Liste der Kulturdenkmale in Bretten
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In der Liste der Kulturdenkmale in Bretten sind die Kulturdenkmale der Stadt Bretten im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Bauerbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Zweiseitgehöft | Brunnenstraße 2 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger giebelständiger und verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber urspr. Sichtfachwerk, hofseitige Erschließung, 18. Jahrhundert; Scheune, zweigeschossig mit Krüppelwalmdach, unten massiv, oben konstruktiver Fachwerkaufbau; Zwischenbau mit Pultdach
Die Hofanlage in Form eines für die Region charakteristischen Zweiseitgehöfts dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Bauerbachs. Sie veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. Das giebelständige Wohnhaus - heute komplett verputzt - ist mit seinem einstigen Sichtfachwerk zeittypisch für den ländlichen Wohnbau im Kraichgau des 18. Jahrhunderts. |
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| Parallelgehöft | Brunnenstraße 12 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiges Torfahrthaus mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv und verputzt mit rundbogiger Torfahrt, darüber Fachwerk, 18. Jahrhundert, erneuert 1910 (i); im Hofraum parallel dazu massive Scheune mit Fachwerkaufbau und Satteldach, 19./20. Jahrhundert
Das Anwesen dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Bauerbachs. Es veranschaulicht frühere Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land und ist ein Zeugnis der Ortsbaugeschichte. Das Hauptgebäude vertritt den Typus des Torfahrthauses, der im Kraichgau öfter zu finden ist und sich wohl von den frühneuzeitlichen Modellhäusern der barockzeitlichen Städte am Oberrhein herleitet. Für Bauerbach im 18. Jahrhundert charakteristisch sind die gebogenen Streben des Fachwerks. Das Gebäude veranschaulicht so regionale Bauweisen der Frühen Neuzeit. |
102596982 | ||
| Sog. Schwedenkapelle | Bürgerstraße 15 (Karte) |
Wegkapelle, kleiner verputzter Massivbau über quadratischem Grundriss mit Pyramidendach und Aufschieblingen, zweiflügelige Holztür mit überkreuzten Füllungen, im Innern Altarnische mit Kalotte und barocker Pietà, flankierend die hll. Wendelin und Antonius, 1798 (a)
Die kleine Kapelle veranschaulicht die katholische Prägung des seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts endgültig unter fürstbischöflich-speyerischer Landeshoheit stehenden Dorfes Bauerbach. Sie ist als innerörtliche Prozessionsstation und Andachtsort Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
102605047 | ||
| Gehöft | Bürgerstraße 36 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, giebelständiger, zweigeschossiger und verputzter Bau über hohem Kellergeschoss mit Krüppelwalmdach, Keller- und Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, traufseitige Erschließung, giebelseitig Kellerportal mit Oberlicht, mit Satteldach errichtet, 1540 (d), Umbauten u. a. Fassaden, gemauerter Sockel und massives Erdgeschoss, 1830 (i, d) und 1844 (d), Erneuerung 1954 (i); Scheune, großer, erhöht platzierter Speicherbau, quergestellt zum Hofraum, teils massiv, im Obergeschoss Fachwerk, Satteldach; winklig zugeordnet schmaler Schweinestall mit Holzlege, über massiven Koben Fachwerkaufbau mit sehr spitzem Giebel und Satteldach; Hofraum
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Bauerbachs und zählt mit dem dendrochronologisch im Kern auf 1540 datierten Wohnbau zu den ältesten überlieferten Anlagen dieser Art im Dorf. Sie veranschaulicht vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land. Der erhaltene rauchgeschwärzte Dachstuhl des Wohnhauses, der nachträglich einen Krüppelwalm erhielt, weist Abbundmerkmale auf (liegender Dachstuhl mit Auskreuzungen, verblattete Holzverbindungen, Hahnenbalken), die für die Entstehungszeit am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit charakteristisch sind. Nach Ausweis der Datierung am Kellereingang und den dendrochronologischen Ergebnissen in der Obergeschosskonstruktion erfuhr das Gebäude 1830 tiefgreifende und zeittypische Veränderungen: so wurde das Gebäude einschließlich des Erdgeschosses (Giebelseite, Teile der Längsseiten) massiv unterfangen und in diesen Bereichen mit Sandsteinfenstergewänden versehen. Im Innern haben sich außer einer Vierfüllungstüre noch die Stube mit Wandtäfer, sowie die Blockbohlenstufentreppe ins Dach erhalten. Die baugeschichtliche Bedeutung des Anwesens wird durch seine topographisch prominente Lage und seine daraus resultierende ortsbildprägende Dominanz unterstrichen. |
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Weitere Bilder |
Rathaus | Bürgerstraße 40 (Karte) |
Giebelständiger, zweigeschossiger Bau unter Satteldach, straßenseitig mit Erdgeschosslaube auf drei mächtigen Eichenpfeilern in den Straßenraum hineinragend, massives Erdgeschoss, darüber Zierfachwerk mit Geschossvorkragungen über Knaggen und Balkenköpfen, Obergeschoss mit breiten beschnitzten Fenstererkern und beschnitzten Eckpfosten, Torfahrt und zwei Eingänge mit rundbogigen Gewänden, errichtet 1585 (i), restauriert durch durch Friedrich Hirsch, 1905 (a)
Das stattliche, ortsbildprägend in den Straßenraum hineinragende Rathaus gilt als einer der schönsten Fachwerkbauten aus der zeit der Renaissance im Kraichgau und zeigt sich deutlich beeinflusst von wenig älteren Vorläufern am Ort. Mit seiner kleinen Erdgeschosshalle ist es beispielhaft für ländliche Rathausbauten der Zeit, die hier quasi verkürzt das Programm städtischer Kommunalbauten wiedergeben. Das Gebäude ist mit seinem Zierfachwerk charakteristisch für das letzte Viertel des 16. Jahrhunderts und dokumentiert die hohe Qualität der Zimmermannskunst in der Frühen Neuzeit wie auch den gestalterischen Anspruch an die Bauaufgabe. Das Gebäude hat als Rathaus der bis zur Eingemeindung nach Bretten selbstständigen Gemeinde Bauerbach neben seinem bauhistorischen Zeugniswert auch wichtige Bedeutung für die Ortsgeschichte. 1905 wiederhergestellt durch Friedrich Hirsch ist es nicht zuletzt ein Zeugnis der Denkmalpflegegeschichte im damaligen Großherzogtum Baden. |
1198876 | |
| Gehöft | Bürgerstraße 44 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv, ebenso Teile des Obergeschosses, sonst Fachwerk, im Giebel freiliegend mit Geschossvorkragungen und profilierten Schwellen, symmetrisch organisierte Schwelle-Ständer-Streben und Andreaskreuze, traufseitiger Erschließung über einläufige Treppe, Traufe entsprechend vorgezogen, 17./18. Jahrhundert; Seitenflügel, Stall und Holzlege, teils massiv; quergestellte Scheune, Fachwerkbau, 18. Jahrhundert
Die Hofanlage, ein für die Region charakteristisches Zweiseitgehöft, dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des Kraichgaudorfes. Sie veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. das Wohnhaus zeigt im Giebel ein Fachwerk, das typisch ist für die Konstruktionen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts. |
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| Dreiseitgehöft in prominenter Ecklage | Bürgerstraße 65 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger giebelständiger und verputzter Bau mit Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, traufseitige Erschließung, Dachstuhl in verblatteter Konstruktion, wohl 1. Hälfte 16. Jahrhundert, Erdgeschoss massiv erneuert, 1,. Hälfte 19. Jahrhundert; quergestellte Scheune, Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, 18./19. Jahrhundert, teilerneuert im 20. Jahrhundert; quer dazu angebaut schmaler Stallflügel, Schweinestall mit Holzlege, mit hohem offenen Geschoss unter spitzgiebeligem Satteldach, 18./19. Jahrhundert; Hofraum mit Einfriedung
Die Hofanlage in ortsbaulich prominenter Ecklage mit dem markanten Wohnbau dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des Kraichgaudorfes. Nach Ausweis der verblatteten Dachstuhlkonstruktion und der Kubatur des Gebäudes dürfte das Wohnhaus noch ins ausgehende Mittelalter datieren und zählt damit zu den ältesten überlieferten Wohnbauten Bauerbachs. Das Anwesen veranschaulicht mit seinen Bauteilen vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse durch die Jahrhunderte und ist ein auch hauskundlich wichtiges Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
109113753 | ||
| Amtshaus des Domstifts Speyer | Bürgerstraße 67 (Karte) |
1863 zum Schulhaus umgebaut, nach 1968 Produktionsstätte (heute Vereinshaus), auf der südlichen Anhöhe des Dorfes in der Mittelachse der Hauptstraße platziert, stattlicher zweigeschossiger und verputzter Massivbau unter sehr hohem Walmdach mit kurzer Firstlinie, siebenachsige Front mit großen Rechteckfenstern und Gurtgesims, zentral vorgelegt zweiläufige Freitreppe mit Kellerabgang, über dem Oberlichtportal Rocaille-Wappenkartusche des Domstifts und Muschelnische mit Inschrift sowie Immaculata, im Innern bauzeitliche Treppe mit Brettbalustern, historische Böden, Türen, Lambrien und Stuckdecken überliefert, Keller gewölbt, kreuzgratgewölbter Raum im Erdgeschoss, wohl ehem. Gefängnis, erbaut nach Entwurf des Werkmeisters Hotter,1764 (a, i)
Das stattliche Barockgebäude dokumentiert anschaulich die historische Zugehörigkeit Bauerbachs zum Hochstift Speyer, welches im frühen 18. Jahrhundert die Landeshoheit über das Kraichgaudorf erlangte. Als Verwaltungssitz entstand ein repräsentatives spätbarockes Amtshaus in erhöhter, gut sichtbarer Lage, das mit seiner Kubatur und Architektur charakteristisch ist für solche Bauten des Hochstifts. Der Bezug zum Bistum wird im Wappen mit Kreuz und Madonna sichtbar, ebenso in der Schutzpatronin des Bistums, der hl. Jungfrau Maria, die als Immaculata über dem Eingangsportal dargestellt ist. Auf die hoheitliche Bestimmung verwiest auch eine Saalstube im Inneren mit aufwendiger Stuckdecke, in deren Zentrum wiederum das Wappen des Hochstifts bzw. des Domkapitels prangt. Das Gebäude ist damit ein zentrales Zeugnis der Herrschafts- und Ortsgeschichte Bauerbachs mit Bedeutung für die Geschichte des Bistums Speyer und seiner Besitzungen. |
102606628 | ||
| Wegkreuz | Bürgerstraße 83 (Karte) |
Stattliches Kruzifix auf konischem, gestuften Sockel aus rotem geflammten Sandstein, Corpus und Titulus aus weißem Kalksandstein, gestiftet von Leopold und Elisabeth Liebhauser, Steinmetz L. Meffle, Bretten, 1899 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in dem mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten, katholisch geprägten Ort. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102606651 | ||
| Eisenbahnunterführung | Flehinger Weg (Karte) |
Tunnel des verlängerten Flehinger Weges im Bahndamm der Kraichgaubahn, tiefe Rundbogentonne, der topographischen Steigung durch Staffelung angepasst, die Münder zum Flehinger Weg mit Rustikaquadern repräsentativ gestaltet, geplant und realisiert 1876 bis 1879, Ausführung durch Philipp Holzmann
Die als Tunnel gestaltete Bahnunterfürung der Kraichgaubahn wurde durch das 1849 gegründete Frankfurter Bauunternehmen Philipp Holzmann ausgeführt, das auf solche Ingenieurbauten spezialisiert war und sich seinerzeit u. a. besonders im Eisenbahnbau engagierte. Der Tunnel zur Passage des Bahndamms ist Zeugnis der Eisenbahn- und lokalen Verkehrsgeschichte sowie des Ingenieurbaus im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Die Gestaltung der Torwangen in Rustikamauerwerk belegt dabei den gestalterischen Anspruch, den die Gründerzeit auch an solche Funktionsbauten stellte. |
109113883 | ||
| Wegkreuz | Hinter der Ölmühle (Karte) |
Großes Kruzifix aus rotem Sandstein mit Dreipassendigungen, auf einem geböschten Sockel in Gesteinsformation, gestiftet durch Karl Volmer, 1868 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der teils stark katholisch geprägten Region. Durch den als Fels gestalteten Sockel wird ein deutlicher Golgathabezug hergestellt. Mit seiner Stifterinschrift erhält das Wegkreuz orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102609132 | ||
| Wegkreuz | Schänzle (Karte) |
Großes Kruzifix, Kreuzstamm aus rotem Sandstein, Korpus und Titulus weiß gefasst, auf einem konischen Sockel mit Inschriftenfeld, 19. Jahrhundert
Das qualitätvoll gearbeitete historistische Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der traditionell überwiegend katholisch geprägten Gegend. |
102608234 | ||
| Kath. Pfarrhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Friedhofstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit hohem Walmdach und kurzem First, rückwärtig Risalit, über mittig platziertem Portal Inschriftentafel mit Chronogramm, 1728, und Christusmonogramm, zunächst in Fachwerk erbaut, 1728 (i), in Massivbauweise neu errichtet nach Entwurf von Jacob Messing, 1779 (a)
Das katholische Pfarrhaus wurde 1728 erneuert, allerdings um 1779 massiv erneuert und dabei die Inschriftentafel mit dem Chronogramm 1728 in den Neubau übernommen. Das heute überlieferte Gebäude zeigt charakteristische Merkmale eines barocken Pfarrhauses im Hochstift Speyer, darunter das hohe Walmdach mit kurzem First, Schornsteinplatzierung, profilierte Traufenausbildung, Maueranker etc. Die Stellung nahe bei der Kirche ist typisch und veranschaulicht den funktionshistorischen Zusammenhang. Der rückwärtige Risalit wurde vermutlich im 19. Jahrhundert angefügt. Als etwa 270 Jahre altes Pfarrhaus besitzt der Bau Bedeutung für die Konfessions- und Sozialgeschichte des Ortes. Mit der ab 1780 in Planung befindlichen Barockkirche St. Peter stellt es eine ortsbildprägende Baugruppe dar, die von der konfessionellen und architekturgeschichtlichen Entwicklung im Ort und der gestalterischen Kontinuität barocker Baukonzepte während des 18. Jahrhunderts zeugt. |
102607458 | ||
| Pfarrergräber | Kreuzstraße (Karte) |
Grabsteine, auf dem Friedhof zu Seiten des Friedhofskreuzes angeordnet: links Pfarrer Ulrich, Sandsteinstele mit Dreipasskreuz, im Zentrum Kelch und Buch, in den Sockel eingelassen weisse Marmorplatte mit Inschrift, von L. Meffl, Bretten, 1888 (i); rechts Pfarrer Schmiederer, hohe Sandsteinstele mit gestuftem, zinnenbewehrten Abschluss und Bekrönungskreuz, in einer Maßwerkblende Kelch und Inschrift, von L. Meffle, Bretten, 1902 (i); weiter rechts Pfarrer Zäuner, kleine Stele aus Kunststein mit zurückhaltend geschweiftem Abschluss, Relief des Antlitz Christi, eingelassen schwarze Granitplatte mit Inschrift, 1946 (i)
Die drei Pfarrergräber dokumentierten die Orts- und Kirchengeschichte der katholisch geprägten Kraichgaugemeinde und verdeutlichen die stilistische Entwicklung der Grabmalkunst. |
109052610 | ||
| Friedhofskreuz | Kreuzstraße (Karte) |
Qualitätvoller Kruzifix auf geschwungenem Volutensockel mit Rocaillekartusche, alles grauer Kalksandstein, Korpus mit ausgeprägtem Brustkorb, vortretenden Adern und bewegtem Lendenschurz, Titulus mit Puttenköpfchen, auf dem Kirchhof errichtet, bezeichnet durch Chronogramm, 1763 (i), später versetzt
Das ansopruchsvoll gearbeitete spätbarocke Friedhofskreuz ist ein anschauliches Beispiel für die Qualität der Bildhauerkunst im Gebiet des Hochstifts Speyer im 3. Viertel des 18. Jahrhunderts. Es ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Frömmigkeit und gemahnt an den Opfertod Jesu als Voraussetzung für die Erlösung vom Tod und das ewige Leben. |
102608175 | ||
| Wegkreuz | Haube 1 (Karte) |
Großes Kruzifix aus gelbem Sandstein auf einem mehrfach gestuften Sockel, kantige Platte, konischer Quader, Deckplatte und Felsengebilde, Kreuzstamm stabilisiert mit verzinktem Metallstab, in den Sockelseiten Inschriften u. a. das Wort vom Kreuze etc. aus dem Korintherbrief, gestiftet von Franziska Klumb und Joseph Scherrn, 1862 (i)
Das qualitätvoll gearbeitete historistische Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102614200 | ||
| Bahnhof Bauerbach | Kapellenstraße 14 (Karte) |
Empfangsgebäude, zweigeschossiger Sandsteinbau mit Seitenrisaliten, Erdgeschoss aus hammerrechtem Quadermauerwerk, Rundbogenfenster mit rustizierten Überfang, Obergeschoss verputzt mit verdachten Rechteckfenstern, überfangen von flach geneigtem Walmdach, im Inneren Treppen, Lambrien, Stuck- und Schreinerarbeiten etc. überliefert, errichtet im Zuge des Baus der Kraichgaubahn, 1879 (a)
Dasr in Formen einer italianisierenden Renaissance gestaltete, noch spätklassizistisch geprägte Empfangsgebäude des Bahnhofs Bauerbach ist charakteristisch für die von den badischen Staatsbahnen errichteten Typenbauten. Es dokumentiert die Eisenbahn im Kraichgau, der damals als fruchtbare Landwirtschaftsregion verkehrstechnisch an das Schienenetz des Großherzogtums angebunden wurde. Der Bahnhof ist damit ein Zeugnis der Verkehrs- und Ortsgeschichte und belegt die verhältnismäßig anspruchsvolle Gestaltung der Empfangsgebäude auch kleinerer Landgemeinden. |
102608329 | ||
| Sog. Rotes Kreuz | Nähe Keßler (Karte) |
Wegkreuz, großes Holzkruzifix auf einem gestuften, quadaratischen Steinsockel, Kreuzstamm mit Dreipassendigungen, Kreuz, Titulus und Korpus farbig gefasst, 2. Hälfte 19. Jahrhundert errichtet, erneuert 1884 (i), Überdachung jünger
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102608124 | ||
| Wohnstallhaus | Kreuzstraße 1; Pfriemenstraße 6 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Giebel zur Pfriemenstraße über Balkenköpfen und profilierter Schwelle vorkragend, traufseitig von der Kreuzstraße erschlossen, rückwärtig Scheunenteil mit Tennentor, 18. Jahrhundert
Das Wohnstallhaus mit Ökonomieteil im Erdgeschoss und Wohnbereich im Obergeschoss ist ein anschauliches Beispiel für einen in der Region weit verbreiteten bäuerlichen Haustypus. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte sowie der von der Landwirtschaft geprägten historischen Siedlungsstruktur. |
102613528 | ||
| Gehöft | Kreuzstraße 2 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger Fachwerkbau über hohem Massivkeller aus Bruchstein, steiles Satteldach mit Aufschiebling, allseitig über Balkenköpfen und geschnitzten Knaggen vorstoßende Geschosse, Fußboden sichtbar, Eckstube mit Fenstererker und (rekonstruierten) Schiebeläden, Keller mit Steinschiebelfenstern, Raumfassungen überliefert, 1591 (i), Umbauten 1621, 1678 und 1905 (a); Scheune mit Stall, Massiv- und Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, 1838 (a); Schopf bzw. Holz- und Geräteschuppen, teilmassiv mit Fachwerkaufbau und Satteldach, 1728 (a); Hofraum und Einfriedungsmauer
Die Hofanlage zählt zu den am anschaulichsten überlieferten frühneuzeitlichen Gehöften Bauerbachs und dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte Siedlungsstruktur des Kaichgaudorfes. Das Wohnhaus ist ein hauskundlich interessantes und auch in den Details charakteristisch überkommener Fachwerkbau der Renaissancezeit, der die damalige Zimmermannskunst beispielhaft illustriert. Deutlich ablesbar am Gebäude ist die historische Raumaufteilung mit den Eckstuben, deren obere einen - nach Befund rekonstruierte - Fenstererker mit Schiebeläden aufweist. Bauzeitlich sind auch noch die Steinschiebefenster des regionaltypischen Hochkellers. Das Anwesen veranschaulicht vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein ortsbildprägendes Zeugnis der lokalen Baugeschichte. |
98389266 | ||
| Wirthausaushänger des Gasthauses Zur Krone | Kreuzstraße 8 (Karte) |
Schmiedeeiserner Aushänger mit dreidimensionaler Krone, Kreuz des Domstifts Speyer und Ortswappen, gefasst, teils vergoldet, auf einer Fahne Name des Eigentümers [zum Zeitpunkt der Restaurierung 1967] Heinz Göpferich
Das Wirtshausschild ist ein anschauliches Beispiel für das historische Kunstschmiedehandwerk und hat als Verweis auf das Traditionsgasthaus Zur Krone ortsgeschichtliche Bedeutung. Das Kreuz des Hochstifts bzw. Domkapitels Speyer deutet dabei auf einen ursprünglich herrschaftlichen Besitz des Dorfwirtshauses hin. |
106849184 | ||
| Gefallenendenkmal des Zweiten Weltkriegs | Friedhofstraße (Karte) |
Schwarzer Granit, dreiteiliger Aufbau, mittig gestelltes Kreuz mit Inschrift „Unseren Gefallenen“, flankierend die Jahreszahlen 1939 und 1945, auf den Seitentafeln die Namen der Gefallenen
Das Gefallenendenkmal dokumentiert in seiner einfachen und zurückhaltenden Gestaltung die veränderte Erinnerungskultur der Nachkriegszeit im Rückblick auf den Zweiten Weltkrieg. Sie entbehrt jeder Heroisierung der Kriegstoten, sondern lädt zum stillen Gedenken ein. Das Denkmal erinnert an die Auswirkungen eines historischen Kriegsereignisses von weltgeschichtlicher Bedeutung auf die badische Landgemeinde und ist damit ein Zeugnis der Ortsgeschichte. |
109052822 | ||
| Sog. Albert-Kreuz | Hinter dem Kirchhof (Karte) |
Wegkreuz, stattliches Kruzifix aus rotem Sandstein, Sockel gestuft mit Inschrift, Korpus aus weißen Kalksandstein, gestiftet von Klara Lohner für ihre mit 22 Jahren verstorbene Nichte Frieda Albert, um 1900 (i), (im Sturm Lothar 1999 stark beschädigt)
Das qualitätvoll gestaltete historistische Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102615238 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Wegkapelle | Kreuzstraße (Karte) |
Kleiner Sandsteinbau mit flach geneigtem Satteldach, Rundbogenfenstern und schmalem Apsisanbau, über dem Portal Widmungstafel und gerade Verdachung auf Konsolen, Quader mit gestuppter Oberfläche und schariertem Randschlag, errichtet als Stiftung von August Weber Witwe und der Gemeinde, 1881 (i)
Die mit ihrer Kubatur und Gestaltung noch ganz spätklassizistisch wirkende Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend um Bauerbach. Mit der Stifterinschrift erhält das kleine Gotteshaus orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102614635 | |
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Peter | Kronenstraße 4 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor und spitz behelmtem Westturm, Langhaus und Chor durch Rundbogenfenster und Wiederkehr gegliedert, in der Chormauer Epitaphe eingelassen, nördlich Sakristeianbau, im Inneren Spiegeldecke mit Deckengemälde, einschnürender spitzbogiger Chorbogen, Hauptaltar von Bildschnitzer Joseph Eberle, Überlingen, 1897, und farbige Chorfenster, bauzeitliche Seitenaltäre und Kanzel, sowie Heiligenfiguren vom barocken Hochaltar, Opferstock von 1594 (i), Orgel von Ferdinand Stiffell, 1773, eingebaut 1815 (a), Neubau an alter Stelle nach Entwurf von Werkmeister Jacob Messing, begonnen 1781 (a), Fertigstellung nach Bauunterbrechung, 1792/93 (a), nach Senkung Turm erneuert, 1808/09 (a, i), Raum und Teile der Ausstattung überarbeitet, 1875 bis 1879 (a) und Ende 19. Jahrhundert (purifizierende Veränderungen 1971); alter Kirchof mit Einfriedung samt Treppenanlage; Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, große aufgesockelte Pietà aus Kunststein, in Sockelfront aus Sandstein die Namen der Gefallenen, nach 1918
Die katholische Pfarrkirche St. Peter setzt mit ihrem spitzen Helm einen markanten Akzent im Ortsbild und bildet zusammen mit dem benachbarten Pfarrhaus eine dominiere Baugruppe. Sie zählt zu den spätesten barockzeitlichen Kirchenneubauten im einstigen Fürstbistum bzw. Hochstift Speyer und ersetzte einen weitaus älteren, 1103 erstmals genannten, mehrfach erneuerten Sakralbau, der seit 1466 Eigentum Kloster Hirsaus war und schließlich in die Hände des Hochstifts Speyer gelangte. Der bestehende Bau datiert ins späte 18. Jahrhundert und ist mit seinen Bauformen charakteristisch für ländliche Kirchengebäude dieser Zeit. Bereits 1781 geplant und begonnen, konnte das Gotteshaus allerdings wegen Finanzierungsschwierigkeiten erst 1792/93 vollendet werden. Das Innere wurde mehrfach verändert, wünschte man doch in der Gründerzeit unbedingt einen gotischen Raumeindruck, weshalb der Chorbogen neu als Spitzbogen ausgebildet wurde, man die Chorfenster farbig verglaste und einen großen neugotischen Hochaltar aufgestellt. Dieser ist ein beachtliches Beispiel für die Arbeiten der seinerzeit sehr renommierten Überlinger Altarbauerwerkstatt von Joseph Eberle. Von der ursprünglichen Erstausstattung blieben hingegen die spätbarocken Seitenaltäre, beachtliche Heiligenfiguren vom alten Hochaltar und die Kanzel. In seiner heutigen Form zeigt der Innenraum damit mehrere Gestaltungsschichten, die bis ins 20. Jahrhundert reichen und die Entwicklung neuzeitlicher religiöser Kunst dokumentieren. Als spiritueller Mittelpunkt der seit dem Mittelalter bestehenden Pfarrei ist die Bauerbacher Pfarrkirche von wichtiger Bedeutung für die siedlungs-, orts- und lokale Kirchengeschichte. Darüber hinaus ist sie ein seltenes Zeugnis eines Kirchenneubaus und seiner Ausstattung am Ausgang der Barockzeit im einstigen Hochstift Speyer. |
102606965 ( | |
| Wohnhaus eines ehem. Gehöfts | Kronenstraße 13 (Karte) |
Stattliches Torfahrthaus von zwei Geschossen mit Halbwalmdach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber symmetrisch angelegtes Sichtfachwerk, zentrale Durchfahrt mit Korbbogen, frühes 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für die lange Tradierung barockzeitlicher Bau- und Hausformen im Kraichgau. Es dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur des Ortes. Das Anwesen veranschaulicht bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der Frühen Neuzeit und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
109118763 | ||
| Wegkreuz | Pabstberg 1 (Karte) |
Großes Kruzifix auf gestuftem Inschriftensockel, roter Sandstein, Korpus und Titulus weißer Kalksandstein, gestiftet von Joseph Welterer und Kindern, gefertigt Göhrer & Cie, Bretten, 1901 (i)
Das qualitätvoll gearbeitete historistische Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102615164 | ||
| Wohnhaus | Quellenstraße 19 (Karte) |
Stattlicher zweigeschossiger Eckbau unter Krüppelwalmdach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk an der Giebelseite Eckpfosten mit Rocaillekartusche, Namen der Bauherrin und Bauzeit, traufseitig erschlossen, Sandsteinportal in ornamentierter Rahmung, im Keilstein Handwerkerzeichen der Schreiner, zweiflügeliges beschnitztes Türblatt mit verglastem Oberlicht, erbaut für Maria Anna Scherr, 1801 (i)
Das 1801 errichtete stattliche Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse einer ländlichen Handwerkerfamilie am Ausgang der Frühen Neuzeit. Es ist mit seiner Bauweise, Fachwerkform und Kubatur charakteristisch für den Wohnbau im Kraichgau zu Ende der Barockzeit. Das Portal zeigt eine moderne frühklassizistische Gestaltung, während die Kartusche mit Nennung der Bauherrin an einem Eckpfosten im Obergeschoss noch als stilisierte Rocaille ausgearbeitet ist. Das Haus ist Zeugnis der Sozial- und Ortsbaugeschichte. |
102613724 |
Bretten
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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| Wohnhaus Harsch mit hofseitigem Anbau | Alte Wilhelmstraße 2 (Karte) |
Herrschaftlich anmutende Halbvilla, vielteilige, malerische Anlage mit differenzierter Sandsteingliederung und abschließenden Fachwerkgeschossen in reichen Zierformen, aufwendiges Raumprogramm und Ausstattung, darunter Opaleszent-Verglasung, erbaut für Zimmermeister und Bauunternehmer Theodor Harsch 1900 (i), stilistisch angepasster Anbau, 1912/13 (a) (Veränderungen, 1957/58, teils rückgeführt 1997); Vorgarten; Anwesen fast vollständig umgeben von schmiedeeisernem Zaun mit Sandsteinpfeilern bzw. Backsteinmauer mit kugelbesetzten Pfeilern und Eisenzaun
Das villenartige Anwesen ist beispielhaft für einen qualität- und anspruchsvoll gestalteten Wohnbau eines örtlichen Handwerksmeisters und Bauunternehmers in der Zeit des späten Historismus. Die Architektur gibt sich im weitesten Sinne durch spätgotische und renaissance Stilelemente „altdeutsch“ und entspricht damit einen ideal der bürgerlichen Architektur und Wohnkultur im wilhelminischen Kaiserreich um 1900. Das Gebäude veranschaulicht mit seinen überlieferten, teils hochwertigen Ausstattungselementen in Formen des Jugendstils und späten Historismus gehobene Wohn- und Lebensverhältnisse der Belle Epoque und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte sowie der städtebaulichen Entwicklung Brettens seit dem späteren 19. Jahrhundert. |
98395485 | ||
| Wohnhaus | Alte Wilhelmstraße 4 (Karte) |
Aufwendig gestaltete zwei- und dreigeschossige (Halb)Villa mit Risaliten und Querdächern, als sandsteinverkleideter Massivbau mit hohen Schweifgiebeln, Kartusche mit verschlungenen Initialen, Hausmarke mit Hammer als Verweis auf den Berufsstand des Bauherrn, mit Vorgarten und Einfriedungszaun zwischen Sandsteinpfeilern, um 1898
Das offenbar im zeitlichen Zusammenhang mit dem benachbarten Haus Harsch (Nr. 2) errichtete villenartige Wohnhaus veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse eines Auftraggebers, der nach Ausweis der Hausmarke aus der Handwerkerschaft Brettens stammte. Die Bauformen orientieren sich allgemein an Formen der deutschen Renaissance und sollen damit einen als „altdeutsch“ empfundenen Charakter heraufbeschwören, der sich beim Bürgertum des wilhelminischen Zeitalters großer Beliebtheit erfreute. Das Gebäude dokumentiert die Stadtbaugeschichte und das bauliche Wachstum Brettens seit dem späteren 19. Jahrhundert. |
102542385 | ||
| Wohnhaus | Alte Wilhelmstraße 6 (Karte) |
Malerische zwei- und dreigeschossige Anlage mit lebhafter Massenverteilung und Materialvielfalt, breites, flach geneigtes Halbwalmdach und flacher Treppengiebel, reiche repräsentative Gestaltung mit über Eck gesetztem Turmerker und Fachwerk-Kniestock, Turmoberbau und Veranda aus Fachwerk bzw. aufwendigem Schnitzwerk, errichtet um 1880/90; mit Vorgarten und Einfriedung
Das stattliche Eckgebäude wurde wie die Nachbarhäuser Nr. 4 und 6 als Halbvilla konzipiert. Es veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse im späten 19. Jahrhundert und ist mit seiner Architektur, die in zeittypischer Weise vom malerischen Kontrast zwischen Backsteinflächen und reichen Werkstein- und Holzbauelementen geprägt ist charakteristisch für die Jahre um 1890. In dem Gebäude verschmelzen Motive der nordeuropäischen Spätrenaissance mit solchen des Schwarzwald- und Schweizerhausstils, ein über Eck gestellter turmartiger Standerker setzt einen städtebaulich markanten Akzent. Das Anwesen ist ein wichtiges und aussagekräftiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte und Stadtentwicklung Brettens im späteren 19. Jahrhundert. |
102542475 | ||
| Wohnhaus | Am Gaisberg 2; Marktplatz 2/1 (Karte) |
Dreigeschossiger, zum Marktplatz giebelständiger Bau in markante Ecklage, über schmalem, gelängten Grundriss errichtet, steiles Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss massiv und verputzt mit breiter abgeschrägter Ecke opwie jüngerer Arkatur, darüber Fachwerk mit kräftig profilierten Schwellen und leichten Vorkragungen, Gewölbekeller, im Eckständer bezeichnet, 1736, Erdgeschoss und Keller wohl älter
Das stattliche Eckhaus ist wichtiger Bestandteil der geschlossen giebelständigen Bebauung an der Nordseite des Marktplatzes. Der Gewölbekeller und das Erdgeschoss dürften mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, während die Fachwerkgeschoss den allmählichen Wiederaufbau der durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 brandzerstörten Stadt dokumentiert. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse sowie Bauweisen der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
102542565 | ||
| Küferhaus | Am Gottesackertor 4 (Karte) |
Stattlicher Traufenbau von zwei Vollgeschossen mit seitlicher Torfahrt, sehr hohes Krüppelwalmdach mit Aufschiebling und profiliertem Traufgesims, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, Oberlichtportal mit Hausmarke und Initialen der Bauherrn, 1800 (i)
Das Torfahrthaus dokumentiert die Bebauung der westlichen Brettener Vorstadt jenseits der Mauern und zeigt in seiner Form und Anlage die Übernahme der Modellhausmuster oberrheinischer Städte der Barockzeit im Kraichgau. Das Gebäude, Wohnsitz eines Küfers und seiner Familie, ist Zeugnis vormoderner Wohn- und Lebensverhältnisse des Kleinbürgertums und hat stadtbaugeschichtliche Bedeutung. |
109829134 | ||
| Ehrenmal für die Teilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und Kaiser Wilhelm I. | Bahnhofstraße 2 (Karte) |
Überlebensgroße Statue des Kaisers in Militäruniform, auf hohem Postament aus poliertem Stein mit Medaillons und Inschriften, im Sockel Metallplatte mit Verzeichnis der aus Bretten stammenden Soldaten, entworfen von Hermann Billing, Karlsruhe, unter Verwendung eines Modells von Robert Baerwald, 1897/98 (a, i)
Bei dem Denkmal für die den Krieg von 1870/71 handelt es sich um das einzige im Original überlieferte Standbild des jung verstorbenen Bildhauers Robert Baerwald (1858 bis 1896), wobei hierbei sein Modell für das Posener Kaiserstandbild übernommen wurde. Entworfen wurde die Denkmalanlage von dem renommierten Karlsruher Architekten Hermann Billing (1867 bis 1946). In vielen badischen Gemeinden wurden zu Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Veteranenvereinen und den Kommunen Ehrenmäler aufgestellt, welche der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedenken. Dabei wurden nicht nur der Gefallenen gedacht, sondern aller Soldaten aus der jeweiligen Gemeinde. Getsiftet wurden sie, wie auch in Bretten, oft von Veteranenvereinen. Diese Denkmäler ehren oft auch den badischen Großherzog Friedrich I. (1852 bis 1907), der nicht nur seine Truppen persönlich ins Feld führte, sondern auch eine wichtige Rolle im Zuge der deutschen Reichsgründung mit der Ausrufung des preußischen Königs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles spielte. Im Falle des Brettener Denkmals steht nun der Kaiser, von der monarchistischen Presse gerne wegen seines weißen Bartes als „Barbablanca“ tituliert, im Mittelpunkt des jährte sich doch der Todestag des ersten preußisch-deutschen Herrschers 1898 zum zehnten Mal. So ist das Denkmal vor allem eine Erinnerung an die Reichseinigung unter preußischer Führung und stellt dabei den badischen Anteil heraus. Das Denkmal ist daher wichtiges Zeugnis des Nationalpatriotismus und der Monarchenverehrung im wilhelminischen Kaiserreich. |
102500801 | ||
| Wohnhaus | Bahnhofstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Sichtziegel und gelber Sandsteingliederung, dreiteiliger Fassadenaufbau, Erdgeschoss mit kräftiger Wulstrustika, Obergeschoss mit vergiebelten Fenstern, Mittelrisalit mit Querhaus und Sprenggiebel (Aufsätze teils verloren), älterer Fensterbestand, 1891 (i)
Das Gebäude stellt die kleinstädtische Variante der größeren, als Spekulationsobjekte in den Großstädten der Zeit errichteten Mehrfamilienwohnhäuser dar. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert. |
102548084 | ||
| Gedenkstein für Großherzog Friedrich I. von Baden mit Grünanlage und Einfriedung | Bahnhofstraße 7 (Karte) |
Findlingsartiger Steinmonolith mit Porträtmedaillon und Inschriftentafel in Bronze (urspr. Jahreszahlen 1852 bis 1892), Entwurf von Götz, Karlsruhe, 1908 (a)
Der Gedenkstein wurde 1908 im Todesjahr des Landesherrn als erster seiner Art anlässlich von dessen 40jährigen Regierungsfeiern errichtet. Friedrich erfreute sich bei der badischen Bevölkerung großer Beliebtheit, nicht zuletzt vor allem beim patriotisch-monarchistischen Bürgertum, hatte der Großherzog doch im Deutsch-französischen Krieg 1870/71 die badischen Truppen selbst ins Feld geführt und bei der Ausrufung des preußischen Königs Wilhelm zum ersten deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles eine zentrale Rolle gespielt. Das Denkmal ist damit ein charakteristisches Zeugnis der bürgerlichen Monarchenverehrung im wilhelminischen Kaiserreich. Eingebettet in eine kleine Grünanlage dokumentiert das Denkmal auch zeittypische Stadtverschönerungsmaßnahmen im frühen 20. Jahrhundert. |
102500747 | ||
| Postgebäude mit Hofeinfriedung | Bahnhofstraße 7 (Karte) |
Repräsentatives dreiflügeliges Eckgebäude mit Einfriedung und Hofraum, die Fassaden durch geschossübergreifende Lisenengliederung und vertikal gekoppelte Ohrenfenster monumentalisiert, zum Platz prachtvoller eingeschossiger Eingangsaltan mit Treppen, Dachkranz des Hauptbaus stark vorkragend mit Kassettierung, große Segmentbogengauben, wandfeste Ausstattung samt Treppen und Türen etc. überliefert, erbaut 1913 (a)
Das stattliche Gebäude des einstigen badischen Postamts ist ein für die wilhelminische Kaiserzeit im frühen 20. Jahrhundert charakteristischer Bau der Reformarchitektur, die sich hier klassizisierender und barocksierender Elemente bediente, um die Bedeutung des Postamtes als öffentlicher Bau herauszustellen. Charakteristisch für solche Staatsbauten ist dabei die monumentalisierende Gestaltung. Das Postgebäude ist ein anschauliches Zeugnis der Architekturentwicklungen kurz vor dem Ersten Weltkrieg und hat Bedeutung für die Postgeschichte wie auch die städtebauliche Entwicklung Brettens in frühen 20. Jahrhundert. |
102548133 | ||
| Bahnbeamtenwohnhaus mit Garten und Einfriedung | Bahnhofstraße 50 (Karte) |
Urspr. spiegelbildliche Anlage aus zwei Wohnhäusern gegenüber vom Empfangsgebäude, heute einzeln stehend, zweigeschossiges massives Traufenhaus mit Fachwerkkniestock und flach geneigtem Satteldach, Materialvielfalt aus unterschiedlich farbigem Sandstein, Backstein und Fachwerk, errichtet im Auftrag der badischen Eisenbahngesellschaft, vor 1879
Das traufständige Gebäude wurde 1879 (oder kurz zuvor) in spätklassizistischen Formen errichtet. Das historische Anwesen bezeugt die verkehrstechnische Erschließung des Kraichgaus durch die Badische Staatseisenbahn mit der 1879 eröffneten Kraichgaubahn und dokumentiert als authentisch überliefertes Bahnbeamtenwohnhaus die Bandbreite der zugehörigen Funktionsbauten, die eine angemessene Unterbringung der Angestellten nahe am Arbeitsplatz zwecks reibungsloser Abläufe und als Akt der Sozialfürsorge mit einschloss. Die abwechslungsreiche, feingliedrige Gestaltung der Fassaden durch verschiedene Materialien und Farben (weiß-grauer Kalkstein, roter und gelber Sandstein, gelber und roter Ziegel, Sichtfachwerk in kontrastierenden Tönen) und die spätklassizistisch-historistisch geprägte Formenwahl verdeutlichen ein hohes ästhetisches Anspruchsniveau des Bauherrn, das die Innovation des neuen Verkehrsmittels würdig repräsentiert. Den Bahnbeamten standen neben den eigentlichen Wohnungen Freiflächen für Kleintier- und Hauswirtschaft zur Verfügung, die sich im Anschluss an den Hauptbau erhalten haben. |
109753343 | ||
| Burg Salzhofen | Nähe Bruchsal/Bretten (Karte) |
Ruine, bestehend aus Stumpf eines Wohnturms nahe der Südostkante der Innenfläche mit etwa quadratischem Grundriss, Reste der Ringmauer und eines Nebengebäudes, Reste von Wall und Graben, errichtet wohl für die Kraichgaugrafen, 11. Jahrhundert, Bau des Wohnturms spätes 11. Jahrhundert, um 1102 wohl Hauptsitz der Grafschaft Bretten im Kraichjgau unter den Grafen von Lauffen, urkundlich erwähnt als Burgstall, 1339 (a), Aufgabe wohl im 14. Jahrhundert, kurzfristige Reaktivierung, wohl durch die Kurpfalz, um 1400, danach endgültige Aufgabe und Zerfall, Grabungen und Freilegung von Mauerwerj durch das Notwerk der deutschen Jugend, 1933 (a)
Die Burg Salzhofen bildete wohl seit dem 11. Jahrhundert eines der großen Machtzentren der Region und war spätestens seit 1102 unter den Grafen von Lauffen Mittelpunkt der Grafschaft Bretten. Diese gelangte noch im 2. Viertel des 12. Jahrhunderts an die Katzenelnbogen, welche die Grafenwürde im Kraichgau inne hatten. Der in seinen Fundamenten überlieferte große Wohnturm der Burg, dürfte im späten 11. Jahrhundert in die bereits bestehende Anlage gesetzt worden sein und ist ein Charakteristikum salierzeitlicher Burganlagen im beginnenden Hochmittelalter. In ihm manifestierte sich einst weithin sichtbar die Macht der Burgherrschaft. Mit dem Bau der Stadtburg in Bretten dürfte Salzhofen an Bedeutung eingebüßt haben. Schon 1339 ist nur noch von einem Burgstall die Rede. Funde von Ofenkacheln etc. weisen allerdings darauf hin, dass es in den Jahren um 1400, vermutlich durch die Kurpfalz als neuem Territorialherrn, zu einer kurzfristigen Reaktivierung der Anlage kam, die allerdings dann doch aufgegeben wurde und verfiel. Erst die Grabungen des Notwerks der Deutschen Jugend bzw. des Reichsarbeitsdienstes 1933 bis 1935 rückten die vergessen Burg wieder ins Bewusstsein. Seither sind der Wohnturm und wenige Reste der Ringmauer und eines Nebengebäudes sichtbar und konserviert. Die Baureste sind zentrale Zeugnisse der Siedlungs- und vor allem der Herrschaftsgeschichte im Kraichgau und dokumentieren den Baubestand einer salierzeitlichen Burg des 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts. |
102550123 | ||
| Wohnhaus | Friedrichstraße 14 (Karte) |
Zweigeschossiges Giebelhaus, Satteldach mit Aufschiebling, massives, teilverputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit figürlich beschnitztem Eckständer, Darstellung eines Herrn in barockzeitlicher Tracht, wohl um 1704, Erdgeschoss in Quadermauerwerk erneuert, wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert (Fassadenmalerei nach 1985 anstelle einer zugesetzten Türöffnung geschaffen)
Das Gebäude dokumentiert den allmählichen Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekriege 1689. Das Fachwerk, wohl im Laufe des 18. Jahrhunderts im Gefüge nochmals umgebaut, wiest als Besonderheit einen figürlich beschnitzten Eckständer auf mit der ganzfigurigen Darstellung eines Mannes in barockzeitlicher Tracht der Zeit um 1700, eventuell eine stilisierte Darstellung des Bauherrn. Solche Eckfiguren sind eine Brettener Spezialität. Die in diesem Fall dabei angebrachte Jahreszahl 1504 bezieht sich nicht auf das Baudatum, sondern auf die im kollektiven Bewusstsein der Brettener Bevölkerung tief verwurzelte erfolgreichen Verteidigung Brettens gegen die Württemberger im Landshuter Erbfolgekrieg. Vermutlich dürfte das 200jährige Jubiläum dieses Ereignisses der Ablass zur Anbringung der Jahreszahl gewesen sein, und es ist anzunehmen,dass das Haus in eben jenem Jubiläumsjahr 1704 erstellt wurde. Die Mode des Dargestellten passt hierzu stilistisch einwandfrei. Das Gebäude ist damit ein bemerkenswertes Zeugnis frühneuzeitlicher Erinnerungskultur sowie der Stadtbaugeschichte. |
102549563 | ||
| Sog. Stiegenbauernhaus | Gerbergasse 6 (Karte) |
Wohnstallhaus, zweigeschossiges Gebäude unter massigen Halbwalmdach, gegen die Stadtmauer gesetzt, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber konstruktives Fachwerk, traufseitige Erschließung des Wohnteils über gedeckte und verbretterte Außentreppe, Inschrifttafel: WIR BAVWEN ALE / FESTE VND SINDT / NUR FREMBTE GES/TE VND DO WIR / EWIG SOLTENN SEIN BAVWENN WIR GAR WENIG / HINEIN * 1603 LENHART SCHWOB / G BARBAR HEIDIN SEI[N] HAVSFRA[U], Erdgeschoss demnach 1603 (i); Obergeschoss neu erstellt, 18. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Am Leyertor 5] Das stattliche Gebäude dokumentiert mit seinen unterschiedlichen Bauphasen die Baugeschichte Brettens vor und nach der Zerstörung der Stadt durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und ist damit ein anschauliches Zeugnis der Stadtgeschichte. Das Erdgeschoss wurde für den Färber Leonhard Schwab aus Sinsheim und seine Frau Barbara Heiden errichtet, welche genau zwanzig Jahre zuvor, 1583, geheiratet hatten. Das Obergeschoss dokumentiert hingegen die Wiederaufbau der Stadt, der sich bis ins 1. Viertel des 18. Jahrhunderts hinzog. Das Gebäude veranschaulicht als Wohnstallhaus frühneuzeitliche Lebensverhältnisse von Handwerkern und fällt durch die gedeckte, eingehauste Treppe zum Wohnteil im Obergeschoss auf. |
102542211 | ||
| Wohnhaus | Gerbergasse 8 (Karte) |
Schmales zweigeschossiges Traufenhaus mit Satteldach, möglicherweise einst zugehörig zu Nr. 10, rückseitig gegen und auf die Stadtmauer gesetzt, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss aus Fachwerk, 18. Jahrhundert
[s. Stadtbefestigung, Am Leyertor 5] Das traufständige Gebäude dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Zerstörung durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es integriert Teile der mittelalterlichen Stadtmauer und belegt dabei, wie diese im 18. Jahrhundert ihren militärischen Wert für die Verteidigung zunehmend einbüßte. |
102549960 | ||
| Gerberhaus | Gerbergasse 10 (Karte) |
Dreigeschossiges Werkstatt- und Wohnhaus mit Scheune, hohes Satteldach mit einseitigem Halbwalm, Erdgeschoss in Bruchstein, darüber Fachwerk, Scheunenteil mit prägenden Bauteilen des 18. Jahrhunderts, errichtet anstelle eines Vorgängerbaus unter Einbezug der Stadtmauer, 1584 bis 1586 (d), ausgebessert 1602, erstmals genannt 1733 (a), Einbeziehung des Wehrgangs ins Gebäude, 1740 (i), Hausteilung 1781 (a), Gerberei eingestellt, 1853 (a) [s. Stadtbefestigung, Am Leyertor 5]
Das Gebäude, das als eines der wenigen Wohnhäuser die Brandzerstörung von 1689 überstand, ist einer der ältesten erhaltenen Fachwerkbauten in Bretten überhaupt und das in der gesamten Umgebung einzige ehemalige Gerberhaus der früher in Bretten stark vertretenen Gerberzunft. Die Einbeziehung des Wehrganges unter Aufgabe von dessen ursprünglicher Verteidigungsfunktion im 18. Jahrhundert verdeutlicht die Aufgabe der Stadtbefestigung als militärisches Bauwerk in jener Zeit. Das Haus veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse von Handwerkerfamilien in der Frühen Neuzeit und ist ein hauskundlich bemerkenswertes Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte. |
1198856 | ||
| Tunnelportale des Brettener Tunnels | Eichendorffweg; Kleiststraße (Karte) |
Km 19,08 Strecke 4201, Kraichgaubahn,Teilabschnitt Bretten-Eppingen, Westportal mit Zinnen und Inschriftentafel historistisch gestaltet, Sandstein, Ostportal einfacher, 1878 (i)
Die Tunnelportale dokumentieren die zeittypische historistische Gestaltung von Ingenieur- und verkehrstechnischen Funktionsbauten, durch welche diese in malerischer weise in Stadt- und Landschaftsbilder ähnlich Staffagebauten in Parkanlagen eingefügt werden sollten. Sie sind überdies Zeugnisse des Baus der Kraichgaubahn in den 1870er-Jahren und damit der regionalen verkehrsgeschichte. |
109829214 | ||
| Villa Gerber mit Garten und Einfriedung | Heilbronner Straße 4 (Karte) |
Arzthaus mit Praxisräumen, freistehender zweigeschossiger Massivbau unter Halbwalmdach mit Sandstein- und Putzfassaden, hohes Sockelgeschoss, bossiertes Quadermauwerwerk, halbrunder Standerker, Eingangsvorbau mit Freitreppe, Seitenrisalit, bauzeitliche Ausstattungselemente, erbaut nach Plänen des Karlsruher Architekten Hermann Billing für den Arzt Dr. Gerber, 1904 (a, i)
Das stattliche Wohnhaus zeigt eine charakteristische Gestaltung im Sinne der Reformarchitektur, die um 1900 in Abkehr vom späten Historismus entwickelt wurde und zu deren wichtigeren Vertretern in Baden der renommierte Karlsruher Architekt Hermann Billing (1867 bis 1946) zählte, den der Bauherr, der Brettener Arzt Dr. Gerber mit der Planung beauftragte. Gestalterisch ist die Villa durchaus charakteristisch für Billings Entwürfe jener Zeit. Es verdeutlicht in zeittypischer Weise die Suche nach einer moderne, zeitgemäßen Architektursprache auf Grundlage eigenständiger, regionaler Bautraditionen. Das große Haus, das auch die Arztpraxis aufnahm, veranschaulicht den Anspruch und das Selbstbewusstsein eines Akademikers in der wilhelminischen Kaiserzeit. Es dokumentiert gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein Zeugnis der Stadtbau- und Stadtentwicklungsgeschichte Brettens in den Jahren um 1900. |
104387444 | ||
| Wohnhaus mit Garten und Einfriedung | Heilbronner Straße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Sandsteingliederung unter Walmdach, ausgezeichnet durch Vorhalle, Eckerker und Schmuckgaube, wohl nach Entwurf des Architekten H. Dewald, 1913 (i)
Das villenartige Wohnhaus ist ein charakteristischer Bau unter dem Einfluss der Reformarchitektur mit Anleihen aus Barock und Klassizismus; die Einfriedung zeigt zeittypische Formen des geometrischen Jugendstils. Als Architekt ist H. Dewald anzunehmen. Stolz präsentiert sich die Bauherrschaft mit dem Initial M in einer barockisierenden Kartusche a,m Zwerchhaus des steilen Waldmachs. Das Anwesen veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse kurz vor dem Ersten Weltkrieg und ist Zeugnis der Stadtbau- und Entwicklungsgeschichte Brettens in der wilhelminischen Kaiserzeit. |
104481666 | ||
| Etuifabrik Ernst Keller | Hirschstraße 23 (Karte) |
Filiale der Firma Keller in Pforzheim, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansarddach, Zwerchgiebel und Gauben, Gliederung durch geschossübergreifende Blendbögen, im Zwerchgiebel Blendbogen mit ornamental gestalteter Rücklage und gerundetem Blakon,seitlich ornamental gestaltetes Portal mit bauzeitlichem verglastem Türblatt, im Inneren erhaltene Maschinen, 1913 (a)
Die Etuifabrik Ernst Keller ist ein charakteristisches Beispiel für einen Industriebau der Reformarchitektur, die in Abkehr vom späten Historismus auf Grundlage historische Bautraditionen einen zeitgemäße Architektursprache zu entwickeln suchte. Dabei spielten auch barocke und klassizistische Elemente eine Rolle, die im Sinne der Stilbewegung neu interpretiert wurden, wie die Gestaltung des Portals oder des Zwerchhauses belegen. Die einstige Etuifabrik ist ein qualitätvolles Zeugnis der Industriearchitektur im frühen 20. Jahrhundert und dokumentiert die Wirtschafts- und Industrialisierungsgeschichte Brettens. Seltenheitswert hat die teils noch originale, technikgeschichtlich interessante Maschineneinrichtung. |
102550176 | ||
| Friedhofsanlage | Kaiserlindenweg (Karte) |
Angelegt 1903 bis 1906 (a), Erweiterungen bis 1943 (a), bestehend aus:
Die große Friedhofsanlage ersetzte einen älteren Vorgänger, von dem mehrere Grabmäler, das Friedhofskreuz und das Denkmal für den Großherzoglichen Oberamtmann Joseph Ertl hierher versetzt wurden. Sie dokumentieren anschaulich die Entwicklungen der Grabmalkunst seit der Zeit des Klassizismus und haben stadt- und familiengeschichtliche Bedeutung. Zeugnisse des kollektiven Gedenkens an die großen, und auch für die badische Bezirksamtsstadt einschneidenden historischen Großereignisse sind die verschiedenen Gefallenen- und Mahnmäler für die Toten, Vermissten und Vertriebenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Einbezogen in die Neuanlage des Friedhofs wurde die Kaiserlinde, die anlässlich des Dreikaiserjahres 1888 gepflanzt wurde, als hintereinander Wilhelm I. Friedrich III. und Wilhelm III. regierten. Sie ist ein charakteristisches Monument bürgerlicher Monarchenverehrung im deutschen Kaiserreich. Die Anlage selbst dokumentiert eine Friedhofsanlage des frühen 20. Jahrhunderts und hat siedlungs- und stadtbaugeschichtliche Bedeutung. |
109912536 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Stadtkirche (St. Laurentius) | Kirchplatz 2 (Karte) |
Sog. Stiftskirche), ab 1559 lutherisch, später reformiert, 1705 bis 1936 Simultankirche, massiver verputzter Saalbau, daran querhausartig kath. Kirche mit polygonaler Apsis und Sakristeianbau im Norden (heute ev. Gemeindehaus), nördlich ins Langhaus einbezogen, leicht aus der Baulinie gedrehter Turm, urspr. Bergfried der Stadtburg der Grafen von Eberstein mit Hocheingang, verputzt und mit steinsichtigem Glockengeschoss, südlich am Langhaus angebaut Grabkapelle der Familie Bach, im Langhaus Flachdecke (mit modernem Deckengemälde von Willi Gilli, 1997), Reste von mittelalterlichen Wandmalereien, Bach-Kapelle mit Sternrippengewölben und Ausmalung des 16. Jahrhunderts, Reste des Lettners in Trennwand zum ehem. kath. Teil, zahlreiche alte, teils figürliche Grabmäler, Turm wohl Mitte 12. Jahrhundert, Langhaus 2. Hälfte 14. Jahrhundert, Bach-Kapelle, um 1510 bis 1514, Dachstuhl Langhaus neu erstellt durch Baumeister Jacob Messing, 1769 (a), Kirchenbau für katholischen Gottesdienst angesetzt nach Plänen von Franz Wilhelm Rabaliatti anstelle des gotischen Chors, 1777/78 (a), neuer Turmabschluss, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Umbau kath. Teil nach Auszug der Katholiken zum Gemeindehaus, 1936/37(a) und 1957 (a); Kirchhof mit Einfriedungsmauer, zugehörig Grabplatten, 15.-17. Jahrhundert; Melanchtondenkmal, Sandsteinstatue von Andreas Friedrich, Straßburg, 1861 (a); Kruzifix; Sandsteintreppe zur Pforzheimer Straße
Die erhöht am Rand der ummauerten Stadt stehende evangelische Pfarrkirche setzt mit ihrem Turm einen markanten Akzent im Stadtbild. Sie ist eines der bauhistorisch, siedlungs- und stadtgeschichtlich bemerkenswertesten Gebäude Brettens, erhebt sie sich doch im Areal der einstigen Stadtburg der Grafen von Eberstein, welche Bretten im 2. Viertel des 13. Jahrhunderts zur Stadt erhoben und befestigten. Der schlanke Unterbau des Kirchturms, der von einem neugotischen Aufsatz bekrönt wird, verrät u. a. anhand eines romanischen Hocheingangs, dass es sich hierbei ursprünglich um den Bergfried der Burg handelte, der wohl in die Mitte des 12. Jahrhunderts datiert. Er wurde im 14. Jahrhundert in den Neubau des Langhauses einbezogen und belegt mit seiner aus der Baulinie der nördlichen Langhauswand verschobenen Stellung, dass er älter ist als diese. Das Gotteshaus, das seit der Reformation im Volksmund auch Stiftskirche genannt wird, obwohl sie mit keinerlei Stift verbunden war, veranschaulicht als großes historisches Baukonglomerat die bewegte, von der Konfessionsgeschichte geprägte Bauentwicklung der Kirche. Das Gebäude wurde mit der Reformation 1559 evangelisch-lutherische Kirche, wenig später das Gotteshaus der Reformierten und 1705 zur Simultankirche, die zwischen Calvinisten und Katholiken aufgeteilt wurde. Für letztere, die den Chor nutzten, wurde dieser 1777 abgebrochen und ans einer Stelle ein kompletter eigenständiger Kirchenbau an das ältere Langhaus angesetzt. Es dient seit dem Auszug der Katholiken in einen Neubau 1936 als evangelisches Gemeindehaus. Dieser Bau wurde von dem bedeutenden kurpfälzischen Architekten Franz Wilhelm Rabaliatti (1714 bis 1782) entworfen und zeigt die zeittypischen Formen des Barock-Klassizismus des späteren 18. Jahrhunderts. Von der mittelalterlichen Ausgestaltung des Gotteshauses, das den geistlichen und repräsentativen Mittelpunkt der Stadt darstellte, zeugen die spätgotische Grabkapelle der Brettener Familie Bach sowie Reste des Lettners, der in der Scheidwand zum einst katholischen Teil steckt. Die Bedeutung des Gotteshauses als Begräbnisplatz für die besser gestellten Brettener Familien und kurpfälzischen Beamten erschließt sich aus den zahlreichen historischen Grabsteinen im Inneren und Äußeren. Vor der Kirche steht das Denkmal für den aus Bretten gebürtigen Reformator Philipp Melanchthon, eine charakteristische historistische Skulptur. |
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Weitere Bilder |
Stadtbefestigung | Engelsberg 10; Friedrichstraße 44 a (Karte) |
Angelegt wohl im 2. Viertel des 13. Jahrhunderts, vorhanden wohl 1254 (a), erste Erwähnung eines Stadttores 1283 (a), verstärkt und ausgebaut bis ins frühe 16. Jahrhundert, teilzerstört durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg, 1689 (a), Abbrüche im 19. Jahrhundert, bestehend aus:
Die Stadtbefestigung von Bretten ist mit einzelnen Mauerabschnitten, teils verbaut in Wohnhäuser, und drei Turmbauten überliefert. Die Brettener Befestigung war mehrfach hart umkämpft. Am bekanntesten wurde die vergebliche Belagerung durch den württembergischen Herzog Ulrich im Landshuter Erbfolgekrieg 1504, der bis heute mit einem jährlichen Stadtfest gedacht wird. Die Befestigungsanlage geht auf die Grafen von Eberstein zurück, die wohl im 2. Viertel des 13. Jahrhunderts die Siedlung Bretten zur Stadt erhoben und ummauerten, um so einen befestigten Platz zu erhalten. Die Stadtgründung und die Befestigung sind dabei als charakteristischer Bestandteil der mittelalterlichen Territorialpolitik zu sehen, mit welcher die einzelnen adeligen Herrschaften ihre Wirtschaftsmacht zu stärken und ihre Territorien auszubauen suchten. 1254 wird Bretten erstmals als „oppidum“ erwähnt, was vermuten lässt, dass zum damaligen Zeitpunkt die Befestigung abgeschlossen war. Die überlieferten Stadtmauerreste sowie der Apothekerturm und der Unterbau des Simmelturms dürften in diese Zeit gehören. Der hohe Pfeiferturm, der wesentlich die Silhouette des Stadtbildes bis heute mitprägt, dürfte ebenfalls noch mindestens ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Eine ausgesprochen aufwendige und ungewöhnliche Gestaltung weist der Simmelturm mit seinem Spitzbogenfries über Konsolen und der aus sauber gearbeiteten Sandsteinquadern gefügten Zinnenbrustwehr auf. Zwischen den Konsolen sitzen Fratzen und zahlreiche Wappen, wohl von Ritteradeligen als Lehnsleuten der Stadtherrschaft, die ins 14. Jahrhundert datieren und bereits unter pfälzischer Herrschaft entstanden, wie die größere Wappentafel mit dem pfalzgräflichen Schild ausweist. In unmittelbarer Folge des Landshuter Erbfolgekriegs ging man offenbar an einen Ausbau der Befestigungen. Darauf verweisen die zahlreichen Feuerwaffenscharten im Pfeiferturm, der ein gleich zweifach auf 1507 datiertes Rundbogenfenster aufweist. Auf die Funktion des Turmunterbaus als Gefängnis geben zahlreiche Wandritzungen einen beredten Hinweis. Die überlieferten Teile der Stadtbefestigung sind damit aussagekräftige Zeugnisse des mittelalterlichen Wehrbaus und seiner Entwicklungen. Sie dokumentieren eindrucksvoll Siedlungs-, Stadt- und Herrschaftsgeschichte von Bretten. |
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| Wohnhaus | Lohgasse 9, 11 (Karte) |
Möglicherweise urspr. Doppelwohnhaus, dreigeschossiger verputzter Giebelbau, hohes steiles Satteldach mit einseitigem Halbwalm, Erdgeschoss massiv, ehem. Stall, darüber Fachwerk mit giebelseitigen Geschossvorkragungen, 1690, im Kern möglicherweise älter, Fensteröffnungen teils nachträglich vergrößert
Das stattliche Gebäude in Ecklage dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der teils durch die Landwirtschaft geprägten kurpfälzischen Amtsstadt und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Altes Rathaus | Marktplatz 1 (Karte) |
Repräsentativer Massivbau über Winkelhakengrundriss mit Walmdach und Dachreiter auf Hauptflügel, zum Marktplatz zweigeschossig, zur Pforzheimer Straße mit hoher Stützmauer, der Westflügel mit Dreistufengiebel, reicher Bauschmuck, darunter Eckbänderung, Hermenpfeiler und Pilaster, errichtet unter Einbezug des Vorgängerbaus von 1787 errichtet, 1888 (a), in der Westmauer Grundstein des mittelalterlichen Rathauses von 1435 eingelassen
Ein Rathaus ist für Bretten spätestens 1435 nachweisbar. Auf diesen älteren, 1689 zerstörten Vorläufer des heutigen Gebäudes verwiest der als Spolie vermauerte Grundstein mit Datierung. Der bestehende Bau wurde 1787 in spätbarocken Formen errichtet. davon zeugen heute noch Portal und Balkon am östlichen Mittelrisalit. Im Übrigen stellt sich das Rathaus allerdings als charakteristischer späthistorischer Umbau in zeittypischen Formen der Neurenaissance von 1888 dar. Diese erfreuten sich damals großer Beliebtheit, war doch die Zeit der Renaissance und Reformation ein wichtiger Identifikationsfaktor für das aufstrebende Bürgertum im wilhelminischen Kaiserreich. Damit konnte man gerade in Bretten als Geburtsort einer der führenden Persönlichkeiten der deutschen Reformation an die eigene Geschichte anknüpfen. Das Alte Rathaus, das einen markanten städtebaulichen Akzent am Hauptplatz der Stadt setzt, ist als historischer Sitz der seit dem Mittelalter belegten kommunalen Selbstverwaltung ein wichtiges und zentrales Zeugnis der Stadt- und Baugeschichte Brettens. |
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Marktbrunnen | Marktplatz 2/1 (Karte) |
Laufbrunnen mit achteckigem Becken und vier Wasserspeiern, stehender Brunnenstock, auf ornamentiertem Postament Säule mit Balusterschaft und korinthischem Kapitell, darauf Statue eines Ritters im Vollharnisch mit Wappenschild der Kurpfalz und Lanze, 1555 (i), Figur erneuert 1929 (das 1990 restaurierte Original im Foyer des Neuen Rathauses)
Der Marktbrunnen ist nicht nur ein Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung Brettens, sondern vor allem ein charakteristisches Repräsentationsstück der Renaissancezeit, in dem die Landesherrschaft über Bretten zum Ausdruck gebracht wurde. Auf der zeittypisch gebauchten korinthischen Säule in der Mitte des Brunnenbeckens steht ein Ritter in vollen Harnisch, der das Panier mit den wittelsbachischen Rauten wie auch einen Schild mit dem pfalzgräflichen Wappen präsentiert und so die Landesherrschaft der Kurpfalz bildlich vertritt. Das hat dazu geführt, dass man in der Brunnenfigur den um Bretten als Reformator besonders verdienten Kurfürsten Friedrich I. sehen wollte. Tatsächlich aber sind solche sog. „Wappner“, also gerüstete, ritterliche Wappenträger charakteristisch für die Brunnen der Übergangsphase vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und waren ein weit verbreitetes Herrschaftszeichen. Der Brettener Marktbrunnen ist dabei ein besonders anschaulich überliefertes Beispiel solcher Zierbrunnen, wie sie die Hauptplätze der Städte in der Zeit der Renaissance zierten. |
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Wohnhaus | Marktplatz 3 (Karte) |
Dreigeschossiger Fachwerkbau, Platzfassade mit Vorkragungen über Balkenköpfen, profilierten Schwellen, K-Streben und Andreaskreuzen, Klappläden des 19. Jahrhunderts, errichtet wohl 1723, Satteldach nachträglich zum Marktplatz abgewalmt, Rückwand massiv erneuert im 19./20. Jahrhundert (beim Umbau 2015 wandfeste Ausstattung reduziert)
Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der weitgehend geschlossen überlieferten historischen giebelständigen Bebauung am Marktplatz. Es dokumentiert den Wiederaufbau der von den Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg niedergebrannten Stadt und hat damit stadtbaugeschichtliche Bedeutung. Der Bau zeigt ein für die Entstehungszeit und Region charakteristisches Sichtfachwerk. |
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| Wohnhaus | Marktplatz 4 (Karte) |
Dreigeschossiges Giebelhaus mit Halbwalmdach, Erdgeschoss und Rückwand massiv, sonst Fachwerk mit Vorkragungen über Balkenköpfen und profilierten Schwellhölzern, nur im Giebel Zierformen, bezeichnet an Wappenstein im Inneren, 1699, Umbau im 18. Jahrhundert (beim Umbau 2015 wandfeste Ausstattung reduziert)
Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der weitgehend geschlossen überlieferten giebelständigen Bebauung am Marktplatz. Es dokumentiert den Wiederaufbau der Stadt nach der Brandzerstörung durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und ist damit ein Zeugnis der frühneuzeitlichen Stadtbaugeschichte. Das Fachwerk im Giebel zeigt für die Wiederaufbauphase charakteristische Zierformen, während das Gefüge der Wohngeschosse im 18. Jahrhundert umgebaut wurde. |
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| Wohnhaus | Marktplatz 5 (Karte) |
1864 bis 1937 jüdisches Gasthaus Zur Blume (heute Wohn- und Geschäftshaus), dreigeschossiges Giebelhaus aus Fachwerk mit Krüppelwalmdach, dominante Stellung am Marktplatz,Geschossvorkragungen über Balkenköpfen, Anfang 18. Jahrhundert (Erdgeschoss umgebaut 1953 und 1985)
Das stattliche Eckhaus, das innerhalb der überwiegend giebelständigen Bebauung am Marktplatz einen markanten Akzent setzt, dokumentiert den Wiederaufbau der 1689 von den Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörten Stadt. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk. Bretten zog mit seinen bedeutenden Viehmärkten im 19. Jahrhundert viele im Viehhandel tätige Juden an. Für deren Bedürfnisse mussten eigene Gasthäuser geschaffen werden, in denen es koscher zubereitete Speisen gab. Eines davon eröffnete 1864 in dem Eckgebäude am Marktplatz in bester Lage. 1937 wurde das Gasthaus Zur Blume arisiert. Das Gebäude hat als früheres jüdisches Gasthaus am Hauptplatz Brettens stadt-, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Marktplatz 7 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger Klinkerbau mit Zwerchgiebel, Satteldach mit Dachgauben, verputztes Erdgeschoss,darüber Backsteinfassaden mit reichen Werksteingliederungen, 1894 (Erdgeschoss umgebaut um 1972)
Das späthistoristische Wohn- und Geschäftshaus setzt mit seinem reich gestalteten Zwerchgiebel einen markanten Akzent innerhalb der historischen Marktplatzbebauung und dokumentiert die innerstädtische Bauentwicklung im späten 19. Jahrhundert. Zeittypisch ist die Anlehnung an Stilformen der nordeuropäischen Renaissance, die vom Kontrast der Backsteinflächen zu den aufwendigen Werksteinelementen geprägt sind und vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens in der Ära des wilhleminischen Kaiserreichs zeugen. |
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| Wohnhaus | Marktplatz 12 (Karte) |
Stattliches dreigeschossiges und verputztes Giebelhaus mit Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, innen hochwertige Holzböden des 18./19. Jahrhunderts und Wandvertäfelungen, errichtet in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, Rückwand und Teile des Innern erneuert im späten 19. Jahrhundert (Erdgeschoss in der Nachkriegszeit ausgebaut)
Das giebelständige Haus in prominenter Ecklage ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung um den Marktplatz. Es zeigt eine für die Entstehungszeit charakteristische Kubatur. Das Haus veranschaulicht stadtbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse im 18. und 19. Jahrhundert und ist Zeugnis der Brettener Stadtbaugeschichte. |
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Melanchthonhaus | Melanchthonstraße 1 (Karte) |
Gedenkstätte für den Reformator Philipp Melanchthon, zweigeschossiger giebelständiger Bau in rotem Sandstein über hohen Sockelgeschoss und mit Satteldach, straßenseitig hoher Giebel mit Blendmaßwerk, Eckfialen und Wasserspeiern, hohes Erdgeschoss mit großen gestäbten Spitzbogentoren, Wimpergen und Krapbbenbesatz, darüber Altan mit Wappen- und Maßwerkbrüstung, im Giebel vergoldete Inschrift, rückseitig dreigeschossiger chorartiger Polygonalanbau, im Inneren bauzeitlich ausgestattete Räume mit reichen Dekorationen und Wandmalereien, erbaut nach Plänen von Hermann Billing, Karlsruhe, an Stelle des 1689 abgebrannten Geburtshauses, Ausstattung von Wilhelm Jung, Durlach, Konzeption geprägt durch den Theologieprofessor Nikolaus Müller, 1897 bis 1903 (a)
Das Melanchthonhaus wurde in seiner heutigen Form zwischen 1897 und 1903 errichtet. Es steht an der Stelle des Hauses, in dem der Reformator Philipp Melanchthon (1497 bis 1560) geboren wurde. Prägende Bedeutung für das Zustandekommen des Neubaus und der Gedenkstätte hatte der Berliner Theologe und Professor Niklolaus Müller (1857 bis 1912). Er wünschte ein Museum mit Gedenkhalle in monumentalen Formen. Müllers Vorschlag traf beim badischen Großherzog Friedrich I. und auch in Bretten auf Zustimmung. Der 1896 gegründete „Verein zur Errichtung eines Melanchthonhauses mit Gedächtnishalle und Museum“ brachte innerhalb kurzer Zeit bedeutende Geldmittel und auch Sammlungsgegenstände zusammen. Verlangt wurde der Baustil der Zeit von Melanchthons Jugend. Nach Müllers Vorstellungen sollten insbesondere Formen und Elemente von prominenten Originalbauten der Spätgotik kopiert werden, Neuschöpfungen waren hingegen nicht erwünscht. Er entwickelte auch das detaillierte ikonographische Programm für die Inschriften und die künstlerische Ausstattung in Gestalt von Farbfenstern, Skulpturen und Wandmalereien. Den Entwurf erarbeitet schließlich der Karlsruher Architekt Hermann Billing (1867 bis 1946). Er ist zweifellos der bedeutendste Architekt, der in der Zeit um 1900 in Baden tätig war. Trotz Meinungsverschiedenheiten mit Müller konnte Billing in entscheidendem Maße Einfluss auf die architektonische Form des Gebäudes und auf die Gestaltung der Gedenkhalle im Erdgeschoss nehmen. Schließlich wurden Raumgestaltung und Ausstattung dem Architekten Wilhelm Jung aus Durlach übertragen, einem Schüler des Protagonisten der Neugotik, Carl Schäfer. Er hielt sich bei der Dekoration der Museumsräume im 1. Obergeschoss streng an die Weisungen Müllers. Das ausgeführte Bauwerk ist also ein Produkt mehrerer Schöpfer. Müller setzte Rahmenbedingungen, mit denen sich Billing auseinanderzusetzen hatte; in dieser Auseinandersetzung konnte Billing ein durchaus individuelles und eigenständiges Kunstwerk schaffen. Jung schließlich trug mit seinen liebevoll und historistisch getreuen Museumsräumen einen wichtigen Bereich zu dem Baukomplex bei. Dabei fällt ins Auge, dass das Gebäude einerseits große Bürgerbauten des Spätmittelalters rezipiert, andererseits als Gedenkstätte für einen Theologen und Reformator deutlich sakrale Züge der mittelalterlichen Kirchenarchitektur trägt. Es ist als neugotischer Denkmalbau in jeder Hinsicht ein bedeutendes und höchst anschauliches Zeugnis für ein romantisch-historistisches Geschichtsverständnis des 19. Jahrhunderts und den evangelischen Nationalpatriotismus der wilhelminischen Kaiserzeit. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Melanchthonstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau aus Sichtziegeln mit Mansarddach, Schaugiebeln und Gauben, Fassadendekore und Gliederungselemente in rotem Sandstein, 1897 (i)
Das traufständige Gebäude ist mit seiner Gestaltung charakteristisch für die Architektur des späten Historismus in den 1890er-jahren. Zeittypisch ist die Anlehnung an Stilformen der nordeuropäischen Renaissance, die vom Kontrast zwischen Backsteinflächen und reichen Werksteindekoren geprägt ist. Das Gebäude dokumentiert die innerstädtische Bauentwicklung Brettens in der wilhelminischen Kaiserzeit und veranschaulicht bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse um 1900. |
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| Wohnhaus | Melanchthonstraße 8 (Karte) |
Schmales dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk mit profilierten Vorkragungen über Balkenköpfen und einfachen Zierformenrückseitig Abortrisalit, wohl Ende 17. oder Anfang 18. Jahrhundert
Das schmale und tiefe giebelständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Melanchthonstraße und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es ist als Wiederaufbau nach der Brandzerstörung Brettens durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekireg 1689 von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Melanchthonstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, Gliederung durch gequaderte Ecklisenen, Gurtband und Konsoltraufgesims, um 1850
Das Gebäude in Ecklage ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Melanchthonstraße. Es dokumentiert mit seiner charakteristischen Gestaltung die Stadthausarchitektur des späten Klassizismus in Baden, wie sie viele Wohnbauten zwischen etwa 1850 und 1875 prägte. Das Haus veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse in der beginnenden Gründerzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Wohnhaus | Melanchthonstraße 15 (Karte) |
Breites zweigeschossiges Giebelhaus mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, Fenstererker im Stubenbereich und K-Streben, rückseitig Rest der ehem. Galerie, bezeichnet am Eckpfosten, 1722 (i)
Das breit gelagerte giebelständige Wohnhaus ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Melanchthonstraße. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und weist mit den Resten einer offenen Galerie auf die Nutzung als Gerberhaus hin. Die Gerberei prägte einen Gutteil des vormodernen Erwerbslebens in Bretten. Darüber hinaus ist das Haus Zeugnis für den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg |
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| Eckständer mit geschnitzter männlicher Figur in barockzeitlicher Tracht und mit Werkzeugen eines Zimmermeisters bzw. Schreiners | Melanchthonstraße 19 (Karte) |
1731 (i)
Die Figur eines Herrn in zeittypisch barocker Gewandung wurde im Zuge des Hausbaus 1731. Dargestellt ist nach Ausweis der beigefügten Handwerkszeuge wohl ein Zimmer- oder Schreinermeister, der hier als Bauherr auftrat. Es handelt sich dabei um eine weithin ungewöhnliche, für Bretten aber durchaus charakteristische Schnitzerei der Barockzeit, die sich ähnlich an verschiedenen Gebäuden der Wiederaufbauzeit nach der Brandzerstörung der Stadt finden lässt (vgl. u. a. Weißhofer Straße 4). |
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| Wohnhaus | Melanchthonstraße 20 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossigerund verputzter Massivbau mit Satteldach, siebenachsige Fassade mit geohrten Sandsteinfenstergewänden, seitlich Toreinfahrt, Kellergewölbe, hofseitig zweigeschossiges Bauteil mit Mansarddach, 18. Jahrhundert (Einbau eines Ladengeschäftes im Erdgeschoss,n 1960er-Jahre)
Das große und massive Gebäude fällt durch seine Massivbauweise und seine Traufständigkeit im Straßenbild der Melanchthongasse deutlich auf. Es handelt sich offenbar um ein Wohnhaus gehobener bürgerlicher Verhältnisse und zeigt eine für die Barockzeit charakteristische Fassadengestaltung mit geohrten Sandsteingewänden. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte nach der Brandzerstörung Brettens durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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| Gehöft | Melanchthonstraße 23 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiges verputztes Giebelhaus mit Krüppelwalmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, 1697/98; Hoftor, im Scheitelstein Kartusche mit Ornamenten und Initialen, 1706 (i); rückwärtig Scheune, traufständiger Bau aus Bruchstein und Fachwerk, Gewölbekeller, wohl um 1700, später erhöht
Die Hofanlage dokumentiert die teils von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Brettens. Sie veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse in der kurpfälzischen Amtsstadt. Mit den dendrochronologsich und inschriftlich datieren Bauteilen ist die Hofanlage überdies ein Zeugnis für die Wiederaufbauphase Brettens nach der Stadtzerstörung durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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| Torfahrt einer ehem. Hofstelle mit Natursteinbogen zum Hof und Kartusche | Melanchthonstraße 23 (Karte) |
1700 (i)
Der Torbogen einer Hofstelle ist Zeugnis der historischen Siedlungsstruktur sowie der Stadtbaugeschichte nach der Zerstörung Brettens durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689. |
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| Gasthaus Zum Schweizerhof (heute Museum) | Engelsberg 9; Melanchthonstraße 24 (Karte) |
Dreigeschossiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss teils massiv und verputzt, erbaut 1706/07 (d, i), Umbau um 1900 bis 1910 (a)
Das stattliche Bürgerhaus, spätestens seit 1739 Gasthaus und seit 1798 auch Brauerei, ist ein anschauliches Zeugnis für den barockzeitlichen Fachwerkbau, wie er Bretten in weiten Teilen prägt. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und dokumentiert die Wiederaufbauphase nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Als traditionsreiches Gasthaus, das an einer der wichtigen Straßen Brettens steht, hat das Anwesen aus stadt- und sozialgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus | Melanchthonstraße 27 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Giebelhaus mit Krüppelwalmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Giebel mit schwacher Geschossvorkragung, frühes 18. Jahrhundert
Das giebelständige Wohnhaus in Ecklage ist wichtiger Bestandteil der überlieferten historischen Bebauung in der Melanchthonstraße. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis des Wiederaufbaus Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Melanchthonstraße 33 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus mit Satteldach, aufwendige Sandsteinfassade, Außenachsen durch Risalite und Giebelaufbauten betont, Fenster mit Verdachungen und Giebelaufsätzen, im Portalmedaillon Reliefbüste Großherzogs Friedrich I., 1891 (i)
Das traufständige Gebäude veranschaulicht den innerstädtischen Ausbau Brettens in der Zeit des wilhelminischen Kaiserreiches. Die Fassade zeigt eine zeittypisch aufwendige Gestaltung in Formen der nordeuropäischen Spätrenaissance. Das patriotisch-monarchistisches Bekenntnis der Bauherrschaft zeigt sich im Medaillon, des beim Bürgertum äußerst beliebten Großherzogs Friedrich I., der eine maßgebliche Rolle bei der Reichseinigung im Deutsch-französischen Krieg 1870/71 gespielt hatte. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Melanchthonstraße 34 (Karte) |
Schmales zweigeschossiges Giebelhaus mit Halbwalmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit profilierter Schwelle und Zierelementen, 18. Jahrhundert, Ladeneinbau im Erdgeschoss, um 1900
Das giebelständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Melanchthonstraße und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Der Laden im Erdgeschoss belegt, wie um 1900 die Erdgeschosse für Geschäftsräume ausgebaut wurden. Die Verwendung von vorgefertigten Gusseisenelementen für die Schaufenstergestaltung ist dabei zeittypisch. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Melanchthonstraße 35 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, Massivbau aus hammerrechtem Bruchstein mit aufwendiger Sandsteinverkleidung zur Straße, um 1890 (beeinträchtigender Dachausbau)
Das späthistoristische Wohn- und Geschäftshaus dokumentiert den innerstädtischen Ausbau Brettens in der wilhelminischen Kaiserzeit. Zeittypisch ist die Ausgestaltung einer Schaufassade, hier in Formen der Neurenaissance, die sich seinerzeit beim Bürgertum großer Beliebtheit erfreute. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse in einer badischen Bezirksamtsstadt im späten 19. Jahrhundert und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Melanchthonstraße 36 (Karte) |
Zweigeschossiges Giebelhaus mit Halbwalmdach in Eckposition zum Platz beim Hundlesbrunnen, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse und Giebel aus Fachwerk, 18. Jahrhundert, Ladeneinbau um 1900
Das giebelständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Melanchthonstraße und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Der Laden im Erdgeschoss belegt, wie um 1900 die Erdgeschosse für Geschäftsräume ausgebaut wurden. Die Verwendung von vorgefertigten Gusseisenelementen für die Schaufenstergestaltung ist dabei zeittypisch. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Melanchthonstraße 37 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, verputzter Massivbau, Gliederung durch Sohlbankgesims und Zahnschnittfries, Ladeneinbau mit (gusseisernen?) Zierstützen, fünfachsig unter gemeinsamer Verdachung, Hauseingang in Ohrengewände, 1. Drittel 19. Jahrhundert, Ladeneinbau um 1890
Das traufständige Gebäude ist mit seinen Gliederungselementen wie dem durchlaufenden Sohlbankgesims und dem Zahnschnittfries charakteristisch für den maßgeblich von Friedrich Weinbrenner geprägten badischen Klassizismus. Es veranschaulicht biedermeierliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Bezirksamtsstadt und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. Der Laden in Neurenaissanceformen belegt, wie seit dem späteren 19. Jahrhundert die Erdgeschosse für Geschäftsräume ausgebaut wurden. Die Verwendung von vorgefertigten Gusseisenelementen für die Schaufenstergestaltung ist dabei zeittypisch. |
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| Hundlesbrunnen | Melanchthonstraße 38 (Karte) |
Laufbrunnen, oktogonales Brunnenbecken mit zentralem Brunnenstock, auf dem Postament Sandsteinsäule, bekrönt von sitzender Hundefigur, neu aufgestellt 1880 (i), (Hundle 2007 durch Kopie ersetzt)
Der Laufbrunnen in Neurenaissanceformen dokumentiert nicht nur die ältere Wasserversorgung Brettens, sondern ist vor allem ein charakteristisches Beispiel für einen innerstädtischen Zierbrunnen des Historismus, welcher der repräsentativen Aufwertung des Stadtraums dient und mit einer lokalen Sage verbunden ist: Demnach soll während einer Belagerung - in einigen Versionen die von 1504 - ein kleiner, dick gemästeter Hund aufgrund seiner Körperfülle den Angreifern einen Überfluss an Vorräten in der eingeschossenen Stadt vorgetäuscht und sie zum Abbruch der Belagerung gebracht haben. Die erbosten Angreifer schnitten dem armen Tier allerdings den Schwanz ab. Eine andere Variante will von einem Hund wissen, der in einen Metzgerladen eindrang und dem vom wütenden Metzger daher der Schwanz abgehauen wurde. Der Hundlesbrunnen hat damit einen hohen Identifikationswert für Bretten. Er fand schon früh Verbreitung in Form von Postkarten und verschiedenartiger Souvenirs. |
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| Wohnhaus | Melanchthonstraße 38 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach mit seitlichem, turmartigen Zwerchhausaufbau, Erdgeschoss massiv mit breitem Rundbogentor aus Sandstein, darüber Fachwerk, 1722 (i) errichtet, Eckaufbau nach 1900
Das Gebäude in Ecklage ist wichtiger Bestandteil der überlieferten historischen Bebauung in der Melanchthonstraße und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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| Seitengebäude des ehem. Gasthauses Zum Löwen | Melanchthonstraße 41 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau unter Satteldach, in der Giebelseite Oberlichtportal aus Holz, 18. Jahrhundert
Das Nebengebäude des einstigen Gasthauses Zum Löwen ist ein anschauliches Beispiel für den Fachwerkbau in Bretten im 18. Jahrhundert und hat haus- und stadtbaugeschichtliche Bedeutung. Bemerkenswert ist der hölzerne Oberlichteingang. |
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| Städtisches Krankenhaus | Melanchthonstraße 45 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau unter flach geneigtem Walmdach mit Vorterrasse und Treppenaufgang sowie seitlichen Torpfeilern, Erdgeschoss rustiziert mit Rundbogenfenstern, Obergeschoss mit rustizierten Eckpilaster und gerade verdachten Rechteckfenstern, wichtige Elemente der festen Ausstattung überliefert, um 1870
Das Krankenhaus wurde um 1870 errichtet. Erhalten blieb das vordere Gebäude des Komplexes, das sowohl hinsichtlich der historischen Substanz außen sowie innen anschaulich überliefert ist. Der Krankenhausbetrieb wurde mit dem Umzug in die moderne Rechbergklinik eingestellt. Das Spital ist ein wichtiges Zeugnis der Gesundheitsfürsorge der Gemeinde Bretten im 19. Jahrhundert. Die gestalterisch anspruchsvolle Architektur stellt einen exemplarischen Beitrag zur Baugeschichte des späten Klassizismus in Baden dar, das Innere illustriert bis heute frühere Funktionen und Ausstattungen des Gebäudes. |
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| Wohnhaus mit Uhren- und Glockenturm | Melanchthonstraße 48 (Karte) |
Einachsiger Bau mit Portal und Treppenaufgang, hinter der Traufe kupferverkleideter Turmaufbau mit Schallfenstern, Uhrblatt, Giebeln und Spitzdach, Teil des ehem. Gottesackertores, bauzeitliches Türblatt, innen Wendeltreppe in Holz, Mitte 19. Jahrhundert sechsachsiges Wohnhaus angebaut, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Konsoltrauffries und Satteldach; zweigeschossiges Rückgebäude mit einbezogener Stadtmauer
[s. Stadtbefestigung, Am Leyertor 5] Das stadtbildprägende Gebäude markiert den westlichen Ausgang der Brettener Altstadt, an dem sich das Gottesacker-Stadttor erhob. Das Gebäude entstand nach seinem Abbruch und übernahm mit dem Uhrturm einen Teil der früheren Funktion des Torturm. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein traufständiges Wohnhaus angebaut, ein für den badischen Klassizismus der Zeit charakteristischer Bau. Im Hintergebäude sind Reste der hochmittelalterlichen Stadtmauer erhalten geblieben. Das Anwesen ist damit ein bemerkenswertes Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Manufaktur | Melanchthonstraße 49 (Karte) |
1805 bis 1840 Gasthof Zum grünen Baum, danach Wohnhaus mit Hofanlage, bestehend aus: Manufaktur- und Wohngebäude bzw. Gasthaus (heute Wohn- und Geschäftshaus), zweigeschossiger verputzter Massivbau unter mächtigem Halbwalmdach, kurzer Querflügel und Anbau mit flach geneigtem Satteldach, Gewölbekeller, von Hafnermeister Georg Simon Herzer als Fayencemanufaktur und Wohnhaus errichtet, 1779 (i, d), Um- und Ausbau zum Gasthaus mit Erweiterung um Südflügel, 1804/05 (d), Ausbau westlicher Erdgeschossteil 1825 (a); rückwärtig Scheune, zweigeschossiger Bruchstein- und Fachwerkbau mit flach geneigtem Satteldach, Gewölbekeller; zwei Torpfeiler in Werkstein mit Ziervasenaufsätzen, um 1805
Das Anwesen entstand ursprünglich als Fayencemanufaktur und wandelte sich 1805 zum Gasthof. Es präsentiert seit dem Umbau zur Schildwirtschaft 1805 geradezu modellhaft den Typus eines vormodernen Gasthofs. Die Platzierung der Fremdenherberge in einem großen Anwesen unmittelbar vor dem Stadttor, seine überdurchschnittliche Größe und die Dimensionen des 1805 erweiterten Gasthauses selbst mit zahlreichen Wohnräumen und einem Tanzsaal sowie großen Speicherflächen im Dachbereich und schließlich die aufwendige Vollunterkellerung zeichnen den Bau als halböffentlichen Sonderbau aus. Aufgrund seiner authentischen Überlieferung dokumentiert er die übliche räumliche Konzeption und architektonische Bauweise großer Gasthöfe, die eine Vielzahl von Funktionen zu erfüllen hatten. Die Aufgabe des Gastbetriebs 1840 verhinderte die in anderen Gasthäusern Brettens umfänglich realisierte Modernisierung der Räumlichkeiten, so dass der Bau heute in seinem Überlieferungsgrad Seltenheitswert besitzt. Das Gasthaus Zum grünen Baum leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Typologie frühneuzeitlicher Gasthöfe in Baden. Darüber hinaus markiert die Entstehung des Anwesens als Fayence-Manufaktur im späten 18. Jahrhundert die Anfänge der westlichen Vorstadt von Bretten. Bedeutung kommt dem Gasthof zudem aus Sicht der Sozialgeschichte zu. Als halböffentliche Institution, die auch größeren Feierlichkeiten und Versammlungen Raum bot, spielte sich im Gasthaus Zum grünen Baum während des 19. Jahrhunderts ein Teil des gesellschaftlichen Lebens in Bretten ab. Die frühklassizistischen Torpfeiler, die qualitätvoll gemeißelte Flammenvasen mit Tuchgehängen tragen, dokumentieren den hohen ästhetischen Anspruch und den Wunsch nach Modernität, mit dem der Schildwirt Tauber um 1805 die Verschönerungen an seinem Gasthof vornahm. Nicht zuletzt ist der Baukomplex auch als früher überlieferter Manufakturbau des 18. Jahrhunderts von bau- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung. |
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| Wohnhaus mit ehem. Ökonomie | Melanchthonstraße 50 (Karte) |
Zweiachsiger Wohnbau unter einseitig abgewalmtem Satteldach, massiv und verputzt; schmaler, rückwärtig anschließender Ökonomiebau, zweigeschossig mit später angehobenem, traufseitig mit Kniestock überkragendem Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Kernbau vielleicht älter
Das Anwesen mit spätklassizistischem Wohnhaus dokumentiert die bauliche Erschließung des Bereichs der einstigen Stadtbefestigung nach Aufgabe und Niederlegung der Stadtmauer ab 1812. Es veranschaulicht Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse des 19. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Forsthaus | Melanchthonstraße 60 (Karte) |
Freistehender zweigeschossiger und verputzter Massivbau unter Walmdach, rustizierte Eckpilaster, Konsoltraufgesims, um 1870, geschnitzte Giebelgauben aufgesetzt, Ende 19. Jahrhundert; straßenseitige Einfriedung mit Torpfosten und schmiedeeisernem Staketenzaun; Garten
Der zweigeschossige Massivbau unter hohem Walmdach wurde um 1870 jenseits des ehemaligen Gottesackertors auf einer großen, zuvor unbebauten Parzelle als Forstamt errichtet. Das Äußere ist charakterisiert durch eine strenge spätklassizistische Gliederung. Das Innere wird durch große Räume mit Fußleisten, Füllungstüren und Brüstungstäfer unter den Fenstern geprägt. Den Treppenanfänger ziert ein gedrechselter Pokal. Der Architekt wählte mit dem Klassizismus einen Baustil, der als vornehm, städtisch und kostspielig galt und die hoheitliche Funktion des Gebäudes als Forstamt angemessen widerzuspiegeln vermochte. Der Verzicht auf größere Ökonomiegebäude und die Anlage eines Gartens verdeutlichte die privilegierte Stellung des Amtsinhabers. Der großzügig bemessene, baukünstlerisch gelungene und typologisch charakteristische Bau steht exemplarisch für die Amtsarchitektur der badischen Oberamtsstädte. Als Forstamt der Oberamtsstadt Bretten kommt dem Bau eine besondere stadtgeschichtliche Bedeutung zu. Die Lage vor den Toren der Stadt, an einer der ältesten Ausfallstraßen, ist charakteristisch für ein Forsthaus, dessen Bewohner für außer der Stadt liegende Waldungen zuständig war. Die Verbindung von Amtszweck und Wohnstatt des Amtsinhabers ist wiederum Spiegel des Beamtenverständnisses des 19. Jahrhunderts. |
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| Wohnhaus | Melanchthonstraße 62 (Karte) |
Auch eines Kunstmalers, kleines zweigeschossiges Torfahrthaus unter Satteldach, weitgehend verputzt, Erdgeschoss straßenseitig in Werkstein, vermauerter Ofenstein, 1783 (i), in der Torfahrt illusionistische Malerei mit Pilastern, Bildfeldern mit Landschaften und Stadtansichten, dekorative Kassettendecken etc. (heute verdeckt), errichtet wohl Ende 18. Jahrhundert, Umbau Mitte 19. Jahrhundert, Ausmalung wohl nach Erwerb durch „M[ichael].Bauer.Maler“ (i), um 1900
Das unscheinbare und einfache Torfahrthaus, das im Kern wohl auf 1783 datiert und in ursprünglich bäuerlichem Besitz war, ist charakteristisch für die Bebauung der Vorstadt. 1897 bis 1932 gehörte es dem Kunstmaler Michael Bauer, der mit der Ausmalung der Tordurchfahrt mit Landschaften eine charakteristische Raumgestaltung des späten Historismus schuf. Sie sollte Besucher vom Können des Meisters überzeugen und wirkte damit quasi auch als Werbung. Das Haus ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte und früherer Lebens- und Wohnverhältnisse in der Vorstadt. Durch die Ausmalung der Durchfahrt erhält das Gebäude besondere Bedeutung. |
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| Wohnhaus | Obere Kirchgasse 1 (Karte) |
Zwei- bis dreigeschossiges Giebelhaus in Hanglage unter Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv und verputzt mit Fenstergewänden aus Sandstein, ebenso tlw. 1. Obergeschoss bzw. hangseitiges Erdgeschoss, sonst Fachwerk, über Balkenköpfen vorkragend, einfache Fachwerkformen, traufseitige Erschließung, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das giebelständige Gebäude in ortsbaulich markanter Eck- und Hanglage ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Oberen Kirchgasse und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches einfaches Fachwerk und dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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| Doppelwohnhaus | Obere Kirchgasse 3, 5 (Karte) |
Schmales zweigeschossiges Traufenhaus unter kleinem Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss teils massiv und verputzt, sonst Fachwerk, Obergeschoss kräftiger traufseitiger Vorkragung über Balkenköpfen, traufseitige Erschließung, Ende 18. Jahrhundert
Das schmale Gebäude ist aufgrund der kleinen Grundfläche und der fehlenden Ökonomie wohl als Tagelöhnerhäuschen anzusprechen. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der „kleinen Leute“ in Bretten und ist mit seinem konstruktiven Fachwerk ein charakteristisches Zeugnis der Stadtbaugeschichte in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. |
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| Kurpfälzisches Amtshaus | Obere Kirchgasse 7, 9 (Karte) |
An dem 19. Jahrhundert Amtsgericht, Notariat und Forstamt, stattliche von Walmdächern überfangene Zweiflügelanlage, verputzter, zweigeschossiger Massivbau über hohem Hang- bzw. Kellergeschoss, Gliederung durch pilastergerahmte Mittelrisalite mit Dreiecksgiebel, nach Süden dreigeschossiger, aufwendig gestalteter Treppenturm mit Ecknutungen und Belvedereplattform, Eingangsportal ein profilierten und teils ornamentierten gewänden mit Kopfkonsolen auf Konsolen, zweiflügelige Füllungstüren, im Unterbau Reste des mittelalterlichen Wohnturms, Neubau des Hauptbaus nach Plänen von Jacob Messing und Johann Michael Schwartz anstelle des 1689 zerstörten Stein- bzw. Vogthauses, 1783/84 (a), Westflügel und Turm nach Plänen von Josef Durm, 1887/88 (a); Ehrenhof zur Kirchgasse Ehrenhof mit Einfriedung und Torpfeilern; Stützmauer zur steil abfallenden Südseite samt Terrasse
Das einstige kurpfälzische Amtshaus, nach dem Anfall Brettens an Baden zum Amtsgericht umgenutzt, erhebt sich im Areal des traditionsreichen Verwaltungs- und Herrschaftsmittelpunktes der Stadt. Benahcbart stand die Burg der Grafen von Eberstein, deren Bergfried bis heute im Kirchturm erhalten blieb. Neben der Burg erhob sich das Steinhaus, in welchem die pfalzgräflichen Vögte ihren Sitz hatten. Reste sind in den Substruktionen und dem Gewölbekeller des heutigen Baukomplexes überliefert. So dokumentiert das Amtshaus Herrschafts- und Verwaltungsgeschichte durch die Jahrhunderte. Der bestehende Bau ersetzte den 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörten Vogteisitz. Das Hauptgebäude wurde 1783/84 neu errichtet und ist mit seiner Architektur charakteristisch für den Barock-Klassizismus in der späteren Regierungszeit Kurfürst Karl Theodors. Für die Zwecke des Amtsgerichtes wurde dieser repräsentative, palaisartige Bau um einen Westflügel erweitert und mit dem markanten, das Bild des Baukomplexes maßgeblich prägenden Turmanbau versehen. Diese Gebäudeteile wurden von Josef Durm (1837 bis 1919) entworfen, dem führenden Architekten des späten Historismus in Baden, der einen teils wissenschaftlichen Historismus vertrat, d. h. sich möglichst nah an historischen Vorbildern bewegte. Das trifft auch auf die Erweiterung des Amtsgerichtes Bretten zu, wo er bewusst auf Bauformen des 18. Jahrhunderts zurückgriff, um so den Bestand harmonisch zu ergänzen und doch mit dem Turmbau einen eigenständigen Akzent zu setzen. Die Erweiterung des Amtsgerichts ist ein charakteristisches Werk im Schaffen Durms. Der Baukomplex ist darüber hinaus ein zentrales Zeugnis der Stadt- und Herrschaftsgeschichte Brettens seit dem Mittelalter. |
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| Wohnhaus | Obere Kirchgasse 17 (Karte) |
Zwei- und dreigeschossiges Traufenhaus in Hanglage, Satteldach, Sockelgeschoss zur Unteren Kirchgasse massiv und verputzt, Erdgeschoss zur Oberen Kirchgasse massiv und verputzt, sonst wie Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk, frühes 18. Jahrhundert
Das traufständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Oberen Kirchgasse und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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| Wohnhaus | Obere Kirchgasse 19 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, Sockel- bzw. Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk, frühes 18. Jahrhundert
Das traufständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Oberen Kirchgasse und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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| Dreimärker | Im Rotenreisig (Karte) |
Grenze Ölbronn-Bretten-Ruit; ehemalige Landesgrenze Württemberg-Baden | 105057370 | ||
| Villa Ernst Beuttenmüller mit Garten und Einfriedung | Pestalozziweg 1 (Karte) |
Freistehender zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Walmdach, Mittelrisalit mit Volutengiebel und eingeschossigem Standerker, seitliuch Wintergartenanbau, aufwendiger Sandsteingliederungen u. a. genutete Ecklisenen, im Hauptgiebel das Familienwappen mit Lamm Gottes und Inschrift, im Innern großes Treppenhausvestibül, errichtet nach Plänen des Karlsruher Architekten Hermann Billing, 1899/1900 (a, i)
Der stattliche Villenbau in Formen des Neubarock bringt das Selbstverständnis der Bauherrschaft aus der Fabrikantenelite Brettens in zeittypischer Weise deutlich zum Ausdruck. Für die Planung suchte sich der Unternehmer Ernst Beuttenmüller mit Hermann Billing (1867 bis 1946) einen renommierten Karlsruher Architekten, der zu den wichtigen Vertretern des späten Historismus, aber besonders des Jugendstils und der Reformarchitektur im Baden der Jahre um 1900 zählt. Das Gebäude veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse zu Anfang des 20. Jahrhunderts und belegt, wie in jener Zeit der Barockstil wieder entdeckt und für repräsentative Bauten eingesetzt wurde. Nicht zuletzt ist das Anwesen auch Zeugnis der städtebaulichen Entwicklung Brettens in jener Zeit. |
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| Wasserreservoir HB I und Pumpenhaus | Pestalozziweg (Karte) |
HB I hinter dem Turnplatz auf einer Höhenlage von 191 m mit zwei selbständigen Wasserkammern von je 100 m² Nutzfläche und 2 m Wasserstandtiefe erstellt, Eingangsfront des Wasserreservoirs in Werkstein mit rustizierter Eckquaderung und Rundbogenportal, jüngeres Pumpenhaus stilistisch angepasst mit Brunnennische, 1891 (a), für die Versorgung der Gebäude Heilbronner Straße mit Pumpenhaus versehen, 1930 (a)
Der Hochbehälter und einem jüngeren, stilistisch angeglichen Pumpenhausanbau ist wichtiges Zeugnis für die Geschichte der Wasserversorgung und ihrer technischen Entwicklung in Bretten. Das Eingangsbauwerk zeigt eine für die 1890er-Jahre zeittypische Architektur in Neurenaissanceformen, der das 39 Jahre jüngere Pumpenhaus stilistisch angeglichen wurde. Entsprechend der Bedeutung der Wasserversorgung erhielten technische Funktionsbauten wie dieser eine anspruchsvolle Gestaltung. |
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| Wohnhaus | Pfluggasse 8 (Karte) |
Zweigeschossiges, traufständiges Torfahrthaus unter Satteldach, über niedrigem Bruchsteinsockel in Fachwerkbauweise, Erdgeschoss mit eingezogener Ecke, profilierte Haustürrahmung mit aufgedoppeltem Türblatt, erbaut für Jacob und Barbara Grilo, 1718 (i)
Das traufständige Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse jener Bürgerschicht, die von der Landwirtschaft lebte - ein wichtiger Erwerbszweig im vormodernen Bretten. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und dokumentiert den Wiederaufbau der Stadt nach der Brandzerstörung durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Seltenheitswert hat das überlieferte bauzeitliche Türblatt in einem profilierten hölzernen Türgestell. |
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| Wohnhaus | Pforzheimer Straße 5 (Karte) |
Dreigeschossiges, weitgehend verputztes Giebelhaus unter Krüppelwalmdach mit kleinem traufständigen Anbau, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Geschossvorkragungen, teils über Balkenköpfen, im Giebel freiliegend und mit Zierformen, Wappen und Inschrift, zweitversetzt, 1698 (a)
Das stattliche Gebäude zählt zu den frühen Wiederaufbauten Brettens, das im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 von den Franzosen niedergebrannt wurde. Es zeigt daher ein für diese Wiederaufbauphase charakteristisches Sicht- bzw. Zierfachwerk. Das Haus veranschaulicht mit seinen Dimensionen gehobenere frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der regionalen Zimmermannskunst um 1700 wie auch der Stadtbaugeschichte. |
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| Wohn- und Gasthaus | Pforzheimer Straße 16 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufeneckhaus, Massivbau mit rustiziertem Erdgeschoss, Obergeschoss verputzt mit Sandsteingliederung, Gauben und Zwerchhaus mit Zierfachwerk, figürlich beschnitzter Eckständer als Spolie vom Vorgängerbau, 1713 (i), erbaut für August Melter, 1903 (i)
Das stattliche Bau in Ecklage ist mit seiner Architektur ein charakteristisches Beispiel für den späten Historismus um 1900. Mit einer Ablehnung an Formen der deutschen Renaissance suchte man einen als altdeusch empfundenen Eindruck zu schaffen. Dazu passt die Übernahme der figürlich beschnitzten barocken Eckstütze vom Vorgängerbau. Diese Pfosten mit Darstellung von Männern, die Schilde mit Initialen oder gar Handwerkszeichen tragen, sind Brettener Spezialität in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts. |
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| Wohnhaus | Pforzheimer Straße 24 (Karte) |
Kleines zweigeschossiges Giebelhaus unter Satteldach, Erdgeschoss weitgehend massiv, darüber Fachwerk, symmetrische Figuren, im 18. Jahrhundert, jüngere Ladeneinbauten
Das schmalbrüstige giebelständige Gebäude ist wichtiger Bestandteil der historischen Bebauung in der Pforzheimer Straße und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse bürgerlicher Unterschichten. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk und dokumentiert den Wiederaufbau Brettens nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. |
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| Wohnhaus | Pforzheimer Straße 26 (Karte) |
Großes zweigeschossiges Eckgebäude, Satteldach mit Aufschiebling, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Oberschoss über Balkenköpfen und Profilschwellen, Giebelgeschosse über Profilschwellen vorkragend, symmetrische reiche Zierfachwerkfiguren, Eckständer mit gedrehter Säule, erbaut für Nicolaus Lohr (i), Ende 17. Jahrhundert
Das mit hohem gestalterischen Anspruch errichtete Gebäude zählt zu den qualitätvollsten Fachwerkbauten des späten 17. Jahrhunderts in Bretten. Es ist ein charaktervoller Bau der Frühbarockzeit und zählt zu den frühen Wiederaufbauten nach der Brandzerstörung der Stadt durch die Franzosen 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein hauskundlich bemerkenswertes Zeugnis der regionalen Zimmermannskunst um 1700. |
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| Schalthaus | Pforzheimer Straße 48 (Karte) |
Zweischiffiger, gestaffelter Langbau mit überhöhtem Kopfbau, flachgedeckt,er verputzter Stahlbetonbau Fassaden von vertikalen Gliederungssystemen bestimmt, darunter kannelierte Eckpilaster und geschossübergreifende Fensterstege, 1923/24 (a)
Das Schalthaus ist heute das älteste erhaltene Zeugnis der Elektrizitätsversorgung der Stadtgemeinde Bretten. Im Zuge der Anlage des Industriegebiets 1923/24 entstanden, dokumentiert es die zentrale Rolle der Elektrizität für die wirtschaftliche Entwicklung der Zwischenkriegszeit. Der historische Kernbau wurde mit hohem Aufwand an architektonischer Durchgliederung und ingenieurstechnischer Planung realisiert. Die klassizistische Stilwahl, deren Formen und Motive auf antike Bauwerke und deren erhabene Aura abzielen, dokumentiert die ausgesprochen hohe Wertschätzung, die den Bauwerken der Elektrizitätsversorgung in den 1920er-Jahren zuteil wurde. Es handelt sich dabei nicht um einen Serienentwurf, sondern eine individuelle Planung für Bretten. Auch typologisch stellt der neuklassizistische Bau eine Ausnahme dar; wesentlich verbreiteter sind Schalthäuser und Umspannstationen im Heimatschutzstil, dessen historisierende Qualitäten gegen die Technisierung der Landschaft eingesetzt wurden. Das Bauwerk ist sowohl strukturell (Fassadengliederung, Grundrisse) als auch im Detail (originale Stahltüren, Eisensprossenfenster, Treppengeländer etc.) authentisch überliefert und daher in besonderem Maße als Zeitzeuge und historische Quelle geeignet. |
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| Ev. Pfarramt der Melanchthongemeinde und Dekanat | Promenadenweg 27 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit voluminösen Mansardwalmdach, Zwerchhaus mit vorgelegtem gerundetem Standerker und zweigeschossigem Seitenrisalit, im Eck kleine Eingangsloggia, 1912 (a); Garten und Einfriedung
Das Gebäude wurde als Pfarrhaus der evangelischen Melanchthongemeinde errichtet. In zeittypischer Weise ist das Gebäude als bürgerlicher Villenbau gestaltet und zeigt damit auch einen Wandel in der Architektur von Pfarrhäusern seit dem späteren 19. Jahrhundert an. Diese waren zuvor aufgrund ihrer Gestaltung noch deutlich als Sonderbauten innerhalb von Orts- und Stadtbildern auszumachen. Nun wurde das Pfarrhaus zur Villa. Mit seiner Kubatur und seiner Gestaltung ist es charakteristisch für die Bestrebungen der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert in bewusster Abkehr vom späten Historismus. Als Verwaltungssitz der traditionsreichen Kirchengemeinde ist es Zeugnis der Brettener Konfessionsgeschichte. |
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| Gedenkstein für kath. Stadtpfarrer und Dekan Jacob Mühlhäusser | Promenadenweg 31 (Karte) |
Den Begründer der Kleinkinderarbeit in Bretten, aufgesockelte Stele über quadratischem Grundriss mit Dachabschluss, Stirnflächen spitzbogig mit Widmungsinschriften, in den Zwickeln Blattwerk in Jugendstilformen, geschaffen als Grabstein, gestiftet von der Diözese Freiburg, 1848 (i), umgearbeitet und vor dem neuen Kindergarten platziert, 1913 (a)
Der Gedenkstein vor dem Kindergarten erinnert an den katholischen Brettener Stadtpfarrer und Dekan Jacob Mühlhäusser (1797 bis 1848), der sich um die frühe pädagogische Bildung von Kleinkindern verdient gemacht hatte. Er diente ursprünglich als Grabmal und wurde 1913 vor dem Kindergarten aufgestellt. Der neugotische Gedenkstein erhielt damals auch einen neuen Abschluss in gotisierenden Jugendstilformen. Er ist Zeugnis der Brettener Gedenkkultur und Stadtgeschichte. |
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Kath. Kirche St. Laurentius | Promenadenweg 49 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit angeschobenem niedrigen Seitenschiff und eingezogenem halbrunden Chor, Turm an der Südseite mit gelängter Zwiebelhaube, seitlich Anbauten u. a. Sakristei, im Inneren Saal mit gestfter Decke und Holzbindern, nördlich schmales Seitenschiff hinter Rundbogenarkaden, Chor mit Stichkappengewölbe (Ausmalung 1987), teils bauzeitliche Ausstattung, teils ältere Stücke, erbaut nach Plänen des erzbischöfliche Oberbaurats Hermann Graf, 1936 bis 1938 (a)
Die katholische Stadtpfarrkirche St. Laurentius erhebt sich in städtebaulich prägnanter Lage leicht erhöht gegenüber der Altstadt und bildet das optische Gegenstück zur evangelischen Stadtkirche, die 1697 bis 1936 von den Katholiken simultan mitgenutzt wurde. Der dortige katholische Kirchenteil wurde aber im Lauf des 19. Jahrhunderts zu klein geworden. Die Gemeinde erwarb daher schon 1910 einen Bauplatz für einen Neubau, doch verzögerten der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die Finanznöte der 1920er-Jahre eine Umsetzung des Vorhabens. Erst 1936 bis 1938 konnte dieses umgesetzt werden. Es entstand ein zeittypischer Sakralbau in traditionalistisch konservativen Formen, der sich grob an romanischen Vorbildern orientiert, wie es im katholischen Kirchenbau der NS-Zeit üblich war. Zeittypisch für den Kirchenbau der 1920er- bis frühen 1950er-Jahre, gleich welcher Konfession, ist die Staffeldecke des Langhauses mit den hölzernen, handwerklich gearbeiteten Unterzügen. Die katholische Pfarrkirche ist ein charakteristisches Zeugnis der Sakralarchritektur im 2. Viertel des 20. Jahrhunderts und hat stadt- und konfessionsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wegkreuz | Apothekergasse (Karte) |
Sandstein-Kruzifix auf halbrundem Sockel, Typus Christus thriumphans mit gerade gestreckten Armen, nicht überkreuzten Füßen und Suppedaneum, um 1900, vermutlich urspr. anderer Aufstellungsort
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität im seit der Barockzeit teils katholisch geprägten Bretten. |
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| Sog. Bosche’sches oder Unifranck-Kreuz | Reuchlinstraße (Karte) |
Wegkreuz, hohes Sandsteinkruzifix mit altarartigem Tischsockel, aufwendige Bildhauerarbeit Sockel mit Kartuschen und Engelsvoluten sowie Inschriften, am Kreuzstamm Bandlwerk und Inschrift, gestiftet 1741 (i), ehemals Aufstellung nahe des Friedhofs bei der ehem. Zichoriendarre, später Unifranckstraße
Das aufwendig gestaltete Wegkreuz ist ein qualitätvolles Beispiel für die Bildhauer- und Steinmetzenkunst der Barockzeit. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ist Zeugnis der seit dem späteren 17. Jahrhundert teils katholischen Prägung Brettens. Mit dem Tischsockel verweist das Wegkreuz auf die Nutzung als Station im Wege von Prozessionen und Bittgängen. |
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| Wohnstallhaus (heute Wohn- und Geschäftshaus) | Schlachthausgasse 2 (Karte) |
Dreiseitig freistehender, zweigeschossiger Bau in Hanglage mit Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv und verputzt mit Eckquaderung, von der unteren Traufseite erschlossen, Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk, über Balkenköpfen vorkragend, im Eckständer Figurennische, 1748 (i)
Das Gebäude in städtebaulich markanter Kopflage ist ein anschauliches Beispiel für die barockzeitlichen Wohnbauten Brettens. Die Nische für eine Heiligenfigur weist auf einen katholischen Bauherrn in der damals bikonfessionellen Stadt hin. Als Wohnstallhaus dokumentiert das Gebäude dabei die teils landwirtschaftliche Prägung des Brettener Erwerbslebens in der Vormoderne. Es ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Schwarzerdhof | Schwarzerdhof 1 (Karte) |
Gutshof [§ 2], Dreiseithof, bestehend aus: Einhaus, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und Zwerchhaus, traufseitige Erschließung; Remise, eingeschossiger Bruchsteinbau mit Satteldach und Durchfahrt; Melkerhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach; daran angeschlossen Pferdestall und Alter Stall mit Scheune, langgestreckter verputzter Massivbau mit Satteldach und Fachwerkgiebel; östlich zwei kleine einzelne Nebengebäude, verputzte Massivbauten mit Walmdächern und Vorhallen; Hoffläche; erschlossen von einer axial zulaufenden Auffahrt, errichtet für den Kollektor Johann Adam Raber, 1795 bis 1817 (a); zwei jüngere, die Auffahrt flankierende Ökonomiegebäude [P], verbretterte Holzkonstruktionen mit Satteldächern
Die außerhalb Brettens gelegen große Hofanlage ist charakteristisch für herrschaftlichen Gutshöfe in der fruchtbaren Hügellandschaft des Kraichgaus. Die umfangreiche, herrschaftlich wirkende Anlage wurde zwischen 1795 und 1808 für den Kollektor Johann Adam Raber angelegt, einen kurpfälzischen, dann badischen Beamten, und befand sich 1832 bis 1892 im Besitz der Paravicini, der angesehensten Brettener Familie. Solche großen Hofanlagen wurden mit Unterstützung und auf Betreiben noch unter der Regierung des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz geplant, um weiter von den Siedlungen entfernte Gebiete für die Landwirtschaft fruchtbar zu machen und so die Agrarerträge und damit nicht nur die Versorgung der Bevölkerung zu steigern, sondern auch die Staatseinnahmen. Umgesetzt wurden diese Programme allerdings weitgehend erst in badischer Zeit nach 1806. Die Hofanlage ist daher ein wichtiges Zeugnis der Siedlungs- und Agrargeschichte des Kraichgaus. |
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| Kath. Pfarrhof (heute Diakonisches Werk) | Steingasse 1 (Karte) |
Bestehend aus: Pfarrhaus, mächtiger zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Halbwalmdach, kräftig profilierte Traufgesimse, traufseitige Erschließung, Hauseingang mit Oberlicht, erbaut nach Plänen Franz Wilhelm Rabaliattis durch Jacob Messing, 1781/82 (d, a); Remise, etwas jünger; Pfarrgarten, Torweg und Einfriedungsmauer; im Pfarrgarten Sandsteinrelief der Madonna
Der einstige katholische Pfarrhof entstand infolge des Neubaus des katholischen Teils der Stadtkirche und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eine katholischen Stadtgeistlichen der Barockzeit. Entworfen wurde der Bau von dem bedeutenden kurpfälzischen Baumeister Franz Wilhelm Rabaliatti (1714 bis 1782). Er belegt damit das umfangreiche Schaffen des Architekten, der nicht nur an repräsentativen Großbauten tätig war, sondern zahlreiche landesherrliche Bauten plante. Das Pfarrhaus ist dabei mit seiner Kubatur wie auch seiner einfachen Gestaltung charakteristisch für solche Bauten in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Anwesen ist als einstiger Verwaltungsmittelpunkt der seit dem späteren 17. Jahrhundert wieder existenten katholischen Gemeinde von stadt- und konfessionsgeschichtlicher Bedeutung. |
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Jüdischer Friedhof mit Einfriedung | Windstegweg (Karte) |
Zugangstreppe und Grabstelen sowie Baumbestand, bezeichnet im Portalpfeiler, 1888, etwa 100 Grabmale
Der Friedhof dokumentiert die jüdische Geschichte Brettens im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Eine jüdische Gemeinde lässt sich in Bretten seit dem 14. Jahrhundert nachweisen. Einen eigenen Friedhof durften die Brettener Juden allerdings erst 1888 anlegen, zuvor wurden ihre Toten auf dem Verbandsfriedhof von Waibstadt beigesetzt. Der Begräbnisplatz ist wichtiges Zeugnis der jüdischen Begräbniskultur und hat stadt- und konfessionsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Reformiertes Pfarr- und Inspektionshaus der Kircheninspektion (heute Stadtbibliothek) | Untere Kirchgasse 5 (Karte) |
Freistehender zweigeschossiger und verputzter Massivbau unter Halbwalmdach, mächtiger Gewölbekeller, Fenster in Ohrengewänden, giebelseitig rundbogiger Kellerzugang, traufseitige Hauserschließung in Ohrengewände mit Oberlicht, mit Inschriftplaktette, bauzeitliches Türblatt, 1753 (i)
Das stattliche Gebäude diente als Pfarr- und Inspektionshaus, d. h. Sitz der Kircheninspektion, der reformierten Kirchengemeinde Brettens. Es ist mit seiner Kubatur und Gestaltung charakteristisch für Bauten dieser Art in der Zeit des Barock. Bemerkenswert ist das original überlieferte bauzeitliche Türblatt mit historischem Schloss, beide anschauliche Zeugnisse frühneuzeitlichen Handwerks. Das Gebäude hat als einstiger Verwaltungssitz der reformierten Gemeinde wichtige stadt- und Konfessionsgeschichtliche Bedeutung für das seit dem 17. Jahrhundert multikonfessionell geprägte Bretten. |
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Ev. Kreuzkirche | Untere Kirchgasse 8 (Karte) |
Ehem. lutherische Kirche, massiver verputzter Saalbau aus Bruchstein in Hanglage, eingezogener Polygonalchor, Giebelturm, südlich Sakristeianbau über Keller, Langhaus mit Mansarddach, Chor mit abgewalmtem Satteldach, Eckquaderungen und Strebepfeiler in Sandstein, teils vierpassförmige Fenster, traufseitiges, ornamental gestaltetes Portal mit Bauinschrift, im Inneren flach gedeckt, im Chor Deckengemälde mit Scheinarchitektur von Bartholomäus Brandmeier, Bruchsal, 1741, zweiseitig umlaufende Empore mit Apostel- und Prophetendarstellungen an den Brüstungen sowie Abendmahlbild am Altar von Johann Jakobus Geitlinger, 1746, Kanzel und Reformatorentryptichon, Barockorgel von Philipp Heinrich Hasenmeyer, 1747, errichtet 1687 (i), nach Brandzertsörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 (a) Wiederaufbau 1702 (a), Instandsetzung nach Beschädigung im Zweiten Weltkrieg, 1952 bis 1957 (a)
Die evangelische Kreuzkirche, einst die lutherische Kirche, erhebt sich markant im Stadtbild in leichter Hanglage. Die Reformation wurde in Bretten unter Kurfürst Ottheinrich 1556 eingeführt, doch schon unter seinem Nachfolger wandte sich die Kurpfalz dem reformierten Bekenntnis zu. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielten die Lutheraner in dem nun multikonfessionellen Bretten wieder ein eigenes Gotteshaus. Nur zwei Jahre nach Erbauung wurde es bei der Zerstörung der Stadt durch die Franzosen im Pfälzischen Erbolgekrieg niedergebrannt und musste bis 1702 wiederaufgebaut werden. Die Grundform orientiert sich in nachgotischer Form an spätmittelalterlichen Kirchenbauten, wie das Langhaus mit dem eingezogenen Polygonalchor ausweist, der offenbar ursprünglich gewölbt war oder gewölbt werden sollte, wie die Strebepfeiler belegen. Das Innere präsentiert sich als charakteristischer lutherischer Kirchenraum der Barockzeit und erhielt in den 1740er-Jahren weitgehend eine neue barocke Ausstattung. Zeittypisch sind die Emporenbilder, während den Chorraum eine gemalte Scheinarchitektur ziert. Deutlicher Verweis auf die lutherische Konfession ist das Reformatorenbild, das neben Martin Luther auch den geborenen Brettener Philipp Melanchthon zu beiden Seiten des Gekreuzigten zeigt. Die Kreuzkirche ist ein zentrales Zeugnis der Brettener bzw. kurpfälzischen Konfessionsgeschichte in der Frühen Neuzeit und beispielhaft für einen lutherischen Kirchenbau und seine Ausstattung im 17. und 18. Jahrhundert. |
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| Gehöft | Weißhofer Straße 2 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, 1834 bis 1938 Gasthaus Zum Rebstock, breites zweigeschossiges und verputztes Gebäude mit hohem Satteldach,einseitig kräftiger Aufschiebling mit profiliertem Traufgesims, massives Erdgeschoss über zwei Gewölbekellern, darüber Fachwerk, Giebel mit Geschossvorkragungen und verdecktem Zierfachwerk, Grundrissstruktur und Teile der historischen Ausstattung überliefert, Keller teils mittelalterlich, Neubau nach Brandzerstörung Brettens im Pfälzischen Erbfolgekrieg, 1690 (d), Umbauten um 1835/40 (a); rückwärtig zur Wassergasse mächtige Bruchsteinscheune unter Halbwalmdach, 18. Jahrhundert
Die Hofanlage ist charakteristisch für die teils landwirtschaftliche Prägung der Stadt Bretten in vormoderner Zeit. Sie dokumentiert dabei den Wiederaufbau der Stadt nach der Brandzerstörung durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689. Das stattliche, giebelständige Wohnhaus zählt zu den frühen gesicherten Neubauten unmittelbar nach der Katastrophe. Die aus gelben Bruchstein gemauerte Scheune stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert, worauf Kubatur und Fensterformen verweisen. Zusammen bilden Wohnhaus und Scheune eines der ältesten Gehöfte der Kernaltstadt. Im Innern des Wohnhauses sind die Grundrissstrukturen und Teile der festen Ausstattung erhalten. Die noch landwirtschaftlich geprägte Disposition der Hofstelle, die funktionale Aufteilung des Wohnhauses und die feste Ausstattung dokumentieren die Lebensweise früherer Generationen aus einer weit zurückliegenden Zeitspanne vom 17. bis ins späte 19. Jahrhundert. Für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Kraichgaus ist das Gehöft von historischer Bedeutung. Das markante Giebelhaus ist in hohem Maße prägend für eine der wichtigsten Straßen der Altstadt. Als eines der ältesten Gehöfte der Stadt ist es ein maßgebliches Dokument der Stadtbaugeschichte und kann überdies Seltenheitswert in Anspruch nehmen. Die in weiten Teilen bauzeitlich überlieferte Fachwerkkonstruktion und der Dachstuhl sind von Bedeutung für die Hausforschung. Als zeitweiliges Wirtshaus hat das Gebäude darüber hinaus stadtgeschichtliche Bedeutung. |
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| Gasthof Zum Ritter St. Georg | Marktplatz 11; Sporgasse 8 (Karte) |
1770 bis 1869 Posthalterei, bestehend aus: Gasthaus, zweigeschossiges verputztes Traufenhaus unter Walmdach, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, seitlich Durchfahrt zum Hof mit Obergeschoss unter Satteldach, über dem Eingang Wappen der Paravicini, jüngere Inschrifttafel: „In diesem Hause rastete Schiller auf seiner Flucht von Stuttgart nach Mannheim 18.IX.1782“, Gewölbekeller, errichtet 1701/02 (d) Aufstockung 1834 (d); rückwärtig Scheune, Bruchsteinbau mit einseitig abgewalmtem Satteldach und großem Rundbogenportal, Gewölbekeller, 1835 (d)
Der große Baukomplex am Marktplatz mit rückwärtiger Scheune zur Sporgasse und Hofdurchfahrten veranschaulicht einen großen innerstädtischen Gasthof mit Poststation der Vormoderne. Er ist in charakteristischer Weise zentral am Hauptplatz gelegen. Das Vorderhaus dokumentiert dabei den Wiederaufbau der 1689 von den Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg niedergebrannten Stadt. Als historischer Gasthof mit der 1770 eingerichteten und bis 1869 in Betrieb befindlichen Posthalterei ist der Ritter St. Georg ein wichtiges Zeugnis der Brettener Stadt-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. dem Veltlin stammenden Familie Paravicini, die im 17. Jahrhundert als calvinistische Glaubensflüchtlinge in die Kurpfalz gekommen waren. Bedeutung erhält er auch durch den Aufenthalt des Dichters Friedrich Schiller (1759 bis 1805), der hier auf seiner Flucht aus Stuttgart nach Mannheim Zwischenstation machte. Darauf verweist eigens eine Gedenktafel. |
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| Stadtkasse | Weißhofer Straße 1, 3 (Karte) |
Später Stadtbauamt, repräsentatives zwei- bis dreigeschossiges Eckgebäude, Satteldächer, eines mit einseitigem Krüppelwalm, Treppengiebel, hohes Erdgeschoss aus Sandsteinquadern mit großen Spitzbogenfenstern, verputztes Obergeschoss mit Doppelfenstern und polygonalem Eckerker, 2. Obergeschoss in Zierfachwerk mit geschnitztem Eckständer und vorkragenden Giebelgeschossen, rückseitig durch Steingiebel, Wappen mit Bauinschrift, Hauseingang in Stabwerkgewände mit reichem floralem Reliefschmuck und Oberlicht, 1902 (i)
Das in städtebaulich markanter Ecklage stehende Gebäude der einstigen Stadtkasse ist ein anschauliches und qualitativ hochwertiges Beispiel eines Kommunalbaus der Jahre um 1900. Die Architektur mit Reminiszenzen an Spätgotik und deutsche Renaissance ist charakteristisch für den späten Historismus, der gerne auf einheimische Bau- und Gestaltungstraditionen zurückgriff. Einzelne Elemente, wie der Blumenschmuck des Eingangsportals, verweisen auf den zeitgenössischen Jugendstil. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbau- und kommunalen Verwaltungsgeschichte Brettens in der Zeit des wilhelminischen Kaiserreichs. |
102591564 | ||
| Wohnhaus | Weißhofer Straße 4 (Karte) |
Vielleicht Zunfthaus, zweigeschossiges verputztes Traufenhaus aus Fachwerk mit Satteldach und profiliertem Traufgesims, beschnitzter Eckständer, Darstellung einer männlichen Figur mit Perücke und breitem Hut, vor sich Kartusche mit Spaten und Schnittmesser sowie Initialen E H F D G M AY, darüber Wappen der Bäckerzunft, 1710 (i)
Das traufständige Gebäude dokumentiert den allmählichen Wiederaufbau der durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 niedergebrannten Stadt. Es zeigt ein für die Brettener Fachwerkbauten der Barockzeit spezifisches Charakteristikum auf: einen figürlich beschnitzten Eckständer mit Darstellung eines Herrn in zeitgenössischer Gewandung und mit Zunftzeichen der Gerber sowie der Bäcker. Das Gebäude könnte daher ein gemeinsames Zunfthaus gewesen sein. Die Gerberei spielte für das vormoderne Erwerbsleben der Stadt eine zentrale Rolle. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte. |
102593668 | ||
| Wohnhaus | Weißhofer Straße 12 (Karte) |
Dreigeschossiger, giebelständiger Bau unter Satteldach, Erdgeschoss massiv und verpuutzt, draüber teils reiches Zierfachwerk mit beschnitzten Fenstererkern, Geschossvorkragungen über Balkenköpfen, Schwellen mit geschnitzten Eselsrücken, im 1. Obergeschoss vielfältige Zierfiguren, dreifach stehender Pfettendachstuhl, zwei tiefe Gewölbekeller, wohl 1553 (i), Gefügeumbauten 18. Jahrhundert
Das stattliche Giebelhaus in markanter Ecklage dürfte im Kern zu den ältesten überlieferten Fachwerkbauten der Stadt zählen und hat offenbar die Brandzerstörung durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 weitgehend unbeschadet überstanden. Darauf deutet nicht nur das für die Renaissancezeit in der Region charakteristische Zierfachwerk im 1. Obergeschoss hin, sondern auch ein an einer Schwelle im 2. Obergeschoss überlieferte - allerdings deutlich jüngere Bauinschrift -, die das Haus auf 1553 datiert. Die Fachwerkformen passen dabei stilistisch durchaus in die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das übrige Fachwerk zeigt einen durchgreifenden Gefügeumbau, wie er für das 18. Jahrhundert charakteristisch ist. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis für die Entwicklungen im frühneuzeitlichen Fachwerkbau in Bretten und Zeugnis der Stadtbau- und Hausgeschichte. |
98395410 | ||
| Gast- und Wohnhaus mit Glockentürmchen am Obertor (Pendant zu Melanchthonstraße 48) | Weißhofer Straße 39 (Karte) |
Zweigeschossiges massives und verputztes Torfahrthaus mit Satteldach, Korbbogentor mit Keilstein, 1824 (i), Umbau1950er-Jahre; zugehörig Zwischenflügel, ehem. Pinselfabrik Müller, bis 1969 in Betrieb, zweigeschossiger verputzter Massivbau in Hanglage mit Mansarddach, 1901 (a)
Das durch sein Glockentürmchen im Stadtbild auffällige traufständige Gebäude aus der zeit des Klassizismus markiert den östlichen Zugang zur einst ummauerten Altstadt und bildet gestalterisch und wohl auch funktional das Gegenstück zum Haus Melanchthonstraße 48. Es dokumentiert die Stadtbauentwicklung in großherzoglich-badischer Zeit und veranschaulicht biedermeierliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Rückwärtig verweist das Fabrikgebäude der einstigen Pinselfabrik Müller auf die Industrialisierungsgeschichte Brettens. Das unter dem Einfluss der Heiamatschutzbewegung errichtete Gebäude zeigt eine authentische Überlieferung ohne wesentliche Umbauten. Baudetails wie die historischen Fenster mit zierlichen Sprossen und das hölzerne Treppenhaus mit gedrechselten Staketen dokumentieren eine vergleichsweise anspruchsvolle Ausstattung. Der zeittypische Bau der Pinselfabrik erinnert an ein Gewerk, das sich in Bretten ausschließlich in der Weißhofer Straße angesiedelt hat (neben Müller die Firma Kolb & Engel in Weißhofer Straße 38 und der größte Hersteller C. v. Molitor in der Weißhofer Straße 65), und ist der einzige, der den Strukturwandel des 20. Jahrhunderts substantiell überdauert hat. |
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| Johann-Peter-Hebel-Schule | Weißhofer Straße 45 (Karte) |
Ehem. Volksschule, Schiller- und Friedrichschule, mehrteilige Anlage, bestehend aus:
Der Hauptbau der alten Volksschule war der erste große städtische Schulneubau Brettens im 19. Jahrhundert und zeigt die für die Jahrhundertmitte charakteristische Formensprache des romantischen Klassizismus, der die damalige Architektur im Großherzogtum Baden prägte. Zwei Eingangsportale verweisen auf die Trennung in einen Knaben- und einen Mädchenteil. Vor der Schule verweist eine historistische Statue des berühmtesten Sohnes der Stadt, Philipp Melanchthon, auf die christlich, besonders evangelischen geprägten Bildungsideale. Die 1910 errichtete Erweiterung dokumentiert anschaulich die gewandelten Vorstellung im Schulbau wie auch der Erziehung im frühen 20. Jahrhundert, die damals im Zeichen der Reformpädagogik stand. Der barockisierende Baukomplex mit Jugendstilelementen ist ein charakteristisches Beispiel für den Schulbau der sog. Reformarchitektur der Epoche. Dazu gehörte eine kindgerechte Gestaltung und die Veredelung durch ansprechende Kunst, wie den Trinkwasserbrunnen mit Mädchenfigur in der Loggia. Die qualitativ jeweils in ihrer Epoche anspruchsvoll gestalteten Schulbauten sind wichtige Zeugnisse der Stadtbau- und Bildungsgeschichte Brettens in badischer Zeit. |
102594119 | ||
| Großherzogl. Domänenverwaltung | Weißhofer Straße 47 (Karte) |
Später Finanzamt (heute Polizeigebäude), dreigeschossiger verputzter Massivbau unter Walmdach, umlaufendes Gurtband, einfache Fenster- und Türgewände Erschließung über zweiläufige Freitreppe, um 1840, aufgestockt 1936 (a); westlich Nebengebäude , eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, im Giebel Halbrundfenster, um 1840
Das Verwaltungsgebäude, bis 1936 nur zweigeschossig, ist mit seiner Gestaltung charakteristisch für die klassizistischen Verwaltungsbauten im Großherzogtum baden der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und sichtlich beeinflusst von der Bauschule Friedrich Weinbrenners. Es dokumentiert den Ausbau Brettens zum Verwaltungszentrum des badischen Bezirksamts und diente der Verwaltung der großherzoglichen Güter. Das Nebengebäude, eines von ursprünglich zwei, dokumentiert die Prägung solcher noch vormodernen Verwaltungssitze als Hofanlage, waren sie doch in der Regel auch Wohnsitz der zuständigen Beamten. Nicht zuletzt veranschaulicht der Baukomplex auch die städtebauliche Entwicklung Brettens in der Biedermeierepoche. Er ist damit Zeugnis der Verwaltungs-, Landes- und Stadtbaugeschichte. |
102594453 | ||
| Oberrealschule | Weißhofer Straße 48, 50 (Karte) |
Heute Melanchthon-Gymnasium, repräsentativer zweigeschossiger verputzter Massivbau über H-förmigen Grundriss mit flach geneigtem Walmdach, reiche Gliederung durch rustizierte bzw. ornametierte Ecklisenen und Konsolkranzgesims sowie Sohlbank- und Geschossgesimse, rundbogiges Eingangsportal in aufwendiger Rahmung, errichtet nach Entwirf vomn Wilhelm Lößlin, Bruchsal, 1875/76 (a); östlich Turnhalle in Hanglage, langgestreckter Sandsteinquaderbau mit Staffelgiebel und Satteldach, giebelseitig Eingangsrisalit, hohes Sockelgeschoss in bossiertem rotem Sandstein, Oberbau in gelblichem Sandstein mit Gliederung durch Lisenen und Bänder, 1890 (i)
Die Entwicklung Brettens im Lauf des 19. Jahrhunderts, das Bevölkerungswachstum und neue Anforderungen von Seiten einer sich zunehmend industrialisierenden Gesellschaft machten neue, berufsvorbereitende Bildungseinrichtungen und damit neue Schulbauten notwendig. So kam es 1875/76 zum Bau der Oberrealschule, die ein anschauliches Beispiel für die Schularchitektur der Gründerzeit im Großherzogtum Baden ist. Zeittypisch sind die Bezugnahme auf Formen der italienischen Renaissance und die Gestaltung durch verschiedenfarbige Baumaterialien wie roter Sandstein für den Sockel und hellgebler Sandstein für die Schmuckglieder des Oberbaus, die wiederum zu den Putzflächen der Wände kontrastieren. Die repräsentative Gestaltung belegt die gestiegene Bedeutung von Schulen als kommunaler Bauaufgabe in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1890 wurde die Schule um eine Turnhalle erweitert, spielte doch das Turnen als Teil einer durchaus auch paramilitärisch gedachten Erziehung besonders der Knaben im wilhelminischen Kaiserreich eine wichtige Rolle. Die einstige Oberrealschule ist damit wichtiges Zeugnis der Stadtbau- wie auch der Bildungsgeschichte Brettens in der Gründerzeit. |
102594567 | ||
| Korkfabrik | Weißhofer Straße 58 (Karte) |
Zweigeschossige Hofanlage, bestehend aus: straßenseitigem Fabrikantenwohnhaus, Torfahrthaus, verputzter Massivbau mit Satteldach, Gurtband und seitlicher Durchfahrt zum Hof, teils hochwertige Ausstattung mit Schnitzwerk, Deckenmalerei, Wandkacheln und Täfer, erbaut um 1850, Ausstattung um 1890; rückwärtig dreiflügelig angelegte Ökonomie- und Produktionsgebäude um kleinen Hof, verputzte Fachwerk- und Massivbauten mit Satteldächern, Mitte 19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert das städtebauliche Wachstum Brettens um die Mitte des 19. Jahrhunderts und beherbergte spätestens zu Ende des 19. Jahrhunderts in den Ökonomiebauten eine Korkfabrik. Das spätklassizistische Vorderhaus ist mit seiner seitlichen Durchfahrt charakteristisch für die Torfahrthäuser badischer Kleinstädte und Landgemeinden und tradiert Formen barockzeitlicher Modellhäuser in die Biedermeierzeit. Eine anspruchsvolle und reiche Ausstattung des späten Historismus, entstanden um 1890, veranschaulicht das Selbstbewusstsein und Repräsentationsbedürfnis des erfolgreichen Fabrikbesitzers und Unternehmers. Die einstige Korkfabrik ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadtbau-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Brettens. |
101121448 | ||
| Wohnhaus | Weißhofer Straße 68 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau unter Mansarddach mit straßenseitigem Zwerchhaus, ornamentierter Eckerker, überdachter Haupteingang von der Seite, bauzeitliche Haustür, Dienstboteneingang auf der Rückseite, um 1915
Das Gebäude ist mit seiner Kubatur und Gestaltung ein charakteristischer Vertreter der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert, die in Abkehr vom späten Historismus auf Grundlagen der Tradition eine moderne, zeitgemäße Architektursprache zu verwirklichen suchte. Es veranschaulicht gehobene Wohn- und Lebensverhältnisse kleinstädtischen Bürgertums kurz zu Ende der wilhelminischen Kaiserzeit und ist Zeugnis der Stadtbauentwicklung sowie der Sozialgeschichte. |
102594595 | ||
| Doppelwohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung | Weißhofer Straße 75, 77 (Karte) |
Zweigeschossige Massivbauten aus farbigem Backstein mit Halbwalmdach, aufwendige Fassadengestaltung mit reicher Sandsteingliederung, linke Haushälfte mit vorgelegter Veranda, die rechte mit weit vortretendem Querflügel und Dreistaffelgiebel, errichtet nach Entwürfen von Stein- und Bildhauer Ludwig Ch. Meffle, 1894 (i) und 1898 (a)
Das Doppelhaus wurde 1894 und 1988 von dem Brettener Bild- und Steinhauermeister Ludwig Ch. Meffle auf eigene Kosten und wohl auch nach eigenen Entwürfen für eine wohlhabende Bauherrschaft und sich selbst errichtet. Es veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der wilhelminischen Kaiserzeit. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Meffle führte in dem reichen Sandsteindekor sein ganzes Können vor. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Stadt-, Bau- und Sozialgeschichte Brettens im späten 19. Jahrhundert. |
104526035 | ||
| Wohnhaus mit Torweg | Weißhofer Straße 84 (Karte) |
Repräsentativer traufständiger Sandsteinbau mit Satteldach, zentralem Zwerchhaus und zweigeschossigem Schmuckerker, in der Hauptfront vier farbige Wappenschilde angebracht, in der westl. Stirnwand gemeißeltes Wappen eingelassen, Erschließung von der Seite, 1903 (i)
Das Mehrfamilienhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in den seit dem späteren 19. Jahrhundert rasch wachsenden Städten erstellt wurde. Der späthistoristische Bau zeigt in den Details in zeittypischer Weise Jugendstileinflüsse und belegt den gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens in jener Zeit. Er ist Zeugnis der Stadtbau- und Sozialgeschichte Brettens um 1900. |
104527297 | ||
| Villa Schmidt mit Garten und Einfriedung | Weißhofer Straße 86 (Karte) |
Über hohem Sockel zweigeschossiger Backsteinbau mit viergeschossigem Turm und abgeplattetem Walmdach mit Belvedere-Plattform, auf den roten Verblendklinkern reiche Sandsteingliederung aus Eckbändern, Gesimsen, Konsolen und alternierenden Fensterverdachungen, zweigeschossiger Standerker in Sandstein, errichtet für die Fabrikantenfamilie Schmidt, Ende 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für die repräsentativen, aufwendig gestalteten Villenbauten des vermögenden Bürger- und Unternehmertums zu Ende des 19. Jahrhunderts. Die Familie des Brettener Kühlgeräteherstellers Schmidt inszenierte sich in der neu errungenen Bedeutung innerhalb der Stadtgesellschaft.Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der nordischen Spätrenaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im späten 19. Jahrhundert. |
104527224 | ||
| Weißhofer Mühle | Weißhofer Straße 110 (Karte) |
Mühlengehöft, bestehend aus: Haupthaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit einseitigem halbalm, längsseitige Erschließung, 1804 bis 1807 (i,a); Scheune, teilverputzter Fachwerkbau mit Sattel- bzw. Walmdach, Gewölbekeller, 1767 (i), aufgehender Bau 1830 (a); mehrere Nebengebäude; Hoffläche und massive Einfriedung; Wasserbau rudimentär überliefert
Die Weißhofer Mühle ist die früheste Mühle auf dem Stadtgebiet Brettens und nach derzeitigem Kenntnisstand die einzige, die sich in aussagefähiger Lage und Substanz erhalten hat. Ihr Standort geht ausweislich verschiedener Urkunden bis ins Hochmittelalter zurück. Erstmalige Erwähnung fand sie 1295. Die Mühle war im Besitz des Klosters Herrenalb und kam 1480 an das Spital in Bretten. Der heutige Baubestand reicht mit den Kellern unter der Scheune bis in das 3. Viertel des 18. Jahrhunderts zurück. Die Mühle ist damit Zeugnis der vormodernen Herrschafts-, Siedlungs- und Agrargeschichte. |
104388963 | ||
| Wohnhaus | Wilhelmstraße 14 (Karte) |
Zweigeschossiges Eckgebäude, verputzter Massivbau mit Walmdach und Gauben, abgeschrägte Ecke und mit Ziererker, reiche Fassadengestaltung, um 1890
Das Gebäude in städtebaulich markanter Ecklage dokumentiert die bauliche Erweiterung Brettens im späteren 19. Jahrhundert. Es ist mit seiner am Formengut der nordischen Spätrenaissance orientierten Architektur charakteristisch für die späthistoristische Architektur der 1890er-Jahre. Das Haus veranschaulicht bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der wilhelminischen Kaiserzeit und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
109829145 | ||
| Gasthof Zur Traube (bis 1940) | Wilhelmstraße 40 (Karte) |
Bestehend aus: Wohn- und Gasthaus, zweigeschossiges Eckhaus, verputzter Massivbau mit Stuttgarter Dach, abgeschrägte Ecke mit polygonalem Turmerker unter Zwiebelhaube, flacher Kastenerker und flacher Risalit mit Ziergiebeln, teils reiche Werksteingliederungen; Nebengebäude mit ehem. Stall, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, giebelseitig über beschnitzten Bügen vorkragend, Eckquaderung und Gurtband; beide errichtet m Auftrag von Christian Bauer, Nußbaum, 1898/99 (a)
Das Eckgebäude an der Wilhelmstraße zum Gottesackertor wurde 1898/1899 im Auftrag von Christian Bauer aus Nußbaum als Gasthaus Zur Traube errichtet. Bauer hatte bei der Platzierung seines Geschäfts, zwischen Stadtzentrum und Bahnhof gelegen, die Besucher des Viehmarktes im Blick, der zwölfmal im Jahr mit wachsenden Besucherzahlen stattfand. Die Brettener Viehmärkte galten schon seit dem ausgehenden 18. Jahrhunderts als erfolgreich. Im 19. Jahrhundert nahm ihre Bedeutung im Wirtschaftsleben der Stadt noch erheblich zu, was auf die Rinder- und Pferdezucht im Umland und auf die neuen Transportwege durch die Eisenbahn zurückzuführen war. Die Zahl von 12.222 zum Verkauf aufgestellten Rindern im Jahr 1887, monatlich etwa 1000 Stück, mag eine Vorstellung des Geschäftsumfangs geben, der auch den Gastwirtschaften, Kaufläden, Metzgern und Bäckern eine enorme Kundschaft bescherte. Beim Gasthof Traube dokumentieren nicht nur die Lage, sondern auch das vor allem als Stall dienende Nebengebäude die Ausrichtung auf das von weither angereiste Publikum der Viehmärkte. Die Architektur des Gasthauses zeichnet sich durch eine repräsentative Gestaltung aus, die den damals aktuellen Strömungen des Historismus folgte. Die besonders großen Fensteröffnungen rechts und links des auf der Ecke liegenden Eingangs zollen der Nutzung als Gasthaus Tribut, da sich hier die einstigen Gaststuben befanden. Im Innern ist ein wesentlicher Teil ihrer festen bauzeitlichen, teils hochwertigen Ausstattung im Neurenaissnacestil überliefert. Das Nebengebäude wurde – ungeachtet seiner Stallfunktion – in das architektonische Gestaltungskonzept mit eingebunden. Das zum Höflein und zur Straße weit vorkragende Satteldach wird durch aufwendig geschnitzte Konsolhölzer und Sparrenenden im Sinne des sog. Schweizerstils geziert. Insgesamt bezeugen Architektur und Ausstattung des Gasthauses Traube und seines Nebengebäudes einen gesteigerten ästhetischen Anspruch, der in dieser Qualität in Bretten selten überliefert ist. Als charaktervoller Gasthofbau der wilhelminischen Ära steht er exemplarisch für das hohe Niveau der städtischen Architektur des Bürgertums im späten 19. Jahrhundert und für die sozial- und stadtgeschichtliche Bedeutung des Baukomplexes. |
109829267 |
Büchig
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock | Gochsheimer Fußpfad (Karte) |
Schmale Bildnische mit Madonna hinter Schutzgitter und Satteldach, auf Stele, Sandstein, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Der Bildstock vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Andachtsbildes. Er ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. |
102632946 | ||
| Bildstock | Beim Bildstöckle links (Karte) |
Kasten mit Bildnische auf quadratischem Pfeiler, 18./19. Jahrhundert | 102632830 | ||
| Feldkapelle Goldenes Kreuz | Neibsheimer Weg (Karte) |
Schmaler Klinkerbau über rechteckigem Grundriss, Satteldach mit Türmchen, Rundbogenöffnung, um 1925
Die kleine Kapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und dokumentiert die katholische Prägung Büchigs. |
102631404 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Aspenweg (Karte) |
Auf hohem, mächtigen Sandsteinpiedestal, konisch verjüngt, 1894 (i); Sockelinschrift: „Christus/ist am Kreuz gestorben/hat uns ew'ges Heil/erworben“
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102633749 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Hügellandstraße (Karte) |
Sandstein auf konischem, quadratischen Sockel mit Inschriftenfeldern, 1864 (i)
Das historistische Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102633646 | ||
| Bildstock Hipp | Beethovenstraße (Karte) |
Stele (Beton?) mit Rundbogennische, darin Figurengruppe Heilige Familie von Nazaret, Glastür, Satteldach, auf Inschriftensockel, ebenfalls Beton, gestiftet von Wendelin Hipp und dessen Schwester Susanne Günther geb. Hipp, 1902 (i), Stele vermutlich neu
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Mit seiner Stifterinschrift erhält er orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102633368 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Frankenstraße (Karte) |
Kreuz wohl schmiedeeiserne Arbeit mit schmuckvollen Durchbrechungen, auf querrechteckigem Sockel in Sandstein mit Inschriftenfeld, gestiftet durch Johannes und Elisabeth Dörn, 1882 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Der Typus des Eisenkreuzes auf einem Steinsockel zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102631847 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Heiligenäcker (Karte) |
Kreuz aus Eisen, Figur wohl auch, weiß gefasst, auf Inschriftensockel aus Sandstein, Sockelplatte mit Inschrift, gestiftet von Franz H. Hass, ehem. Pfarrer in Büchig, 1884 (i)
Der Wegkreuz Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Der Typus des Eisenkreuzes auf einem Steinsockel zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Mit seiner Stifterinschrift erhält es ortsgeschichtliche Bedeutung und erinnert an den früheren Ortspfarrer Hass. |
102633482 | ||
| Wegkreuz | Hügellandstraße 17 (Karte) |
Mit Kruzifix auf Felsgebilde, über konisch verjüngtem Sockel mit Inschriftenfeld, Sandstein, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das barocke Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102630700 | ||
| Torfahrthaus | Hügellandstraße 26 (Karte) |
Eingeschossiger, weitgehend verputzter Fachwerkbau über massivem Hochkeller, Halbwalmdach, traufständig mit großer Hofeinfahrt, rückwärtiger Anbau mit Satteldach, vielleicht um 1780
Das Wohngebäude gehört zu den wenigen barockzeitlichen Profangebäuden im Ortsteil Büchig, die anschaulich überliefert sind und besitzt noch einen hohen Anteil an historischer Substanz. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung am Oberrhein in der Frühen Neuzeit und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102617268 | ||
| Wohnhaus | Hügellandstraße 33 (Karte) |
Giebelständiger, zweigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, im Giebel Wetterdächer, traufseitige Erschließung mit Doppeleingang, 18. Jahrhundert
Das Gebäude vermittelt einen anschaulichen Eindruck der älteren Ortsgestalt Büchigs. Als giebelständiger Bau ist es mit seinen straßenseitigen, regionaltypischen Wetterdächern ein charakteristisches Beispiel für die ländliche Bauweise in der nördlichen Oberrheinebene und ein Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102617159 | ||
| Wegkreuz | Hügellandstraße 77 (Karte) |
Mit Kruzifix und Schrifttafel, Sandstein, auf kleinem Felsgebilde stehend, konischer Sockel mit Inschriftenfeld, gestiftet von Sebastian Hagmann und Ehefrau Kunigunda geb. Frank, Bildhauer A. Metzger, Schmie, 1885 (i)
Das Wegkreuz zählt zu den wenigen inschriftlich bezeichneten Arbeiten solcher religiösen Kunstwerke in der Zeit des Historismus und stammt von dem Bildhauer A. Metzger aus Schmie bei Maulbronn. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
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Weitere Bilder |
Alte Kath. Pfarrkirche Hl. Kreuzauffindung (seit 1974 profaniert) | Kirchstraße 1 (Karte) |
Seit 1984 Wohnhaus und Künstleratelier), massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor, nördlich Sakristeianbau, südlich polgyonaler Kapellenanbau, über der Westfassade polygonaler Dachreiter in Holzkonstruktion, Bauinschrift am Türsturz der Westfassade, erbaut nach Entwurf des fürstbischöfl. Hofbaumeister Leonhard Stahl, 1772/73 (a); vor der Westfassade Steinfigur der Hl. Helena, 18. Jahrhundert; Sandsteinkruzifix, 1786 (i); Lourdes-Gruppe in achteckigem Holzpavillon mit Madonna und Hl. Bernadette, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Bis zur Vollendung der neuen katholischen Kirche 1974 bildete die alte Pfarrkirche den Mittelpunkt des geistlichen Lebens in Büchig. Bis heute ist sie ein markanter Blickfang im Ortsbild. Sie ist ein charakteristischer einfacher Landkirchenbau der Barockzeit, wie sie mehrfach im 18. Jahrhundert im damaligen Fürstbistum Speyer entstanden, entworfen von dem fürstlichen Hofbaumeister Leonhard Stahl (1729 bis 1774). Die Kirche ist sein letztes Sakralbauprojekt und dokumentiert Stahls umfangreiches Schaffen. Die Armut der Gemeinde zwang zu einem einfachen hölzernen Giebelturm statt einem massiven Turmbau. Die Heiligenfiguren und das Kruzifix auf dem alten Kirchhof sind beredsamer Ausdruck einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität im traditionell katholisch geprägten Büchig. Das Gotteshaus ist ein zentrales Zeugnis der Orts- und als alte Pfarrkirche der lokalen Kirchengeschichte Büchigs. |
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| Kath. Pfarrhaus | Kirchstraße 2 (Karte) |
Hanglagiger, über hohem Keller zweigeschossiger, verputzter Massivbau, Walmdach, rundbogiges Kellerportal, errichtet zwischen 1715 und 1720
Das Büchiger Pfarrhaus ist mit seiner Kubatur und Baugestalt charakteristisch für jenen Typus von Pfarrhausbauten, wie sie im Hochstift Speyer seit der Regierung des Fürstbischofs und Kardinals Damian Hugo von Schönborn entstanden (vgl. Forst bei Bruchsal). Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines katholischen Landgeistlichen in der Frühen Neuzeit und ist als Verwaltungsmittelpunkt der mit Unterbrechung seit dem Mittelalter bestehenden Pfarrei von orts- und kirchengeschichtlicher Bedeutung. |
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| Wegkreuz mit Kruzifix | Kirchstraße (Karte) |
Gelber Sandstein, mit hohem Kreuzstamm, auf geschweiftem Sockel mit Inschriftfeld, 19. Jahrhundert
Das als Friedhofskreuz wiederwendete Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102616920 | ||
| Wegkreuz | Pfarrer-Kempf-Straße 20 (Karte) |
Mit Kruzifix, Sandstein, auf kleinem Sockel auf der Einfriedungsmauer stehend, 1872 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102616831 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix und Weinrebenapplikation | Schloßbuckel (Karte) |
Beides Metall, auf Steinsockel mit Inschriftenfeld, um 1902
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der weitgehend katholisch geprägten Gegend. Der gusseiserne Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
102632732 | ||
| Bildstock | Pferchäcker (Karte) |
Maria unter dem Kreuz, Sandsteinstele in Ädikulaform, mit Kreuzbekrönung, auf Sockelplatte mit Stabprofil, mittig Relief Golgathaszene, farbig gefasst, gestiftet von Anton Hügler, 1892 (i)
Der in klassizistischen Formen gehaltene Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der weitgehend katholisch geprägten Gegend. Durch die Nennung der Stifter erhält er ortsgeschichtliche Bedeutung. |
102633086 | ||
| Bildstock | Schönblickstraße 2 (Karte) |
Stele wohl aus Sandstein, große Rundbogennische mit Jesusfigur, Glastür, im Sockel Inschrift, wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Der Bildstock vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Andachtsbildes. Er ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. |
102633176 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Winterhälde (Karte) |
Überdacht, auf hohem konischen Sandsteinsockel mit Inschriftenfeld, über breiter Sockelplatte mit Inschrift, gestiftet von Wendelin Hipp und dessen Ehefrau Maria Anna geb. Dörr, 1880 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102632507 | ||
| Sog. Hanneskreuz | Schnattern (Karte) |
Wegkreuz mit Kruzifix und Weinrebenapplikation (beides Meatll), auf Sandsteinsockel mit Inschriftenfeld, von Johannes Hamann und Ehefrau, geb. Frank, 1902 (i)
Das im Volksmund als Hanneskreuz bezeichnete Wegkreuz Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Der Korpus aus Gusseisen Es zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102632599 | ||
| Bildstock mit Gottesmutter | Aspe (Karte) |
Quadratischer Pfeiler mit Bildnische, Satteldach, 18. Jahrhundert; Inschrift: „Gottesmutter/Bitte/für uns.“
Der frühneuzeitliche Bildstock vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Andachtsbildes. Er ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. |
102631585 |
Diedelsheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Fachwerkhaus | Alte Poststraße (Karte) |
Giebelständig, mit Anbau mit Brettverschlag, 17. Jahrhundert | 102638737 | ||
| Gehöft | Alte Poststraße 12 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger giebelständiger Fachwerkbau, Satteldach mit einseitigem Halbwalm, giebelseitige Geschossvorkragungen über beschnitzten Knaggen und Balkenköpfen, Erdgeschoss teils massiv und verputzt, traufseitige Erschließung; quergestellte hohe Scheune, Bruchsteinbau, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm; beides wohl 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Gefügeumbauten am Wohnhaus, 18./19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Diedelsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden vormodernen Bausubstanz. Die Pfosten mit den langen, profiliert beschnitzten Knaggen verweisen auf eine Entstehung des Wohnhauses in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Es zählt damit zu den ältesten erhaltenen Wohnbauten am Ort. Das Gefüge zeigt dabei einen charakteristischen Umbau des 18. Jahrhunderts, das Erdgeschoss dürfte im frühen 19. Jahrhundert tlw. massiv erneuert worden sein. Das bäuerliche Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
98395512 | ||
| Wohnhaus | Hainzenweg 2 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger Fachwerkbau mit Satteldach, Geschossvorkragung über beschnitzten Knaggen und Balkenköpfen, traufseitige Erschließung, im Obergeschoss Eckstube, wohl 1. Hälfte 16. Jahrhundert, Gefügeumbauten 18./19. Jahrhundert
Die Form der beschnitzten Knaggen, welche das Obergeschoss des Fachwerkhauses tragen, verweisen auf eine Entstehung im Spätmittelalter, wohl in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Gebäude zählt damit zum ältesten überlieferten Hausbestand Diedelsheims. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist wichtiges, hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102639566 | ||
| Gehöft | Hainzenweg 8 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss aus Bruchstein, Obergeschoss in konstruktivem Fachwerk, traufseitige Erschließung; Scheunenanbau, zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss in Werkstein, darüber verputztes Fachwerk, beides wohl 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Diedelsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden vormodernen Bausubstanz. Das Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102639705 | ||
| Wohnhaus | Lessingstraße 12 (Karte) |
Wohl eines Tagelöhners, traufständiger zweigesschossiger und verputzter Massivbau mit Satteldach, Erdgeschoss als Hochkeller, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das kleine traufständige Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse dörflicher Unterschichten in der Vormoderne. Es ist ein hauskundlich interessantes Zezgnis der Ortsbau- und Sozialgeschichte. |
102640499 | ||
| Gehöft | Lessingstraße 13 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, kleiner, separat stehender, giebelständiger und eingeschossiger Massivbau, verputzt, Satteldach, Wiederkehr und Dreiecksfenster im Giebel; rückwärtig Hofbebauung mit Scheune und Nebengebäuden, 1935
Das Anwesen dokumentiert die bis ins 20. Jahrhundert von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Diedelsheims. Es veranschaulicht bäuerliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. Das Wohngebäude zeigt mit der Gestaltung des Traufgesimses, der als Wiederkehr am Giebel in Erscheinung tritt, und einem Dreiecksfenster im Giebelspitz noch verspätete expressionistische Einflüsse. |
102640797 | ||
| Einhaus | Lessingstraße 15 (Karte) |
Giebelständiger eingeschossiger und verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Keller- und Stallgeschoss (zur Wohnung umgebaut), im Giebel Aufzugsluke mit Kranausleger, 18./19. Jahrhundert
Das Einhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Diedelsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden vormodernen Bausubstanz. Es vertritt einen in Südwestdeutschland weit verbreiteten Typus der bäuerlichen Behausung. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102640838 | ||
| Wohnhaus | Mühlgasse 2 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss in Bruchstein mit Eckquaderung in Sandstein, darüber Fachwerk mit Geschossvorkragungen und profilierten Schwellen, am Eck beschnitzter Fenstererker, traufseitige Erschließung, wohl frühes 18. Jahrhundert, Erdgeschoss evtl. massiv erneuert im frühen 19. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor prägenden vormodernen Bausubstanz. Es dokumentiert mit seinen Formen und dem beschnitzten Fenstererker der Stube beispielhaft den Fachwerkbau des frühen 18. Jahrhunderts in der Region. Das hauskundlich interessante Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhöltnisse und ist ein wichtiges Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102641095 | ||
| Mühle | Mühlgasse 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit einseitigem Halbwalm, traufseitige Erschließung, Fenster und Türen in einfachen Rechteckgewänden, wohl 18. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Müllers und seiner Familie in der Frühen Neuzeit. Die Mühle dürfte sich ursprünglich in herrschaftlichem Besitz befunden und als Bannmühle gedient haben, d. h. die Einwohner Diedelsheims mussten ihr Getreide hier gegen Gebühr mahlen lassen. Sie ist wichtiges Zeugnis der Siedlungs- und Agrargeschichte in der Vormoderne sowie der Nutzbarmachung der Wasserkraft durch den Menschen. |
102641164 | ||
| Wohnhaus | Richard-Wagner-Straße 4 (Karte) |
Kleines, leicht zurückgesetztes, eingeschossiges Gebäude mit Satteldach, giebelständig, mit rückwärtigem Scheunenteil, wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Anwesen dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Diedelsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden alten Bausubstanz. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Kleinbauern oder Tagelöhners in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102641269 | ||
| Gasthaus Zur Krone | Schwandorfstraße 20 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau an der Stelle des ehem. Wasserschlosses der Kechler von Schwandorf, Satteldach mit einseitigem Halbwalm, auf hohem Steinsockel massives, verputztes Erdgeschoss, teils mit Ecklisenen, Fachwerkobergeschoss mit Zierelementen, reiches Portalschmuck über zweiläufiger Treppe, seitlich zurückgesetzt Rundbogentoreinfahrt mit Fachwerkobergeschoss, über dem Eingang Familienwappen der Kechler, 17. Jahrhundert, erbaut durch die Wirtsfamilie Fuchs, 1804 (i)
Der stattliche, herrschaftlich wirkende Bau, im Volksmund lange Zeit als Forsthaus bezeichnet, entstand 1804 als Gasthaus Zur Krone im Areal des einstigen, im 19. Jahrhundert abgebrochenen Schlosses der Ortsherrschaft. Daran erinnert das über dem Eingang angebrachte Wappen der Kechler von Schwandorf, welche 1552 bis 1748 Lehensinhaber zu Diedelsheim waren. Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen stattlichen ländlichem Gasthausbau am Ausgang der Frühen Neuzeit. Mit seiner Kubatur und dem späten Zierfachwerk tradiert er barocke Formen des 18. Jahrhunderts. Das Portal zeigt modernen Zierrat im Stil des zeitgenössischen Klassizismus. Das Haus ist wichtiges Zeugnis der Herrschafts-, Wirtschafts- und Ortsbaugeschichte. |
102641590 | ||
| Gasthaus Zum Löwen | Schwandorfstraße 26 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger und verputzter Bau mit Mansard-Halbwalmdach, hoher Kellersockel und Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, seitlich hohe Tordurchfahrt, darin ältere Stabwerkpforte, erbaut unter Verwendung älterer Substanz, 1743
Das einstige Gasthaus Zum Löwen ist mit seinen Dimensionen und seiner Kubatur sowie seiner Lage an einer alten Hauptdurchgangsstraße charakteristisch für einen großen dörflichen Landgasthof der Barockzeit. Im Kern steckt allerdings ausweislich der Stabwerkpforte in der Wand zur Tordurchfahrt ein älterer Vorgängerbau. Ein Gasthaus Zum Löwen lässt sich erstmals um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Diedelsheim fassen. Es bestand bis 1867, danach wandelte sich das Gasthaus zum landwirtschaftlichen Anwesen. Es ist wichtiges Zeugnis der Wirtschafts-, Sozial und Ortsbaugeschichte. |
102641835 | ||
| Gehöft | Schwandorfstraße 28 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, giebelständiger, zweigeschossiger und verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss auf hammerrechtem Steinsockel, darüber Fachwerk, um den Giebel geführter Zahnschnitttraufgesims, 1. Hälfte 19. Jahrhundert; rückwärtig angebaut L-förmige Anlage der Ökonomie mit Scheune und Seitengebäude
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Diedelsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden vormodernen Bausubstanz. Sie veranschaulicht Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse in der Biedermeierzeit auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102642112 | ||
| Wohnhaus | Schwandorfstraße 38 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, wohl in Teilen noch Fachwerk im Obergeschoss, Giebel mit schwacher Vorkragung, traufseitige Erschließung, im Kern wohl 17. Jahrhundert, massiv erneuert, wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude verbirgt hinter dem Putz des Giebels ein Sichtfachwerk, das wohl ins 17. Jahrhundert gehört. Der übrige Baukörper wurde wohl in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie öfter zu beobachten, in Massivbauwesie verändert. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102642355 | ||
| Wohnhaus | Schwandorfstraße 42 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit flach geneigtem Zeltdach, Erdgeschoss rustizierte Blendarkatur mit Stichbogen in Sandstein, Obergeschoss verputzt, rustizierte Eckpilaster, Zahnschnittraufgesims, rückwärtiger Anbau mit Walmdach, 1887/88 (a)
Das historistische Gebäude dürfte ursprünglich das Schulhaus der Gemeinde gewesen sein. Darauf deuten die sehr großen Fenster im Erdgeschoss hin, während die kleineren Fenster im Obergeschoss auf eine Funktion als Lehrerwohnung schließen lassen, die charakteristischer Weise in ländlichen Schulbauten des 19. Jahrhunderts einbezogen war. Das Haus ist mit seiner Gestaltung ein anschauliches Beispiel für eine italianisierende Neurenaissance in den 1880er-Jahren. Mit seiner reichen Fassadengestaltung fällt es unter der übrigen Bebauung am Ort deutlich aus dem Rahmen. Es ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102642424 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Pfarrkirche (St. Nazarius und Nabor) | Schwandorfstraße 52 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor, südlichem, Sakristeianbau, südlichem Querhaus mit westlichem Polygonalchor und Westturm mit spitzem Helm, Eckquaderungen und Strebepfeiler in Sandstein, im Inneren flach gedeckter Raum mit historischer Ausstattung und Grabplatten, erstmals erwähnt 1300 (a), Chor wohl 1. Hälfte 15. Jahrhundert, Langhaus erneuert und erweitert, 1508, Erweiterung und Ausbau Kirchturm, 1766/67 (i, a), Erweiterungsbau nach Süden nach 1900; in der Außenwand Gefallendenkdenkmal Erster und Zweiter Weltkrieg; Kirchhof mit Bruchsteineinfriedung und älteren Grabsteinen in Zweitaufstellung sowie Friedhof mit Gefallenengrabmälern
Die leicht erhöht am Hang über dem Ortskern gelegen Pfarrkirche setzt mit ihrem spitzen Turmhelm einen markanten Akzent im Orts- und Fernbild Diedelsheims. Sie nimmt im Baubestand des Krauichgaudorfes einen herausragenden Stellenwert ein. Im Kern handelt es sich um einen spätgotischen Bau des 15. und frühen 16. Jahrhunderts, der kurz nach 1900 nach Süden erweitert wurde, um mehr Raum für die gewachsene Gemeinde zu schaffen. Dabei wurde der Neubau in zurückhaltenden neugotischen Formen dem Altbestand im Sinne des Heimatschutzgedankens angegliedert. Die Pfarrkirche ist mit ihrem älteren Teil charakteristisch für größere Dorfkirchen der Spätgotik. Sie hat als Mittelpunkt der seit der Zeit um 1300 fassbaren Pfarrei wichtige Bedeutung für die Siedlungs-, Orts- und lokale Kirchengeschichte Diedelsheims. Die Gefallenendenkmäler sowie eine Reihe historischer Grabplatten und Grabsteine dokumentieren das Totengedeken der Gemeinde wie auch Entwicklungen der Grabmalkunst seit der Frühen Neuzeit. |
1198880 ( | |
| Altes Rathaus | Schwandorfstraße 59 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger und verputzter Massivbau in Ecklage über Natursteinsockel, flach geneigtes Satteldach mit giebelseitigen Vorkgragungen über beschnitzten Pfettenköpfen und Bügen, im Giebelspitz Laubsägearbeiten, im Giebel sternförmige Fensterchen, traufseitige Erschließung in Nische mit Segmentbogengewände, rückwärtig Treppenhausanbau in konstruktivem Fachwerk, an der Stirnseite Denkmal für die Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges, errichtet wohl im 3. Viertel 19. Jahrhundert.
Das stattliche freistehende Gebäude in Ecklage setzt im Ortsbild Diedelsheims einen markanten Akzent. Es ist beispielhaft für die Rathausbauten badischer Landgemeinden am Übergang von der Biedermeier- zur Gründerzeit. Der ländliche Charakter wird durch Anleihen am Schweizerhausstil betont, der sich an den giebelseitigen Dachvorkragungen und den Laubsägearbeiten im Giebelspitz äußert. Das Gebäude ist als historischer Sitz der bis zur Eingemeindung nach Bretten selbstständigen Landgemeinde von orts- und verwaltungsgeschichtlicher Bedeutung. |
102642670 | ||
| Wohnhaus mit Rückgebäude | Seestraße 3 (Karte) |
Kleines schmales Anwesen, Wohnhaus traufständig und verputzt, mit Satteldach, massives Stall-Keller-Geschoss, darüber Fachwerk, wohl19. Jahrhundert
Das Gebäude stellt wohl ein Kleinbauern- oder Tagelöhnerhaus dar. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse ländlicher Unterschichten und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102642796 | ||
| Pfarrhaus | Steinzeugstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage mit Walmdach, einfache Sandsteingewände, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das evangelische Pfarrhaus bildet einen stattlichen Eckbau und unterscheidet sich schon durch seine Kubatur deutlich von der üblichen Wohnbebauung am Ort. Es ist ein charakteristischer einfacher Bau des Klassizismus aus der Karlsruher Weinbrenner-Schule, wie er viele solcher Bauten in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Großherzogtum Baden prägte. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Landgeistlichen und seiner Familie in der Biedermeierzeit und ist als Verwaltungssitz der seit dem Mittelalter bezeugten Pfarrei von Bedeutung für die lokale Kirchengeschichte. |
102642838 | ||
| Ziegelei | Ziegelhütte 3 (Karte) |
Einfirsthof aus Fachwerk mit zwei großen Gewölbekellern, Brennofen, Befeuerungskammer und Abluftraum, traufseitig offener Ständerbereich für die Trocknung, urspr. auch giebelseitig, dort später zu Wohnzwecken zugesetzt, Mitte 18. Jahrhundert, bis 1935 in Betrieb
Das Gebäude überliefert in seltener Weise einen ländlichen Ziegeleibetrieb, der bis in die Frühe Neuzeit zurückreicht. Es ist ein wichtiges Zeugnis der örtlichen Bau- und Gewerbegeschichte und hat mit den erhaltenen Einrichtungen wie dem Brennofen auch technik- und industriegeschichtliche Bedeutung. |
102647134 |
Dürrenbüchig
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Hofanlage | Dürrenbüchiger Straße 22 (Karte) |
Dreiseitgehöft, bestehend aus: Wohnhaus, giebelständig zur Straße, eingeschossiger Fachwerkbau über hohem massivem Kellergeschoss, Krüppelwalmdach mit Aufschiebling, Giebelvorkragung und profilierter Schwelle, traufseitige Erschließung über Freitreppe, 18. Jahrhundert; Scheune, Massivbau mit Satteldach, wohl 18. Jahrhundert; parallel zum Wohnhaus Stall, konstruktiver Fachwerkbau über verputztem Massivsockel mit flach geneigtem Satteldach, verbretterter Giebel, wohl 19. Jahrhundert; Hof- und Wirtschaftsfläche
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Dürrenbrüchigs und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102654850 | ||
| Hofanlage | Dürrenbüchiger Straße 34 (Karte) |
Ab 1909 Gasthof Zur Krone bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm und Aufschiebling, Giebel Fachwerk, traufseitige Erschließung, rundbogiges Kellerportal, nach Norden Anbau, wohl 2. Hälfte 18. Jahrhundert; Ökonomiebau, teilverputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, wohl 19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Dürrenbrüchigs und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. Als zeitweiliges Gasthaus zur Krone kommt dem Hauptgebäude auch orts- und sozialgeschichtliche Bedeutung zu. |
102655184 | ||
| Wohnstallhaus einer Hofanlage | Dürrenbüchiger Straße 40 (Karte) |
Langgestreckter zweigeschossiger und verputzter Bau, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, traufseitige Erschließung, wohl frühes 19. Jahrhundert
Das stattliche Wohnstallhaus dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Dürrenbrüchigs und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Es veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102655239 | ||
| Ev. Betsaal und Lehrerwohnung | Kraichgaustraße 1 (Karte) |
Später ev. Filialkirche (heute Ortsverwaltung), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und Glockentürmchen, anstelle des ersten Schulhauses von 1711 neu errichtet, 1822 (a)
Das Gebäude stellt einen charakteristischen kommunalen Multifunktionsbau der Zeit des Klassizismus dar, wie er gerade in kleineren Landgemeinden verwirklicht wurde. Die einfache Architektur folgt den Vorstellungen der Bauschule Friedrich Weinbrenners, welche das Bauen im Großherzogtum, Baden in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts maßgeblich prägte. Der Bau umfasste neben der Lehrerwohnung auch die Schule und einen evangelischen Betsaal für die Einwohner des kleinen Dorfes. Er ist wichtiges Zeugnis der Orts-, Kirchen- und Baugeschichte. |
102655276 | ||
| Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs | Kraichgaustraße 2 (Karte) |
Konkave Kalksteinmauer mit zentraler Stele, bekrönt von dem Eisernen Kreuz, in der Mauer Tafel mit Namen der 19 Gefallenen, eingeweiht 1930 (a), nach dem Zweiten Weltkrieg an den Eingang zum Friedhof versetzt
Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs dokumentiert die Gestaltungsvielfalt dieser Denkmalgattung in der Zwischenkriegszeit. Es hält die Erinnerung an ein welthistorisches Ereignis wach, das auch für die kleine badische Kraichgaugemeinde Dürrenbrüchig mit Gefallenen einschneidende Auswirkungen hatte. |
102655324 |
Gölshausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Evangelische Kirche | Eppinger Straße 24 (Karte) |
Massiver Saalbau mit risalitartig vorspringendem, oben achteckigem Westturm und eingezogenem Polygonalchor, Gliederung durch Sandsteinlisenen und Konsolfries, schlanke hohe Rundbogenfenster, innen längsrechteckiger Saal mit geschlossener Holzbalkendecke, Emporenpfeiler mit Blattkapitellen, Orgel von J. Mayer, Ausstattung, erbaut nach Entwürfen der Großherzoglichen Bezirks-Bauinspektion, 1862 (a, i)
Der Kirchenneubau für Gölshausen wurde in den 1850er-Jahren des vorigen Jahrhunderts durch die Großherzogliche Bezirks-Bauinspektion geplant. Das Baugesuch stammt von 1854, 1855 wurde die alte Kirche abgerissen, der Neubaubeginn verzögerte sich jedoch bis 1862. Während die in der Zeit nach 1860 entstandenen Landkirchen überwiegend auf gotische Vorbilder Bezug nehmen, handelt es sich in Gölshausen um einen neoromanischen Bau. Dies erklärt sich durch die Zeitspanne zwischen Planung und Bauausführung. Für das Planungsjahr 1854 ist die Kirche in jeder Hinsicht auf der Höhe ihrer Zeit. Die Bezugnahme auf frühchristlich-romanische Formen entsprang dem puren protestantischen Geist, daneben spielte die allgemeine romantische Hinwendung zur Antike eine Rolle. Der Kirchenraum mit seinem längsrechteckigen Saal, schlanken hohen Rundbogenfenstern und der geschlossenen Holzbalkendecke assoziiert frühchristliche Raumfassungen. Das Gotteshaus spiegelt dabei die Forderungen an einen zeitgemäßen Kirchenbau, die sich 1861 in dem sogenannten Eisenacher Regulativ manifestierten. Die Forderung nach einem Sakralbau, der Anschluss an einen der geschichtlich entwickelten christlichen Baustile suche, erklären sich aus der Auffassung des neuen Luthertums, dass protestantischer Kirchenbau unmöglich sei: Luther habe keine neue Kirche, sondern die Reinigung der alten gewollt. Es wurde ein Longitudinalraum gefordert, eine klare Ausrichtung auf den von einem eigenen Raum umschlossenen und mit Stufen erhöhten Altar als Ort des Abendmahls. Sei es die separierte Stellung der Kanzel, die für die Akustik vorteilhafte Holzdecke, der Platz für die Orgel auf einer Empore gegenüber dem Altar, die Bankreihen mit einem Mittelgang vom Haupteingang zum Chor - alle 1861 formulierten baulichen Empfehlungen sind die schlüssige Folge einer theologischen Entscheidung. War das Aussehen der Architektur durch die religiösen Erfordernisse weitgehend vorbestimmt, so konnten die Handwerker am architektonischen Detail und an der Ausstattung eine außerordentliche Gestaltungsvielfalt entwickeln. Auch in Gölshausen zeigt sich dies insbesondere in der Qualität des Altars mit Flankengittern und Altarkreuz und in der fein ausgearbeiteten Kanzel und in der Orgel von Johannes Mayer aus Hainstadt. Die Gölshauser Kirche ist so in der Rezeption einer frühchristlichen Raumauffassung, mit den stilistischen Anklängen an den frühromanischen Kirchenbau und in der Organisation des Kirchenraumes ein höchst anschauliches Zeugnis für die Umsetzung der mit dem neuen Luthertum veränderten Liturgie und ihren Ansprüchen an einen Kirchenraum. |
96964266 | ||
| Ausleger des Gasthauses Zum Löwen | Eppinger Straße 37 (Karte) |
Qualitätvolle Schmiedeeisenarbeit, quadratischer Schild: mittig der steigende Löwe mit Kelch, im Rankengeflecht des Rahmens das badische und das kurpfälzische Wappen, eine Brezel und im oberen Abschluss der Name Johanna Bohnet, vermutlich die damalige Inhaberin der Schildrechte, Ende 19. Jahrhundert
Das Wirtshausschild des Gasthauses Zum Löwen verweist auf die Bedeutung des Gasthauses für die Ortsgeschichte und ist Zeugnis des Kunstschmiedehandwerks im späteren 19. Jahrhundert. Neben dem badischen Wappen erscheint auch das der Kurpfalz, um so im Sinne des Historismus an die Geschichte der Region und des Ortes zu erinnern. |
102649727 | ||
| Gehöft | Eppinger Straße 63 (Karte) |
Bestehend aus: Einhaus, traufständiger zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, im gemauerter Giebelwand und Erdgeschoss in Bruchstein, im Erdgeschoss Stall, Obergeschoss weitgehend Fachwerk, 18./19. Jahrhundert; Nebengebäude, evtl. Ausgedinge, zweigeschossiger Massivbau mit traufseitig vorkragendem Satteldach, Erdgeschoss in Bossenquadern, darüber teilverputztes Ziegelmauerwerk, hölzerner Fenstererker, Türen und Schablonenmalerei im Inneren erhalten, 19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur von Gölshausen und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Sie veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist - gerade auch mit dem Nebengebäude, das wohl als Altenteil dienten - ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
109896647 | ||
| Pfarrhaus | Oberdorfstraße 33 (Karte) |
Traufständiger zweigeschossiger und verputzter Bau, Halbwalmdach mit Aufschiebling, Hochkeller, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, Wappenstein und Inschrift in der Giebelfront, über profiliertem Portal bezeichnet, 1612, Um- und Neubau, um 1776 (a)
Das Pfarrhaus datiert zumindest im Unterbau und Erdgeschoss in die Zeit der Spätrenaissance, wie die Datierung und das Portal ausweisen. Es zählt damit zu den besonders alten überlieferten evangelischen Pfarrhausbauten in der Region, auch wenn das Obergeschoss ab 1776 wohl weitgehend neu errichtet wurde. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse einer Pfarrfamilie in der Frühen Neuzeit und ist als Verwaltungsmittelpunkt der wohl schon seit dem Frühmittelalter bestehe3nden Pfarrei ein wichtiges Zeugnis der Orts- und lokalen Kirchengeschichte. |
102650241 | ||
| Wohnhaus | Zunftstraße 2 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger und verputzter Bau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss als Hochkeller, Giebel mit freiliegendem Zierfachwerk, wohl 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Das Gebäude zählt zu den ältesten überlieferten Wohnbauten von Gölshausen und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Es ist mit seinem Giebel ein charakteristisches Zeugnis für den Fachwerkbau des 17. Jahrhunderts im Kraichgau und hat ortsbaugeschichtliche Bedeutung. |
102650272 |
Neibsheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz mit Kruzifix und Madonna | Heidelsheimer Straße 6 (Karte) |
Sockel mit Figurenrelief, Sandstein, um 1770
Das Wegkreuz dürfte aus einem Grabkontext stammen,. Darauf verweist das Reliefbild im Sockel mit einer schlafenden Figur, die einen Totenschädel auf den Knien hält, während im Hintergrund ein Kreuz und eine Urne auf einen Begräbnisplatz verweisen und Palmbäume das ewige Leben symbolisieren. Das im Reliefbild durch den Verweis auf die Vergänglichkeit alles Seins ausgezeichnete Wegkreuz ist ein charakteristisches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Frömmigkeit der Barockzeit. |
102685999 | ||
| Wohnhaus | Heidelsheimer Straße 6 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger Fachwerkbau auf hohem, verputztem Kellersockel, Satteldach mit Aufschiebling, traufseitig Wetterdach, giebelseitig Geschossvorkragung über Balkenköpfen, Zierelemente, traufseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, 18. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude in Ecklage ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Mit seinem Zierfachwerk ist das Haus charakteristisch für den Fachwerkbau im Kraichgau im frühen 18. Jahrhundert. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
102692318 | ||
| Einhaus bzw. Einfirsthof | Heidelsheimer Straße 9 (Karte) |
Giebelständig, eingeschossiger verputzter Fachwerkbau auf hohem Kellersockel, Satteldach, einseitig leicht angehoben, Giebelseite mit dreifacher Geschossvorkragung und profilierten Schwellen, traufseitige Erschließung, rauchgeschwärzter Dachstuhl, tlw. in Eichenholz, um 1770, Scheunenteil zur Hofseite in jüngerer Zeit aufgestockt
Das Gebäude dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Neibsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den in Südwestdeutschland weit verbreiteten Typus des Einhauses als bäuerlicher Wohnung, die Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt. Das Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102692366 | ||
| Streckgehöft bzw. Einhaus | Heidelsheimer Straße 11 (Karte) |
Giebelständiges, eingeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit rustiziertem Kellersockel, Satteldach, einseitig angehoben und vorkragend, höherer Scheunenteil, Giebel urspr. in Sichtfachwerk mit zweifacher Geschossvorkragung, traufseitige Erschließung über einläufige Freitreppe, 18. Jahrhundert, Umbau(Kellersockel) um 1900
Das als Einhaus ausgeführte Streckgehöft aus einem Wohn- und einem höheren Scheunenteil dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Neibsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Das Anwesen veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102692432 | ||
| Hofanlage | Heidelsheimer Straße 13 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, eingeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit einseitigem Aufschiebling, Keller- und Erdgeschoss massiv, Giebel Fachwerk mit schwacher Vorkragung, traufseitige Erschließung; Seitengebäude (modern ausgebaut); giebelständige Scheune, verputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Neibsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102692499 | ||
| Bildstock | Heidelsheimer Straße (Karte) |
Stele mit Rundbogenbildnische, dreieckförmiger Abschluss mit Kreuzbekrönung, Figurengruppe der hl. Familie, Tür mit Schmuckrahmen, um 1900
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. |
102685780 | ||
| Tabakschuppen (seit 2006 Wohnhaus) | Heidelsheimer Straße 32 (Karte) |
Langgestreckter dreigeschossiger Baukörper mit Holzlamellenfassade, flach geneigtes Satteldach mit Monitor, 1940/41 (a)
Der große Tabakschuppen ist mit seiner Konstruktion und Dachform charakteristisch für diese Trocken- und Lagergebäude für Tabakblätter. Er ist ein charakteristisches Element der Kulturlandschaft des Kraichgaus und am Oberrhein, in der seit dem 19. Jahrhundert in großem Stil Tabak angepflanzt wurde. Der Tabakanbau war ein wichtiger Pfeiler der regionalen Landwirtschaft. das Gebäude dokumentiert diese agrargeschichtliche Entwicklung und ist Zeugnis der regionalen Wirtschaftsgeschichte in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. |
102690346 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Junkertsgrund (Karte) |
Auf Sockel mit Inschriftenfeld und Zahnschnittfries, Sandstein, gestiftet durch Balthasar und Magdalena Hard, wohl letztes Viertel 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Es dokumentiert die regionale Bildhauerkunst im späteren 19. Jahrhundert und erhält durch seine Stifterinschrift orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102686578 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Gondelsheimer Weg (Karte) |
Auf Sockel mit ehem. Inschriftenfeld und Zahnschnittfries, Sandstein, 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der traditionell überwiegend katholisch geprägten Gegend. Es dokumentiert überdies die regionale Bildhauerkunst in der Zeit des Historismus. |
102686642 | ||
| Streckgehöft | Kirchbergstraße 4 (Karte) |
Traufständige Anlage aus Wohnhaus und Scheune, beide mit Satteldach, am Wohnteil mit Aufschiebling, massives Erd- bzw. Kellergeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, traufseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, Wohnhaus wohl 18. Jahrhundert, Scheune 19. Jahrhundert
Das Streckgehöft, eine am Ort verbreitete Form der bäuerlichen Behausung, dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Neibsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Charakteristisch ist die traufseitige Erschließung des Wohngeschosses über einem hohen Keller- bzw. Stallgeschoss mittels einer Freitreppe. Das Anwesen veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102692555 | ||
| Einhaus | Klostergasse 1 (Karte) |
Langgestreckter Bau mit zweigeschossigem Wohnteil und Scheunenteil, Satteldach mit Aufschiebling, Keller-Stall-Geschoss des Hauses und Scheune massiv und verputzt, Wohngeschoss in Fachwerk, teilverputzt, traufseitige Erschließung über Freitreppe, 18. Jahrhundert
Das Gebäude dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Neibsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für ein Einhaus, die in Südwestdeutschland weit verbreitete Form der bäuerlichen Behausung, die Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt. Regiopnaltypisch ist die traufseitige Erschließung des Wohnteils über einem Keller-Stall-Geschoss mittels Freitreppe. Das Anwesen veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102692596 | ||
| Hofanlage | Klostergasse 7 (Karte) |
Dreiseitgehöft, bestehend aus: Wohnhaus, Torfahrthaus, zweigeschossiger, teilverputzter Fachwerkbau über Massivsockel. Satteldach mit einseitigem Halbwalm, seitlich Durchfahrt, Gewölbekeller; rückwärtig als Seitenflügel Schopfanbau; Scheune, Fachwerkbau mit Satteldach, 18./19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Neibsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht vormoderneLebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102692719 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Wanne (Karte) |
Sandstein, Sockel, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Es dokumentiert darüber hinaus die Bildhauerkunst des späten Historismus in der Region. |
102685617 | ||
| Bildstock | Kniehecken (Karte) |
Pfeiler mit Bildnische, dreieckförmiger Abschluss, Nische mit Figur und Tür, 18./ 19. Jahrhundert
Der frühneuzeitliche Bildstock vertritt einen in der Region weit verbreiteten Typus des Andachtsbildes. Er ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der überwiegend katholisch geprägten Gegend. |
102685444 | ||
| Wegkreuz auf dem Oberen Rostberg | Näherer Rostberg (Karte) |
Sandsteinkrez mit Korpus, beschriftetes Postament, gestiftet durch Angehörige der Gemeinde Neibsheim, Ausführung G. B. Bousseau, 1866 (i)
Das qualitätvoll gestaltete und von dem Bildhauer Bousseau signierte Wegkreuz gemahnt durch seine Inschriften die Vorübergehenden an den Opfertod Jesu zur Erlösung der Menschheit von Sünde und Tod. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält es ortsgeschichtliche Bedeutung. |
102685676 | ||
| Sockel für die Figur des Hl. Josef (fehlt) | Nähe Neibsheimer Marienkapelle (Karte) |
Im Inschriftenfeld bezeichnet, 1908
Der Sockel einer Figur des heiligen Joseph ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten spezifisch katholischen Religiosität. |
102684941 | ||
| Wegkreuz | Neibsheimer Marienkapelle (Karte) |
Sandstein, mit Korpus, Am Sockel Stifter- und Segnsinschriften, gestiftet von Peter und Marin Anna Kratzmeier, gearbeitet von Bildhauer Ludwig Meffle, Bretten, 1885 (i)
Das Wegkreuz steht direkt vor der Adlerbergkapelle. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der traditionell überwiegend katholisch geprägten Gegend. Die qualitätvolle historistische Arbeit stammt von dem in Bretten ansässigen Bildhauer Ludwig Ch. Meffle, der in der Region mit zahlreichen Denkmälern, Bauskulpturen und religiösen Kleindenkmalen hervorgetreten ist. Durch die Stifterinschrift erhält das Kreuz überdies orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102685059 | ||
| Adelbergkapelle bzw. Loretto-Kapelle | Neibsheimer Marienkapelle (Karte) |
Wallfahrtskirche zur Mutter Gottes, massiver verputzter Saalbau mit polygonalem Schluss, daran eingezogener Polygonalchor, entsprechend einseitig abgewalmte Satteldächer, Dachreiter, nördlich am Chor Sakristeianbau, breite, niedrige Rundbogenfenster, über Westportal Wappen des Speyerer Fürstbischofs Damian Hugo von Schönborn, an der Nordwand Muttergottes-Sgraffito von Sepp Biehler, 1967 (a), Inneres mit Flachdecke, aufwendiger Hochaltar, 1769, und Seitenaltarblätter, 18. Jahrhundert, zwei Opferstöcke von 1744, zwei Grabsteine, 1773 (i) und 1786 (i), errichtet anstelle einer um 1650 erbauten Vorgängerkapelle, 1737/38 (a), Umbauten und Erneuerung um 1967 (a)
Die weithin sichtbar über dem Orts gelegen Kapelle ist mit ihrer Lage ein charakteristisches katholisches Wallfahrtsheiligtum der Barockzeit. Der bestehende Bau wurde, wie das Wappen über dem Eingang ausweist, unter dem tatkräftigen und baufreudigen Landesherrn, dem Fürstbischof Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim (1676 bis 1743) anstelle eines älteren Vorgängers neu errichtet. Die in den 1960er-Jahren im Inneren purifizierte Kapelle weist noch einen Teil der barockzeitlichen Ausstattung auf, so den beachtlichen säulengezierten Hochaltar von 1769. Die Kapelle veranschaulicht das umfassende Bauprogramm des Fürstbischofs Damian Hugo, das auch der Stärkung des katholischen Glaubens im Hochstift Speyer diente und nicht zuletzt mit solchen Bauten Zeichen einer spezifisch geistlichen Landesherrschaft im Territorium setzte. Dabei erfreute sich gerade die Loreto-Verehrung seit der Gegenreformation einer gesteigerten Beliebtheit und es entstanden zahlreiche Heiligtümer, die der Muttergottes geweiht wurden. Die Wallfahrtskapelle ist damit nicht nur ein aussagekräftiges Zeugnis der Orts- und lokalen Kirchengeschichte, sondern auch für das Wallfahrtswesen und die konfessionelle Prägung im Fürstbistum Speyer in der Barockzeit. |
102684978 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Ruppertstock (Karte) |
Auf Sockel in Form eines Felsenhügels mit Inschriftenfeld, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit der Gestaltung des Sockels als Felshügel wird ein direkter Bezug zum Berg Golgatha hergestellt. Nicht zuletzt dokumentiert das Wegkreuz die Bildhauerkunst des späten Historismus in der Region. |
102686713 | ||
| Wegkreuz | Brunnenstube (Karte) |
Roter Sandstein, mit Kruzifix und Inschrift im Sockel, gestiftet durch Bernhard und Gregor Westermann zur Erinnerung an den Vater G. Josef Westermann, 1896 (i)
Das historistische Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Es dokumentiert die Bildhauerkunst des späten 19. Jahrhunderts in der Region und erhält durch seine Stifterinschrift orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102685376 | ||
| Wohnhaus mit angebauter Scheune auf dreieckigem Grundstück | Steigstraße 1 (Karte) |
Einfirsthofanlage, Torpfeiler der ehem. Tordurchfahrt erhalten, giebelständig, zweigeschossig, Fachwerkwohnhaus verputzt, Scheunenteil in Sichtfachwerk mit hohem Tor, einseitiges Krüppelwalmdach, 18. Jahrhundert | 102693125 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Steigstraße 23 (Karte) |
Teils farbig gefasst, Inschrift im Kreuzstamm, Sockel mit Inschrift, 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
102685241 | ||
| Antoniuskapelle | Michental (Karte) |
Offene Wegkapelle, weitgehend verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Eingang in Ru7ndbogennische aus Sandstein, im Inneren Statue des Hl. Antonius, farblich gefasst, Inschrift im Giebel: „Die Cabell/Ist zu Ehr. d. Hl. Ant. v. Pat.erbaut, v. dem/damal. Bürgerm. Gerweh dahier./Im 1845 Jahr“
Die Wegkapelle dokumentiert die Umsetzung einer traditionellen Bauaufgabe in der Formensprache des Klassizismus in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit ihrer Stifterinschrift erhält die Kapelle ortsgeschichtliche Bedeutung. |
106925715 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Mauritius | Talbachstraße 2 (Karte) |
Massive verputzte Saalkirche mit eingezogenem Polygonalchoreinseitig abgewalmtes Satteldach, Westturm mit eingeknicktem Polygonalhelm und Gurtbändern, hohe Rundbogenfenster, im Inneren Flachdecke über hoher Voute mit Deckengemälden, mittig ausbauchende, marmorierte Westempore, Innenausstattung u. a. Hochaltar von Anton Bindgen, 1800, errichtet nach Entwurf des Bruchsaler Baumeisters Jacob Messing, 1790/91 (a)
Die katholische Mauritiuskirche in Neibsheim ist ein anschauliches Beispiel für den spätbarocken, in seiner einfachen Gestaltung bereits frühklassizistisch gefärbten Sakralbau im einstigen Hochstift bzw. Fürstbistum Speyer. Der erst 1800 von einem einheimischen Schreinermeister geschaffene Hochaltar tradiert in seinem Aufbau barocke Altarbauten des Hochbarock, wie sie u. a. von Balthasar Neumann u. a.in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts entworfen wurden und charakteristisch sind für die Ausstattung oberrheinische rund fränkischer Kirchen dieser Zeit. Als geistlicher Mittelpunkt der seit dem Mittelalter bestehenden Pfarrei ist sie das zentrale Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und lokalen Kirchengeschichte und mit ihrer Ausstattung ein Dokument einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Frömmigkeit. |
102693453 ( | |
| Wohnhaus | Talbachstraße 7 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, einseitig frei stehend in Ecklage, massives verputztes Kellergeschoss, darüber Fachwerk, giebelseitige Erschließung über kleine Freitreppe mit überdachtem Vorplatz, wohl 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das in ortsbaulich markanter Lage stehende Gebäude ist ein beispielhafter Vertreter für den barockzeitlichen Fachwerkbau der Region. Es ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Das Haus veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102699055 | ||
| Heiliger Nepomuk | Talbachstraße (Karte) |
Gefasstes Holz, wohl um 1750
Die Figur des heiligen Johannes Nepomuk ist eine qualitätvolle Arbeit der Barockzeit und dokumentiert die Bildschnitzerkunst des 18. Jahrhunderts in der Region. Noch 1913 zierte sie die Brücke beim Schafgraben. Der böhmische Priester Johannes Nepomuk, der das Beichtgeheimnis nicht hatte brechen wollen und deshalb auf Befehl des Königs Wenzel in der Moldau ertränkt worden war, erfreute sich seit seiner Heiligsprechung in den 1720er-Jahren wachsender Beliebtheit und Verehrung. Er verdrängte dabei zunehmend den heiligen Nikolaus als Schutzpatron von Flussübergängen und Brücken. |
111846897 | ||
| Gehöft | Talbachstraße 29 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Bau, Halbwalmdach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darin Durchfahrt mit Eckquaderung, Giebel und Halbwalm mit Vorkragungen über beschnitzten Knaggen, wohl 17. Jahrhundert, Umbauten 18./frühes 19. Jahrhundert; langgestrecktes Seitengebäude
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Neibsheims und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Das breit gelagerte Wohnhaus mit Durchfahrt zum Hof dürfte im Kern ins 17. Jahrhundert gehören. Darauf weisen die beschnitzten Knaggen hin, während das Erdgeschoss - wie so oft zu beobachten - einen Umbau in Massivbauweise im späteren 18. oder frühen 19. Jahrhundert erfahren hat. Die Anlage veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102693383 | ||
| Wohnhaus | Talbachstraße 55 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Halbwalmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Giebel mit Geschossvorkragung, wohl 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Erdgeschoss wohl später massiv ausgebaut
Das Eckhaus ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102693205 | ||
| Rathaus | Talbachstraße 59 (Karte) |
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter Massivbau, Zeltdach mit Dachreiter, Fassaden mit reicher Sandsteingliederung, achteckiger Treppenturm und übergiebelter Mittelrisalit, kleine Eingangsloggia, im Erdgeschoss Spritzenhaus mit Segmentbogentoren, 1903 (i)
Der stattliche freistehende Bau ist ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Rathausbau des späten Historismus um 1900. Die Architektur folgt in freier Anlehnung dem Vorbild deutscher Renaissancebauten, hier und da werden Jugendstileinflüsse bemerkbar. Charakteristisch für solche ländlichen Kommunalbauten ist die Unterbringung des Spritzenhauses für das Feuerwehrgerät im Erdgeschoss. Das Gebäude dokumentiert in seiner anspruchsvollen Gestaltung, die den malerischen Prinzipien des späten Historismus folgt, das Selbstbewusstsein der bis zur Eingemeindung nach Bertten selbstständigen badischen Landgemeinde und ist Zeugnis der Orts- und Verwaltungsgeschichte. |
102693242 | ||
| Wegkreuz mit Kruzifix | Oberes Tal (Karte) |
Auf Sockel mit profiliertem Schmuckkarnis und Inschriftenfeldern, gestiftet von Gre[gor] und Katharina Haag, 1893 (i)
Das stilistisch an spätgotische Vorbilder angelehnte Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung. |
102686746 |
Rinklingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Gehöft | Breitenweg 6 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, giebelständiger, zweigeschossiger und verputzter Bau mit Toreinfahrt, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk; seitlich jüngerer Werlkstattanbau mit flach geneigtem Pult-Walmdach; kleines Nebengebäude, Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, giebelständig zum Hof; rückwärtig hohe Scheune, Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Rinklingensx und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102749783 | ||
| Wohnhaus | Breitenweg 8 (Karte) |
Giebelständiger, zweigeschossiger Fachwerkbau (modern verkleidet), Satteldach mit einseitigem Halbwalm, traufseitig starke Geschossvorkragung über Bügen, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, Giebel mit schwacher Vorkragung, traufseitige Erschließung, wohl 18. Jahrhundert, im Kern evtl. älter
Das giebelständige Wohnhaus veranschaulicht frühneuezitliche Wohn- und Lebensverhältnisse in Rinklingen. Es ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz und ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102749968 | ||
| Sog. Jägerhaus | Breitenweg 16 (Karte) |
Hofanlage, bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss in Bruchstein, darüber Fachwerk mit Geschossvorkragungen über Balkenköpfen und Zierelementen, zwei Eckständer mit Inschriften, traufseitige Erschließung, erbaut durch Zimmermeister Hans Jacob Waner für Johannes Feser, 1698 (i); giebelseitig anstoßend Rückgebäude, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, wohl 18. Jahrhundert; quer dazu Scheune, Fachwerkbau auf Bruchsteinsockel, Satteldach mit Aufschiebling, wohl 18. Jahrhundert; vorgelagerte Hoffläche; Garten
Das inschriftlich als Jägerhaus bezeichnete und durch ein entsprechendes Signet ausgezeichnete Anwesen dürfte Wohnsitz des herrschaftlichen Jägers gewesen sein. Die Inschrift am Eckpfosten legt eine Entstehung des Vorderhauses im Jahr 1698 nahe; dazu würde zumindest stilistisch auch das Fachwerk passen. Das Rückgebäude und die die Scheune dürften hingegen beide erst aus dem 18. Jahrhundert stammen. Die hauskundlich interessante Baugruppe ist beispielhaft für den frühneuzeitlichen Fachwerkbau in der Region und seine Entwicklung im 17. und 18. Jahrhundert. Sie dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse eines landesherrlichen Beamten in der Frühen Neuzeit, zu dessen Lebensunterhalt auch eine Nebenerwerbslandwirtschaft beitrug, und ist Zeugnis der Forst-, Verwaltungs- und Ortsbaugeschichte. |
102750272 | ||
| Ev. Liebfrauenkirche | Hauptstraße 7 (Karte) |
Pfarrkirche, massiver verputzter Saalbau mit geradem Chorschluss und eingezogenem, als Mitterisalit vorspringendem Turm, innen Flachdecke über hohlkehle, dreiseitige Holzempore, Chorwand mit Kanzel, davor Abendmahlstisch, links Taufstein, Kirchenfenster als Gefallenendenkmal des Ersten Weltkrieges, Buntglasfenster von Emil Großkopf, Karlsruhe, 20.5.1920 (i), Langhaus erbaut anstelle eines Vorgängers, 1792/93 (a), Turmneubau 1841 (i)
Die evangelische Liebfrauenklirche in Rinklingen setzt mit ihrem Turm einen markanten Akzent im Ortsbild. Sie ersetzte 1792 einen älteren Vorgängerbau und ist mit ihrer dreiseitigen Empore und der Anordnung der Prinzipalstücke ein charakteristisches Beispiel für einen reformierten Predigtsaal des 18. Jahrhunderts. Der Turm wurde 1841 als Ersatz für den mittelalterlichen Glockenturm neu errichtet. Die Pfarrkirche ist ein wichtiges Zeugnis für den nachreformatorischen Kirchenbau in der Kurpfalz und dokumentiert als geistlicher Mittelpunkt der seit dem Mittelalter nachweisbaren, zwischenzeitlich aufgelösten Pfarrei die Orts- und lokale Kirchengeschichte. Der Neubau der Kirche dürfte dabei auch im Zusammenhang mit der Wiedereinrichtung der Pfarrei 1787 zu werten sein. Bemerkenswert als künstlerisch anspruchsvolles Zeugnis der Gedenkkultur an den Ersten Weltkrieg ist das als Buntglasfenster gestaltete Gefallenendenkmal, geschaffen von dem Karlsruher Glaskünstlers Emil Großkopf. |
102749320 | ||
| Alte Schule | Hauptstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau, verputzt, Walmdach,mittiger Nischeneingang, wohl 2. Viertel 19. Jahrhundert
Das spätklassizistische Gebäude ist mit seiner Kubatur und Gestaltung beispielhaft für die Schulbauten im Großherzogtum Baden im 2. Drittel des 19. Jahrhunderts. Es dokumentiert die Bildungs- und Ortsbaugeschichte Rinklingens in der Biedermeierzeit. |
102749436 | ||
| Torfahrthaus | Hauptstraße 20 (Karte) |
Zweigeschossiges Traufenhaus unter Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, 18. Jahrhundert
Das stattliche traufständige Gebäude ist beispielhaft für den Typus der barockzeitlichen Torfahrthäuser, wie er am Oberrhein und in den Dörfern des Kraichgaus im 18. Jahrhundert mehrfach zu finden ist. Das Anwesen dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Rinklingens und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
109822484 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 23 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau über hohem, verputztem Massivsockel mit Eckquaderung, westliche Erdgeschosswand massiv, Fachwerk mit Geschossvorkragungen über beschnitzten Knaggen und Balkenköpfen sowie mit Zierelementen, traufseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe mit überdachtem Vorplatz, 1588 (d)
Das ungemein stattliche Wohnhaus zählt zu den ältesten überlieferten Wohnbauten Rinklingens und dokumentiert beispielhaft den Fachwerkbau in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts im Kraichgau. Deutlich lässt sich am Außenbau anhand der Fensteranordnung die innere Einteilung mit charakteristischen Eckstuben und Kammern ablesen. Absolut typisch für den regionalen Hausbau ist die traufseitige Eingangssituation mit einer Freitreppe, die den Wohnteil über dem hohen Kellergeschoss erschließt. Das Haus veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein hauskundlich bemerkenswertes und wichtiges Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
96586622 | ||
| Altes ev. Pfarrhaus | Hauptstraße 30 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Halbwalmdach mit Aufschiebling und profiliertem Traufgesims, hoher Kellersockel, traufseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, um 1782/92
Das stattliche Gebäude in markanter Lage innerhalb des alten Ortskerns ist mit seiner Kubatur und seiner Gestaltung charakteristisch für Pfarrhausbauten der Barockzeit. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Landgeistlichen im späteren 18. Jahrhundert und ist als vormaliger Sitz der Pfarrei Rinklingen von Bedeutung für die Orts- und die lokale Kirchen- und Konfessionsgeschichte. |
102748922 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 40 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger und verputzter Bau, hohes steiles Satteldach mit einseitigem Halbwalm, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, giebelseitig freiliegend, traufseitig Zugang und Sandsteintafel mit Bauinschrift, 1704 (i)
Das stattliche Wohnhaus wurde nach Ausweis der Inschrifttafel 1704 errichtet. Es ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Das Haus veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102749198 | ||
| Doppelhaus | Hauptstraße 44 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger und verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss teils massiv, sonst Fachwerk, mittig hohe Rundbogentoreinfahrt, im Kern wohl um 1600, Umbau 18. Jahrhundert
Das stattliche traufständige Gebäude datiert im Kern wohl um 1600 und zählt damit zur ältesten überlieferten Bausubstanz in Rinklingen. Es ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz und ein frühes Beispiel für ein Torfahrthaus. Das Doppelhaus veranschaulicht frühneuzeitlich Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102749216 | ||
| Hofanlage | Hauptstraße 46 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger Fachwerkbau über verputztem Massivsockel, Satteldach mit Aufschiebling, im Giebel Zierelementen, traufseitige Erschließung, im Kern um 1600, Umbauten 18. Jahrhundert; Scheune, großer Massivbau aus Sand- und Backstein quer zum Hof, Satteldach mit einseitigem Halbwalm, im Kern wohl frühneuzeitlich, Umbauten letztes Viertel 19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Rinklingens und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Das Wohnhaus zählt im Kern zu den ältesten überlieferten Fachwerkbauten im Ort und wurde im 18. Jahrhundert in zeittypischer Weise umgebaut. Das Anwesen veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102749242 | ||
| Hofanlage | Hauptstraße 54/2, 54 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiges Giebelhaus unter steilem Satteldach mit Aufschiebling, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, im Giebel Wetterdach, Haustürblatt spätes 18. Jahrhundert, wohl spätes 17./frühes 18. Jahrhundert; Doppelscheune, großer Massivbau aus Bruchstein mit Satteldach, achsensymmetrisch mit außen liegenden Tennen, teils mit Gewölben unterkellert, 1850 (i), Dachwerk im späten 19. Jh. erneuert; schmaler Seitenflügel mit Stall und Holzlege, wohl Mitte 19. Jahrhundert; Torpfeiler mit pyramidalem Abschluss; Hoffläche und Garten
Die große Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Rinklingens und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht vormoderne Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102749286 | ||
| Eisenbahnüberführung | Schafforst (Karte) |
An der Eisenbahnstrecke Grötzingen - Eppingen (Kraichgaubahn, VzG-Streckennummer 4201) bei Km 14,966, zwischen den Stationen Dürrenbüchig und Bretten-Rinklingen, steinerne Gewölbebrücke aus Naturstein über einen Feldweg, einbogiges Gewölbe mit Halbkreisform, Widerlager auf der Nordwestseite vorspringend und gewinkelt in Flügelmauern übergehend, qualitätvolle Ausführung mit grob bossiertem Quadermauerwerk aus gelblichem Sandstein; Gewölbe mit Bogensteinen an den Stirnseiten, Abschlussgesims sowie Kantenquaderungen aus rotem Sandstein; Spannweite 5 m, im Auftrag der Stadtgemeinde Karlsruhe als Inhaber der Baukonzession ausgeführt durch die Philipp Holzmann & Cie in Frankfurt am Main erbaut, 1878 (a), Inbetriebnahme des Streckenabschnitts Grötzingen-Eppingen durch die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen 1879 (a)
Die 1878 erbaute Eisenbahnbrücke ist erstaunlich gut erhalten und auch für die Geschichte des Eisenbahnbaus in Baden sehr bedeutsam, weil der Streckenabschnitt Grötzingen-Eppingen der Kraichgaubahn zwar ab seiner Inbetriebnahme im Oktober 1879 von den Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen betrieben, aber nicht gebaut worden ist. Der westliche Abschnitt der Kraichgaubahn Baden ist ein Kuriosum in der badischen Eisenbahngeschichte, weil sie 1878/79 auf Betreiben der Stadtgemeinde Karlsruhe und des damaligen Karlsruher Bürgermeisters Lauter erbaut wurde. Deshalb sind die den Bauten der badischen Staatseisenbahnverwaltung stark ähnelnden Hochbauten und Kunstbauten des westlichen Streckenabschnitts architekturgeschichtlich besonders spannend. So zeigt die Brücke eine qualitätvolle Ausführung. Sie ist in wichtiges Zeugnis des Ingenieuerbaus im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und dokumentiert die Eisenbahn- und Verkehrsgeschichte in Baden. |
112895741 |
Ruit
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Denkmale für die Gefallenen der Weltkriege | Am Altenberg 2 (Karte) |
Bestehend aus: Gefallenendenkmal Erster Weltkrieg, hohe, mit einem Tatzenkreuz bekrönte Stele aus rotem Granit, auf der polierten Front Inschrift: „Weltkrieg 1914 bis 1918 Unseren tapferen Helden zu Ehren gewidmet“ und Namen der Gefallenen, im Sockel „Helden befallen im Ringen um Deutschlands Ehre und Sein, Hell soll ihr Name erklingen Heilig soll er uns sein“, Seiten und Rückseite grob behauen, 1924 durch den Kriegerverein initiiert, realisiert 1931 (a), ehemals vor der Kirche aufgestellt; Gefallenendenkmal Zweiter Weltkrieg, rechteckige Kalksteinstele, an der Vorderseite Tafel aus Metall mit der Inschrift: „Zum Gedenken an die Kriegsopfer des 2. Weltkriegs 1939 bis 1945“ und den Namen der Gefallenen, eigens hervorgehoben die „Opfer eines Fliegerangriffs auf Ruit am 10. März 1945“
Die beiden Stelen erinnern an die Ruiter Kriegstoten des Ersten und zweiten Weltkriegs. Sie veranschaulichen dabei sowohl in der Gestaltung wie auch in der Beschriftung den Wandel in der Gedenkkultur von einem heroisierenden Heldengedenken hin zu stillem Andenken. Beide Denkmale haben ortsgeschichtliche Bedeutung, halten sie doch die Erinnerung an zwei auch für die badische Landgemeinde einschneidende übergeordnete historische Ereignisse fest. |
109075624 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Pfarrkirche mit Vorplatz | Am Ölgraben 6 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Satteldach und eingezogenem Polygonalchor, ins Langhaus eingezogener, risalitartig vortretender Westturm mit spitzer Knickhaube, Gliederung durch Eckquaderung, Lisenen und Spitzbogenfriese in Sandstein, reich gestaltete Spitzbogenportale mit eingestellten Säulen, im Inneren Holzbalkendecke auf Konsolen, dreiseitig umlaufende beschnitzte Empore, bauzeitliche Ausstattung mit Kanzel, Taufstein, Abendmahlstisch, Fenster, Türen etc. erhalten, Orgel der Firma Stieglitz, Reutlingen, errichtet nach Plänen von Architekt Carl Weber, Pforzheim, von Werkmeister Förster, Bretten, errichtet, 1864/65 (a)
Die evangelische Pfarrkirche in Ruit ist ein anschauliches Beispiel für den evangelischen Kirchenbau im Großherzogtum Baden im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Das Gotteshaus spiegelt die Forderungen an einen zeitgemäßen Kirchenbau, die sich 1861 in dem sog. Eisenacher Regulativ manifestierten. Die Forderung nach einem Sakralbau, der Anschluss an einen der geschichtlich entwickelten christlichen Baustile suchte, erklären sich aus der Auffassung des neuen Luthertums, dass protestantischer Kirchenbau unmöglich sei: Luther habe keine neue Kirche, sondern die Reinigung der alten gewollt. Es wurde wurde ein Longitudinalraum gefordert, eine klare Ausrichtung auf den von einem eigenen Raum umschlossenen und mit Stufen erhöhten Altar als Ort des Abendmahls. Sei es die separierte Stellung der Kanzel, die für die Akustik vorteilhafte Holzdecke, der Platz für die Orgel auf einer Empore gegenüber dem Altar, die Bankreihen mit einem Mittelgang vom Haupteingang zum Chor - alle 1861 formulierten baulichen Empfehlungen sind die schlüssige Folge einer theologischen Entscheidung. Somit vermittelt die Pfarrkirche in Ruit, die mit ihrer strengen Gliederung im Äußeren noch klassizistisch beeinflusst ist, einen weitgehend geschlossen überlieferten Eindruck eines evangelischen Kirchenraums in unmittelbarer Reaktion auf das Eisenacher Regulativ. Die Orgel ist die einzig erhaltene der seinerzeit bekannten Firma der Firma Stieglitz aus Reutlingen in Baden. Als geistlicher Mittelpunkt der relativ jungen Pfarrei ist die Ruiter Kirche darüber hinaus ein wichtiges Zeugnis der Orts- und lokalen Kirchengeschichte. |
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| Ehrenmal zum Gedenken an den Deutsch-französischen Krieg 1870/71 und seiner Teilnehmer | Am Ölgraben 6 (Karte) |
Rechteckige Stele aus rotem und geflammten Sandstein, bekrönt von einem Reichsapfel als Dorfzeichen von Ruit und Symbol des Reiches, Front mit Relief gekreuzter Gewehre,Pickelhauben, Kanone und Kugeln, darunter Inschrift: „Zum Gedächtniß an den glorreichen Krieg von 1870-71, durch welchen in sieben Monate der Uebermuth des alten Erbfeindes gedemütigt und das deutsche Reich durch Kaiser Wilhelm wieder aufgerichtet wurde. Das ist vom Herrn geschehen und ein Wunder vor unsern Augen!“, auf der Rückseite Namen der Soldaten, wenn gefallen, vermerkt, 1874 von der Gemeinde unter Bürgermeister Kraus beschlossen, realisiert von Steinhauer Anton Hehl aus Pforzheim, 1876 (i)
Das an zentralem Ort im Dorf vor der Kirche aufgestellte Denkmal ist charakteristisch für eine ganze Reihe solcher Ehrenmäler. In vielen badischen Gemeinden wurden zu Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts u. a. von den Kommunen Ehrenmäler aufgestellt, welche der Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedenken. Dabei wurden nicht nur der Gefallenen gedacht, sondern aller Soldaten aus der jeweiligen Gemeinde. Diese Denkmäler sind auch Erinnerung an die Reichseinigung unter preußischer Führung und stellen dabei den badischen Anteil heraus. Das Ruiter Denkmal ist daher wichtiges Zeugnis des Nationalpatriotismus und der Monarchenverehrung im jungen deutschen Kaiserreich. |
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| Schulhaus | Am Ölgraben 7 (Karte) |
Stattlicher zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit übergiebeltem Mittelrisalit und hohem Walmdach, Gliederung mit großen verdachten Fenstern, Gurtgesims und Kranzgesims mit Zahnschnitt, im hohen Erdgeschoss die beiden urspr. Klassenzimmer, im Obergeschoss urspr. sechs Zimmer mit Küche, eines davon für den Unterlehrer zur Wohnstatt, erbaut 1878/79 (a)
Das stattliche Schulhaus wurde als Gebäude mit städtischem Anspruch in spätklassizistischen Formen errichtet. Für Schulbauten hielt sich der Klassizismus gerade im ländlichen Bereich in baden bis weit in die 1870er-Jahre hinein. Die hohen Fenster im Erdgeschoss zeigen die Lage der beiden Klassenzimmer an, während das Obergeschoss in der üblichen Weise die Lehrerwohnungen aufnahm. Das Schulhaus ist damit ein wichtiges Zeugnis der Orts- und Bildungsgeschichte der Landgemeinde in der Gründerzeit. |
102751490 | ||
| Rat- und Schulhaus | An der Salzach 3 (Karte) |
Stattlicher zweigeschossiger freistehender Kopfbau an der Einmündung der Hinteren Dorfstraße mit Krüppelwalmdach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Zierfachwerk mit profilierten Schwellen, K-Streben und genasten Brüstungshölzern,i m Innern urspr. „unter der Rathausstiegen ein Zuchthäußle mit steinernen Gewölb“ und bis 1841 Kelterhalle, Inschriftenstein mit Namenskürzeln der Schultheißen, des Schulmeisters und anderer Bürger unter Verwendung von Resten des Vorgängerbaus von 1622 und der Kelter neu errichtet, 1726 (a, d, i), Umbau Wachtstube und Arrest, 1878 (a), Gewölbeeinbau für Grundbuch, 1901 (a), von Denkmalpfleger Friedrich Hirsch restauriert, 1910/11 (a)
Das stattliche freistehende Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Kommunalbau der Frühen Neuzeit. Er zeigt ein für die Region und Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk, das mit den geschweiften und genasten Streben ältere Formen der Renaissancezeit noch im 1. Drittel des 18. Jahrhunderts tradiert, und ist damit ein wichtiges Zeugnis der regionalen Haus- und Baugeschichte. Im Erdgeschoss befanden sich bis 1841 eine Kelterhalle und auch der 1878 erneuerte Ortsarrest. Darüber hinaus war hier auch die erste Schule des Orts untergebracht. Das Gebäude spiegelt so die vielfältigen Funktionen des Rathausbaus. Noch 1901 wurde eigens zur feuersicheren Verwahrung des Grundbuches ein Gewölbe eingezogen. Das Gebäude ist damit ein zentrales bauliches Dokument der Orts- und der kommunalen Verwaltungsgeschichte bis zur Eingemeindung der einst selbstständigen Gemeinde Ruit nach Bretten. Die Erneuerung von 1910/11, die das Fachwerk freilegte, dokumentiert wiederum die Geschichte der badischen Denkmalpflege vor dem Ersten Weltkrieg und des damaligen Umgangs mit einer als seinerzeit wegen ihres Zierfachwerks als herausragend erachteten Bausubstanz. |
102751630 | ||
| Gasthaus Zum Löwen | An der Salzach 9 (Karte) |
Zweigeschossiger Eckbau an der Einmündung zur Hinteren Dorfstraße mit hohem Krüppelwalmdach, konstruktives Fachwerk auf massivem verputztem Erdgeschoss, urspr. verputzt (Fußwalm jünger, um 1950), traufseitige Erschließung, im Schlussstein des Hauseingangs Brezel und Initialen HRM, 1823 (i), (hinterer Scheunenteil in der Nachkriegszeit erneuert)
Das stattliche Gebäude in Kopflage ist ein anschauliches Beispiel für einen großen Dorfgasthof am Ausgang der Vormoderne. Die Brezel im Keilstein des Hauseingangs verweist dabei auf die Funktion des Gasthauses auch als Bäckerei, eine öfter anzutreffende Kombination. Mit seiner Kubatur und dem konstruktiven Fachwerk, das ursprünglich verputzt war, tradiert das Gebäude Bauweisen des 18. Jahrhunderts in die Biedermeierzeit. Als historisches Gasthaus ist es Zeugnis der Ruiter Wirtschafts- und Sozialgeschichte. |
102751948 | ||
| 9 Grenzsteine an der ehemaligen Landesgrenze zwischen Württemberg und Baden | Zollstock (Karte) |
Wappen, Ortszeichen, Jahreszahl | 105428487 | ||
| Wohnhaus (heute Bücherei) | Hintere Dorfstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger, breit gelagerter Eckbau unter Halbwalmdach und mit Zwerchhaus, massives und verputztes, teils rustiziertes Erdgeschoss, darüber Sichtfachwerk mit Dreier- und Zweierfenster mit Erkerrahmen auf geschnitzten Konsolen, im Erdgeschoss Fensterstürze mit Engelsköpfen und Initialen, 1722 (i), Zwerchhaus vor 1910, Umbau für K. Kraus u. a. Treppe, 1934 (i)
Das stattliche barockzeitliche Gebäude zeigt ein für die Entstehungszeit und die Region charakteristisches Zierfachwerk. Bemerkenswert und originell sind die Fensterstürze mit etwas derben Engelsköpfen, die wie das Fachwerk einen gewissen gestalterischen Anspruch der Bauherrschaft belegen. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102756778 | ||
| Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Kriege | Unter den Krautgärten (Karte) |
Abstrakte Skulptur in Gestalt eines geborstenen Kreuzes, Gedenkspruch: „Den Opfern der Kriege zum Gedenken / Den Lebenden zur Mahnung“, unter Mitwirkung von Sibylle Schlageter von Bildhauer Volker Erhard, gen. Voré, Ettlingen, im Auftrag der Gemeinde erstellt, 1966 bis 1969 (a), und in Anwesenheit der gesamten Einwohnerschaft eingeweiht am 16.11.1969 (a)
Das in den Jahren 1966 bis 1969, z. T. unter Mithilfe der Künstlerin Sibylle Schlageter, errichtete Mahnmal erhebt sich in dominierender, ortsbildprägender Lage in der Kraichgauer Kulturlandschaft über dem Ort Ruit. Es wandelt sich durch den Perspektivwechsel von der Kirche aus kommend und mit Erwandern des Hügels von einer Kreuzform in eine Ruinenform. Das Mahnmal bietet den Spaziergängern mit einem „eingebauten“ Dach bei Regen Schutz und Unterstand, symbolisiert die „Quellsituation“ und die Hoffnung. Die Form wurde als Eisengerüst mit doppelter Gitterwand aus ca. 10 mm Eisen geschweißt und verfügt über eine Betonfüllung, während für die äußeren Wände in ihrer Doppelfunktion von Außenhaut und Schalung Ziegelrabitz benützt wurde. Das Mahnmal ist ein höchst eindrucksvolles Zeugnis einer expressiven Richtung in der Skulptur der Nachkriegszeit und dokumentiert das Schaffen des Bildhauers Volker Erhard. Es ist dabei auch ein Zeugnis für den Umgang mit der Erinnerung an den zweiten Weltkrieg und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg und Gewalt in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit. |
109075327 | ||
| Grenzstein | nach Knittlingen (Karte) |
Landesgrenze zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg, rote Sandsteinstele, auf der Ruit zugewandten Seite das badische Wappen und das Ortssymbol von Ruit, Reichszepter mit Kreuz, sowie die Jahreszahlen 1830 und 1836
Der Landesgrenzstein ist wichtiges Zeugnis der nach 1806 neu geschaffenen Territorialgrenzen zwischen dem Königreich Württemberg einer- und dem Großherzogtum Baden andererseits. Er markiert zugleich die alte Markungsgrenze der Gemeinde Ruit. Der Grenzstein dokumentiert damit Aspekte der Landes- und Rechtsgeschichte. |
109074998 | ||
| Obere Mühle o. a. sog. Mößner’schen Mühle | Ölbronner Straße 2, 2/1 (Karte) |
Mühlengehöft, erstmals erwähnt 1424 (a), bestehend aus:
Das große Mühlengehöft veranschaulicht Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse eines Müllers und seiner Familie in der Frühen Neuzeit. Die Obere Mühle, erstmals 1424 erwähnt, war ursprünglich herrschaftliche Bannmühle, d. h. die Einwohner Ruits waren gezwungen, hier ihr Getreide gegen Gebühr mahlen zu lassen. Von der herausgehobenen Position des Müllers als Pächter der herrschaftlichen Mühle und damit als in der Dorfgesellschaft hervorgehobener Person legt die reiche und repräsentative Gestaltung des Hauptbaus Zeugnis ab. Es zählt mit seinem Zierfachwerk und dem reich ornamentierten Torbogen zu den anspruchsvollsten Wohnbauten der Barockzeit in der Region. Das Mühlenanwesen ist wichtiges Zeugnis der Ruiter Herrschafts-, Siedlungs- und Agrargeschichte. |
102757010 |
Sprantal
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Haus Gärtner | Habichtweg 12 (Karte) |
Wohnhaus mit Schwimmbad, Garage und Garten, ein- bis zweigeschossiger Stahlbetonbau aus ineinander verschobenen Baukörpern mit bewegter Dachlandschaft, großen Fensterflächen, vorkragenden Bauelementen über unregelmäßig polygonaler Grundrissstruktur, erbaut für Dr. Gärtner, Architekt Chen Kuen Lee, Gartengestaltung Hannes Haag, 1979 bis 1981 (a)
Als ehemaliger Mitarbeiter des bedeutsamen deutschen Architekten Hans Scharoun gilt Chen Kue Lee (1914 bis 2003) als ein renommierter Vertreter organischer Architekturströmungen. So zeichnet sich Haus Gärtner durch sein ihm innewohnendes Grundprinzip der Vermeidung rechter Winkel aus, was sich äußerlich anhand der leicht versetzt angeordneten, asymmetrischen und teils weit vorkragenden Baukörper mit spitzen Winkeln oder der unregelmäßig-polygonalen Grundrissform ablesen lässt. Ebenso sind die Innenräume durch stumpfe und spitze Winkel geprägt, was den eigenwilligen Wohnungen individualisierende Qualitäten verleiht. Zusammen mit der anschaulich überlieferten Ausstattung ist das Gebäude somit ein ausdrucksstarkes Zeugnis für organische Tendenzen innerhalb der südwestdeutschen Wohnhausarchitektur der Nachkriegszeit. Unabdingbar für die Wirkung des Hauses im Grünen ist der umgreifende Gartenraum, in dessen Gestaltung die Architektur harmonisch eingebettet ist. |
109018430 | ||
| Wohnhäuser | Ortsstraße 4, 5 (Karte) |
Zwei Giebelhäuser, hintereinander gestaffelt, beide unter Satteldach, an der Traufseite stark herabgezogen, beide mit traufseitiger Erschließung, vorne Nr. 5 mit einem über massivem Stallgeschoss vorkragenden Fachwerkgeschoss samt Fenstererker, über Balkenköpfen vorkragender Giebelgeschosse mit 2/3-Streben und profilierten Schwellen, errichtet für Christian Baradun und Hans Jakob Wächter, 1719 (i), (Umbauten 1956); dahinter Nr. 4, über Stallgeschoss ein Fachwerkgeschoss, unter Einbezug eines älteren Gewölbekellers mit Rundbogenportal errichtet, 1755 (d)
Die beiden bäuerlichen Wohnhäuser dokumentieren die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Sprantals und sind wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Sie veranschaulichen frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und sind ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102761371 | ||
| Gehöft | Ortsstraße 6 (Karte) |
Giebelständiges Wohnhaus zur Straße, Ökonomie in Verlängerung und quergestellt, zweigeschossiges Wohnhaus, traufseitig erschlossen, Erdgeschoss massiv mit Stall, aufgemalte Rustika des 19. Jahrhunderts, Obergeschoss und Giebel aus Fachwerk mit Vorkragungen und Zierfiguren, spätes 17./frühes 18. Jahrhundert
Das bäuerliche Anwesen dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Sprantals und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Es veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102761824 | ||
| Gehöft | Ortsstraße 7 (Karte) |
Bestehend aus: giebelständiges Wohnhaus zur Straße, über massivem Sockelgeschoss eingeschossiger Fachwerkbau, Giebelgeschosse mit Vorkragungen und Zierfiguren, traufseitige Erschließung über zweiläufige Treppe, 17. Jahrhundert, Wohngeschossfront massiv erneuert, 19. Jahrhundert, Remisen bzw. Stallscheunen quer die Hofstelle abschließend, kleinteilig in Geschossbauweise, Satteldach, 19./20. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Sprantals und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Das Wohnhaus zeigt die für die Region charakteristische traufseitige Erschließung über eine Freitreppe. Das Anwesen veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102761892 | ||
| Gehöft | Ortsstraße 8 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnstallhaus, zweigeschossig, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerkbau mit vorkragendem Giebelgeschossen und Satteldach, Eckquader am Wohnhaus mit Ornament, traufseitige Erschließung über zweiläufige Freitreppe, beschrifteter Eckständer, erbaut für Christian Baradon, 1719 (i); Scheune mit Doppeltor, Bruchstein- und Fachwerkbau mit Satteldach, 18./19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Sprantals und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Das Wohnstallhaus ist mit seinem Fachwerk und der traufseitigen Erschließung charakteristisch für die Bauernhäuser der Region. Die Hofanlage veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102761932 | ||
| Wohnhaus | Ortsstraße 15 (Karte) |
Eingeschossiger Bau über Hochkeller, Satteldach, Dachtraufe über der seitlichen Erschließung mit Treppe vorgezogen, Kellergeschoss massiv und verputzte, darüber Fachwerk, im Giebel mit Vorkragungen über Knaggen und mit Zierelementen, giebelseitige Erdgeschossfassade massiv und verputzt, im Kern 17. Jahrhundert, Umbauten u. a. mit massiver Erdgeschossfront, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das bäuerliche Wohnhaus ist mit seinem Hochkeller und der traufseitigen Erschließung über eine Freitreppe charakteristisch für den regionalen ländlichen Hausbau. Das Fachwerk im Giebel zeigt für den Kraichgau und die Entstehungszeit zeittypische Formen und verweist auf eine Entstehung in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das Haus zählt damit zu den ältesten überlieferten Wohnbauten am Ort. Es veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102758536 | ||
| Gehöft | Ortsstraße 21 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, giebelständiges, eingeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, Giebel mit Geschossvorkragungen, traufseitige Erschließung, 1727 (i, d); Scheune, Fachwerk- und Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, wohl 1. Drittel 18. Jahrhundert, vermauerter Ofenstein
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Sprantals und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102757851 | ||
| Rathaus | Ortsstraße 26 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger und verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, Giebel aus Fachwerk, traufständige Erschließung, errichtet unter Einbezug des älteren Kelterhauses (3/5tel), 1861/62 (a), umgebaut 1880, 1901 und 1947 bis 1950 (a)
Das Gebäude, entstanden aus einem älteren Kelterhaus, ist ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Kommunalbau im Baden der späten Biedermeierzeit. Die Architektur folgt noch ganz - in zeittypischer Weise - Formen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Als vormaliger Sitz der Gemeindeverwaltung dokumentiert das Gebäude die Ortsgeschichte der bis zur Eingemeindung nach Bretten politisch selbstständigen Gemeinde. |
102757802 | ||
| Ev. Filialkirche (St. Wolfgang) | Ortsstraße 27 (Karte) |
Schmaler massiver und verputzter Saalbau mit Polygonalchor, gesüdet, Satteldach mit entsprechnder Abwalmung und Dachreiter, Chor mit Strebepfeilern und Maßwerkfenstern, Langhaus mit Rundbiogenfenstern, Langhaus mit Flachdecke, einschnürender Chorbogen, im Chor zwei Sterngewölbe, Orgelempore im Norden, ausweislich der Bauformen Ende 15. Jahrhundert, erstmals erwähnt 1505 (a), Langhaus neu erbaut, 1761 (a)
Die im Kern spätmittelalterliche evangelische Kirche von Sprantal gehörte ursprünglich als Filial zur Pfarrei Bretten und ist seit 1723 Filiale von Nußbaum. Sie ist mit ihrer Grundform charakteristisch für größere Kapellenbauten auf dem Land. Ältester Teil ist der spätgotische Chor mit einem zeittypisch aufwendigen Sternrippengewölbe, dessen Bauformen eine Entstehung zu Ende des 15. Jahrhunderts nahe legen. Erstmals erwähnt ist das Gotteshaus 1505. Das Langhaus erfuhr 1761 einen einfachen spätbarocken Neubau, wie er charakteristisch ist für protestantische Sakralbauten in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als seit dem Mittelalter existentes Gotteshaus ist die evangelische Kirche das älteste erhaltene Bauwerk am Ort und hat wichtige Bedeutung für die Siedlungs-, Orts- und lokale Kirchengeschichte. |
102757254 | ||
| Winkelgehöft | Ortsstraße 28 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, von der Straße zurückgesetzt, giebelständiges eingeschossiges Fachwerkhaus mit Satteldach, traufseitige Erschließung, 18. Jahrhundert; quergestellt Scheune aus Bruchstein und Fachwerk unter Satteldach, 18./19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Sprantals und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht frühneuzeitliche Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102761227 | ||
| Gehöft | Ortsstraße 37 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zur Straße giebelständiger, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt, darüber Fachwerk mit K-Streben, traufseitige Erschließung, 18. Jahrhundert; große quer gestellte Scheune, großer teilverputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, 18./19. Jahrhundert
Die Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Sprantals und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102762028 | ||
| Gehöft | Ortsstraße 39 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zur Straße giebelständiger Bau unter Satteldach, über massivem Hochkeller Wohnetage und Giebel aus Fachwerk, im über Balkenköpfen und profilierten Schwellen vorkragenden Giebel reiche Zierfiguren u. a. K-Streben und Fenstererker, angeblich erbaut 1719 (a), vielleicht älter; Scheune, Bruchsteinbau mit Fachwerkgiebeln und einseitig angehobenem Satteldach, 18. Jahrhundert, Umbau Ende 19. Jahrhundert
Die barockzeitliche Hofanlage dokumentiert die von der Landwirtschaft geprägte historische Siedlungsstruktur Sprantals und ist wichtiger Bestandteil der das Ortsbild nach wie vor bestimmenden älteren Bausubstanz. Die Anlage ist charakteristisch für die Kraichgaudörfer. Sie veranschaulicht frühere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
102762013 | ||
| 9 Gemarkungsgrenzsteine zwischen Stein und Sprantal | Distr. Roschbach (Karte) |
Gleichzeitig Kreisgrenze zwischen Enzkreis und Kreis Karlsruhe, um 1850, Buntsandstein | 104760522 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.