von Fachwerkhäusern an der südwestlichen Längsseite des Marktplatzes. Hinter dem großen rundbogigen Tor zur Südecke hin liegt ein hoher Gang mit Holzbalkendecke, der früher wohl als Durchfahrt diente. Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich die Wohn- und Lagerräume im Dach befanden.

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Gasthaus Zur Krone (heute Wohn- und Geschäftshaus) Marktplatz 14
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, Keller und Erdgeschoss in Buntsandstein, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze und Streben, an Obergeschoss und Giebel vierfach über Balkenköpfen vorkragend, rundbogige Ladeluke im Giebel, nach Brandzerstörung 1692 wiederaufgebaut, 1715

Das Gebäude liegt an der nordöstlichen Längsseite des Marktplatzes in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern, aus dem es sich jedoch durch seine Höhe abhebt. Das Gasthaus Krone wurde nach 1692 neu errichtet. Im 19. Jahrhundert war es als Handelshaus der Familie Georgii bekannt. In ihm hatte die 1862 gegründete Handwerkerbank, in der Emil Georgii erster Vorstand war, ihre Geschäftsräume. Diese Bank war Vorläuferin der heutigen Volksbank. Das Gebäude ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich die Wohn- und Lagerräume im Dach befanden.

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Wohnhaus Marktplatz 15
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Eck- und Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen im Giebel, u.a. geschweifte Streben, an Obergeschoss und Giebel vierfach über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, rundbogige Ladeluke im Giebel, nach Brandzerstörung 1692 wiederaufgebaut, um 1700

Das Gebäude ist, wie die Nachbarhäuser, eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich die Wohn- und Lagerräume im Dach befanden.

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Wohnhaus Marktplatz 16
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Eck- und Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling und traufseitigem Zwerchhaus, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen im Giebel, u.a. genaste Rauten und Büge, am Giebel dreifach über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, von Segmentbogenfenstern flankierte Ladeluke im Giebel, an der südlichen Traufseite rundbogiger Kellerabgang und Toreingang mit vergittertem Oberlicht, nach der Brandzerstörung vom Zuckerbäcker Hans Jakob Zahn über einem älteren, tonnengewölbten Keller errichtet, 1692

Das Gebäude liegt als Eckhaus zur Kronengasse zwischen zwei höheren Fachwerkhäusern an der nordöstlichen Längsseite des Marktplatzes. Es wurde 1692 von dem Zuckerbäcker Hans Jakob Zahn über einem älteren, tonnengewölbten Keller errichtet, der über einen Rundbogeneingang an der Kronengasse zugänglich ist.

1199320
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Physikatsgebäude (heute Wohn- und Geschäftshaus) Marktplatz 17
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Eck- und Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen im Giebel, u.a. Rauten, geschweifte Andreaskreuze und Streben, an Obergeschossen und Giebel vierfach über Balkenköpfen und profilierten bzw. kielbogig gefasten mit Klötzchenfries besetzten Schwellen vorkragend, an der nördlichen Traufseite rundbogiger Kellerabgang, rundbogige Ladeluke im Giebel, nach Brandzerstörung 1692 von Stadt und Amt Calw als Physikatsgebäude für das Doktoramt errichtet, 1707 (i)

Das 1707 von der Stadt und dem Amt Calw als Physikatsgebäude für das Doktoramt errichtete Haus weist an der Giebelseite ab dem 1. Obergeschoss ein reiches Zierfachwerk auf, das den Rang des ehemals öffentlichen Gebäudes unterstreicht.

1199328
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Wohnhaus Marktplatz 18
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss in Buntsandstein, über profiliertem Sandsteingesims konstruktives Fachwerk, an 2. Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, nach Brandzerstörung 1692 neu errichtet, 1708 (i)

Das ursprünglich zweigeschossige Gebäude wurde 1708 errichtet. 1911 wurde es nach Plänen des Architekten Kiefner um ein Geschoss erhöht. Es ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen Bürgerhäuser mit massiven gewerblich genutzten Erdgeschossen, über denen sich die Wohn- und Lagerräume im Dach befanden. Mit ihren mehr oder weniger aufwendig gestalteten Fachwerkfassaden prägen die nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude das Bild der Calwer Altstadt. Eine besondere Bedeutung erhält das Haus dadurch, dass in ihm wegweisende Biologen gearbeitet haben, nämlich Joseph Gärtner (1732 bis 1791) und sein Forscherkollege Joseph Kölreuter (1733 bis 1806) sowie sein Sohn Karl Friedrich von Gärtner (1772 bis 1850).

1199336
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Wohnhaus Marktplatz 19
(Karte)
Schmaler dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze und genaste Büge, am 2. Obergeschoss über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, segmentbogige Ladeluke im Giebel, nach Brandzerstörung über älterem, tonnengewölbtem Keller errichtet, um 1700

Das schmale Haus liegt in einer Reihe von Fachwerkhäusern, welche die südwestliche Längsseite des Marktplatzes bilden. Das über einem tonnengewölbten Keller wohl um 1700 errichtete Fachwerkhaus weist ein Zierfachwerk mit ausgeschmückten Andreaskreuzen auf. Das in den Maßen relativ bescheidene Gebäude ist jedoch im Gegensatz zu den anderen Häusern in der historischen Innenstruktur nahezu unverändert erhalten. Es ist eines der für den Calwer Marktplatz charakteristischen Bürgerhäuser, die nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg errichtet wurden und das Bild der Calwer Altstadt bis heute in entscheidendem Maße prägen.

1199344
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Marktbrunnen Marktplatz 10, 26
(Karte)
Oberer Brunnen: Buntsandstein, oktogonaler Brunnentrog mit als einfache Spiegel ausgebildeten Feldern, an den Ecken volutenartig eingerollte Blattstützen, auf einem mit Fratzen, aus denen die Wasserläufe entspringen, verzierten Sockel eine gebauchte Mittelsäule, bekrönt von Löwen mit Wappen von Calw und Württemberg, am Sockel des Löwen 1586 (i), Brunnen von Steinmetz Hans Kessler neu erstellt, 1622 (a)

Unterer Brunnen, Buntsandstein, oktogonaler Brunnentrog mit als einfache Spiegel ausgebildeten Feldern, an den Ecken volutenartig eingerollte Blattstützen, auf einem mit spitzbogigen Nischen, aus denen die Wasserläufe entspringen, verzierten Sockel eine Mittelsäule, bekrönt von Löwen mit Wappen von Calw und Württemberg, 17. Jahrhundert, Renovierung 1813 (i)

Zwei Röhrenbrunnen – der Obere und der Untere Brunnen – stehen im Zentrum der einstigen württembergischen Amtsstadt. Mit den bekrönenden Löwenfiguren, die die Wappen von Württemberg und Calw in den Pranken halten, verdeutlichten sie für jedermann sichtbar an zentralem Ort die angestammte Landesherrschaft und den Bürgerstolz der Calwer. Sie sind Zeugnisse des historischen, im Mittelalter geschaffenen und bis heute überlieferten Wasserversorgungssystems von Calw ebenso wie der Orts- und Herrschaftsgeschichte.

97028133

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Neue Apotheke (heute Wohn- und Geschäftshaus) Marktplatz 22
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erd- und Zwischengeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte V-Streben und Büge, am Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen zweifach vorkragend, rundbogige Ladeluke im Giebel, nach Brandzerstörung über drei älteren, tonnengewölbten Kellern errichtet, kurz nach 1692

Das Gebäude bildet mit anderen giebelständigen Häusern die nordöstliche Längsseite des Marktplatzes. In dem kurz nach 1692 als Handelshaus errichteten Fachwerkhaus wurde ab 1808 eine Apotheke eingerichtet. Am Eingang zur Apotheke ist eine Sandsteinplatte mit Festondekor befestigt, die bei den Umbauarbeiten gefunden wurde und aus Kloster Hirsau stammen soll. Als eines nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude prägt es das Bild der Calwer Altstadt und belegt den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal.

1199376
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Wohn- und Geschäftshaus Marktplatz 24
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach in Ecklage, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am 1. Obergeschoss über profilierter Schwelle vorkragend, in der Mittelachse zweigeschossiger Holzerker mit Bogenabschluss vor dem 2. und 3. Obergeschoss und darüber Dachgaube mit Spitzhelm, im Kern um 1700, nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker umgebaut und um ein Geschoss erhöht, 1897

Das im Kern aus der Zeit um 1700 stammende Fachwerkgebäude wurde 1897 nach Plänen des Werkmeisters Hohnecker in ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus für den Fotografen Karl Fuchs im historistischen Stil umgebaut. Hierbei wurde das Gebäude um ein Geschoss erhöht. Die Mittelachse des Putzbaus wurde durch einen zweigeschossigen Holzerker mit Bogenabschluss vor dem 2. und 3. Obergeschoss und eine Dachgaube mit Spitzhelm betont. Als anschauliches Beispiel für den Umbau eines Fachwerkhauses um 1700 zu einem repräsentativen verputzten Wohn- und Geschäftshaus um 1900 unter freier Verwendung von Stilelementen der deutschen Renaissance hat es Aussagekraft für die Architektur- und Stadtbaugeschichte.

1199384
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Wohnhaus Marktplatz 26
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau mit niedrigem massivem Sockel in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, konstruktives, am Giebel dreifach vorkragendes Fachwerk, rautenförmig aufgedoppelte Haustür, über zwei älteren Gewölbekellern errichtet, um 1700

Das mächtige, dreigeschossige, giebelständige Fachwerkhaus liegt an der nordöstlichen Längsseite des Marktplatzes und bildet mit dem Haus Nr. 28 einen Riegel zwischen Biergasse und Postgasse. Das wohl um 1700 errichtete Gebäude weist bis ins Erdgeschoss ein strenges Fachwerk auf. Als eines der nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude prägt es das Bild des Calwer Marktplatzes bis heute in entscheidendem Maße und belegt den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal.

1199392
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Alte Apotheke (heute Wohn- und Geschäftshaus) Marktplatz 28
(Karte)
Dreigeschossiger Bau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss in Buntsandstein, darüber Fachwerk mit Zierformen im Giebel, u.a. geschweifte Streben, am Giebel vierfach über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, im Inneren Türen, Ofennischen und Stuckecken aus dem 18. und 19. Jahrhundert, nach Brandzerstörung 1692 vom Apotheker Achatius I. Gärnter über zwei älteren tonnengewölbten Kellern wiederaufgebaut, 1699

Das mächtige, giebelständige, dreigeschossige Fachwerkhaus mit viergeschossigem Dachstuhl liegt an der nordöstlichen Längsseite des Marktplatzes und bildet mit dem Gebäude Marktplatz 26 eine Gebäudegruppe zwischen Biergasse und Postgasse. Der Apotheker Achatius I. Gärnter ließ das Fachwerkhaus 1699 errichten. Bis 1765 blieb es im Besitz der Apothekerfamilie Gärtner. Nach 1765 wurde das Gebäude von dem Apotheker Gaupp modernisiert. Die Alte Apotheke behielt bis 1965 diese Funktion, um dann nach Umbau des massiven Erdgeschosses einer Bank Platz zu machen. Das Gebäude, das über zwei älteren tonnengewölbten Kellern steht, ragt über die meisten Nachbarhäuser hinaus und setzt damit einen Akzent am nördlichen Ende des Marktplatzes. Es ist ein eindrucksvolles Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und hat mit seiner Funktion als Apotheke Bedeutung für die Medizin- und Wirtschaftsgeschichte.

1199400
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Haus Schütz (heute Städtische Galerie und Hermann-Hesse-Museum) Marktplatz 30
(Karte)
Breitgelagerter dreigeschossiger verputzter Bau, Halbwalmdach mit dreiachsigem Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel, axialsymmetrische Fassade, 1. Obergeschoss durch Stuckrahmung hervorgehoben, Betonung der Mittelachse durch zweiflügelige Eingangstür mit geradem Sturz, Vasendekorationen über den Beletagefenstern der mittleren drei Achsen, im 1. Obergeschoss ein vertäfelter Raum mit Kachelofen und Butzenfenstern mit Wappenscheiben aus der Zeit um 1900 über einem älteren Gewölbekeller für Dr. med. Johann Georg Zahn wohl nach Plänen von Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer errichtet, 1813/14; westlich rustizierte Toreinfahrt mit darüber liegender Terrasse

Der traufständige, dreigeschossige Putzbau von neun Achsen mit ziegelgedecktem Krüppelwalmdach und dreiachsigem Zwerchgiebel bildet zusammen mit dem Haus Marktplatz 32 die nördlich Schmalseite des Marktplatzes. Das repräsentative Bürgerhaus wurde 1813/14 für Dr. med. Johann Georg Zahn errichtet. Westlich des Gebäudes ist eine rustizierte Toreinfahrt mit darüber liegender Terrasse angebaut. Das an den Bauten des Hofbaumeisters Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer orientierte Haus ist über einem älteren Gewölbekeller errichtet. Der Zwerchgiebel und der Hauseingang in der Mitte betonen die symmetrische Anlage des Hauses. Das 1. Obergeschoss wird durch eine klassizistische Stuckrahmung hervorgehoben, wobei die drei mittleren Achsen durch Vasendekorationen betont sind. Bemerkenswert ist die zweiflügelige Eingangstür mit zurückhaltendem Dekor und der Initiale Z, die auf den Erbauer verweist. Der reich gestaltete, repräsentative Bau kündet eindrucksvoll vom Selbstbewusstsein des bürgerlichen Bauherrn ebenso wie von der Bedeutung, die Calw als eine der damals reichsten Städte in Württemberg besaß.

1199408
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Wohnhaus Marktplatz 32
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze und Streben, an Obergeschossen und Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, an der Traufseite zwei segmentbogige Eingänge, nach Brandzerstörung 1692 anstelle von zwei Gebäuden über einem tonnengewölbten Keller von dem Biersieder Hans Jakob Völlnagel errichtet, 1699

Das Fachwerkhaus bildet zusammen mit dem Gebäude Marktplatz 30 die nördliche Schmalseite des Marktplatzes. Es wurde anstelle von zwei Gebäuden 1699 über einem tonnengewölbten Keller von dem Biersieder Hans Jakob Völlnagel errichtet. Das Haus bestimmt vor allem mit seiner Fachwerkfassade den oberen Abschluss des Marktplatzes. Als eines der nach der Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebauten Gebäude prägt es das Bild des Calwer Marktplatzes bis heute und belegt den vor allem durch Leder-, Tuch- und Holzhandel erworbenen Wohlstand der Stadt im Nagoldtal.

1199416
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Wohnhaus Marktstraße 2
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Eck- und Hanglage, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an der Marktplatzseite an Obergeschoss und Giebel vorkragendes Fachwerk mit Zierformen, u.a. durchkreuzte Rauten und geschweifte Andreaskreuze sowie von Pilastern gerahmter rundbogiger Hauseingang mit reich verzierter zweiflügeliger Haustür, an der Seite zur Marktstraße konstruktives, am 2. Obergeschoss vorkragendes Fachwerk, Mittelrisalit mit Streifenrustika aus Sandstein in den beiden unteren Geschosse und Walmdach, tonnengewölbter Keller, auf zwei Hausgrundstücken für Kaufmann Finckh errichtet, kurz nach 1692; für Christoph Mose Doertenbach, Leiter der Bergwerksgesellschaft, umgebaut, verputzt und mit Stuckgliederungen versehen, 1798

Das zweigeschossige Fachwerkhaus liegt markant an der Ecke Marktplatz/Marktstraße, wobei die Giebelfassade zum Marktplatz gerichtet ist. Der kurz nach 1692 auf zwei Hausgrundstücken für Kaufmann Finckh errichtete Bau wurde 1798 von Christoph Mose Doertenbach, dem damaligen Chef der Bergwerksgesellschaft, umgebaut. Das teilweise über einem tonnengewölbten Keller errichtete Gebäude ist an der Marktplatzfassade durch ein reiches Sichtfachwerk aus der Erbauungszeit und einen von Pilastern gerahmten rundbogigen Hauseingang mit reich verzierter zweiflügeliger Haustür aus der Umbauzeit von 1798 charakterisiert. Die neunachsige Traufseite ist durch einen Mittelrisalit mit Walmabschluss akzentuiert. Es ist belegt, dass 1798 das Haus verputzt wurde und wahrscheinlich repräsentative Stuckgliederungen aufwies. Als eines der besonders stattlichen Bürgerhäuser, das von reichen Handelsherren errichtet wurde, ist es ein aussagekräftiges Zeugnis der Calwer Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

96971146
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Wohnhaus Marktstraße 4
(Karte)
Schmaler dreigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an Obergeschossen und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, beschnitzter Eckständer, im rückwärtigen Erdgeschoss tonnengewölbter Keller, nach Brandzerstörung 1692 neu errichtet, 1694

Am nördlichen, mit Blüte und Girlande verzierten Eckständer im Erdgeschoss geben die Initialen der Erbauer und die Jahreszahl 1694 einen Hinweis auf das Baujahr des Hauses. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften an einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt.

96971147
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Haus Jourdan Marktstraße 5
(Karte)
Gasthaus Zum Rappen (heute Wohn- und Geschäftshaus), zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Ecklage, Satteldach, traufseitig mit Schleppgaubenband und abgewalmtem Zwerchdach in der Mitte, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze, genaste Büge und Rautenfeld, an Obergeschossen und Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten, profilierten Schwellen vorkragend, Fenstererker am 1. Obergeschoss, giebelseitig Portal mit Dreiecksgiebel sowie reliefiertem Gewände mit Bauinschrift, an der Traufseite Eingang mit Oberlicht, im Giebel Ladeluken, nach Brandzerstörung 1692 für den Rappenwirt und Chirurgen Tobias Weber errichtet, 1693 (i)

Das Fachwerkhaus markiert den Beginn der Marktstraße und wurde 1693 für den Rappenwirt und Chirurgen Tobias Weber errichtet. Die Jahreszahl und seine Initialen mit Symbolen des Berufsstands sind im Scheitel des giebelbekrönten Portals eingemeißelt. Das mächtige Fachwerkgebäude fällt durch ein reiches Sichtfachwerk auf, das Dekorationsformen wie Rautengitter, ausgeschmückte Andreaskreuze und geschwungene Streben mit Nasen aufweist. Das aufwendig dekorierte Rundbogenportal mit Giebelbekrönung fällt unter den Fachwerkhäusern in Calw aus dem Rahmen und ist Zeugnis für den Reichtum des Erbauers. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg, und als ein über Jahrhunderte bedeutendes Gasthaus bezeugt es auch die Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

97028156
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Wohn- und Geschäftshaus Marktstraße 6
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, am Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen zweifach vorkragend, für den Schuhmacher Peter Koch errichtet, 1693

Das Gebäude liegt in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern, unter denen es durch seine geringe Höhe auffällt. Es wurde 1693 für den Schuhmacher Peter Koch errichtet. In dem verhältnismäßig bescheidenen Haus wohnten und arbeiteten die unterschiedlichsten Handwerker. Das Haus verkörpert den Typus des Handwerkerhauses, das vor allem durch einfaches Sichtfachwerk gekennzeichnet ist. Es ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Frühen Neuzeit.

96971149
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Wohnhaus Marktstraße 8
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit im Süden zurückspringender Fassade (hier ehemals Treppe zum benachbarten Stadttor), asymmetrisches Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit wenigen Zierformen, Sandsteintafel mit Jahreszahl und Initialen der Bauherren, für den Weißzeugkrämer Hans Michael Grab und seine Frau Agnes Elisabeth Schnaufer errichtet, 1693 (i)

Das Gebäude liegt in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern. Das südliche Viertel der Fassade springt zurück, da an dieser Stelle eine Wendeltreppe zum Scheufeltor, dem südlichen Stadttor, führte. Das Gebäude wurde 1693 für den Weißzeugkrämer Hans Michael Grab und seine Frau Agnes Elisabeth Schnaufer errichtet. Eine Sandsteintafel mit Jahreszahl und Initialen links vom Eingang weist darauf hin. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften an einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt.

96971150
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Wohnhaus Marktstraße 10
(Karte)
Zweigeschossiger teilweise verputzter Bau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling und traufseitigem, zweigeschossigem Zwerchhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk mit Zierformen im Giebel, giebelseitig über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vierfach vorkragend, 18. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus liegt außerhalb der ehemaligen Stadtmauer im Graben über dem Schießgrabenbach, der entlang der Nordseite der Metzgergasse verläuft. Das im 18. Jahrhundert errichtete Gebäude weist ein einfaches konstruktives Fachwerk auf, das im Giebelbereich als Zierformen geschwungene Streben mit Nasen zeigt. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit.

96971151
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Wohnhaus Marktstraße 11
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit im Süden vorspringender Fassade (hier ehemals an das benachbarte Stadttor anschließend), südliche Traufseite größtenteils von der Stadtmauer gebildet, asymmetrisches Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, konstruktiv am südlichen ursprünglich verbauten Teil, am nördlichen Teil reiche Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze, Rautengitter und genaste Büge, im Giebel Ladeluken, 1694 bis 1699

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das zweigeschossige, giebelständige Fachwerkhaus fällt im Straßenzug durch die Straßenfassade auf, deren eine Achse über die Flucht hinaustritt. Das zwischen 1694 bis 1699 errichtete Gebäude stand unmittelbar am Scheufeltor. Der vorspringende Teil mit dem einfachen Fachwerk schloss dabei direkt an das Tor an, die übrige Giebelfassade weist ein sehr reiches Sichtfachwerk aus verzierten Andreaskreuzen, Rautengittern und geschwungenen Streben mit Nasen auf. Die südliche Traufseite wird größtenteils von der Stadtmauer gebildet. Das Gebäude, das früher direkt am Stadttor lag, war lange Zeit Bäckerhaus, aber auch andere Handwerker wohnten darin. Die drei rundbogigen Ladeluken verweisen auf die großen Lagerkapazitäten des Hauses. Das Gebäude ist Dokument des Wiederaufbaus nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg ebenso wie der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

96971152
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Torhäusle (heute Wohnhaus) Marktstraße 13
(Karte)
Zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, Erdgeschoss teilweise massiv und verputzt, Traufseite an die Stadtmauer angelehnt, neu aufgebaut 1714, nach Abbruch des Stadttors mit einer Achse vor die Stadtmauer gezogen, 1815, durch Stadtbaumeister Werner für den Säckler Stiefel aufgestockt, 1870

Das kleine niedrige Fachwerkhaus steht vor der Flucht der anderen giebelständigen Häuser. Es ist das ehemalige Torhäusle am Scheufeltor, das sich mit der Traufseite an die Stadtmauer anlehnt und frühestens nach Abbruch des Stadttors 1815 mit einer Achse vor die Mauer gezogen wurde. Das Gebäude, in dem lange Zeit Büchsenmacher und Messerschmiede arbeiteten und wohnten, wurde 1714 neu aufgebaut und 1870 durch Stadtbaumeister Werner für den Säckler Stiefel aufgestockt. Es dokumentiert die Stadtbaugeschichte und Wirtschaftsgeschichte Calws.

96971153
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Wohnhaus Metzgergasse 2
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, zwei spitzgieblige Zwerchhäuser mit Ladeluken, massiver Sockel und Erdgeschoss, die vorderen drei Achsen abgeschrägt, so dass das 1. Obergeschoss vorkragt und an der Hausecke durch eine Holzkonsole mit doppelt steigendem Karnies gestützt wird, darüber Fachwerk, an 2. Obergeschoss und Giebel schwach vorkragend, am Giebel über profilierten Schwellen, nach 1692;

auf dem rückwärtigen Grundstück an die Stadtmauer angelehnt tonnengewölbter Kellerbau

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das Gebäude liegt außerhalb der Stadtmauer in einer Reihe von Fachwerkhäusern. Auf dem rückwärtigen Grundstück an die Stadtmauer angelehnt steht ein tonnengewölbter Kellerbau, da unter dem vorderen Teil des Hauses der Schießgrabenbach verläuft. Das wohl nach dem großen Stadtbrand 1692 neu errichtete Gebäude ist durch zwei Zwerchgauben akzentuiert, die dem Hochziehen von Waren diente. Die vorderen drei Achsen des massiven Erdgeschosses sind abgeschrägt, sodass das 1. Obergeschoss vorkragt und an der Hausecke durch eine Holzkonsole mit doppelt steigendem Karnies gestützt wird. Das etwas niedrigere 1. Obergeschoss, das früher als Futterboden diente, ist erhalten. Das Gebäude ist Dokument der Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte Calws in der Frühen Neuzeit.

96971154
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Wohnhaus Metzgergasse 8
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erd- und Zwischengeschoss, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen dreifach vorkragend, segmentbogige Ladeluke im Giebel, tonnengewölbter Keller, um 1700

Das Gebäude liegt in einer Dreiergruppe von giebelständigen Fachwerkhäusern, die außerhalb der Stadtmauer zum Teil über dem Schießbach errichtet wurden. Das um 1700 entstandene Gebäude mit tonnengewölbtem Keller weist über dem massiven Erdgeschoss noch das früher als Heuboden dienende Zwischengeschoss auf. Die hochrechteckige Toreinfahrt mit Rautentür um 1900 ersetzt ein ehemals größeres Tor. Neben dem Hauseingang sind zwei große mit Läden geschlossene Fensteröffnungen erkennbar, hinter denen sich ursprünglich ein gewerblich genutzter Raum befand. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Äußeren Vorstadt.

96971156BW
Wohnhaus Metzgergasse 9
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen bzw. profilierten Schwellen dreifach vorkragend, an Kartusche auf dem innen liegenden Kellereingang bezeichnet, 1738 (i)

Das Gebäude liegt außerhalb der Stadtmauer am Anfang einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern. Es wurde nach Ausweis einer Kartusche auf dem innen liegenden Kellereingang 1738 errichtet; die Initialen MS und LCS verweisen wohl auf die weit verbreitete Familie Schnaufer. Das Gebäude, in dem die Funktion Wohnen und Gewerbe vereinigt war, dokumentiert die Wirtschaftsgeschichte Calws in der Frühen Neuzeit.

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Wohnhaus Metzgergasse 11
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber (verputztes Zier-)Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über profilierten Schwellen dreifach vorkragend, rundbogige Ladeluke im Giebel, um 1700

Das Gebäude liegt in einer Dreiergruppe von giebelständigen Fachwerkhäusern außerhalb der Stadtmauer in der ehemaligen äußeren Vorstadt links der Nagold. Das um 1700 errichtete Haus ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Frühen Neuzeit.

96971158

Wohnhaus Metzgergasse 13
(Karte)
Zweigeschossiger und verputzter giebelständiger Fachwerkbau in Hanglage über massivem Sockelgeschoss, Ladefenster im Giebel, gut erhaltene Innenausstattung, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist von Bedeutung für die Stadtbau- und Siedlungsgeschichte Calws im 19. Jahrhundert und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Äußeren Vorstadt.

110267857
Wohnhaus Mühlweg 1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit überstehendem Satteldach in Hanglage, Erdgeschoss aus Sandsteinquadermauerwerk über Rustikasockel, verschindeltes Obergeschoss, Mittelrisalit mit Zwerchhaus und Balkon, bauzeitliche Haustür mit Eisengitter, Innenstruktur mit tonnengewölbtem Keller, Treppenhaus und Wirtschaftsräumen an der Rückseite und repräsentativen Räumen zum Tal hin erhalten, von G. Heldmaier für den Mühlenbesitzer Wilhelm Reichert errichtet, 1873

Das Gebäude wurde 1873 anstelle eines Vorgängers auf dem steil ansteigenden Gelände des Schlossbergs im Schweizer Landhausstil von G. Heldmaier für den Mühlenbesitzer Wilhelm Reichert errichtet. Der repräsentative, am Hang über der unteren Calwer Mühler errichtete Bau dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse seines wohlhabenden Besitzers und ist damit von Aussagekraft sowohl für die Sozialgeschichte als auch für die Architekturgeschichte der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Württemberg.

96971159BW
Wohnhaus Mühlweg 6
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massiver Sockel, darüber Fachwerk, tonnengewölbter Keller an der Talseite, giebelseitig erschlossen, bauzeitliche Rautentür, 18. Jahrhundert

Das Gebäude steht am steil ansteigenden Gelände des Schlossbergs, sodass es zum Tal hin zweigeschossig und zum Mühlweg eingeschossig ist. Der tonnengewölbte Keller an der Talseite ist ebenerdig betretbar. Das bis in das 18. Jahrhundert zurückreichende Haus spiegelt die Wohn- und Lebensverhältnisse der weniger wohlhabenden Bevölkerungsschichten und ist von Aussagekraft für die Sozial- und Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Mühlweg 8
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massiver Sockel, darüber Fachwerk, im Kern 18. Jahrhundert, modernisiert Ende des 19. Jahrhunderts

Das Gebäude steht am steil ansteigenden Gelände des Schlossbergs, sodass es zum Tal hin zweigeschossig und zum Mühlweg eingeschossig ist. Das bis in das 18. Jahrhundert zurückreichende Haus spiegelt die Wohn- und Lebensverhältnisse der weniger wohlhabenden Bevölkerungsschichten und ist von Aussagekraft für die Sozial- und Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Mühlweg 10
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massiver Sockel, darüber Fachwerk, Keller mit Holzbalkendecke, 18. Jahrhundert

Das Gebäude steht am steil ansteigenden Gelände des Schlossbergs, sodass es zum Tal hin zweigeschossig und zum Mühlweg eingeschossig ist. Das bis in das 18. Jahrhundert zurückreichende Haus spiegelt die Wohn- und Lebensverhältnisse der weniger wohlhabenden Bevölkerungsschichten und ist von Aussagekraft für die Sozial- und Stadtbaugeschichte.

96971162BW

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Nikolausbrücke oder Obere Brücke Nikolausbrücke 2
(Karte)
Verbindet die ehemaligen Vorstädte am linken und rechten Nagoldufer miteinander, getragen von zwei Sandsteinpfeilern auf Pfahlrosten mit zugespitzten Vorköpfen und drei Kreissegmenttonnengewölben, anstelle einer älteren Brücke errichtet, um 1400

Die Nikolausbrücke oder Obere Brücke mit der Nikolauskapelle auf dem südwestlichen Pfeiler wurde um 1400 anstelle einer älteren Brücke mit Kapelle aus rotem Sandstein über der Nagold errichtet. Sie verbindet die linksufrigen und rechtsufrigen Vorstädte miteinander. Die Brücke wurde im Lauf der Zeit öfters durch Hochwasser beschädigt und immer wieder repariert. Eine grundlegende Reparatur der Widerlager und Fundamente fand anlässlich der Nagoldregulierung von 1949/50 statt. Als Folge überspannt heute das dritte Tonnengewölbe zum Stadtkern hin trockenes Gelände. Die Brücke bildet zusammen mit der Kapelle das Wahrzeichen von Calw. Sie zählt zu den ältesten Naturstein-Gewölbebrücken in Baden-Württemberg und ist ein Dokument der Wasserbaukunst des Mittelalters ebenso wie der Verkehrsgeschichte der Stadt.

1199072
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Nikolauskapelle Nikolausbrücke 2
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Kleine Brückenkapelle aus Buntsandsteinquadern über rechteckigem Grundriss und mit dreiseitigem Chor, steiles Satteldach mit Giebelreiter, an der Straßenfassade spitzbogiger Eingang mit Dreipassabschluss, zwei rahmenden hochrechteckigen Fenstern, zwei Figurennischen (Tuchhändler und Flößer) darüber und bekrönendem Rundfenster, seitlich und am Chor hohe, zweigeteilte Maßwerkfenster, im Inneren Rippengewölbe mit Schlussstein in Form einer Krone, Reste von figürlicher und Architekturmalerei, um 1400

Die Nikolausbrücke oder Obere Brücke mit der Nikolauskapelle auf dem südwestlichen Pfeiler wurde um 1400 anstelle einer älteren Brücke mit Kapelle aus rotem Sandstein über der Nagold errichtet. Die Brückenkapelle hat ein steiles Satteldach, das durch einen 1926 neu gestalteten Giebelreiter akzentuiert ist. Hohe, zweigeteilte Fenster mit Dreipass- und Vierpassabschluss belichten den Innenraum. Als eine der wenigen heute noch erhaltenen gotischen Brückenkapellen in Baden-Württemberg ist die Nikolauskapelle von hoher Bedeutung für Kirchen- und Architekturgeschichte und gilt zusammen mit der Brücke als Wahrzeichen der Stadt Calw.

97032833
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Wohnhaus Nonnengasse 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau in leichter Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling und Schleppgauben, massiver Sockel und Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, korbbogiger Hauseingang mit Pilasterrahmung und Keilstein, an Ober- und 1. Dachgeschoss gleichmäßig gereihte Fenster mit Klappläden, tonnengewölbter Keller, für den Compagnieverwandten Hans Jakob Stuber errichtet, 1693

Das mächtige Fachwerkhaus bildet mit der siebenachsigen Giebelfassade den städtebaulichen Abschluss der Postgasse. Es wurde 1693 für den Compagnieverwandten der Calwer Zeughandelsgesellschaft Hans Jakob Stuber errichtet. Der breite rundbogige Hauseingang mit Pilasterrahmung und Keilstein dürfte um 1800 neu eingebaut worden sein. Das Haus, das über Generationen im Besitz von Compagnieverwandten war, verweist durch seine Größe auf deren Wohlstand. Damit ist es wichtiger Beleg der Stadtbau, Wirtschafts- und Sozialgeschichte Calws.

96971163
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Wohnhaus Nonnengasse 3
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, traufseitigem Zwerchhaus und Schleppgauben, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen am Giebel, u.a. Kreise und genaste Büge, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, Hauseingang mit Pilasterrahmung und gebändertem Segmentbogenabschluss mit Keilstein sowie Füllungstür, rundbogige Ladeluke im Giebelspitz, im Inneren Struktur und Ausstattung in vielen Teilen erhalten, u.a. stuckierte Ofennischen, Stuckleistendecken und Wandvertäfelung im Obergeschoss, für den Compagnieverwandten Hans Georg Gfrörer errichtet, 1695

Das Fachwerkhaus 1695 für den Compagnieverwandten der Calwer Zeughandelsgesellschaft Hans Georg Gfrörer errichtet. Auf eine Modernisierung in der Zeit um 1800 verweisen der breite Hauseingang mit Pilasterrahmung und gebändertem Segmentbogenabschluss mit Keilstein sowie die Füllungstür. Das von einem bedeutenden Handelsmann errichtete Gebäude ist von wirtschafts- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung für Calw in der Frühen Neuzeit.

96971164
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Wohnhaus Nonnengasse 4
(Karte)
Zurückversetzt zwischen Nonnengasse und Lederstraße in starker Hanglage, zur Nonnengasse ein-, zur Lederstraße zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vierfach vorkragend, im Erdgeschoss großer Rundbogeneingang zum kreuzgratgewölbten Keller, an diesem bezeichnet, 1718 (i)

Das giebelständige Fachwerkhaus liegt zwischen Nonnengasse und Lederstraße auf steil abfallendem Gelände. Der Keller ist von der Lederstraße zugänglich, während das darüber liegende 1. Obergeschoss von der Nonnengasse ebenerdig zu erreichen ist. Der spätmittelalterliche Keller unter dem darüber neu errichteten Fachwerkhaus hat aufgrund seines Seltenheitswerts für Calw Bedeutung für die Stadtbaugeschichte. Außerdem verweist er darauf, dass Weinbau und -handel seit dem Mittelalter im Calwer Wirtschaftsleben eine nicht unbedeutende Rolle spielten.

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Wohnhaus Nonnengasse 5
(Karte)
Dreigeschossiger, verputzter Bau, flach geneigtes Walmdach, hohes spitzgiebliges Zwerchhaus mit kannelierten Eckpilastern und Ladeluke, massives Keller- und Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an den Obergeschossen vorkragend, rundbogiger Kellerabgang, Haustür über einläufige Freitreppe erschlossen, am Scheitel des Kellertors bezeichnet, 1723 (i)

Das Gebäude mit dem markanten Zwerchhaus mit Ladeluke steht in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern. Das sechsachsige Haus von 1723 ist in einer historisierenden Überformung von 1896 durch Stadtbaumeister Hohnecker überkommen, bei der das Satteldach zu einem flach geneigten Walmdach angehoben und das Zwerchhaus mit historisierenden Eckpilastern geschmückt wurde. Nördlich des hochgelegenen Hauseingangs liegt der rundbogige Kellereingang, auf dessen Scheitel die Jahreszahl 1723 eingemeißelt ist. Das historisierend überformte barocke Fachwerkhaus hat Bedeutung für die Stadtbaugeschichte.

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Wohnhaus Nonnengasse 7
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, giebelseitig dreifach über Balkenköpfen vorkragend, im Erdgeschoss im vorderen Teil Werkstattraum mit Holzbalkendecke und dahinter tonnengewölbter Keller, um 1700

Das Gebäude liegt in einer Dreiergruppe von Fachwerkhäusern. Im massiven Erdgeschoss des um 1700 errichteten Gebäudes ist im vorderen Teil ein Werkstattraum mit Holzbalkendecke und dahinter ein tonnengewölbter Keller untergebracht. 1895 wurde nach Plänen von Werkmeister Hohnecker zwecks Einrichtung einer Küferwerkstatt für Karl Giebenrath der Hauseingang mehr zur südlichen Hausecke verschoben, um noch ein Fenster zur Belichtung zu erhalten. Vor dem Werkstatteingang wurde eine Terrasse auf gusseisernen Stützen angebaut. Das Gebäude ist Dokument des Wiederaufbaus nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg ebenso wie der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

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Ev. Bergkirche Ostlandstraße 25
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit Satteldach, eingezogener gerade geschlossener Chor, über diesem vierseitiger Glockendachreiter mit steilem Turmhelm, im Inneren dreigeteilte flache Holzbalkendecke und Westempore, nach Süden eingeschossiger Wohnanbau, nach Plänen von Hermann Hornbacher, 1953

Die evangelische Bergkirche wurde, nachdem schon ein Großteil der 1950 bis 1956 errichteten Wimbergsiedlung stand, 1953 nach Plänen des Architekten Hermann Hornbacher am östlichen Rand der Siedlung errichtet. Sie passt sich in ihrem schlichten Äußeren dem am Heimatschutzstil orientierten Siedlungscharakter an. Der geostete Putzbau mit eingeschossigem Wohnanbau nach Süden ist durch den vierseitigen Glockenturm mit steilem Turmhelm über dem Chor als Kirche gekennzeichnet. Die in der Flucht etwas herausgestellte Sakristei im Chorbereich und der eingeschossige Wohnanbau lockern den Baukörper auf. Der Kirchenraum ist ein Saal mit eingezogenem Chor mit geradem Abschluss, dreigeteilter flacher Holzbalkendecke und Empore mit Holzbrüstung im Westen. Der Kirchenraum mit originaler Ausstattung der Erbauungszeit - u.a. einer figürlichen Verglasung nach Entwurf von R. Yelin, einem qualitätvollen Holzkruzifix und dem Taufstein vom Bildhauer Volz - verbindet einen schlichten streng gegliederten Baukörper mit regionaltypischen Elementen wie sie auch in der Heimatschutzbewegung propagiert wurden. Mit der bauzeittypischen Gestaltung des Außenbaus und dem authentischen Raumerlebnis im Inneren stellt der Bau ein anschaulich erhaltenes Zeugnis für den Kirchenbau der Nachkriegszeit im ländlichen Bereich dar.

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Wohnhaus Postgasse 1
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, giebelseitig an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, für den Metzger Michael Schnaufer und den Bäcker Veit Luz neu errichtet, nach 1692

Das Fachwerkhaus bildet zusammen mit dem Haus Marktplatz 30 und 28 eine platzartige Verbreiterung der Postgasse. Es wurde kurz nach dem großen Stadtbrand von 1692 für den Metzger Michael Schnaufer und den Bäcker Veit Luz neu errichtet. 1860 wurde das Haus an den Bäcker und Bierbrauer Georg Friedrich Beißer verkauft, der in dem Haus eine Gassenwirtschaft einrichtete. 1954 wurde die ehemalige Wirtschaft im Erdgeschoss für Wohnzwecke umgebaut, dabei wurde der defekte Kellerhals zum tonnengewölbten Keller abgebrochen. Das Gebäude ist damit Dokument der Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte Calws in der Frühen Neuzeit.

96971171
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Wohnhaus Postgasse 2
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit massivem Sockel und Satteldach in Ecklage, an der Traufseite über dem Kellerhals mit Rundbogentor dreigeschossiger Anbau mit Satteldach, konstruktives Fachwerk, nur am Giebel zur Nonnengasse reichere Zierformen, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen bzw. über reich profilierter Schwelle vorkragend, vom Gärtner Franz Mohr errichtet, um 1700

Das Fachwerkhaus liegt im verengten Teil der Postgasse an der Ecke zur Nonnengasse. Es wurde um 1700 von dem Gärtner Franz Mohr errichtet. 1714 kam es in Besitz der Geistlichen Verwaltung. 1714 bis 1808 wohnte hier der Geistliche Verwalter, 1791 starb der Biologe und Botaniker Dr. Joseph Gärtner in dem Haus. 1808 bis 1853 war die Post hier untergebracht und 1903 bis 1920 diente es als Volkskaffee und Speiseanstalt. Aus dieser Zeit stammt der Name Kaffeehaus. Das Gebäude ist nicht nur ein Dokument für den Wiederaufbau der Stadt nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg, sondern auch der Kirchen-, Verwaltungs-, Post- und Sozialgeschichte.

96971172
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Wohnhaus Postgasse 3
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Erd- und Zwischengeschoss massiv, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze, durchkreuzte Rauten und genaste Büge, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und profilierten Schwellen vorkragend, Ladeluken im Giebel, zwei tonnengewölbte Keller mit Verbindungsgang, um 1700

Das Fachwerkhaus bildet zusammen mit den Gebäuden Nonnengasse 1 und Postgasse 2 den verengten östlichen Abschluss der Postgasse. Das wohl um 1700 errichtete Gebäude fällt durch ein besonders reich dekoriertes Sichtfachwerk auf. Unter dem Haus befinden sich zwei tonnengewölbte Keller mit Verbindungsgang. Das Gebäude ist eines der für den Wiederaufbau nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg charakteristischen Fachwerkhäuser mit gemischter Nutzung, das sich jedoch durch das reiche Fachwerk von den Nachbarhäusern abhebt und auf das gehobene Repräsentationsbedürfnis des Erbauers verweist. Damit ist es ein Beleg der Stadtbaugeschichte und Sozialgeschichte Calws in der Frühen Neuzeit.

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Wohn- und Geschäftshaus Salzgasse 1
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss massiv, darüber weitgehend konstruktives Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, Ladeluke im Giebel, tonnengewölbter Keller im rückwärtigen Bereich, um 1700

Das Gebäude liegt in einer Gruppe von giebelständigen Fachwerkhäusern am Übergang vom Marktplatz zur Salzgasse. In ihm wohnten und arbeiteten Handwerker verschiedenster Berufe, zuletzt ein Bäckermeister. Das Gebäude ist Dokument des Wiederaufbaus nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg ebenso wie der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

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Wohnhaus Salzgasse 3
(Karte)
Schmaler, vierachsiger, dreigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk mit V-Formen in den Fensterbrüstungen, an Obergeschossen und am Giebel über Balkenköpfen und teils kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, gleichmäßig gereihte Fenster, Ladeluke im Giebel, tonnengewölbter Keller, 18. Jahrhundert

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das schmale Gebäude bildet mit einer Gruppe von giebelständigen Fachwerkhäusern die südliche Begrenzung der Salzgasse. Das über einem tonnengewölbten Keller stehende Haus weist ein einfaches Fachwerk auf, das ins 18. Jahrhundert zu datieren ist. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften der weniger begüterter Calwer in der Frühen Neuzeit.

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Salzknechthaus Salzgasse 4
(Karte)
Ratsdienerhaus (heute Stadtverwaltung), dreigeschossiger Bau mit Satteldach in Ecklage, Erdgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk, darüber Fachwerk mit Fenstererkern und reichen Zierformen, u.a. durchkreuzten Rauten, geschweiften Andreaskreuzen und genasten Bügen, am 1. Obergeschoss stark, an 2. Obergeschoss und Giebel über reich profilierten Schwellen schwach vorkragend, durch Fachwerkwand geschützte Außentreppe zum 1. Obergeschoss, rundbogige Ladeluke im Giebel, nach 1692

Das ehemalige Salzknecht- und Ratsdienerhaus bildet mit der hinteren Fassade des Rathauses eine Flucht und ist mit der Fassade auf den einstigen Fruchtmarkt gerichtet. Das nach dem großen Stadtbrand von 1692 errichtete Gebäude fällt durch das stark vorkragende 1. Obergeschoss auf, zu dem eine durch eine Fachwerkwand geschützte Außentreppe führt. Nach dem Abriss des Hauses Salzgasse 2 wurde die sichtbar gewordene, schadhafte Traufseite erneuert und befenstert. Das Gebäude zeichnet sich durch ein reiches Fachwerk aus, was wohl auf die Stadt als Bauherr verweist. Als wichtiger Verwaltungssitz ist das Salzknechthaus von Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt und zugleich ein besonders aufwendiger baulicher Beleg der Wiederaufbauphase nach dem Stadtbrand von 1692.

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Wohnhaus Salzgasse 5, 5/1
(Karte)
Schmaler, dreiachsiger, dreigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk mit Andreaskreuzen in den Fensterbrüstungen, an den Obergeschossen und am Giebel über Balkenköpfen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, gleichmäßig gereihte Fenster, 18. Jahrhundert; Schmiedewerkstatt im rückwärtigen Bereich des Grundstücks

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das schmale Gebäude bildet mit einer Gruppe von giebelständigen Fachwerkhäusern die südliche Begrenzung der Salzgasse. Das sehr einfache Sichtfachwerk weist lediglich im Giebel zwei geschwungene Streben auf und ist wohl nach dem großen Stadtbrand von 1692 neu errichtet worden. Im rückwärtigen Bereich des Grundstücks befindet sich die ehemalige Werkstatt des Schmiedemeisters Hartmann, der sein Gewerbe 1976 aufgab. Das Anwesen belegt die Stadtbaugeschichte und Sozialgeschichte Calws, die sich auch in bescheideneren Häusern dokumentiert.

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Salzhaus Salzgasse 8
(Karte)
Salzkasten und Ratsschreiberei, dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach in Eck- und Hanglage, hohes massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, traufseitig konstruktiv, am Giebel zum Fruchtmarkt mit Vorkragungen und Zierformen, u.a. Rauten und genaste Büge, giebelseitig großes Segmentbogentor und rundbogiger Kellerabgang, im Giebel Ladeluken, nach Brandzerstörung 1692 neu errichtet, 1696

Das Fachwerkhaus wurde nach dem großen Stadtbrand von 1692 unter dem Bürgermeister Johann Jakob Schill d. Ä. als Salzkasten und Stadtschreiberei neu errichtet. Das Recht des Salzverkaufs stand seit dem 15. Jahrhundert bis 1807 den Amtsstädten zu. Sowohl das überhohe Erdgeschoss als auch der dreigeschossige Dachstuhl boten Lagermöglichkeiten. Die zwei Obergeschosse dienten als Ratsschreiberei. Das durch seine Höhe auffallende Gebäude weist an der Giebelfassade ein Zierfachwerk aus geschwungenen Streben und verschiedenen Rautenformen auf. Heute sind in dem Gebäude Büroräume für die Stadtverwaltung untergebracht, nachdem darin schon zwischenzeitlich das Gefängnis, die Kleinkinderschule und Lehrerzimmer für die Mädchenschule untergebracht waren. Es stellt ein wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte dar und dokumentiert als öffentliches Gebäude die lange Zeit hoheitliche Funktion des Salzverkaufs.

96971178
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Gasthaus Zum Goldenen Schwan Salzgasse 9, 9/1
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze, Rauten und geschwungene Streben, an Obergeschossen und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, giebelseitig gleichmäßig gereihte Fenster, Ladeluke im Giebel, zwei tonnengewölbte Keller, nach 1692; Werkstattgebäude, zweigeschossiger Bau mit Pultdach im rückwärtigen Teil der Parzelle an der Stadtmauer, tonnengewölbter, ebenerdiger Keller, 1730 (i)

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das stattliche Haus liegt in einer Reihe von giebelständigen Fachwerkhäusern an der Südseite der Salzgasse. Das nach dem Stadtbrand von 1692 über zwei tonnengewölbten Kellern neu errichtet Gebäude hatte lange Zeit zwei Besitzer. Hier waren die Wirtschaft Zum Goldenen Schwan, eine Gerberei, eine Seifensiederei und eine Buchbinderei untergebracht. Das Zierfachwerk und die Größe des Hauses verweisen auf einen gewissen Wohlstand der Erbauer. Das rückwärtige Gebäude an der Stadtmauer wurde 1730 errichtet, wie das Wappenschild auf dem Torbogen zum tonnengewölbten, ebenerdigen Keller ausweist. Hier befand sich auch die Seifensiederei und seit 1868 eine Wohnung. Das Anwesen hat hohe Aussagekraft für die Stadtbau-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Calws.

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Schul- und Spritzenhaus (heute Stadtverwaltung) Salzgasse 10
(Karte)
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach in Hanglage, massives Erdgeschoss aus Sandsteinquadern, darüber konstruktives Fachwerk, im Erdgeschoss drei große Tore, an der Straßenseite gleichmäßig gereihte Fenster, kurz vor 1860

Das Gebäude wurde kurz vor 1860 als Schul- und Spritzenhaus von der Stadt errichtet. Im massiven Erdgeschoss war das Gerät der Feuerwehr, im 2. Obergeschoss zwei Realschulklassen und die Elementarschule untergebracht. Im 1. Obergeschoss befand sich ein Saal. Mit seiner für die Erbauungszeit charakteristischen Doppelfunktion eines städtischen Gebäudes als Feuerwehr- und Schulgebäude ist es Beleg sowohl der Stadtbaugeschichte als auch der Entwicklung des Schulwesens in Calw im 19. Jahrhundert.

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Schafhaus Schafscheuer 2
(Karte)
Eingeschossiger Bau aus Sandsteinbruchsteinen mit Putzresten, tief heruntergezogenes Walmdach mit hölzernem Zwerchhaus, 1751

Auf dem Höhenrücken des Gutleutbergs nordwestlich von Heumaden liegt das ehemalige Schafhaus. Eine solche Einrichtung wird schon 1586 im Zinsbuch der Stadt Calw genannt. Der heutige Bau, laut einer Inschrift an der Ostseite „wieder neu erbaut 1751“, folgt einem seit Jahrhunderten im Württembergischen üblichen Gebäudetypus, der Schafen und Schäfern Schutz vor Kälte und ausreichend Dachraum für Heu bot. Durch seine Lage inmitten weitläufiger Weideflächen sowie durch die stattlichen Dimensionen ist die Funktion des in Bruchstein aufgeführten Gebäudes nach außen äußerst anschaulich ablesbar. Die Schäferei stellte bis zum Ersten Weltkrieg einen ertragreichen Wirtschaftszweig in Württemberg dar. Sie lieferte jahrhundertelang Wolle für die Tuchherstellung und den Tuchhandel, die von wesentlicher Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Calw und ihres Umlandes waren.

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Amtsgericht Schillerstraße 11
(Karte)
Zwei- bis viergeschossiger, mehrflügeliger Massivbau in Hanglage mit Walmdach, Arrestanbau, zentrale Eingangsloggia, 1936 bis 39 nach Plänen von Oberbaurat Schott, Bauleitung Baurat Scheuffele und Regierungbaumeister Schwarz vom Bezirksbauamt, 1939 Einzug Amtsgericht, 1940 einige Monate Oberkommando der 7. Armee der Deutschen Wehrmacht, Wiedereinzug des Amtsgerichts bis 1945, dann Einnahme durch französische Streitkräfte, seit Oktober 1945 wieder Amstgericht; Foyer mit Wandgemälde der Gerechtigkeit vor dem Gesetz

Das Amtsgericht wurde von 1936 bis 1939 nach Plänen von Oberbaurat Schott als Massivbau mit Walmdach errichtet. Es liegt in Hanglage und verfügt über zwei bis vier Geschosse sowie mehrere Flügel. Die zentrale Eingangsloggia und der Arrestanbau prägen das Erscheinungsbild. Die Bauleitung lag bei Baurat Scheuffele und Regierungsbaumeister Schwarz vom Bezirksbauamt. Nach dem Bezug 1939 diente das Gebäude kurzzeitig als Sitz des Oberkommandos der 7. Armee der Wehrmacht. Ab 1945 wurde es von französischen Streitkräften besetzt, bevor das Amtsgericht im Oktober desselben Jahres zurückkehrte. Das Foyer ist mit einem Wandgemälde der Gerechtigkeit vor dem Gesetz geschmückt. Das Bauwerk steht für konservative Architektur der Stuttgarter Schule und besitzt hohen historischen sowie architektonischen Wert.

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Villa Nüßle Schillerstraße 19
(Karte)
Zweigeschossiger Bau in starker Hanglage, Krüppelwalmdach mit Schleppgaubenbändern, Erdgeschoss verputzt, Obergeschoss verschindelt, Giebel verbrettert, offene Vorhalle an der Südwestecke, fünfseitiger Erker an der Südostecke im 1. Obergeschoss, dreiachsige Loggia im Dachgeschoss, bauzeitliche Innenausstattung, von Bauwerksmeister Christian Nüßle für sich selbst errichtet, 1914; südlich des Hauses auf künstlichem Plateau Gemüsegarten mit kreuzförmiger Unterteilung der Felder und Rondell in der Mitte; zweigeschossiger Bau mit Satteldach an der Nordseite des Grundstücks, Kleintierstall im massiven Erdgeschoss, darüber Holzlagerraum in Holzkonstruktion, 1922

Das Wohngebäude liegt zwischen Schillerstraße und der Straße Im Zwinger und wurde 1914 durch den Bauwerksmeister Christian Nüßle für sich selbst errichtet. Südlich des Hauses wurde auf einem hergerichteten Plateau ein Gemüsegarten angelegt, der sich durch eine kreuzförmige Unterteilung der Felder mit einem Rondell in der Mitte in Anlehnung an barocke Vorbilder auszeichnet. Unterhalb liegt der Baumgarten. An der Nordseite des Grundstücks wurde 1922 ein Kleintierstall mit Holzlagerraum errichtet. Das mit Sorgfalt vom Eigentümer und Architekten ausgestattete Haus folgte traditionellen Stilrichtungen jener Zeit - wie sie z. B. von Theodor Fischer vertreten wurden -, die heimische Bautradition aufgriffen und modernen Bedürfnissen anpassten. Es ist aber nicht nur von Bedeutung für das traditionelle Bauen jener Zeit, sondern auch ein das Stadtbild prägendes Haus des Architekten Christian Nüßle, der im Stuttgarter Hochbauamt tätig war.

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Gedenkstein Horlacher Schillerstraße 20
(Karte)
Granit mit Marmortafel, nach 1890

Der Gedenkstein aus grob behauenem Granit mit ovaler Inschrifttafel aus weißem Marmor liegt an einem Weg im Stadtgarten. Er wurde zum Andenken an den 1890 verstorbenen Ökonomierat Eugen Horlacher errichtet. Dieser war für die Anpflanzung von seltenen Bäumen im Stadtgarten verantwortlich. Ferner richtete er den Waldlehrpfad im Stadtgarten ein. Der Gedenkstein ist ein charakteristisches Zeugnis bürgerlicher Memorialkultur für einen verdienten Mitbürger.

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Einfamilienwohnhaus Schillerstraße 24
(Karte)
Zweigeschossiger Bau in Hanglage, weit überstehendes Satteldach mit Aufschiebling und Schleppgaubenbändern, Sandsteinsockel, verputztes Erdgeschoss, verschindeltes Obergeschoss mit asymmetrisch platziertem zweiseitigem Erker über abgetreppter Konsole, weit vorkragender ebenfalls verschindelter Giebel mit Loggia, für Prof. A. Moosbrugger nach Plänen des Baumeisters Wilhelm Kohler errichtet, 1931 (a)

Das Einfamilienwohnhaus liegt in dem ansteigenden Gelände zwischen Schillerstraße und Stadtgarten und wurde 1931 für Prof. A. Moosbrugger nach Plänen des Baumeisters Wilhelm Kohler errichtet. Das Gebäude vereinigt in seiner Gestaltung Stilelemente der regionalen Bauweise, wie z. B. Verschindelung und Verschalung, mit modernen Gestaltungsprinzipien, wie Asymmetrie oder expressionistische Ausformung von Baudetails, in gelungener Weise. Es ist wichtiger Beitrag zur jüngeren Calwer Stadtbaugeschichte und prägt das Stadtbild am westlichen Hang über der Stadt in entscheidendem Maße.

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Villa Kohler Schillerstraße 26
(Karte)
Zweigeschossiger und giebelständiger Bau in steiler Hanglage, Garten, zugehörige Stützmauer mit Garage und Einfriedung, seitliches kleines Lagergebäude in Holzbauweise, 1908 von Baumeister Wilhelm Kohler als Architekt und Bauherr

Das Wohnhaus wurde 1908 von dem Baumeister Wilhelm Kohler für sich selbst in dem ansteigenden Gelände zwischen Schillerstraße und Stadtgarten errichtet. Es gehört zusammen mit der ehemaligen Höheren Handelsschule (Nr. 8) zu den ersten an der Schillerstraße errichteten Gebäuden. Als Architektenhaus ist es besonders mit viel Sorgfalt und Liebe zum Detail ausgestattet. Es verbindet historisierende und Jugendstilornamente und gibt einen besonderen Hinweis auf die Gestaltungsart des Baumeisters Wilhelm Kohler, der traditionelle und moderne Gestaltungselemente hier gelungen verbindet. Es ist wichtiger Beitrag zur jüngeren Calwer Stadtbaugeschichte und prägt das Stadtbild am westlichen Hang über der Stadt in entscheidendem Maße.

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Beamtenwohnhaus Schillerstraße 27
(Karte)
Ein- bis dreigeschossiger Bau mit Walmdach in starker Hanglage, Sandsteinuntergeschoss, von der Talseite ebenerdig zugänglich und durch Spitzbogenblendarkaden zwischen pfeilerartigen Lisenen gegliedert, verputztes Erdgeschoss, verschindeltes Obergeschoss, dieses zur Schillerstraße durch zwei niedrigere Anbauten mit Walmdach erweitert, Wohngeschosse durch gesonderte Hauseingänge erschlossen, bauzeitliche Innenausstattung weitgehend erhalten, nach Plänen von Oberbaurat Kuhn, Stuttgart, errichtet, 1922 (a)

Das Gebäude liegt auf dem von der Schillerstraße zur Stadt steil abfallenden Gelände, sodass es zur Schillerstraße eingeschossig, zum Tal hin dreigeschossig ist. Es wurde 1922 von Oberbaurat Kuhn, Stuttgart, entworfen. Das Gebäude ist ein qualitätvolles ehemaliges Beamtenwohnhaus - heute Verwaltungsgebäude -, das Stilelemente des Klassizismus und des Heimatschutzes mit modernen Gestaltungsvorstellungen gelungen verbindet. Die giebelartigen Blendarkaden des Kellergeschosses sprechen eine moderne Sprache, ebenso die eigenwillige Befensterung der Talseite. Es belegt die Geschichte des staatlichen Wohnbaus im frühen 20. Jahrhundert, die in diesem Fall als qualitätvoller Bau der traditionellen Richtung dokumentiert ist. Das erhöht über der Stadt liegende Gebäude ist auch ein Dokument der Stadterweiterung des frühen 20. Jahrhunderts.

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Gedenkstein Schütz Nähe Schillerstraße 28
(Karte)
Granitblock mit Inschrift, 1877

Südlich des Gebäudes Schillerstraße 28 ist im Stadtgarten ein grob behauener Granitblock aufgestellt, dessen Inschrift auf der ovalen Vertiefung auf den Stifter, Dr. med. Emil Schüz, verweist, der nach der Übereignung des Geländes hinter dem Georgenäum im Jahr 1871 mit einigen anderen Calwer Bürgern seltene Bäume stiftete und somit einen der ersten Naturlehrpfade schuf. Der Gedenkstein ist ein charakteristisches Zeugnis bürgerlicher Memorialkultur für einen Mitbürger, der sich um die Stadt Verdienste erworben hat.

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Wohnhaus Schillerstraße 28
(Karte)
Zweigeschossiger Bau in steiler Hanglage, weit überstehendes Satteldach mit Aufschiebling und Schleppgaubenbändern, verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung auf Sandsteinsockel, verschindeltes Obergeschoss, verschindelter über abgetreppten Konsolen weit vorkragender Giebel, für Generalleutnant Niethammer nach Plänen von Baumeister Wilhelm Kohler errichtet, 1928 (a); Gartenhäuschen mit anschließendem Laubgang im rückwärtigen Teil des Grundstücks, 1929 (a)

Das Wohnhaus wurde 1928 nach Plänen des Baumeisters Wilhelm Kohler in dem ansteigenden Gelände zwischen Schillerstraße und städtischen Wald für den Generalleutnant Niethammer errichtet. Der die regionale Bautradition aufgreifende Bauentwurf zeigt sich jedoch in den expressionistischen Baudetails als Kind seiner Zeit, z. B. die Stuckverdachungen im Erdgeschoss mit schmalen Spitzgiebeln, die abgetreppten Konsolen des Dachgeschosses, die Giebelöffnungen der Loggia im Dachgeschoss und die Haustür. Auch die schuppenartige Ornamentierung der Stützen zwischen den Fenstern des Gartenhäuschens verweist auf die expressionistische Formensprache. Das Wohngebäude ist ein gelungener Bau in traditioneller Bauweise, der sich modernen Bauvorstellungen teilweise bedient. Es belegt die Stadtbaugeschichte Calws im frühen 20. Jahrhundert und entfaltet stadtbildprägende Wirkung am Westhang über der Altstadt.

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Wohnhaus Schloßberg 1
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Bau auf Sandsteinsockel, verschindelte Giebel, weit überstehendes Satteldach mit Schleppgaubenband an der Nord- und großer verschindelter Giebelgaube an der Südseite, Standerker an den Ecken, Treppe und eine offene Loggia an der Südwestecke, bauzeitliche Innenausstattung weitgehend erhalten, für den Fabrikanten Trautwein nach Plänen des Architekten Ernst Kiefner errichtet, 1924 (a)

Das Einfamilienwohnhaus liegt erhöht über der um die Ecke geführten Stützmauer an der Altburger Straße von 1902 und markiert die Südostecke des Schlossbergs. Es wurde 1924 für den Fabrikanten Trautwein nach Plänen des Architekten Ernst Kiefner errichtet. Das repräsentative Haus in markanter Lage ist ein Vertreter der traditionellen Architekturrichtung am Anfang des 20. Jahrhunderts, die an der regionalen Bauweise orientiert ist. Es belegt die Stadtbaugeschichte von Calw und die Geschichte des repräsentativen Fabrikantenwohnhauses im nördlichen Schwarzwald am Anfang des 20. Jahrhunderts.

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Stützmauer Schloßberg 3
(Karte)
Über einem Sandsteinquadersockel durch Lisenen unterteilte Mauer aus Zyklopenmauerwerk, akzentuiert durch risalitartig vorspringende Mauerteile in Form von auf eine Sandsteinquaderwand aufgeblendeten Torformen, die jeweils drei Mauerteile unterbrechen, oberes Ende, an dem die Mauer zurückspringt und an ältere Stützmauern (Schlossbefestigung) anschließt, durch einen von einer Pyramide bekrönten Mauerpfeiler in Streifenrustika betont, an den Pfeilern die Wappen von Calw und Württemberg, am Beginn der Mauer Konsolplatte mit Baujahr und Erbauer, 1902 (i)

1902 wurde die neue Altburger Straße um den Schlossberg herum mit Hilfe des Staats und des Bezirks erbaut. Zum Schlossberg hin wurde eine mächtige Stützmauer aus Sandstein errichtet. Das obere Ende, an dem die Mauer zurückspringt und an ältere Stützmauern (Schlossbefestigung) anschließt, ist durch einen von einer Pyramide bekrönten Mauerpfeiler in Streifenrustika betont. An den Pfeilern sind die Wappen von Calw und Württemberg sichtbar. Am Beginn der Mauer ist in einem Torbogenteil eine Konsolplatte eingelassen, die auf Baujahr und Erbauer verweist. Die Straße sollte eine ältere steile Wegeverbindung ablösen, die durch die Vorstadt den Hang empor führte. Die aufwendig gestaltete Stützmauer dokumentiert die jüngere Calwer Stadtbaugeschichte ebenso wie die Geschichte des Verkehrswesens.

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Kaserne (heute Polizeigebäude) Schloßberg 3
(Karte)
Breitgelagerter, zweigeschossiger Sandsteinbau mit Satteldach, Keller- und Erdgeschoss in Rustikamauerwerk, Obergeschoss in Quadermauerwerk, beide mit konsolenbekrönter Eckquaderung, an beiden Traufseiten Mittelrisalite mit Zwerchhäusern, zum Tal mit gruppierten Rundbogenfenstern, an den Giebelseiten flache Mittelrisalite mit Treppengiebeln, Erdgeschoss mit Rundbogenöffnung, 1878

Der querrechteckige, zweigeschossige Sandsteinbau liegt beherrschend auf der Kuppe des Schlossbergs auf dem Areal der ehemaligen Calwer Burg. Das Gebäude wurde 1878 aus Mitteln der französischen Kriegsentschädigung im historistischen Stil errichtet. Es folgt in seiner massiven Bauweise dem Bautyp der Kasernenbauten um 1870, die verschiedene historisierende Stilelemente aufnehmen. Das Gebäude wurde zur Zeit des Nationalsozialismus nach verschiedenen öffentlichen Nutzungen als Wehrbezirkskommando wieder militärisch genutzt. Heute ist es Dienstgebäude der Polizei. Es ist ein markantes Dokument der Militärgeschichte und Stadtbaugeschichte Calws.

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Einfamilienwohnhaus Schloßberg 5
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Bau, weit überstehendes, durch abgetreppte Sparren gestütztes Mansarddach mit Aufschiebling und Giebelgaube, bergseitig erschlossen über zweiläufige gerade Treppe mit spitzwinkligem Podest, bauzeitliche Innenausstattung zum Teil erhalten, für den Zigarrenfabrikanten Otto Wagner von der Architektengemeinschaft Theodor Hiller und Albrecht Otto Linder, Stuttgart, geplant, 1921

Das Haus liegt auf dem erhöhten ehemaligen Burgareal, das nach Osten von alten Stützmauern begrenzt ist. Es wurde 1921 für den Zigarrenfabrikanten Otto Wagner von der Architektengemeinschaft Theodor Hiller und Albrecht Otto Linder, Stuttgart, geplant. Das Gebäude, das in seinem Umriss an barocke Bauten erinnert, weist in den Baudetails expressionistische Stilelemente auf. Es ist eines der seltenen Einfamilienwohnhäuser des Architekten Otto Linder, der vor allem als schwäbischer Kirchenbaumeister bekannt wurde. Das Gebäude belegt nicht nur das Frühwerk des Architekten, sondern auch die jüngere Stadtbaugeschichte von Calw.

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Wohnhaus (heute Kindergarten) Schulgasse 5
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau in starker Hanglage, Satteldach, 18. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus liegt durch einen Hofraum getrennt hinter dem Gebäude Marktplatz 13, von wo aus das überhohe Erdgeschoss, in dem zum Teil ein Zwischengeschoss untergebracht ist, zugänglich ist. Das 1. Obergeschoss ist aufgrund des ansteigenden Geländes von der Bergseite ebenerdig begehbar. Das im 18. Jahrhundert entstandene Gebäude wurde 1909 umgebaut und als Schule und Kindergarten genutzt. Das Gebäude zeigt aber vor allem von der Talseite her noch anschaulich die Struktur des barocken Fachwerkhauses. Es ist Beleg der Stadtbaugeschichte ebenso wie der Entwicklung des Schulwesens in Calw.

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Ev. Diakonatshaus (heute Stadtverwaltung) Schulgasse 9
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. großflächige Rautenmuster am Erdgeschoss, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen vorkragend, zwei rundbogige, von Sandstein eingefasste Eingänge zum tonnengewölbten Keller und zu einem großen mit einer Balkendecke ausgestatteten Raum, im Inneren bauzeitliche Ausstattung teilweise erhalten, 1696 (i)

Das stattliche Fachwerkhaus liegt am Ende der Schulgasse gegenüber der Lateinschule mit der Traufseite zur Schulgasse. Auf der Wappenkartusche der rundbogigen Toreinfahrt an der Talseite ist das Baujahr 1696 vermerkt. Das 1692 in funktionstypischer Lage unweit der Stadtpfarrkirche erbaute Gebäude wurde noch 1860 als Diakonatswohnhaus genutzt. Es belegt in seinen Dimensionen und seiner reichen Gestaltung die einstige Bedeutung der Calwer Pfarrei. Es ist von kirchen- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung vor allem für die Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekriegs.

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Keller- und Backhaus Schulzengäßle 7/3
(Karte)
Tonnengewölbter Keller mit Rundbogeneingang, wohl 16. Jahrhundert, jüngerer, teilweise verschalter eingeschossiger Aufbau mit Satteldach

Das kleine Gebäude besteht aus einem tonnengewölbten Keller zur Lagerung von Lebensmitteln, über dem sich ein eingeschossiger Aufbau mit zwei Backöfen wohl aus dem frühen 20. Jahrhundert erhebt. Historisch besonders aussagekräftig ist die Sandsteineinfassung des rundbogigen Kellereingangs mit einer nur teilweise leserlichen Jahreszahl, die eine Entstehung im 16. Jahrhundert nahelegt. Keller- und Backhäuser sind bauliche Relikte früherer Lebensumstände auf dem Land. Da sie im Zuge moderner Lebensmittelversorgung überflüssig wurden, sind sie heute nur noch selten anzutreffen.

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Gestelztes Quereinhaus Schulzengäßle 11, 11/1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss aus Sandstein, darüber Fachwerk mit Schindelschirm, Scheunenteil verbrettert, gedeckte Außentreppe, 1760, modernisiert 1821, 1920 und 1940; gesonderter Gewölbekeller mit Sandsteinplattenbelag (Schulzengässle 8)

Das stattliche Bauernhaus wurde um 1760 am damaligen westlichen Ortsrand von Alzenberg errichtet und laut einer Inschrift 1821 modernisiert. 1920 wurden bauliche Verbesserungen vorgenommen, z. B. der Schweinestall unter der Außentreppe gebaut. 1940 wurde dann das Speicherdach nach den Plänen des Architekten Kohler zu Wohnzwecken ausgebaut. Das Gebäude verkörpert das typische Bauernhaus der Region mit dreizonigem Stall im massiven Erdgeschoss und der seitlichen Treppe zum Wohngeschoss im 1. Obergeschoss. Das Haus ist wie im Nordschwarzwald üblich am Wohnteil verschindelt, der Scheunenteil ist verschalt. Im Innern ist die große Stube mit Holzvertäfelung, Türen und Wandschränken bemerkenswert. Zugehörig war zudem ein Gewölbekeller jenseits der Straße (über dem ein Neubau errichtet wurde). Das Bauernhaus entspricht dem in der Region weit verbreiteten Typus des quergeteilten gestelzten Wohnstallhauses. Es ist ein anschaulich überliefertes Beispiel dieses ländlichen Bautyps und dokumentiert Wohn- und Wirtschaftsformen um 1800 im Calwer Wald.

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Altes Rathaus Schulzengäßle 16
(Karte)
Zweigeschossiger, teils verschindelter, teils verbretterter Bau mit Sandsteinsockel, Satteldach mit Wiederkehr, 1878; Geräteschuppen mit Pultdach an der östlichen Giebelseite angebaut, 1936

Das Rathaus (und zeitweise Schulhaus) von Speßhardt, Oberriedt und Alzenberg wurde 1878 errichtet. Es verlor 1935 seine Funktion, nachdem Speßhardt und Oberriedt zu Altburg und Alzenberg zu Calw eingemeindet worden waren. Von späteren Nutzungen u.a. als Feuerwehrmagazin künden der angebaute Geräteschuppen und das große Tor zur Wagenremise. Mit seiner ursprünglich streng symmetrischen spätklassizistischen Gestaltung hebt sich der Bau von den bäuerlichen Anwesen ab und macht seine ehemalige Funktion als Rat- und Schulhaus anschaulich. Er ist ein anschauliches Beispiel eines Rathausbaus in einer ländlichen Gemeinde des Nordschwarzwalds am Ende des 19. Jahrhunderts und belegt die Ortsgeschichte der ehemaligen Schultheißerei Speßhardt-Oberriedt-Alzenberg innerhalb des Kirchspiels Altburg.

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Backhaus Spindlershofweg 20
(Karte)
Eingeschossig mit Satteldach, Backofenteil aus Sandsteinbruchsteinmauerwerk, Vorraum in Fachwerkkonstruktion, um 1800

Das heute noch genutzte Backhaus war Teil einer Hofanlage und wurde um 1800 errichtet. Der kleine Bau ist charakteristisch für größere Hofstellen, bei denen spätestens im 19. Jahrhundert die Backöfen aus feuerpolizeilichen Gründen aus dem Haupthaus in den Hof verlegt wurden. Er belegt anschaulich die frühere Eigenversorgung der Bevölkerung auf dem Land.

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Weitere Bilder
Rudersbergtunnel
(Karte)
Nagoldbahn, 1872

In Erwartung eines großen Holzumschlags wurde 1872 die Eisenbahnlinie Calw-Nagold errichtet; die Weiterführung nach Horb erfolgte 1874. Damit war Nagold durch eine vollspurige Bahn mit Weil der Stadt und Stuttgart verbunden. Der Eisenbahntunnel dokumentiert diese Entwicklung und ist ein wichtiges Zeugnis der Verkehrs- und Wirtschaftserschließung des Nordschwarzwaldes in der Gründerzeit.

97032836
Landhaus Stammheimer Steige 2
(Karte)
Eingeschossiger verschindelter Hauptbau über Rustikasockel mit weit überstehendem Krüppelwalmdach, niedrigerer Küchenbau mit Mansarddach, Holzveranda, Wintergarten an der Westseite und die Veranda an der Südseite, bauzeitliche Ausstattung in weiten Teilen erhalten, für den Pfarrer Theodor Josenhans durch den Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser errichtet, 1906; Garten und Gartenlaube in Eisenkonstruktion

Das Landhaus liegt erhöht von der Straße in einem naturbelassenen ansteigenden Waldgrundstück. Es wurde 1906 für den Pfarrer Theodor Josenhans durch den Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser im Schwarzwaldstil geplant. Der giebelständige, verschindelte Bau mit Rustikasockel und weit überstehendem Krüppelwalmdach, mit Holzveranda und malerischen Anbauten zitiert Elemente eines Bauernhofes im südlichen Schwarzwald. Das Gebäude gehört im Werk des Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser zu den frühen Wohnhäusern und fällt durch Sicherheit der Formgebung auf, die traditionelle Bauweise und moderne Bauvorstellungen verknüpft. Es hat einen wichtigen Stellenwert im Werk des Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser und belegt die jüngere Stadtbaugeschichte von Calw.

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Einfamilienwohnhaus Steinrinnenweg 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Sandsteinrustikasockel, Giebel verbrettert, Anbau mit Krüppelwalmdach, von dem Bauwerkmeister Alber, 1907; Gartenhäuschen, Holzbau über Sandsteinsockel, Garten, 1907

Das in einem steil ansteigenden Gelände erhöht über der Straße stehende Haus wurde 1907 für den Bauunternehmer Friedrich Gehring errichtet. Als Beispiel für ein konservatives, an Gedanken der Heimatkunstbewegung orientiertes Wohnhaus aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts ist das Gebäude von architektur- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung.

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Gartenhäuschen Stuttgarter Straße 1
(Karte)
Kleiner zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, im Sockelgeschoss von der Front her und im Obergeschoss über eine seitliche Außentreppe zugänglich, 1790 (i)

Der kleine Bau an der Stuttgarter Straße, der früher in einem Gartengelände stand, ist eines der früher zahlreichen Gartenhäuschen aus der Zeit um 1800. Es ist ein Zeugnis des sozialen Lebens der begüterten Familien in Calw, die große Gartengrundstücke außerhalb der Stadt besaßen. Der im klassizistischen Stil errichtete Bau hat Bedeutung für die Sozialgeschichte Calws um 1800.

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Königl. Straßenbauinspektion Stuttgarter Straße 19
(Karte)
Zweigeschossiger verschindelter Bau mit Walmdach, nach Plänen des Technischen Baubüros der Straßenbauverwaltung in Stuttgart errichtet, 1912 (i); Anbau, 1938; Grünbereich mit Grundstückmauer aus Sandstein mit aufsitzendem achteckigem Gartenhaus mit Kegeldach und von Säulen gerahmtem Eingang

Die Königliche Straßenbauinspektion wurden durch das Technische Baubüro der Straßenbauverwaltung in Stuttgart 1911 geplant. Das Gebäude orientiert sich in seiner Gestaltung an älteren regionalen Vorbilder. Modern sind hingegen die Akzentsetzungen durch asymmetrische Gestaltung und Gruppierung. Das Behördenhaus entspricht dem Typus des gehobenen Bürgerhauses mit Gartenhaus, allerdings in etwas größeren Dimensionen. Das Gebäude ist ein gelungenes Beispiel des Mischtypus Büro- und Wohnhaus, das die Geländesituation für seine städtebauliche Wirkung ausnutzt. Es ist nicht nur ein Beispiel für die hohe gestalterische Qualität der Hochbauverwaltung in Stuttgart am Anfang des 20. Jahrhunderts, sondern auch als Teil des vor den Toren der mittelalterlichen/frühneuzeitlichen Stadt gelegenen Neubaugebietes an der Oberen Stuttgarter Straße von Bedeutung für die jüngere Stadtbaugeschichte von Calw.

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Waldschule der Spöhrer-Handelsschule Teuchelweg 2
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau über Sandsteinrustikasockel, Walmdach mit Dachreiter, in der Mittelachse Rundbogeneingang mit ovaler Fensterbekrönung, Rundbogeneingang in der Stützmauer, Außentreppenanlage, vom Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser, 1908

Die ehemalige Waldschule der Spöhrer-Handelsschule liegt südlich der Innenstadt oberhalb der Straße auf einem künstlich geschaffenen Plateau im ansteigenden Gelände der Eichhalde. Sie wurde 1908 für den damaligen Handelsschuldirektor Gustav Weber geplant. Auf den rahmenden Putzfeldern des obersten Geschosses verweisen die Köpfe von Merkur und Athena, Symbole von Handel und Wissenschaft, in Sgraffito-Technik auf die Bestimmung des Baus. In seinem äußeren Erscheinungsbild ist das Gebäude unverändert überkommen, doch wurde die innere Einteilung 1986 beim Einbau von Einzimmerwohnungen bis auf zwei Schulsäle, die Brunnenanlage im Erdgeschoss und das repräsentative Treppenhaus verändert. Das Gebäude folgt der traditionsorientierten Architekturrichtung der Stuttgarter Schule, wie sie Theodor Fischer an der dortigen Hochschule lehrte. In ihm sind barocke Stilelemente mit modernen Kompositionsprinzipien gelungen verbunden. Der künstlerisch überzeugend gestaltete Schulhausbau vom Anfang des 20. Jahrhunderts ist von architekturgeschichtlicher Bedeutung. Als baulicher Rest einer bedeutenden Handelsschule, die über die Grenzen der Region hinaus bekannt war, ist die Waldschule wichtiges Zeugnis der Stadt- und Bildungsgeschichte Calws im Industriezeitalter.

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Einfamilienhaus Teuchelweg 10
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Sandsteinsockelgeschoss und flach geneigtem Walmdach, risalitartiger Vorsprung in den drei mittleren Achsen, mehrseitige Standerker an den Schmalseiten, Fußwalm zwischen Erd- und 1. Obergeschoss, an der Straße Sandsteinrustikamauer mit Rundbogentor, nach Plänen des Stuttgarter Architekten Karl Scheu errichtet, 1927 (a)

Das Gebäude wurde 1927 für den Studiendirektor Julius Küchle durch den Stuttgarter Architekten Karl Scheu geplant. Es ist ein charakteristisches Dokument für gestalterische Bestrebungen im Wohnhausbau der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Das Haus verkörpert eine klassisch und konservativ geprägte Bauweise, die auf historisierende Details verzichtet und sich auf die Durchgestaltung des Baukörpers und eine funktionelle Gestaltung konzentriert. Es ist ein anschaulich überliefertes Beispiel der Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts und ein Beleg der jüngeren städtebaulichen Entwicklung von Calw.

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Zweifamilienwohnhaus Teuchelweg 11; Walkmühleweg
(Karte)
Zweigeschossiger Bau über zweigeschossigem Sandsteinsockel in Hanglage, Krüppelwalmdach mit Gauben, reiches Zierfachwerk, von dem Werkmeister Karl Krauß errichtet, Einfriedung und Freibereich, 1896

Der stattliche Bau liegt in dem steil zur Nagold abfallenden Gelände. Er wurde 1896 von dem Werkmeister Karl Krauß als Zweifamilienwohnhaus errichtet. Aufgrund des starken Geländegefälles sind an der Talseite zwei massive Untergeschosse sichtbar. Das Gebäude weist ein reiches historisierendes Fachwerk auf. Es gehört zum Typus des Mietwohnhauses, das in dem Sichtfachwerk regionale Bauweisen übernimmt, aber frei einsetzt und modernen Funktionen und Gestaltungen unterordnet. Es dokumentiert nicht nur Tendenzen im Miethausbau im Nordschwarzwald im frühen 20. Jahrhundert, sondern ist auch Beleg der jüngeren Stadtbaugeschichte von Calw, die durch das Ausgreifen der Stadt ins Umland, hier in das Tal der Nagold südlich der Kernstadt, bestimmt ist.

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Zweifamilienwohnhaus Teuchelweg 15
(Karte)
Zwei- bis viergeschossiger Bau in Hanglage, Krüppelwalmdach, Hang- und Erdgeschoss in Backsteinmauerwerk mit Sandsteingliederungselementen, Obergeschoss in Zierfachwerk, Eckrisalite, frühes 20. Jahrhundert

Das Gebäude liegt in dem steil zur Nagold abfallenden Gelände, sodass an der Talseite zwei Untergeschosse sichtbar werden. Das Zweifamilienwohnhaus wurde zusammen mit dem Haus Nr. 17 von dem Werkmeister Karl Krauß in historisierendem Stil errichtet. Das Gebäude hat zum Tal hin Burgcharakter, der durch den Eckrisalit mit weiterem Geschoss und Pyramidendach an der Südostecke unterstrichen wird. Vier Rundbogenarkaden des Untergeschosses und der zweite Eckrisalit, der sich ein Geschoss niedriger befindet und weniger vorspringt, an der Nordostecke betonen auch diesen Wehrcharakter. Der Eckraum des Erdgeschosses wird durch manieristische Arkadenrahmungen der Fenster hervorgehoben. Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den historisierenden Mietwohnbau den der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Zudem ist es ein Beleg der jüngeren Stadtbaugeschichte von Calw, die durch das Ausgreifen der Stadt ins Umland, hier in das Tal der Nagold südlich der Kernstadt, bestimmt ist.

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Zweifamilienhaus Teuchelweg 17
(Karte)
Zwei- bis viergeschossiger Bau in Hanglage, Krüppelwalmdach, Sockel- und Erdgeschoss aus Backsteinmauerwerk mit Sandsteingliederungselementen, Obergeschoss Fachwerk, teilweise verschindelt, von Werkmeister Krauß, 1896

Das Gebäude liegt in dem steil zur Nagold abfallenden Gelände, sodass an der Talseite zwei Untergeschosse sichtbar werden. Es wurde zusammen mit dem Haus Nr. 15 von dem Werkmeister Krauß in historisierendem Stil errichtet. Das Erdgeschoss besteht wie bei Nr. 15 aus Backsteinmauerwerk mit Sandsteingliederungselementen, das Obergeschoss ist jedoch an der Straßenseite verschindelt, während es an der Talseite als Sichtfachwerk ausgebildet ist. Die Bauformen sind wie in dem gleichzeitigen Nachbargebäude desselben Architekten der deutschen Gotik und Renaissance entlehnt. Dabei variieren Kubatur und Baudekoration. Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den historisierenden Mietwohnbau der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Zudem ist es ein Beleg der jüngeren Stadtbaugeschichte von Calw, die durch das Ausgreifen der Stadt ins Umland, hier in das Tal der Nagold südlich der Kernstadt, bestimmt ist.

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Wohn- und Versammlungshaus Teuchelweg 21
(Karte)
Zwei- bis viergeschossiger Bau in Hanglage, Satteldach, massives Sockel- und Erdgeschoss mit Sandsteingliederung, Obergeschoss mit Backstein ausgeriegeltes Fachwerk, Architekt Kiefner aus Calw, 1907

Das Wohn- und Versammlungshaus wurde 1907 von dem Architekten Kiefner aus Calw für den Schmiedemeister und Evangelisten Christian Stürner errichtet. Die breiten Segmentbogenfenster im Erdgeschoss verweisen auf den dahinter liegenden Versammlungsraum. In ihm hatte sich zeitweise auch die Süddeutsche Vereinigung getroffen. In den 1950er-Jahren benutzten die Adventisten den Raum. Das Gebäude ist als ein von einem Privatmann gebautes Versammlungshaus für eine religiöse evangelische Gruppierung ein Zeugnis der Religionsgeschichte und dokumentiert die Frömmigkeitsgeschichte in Nordwürttemberg Anfang des 20. Jahrhunderts.

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Schafott
(Karte)
Zylinderförmiges Podest aus mit Erde verfülltem Sandsteinmauerwerk, erstmals erwähnt 1683

In einer Waldlichtung südwestlich der Stadt befindet sich die alte Calwer Hinrichtungsstätte, das sog. Schafott, das 1683 erstmals in den Schriftquellen erwähnt ist. Die letzte Hinrichtung fand hier im frühen 19. Jahrhundert statt. Gertrude Pfeifflin aus Teinach hatte zusammen mit ihrer Mutter die 60-jährige Händlerin Anna Maria Blocher aus Nordstetten mit einem Beil erschlagen und erhebliche Barmittel und Wertpapiere gestohlen. Vom Kriminalsenat in Esslingen wegen Raubmordes zum Tode verurteilt, wurde sie am 28. August 1818 in Calw mit dem Schwert hingerichtet. Das Schafott ist als eines der selten erhaltenen Beispiele dieser Zeugnisse der Geschichte des Gerichtswesens von besonderer Bedeutung.

97032835
Haus Libanon Teuchelweg 37
(Karte)
Später Haus Schönblick, zwei- bis fünfgeschossiger Bau in Hanglage, weit vorkragendes Krüppelwalmdach, Sockelgeschosse Sandsteinrustikamauerwerk, Erdgeschoss verputzt, Obergeschosse verschindelt, an der Talseite mittige Loggia und Balkone in den Außenachsen, an der Bergseite Mittelrisalit mit Krüppelwalmdach, Architekt Ernst Kiefner, 1906

Der stattliche Bau liegt in dem steil zur Nagold abfallenden Gelände. Er wurde 1906 für den Fabrikanten Johannes Blank von dem Architekten Ernst Kiefner geplant. Johannes Blank war Leiter und Mitbegründer der Süddeutschen Vereinigung in Calw, einer Gemeinschaft innerhalb der Evangelischen Landeskirche. Das Gebäude diente in seiner Geschichte immer wieder sozialen Zwecken. Damit ist es von Bedeutung für die Sozial- und Religionsgeschichte der Stadt. Zudem belegt es das Ausgreifen der Stadt ins Umland, hier in das Tal der Nagold südlich der Kernstadt, um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

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Wasserstube Teuchelweg
(Karte)
Sandsteinmauerwerk, renoviert 1878

Der kleine Sandsteinquaderbau mit Rundbogeneingang und Eisentür wurde als Wasserstube in den Hang gebaut. Er ist Teil der 1878/79 installierten Wasserleitung, dürfte jedoch schon vorher als Brunnenstube bestanden haben, wie die Inschrift „Ren. 1878“ über dem Eingang nahe legt. Die 1878 renovierte und in das neu geschaffene Wasserleitungssystem integrierte Brunnenstube dokumentiert die Technikgeschichte und die Geschichte der Wasserversorgung in Calw.

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Weitere Bilder
Wohnhaus Torgasse 3
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, Rückseite steht auf der Stadtmauer, massives Sockel- und Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Zierformen, u.a. geschweifte Andreaskreuze, Rauten, genaste Büge, giebelseitig Zugang zum tonnengewölbten Keller, um 1700

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das Fachwerkhaus liegt am oberen Ende der steil ansteigenden Torgasse an der Einmündung der Nonnengasse. Die Rückseite steht auf der Stadtmauer. Das um 1700 entstandene Haus weist ein reiches Fachwerk aus geschwungenen Andreaskreuzen, Rauten und Streben mit Nasen auf. Der tonnengewölbte Keller liegt entsprechend dem Geländegefälle an der Talseite und ist von der Giebelseite her zugänglich. Die dekorative Fachwerkfassade war zusammen mit dem Haus Nr. 5 über Jahrhunderte städtebaulicher Abschluss der Nonnengasse, da nach der Zerstörung des ehemaligen Beginenhauses gegenüber im Jahr 1634 dieses Grundstück bis 1959 unbebaut war. Das Gebäude ist von Bedeutung für die Stadtbaugeschichte Calws und belegt die Wohnverhältnisse in der Frühen Neuzeit.

96971204
( Wikidata)

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Wohnhaus Torgasse 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, Rückseite steht auf der Stadtmauer, massives Sockel- bzw. Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Giebel über Balkenköpfen und Knaggen zweifach vorkragend, in der westlichen Haushälfte rundbogiger Kellereingang zum tonnengewölbten Keller, in der östlichen Hälfte Hauseingang mit daneben liegendem Werkstattraum, um 1700

(s. Stadtbefestigung, Altburger Straße 23)

Das Fachwerkhaus liegt im oberen Bereich der steil ansteigenden Torgasse gegenüber der Einmündung der Nonnengasse und bildete zusammen mit dem Haus Nr. 3 lange Zeit den städtebaulichen Abschluss dieser Straße. Das um 1700 errichtete Gebäude steht rückwärtig auf der Stadtmauer. Es ist von Bedeutung für die Stadtbau- und Siedlungsgeschichte und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Frühen Neuzeit.

96971206
( Wikidata)
Wohnhaus Torgasse 13
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Eckrustika und jüngerem Ladeneinbau, darüber Fachwerk, über Balkenköpfen, Knaggen und kielbogig gefasten Schwellen fünffach vorkragend, im Giebelspitz segmentbogige Ladeluke, um 1700

Das Fachwerkhaus liegt im unteren Bereich der Torgasse. In dem um 1700 errichteten, mächtigen Gebäude wechselten oft die Besitzer, die die verschiedensten Berufe ausübten. Im massiven Erdgeschoss waren für den Metzger Schnaufer z. B. Ställe eingerichtet. Das mächtige Gebäude hebt sich gegenüber den niedrigeren Fachwerkhäusern in der Torgasse ab und wirkt mit seiner Fassade in das Straßenbild der Lederstraße hinein. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften im 18. Jahrhundert.

96971207BW
Fabrikantenvilla Uhlandshöhe 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Eckquaderung und Sockelgeschoss aus grauem Sandstein, dreiseitiger Erker im Erdgeschoss, Wintergarten an der Nordostseite, niedrigerer Querbau mit offener Vorhalle vor dem Hauseingang, vom Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser geplant, Garten, 1905, verändert 1929

Der repräsentative Bau liegt in einem ansteigenden mit Bäumen bepflanzten Wiesengelände und ist von der Rückseite her zugänglich. Er wurde 1905 für den Zigarrenfabrikanten Ernst Hippelein von dem Ludwigsburger Architekten Friedrich Hausser geplant und 1929 durch den Stuttgarter Architekten Carl Scheu für den neuen Eigentümer Direktor Karl Schmid geringfügig verändert. Das Gebäude ist in der markanten erhöhten Lage von weitem sichtbar. Es verkörpert den Typus einer Fabrikantenvilla, der in seinen historisierenden Architekturzitaten bewusst an alte Vorbilder anknüpft, diese jedoch frei verwendet und gestalterisch gelungen der neuen Funktion unterordnet. Der Bau hat Bedeutung für die Stadtbaugeschichte, die Sozialgeschichte und den Villenbau im frühen 20. Jahrhundert im nördlichen Schwarzwald.

96971208BW
Wohnhaus Uhlandshöhe 9
(Karte)
Zweigeschossig mit Krüppelwalmdach, Sockelgeschoss in Sandsteinrustika, verputztes Erdgeschoss, verschindeltes Obergeschoss, verbretterte Giebel, an der Straßenfassade Standerker mit Pyramidendach, Risalit an der nördlichen Traufseite, im Zwickel überdachter Vorraum, Garten und Einfriedung, von Bauwerkmeister Hohnecker, 1904

Das Gebäude wurde 1904 für den Färbereibesitzer Franz Schoenlen von dem Bauwerkmeister Hohnecker geplant. Es ist einer traditionellen Architekturrichtung verpflichtet, die Elemente der für den Nordschwarzwald charakteristischen Bauformen, wie Schindelschirm, Giebelverschalung und Sandsteinsockel übernimmt und in einem Bau mit historisierenden Stilelementen integriert. Als gediegen ausgeführtes, gehobenes Wohnhaus des frühen 20. Jahrhunderts ist der Bau ein Beleg der Architektur- und jüngeren Stadtbaugeschichte von Calw.

96971209BW
Mehrfamilienwohnhaus Uhlandshöhe 15
(Karte)
Dreigeschossiger verschindelter Bau mit Sandsteinrustikasockel und Krüppelwalmdach, in der Mittelachse vor den beiden Obergeschossen Holzerker mit Zwerchhaus, Architekt Wilhelm Kohler, 1904

Das Wohnhaus für drei Familien wurde 1904 von dem Architekten Wilhelm Kohler für den Zimmermannsmeister Jakob Weimert geplant. Das Gebäude weist traditionelle Elemente der lokalen Bautradition, wie z. B. Fachwerkbauweise, Verschindelung, Sandsteinsockel auf, ordnet diese jedoch mit dem Bautypus eines symmetrisch aufgebauten Mehrfamilienhauses mit Erkern und Balkonen unter. Als anschaulich erhaltenes Mehrfamilienhauses in einer für den Nordschwarzwald charakteristischen Gestaltung ist der Bau ein Beleg der Architektur- und jüngeren Stadtbaugeschichte von Calw.

96971210BW
Wohnhaus Uhlandshöhe 17
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Sandsteinrustikasockel, Giebel verschindelt, am Obergeschoss Erker und verglaster Balkon, von Bauwerkmeister Alber aus Aalen, 1907

Das Wohnhaus wurde 1907 für den Bauunternehmer Friedrich Gehring geplant, der dann seinerseits das Gebäude an den Kaufmann F. Gross verkaufte. Es ist ein anschaulich überliefertes Beispiel der Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts und Beleg der jüngeren städtebaulichen Entwicklung von Calw.

96971211BW
Wohnhaus Uhlandshöhe 25
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Sandsteinquadermauerwerk am Erdgeschoss, verschindelte Giebel, Mansarddach, an der nördlichen Traufseite niedrigeres Querhaus mit Mansarddach und Krüppelwalmabschluss, halbzylinderförmige Erker mit Säulenstützen, an der Südseite Balkonvorbau, Garten und Stützmauer, um 1900

An dem auf Fernsicht konzipierte Gebäude sind historisierende Stilelemente des Klassizismus und des Barock gelungen in einem plastisch kontrastreichen Baukörper integriert. Das Gebäude ist ein anschaulich erhaltenes Beispiel eines bürgerlichen Wohnhauses des frühen 20. Jahrhunderts mit hohem Überlieferungsgrad.

96971212BW
Villa Dreiß mit Garten Uhlandshöhe 29
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Bau mit Sockel aus Sandsteinmauerwerk und Satteldach, Giebel verschindelt, niedrigere Querbau mit dreiviertelkreisförmigem Grundriss, an der Straßenseite Runderker mit Freiterrasse, von den Stuttgarter Architekten Martz und Schmid geplant, 1914

Die repräsentative Villa liegt als letztes Haus der Straße am Waldesrand auf einem Plateau in dem steil ansteigenden Gelände. Das Haus wurde für den begüterten Kaufmann Eugen Dreiß 1914 von den Stuttgarter Architekten Martz und Schmid geplant. Die Gestaltung des Baukörpers verrät klassizistische Stilelemente, die gekonnt eingesetzt werden, ebenso wie traditionelle Baudetails, wie z. B. Verschindelung und Biberschwanzdeckung. Die Villa ist ein bedeutendes Werk der Stuttgarter Architekten Martz und Schmid, das sich hervorragend in die schwierige Geländesituation einpasst und die Gestaltung des Geländes bewusst in die Gesamtwirkung mit einbezieht. Mit seinem hohen gestalterischen Anspruch und als wichtiger Bau im Werk der Architekten Martz und Schmid hat der Bau Bedeutung für die Geschichte des Villenbaus im frühen 20. Jahrhundert im süddeutschen Raum und die Stadtbaugeschichte Calws in diesem Zeitraum.

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Wohnhaus Vorstadtweg 1
(Karte)
Dreigeschossiges Wohnhaus mit abgeknickter Fassadenflucht in Hanglage, Satteldächer, massives verputztes Erd- und Sockelgeschoss, darüber Fachwerk, an den Obergeschossen verschindelt, im Dachgeschoss verbrettert, Rundbogeneingang zum tonnengewölbten Keller und schmaler Rundbogeneingang mit Oberlicht, 18. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus mit der abgeknickten, dem Straßenverlauf folgenden Fassadenflucht ist wohl im 19. Jahrhundert aus zwei Häusern zu einem Haus vereinigt worden. Der Rundbogeneingang zum tonnengewölbten Keller und der schmale Rundbogeneingang mit Oberlicht im massiven Erdgeschoss lassen eine Entstehungszeit im 18. Jahrhundert wahrscheinlich erscheinen. Das Haus lässt erkennen, dass die Bewohner einst neben ihrem Handwerk eine Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben. Damit ist es von Aussagekraft für die Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte von Calw.

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Wohnhaus Vorstadtweg 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Sockel, einachsigem Vorbau und steilem Satteldach, Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, tonnengewölbter Keller, um 1700

Das Fachwerkhaus mit einachsigem Vorbau steht städtebaulich markant zwischen den beiden Straßenzweigen des Vorstadtwegs, des alten Wegs nach Alzenberg, und bestimmt auch den Straßenzug der Burgsteige. Das wohl um 1700 errichtete Gebäude steht über einem tonnengewölbten Keller. Es ist von Bedeutung für die Stadtbau- und Siedlungsgeschichte und belegt das Wohnen und Wirtschaften der Einwohner der Oberen Vorstadt.

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Wohnhaus Vorstadtweg 8
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit massivem Sockel in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, Giebel über Balkenköpfen und profilierten Schwellen zweifach vorkragend, im Giebelspitz rundbogige Ladeluke, 18. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus liegt städtebaulich markant an der Ecke Vorstadtweg/Burgsteige und prägt durch die auf Fernsicht angelegte breitgelagerte Giebelfassade die platzartige Straßenverbreiterung. Das im 18. Jahrhundert errichtete Gebäude ist von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Frühen Neuzeit.

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Wohnhaus Vorstadtweg 12
(Karte)
Zweigeschossiger giebelständiger Fachwerkbau mit Sockel aus Buntsandstein, Satteldach mit Aufschiebling, (Erdgeschoss modern verbrettert), Obergeschoss und Giebel verputzt und vorkragend, am Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und profilierten Schwellen, 18. Jahrhundert

Das Gebäude bildet zusammen mit den Nachbarhäusern eine aneinander gebaute Fachwerkhausgruppe, die in das frühe 18. Jahrhundert zu datieren ist. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Oberen Vorstadt.

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Wohnhaus Vorstadtweg 14
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Sockel, Satteldach mit Aufschiebling, Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, 18. Jahrhundert

Das Gebäude bildet zusammen mit den Nachbarhäusern eine aneinander gebaute Fachwerkhausgruppe, die in das frühe 18. Jahrhundert zu datieren ist. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Oberen Vorstadt.

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Wohnhaus Vorstadtweg 16
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Sockel, Satteldach mit Aufschiebling, Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen, Knaggen und profilierten Schwellen vorkragend, bergseitig angefügtes Querhaus, nach Brand von 1692 neu errichtet, 18. Jahrhundert

Das Gebäude bildet zusammen mit den Nachbarhäusern eine aneinander gebaute Fachwerkhausgruppe, die in das frühe 18. Jahrhundert zu datieren ist. Das Gebäude ist Dokument für den Wiederaufbau nach der fast vollständigen Zerstörung Calws im Pfälzischen Erbfolgekrieg und belegt das Wohnen und Wirtschaften in der Oberen Vorstadt.

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Welsches Häusle Nähe Waldenserstraße 110
(Karte)
Schutzhütte, eingeschossiger Bau aus Sandsteinbruchstein mit Satteldach, Giebel verbrettert, um 1700

Nordöstlich von Heumaden in Richtung Neuhengstett steht unter Lindenbäumen an einer Wegkreuzung im Flur Galgenwasen eine Feldhütte genannt „Welsches Häusle“. Diese Schutzhütte, die wohl Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet wurde, erinnert an die 1698 aus Savoyen vertriebenen Waldenser, die 1700 Neuhengstett, das zuerst Bourcet hieß, gründeten. Auf dem Weg zu ihren Arbeitsstätten in Calw und zurück diente diese Hütte als Schutz vor schlechtem Wetter und zur Rast. Der alte Name „Welsches Häusle“ verweist auf die Herkunft aus Frankreich (welsch = französisch). Gerade dieser einfache Bau erinnert an die ärmlichen Verhältnisse der Gründungszeit der Waldensergemeinde. Er ist Zeugnis der Ansiedlung von Franzosen evangelischer Religion in Württemberg unter Herzog Eberhard Ludwig und dokumentiert die Geschichte der Waldenser im Calwer Raum.

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Reithalle Walkmühleweg 25
(Karte)
Georg-Baumann-Halle, langgestreckter, eingeschossiger, verputzter Fachwerkbau über Betonsockel mit flach geneigtem Walmdach, an den Schmalseiten je ein niedrigerer schmaler Anbau mit gesondertem abgewalmten Satteldach, sechsseitige Laterne mit niederem Helm, nach Plänen des Stadtbaumeisters Schöttle, 1927 (a)

Die Georg-Baumann-Halle wurde als städtische Reithalle mit offener Reitbahn in unmittelbarer Nachbarschaft der gleichzeitig geplanten Badeanstalt mit Luftbad nach Plänen des Stadtbaumeisters Schöttle von 1927 errichtet. Von den städtischen Freizeiteinrichtungen an diesem Ort ist lediglich die Halle erhalten, die zwischenzeitlich als Lagerraum für den Bauhof genutzt wird. In der ehemaligen Reithalle sind gekonnt Ideen der Heimatschutzarchitektur mit expressionistischen Baudetails, wie sie an den Fenstern und den Eingangstüren sichtbar sind, verwirklicht. Der Bau veranschaulicht die Gestaltung des Bautyps Reithalle in den 1920er-Jahren und ist von Bedeutung für die Sozialgeschichte der Stadt Calw im frühen 20. Jahrhundert.

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Mehrfamilienwohnhaus Walkmühleweg 26
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Zwei- bis dreigeschossiger Bau in Hanglage, Halbwalmdach mit breiter über einen Balkon vorkragender Dachgaube, Hanggeschoss verputzt, darüber verschindelt bzw. an den Giebeln verbrettert, nach Plänen des Architekten Carl Neuscheler, Stuttgart, 1925

Das Gebäude wurde schon 1911 von dem Architekten Carl Neuscheler aus Stuttgart für den Evangelisten und Schmiedemeister Christian Stürner geplant, aber erst 1925 genehmigt und ausgeführt. Der Architekt griff in der Gestalt und in den Baudetails auf alte Bautraditionen der Schwarzwaldhäuser zurück, setzte die Vorbilder jedoch frei für die Funktion Mehrfamilienhaus ein. Der Bau belegt die Geschichte des Mehrfamilienwohnhauses im Nordschwarzwald ebenso wie das Ausgreifen der Stadt Calw weit in das Nagoldtal hinein im frühen 20. Jahrhundert.

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Einfamilienwohnhaus Walkmühleweg 50
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, überstehendes steiles Satteldach, Giebel und Dachgauben verschindelt, Erker an der Nordostecke, von Baumeister Wilhelm Kohler geplant, 1926

Das Wohnhaus wurde 1926 für den Rangiermeister Heinrich Weis errichtet. Es knüpft an für den Nordschwarzwald charakteristische Bautraditionen an, wie z. B. durch die Verschindelung und die Biberschwanzdeckung. Der Eckerker weist jedoch in den Fensterstützen expressionistische Gestaltungsformen auf. Das Gebäude verkörpert den Typus eines Kleinbürgerhauses mit Gartengrundstück, der vor der Stadt umgeben von Obstwiesen im Grünen steht. Es ist ein Beleg der jüngeren Stadtbaugeschichte von Calw, die durch das Ausgreifen der Stadt ins Umland, hier in das Tal der Nagold südlich der Kernstadt, bestimmt ist.

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Weitere Bilder
Städtischer Friedhof Welzbergweg 1
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Neu angelegt 1618, erweitert 1765, 1835/40 und 1931; Friedhofskapelle, Backsteinhallenbau mit Satteldach, Strebepfeilern, Spitzbogenfenstern und Backsteinzierfriesen, 1896; Totenhäuschen, um 1900; Grabmäler, 17. bis 20. Jahrhundert

Nachdem die Friedhöfe der Stadt bei der Pfarrkirche und bei der Marienkapelle auf dem Brühl zu klein geworden waren, ließ man 1618 im Norden vor der Stadt einen neuen Begräbnisplatz angelegen. Die erste hier Bestattete war Catharina Hayd, die das Gelände an die Stadt verkauft und dies zu Bedingung gemacht hatte. Der in Terrassen angelegte und durch Sandsteinmauern unterteilte Friedhof birgt eine große Zahl von künstlerisch anspruchsvollen Grabmälern, darunter aufwendig gestaltete Epitaphien für die Verstorbenen aus den reichen Familien Calws, die fast alle in Beziehung zur Calwer Zeughandelscompagnie standen. Der Friedhof dokumentiert nicht nur die Stadtgeschichte, die Sozialgeschichte und die Geschichte der Calwer Familien, sondern zeichnet sich auch durch den hohen künstlerischen Wert der Epitaphien des 17. bis 20. Jahrhunderts aus.

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Hirsau

Holzbronn

Stammheim

Ehemalige Denkmale

[1].

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Wohn- und Geschäftshaus Altburger Straße 4
(Karte)
Dreigeschossiger traufständiger verputzter Bau, Walmdach mit spitzgiebligem Zwerchhaus, Erdgeschoss mit Ladeneinbau in der Westhälfte, ehemaliger Kellerabgang (heute Garage) im Osten, um 1700, 1913 Ladeneinbau, Dachaufbau, nach Plänen von Architekt Kohler; 1973 Garagenneubau. Der im Kern aus der Wiederaufbauphase Calws nach der Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg stammende Bau wurde im frühen 20. Jahrhundert durch den in Calw lebenden Architekten Wilhelm Kohler umgestaltet. Dabei entstand aus dem giebelständigen Bau der Zeit um 1700 durch Zusammenfassung mit einem Nachbargebäude ein breitgelagerter traufständiger Bau mit qualitätvoller Ladenzone. Damit ist der Bau ein anschauliches, sprechendes Beispiel der Bau- und Stadtgeschichte Calws im 18. und 19. Jahrhundert.
Geschützt nach § 2 DSchG

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Weitere Bilder
Wohnhaus Im Zwinger 51
(Karte)
Wohnhaus, zweigeschossiger giebelständiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, straßenseitig am Obergeschoss über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, 18. Jahrhundert 1984 Anbau Treppenhaus Das Gebäude weist sich durch die geringen Dimensionen und die schlichte Gestaltung als Wohnstatt eines der weniger vermögenden Calwer Einwohners aus. Der bescheidene Bau steht stellvertretend für die Häuser einer unter- oder kleinbürgerlichen Schicht, die sich abseits der großen Hauptstraßen in den Vorstädten bzw. an der Peripherie niederließ. Das Haus ist damit ein für die die Sozialtopographie interessanter Bau und hat zudem Bedeutung für die Stadtbaugeschichte Calws im 18. Jahrhundert.
Geschützt nach § 2 DSchG

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Quellen

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