Wikiwand AI

Liste der Kulturdenkmale in Dobel

Wikimedia-Liste From Wikipedia, the free encyclopedia

In der Liste der Kulturdenkmale in Dobel sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Dobel im Landkreis Calw in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Dobel

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wohnhaus Eyachmühle 10
(Karte)
Zweigeschossiger Bau in Hanglage mit Walmdach, weit auskragender Halbwalm zum Tal und Vollwalm zum Berg hin, verschalter Fachwerkbau über sandsteinernem Sockel und Erdgeschoss, am 1. Obergeschoss Balkon unter vorkragendem Dach an Talseite; mit umzäuntem Garten; um 1900

Das Wohnhaus liegt am Hang des Eyachtals beim Wohnplatz Eyachmühle und ist mit seinem weit auskragenden Walmdach ein anschauliches Beispiel für die traditionellen Bau- und Wohnformen in einem kleinen Steitental des Nordschwarzwalds um 1900. Es ist ein charakteristisches Element der historischen Hauslandschaft der Region und hat haus- sowie ortsbaugeschichtliche Bedeutung.

96573835BW
Forsthaus Eyachmühle 15
(Karte)
Gestelztes Quereinhaus, eingeschossiger Bau auf hohem Kellersockel, Satteldach mit Biberschwanzdeckung, massives Sockelgeschoss für Keller und Stall, darüber Fachwerk, verschindelt, im südwestlicher Haushälfte verbretterter Scheunen- und Remisenteil, an rückwärtiger Traufseite Eingangsanbau mit Satteldach sowie parallel zum Haus geführte Sandsteintreppe mit bauzeitlichem Eisengeländer, innen u. a. tonnengewölbter Keller mit Sandsteinplattenbelag sowie Stall mit Sandsteinpflaster und Sandsteintrögen, errichtet Anfang 19. Jahrhundert, rückwärtiger Anbau hinzugefügt und Dachgeschoss ausgebaut sowie teils erneuert, um 1900

Das ehemalige Forsthaus im Weiler Eyachmühle südlich von Dobel im Eyachtal stellt den leicht abgewandelten Bauernhaustypus des gestelzten Quereinhaus dar, das die ursprünglichen Funktionen Wohnen, Vorratshaltung und Viehhaltung unter einem Dach vereint. Das mit vielen Baudetails anschaulich erhaltene Gebäude dokumentiert die Wohn- und Arbeitsverhältnisse einer aufgrund der Abgeschiedenheit auf die landwirtschaftliche Selbstversorgung angewiesenen Försterfamilie in einem kleinen Seitental des Nordschwarzwalds kurz nach 1800 und hat siedlungs- sowie ortsgeschichtliche Aussagekraft. Zudem bezeugt es die in der waldreichen Region traditionsreiche und bedeutende Forstwirtschaft und ist von bau- sowie typengeschichtlichem Wert.

97033248BW
Brunnen Eyachmühle 15
(Karte)
Gusseiserne Brunnensäule mit Kapitell und Zapfenbekrönung, längsrechteckiger Sandsteintrog, 1892 (i)

Der im Wohnplatz Eyachmühle an der durch den Weiler und das Eyachtal führenden Straße befindliche Brunnen ist ein anschauliches Beispiel der Wasserversorgung auf dem Land im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Die im Stil des Neuklassizismus gestaltete Brunnensäule dokumentiert überdies die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen, die ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg möglich geworden war.

96573391BW
Gefallenendenkmal in einer Anlage Horntann
(Karte)
Behauener Sandsteinfindling, darin eingravierter Stahlhelm mit Eichenzweig, darunter Inschrift in Erinnerung an fünf gefallene Soldaten, um/nach 1945

Das Gefallenendenkmal im Wald östlich von Dobel am Rastplatz Dreimarkstein erinnert an fünf hier beim Kampf um Dobel im April 1945 getötete Soldaten. Der große Sandsteinfindling lässt an dem eingravierten Stahlhelm mit Eichenzweig und der Inschrift, die den Heldentod der Verstorbenen thematisiert, eine noch vom nationalpatriotischen Heldenpathos geprägte Form der Totenehrung erkennen. Er dokumentiert die Erinnerungskultur nach dem Zweiten Weltkrieg und hat ortsgeschichtlichen Wert.

96980932BW
Wegweiser Horntann
(Karte)
Dreimarkstein, roh behauener Sandsteinblock in der Nähe des Zusammentreffens der Gemarkungen von Dobel, Dennach und Neusatz, um 1900

Östlich von Dobel am Wald Orts an der L 340 in Höhe der Abzweigung nach Dennach steht der Wegweiser in Form eines behauenen Sandsteinblocks in der Nähe des Zusammentreffens der Gemarkungen von Dobel, Dennach und Neusatz (daher der Name Dreimarkstein). Er ist ein Zeugnis der frühen touristischen Erschließung von Dobel, das als Luftkurort und Naherholungsziel seit dem Ausbau der Straßenverbindung nach Bad Wildbad und Baden-Baden Ende des 19. Jahrhunderts starken Aufschwung erlebte, und hat verkehrs-, kultur- sowie ortsgeschichtliche Aussagekraft.

96980931BW
Gemarkungsstein Dobel/Neuenbürg
(Karte)
1. Hälfte 19. Jahrhundert

Der außerhalb der Ortslage befindliche Grenzstein markiert die Gemarkung von Dobel und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. Er dokumentiert die einstigen Verwaltungsgrenzen und stellt ein historisches Rechtszeugnis dar.

96980933BW
Transformatorenturm Friedenstraße 20
(Karte)
Verputzter Ziegelturmbau auf Betonsockel mit Ecklisenen und Krüppelwalmdach, technische Ausstattung (u.a. Isolatoren), errichtet 1911/12 (a)

Der 1912 im Norden von Dobel errichtete Transformatorenturm ist ein anschauliches Zeugnis der frühen Elektrizitätsversorgung von Dobel und ein aussagekräftiges Beispiel für den Bautyp. Er belegt die zunehmende Elektrifizierung der Gemeinden zu Anfang des 20. Jahrhunderts, u. a. zur Beleuchtung von Straßen und Wohnungen, und hat Bedeutung für die Technik- und Ortsgeschichte. Gestalterisch ist der sorgfältig ausgeführte Funktionsbau ein Werk der Reformarchitektur, die durch den Rückgriff auf regionaltypische, traditionsreiche Formen - hier bspw. das Krüppelwalmdach mit der althergebrachten Doppeldeckung - und unter Einsatz neuer Baustoffe wie Beton eine moderne, zeitgemäße Architektursprache zu entwickeln suchte.

96980912BW
Brunnen Friedenstraße
(Karte)
Gusseiserne Brunnensäule mit Kapitell und Zapfenbekrönung, längsrechteckiger Sandsteintrog, 1892 (i)

Der im Norden des alten Ortskerns von Dobel befindliche Brunnen ist ein anschauliches Beispiel der Wasserversorgung auf dem Land im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Die im Stil des Neuklassizismus gestaltete Brunnensäule, die auch der Ortsverschönerung dienen sollte, dokumentiert überdies die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen, die ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg möglich geworden war.

96980913BW
Entfernungsstein Hauptstraße 2
(Karte)
Sandstein mit Rundbogenabschluss, bezeichnet Herrenalb 6 km, Hoefen 9 km, um 1870

Der Kilometerstein an der Ortsdurchfahrt im historischen Kern von Dobel ist ein Zeugnis der Verkehrsgeschichte und zeigt mit seinen Angaben die Übernahme des metrischen Systems für Entfernungen im Königreich Württemberg infolge der Gründung des Deutschen Reiches 1870/71.

96980914BW
Wanderheim Karl-Bäuerle-Hütte des Schwarzwaldvereins Pforzheim Badengruppe e. V. Höhenstraße 38
(Karte)
Fachwerkbau auf Steinsockel mit weit auskragendem Satteldach, holzverschalt, überdachte Loggia mit Holzstützen; zugehöriger Garten; errichtet auf dem von der Gemeinde bereitgestellten Grundstück, 1927 (a)

Das für die 1885 gegründete Badengruppe des Schwarzwaldvereins Pforzheim mit der Unterstützung des namensgebenden Karl Bäuerle errichtete Wanderheim steht südwestlich außerhalb des alten Ortskerns von Dobel beim Wasserreservoir auf einem von der Gemeinde bereitgestellten Grundstück. Es ist ein Zeugnis für die touristische Erschließung der Region durch den Schwarzwaldverein und belegt die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmende Bedeutung Dobels als Luftkurort und Naherholungsziel. Als Fachwerkgebäude dokumentiert die Hütte auch die lokale Bautradition. Ihr kommt orts- und kulturgeschichtliche Aussagekraft zu.

96980915BW

Weitere Bilder
Wasser- und Aussichtsturm mit zugehörigem Wasserreservoir Höhenstraße 40
(Karte)
Mit rotem Sandsteinbossenquadern verkleideter 27,5 m hoher Betonbau mit Aussichtsplattform, flaches Zeltdach mit Blechdeckung, in Höhe des Wasserbehälters Blendrundfenstern, an der Nordseite bezeichnet mit Jahreszahl, an den anderen Seiten runenartige Symbole; zugehörige Freifläche; errichtet für den Zweckverband Mannebach-Wasserversorgung unter der Leitung von Regierungsbaumeister Karl Becker, 1937 (a, i)

Am höchsten Punkt des auf 700 m Höhe befindlichen Dorfs Dobel wurde 1937 der 27,5 m hohe Wasserturm errichtet, um die hochgelegenen Ortsteile der Verbrauchergemeinden Dobel, Neusatz und Rotensol mit Wasser zu versorgen und den nötigen Speicherraum zu sichern. Über eine Pumpstation im Eyachtal wurden die heute noch vorhandenen Behälter in 16 m Höhe im Inneren des Turms mit Wasser aus den Mannenbachquellen gefüllt. Der durch seine Höhe das Orts- und Landschaftsbild weithin prägende Turm ist ein zeittypisches Beispiel für einen Funktionsbau im Stil der vom nationalsozialistischen Regime im Sinne der Blut-und-Boden-Ideologie geförderten Heimatschutzarchitektur. Der Zeitgeist verrät sich in der Reduktion des Äußeren auf eine einzelne, dominierende Form, deren wuchtige und monumentale Wirkung durch die Verkleidung in Sandsteinbossenquadern unterstützt wird, und an dem einzigen Schmuck durch runenartige Symbole am Turmoberteil. Über die Funktion als Zweckbau hinaus dient der Turm bis heute auch als Aussichtspunkt und belegt somit nicht nur die lokale Wasserversorgung und öffentliche Infrastruktur, sondern auch die touristische Bedeutung Dobels als Luftkurort und Naherholungsziel. Er ist ein aussagekräftiges Dokument für den Bautyp während der NS-Zeit und hat orts-, technik- sowie kulturgeschichtliche Aussagekraft.

96574460
Gedenkstein Höhenstraße 82
(Karte)
Bezeichnet „Eingepflanzt 1885 bis 1888“, roter Sandstein

Der Gedenkstein am Waldrand südwestlich von Dobel markiert mit der Inschrift „Eingepflanzt 1885 bis 1888“ wahrscheinlich die Aufforstung des angrenzenden Waldstücks im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Er bezeugt die in der waldreichen Region traditionsreiche und bedeutende Forstwirtschaft und hat ortsgeschichtliche Bedeutung.

96980918BW
Grenzstein mit württembergischer Hirschstange und Pflugschar Höhenstraße 82
(Karte)
Roter Sandstein, um 1950

Der südwestlich von Dobel in der Nähe des Friedhofseingangs befindliche Grenzstein mit den Symbolen von Hirschstange und Pflugschar dokumentiert die Zugehörigkeit Dobels zu Württemberg und ist von Bedeutung für die lokale Herrschafts- und Territorialgeschichte. Er stellt ein historisches Rechtszeugnis dar, das die einstigen Verwaltungsgrenzen sowie Besitzverhältnisse belegt und somit ortsgeschichtlichen Wert hat.

96980917BW
Brunnen Johann-Peter-Hebel-Straße
(Karte)
Gusseiserne Brunnensäule mit Kapitell und Zapfenbekrönung, längsrechteckiger Sandsteintrog, 1892

Der im alten Ortskern von Dobel befindliche Brunnen ist ein anschauliches Beispiel der Wasserversorgung auf dem Land im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Die im Stil des Neuklassizismus gestaltete Brunnensäule, die auch der Ortsverschönerung dienen sollte, dokumentiert überdies die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen, die ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg möglich geworden war.

96980921BW
Brunnen Obere Bergstraße
(Karte)
Gusseiserne Brunnensäule mit Kapitell und Zapfenbekrönung, längsrechteckiger Sandsteintrog, 1892 (i)

Der im alten Ortskern von Dobel befindliche Brunnen ist ein anschauliches Beispiel der Wasserversorgung auf dem Land im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Die im Stil des Neuklassizismus gestaltete Brunnensäule, die auch der Ortsverschönerung dienen sollte, dokumentiert überdies die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen, die ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg möglich geworden war.

96980924BW
Ev. Pfarrhof Neusatzer Straße 2, 4
(Karte)
Winkelgehöft, bestehend aus:
  • Pfarrhaus (heute Rathaus), zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, verputzt, profiliertes Traufgesims, 1815 (a), erneuert, um 1900 (renoviert 1987);
  • Pfarrscheune (heute Bürgerhaus), Massivbau aus Buntsandstein, Satteldach mit östlichem Halbwalm, an Ostseite großes Rundbogentor, an Südseite verputzter Anbau mit Pultdach, 1815 (a) (renoviert 1988);
  • zur Straße durch eine Sandsteinmauer abgegrenzter Hofraum

Der evangelische Pfarrhof liegt gegenüber der Kirche im Zentrum des alten Ortskerns von Dobel. Das Wohnhaus ist in seiner schlichten Gestaltung ein anschauliches Beispiel für den klassizistischen Pfarrhausbau in Württemberg in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zugehörig ist eine ehemalige Scheune, welche auf die früher übliche Nebenerwerbslandwirtschaft zur Eigenversorgung hinweist. Das stattliche Anwesen entspricht der gesellschaftlich wichtigen Stellung des Pfarrers im Ort und veranschaulicht die frühere Lebensweise und Lebensgrundlage einer Pfarrersfamilie auf dem Land. Es ist von Bedeutung für die Dobler Baugeschichte und hat als Verwaltungsmittelpunkt der seit 1569 selbstständigen Pfarrei orts- sowie kirchengeschichtliche Aussagekraft.

96576239BW

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche Johann-Peter-Hebel-Straße 6
(Karte)
Längsgerichteter, massiver Saalbau in erhöhter Hanglage mit Satteldach, im Nordwesten dreiseitiger Chor, im Südosten vorgestellter Eingangsturm mit verschindeltem Glockengeschoss und achtseitigem Knickhelm, Sakristeianbau mit Schleppdach nordwestlich am Chor, verputzt, hangausgleichender Sockel und Rahmungen der Öffnungen in Rotsandstein, geohrtes Rechteckportal am Turmfuß, darüber Einweihungstafel, im Innern moderne Kassettendecke, darüber Stuckvoutendecke mit Malereien von 1902, mit Ausstattung und Zubehör, u. a. Taufstein von 1602, Kruzifixus von 1744, Orgelprospekt von 1859; umliegender Friedhof, nach Norden vergrößert, 1781 (a); verschiedene historische Grabdenkmäler auf Friedhof sowie Gefallenendenkmäler des Ersten und Zweiten Weltkrieges, das letztere ein Sandsteinkreuz in einer Anlage, ausgeführt von Bildhauer August Bott und Gartenarchitektin L. Bott-Bächle; umlaufende Friedhofsmauer mit Pfosten am Eingang, Rotsandstein; Kirchenbau errichtet anstelle einer älteren Marienkapelle nach Plänen von Baumeister Johann Friedrich Weyhing unter der Oberleitung von Major und Oberbaudirektor Christoph von Leger, 1744 (a), erneuert 1856 (a) und 1894 bis 1902 (a) (modernisiert 1961)

Die 1744 anstelle einer baufälligen und zu klein gewordenen Marienkapelle aus dem 15. Jahrhundert errichtete evangelische Pfarrkirche ist in ihrer schlichten Ausführung mit vorgesetztem Eingangsturm ein anschauliches Beispiel für einen unter Leitung des herzoglichen Oberbaudirektors entstandenen barocken Dorfkirchenbau im ländlichen Württemberg. Durch ihre leicht erhöhte Hanglage und den Kirchenturm bestimmt sie das Erscheinungsbild des als Rodungssiedlung in einer Talsenke entstandenen Orts. Erst 1569 hatte Dobel eine eigene Pfarrei erhalten, die auch die Nachbarorte Neusatz und Rotensol umfasste. Das Gotteshaus hat zentrale bau- und kirchengeschichtliche Bedeutung und ist auch aufgrund der langen Bautradition am Standort für die Siedlungsgeschichte wertvoll. Es liegt noch innerhalb des alten Kirchhofs, dem mit seinen erhaltenen Grabsteinen und den Gefallenendenkmälern des Ersten und Zweiten Weltkriegs, welche die historische Sepulkralkunst und Erinnerungskultur bis ins 20. Jahrhundert hinein illustrieren, wichtige orts- und kulturgeschichtliche Aussagekraft zukommt.

96575450
Markungsstein Neusatzer Straße 29
(Karte)
Bezeichnet „Oberamt Neuenbürg Markung Dobel“, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Der im Wald nordöstlich von Dobel aufgestellte Grenzstein markiert die Grenze zwischen den Gemarkungen Dennach und Dobel. Er dokumentiert die Verwaltungsgrenzen und stellt ein historisches Rechtszeugnis dar. Der Stein hat orts- und territorialgeschichtliche Bedeutung.

96980923BW
Forsthaus Obere Bergstraße 29
(Karte)
Doppel-Revierförstergebäude, traufständiges zweigeschossiges Gebäude in Hanglage mit Satteldach, über teilweise massivem Sockel und Erdgeschoss verschindeltes bzw. verschaltes Obergeschoss in Fachwerk, am talseitigen Nordgiebel drei Wetterdächer, errichtet 1750 bis 1770 (a), erneuert, 1911 (a) und 1934 (a)

Das stattliche zweigeschossige Forsthaus am Ostrand des alten Ortskerns von Dobel bezeugt die in der waldreichen Region traditionsreiche und bedeutende Forstwirtschaft seit der Barockzeit. Es mit seinem durch Holzschindeln geschütztes Fachwerk und den Wetterdächern am Nordgiebel ein anschauliches Dokument für die regionale Baukultur in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Gebäude ist als ehemaliges Doppel-Revierförstergebäude ein ungewöhnliches Beispiel für den Bautyp und hat Bedeutung für die Haus- und Ortsbaugeschichte von Dobel.

96980928BW
Brunnen Oberer Kreuzwasen
(Karte)
Gusseiserne Brunnensäule mit Kapitell und Zapfenbekrönung, längsrechteckiger Sandsteintrog, 1892 (i)

Der im Süden des alten Ortskerns von Dobel befindliche Brunnen ist ein anschauliches Beispiel der Wasserversorgung auf dem Land im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Die im Stil des Neuklassizismus gestaltete Brunnensäule, die auch der Ortsverschönerung dienen sollte, dokumentiert überdies die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen, die ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg möglich geworden war.

96980925BW

Schulhaus Schulstraße 8
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger Bau in Hanglage mit Walmdach, über Sockelgeschoss aus Bossenquadern verputztes massives Erdgeschoss mit Sandsteingliederung, verschindeltes Fachwerkobergeschoss, Dachreiter mit geschweiftem Helm; umliegender Schulhof; Begrenzungsmauer, von Sandsteinpfosten unterteilter Holzzaun über Sandsteinsockel; Mauer unterbrochen am Übergang zum tiefer gelegenen Vorplatz der Westseite durch offenen Eckpavillon aus Buntsandstein mit verschindeltem Zeltdach; errichtet nach Plänen des Stadtbaumeisters Schnaitmann von Bad Herrenalb, 1914 (a) (Umbau 1998)

Das Schulhaus, unweit von Pfarrhaus und Kirche im alten Ortskern von Dobel gelegen, ist ein charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur und die in diesem Stil zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Land ausgeführten Volksschulbauten. Mit dem mächtigen, teils verschindelten Baukörper und dem großen Walmdach wird Bezug auf die Heimatschutzbewegung genommen. Das repräsentative Gebäude hat Bedeutung für die Baugeschichte von Dobel und ist für die Orts- und Bildungsgeschichte wertvoll.

96980929
Grenzstein Untere Bergstraße
(Karte)
Hoher Steinpfosten mit Inschriften und Zeichen (Hirschhorn 31/Abtstab H A 253), Grenzverlauf des Straubenhardter Allodialbesitzes, 1762

Der Grenzstein auf einem Grundstück im Nordosten des alten Ortskerns von Dobel markiert den Grenzverlauf des Straubenhardter Allodialbesitzes, d. h. des lehensfreien Grundbesitzes der Herren von Straubenhardt. Seit der Gründung des Klosters Herrenalb war es die Grenze zwischen dem Ebersteiner Lehen und dem Eigentum der Herren von Straubenhardt. Das Allodial wurde durch den Erwerb von den Straubenhardter Erben württembergisch und das Lehen fiel 1442 an das Kloster Herrenalb. Damit stellt die Steinstele ein historisches Rechtszeugnis dar, das die einstigen Besitzverhältnisse und die regionale Territorialgeschichte dokumentiert. Ihr kommt orts- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung zu.

109096086BW
Brunnen Wildbader Straße 32
(Karte)
Gusseiserne Brunnensäule mit Kapitell und Zapfenbekrönung, längsrechteckiger Sandsteintrog, 1892 (i)

Der im Süden des alten Ortskerns von Dobel befindliche Brunnen ist ein anschauliches Beispiel der Wasserversorgung auf dem Land im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier mussten die Haushalte ihr Brauchwasser abholen, an den langen Trögen wurde das Vieh getränkt. Die im Stil des Neuklassizismus gestaltete Brunnensäule, die auch der Ortsverschönerung dienen sollte, dokumentiert überdies die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen, die ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg möglich geworden war.

96980926BW
Revierförstergebäude Eschbach Wildbader Straße 75
(Karte)
Hofanlage, Winkelgehöft, bestehend aus:
  • Wohnhaus, giebelständiger, eingeschossiger Bau in Hanglage mit Halbwalmdach, über Keller mit Kreuzgratgewölbe massives Erdgeschoss, verschindelt, im Dachgeschoss Fachwerkkonstruktion, anstelle des markgräfliches Jagdhauses unter Einbeziehung von älteren Teilen errichtet, 1819 (a);
  • im rechten Winkel dazu Stallscheune mit Halbwalmdach, Fachwerk über massivem Sockelgeschoss, 1819 (a);
  • an der Einfahrt Grenzstein mit Herrenalber Abtsstab;
  • zugehöriger Garten und Hofraum

Das in Solitärlage befindliche Forsthaus im südöstlich von Dobel gelegenen Eschbach entstand 1819 anstelle des markgräflichen Jagdhauses unter Einbeziehung dessen älterer Bauteile und hat somit wichtigen siedlungs- und baugeschichtlichen Wert. Das Anwesen bildet mit der quer zum Wohnhaus angeordneten Scheune ein Winkelgehöft, das die Wohn- und Arbeitsverhältnisse einer aufgrund der Abgeschiedenheit auf die landwirtschaftliche Selbstversorgung angewiesenen Försterfamilie im Königreich Württemberg. Das Wohnhaus ist mit den charakteristischen Holzschindeln ein anschauliches Beispiel für die historische Baukultur im Nordschwarzwald. Zudem bezeugt es als Revierförstergebäude die in der waldreichen Region traditionsreiche und bedeutende Forstwirtschaft im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts. Der an der Einfahrt erhaltene Grenzstein mit Herrenalber Abtsstab ist ein historisches Rechtszeugnis, das die einstigen Besitzverhältnisse und die regionale Territorialgeschichte dokumentiert. Ihm kommt orts- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung zu.

96980930BW
Schließen

Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Dobel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks