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Liste der Kulturdenkmale in Marxzell

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In der Liste der Kulturdenkmale in Marxzell sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Marxzell im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Burbach

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Grenzstein Am Buchenhain 20
(Karte)
Niedriger hochrechteckiger Steinstumpf mit eingemeißeltem Zeichen, wohl Wappendarstellung, aufgestellt 1805 (i)

Der 1805 aufgestellte Grenzstein bildete eine ortsgebundene Rechtsurkunde. So markierte er Herrschafts-, Grundstücks- sowie Territorialgrenzen und trennte Besitz-, Nutzungs- und Hoheitsrechte, wobei die mutwillige Versetzung solcher Grenzsteine bei hoher Strafe verboten war.

96963685
Bildstock mit Bildnische Am Sonnenhang 1
(Karte)
Gestiftet von Saulus Dreher, Sandstein, hoher Nischenkasten, Giebelabschluss, Inschrift im Pfeilerschaft, errichtet 1740 (i)

Der Bildstock am südlichen Ortsrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Paulus Dreher und dessen Ehefrau Katharina und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als anschauliches Beispiel für die barockzeitliche Religiosität der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach.

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Wegkreuz mit Kruzifix Alte Wiesen
(Karte)
Engelsköpfe und Madonnenstatue, gestiftet von Joseph Weingärtner, Sandstein, Blechüberdachung, Inschrift im Sockel, errichtet 1869 (i)

Das Wegkreuz an einer Weggabelung unmittelbar südlich des Orts ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Joseph Weingärtner und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität zu Beginn der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts relevant.

96963687BW
Wegkreuz mit Kruzifix unter Engelskopf und Madonnenstatue Am Windeck 2
(Karte)
Wohl gestiftet von Anton Lau, Sandstein, einfacher Rechtecksockel mit Inschriftfeld, errichtet 1872 (i)

Das Wegkreuz gegenüber des heutigen Sportplatzes ist Zeugnis einer tief verwurzelten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Anton Lau und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität des späten 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der damaligen Zeit relevant.

96963686BW
Kreuzigungsgruppe mit Kruzifix sowie Skulpturen der Muttergottes und des Apostels Johannes auf gemeinsamem Sockel Bergstraße 3
(Karte)
Gestiftet von Mathias Weingärtner, Sandstein, Engelsköpfe im Kreuz, maßwerkgerahmtes Inschriftfeld im Sockel, errichtet 1882 (i)

Die Kreuzigungsgruppe in prominenter Lage unmittelbar nordwestlich der Pfarrkirche ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Mathias und Katharina Weingärtner und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod in skulpturaler Weise vor Augen geführt wird. In ihren Rollen als überzeitliche Heilszeugen überführen die beiden charakteristischen Begleiterfiguren der Muttergottes und des Apostels Johannes dabei das Kreuzigungsgeschehen gewissermaßen in die Jetztzeit und intensivieren so die andächtige Vertiefung des Betrachters in jenen zentralen Akt der christlichen Passion. Als anschauliches Dokument für die lokale Religiosität des späten 19. Jahrhunderts ist die Kreuzigungsgruppe somit ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Nicht zuletzt besitzen die Skulpturen des Gekreuzigten, der Muttergottes sowie des Apostels Johannes aussagekräftigen Quellenwert für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

96963677BW

Weitere Bilder
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul Bergstraße 5
(Karte)
Saalkirche mit Satteldach und eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, roter Sandsteinbau, Lisenengliederung, Giebelturmrisalit mit polygonalem Turmhelm und rundbogigen Schallöffnungen, symmetrische Westfassade, mittig im Turmerdgeschoss rundbogiges Gewändeportal mit rechteckiger Türöffnung, den Turmrisalit flankierende Fensterrosen mit Maßwerkgliederungen, Ortgänge mit Staffelfriesen, Gesimsbänder am Turm teilweise mit Friesen, Langhaus und Chor mit hohen Rundbogenfenstern, am Chorscheitel Rundfenster, Traufgesimse mit Konsolenfriesen, im Inneren flache Hohlkehlendecken mit Deckengemälden und Profilrahmungen, samt historischer Ausstattung, Kirche errichtet nach Entwurf von Bezirksbaumeister Johann Ludwig Weinbrenner, 1843 bis 1845, Weihe 1846; umgebender Kirchhof

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul bildet mit ihrem hochaufragenden Giebelturmrisalit sowie in ihrer steinsichtigen Bauweise aus lokaltypischem Buntsandstein ein weithin sichtbares und markantes Element, welches das Ortsbild in nachhaltiger Weise bestimmt. Die mittelalterliche Kirche des Orts mit romanischem Chorturm und gotischem Langhaus befand sich im ummauerten Gartenbereich südlich des Pfarrhauses. Das heutige Kirchengebäude entstand zwischen 1843 und 1846 (Weihe) nach Plänen des damaligen Rastatter Bezirksbaumeisters Johann Ludwig Weinbrenner (1790 bis 1858), Schüler und Neffe des berühmten badischen Baudirektors Friedrich Weinbrenner (1766 bis 1826). Die Saalkirche mit eingezogenem, sowie dreiseitig geschlossenem Chor und Giebelturmrisalit entfaltet mit ihrer symmetrischen Fassaden- und Grundrissorganisation sowie ihrem Verzicht auf überbordenden Dekor eine in sich ruhende und von zeitloser Monumentalität geprägte Wirkung, an welcher noch entschieden der Einfluss des auf rationale Klarheit, liturgische Funktionalität und stille Würde ausgerichteten Klassizismus Friedrich Weinbrenners zum Ausdruck kommt. Angesichts des rundbogigen Gewändeportals, der gekehlten, rundbogigen Fenstergewände sowie der beiden flankierenden Fensterrosen mit Maßwerkgliederungen werden zugleich die konzeptionellen Einflüsse des vom Karlsruher Architekten Heinrich Hübsch (1795 bis 1863) propagierten Rundbogenstils als Weiterentwicklung des als zu nüchtern empfundenen Weinbrenner-Klassizismus sowie der während der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkommenden Neugotik deutlich. Der überaus authentisch und geschlossen überlieferte Innenraum setzt mit seiner weitgehend original erhaltenen Ausstattung wie den antikisierenden Kleinarchitekturen der Altäre, der durch Figurenreliefs verzierten Kanzel, der auf einer Rundbogenarkade ruhenden Westempore oder den Altarblättern des Künstlers W. Dürr die klassizistische Anmut des Außenbaus fort, wobei das Deckengemälde im Langhaus im Zuge der Umgestaltung zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand. Somit ist die Pfarrkirche ein herausragendes Dokument für die vom Klassizismus und vom Rundbogenstil bestimmte Sakralbaukunst der Mitte des 19. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden und dokumentiert die prägende architektonische Tätigkeit der Weinbrenner-Schüler in Baden. Als geistlicher Mittelpunkt der mindestens seit 1402 bestehenden Pfarrei nimmt das Gebäude überdies eine zentrale Rolle innerhalb der jüngeren Glaubens- und Siedlungsgeschichte von Burbach seit 1846 ein.

96963670
( Wikidata)
Wegkreuz mit Kruzifix und Engelsköpfen in den Kreuzarmen Bergstraße 5
(Karte)
Gestiftet von Mathias Sarbacher, Sandstein, am Kreuzfuß Totenkopfrelief, im Sockel Inschrift, errichtet 1714 (i)

Das in prominenter Lage unmittelbar westlich der Pfarrkirche befindliche Wegkreuz ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Mathias und Anna Maria Sarbacher und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Dabei verweist das Totenkopfrelief über dem Kreuzfuß auf den Ort des Kreuzigungsgeschehens, die Schädelstätte Golgatha und ist zugleich ein Hinweis auf das Grab Adams und der Überwindung des Sündenfalls durch den Opfertod Jesu. Als eindrucksvolles Dokument für die barockzeitliche Religiosität des frühen 18. Jahrhunderts in der Region ist das Wegkreuz somit ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Nicht zuletzt besitzt der im Dreinageltypus dargestellte Korpus anschaulichen Quellenwert für die regionale Bildhauerkunst der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

96963676BW
Brunnenstube mit Nepomuk-Statue und Brunnentröge sowie alte Kelter mit Rinnenstein Brunnenstraße 14
(Karte)
Sandstein, Brunnenstube tonnengewölbter Raum mit Steinplattenabdeckung, über der Stubenöffnung Inschriftenstein mit Jahreszahl sowie Pflugsech- und scharrelief, auf erhöhter Vorderseite Statue des heiligen Johannes Nepomuk, mehrere Steintröge, errichtet 1780 (i), Statue, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Steinkelter und Rinnstein, Anfang 19. Jahrhundert

Die Brunnenanlage mit Brunnenstube von 1780 und ihren langgezogenen, rechteckigen Sandsteintrögen ist ein herausragendes Zeugnis für die vormoderne Wasserversorgung des späten 18. sowie des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Burbach. In seiner Lage am südlichen Rand des historischen Dorfkerns bildete die Anlage zudem einen wichtigen Treffpunkt der dörflichen Alltagskultur, wo die Einwohner ihr Brauchwasser besorgten und ihr Vieh tränken konnten. Die Figur des heiligen Johannes Nepomuk bildet den bekrönenden Abschluss der Brunnenstube. Der hl. Nepomuk fand im Jahr 1393 sein Martyrium, als er gegenüber König Wenzel I. von Böhmen das Beichtgeheimnis nicht brechen wollte und nach Inhaftierung sowie Folterung von einer Prager Brücke in die Moldau geworfen wurde. Seit der Heiligsprechung 1729 entwickelte sich Nepomuk mit seinem bezeichnenden Attribut, dem Kruzifix, zu einem der beliebtesten Sakralmotive des fortgeschrittenen 18. Jahrhunderts in den weitgehend katholisch geprägten Regionen Südwestdeutschlands. Damit ist die Skulptur Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit. Als anschauliches Beispiel für die barockzeitliche Heiligenverehrung der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist die Skulptur zugleich ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Darüber hinaus besitzt die Skulptur anschaulichen Quellenwert für die regionale Bildhauerkunst der damaligen Zeit.

96963681BW

Weitere Bilder
Bildstock Burbacher Straße 3
(Karte)
Gestiftet von Daum, leicht konischer stelenartiger Stein mit Bildnische, Dreiecksgiebel, Nische mit Gitter, errichtet 1728 (i)

Der Bildstock unmittelbar an der Brücke über die Alb in Marxzell ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Daum und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als anschauliches Beispiel für die barockzeitliche Religiosität der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in der Gegend um Burbach.

96963698
Wegkreuz mit Kruzifix und Madonnenstatue Eßlig
(Karte)
Wohl gestiftet von Joseph Berschtinger, Sandstein, Sockel in Felsgebilde mit Inschriftfeld, errichtet 1902 (i)

Das Wegkreuz am heutigen südwestlichen Ortsausgang ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Joseph Berschtinger und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als sprechendes Beispiel für die die lokale Religiosität der Zeit um 1900 ist das Wegkreuz somit ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der damaligen Zeit relevant.

96963683BW
Gedenkstein für Erzherzog Karl aufgrund seines Feldzugs gegen die französische Armee im Jahre 1796 Graf-Rhena-Weg
(Karte)
Naturbelassener Sandsteinblock, mittig Inschriftfeld eingearbeitet, errichtet nach 1796

Der Gedenkstein an der Straßenschleife nach Burbach westlich von Marxzell wurde zu Ehren von Karl von Österreich-Teschen errichtet, bekannt als Erzherzog Karl (1771 bis 1847), der im Ersten Koalitionskrieg auf der Seite der koalierten Monarchien Europas die Rhein-Mosel-Armee des revolutionären Frankreichs unter General Moreau über den Rhein zurückdrängen und demnach auch das Gebiet des heutigen Nordschwarzwaldes gegen die französischen Truppen verteidigen konnte. Insbesondere dieser militärische Erfolg brachte ihm eine hohe Popularität in den deutschen Staaten ein. Somit ist der Gedenkstein ein bemerkenswertes und außergewöhnliches Dokument für die mit den Koalitionskriegen verknüpfte Monarchenverehrung des 19. Jahrhunderts im deutschen Südwesten.

96963699BW
Friedhofskreuz mit Kruzifix Höhenstraße 2
(Karte)
Gestiftet von der Gemeinde Burbach, Sandstein, Inschrift auf Schaft und geschweiftem Sockel, errichtet 1839 (i)

Das in lokaltypischem Buntsandstein angefertigte Friedhofskreuz ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und bildet eine Andachtsstätte, an welcher der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. In seiner Funktion als Friedhofskreuz besitzt es zugleich anschaulichen Quellenwert für die örtliche Begräbnis-, Trauer- und Frömmigkeitskultur des 19. Jahrhunderts.

96963679BW
Bildstock mit Bildnische Neureut
(Karte)
Gestiftet von Mathias Mor, Sandstein, großer Nischenkasten mit Eisengitter und Giebelabschluss, Figurengruppe, gedrungener Pfeiler mit Inschriftfeld, errichtet 1713 (i)

Der Bildstock im Gewann Neureut am heutigen nordöstlichen Ortsrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Mathias Mor und Milciana Astmen und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als anschauliches Beispiel für die barockzeitliche Religiosität der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach.

96963684BW
Wegkreuz mit Kruzifix und Madonnenstatue Lindenstraße 17
(Karte)
Sandstein, bossierter Sockel mit Inschriftenfeld, errichtet 1899 (i)

Das Wegkreuz vor dem Gebäude Lindenstraße 15 ist Zeugnis einer tief verwurzelten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als anschauliches Dokument für die lokale Religiosität der Zeit um 1900 ist das Wegkreuz somit ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts relevant.

96963682BW
Bildstock mit Bildnische ohne Figuren Maiberäcker
(Karte)
Sandstein, Pfeilerform mit Giebelabschluss, oberhalb zweite Nische, errichtet 1724 (i)

Der Bildstock im Gewann Frauenäcker südlich von Burbach ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als beredtes Beispiel für die barockzeitliche Religiosität der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach.

96963690BW

Kapelle mit Alleepflanzung Metzlinschwanderhof
(Karte)
Kleine massive Kapelle mit Nische und Satteldach, darin Kreuzigungsgruppe mit Kruzifix und Skulpturen auf gemeinsamem Sockel mit Wappenrelief und Stiftungsinschrift, davor als Sandsteinbalustrade gestaltete Betschranke, errichtet 1713 (i)

Die kleine offene Kapelle wurde in markanter Weise als solitärer Endpunkt eines kurzen abzweigenden Alleenweges in die von Wald umgebene Rodungsfläche des Metzlinschwander Hofs eingebettet. Die Anlage entstand 1713 infolge einer Stiftung der damaligen Äbtissin des Frauenklosters bzw. freiadeligen Damenstifts Frauenalb Maria Salome von Breitenlandenberg (Amtszeit 1684 bis 1715). Mit ihrer Kreuzigungsgruppe und ihrer als Sandsteinbalustrade gestalteten Betschranke ist die Kapelle Zeugnis einer tief verwurzelten und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifterin und bildet eine in der Landschaft inszenierte Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht, an welcher der zentrale Akt der Passion, Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod in lebhafter und nachfühlbarer Weise vor Augen geführt wird. Als herausragendes und ausdrucksstarkes Dokument für die barockzeitliche Religiosität in der Region ist die Kapelle samt ihrem Alleenweg sowie ihrer Alleebepflanzung ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in der Gegend um Burbach und das einstige Kloster Frauenalb. Nicht zuletzt besitzt die Kreuzigungsgruppe aussagekräftigen Quellenwert für die barocke Bildhauerkunst der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region.

96963692

Weitere Bilder
Metzlinschwander Hof Metzlinschwanderhof
(Karte)
Herrschaftlicher Gutshof des Klosters Frauenalb, bestehend aus:
  • Vierseithof mit Wohnstallhaus, rechtwinklig dazu angebautem Stallteil, kleinerem Ökonomiegebäude im rückwärtigen Bereich, Hofmauer und Hofraum, ein- bis zweigeschossiges verputztes Wohnstallhaus mir Krüppelwalmdach in Massivbauweise, südlich zur Straße mittiges Hauptportal mit rechteckigem Oberlicht und waagerechten Gesimsverdachungen, darüber Korbbogennische mit Marienskulptur, über dem Oberlicht Jahreszahl, Portal erschlossen über zweiläufige Freitreppe in Trapezform, westlich an der Traufseite Rundboegnportal mit profilierten Werksteingewände, über dem Bogenscheitel eingemauerter Wappenstein mit Jahreszahl, Rechteckfenster mit profilierten Werksteingewänden, zweigeschossiger und weitgehend massiv errichteter Stallteil mit Walmdach, hofseitig mit vorgelagertem Laufgang in Fachwerk, darüber Fachwerkwand, westliche Schmalseite mit breiter rundbogiger Toreinfahrt, über dem Bogenscheitel eingemauerter Wappenstein mit Jahreszahl, erbaut 1726 bis 1728 (i);
  • Scheune, weitgehend holzverschalter Bau mit Frackdach, massives Sockelgeschoss mit rundbogigem Kellerportal samt Jahreszahl, Sockelgeschoss und Gewölbekeller 1885 (i), nach Brandschäden 2001 wiederhergestellt;
  • separater Backofen;
  • Bauerngarten mit Einfriedungsmauer

Der Metzlinschwander Hof bildet in seiner markanten Solitärlage den letzten überlieferten Rest der einstigen Siedlung Metzlinschwand, einer hochmittelalterlichen Brandrodungssiedlung westlich von Schielberg und nordwestlich des Klosters Frauenalb, in dessen Besitz das Dorf stand. So wurde die heute noch erhaltene Hofanlage 1726 bis 1728 als herrschaftlicher Gutshof des Frauenklosters bzw. freiadeligen Damenstifts errichtet, was angesichts der eingemauerten Wappensteine der damaligen Äbtissin Maria Gertrud von Ichtersheim oder Ichtratzheim (Amtszeit 1715 bis 1761) in wirkungsvoller Weise zum Ausdruck kommt. Den Kern sowie den baulichen Schwerpunkt der Anlage bildet der Vierseithof mit gestalterisch ausgezeichnetem Wohnstallhaus und rechtwinklig dazu angebautem Stallteil. Die gestalterische Auszeichnung als herrschaftliches Gutsgebäude besteht dabei nicht nur in den Wappensteinen, sondern auch in der Dachform des Krüppel- bzw. Walmdachs sowie in der weitgehend symmetrischen Straßenfassade des Wohnstallhauses mit mittigem Hauptportal samt Oberlicht und darüberliegender Korbbogennische für die Skulptur des Hauspatrons, hier der gekrönten Muttergottes mit dem Christuskind. Zusammen mit den übrigen Ökonomiegebäuden, der eingefriedeten Gartenfläche, dem Hofraum sowie dem separaten Backhaus veranschaulicht die Hofanlage damit die landwirtschaftlichen Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse der hier einst ansässigen Gutsbauern im 18. und 19. Jahrhundert und besitzt in seinem authentischen Überlieferungszustand hauskundlichen wie auch architekturgeschichtlichen Aussagewert für solche barockzeitlichen Gutshöfe in der Region. Darüber hinaus gibt er Auskunft über die mit dem Kloster Frauenalb verknüpften Besitz- und Herrschaftsstrukturen am Ende der Frühen Neuzeit.

96963691
( Wikidata)
Denkmal Graf-Rhena-Weg
(Karte)
Monolith mit Rundbogennische, darin Inschriftfeld, zum Gedenken an den Großherzoglichen Bezirksförster Heinrich Pfeffer, von Prinz Wilhelm von Baden gestiftet, errichtet 1870 (i)

Der Gedenkstein in Monolithform mit Rundbogennische und darin befindlichem Inschriftfeld befindet sich im Waldgebiet nordwestlich des Klosters Frauenalb und gehört zur spezifischen Gattung der Förstersteine, die zum Gedenken an verstorbene Förster gesetzt wurden. Dieser Gedenkstein wurde 1870 zu Ehren des großherzoglichen Bezirksförsters Heinrich Pfeffer infolge einer Stiftung des Prinzen Wilhelm von Baden (1829 bis 1897), dritter Sohn Großherzog Leopolds von Baden (1790 bis 1852), gesetzt. Pfeffer verstarb dabei in tragischer Weise während der Ausübung seiner Berufstätigkeit durch einen Herzschlag in den Armen des Forstpraktikanten. Somit ist der Gedenkstein Teil einer spezifischen Erinnerungs- und Gedenkkultur, die mit dem regionalen Forstwesen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verknüpft ist, und belegt überdies die Pflege jener Gedenkkultur durch den badischen Hochadel.

96963693BW
Steinbogenbrücke des alten Verbindungsweges an der Gemeindegrenze zu Burbach (Marxzell) Moosalb
(Karte)
In Hausteinen gesetzt, beidseitig Brüstung aus großen Steinblöcken, wohl 18. Jahrhundert

Die steinerne Bogenbrücke führt als Teil des alten Verbindungsweges an der Gemeindegrenze zu Burbach (Marxzell) über die Moosalb und ist ein wesentliches Dokument der historischen Wege- und Straßenführung in und um Völkersbach. Folglich veranschaulicht sie die lokalen Verkehrs- und Mobilitätsbedürfnisse im 18. und 19. Jahrhundert und bezeugt in ihrer Bauart als einjochige Rundbogenbrücke mit Brüstungen aus großformatigen Steinblöcken die regionalen bautechnischen Verkehrslösungen am Ende der Frühen Neuzeit.

96963623BW
Einfirsthof in Fachwerk Pfarrstraße 3
(Karte)
Giebelständig, eingeschossig mit Kniestock, hoher massiver und verputzter Kellersockel, zweistöckiger Dachstuhl, giebelseitig stockwerksweise vorkragend über sichtbaren Balkenköpfen und Schwellen mit Einkerbungen, Satteldach, Stallscheune umgenutzt, mit Krüppelwalmdach, rundbogiger Kellereingang mit Inschrift: „16 . 88 . HM . AM“, Kellerfenster mit Steinschieber, zweiter Keller „1904“, erbaut 1688 (i), erneuert 1904 (i)

Der giebelständig ausgerichtete Einfirsthof ist durch seine inschriftlich nachvollziehbaren Bauphasen sowie durch sein vergleichsweise hohes Alter von wesentlicher Bedeutung für die Ortsbaugeschichte. In seiner spezifischen Bauart als quergeteiltes und gestelztes Einhaus vereinigt das Gebäude Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die heute umgenutzte Stallscheune im rückwärtigen Hausteil befindet, während die Wohnzonen über dem massiven Kellersockel zur Straße ausgerichtet sind. Somit dokumentiert der Bau bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse vom späten 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Burbach und weist mit seinem anschaulich überlieferten Fachwerkgefüge überdies hauskundliche wie auch bautypologischen Quellenwert für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöfe bzw. Einhäuser der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts auf.

96963669BW
Einfirsthof in Fachwerk mit Schopf Pfarrstraße 4
(Karte)
Traufständig, zweigeschossig, mit zweistöckigem Dachstuhl, giebelseitig profilierte Schwellen, gerade Andreaskreuze unter den Fenstern, massiver Sockel, giebelseitig rundbogiges Kellerportal mit Inschrift: „ANT.AM./1737“, Kellerfenster mit Steinschieber, Stallscheune teilmassiv, erbaut 1737 (i)

Der traufständig ausgerichtete Einfirsthof ist durch sein inschriftlich überliefertes Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und vereinigt in seiner spezifischen Bauart als quergeteiltes Einhaus Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die teilmassive Stallscheune im westlichen Hausteil befindet. Somit veranschaulicht der Bau bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Erwerbsverhältnisse des 18. Jahrhunderts in Burbach und besitzt mit seinem anspruchsvoll gestalteten Fachwerkgefüge überdies hauskundlichen wie auch bautypologischen Quellenwert für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöfe bzw. Einhäuser der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

96963665BW
Einfirsthof mit Schopfanbau in Fachwerk Pfarrstraße 6
(Karte)
Traufständig, eingeschossig, auf hohem massivem Sockel, mit zweistöckigem Dachstuhl, Satteldach, Andreaskreuze unter den Fenstern, giebelseitig rundbogiges Kellerportal mit Inschrift, Ökonomieteil weitgehend massiv, erbaut 1808 (i)

Der traufständig ausgerichtete Einfirsthof ist durch sein inschriftlich überliefertes Alter von wesentlicher Bedeutung für die Ortsbaugeschichte und vereinigt in seiner spezifischen Bauart als quergeteiltes Einhaus Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die Wohnzonen im östlichen Fachwerkteils über dem massiven Kellersockel befinden. Somit führt der Bau bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse des 19. Jahrhunderts in Burbach vor Augen und besitzt in seinem anschaulichen Überlieferungszustand mit Schopfanbau und geraden Andreaskreuzen im Fachwerkgefüge hauskundliche wie auch bautypologische Aussagekraft für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöfe bzw. Einhäuser der ausgehenden Barockzeit.

96963666BW
Katholischer Pfarrhof Pfarrstraße 7
(Karte)
Bestehend aus:
  • Pfarrhaus, zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, niedriger Kellersockel, horizontlaes Gesimsband zum Obergeschoss, Hauptportal mit geohrtem sowie profiliertem Rechteckgewände und Wappenstein der Äbtissin von Kloster Frauenalb Maria Antonia von Beroldingen darüber, rückwärtig mittiger, risalitartiger Anbau mit Walmdach, samt originaler Innenausstattung, errichtet durch Baumeister Christian Meßing, Bruchsal, unter Bauherrschaft des Klosters Frauenalb, 1781 (i);
  • dazugehörend gegenüberliegender ummauerter Garten, Standort der ehem. Kirche mit Friedhof

Der katholische Pfarrhof bildet mit seinem ummauerten Garten einen wichtigen Bestandteil der historischen Dorfkernbebauung. Innerhalb der Gartenfläche befand sich bis zur Vollendung der heutigen Pfarrkirche 1845 die mittelalterliche Kirche des Orts, eine Chorturmkirche mit romanischem Turm und gotischem Langhaus. Dementsprechend stellt der ummauerte Garten den einstigen Kirchhof dar, der ursprünglich auch als Begräbnisplatz genutzt wurde. Das heutige Pfarrhaus entstand 1781 durch den Bruchsaler Baumeister Christian Meßing und ist durch sein Walmdach, seine symmetrische Schaufassade mit horizontalem Gesimsband und geohrten sowie profilierten Portalgewände in zeittypischer Weise als Sonderbau hervorgehoben. So wurde das Pfarrhaus unter der Bauherrschaft des damaligen Patronatsherren, dem Kloster Frauenalb (hier in Form des Wappensteins der damaligen Äbtissin Maria Antonia von Beroldingen, Amtszeit 1775 bis 1793, zur Schau gestellt) errichtet. Es dokumentiert somit die eng miteinander verknüpften Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse der hier einst ansässigen Ortsgeistlichen im späten 18. sowie im 19./20. Jahrhundert und besitzt mitsamt der ummauerten Gartenfläche aussagekräftigen Quellenwert für die örtliche Herrschafts- und Kirchengeschichte am Ende der Frühen Neuzeit. Darüber hinaus weist das Gebäude ebenso hauskundliche wie auch architekturgeschichtliche Relevanz für solche spätbarocken Pfarrhäuser in der Region auf.

96963672BW
Steinerne Brücke bei Schöllbronner Mühle Schöllbronner Mühle 1
(Karte)
100845414BW
Bildstock mit Bildnische und Eisengitter Schöllbronner Straße 9
(Karte)
Gestiftet von Philippus Gebler (i), Sandsteinpfeiler, Giebelabschluss, errichtet 1773 (i)

Der Bildstock an der Kreuzung von Dekan-Fellhauer- und Schöllbronner Straße ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Philippus Gebler und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als anschauliches Beispiel für die barockzeitliche Religiosität der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach.

96963678BW
Armenhaus Speiglerstraße 4
(Karte)
Einfirsthof in Fachwerk, traufständig, eingeschossig, Satteldach, Andreaskreuze unter Fenstern, Sockel und westliche Giebelwand massiv, erbaut 18. Jahrhundert

Das Armenhaus ist als Teil der historischen Bebauung im nördlichen Dorfkernbereich von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. In seiner spezifischen Bauart als Einfirsthof bzw. Einhaus vereinigt es Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach. Somit dokumentiert das Gebäude die bescheidenen Lebens-, Wohn- und Versorgungsverhältnisse der hier ehemals ansässigen Bedürftigen im 18. Jahrhundert und verdeutlicht zugleich lokalvorherrschende Praktiken der ländlichen bzw. dörflichen Armenfürsorge am Ende der Frühen Neuzeit. In seinem anschaulichen Erhaltungszustand mit konstruktivem Fachwerkgefüge und massivem Stallsockel besitzt der Bau überdies hauskundlichen Quellenwert für solche in der Region überlieferten Armenhäuser der Barockzeit.

96963675BW

Wegkreuz mit Kruzifix Speiglerstraße 24
(Karte)
Engelsköpfe und Madonnenstatue, gestiftet von Joseph Kunz, Sandstein, im hohem Postament Inschrift, errichtet 1886 (i)

Das Wegkreuz vor dem Einfirsthof Speiglerstraße 24 ist Zeugnis einer tief verwurzelten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Joseph und Bertha Kunz und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als anschauliches Dokument für die lokale Religiosität des späten 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts relevant.

96963680
Einfirsthof in Fachwerk Speiglerstraße 24
(Karte)
Giebelständig, eingeschossig mit Kniestock, massiver Sockel, giebelseitig zwei Wetterdächer, Kellerportal bezeichnet „1725“, Kellerfenster mit Steinschieber, teilmassive Stallscheune, erbaut 1725 (i), traufseitiger Schweinestallanbau 1925

Der giebelständig ausgerichtete Einfirsthof ist durch sein inschriftlich überliefertes Alter von wichtiger Bedeutung für die Ortsbaugeschichte. In seiner spezifischen Bauart als quergeteiltes und gestelztes Einhaus vereinigt das Gebäude Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei die Wohnzonen im südlichen Hausteil über dem massiven Sockel untergebracht sind. Damit dokumentiert der Bau bäuerlich geprägte Leben-, Wohn- und Erwerbskultur vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert in Burbach und besitzt in seinem authentischen Überlieferungszustand mit konstruktivem Fachwerkgefüge und lokalverbreiteten Wetterdächern hauskundlichen wie auch bautypologischen Quellenwert für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöfe bzw. Einhäuser der Barockzeit.

96963673BW
Einfirsthof in Fachwerk Völkersbacher Straße 3 a
(Karte)
Giebelständig, eingeschossig, mit zweistöckigem Dachstuhl, massiver Kellersockel mit korbbogigem Kellerzugang, giebelseitig ein Wetterdach, Satteldach, teilmassive, übereckgestellte Stallscheune, Backofen, erbaut nach der Eckständerinschrift: „JOSEPH MOHR FRANCIS KA-AXTMAENIN ANNO 1802“, 1802 (i)

Der giebelständig ausgerichtete Einfirsthof wurde ausweislich der Inschrift am nordöstlichen Eckständer 1802 unter der Bauherrschaft des Joseph Mohr und der Franziska Axtmännin errichtet. In seiner spezifischen Bauart als quergeteiltes Einhaus vereinigt das Gebäude Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die Nutztierställe sowie die Scheune im rückwärtigen Hausteil befinden. Somit veranschaulicht der Bau bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Erwerbsverhältnisse des 19. Jahrhunderts in Burbach und weist in seinem herausragenden Überlieferungszustand mit lokalverbreitetem Wetterdach, Backofen, profilierten Schwellen- und Rähmhölzern und geraden Andreaskreuzen im Fachwerkgefüge hauskundlichen wie auch bautypologischen Aussagewert für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöfe bzw. Einhäuser der ausgehenden Barockzeit auf.

96963674BW
Wegkreuz mit Kruzifix auf Engelskopf und Madonnenstatue Völkersbacher Straße 101
(Karte)
Gestiftet von Jakob Bauer und Ehefrau Katharina, Sandstein, auf Sockel mit Inschriftfeldern, errichtet 1861 (i)

Das Wegkreuz an der Straße ins Moosalbtal südwestlich des Orts ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Jakob und Katharinas Bauer und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als sprechendes Dokument für die lokale Religiosität zu Beginn der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz damit ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Burbach. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts relevant.

96963688BW
Bildstock mit Bildnische Nähe Weimersmühle
(Karte)
Gestiftet von Johannes Schefer, Sandstein, in Pfeilerform mit dreieckförmigem Abschluss, errichtet 1747 (i)

Der Bildstock bei der Weimersmühle im Moosalbtal ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Johannes und Maria Barbara Schefer und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als authentisches Beispiel für die barockzeitliche Religiosität der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in der Gegend von Burbach und Völkersbach.

97033108BW
Weimersmühle mit Wohn- und Mühlengebäude Weimersmühle
(Karte)
Stallscheune, Brücke, Mühlkanal und Vorgarten:
  • Wohn- und Mühlengebäude, zweigeschossiger verputzter und weitgehend massiver Bau mit Walm- bzw. Krüppelwalmdach, rückwärtig eingeschossig im Hang, traufseitig erschlossen über zwei Rechteckportale, eingemauerter Wappenstein über Südportal, im Sturz Jahreszahl, errichtet 1718 (i) mit jüngeren Veränderungen;
  • Stallscheune, eingeschossiger Bau mit einseitigem Krüppelwalmdach und massivem Kellersockel, vorderes Drittel in Fachwerk mit Putzgefachen, Rest in Sandstein, errichtet 1834 (i);
  • Steinbogenbrücke und Mühlkanalreste wohl älter

Die Weimersmühle bildet in ihrer markanten Solitärlage im Tal der Moosalb ein prägendes Element innerhalb der Kulturlandschaft der nördlichen Ausläufer des Schwarzwaldes bei Völkersbach und Burbach. Die Energie für die Mahlvorgänge lieferte die Wasserkraft der hier vorbeifließenden Moosalb, welche über den überlieferten Mühlkanal zu den Antriebssträngen des Mahlwerks innerhalb des Mühlengebäudes abgeleitet wurde. Die Mühlenanlage ist dabei seit dem 16. Jahrhundert archivalisch bezeugt und gehörte als Bannmühle von Völkersbach zum Kloster Frauenalb, welches bis zur Auflösung des Freiadelsstifts im Zuge der Säkularisation 1803 die Ortsherrschaft über umliegenden Dörfer Völkersbach und Burbach innehatte. Ausweislich der Jahreszahl im Portalsturz des ehemaligen Mahlhauses sowie dem darüberliegenden Wappenstein der damaligen Äbtissin Maria Gertrud von Ichtersheim oder Ichtratzheim (Amtszeit 1715 bis 1761) wurde die Mühle 1718 neu errichtet, wobei der Mühlkanal und die Steinbogenbrücke über die Moosalb wohl noch von der Vorgängermühle stammen. Als herrschaftliche Bannmühle unterlag die Anlage dem sogenannten Mühlenzwang, sodass die Bauern aus Völkersbach ihr Getreide gegen die Abgabe einer Gebühr hier mahlen lassen mussten. Somit verdeutlicht die Weimersmühle lokale Besitz- und Herrschaftsverhältnisse des 18. Jahrhunderts und ist zugleich für die lokale Wirtschafts- und Versorgungsgeschichte am Ende der Frühen Neuzeit sowie des 19. und 20. Jahrhunderts bedeutsam. In ihrem geschlossenen und authentischen Überlieferungszustand mit Stallscheune, Vorgarten, Gewölbekellern und erhaltenem Mahlwerk dokumentiert die seit 1797 in wechselndem Privatbesitz befindliche Mühle überdies das eng miteinander verflochtene Leben, Wohnen und Arbeiten der hier einst ansässigen Müller und ihrer Familien und weist nicht zuletzt hauskundliche wie auch technikgeschichtliche Aussagekraft auf.

96963694BW
Ältester Bildstock der Gemarkung Weimersmühle
(Karte)
Gestiftet von Martin Mack, Sandsteinpfeiler mit Rundbogenbildnische, darin Figurengruppe, Abschluss ehem. mit Kreuz (verloren), Eisengittertor, im Sockel griechisches Kreuz, errichtet 1710 (i)

Der Bildstock bei der Weimersmühle im Moosalbtal ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Martin Mack und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als ältester überlieferter Bildstock der Gemarkung ist er zugleich ein wesentliches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in der Gegend von Burbach und Völkersbach.

97033109BW
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Pfaffenrot

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

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Wegkreuz mit Kruzifix und Bildnische Albtalstraße 4
(Karte)
Gestiftet von Franz Joseph Schmid, Kreuzarme mit Kleeblattform und Engelsköpfen, im Schaft Inschrift, Sockel mit Inschriftkartusche,am Kreuzfuß Totenkopfrelief, errichtet 1820 (i)

Das Wegkreuz neben dem Gebäude Albtalstraße 4 ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters, des Glasermeisters Franz Joseph Schmid, und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Dabei verweist das Totenkopfrelief am Kreuzfuß auf den Ort des Kreuzigungsgeschehens, die Schädelstätte Golgatha und ist zugleich ein Hinweis auf das Grab Adams und der Überwindung des Sündenfalls durch den Opfertod Jesu. Als beredtes Dokument für die lokale Religiosität der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Marxzell. Nicht zuletzt besitzt das Kreuz mit seinem im Dreinageltypus dargestellten Korpus und seiner Rocaille-Kartusche im Postament anschaulichen Quellenwert für die regionale Bildhauerkunst der ausgehenden Barockzeit.

96963697

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Wegkreuz mit Kruzifix Blumenstraße 1
(Karte)
Im Kreuzstamm Bildnische mit Eisengitter und Kreuzbekrönung, darunter Totenkopfrelief, Kreuzarmenden in Kleeblattform, Inschriftfeld im Sockel, errichtet 1735 (i)

Das in lokaltypischem Buntsandstein angefertigte Wegkreuz unmittelbar vor der Wendelinuskapelle ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Dabei verweist das Totenkopfrelief über dem Kreuzfuß auf den Ort des Kreuzigungsgeschehens, die Schädelstätte Golgatha und ist zugleich ein Hinweis auf das Grab Adams und der Überwindung des Sündenfalls durch den Opfertod Jesu. Als anschauliches Dokument für die barockzeitliche Religiosität der Mitte der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot. Nicht zuletzt ist es für die regionale Bildhauerkunst der damaligen Zeit relevant.

96963715

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Kath. Kapelle St. Wendelinus Blumenstraße 1
(Karte)
Verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, Eckquaderung, Satteldach mit Giebelturmreiter, rundbogiges Sandsteinportal mit gesprengtem Segmentgiebel, flankierenden Pilastern und waagerechter Gesimsverdachung, Rundbogenfenster, samt historischer Ausstattung, erbaut 1717 (i), bauliche Reste von um 1506 einbezogen; umgebende Freiflächen

Die dem hl. Wendelinus geweihte Ortskapelle von Pfaffenrot entstand 1717 unter Einbeziehung von baulichen Resten des wohl 1506 errichteten Vorgängerbaus. Neben der antikisierenden Hervorhebung ihres Hauptportals durch den gesprengten Segmentgiebelabschluss sowie die Pilasterrahmung ist die Kapelle vornehmlich durch den Giebelturmreiter sowie durch den dreiseitigen Chorschluss als sakraler Sonderbau ausgezeichnet. Mit ihrer anschaulich überlieferten und kunstgeschichtlich relevanten Ausstattung - darunter der spätbarocke Altar aus der Zeit um 1770 sowie die spätgotischen Skulpturen des hl. Joachim und des Kapellenpatrons aus der Zeit um 1490 - ist die Kapelle Zeugnis einer gelebten und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Ortsbevölkerung und bildet zugleich eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als geistliche Keimzelle der erst seit 1965 bestehenden Pfarrei besitzt die Wendelinuskapelle somit nicht nur zentralen Aussagewert für die örtliche Kirchen-, Siedlungs- und Glaubensgeschichte seit dem frühen 16. Jahrhundert, sondern auch baugeschichtliche Aussagekraft für solche barocken Ortskapellen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region.

96963702
Wegkreuz mit Kruzifix Blumenstraße 29
(Karte)
Madonna und Engelsköpfe, gestiftet von Gregor Blöth, im kleinen Podest und im Sockel Inschrift, errichtet 1873 (i)

Das Wegkreuz neben dem Gebäude Blumenstraße 29 ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Gregor und Marianna Blöth und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als beredtes Dokument für die lokale Religiosität des späten 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts relevant.

96963716BW
Bildstock mit Bildnische (ohne Gitter) über reliefiertem Engelskopf Breitenacker
(Karte)
Geschweifter Abschluss, Sandstein, Inschrift „AMMI“, erahnbare Jahreszahl 1762 (i)

Der Bildstock im Gewann Langeich unmittelbar östlich des Orts ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als beredtes Dokument für die barockzeitliche Religiosität der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot.

97033110BW
Hausmadonna im Stil einer Lourdesgrotte mit Steinsockel und Steinplatte Carl-Benz-Straße 15
(Karte)
Sandstein, 1889 (i)

Die heute in der Art einer Lourdesgrotte inszenierte Hausmadonna befand sich ursprünglich in der Hausecknische des mittlerweile durch einen Neubau ersetzten Gebäudes Carl-Benz-Straße 13. Die Skulptur ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der namentlich genannten Stifter und bildet eine der Muttergottes bzw. dem Herz Mariä gewidmete Stätte der Einkehr und Andacht. Als sprechendes Beispiel für die allgemeine Zunahme der Marienverehrung während des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts ist die Figur zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot. Nicht zuletzt besitzt sie anschaulichen Quellenwert für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der damaligen Zeit.

102241767BW
Wegkreuz mit Kruzifix und Madonna Ettlinger Straße 5
(Karte)
Sandstein, Kreuz vermutlich neu, im Sockel Inschriftfeld, wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wegkreuz vor dem Gebäude Ettlinger Straße 5 ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als anschauliches Beispiel für die lokale Religiosität der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der damaligen Zeit relevant.

96963717BW
Wegkreuz mit Kruzifix und Madonna auf Blattkonsole Ettlinger Straße 6
(Karte)
Sandstein, Inschrift im Sockel, errichtet 1852 (i)

Das Wegkreuz vor dem Gebäude Ettlinger Straße 6 ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als beredtes Beispiel für die lokale Religiosität der Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz damit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts relevant.

96963718BW

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Gertrudenhof Gertrudenhof
(Karte)
Einfirsthof, langgestrecktes eingeschossiges Einfirsthaus mit Krüppelwalmdach (Gaubenriegel neu), Wohnhausteil in Fachwerk, Gefache verputzt, Andreaskreuze in den Brüstungen, massiver verputzter Kellersockel mit Rundbogenportal, erbaut 1785 (i), später erneuert, Scheunenteil massiv, spätes 19. Jahrhundert

Der Gertrudenhof wurde ausweislich der Jahreszahl im Keilstein des rundbogigen Kellerzugangs 1785 in markanter Solitärlage nördlich von Marxzell errichtet und vereinigt in seiner spezifischen Bauart als quergeteiltes Einhaus Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach. Der in lokaltypischem Buntsandstein errichtete Scheunenteil mit segmentbogigen Scheunentoren entstand dabei im späten 19. Jahrhundert. Somit gibt das Gebäude Auskunft über die Lebens, Wohn- und Erwerbsverhältnisse der ehemals hier ansässigen Bauern und ihrer Familien vom späten 18. bis ins 19. Jahrhundert. In seinem authentischen Überlieferungszustand mit zeittypischen, geraden und teils geschosshohen Andreaskreuzen im Fachwerkgefüge besitzt das Gebäude überdies hauskundlichen sowie bautypologischen Aussagewert für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöhe bzw. Einhäuser der späten Barockzeit bzw. des späten 19. Jahrhunderts.

96963713
( Wikidata)

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Wegkreuz mit Kruzifix Greifendorfer Straße 1
(Karte)
Sandstein, hoher schlanker Kreuzstamm, dieser vollständig mit Inschriftfeld bedeckt, Kreuzarmenden mit Kugelbesatz, geschweifter Sockel auf Bergkuppe mit Kugelformen, über dem Kreuzfuß Totenkopfrelief, errichtet 1705 (i)

Das in lokaltypischem Buntsandstein angefertigte Wegkreuz ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Dabei verweist das Totenkopfrelief über dem Kreuzfuß auf den Ort des Kreuzigungsgeschehens, die Schädelstätte Golgatha und ist zugleich ein Hinweis auf das Grab Adams und der Überwindung des Sündenfalls durch den Opfertod Jesu. Als herausragendes Dokument für die barockzeitliche Religiosität der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist das Wegkreuz somit ein bezeichnender Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot und Marxzell. Nicht zuletzt besitzt es authentischen Quellenwert für die regionale Bildhauerkunst der damaligen Zeit.

96963705
25 Gemarkungsgrenzsteine zwischen Straubenhardt-Langenalb und Marxzell-Pfaffenrot Großer Roßacker
(Karte)
105197842BW
Bildstock mit Bildnische Karl-Wilhelm-Straße 31
(Karte)
Sandstein, stelenartig, breitere Nische mit Eisengittertür und Figurengruppe, geschweifter Abschluss, errichtet 1688 (i)

Der Bildstock südöstlich des Pfaffenroter Friedhofs ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des namentlich genannten Stifters und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und kontemplativen Andacht. Als Als ältester überlieferter Bildstock der Gemarkung ist er zugleich ein wesentliches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot.

96963706BW
Gedenkstein Nähe Kirchweg
(Karte)
Gestiftet von Agnes Schottmüller, Sandstein, stehende Platte mit Dreieckgiebelabschluss, verwittert, errichtet 1854 (i)

Der von Agnes Schottmüller gestiftete Gedenkstein am alten Weg von Marxzell nach Pfaffenrot ist ein anschauliches Zeugnis für lokalvorherrschende Praktiken der privaten Gedenk- und Erinnerungskultur in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

96963714BW

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Schulhaus Kreuzstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger, traufständiger und verputzter Massivbau mit Walmdach in Ecklage, Rundbogenfenster im Erdgeschoss, rundbogiges Hauptportal, Sockel in Sandsteinquadermauerwerk, Eckquaderung, im Obergeschoss umlaufendes Solhlbankgesims, Zahnschnitttrauffries, südwestlicher Bereich des Sockelgeschosses durch Rundbögen geöffnet, nordwestlich steinsichtiger und durch hohe Rundbögen geöffneter Anbau mit Walmdach, erbaut 1843

Das vergleichsweise stattliche Schulhaus bildet mit der gegenüberliegenden Wendelinuskapelle eine ortsbauliche Dominante inmitten des historischen Dorfkerns. Es ist durch seine symmetrisch gegliederte Schaufassade mit mittigem Hauptportal, Rundbogenfenstern im Erdgeschoss, gequaderten Ecklisenen, Sohlbankgesims und abschließendem Zahnschnittfries als repräsentativer und öffentlicher Sonderbau hervorgehoben. Die Zeitlosigkeit ausstrahlende, in sich ruhende und zugleich repräsentativ auftretende Formen- und Gestaltungssprache ist dabei dem zeittypischen Rundbogenstil verpflichtet, der Anfang des 19. Jahrhunderts durch den bedeutenden Architekten und badischen Baudirektor Heinrich Hübsch als konstruktiv aufrichtiger und dem nördlichen Klima angemessener Stil sowie als belebende Weiterentwicklung des als zu nüchtern empfundenen Klassizismus, wie ihn Hübschs Lehrer Friedrich Weinbrenner vertrat, propagiert wurde. Gleichzeitig kommt in der ausgeglichenen und zugleich bestimmten Formensprache des Baus das rationale und strenge pädagogische Leitbild der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Ausdruck. Als ein wesentlicher Mittelpunkt der dörflichen Alltagswelt des 19. und 20. Jahrhunderts nimmt das Schulhaus damit einen essenziellen Stellenwert innerhalb der jüngeren Bildungs-, Sozial- und Ortsgeschichte von Pfaffenrot ein und besitzt darüber hinaus architekturgeschichtliche Aussagekraft für solche im Rundbogenstil gestalteten Schulgebäude im Großherzogtum Baden der Mitte des 19. Jahrhunderts.

96963169

Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges Kreuzstraße 1
(Karte)
Reliefplatte aus Buntsandstein, in die Schulhauswand eingelassen, auf Konsolenfries ruhend, Soldat mit gesenkter Fahne darstellend, Inschrift, entstanden nach 1918

Das in die Schulhauswand eingelassene Gefallenendenkmal wurde zu Ehren der aus Pfaffenrot stammenden Soldaten angefertigt, welche im Rahmen der Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs ihr Leben ließen. So führt das Denkmal die schmerzhaften Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Ortsbevölkerung in unmittelbarer Weise vor Augen und nimmt daher einen wesentlichen Stellenwert innerhalb der jüngeren Gedenk- und Erinnerungskultur des Orts. Durch die Reliefdarstellung des Soldaten mit gesenkter Fahne wird zugleich die nationalpatriotische Komponente im Kontext der zeitgenössischen Kriegs- bzw. Trauerbewältigung zur Zeit der Weimarer Republik deutlich.

96963721
Einfirsthof Kreuzstraße 9
(Karte)
Streckgehöft, giebelständig, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm, Giebelseite verbrettert, Fachwerk leicht vorkragend über sichtbaren Balkenköpfen, Wohnteil zweigeschossig, massives Sockelgeschoss verputzt, zur Erdgeschosswohnung ausgebaut, Sandsteinportal mit Ohrengewände, südwestliche Giebelwand massiv, erbaut 1747 (i)

Der giebelständig ausgerichtete Einfirsthof ist durch sein inschriftlich überliefertes und vergleichsweise hohes Alter von wesentlicher Bedeutung für die Ortsbaugeschichte. In seiner sepzifischen Bauart als quergeteiltes und gestelztes Einhaus vereinigt das Gebäude Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die Scheunenbereiche im rückwärtigen Hausteil befinden. Hingegen ist das traufseitige Hauptportal zu den Wohnzonen durch sein zeittypisches Ohrengewände repräsentativ hervorgehoben. Somit dokumentiert der Bau bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der 2. Hälfte des 18. sowie des 19. Jahrhunderts in Pfaffenrot und belegt zugleich den repräsentativen Gestaltungsanspruch der Bauherrschaft. In seinem authentischen Überlieferungszustand mit weitgehend konstruktivem Fachwerkgefüge besitzt das Gebäude überdies hauskundlichen wie auch bautypologischen Quellenwert für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöfe bzw. Einhäuser der Barockzeit.

96963703BW

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Gasthof Zur Kanne Pforzheimer Straße 7, 9
(Karte)
Doppelgehöft, bestehend aus:
  • Ehemaliges Doppelwohn- und Gasthausgebäude, traufständiges, eingeschossiges sog. Ern- oder Küchenflurhaus, Fachwerk mit Kniestock, Satteldach mit Zwerchhaus, Kellersockel aus Buntsandsteinquadermauerwerk, erbaut 1896 (Nr. 9 seit 1992 Museumsnutzung);
  • rückwärtig im Hof liegende Scheunen, weitgehend in Massivbauweise, Satteldach, 19. Jahrhundert

Der ehemalige Gasthof Zur Kanne (heute Dorfmuseum) befindet sich in prominenter und verkehrsgünstiger Lage an einer der Hauptdurchfahrtsachsen des Orts, was für solche Gasthöfe bzw. Gasthäuser charakteristisch ist. So bildete das erstmals 1789 erwähnte einen sozialen bzw. gesellschaftlichen Treffpunkt, an welchem die Ortsbevölkerung zu Festen oder zu offiziellen Anlässen zusammenkam. Das Gasthausgebäude selbst wurde nach einem Brand 1896 als sog. Ern- oder Küchenflurhaus neu errichtet und zeichnet sich durch sein konstruktives Fachwerkgefüge mit geschosshohen Streben und geraden Andreaskreuzen aus. Zusammen mit der rückwärtigen Doppelscheune veranschaulicht es die landwirtschaftlich geprägten Lebens-, Wohn- und Erwerbsverhältnisse der ehemals hier ansässigen Wirte und ihrer Familien. In seiner ursprünglichen Funktion nahm der Gasthof zugleich einen elementaren Stellenwert innerhalb des historischen Wirtshauswesens von Pfaffenrot ein und besaß folglich wesentlichen Quellenwert für die örtliche Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

96963710

Weitere Bilder
Kath. Kirche St. Josef mit Einfriedung Pforzheimer Straße 13
(Karte)
Dreischiffige Basilika mit Sattel- und Pultdächern, Narthex, Südwestturm und eingezogenem Chor mit 5/8-Schluss, Bruchstein- und Quadermauerwerk aus rotem Sandstein, leicht rustizierter Turm auf rechteckigem Grundriss mit Pyramidendach, rechteckigen Schallöffnungen sowie schartenartigen Lichtöffnungen, Narthex mit Rundbogenarkade, mittiges Hauptportal mit rundbogigem Oberlicht, nordwestlich polygonaler Kapellenanbau, südöstlich Sakristeianbau mit Satteldach, Westgiebel mit Skulptur des Kirchenpatrons, Rundbogen- und Rundfenster, im Inneren Holzbalkendecke mit Querbalken auf steinernen Konsolen, im Chor Stichkappen- bzw. Gratgewölbe, flach gedeckte Seitenschiffe mit Gurtbögen durch rundbogige Pfeilerarkaden von Mittelschiff separiert, samt historischer Ausstattung, errichtet nach Entwurf von Architekt Bernhard Müller-Ruby, Freiburg im Breisgau, 1948 bis 1952

Die katholische Kirche St. Josef bildet in ihrer markanten Erscheinung in lokaltypischem Rot- bzw. Buntsandsteinmauerwerk sowie durch ihren kräftigen und aufstrebenden Südwestturm ein prägendes Element, welches das Ortsbild bereits aus der Ferne bestimmt. Bis zur Errichtung der Kirche stellte die Wendelinuskapelle im Dorfkern die einzige gottesdienstliche Versammlungsstätte des Orts dar. Dabei bemühte sich die Gemeinde schon im 18. Jahrhundert um einen Kirchenneubau, befanden sich die Pfarrkirchen doch zunächst in Marxzell und später in Burbach. Mit der Gründung des Pfaffenroter Kirchbauvereins 1911 kam dieses Vorhaben jedoch erst im Laufe des 20. Jahrhunderts in den Bereich des Realisierbaren. Unter dem großen Einsatz der Ortsbevölkerung entstand die Kirche schlussendlich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nach Plänen des Freiburger Architekten Bernhard Müller-Ruby, der hier eines seiner Spätwerke verwirklichen konnte. In Anlehnung an Ur- und Frühformen des christlichen Kirchenbaus der Spätantike sowie an Schlüsselelemente des romanischen bzw. hochmittelalterlichen Sakralbaus konzipierte er eine dreischiffige Basilika mit eingezogenem Polygonalchor, Südwestturm und schmaler offener Vorhalle im Westen, dem Narthex. Dabei erzeugt insbesondere der kräftige Südwestturm in Zusammenspiel mit den geschlossenen Mauerwerksflächen eine trutzige und zugleich schützende Wirkung, die den Bau als sichere Zufluchtsstätte erscheinen lässt. Die auf archetypische Grundformen des romanischen und frühchristlichen Kirchenbaus rekurrierende Gestaltungssprache mit Rundbogenöffnungen, basilikalem Schema, Narthex oder hochrechteckigen Lichtscharten am Turm verleiht dem Bau zugleich den Charakter einer altehrwürdigen Feierlichkeit. Nicht zuletzt symbolisiert der Bau in seiner urtümlichen Erscheinung ebenso den programmatischen Gedanken an einen kirchlichen und gesellschaftlichen Neubeginn nach den traumatischen Erlebnissen des Zweiten Weltkriegs. Somit ist das Kirchengebäude ein bemerkenswertes und ausdrucksstarkes Dokument für die Fortsetzung der traditionalistischen Reformkirchenbaukunst der 1920er- und 1930er-Jahre während der unmittelbaren Nachkriegszeit im deutschen Südwesten. Als geistlicher Mittelpunkt der Gemeinde bzw. der seit 1965 bestehenden Pfarrei nimmt der Sakralbau überdies eine zentrale Rolle innerhalb der örtlichen Siedlungs- und Glaubensgeschichte seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ein.

96963711

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Wegkreuz mit Kruzifix und leerer Bildnische Pforzheimer Straße 28
(Karte)
Inschriftfeld im Schaft, mit Frauenschuh im Sockel, aus dem 18. Jahrhundert, renoviert 1866

Das Wegkreuz an der Kreuzung von Holzbach- und Pforzheimer Straße ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als authentisches Dokument für die lokale Religiosität des 18. bzw. 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz zugleich ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot. Nicht zuletzt besitzt der im Dreinageltypus dargestellte Korpus kunstgeschichtlichen Quellenwert.

96963707
Wegkreuz mit Kruzifix Pforzheimer Straße
(Karte)
Betende Madonna und Engelsköpfe, Sandstein, geschweifter Sockel mit Inschrift, errichtet 1856 (i)

Das Wegkreuz am heutigen südöstlichen Ortsausgang in Richtung Langenalb ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als anschauliches Dokument für die lokale Religiosität der Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz damit ein charakteristischer Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Pfaffenrot. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts relevant.

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Einfirsthof Steinergasse 4
(Karte)
Traufständig in Ecklage, eingeschossig, Fachwerk traufseitig, Satteldach, massives Sockelgeschoss, Hochkeller, verputzt, ebenso die Giebelseite, Eckständerinschrift, erbaut 1823 (i)

Der in Ecklage an der Kreuzung von Steiner- und Mohrengasse befindliche Einfirsthof entstand ausweislich der Eckständerinschrift 1823 durch Johannes Benz. Die verhältnismäßig ausführliche Inschrift belegt dabei ebenso die tief verwurzelte Frömmigkeit sowie das ausgeprägte Standesbewusstsein des Bauherren, der wohl aus Zimmermann tätig war. Darüber hinaus vereinigt das Gebäude in seiner spezifischen Bauart als Einhaus Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die Scheunenbereiche im nördlichen Hausteil befinden. Damit veranschaulicht der Bau landwirtschaftlich bzw. handwerklich geprägte Lebens-, Wohn- und Erwerbsverhältnisse des 19. Jahrhunderts in Pfaffenrot und besitzt zugleich hauskundlichen wie auch bautypologischen Quellenwert für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöfe bzw. Einhäuser der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Empfangsgebäude des Bahnhofs Marxzell Von Karlsruhe nach Herrenalb
(Karte)
Eingeschossiger roter Sandsteinbau, verschränkte Baukörper mit Krüppelwalmdach, Kniestock und Giebel Hauptgebäude verschindelt, rustizierter Sockel, segmentbogige Erdgeschossfenster und -portale mit hellen, profilierten Steingewänden, diese mit Keilsteinen und zinnenartigen Ecklaufsätzen, rechteckige Dachgeschossfenster mit geohrten Gewänden und Dreiecksgiebeln, unter den Sohlbänken gesägte Brettelemente, Kniestock mit sichtbaren und beschnitzten Balkenköpfen, errichtet 1898 bzw. kurz nach 1898

Die Bahnstation in Marxzell entstand im Zuge des Ausbaus der Albtalbahn, die in drei Abschnitten zwischen 1897 und 1898 zum Großteil entlang der namensgebenden Alb errichtet wurde und von Karlsruhe über Rüppurr, Ettlingen, Busenbach, Etzenrot, Marxzell und dem Kloster Frauenalb nach Bad Herrenalb im Nordschwarzwald führt (Zweigstrecke von Busenbach nach Ittersbach 1899 eingeweiht). Der verhältnismäßig kleine Bahnhof Marxzell war dabei Teil des zweiten Ausbauabschnittes und wurde 1898 eingeweiht. Das in diesem Jahr bzw. kurz danach errichtete Empfangsgebäude zeichnet sich durch seine an Bautraditionen des Nordschwarzwaldes orientierte Formen- und Gestaltungssprache mit belebter Dachlandschaft, Walm- bzw. Krüppelwalmdächern sowie holzverschindeltem Kniestock bzw. Dachgeschossen aus. Mit seinem (im Sockelbereich stärker rustizierten) Buntsandsteinmauerwerk, seinen durch zinnenartige Eckaufsätze akzentuierten Fenster- und Portalgewänden sowie seinen antikisierenden Dreiecksgiebeln über den Dachgeschossfenstern strahlt der Bau zugleich eine repräsentative Wirkung aus, die zur Erbauungszeit für solche ländlichen Verkehrsbauwerke als angemessen erachtet wurde und zugleich auf gestalterische Entwurfsprinzipien im Kontext der badischen Bahnhofsarchitektur an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert hinweist. Somit ist das Empfangsgebäude ein sprechendes Zeugnis für die baukünstlerische Entwicklung jenes Bautyps im damaligen Großherzogtum Baden und besitzt als heute noch betriebener Punkt der infrastrukturellen Vernetzung Marxzells mit dem Umland überdies wesentlichen Quellenwert für die regionale Eisenbahn-, Verkehrs- und Mobilitätsgeschichte seit der Jahrhundertwende.

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Schielberg

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Bildstock mit Bildnische Ettlingen/Herrenalb
(Karte)
Sandstein, Eisengitter, Inschrift im Pfeilerschaft, Dreieckgiebelabschluss, Anfang 20. Jahrhundert

Der Bildstock im Albtal zwischen Schielberg und dem Metzlinschwander Hof ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und Andacht. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität am Anfang des 20. Jahrhunderts ist der Bildstock zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in der Gegend um Schielberg und dem ehemaligen Kloster Frauenalb.

96963741BW

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Kath. Kirche St. Markus Burbacher Straße 1
(Karte)
Saalbau aus rotem Sandstein mit einseitigem Walmdach und eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor, östlich ehemaliger Chorturm mit polygonal abgeschlossenem Zeltdach, rundbogigen Schallöffnungen und Segmentbogenportal, südwestlich eingeschossiger Sakristeianbau mit Walmdach, Langhaus und Chor mit Rundbogenfenstern, Portal- und Fenstergewände mit Keilsteinen, im Chor und im Langhaus Hohlkehlendecken, Chordecke mit Deckengemälde in geschweifter Profilrahmung, im Turmerdgeschoss, jetzt Eingangshalle, Kreuzrippengewölbe auf Fratzenkonsolen, Schlussstein mit Wappenrelief, samt historischer Ausstattung wie Hochaltar aus der Zeit um 1790, drehbarer Tabernakel aus der Zeit um 1760 und Kanzel, Turm im Kern wohl 14. Jahrhundert mit Veränderungen der Zeit um 1456 (i), Langhaus und Chor westlich an ehemaligen Chorturm angebaut sowie Turmerhöhung nach Entwurf von Leonhard Stahl, Bruchsal, 1782 (i), Umgestaltung der Sakristei, 19. Jahrhundert; Kirchhof mit Grabsteinen und Kreuz sowie Kirchhofmauer mit vermauerten Grabsteinen

Die katholische Kirche St. Markus bildet mit ihrem kräftigen und hochaufragendem Ostturm ein bestimmendes und weithin sichtbares Element innerhalb der Baulandschaft im Albtal. Die erstmals 1278 erwähnte Kirche stellt einen wesentliche Ausgangspunkt für die lokale Entwicklung und Ausbreitung des christlichen Glaubens im Hochmittelalter dar. So war sie Mutterkirche für Ittersbach und blieb bis zum Ende des 17. Jahrhunderts Pfarrkirche für Schielberg und Pfaffenrot. Vom spätmittelalterlichen Kirchengebäude des 14. und der Mitte des 15. Jahrhunderts hat sich noch der ehemalige Chorturm erhalten, dessen einstiger Chorraum im Erdgeschoss nun als Eingangshalle dient. Anhand des dort befindlichen Kreuzgewölbes mit gekehlten Rippen auf Fratzenkonsolen sowie Wappenschlussstein lässt sich der gotische Raumcharakter noch in lebhafter und authentischer Weise nachvollziehen. 1765 wurde ein Umbauprojekt ins Auge gefasst, für welches die beiden Baumeister Joseph Haslach und Antony Hunckele aus freiherrlich Gemmingischem Gebiet Pläne anfertigten. Acht Jahre später wurden diese Pläne durch den Bruchsaler Baumeister Leonhard Stahl überarbeitet, sodass bis 1782 das heutige Langhaus mit eingezogenem und nach Westen ausgerichtetem Polygonalchor an den ehemaligen Chorturm angebaut werden konnte. Das nun weitgehend dem zeitgenössischen Spätbarock verpflichtete Kirchengebäude war dabei ursprünglich verputzt. Der neue Chorbereich ist im Inneren durch eine kunstgeschichtlich bedeutende Deckenmalerei mit der Darstellung der Himmelfahrt Christi hervorgehoben. Gleichzeitig ist das Kircheninnere auf den hohen und als Kleinarchitektur gestalteten Altaraufbau in antikisierenden Formen des Frühklassizismus hin ausgerichtet, wobei im davor befindlichen Drehtabernakel aus der Zeit um 1760 die geweihten Hostien aufbewahrt und in feierlicher Weise inszeniert werden. Als eine der ältesten Kirchen im Albtal ist das Gebäude somit ein herausragendes und belangvolles Dokument für die gotische bzw. spätbarocke Sakralbaukunst des Spätmittelalters bzw. der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region. Als eine der geistlichen Keimzellen der unmittelbaren Umgebung besitzt der Bau samt ummauertem Kirch- bzw. Friedhof überdies zentralen Aussagewert für die lokale Glaubens-, Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte seit dem Mittelalter. Nicht zuletzt zeugen die 1820 hierher versetzten Grabsteine von Äbtissinnen, Konventualinnen und Klosterfrauen aus dem nahegelegenen Kloster Frauenalb von monastischer Begräbnis- und Memorialkultur am Ende der Frühen Neuzeit.

96963701
( Wikidata)
Bildstock mit Bildnische Untere Birkacker
(Karte)
Gestiftet von Hans Jörg Gaum, Sandstein, Nische mit Figur und Glasfenster, Dreieickabschluss, Inschrift im Pfeilerschaft, errichtet 1742 (i)

Der Bildstock am Waldrand nördlich von Schielberg ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Hans Jörg Gaum und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und Andacht. Als anschauliches Dokument für die barockzeitliche Religiosität der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schielberg.

96963734BW
Wegkreuz mit Kruzifix Fichtenstraße 14
(Karte)
Engelsköpfe und betende Madonna, gestiftet von der Gemeinde Spielberg, Sandstein, Inschrift im Podest und Sockel, errichtet 1857 (i)

Das Wegkreuz am heutigen nördlichen Ortsrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der als Stifter auftretenden Gemeinde Schielberg und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin sowie als wesentliche Fürbitterin der Christenheit in Erscheinung tritt. Als beredtes Dokument für die lokale Religiosität der Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schielberg. Nicht zuletzt besitzen die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes anschaulichen Quellenwert für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

96963733BW
Bildstock mit Bildnische Fichtenstraße 14
(Karte)
Sandstein, Nische mit Marienfigur und Eisengitter, Dreieckabschluss, Inschrift im Pfeilerschaft, bezeichnet: „17(.)“, errichtet wohl 1733 (i)

Der Bildstock am heutigen nördlichen Ortsrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Christof Baur und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und Andacht. Als authentisches Dokument für die barockzeitliche Religiosität der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schielberg.

96963742BW
Einfirsthof mit eingefriedetem Nutzgarten Frauenalber Straße 6, 6 a
(Karte)
Traufständig, eingeschossig, Fachwerk, auf massivem Sockel, Hochkeller, verputzt, einseitiges Krüppelwalmdach (mit neuer Schleppgaube), Eckständer mit Inschrift und Nische samt Heiligenfigur, erbaut 1728 (i)

Der traufständig ausgerichtete Einfirsthof ist durch sein inschriftlich überliefertes und vergleichsweise hohes Alter von wichtiger Bedeutung für die Ortsbaugeschichte. In seiner spezifischen Bauart als quergeteiltes und gestelztes Einhaus vereinigt es Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die Scheunenbereiche im südwestlichen Hausteil befinden, während im Sockelgeschoss unter den Wohnzonen ein Hochkeller untergebracht ist. Zusammen mit dem eingefriedeten Nutzgarten dokumentiert der Bau somit bäuerlich geprägtes Leben, Wohnen und Arbeiten des 18. Jahrhunderts in Schielberg und besitzt in seinem anschaulichen Überlieferungszustand mit konstruktivem Fachwerkgefüge überdies hauskundliche wie auch bautypologische Aussagekraft für solche in der Region erhaltenen Einfirsthöfe bzw. Einhäuser der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Nicht zuletzt belegt die Heiligennische am nordöstlichen Eckständer die tief verwurzelte Frömmigkeit der Bauherrschaft bzw. der ehemaligen Hausbewohner.

96963722BW
Alter Dorfbrunnen am alten Brunnenplatz Frauenalber Straße 20 a
(Karte)
Sandsteintrog, gusseiserne Handschwengelpumpe, 18. und 19. Jahrhundert

Der Alte Dorfbrunnen mit Sandsteintrog und gusseiserner Handschwengelpumpe ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 18. und 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schielberg. In seiner prominenten Platzlage bildete der Brunnen zudem einen wichtigen Treffpunkt der dörflichen Alltagskultur, wo die Einwohner ihr Brauchwasser besorgten und ihr Vieh tränken konnten.

96963731BW
Winkelhofanlage mit Einfristhaus und winklig angebauter Scheune Hans-Thoma-Straße 13
(Karte)
Eingeschossig, verschindelt, massiver Sockel, Satteldach mit Schleppdach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert 96963723BW
Bogenbrücke über den Holzbach Holzbachtal
(Karte)
Buntsandstein, „Grosh.Herrn O.Gockel / Erbaut 1890“, 1890 (i)

Die in Buntsandstein errichtete Brücke führt unmittelbar an der Heinzensägmühle über den Holzbach und besitzt wichtige Aussagekraft für die historische Wege- und Straßenführung in der Gegend von Bad Herrenalb, Schielberg und Langenalb. Sie gibt demnach Auskunft über die lokale Verkehrs- und Infrastrukturgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts und verkörpert als einjochige Bogenbrücke das Festhalten an vormodernen Konstruktionsprinzipien bei der Errichtung solcher kleineren Verkehrsbauwerke während der damaligen Zeit.

105195378BW

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Benediktinerinnenkloster und freiadeliges Damenstift Frauenalb Frauenalb; Im Wiesengrund; Klosterstraße 7, 8, 9, 11, 12, 17; Weierwiesen
(Karte)
Gestiftet durch Graf Eberhard III. von Eberstein und seiner Mutter Uta, zwischen 1180 und 1185, erstmals erwähnt 1193, Ursprungsanlage 1403 zerstört und umgehend wiederaufgebaut, bis auf Kirche und Siechenhaus abgebrannt, 1508, Plünderung und Beschädigungen im Bauernkrieg 1525, erste Aufhebung im Zuge der Reformationseinführung durch Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach, 1598, Wiederbesiedelung 1631, endgültige Aufhebung im Zuge der Säkularisation 1802, Parzellierung und Veräußerung mit anschließender Industrienutzung ab 1819, Teilzerstörung der Klausurgebäude sowie der Kirche durch vier Brände zwischen 1835 und 1853, bestehend aus:

1.) Ruine der Klosterkirche St. Maria (Klosterstraße) [§ 28], dreischiffige und fünfjochige Wandpfeilerkirche mit gerade geschlossenem Chor und beherrschender Doppelturmwestfassade, dreigeschossige und dreiachsige Westfront mit kielbogig bekröntem und geschweiftem Volutengiebel, Pilastergliederung mit Gebälken in Superposition, im Erdgeschoss offene Rundbogenarkaden mit Keilsteinen und kapitellförmig ausgebildeten Kämpferbereichen, gliedernde und rahmende Elemente wie kräftig profilierte Gurt- und Stockwerksgesimse in rotem Sandstein, füllende Wandflächen verputzt, flankierende und leicht aus der Bauflucht hervortretende Westtürme mit Eckquaderung und Lisenengliederung, oberste Turmgeschosse oberhalb eines Absatzes mit Balustrade in Achteck überführt, an den Turmvierecken sowie im 1. Obergeschoss der Westfront Rechteckfenster mit geohrten Gewänden, im 2. Obergeschoss der Westfront Rundbogennischen mit Pfeilerblendrahmungen über querrechteckigen Profilrahmen, zweigeschossige Langhausfassaden mit Segmentbogenfenstern im Erdgeschoss und hohen Rundbogenfenstern im Obergeschoss, Nordfassade durch Lisenen gegliedert, mittig rundbogiges Nordportal, gerahmt durch Ädikula mit korinthischen Säulen und gesprengtem Segmentgiebel, bekrönt durch große Wappentafel der Äbtissin von Ichtersheim mit Kielbogenabschluss, Wandpfeiler im Inneren mit rundbogigen Erdgeschossdurchgängen, unter der Kirche weitläufige Substruktionen, Kirche errichtet anstelle des mittelalterlichen Vorgängerbaus nach Entwurf von Baumeister Peter Thumb, Vorarlberg, 1727 bis 1736, Weihe 1751, nach Klosteraufhebung 1802 im Verlauf der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts teilzerstört, seitdem Ruine;

2.) Ruine der Konventgebäude mit Kreuzgarten (Klosterstraße) [§ 28], ehemals Geviert aus Klausurflügeln und Klosterkirche mit Eckpavillons im Südosten und Südwesten, West- und Südflügel bis auf Fundamente abgetragen, Umfassungsmauern des dreigeschossigen Ostflügels erhalten, dieser durch Tür- und Fensteröffnungen mit Klosterkirche verbunden, errichtet nach Gesamtentwurf von Baumeister Franz Beer, Vorarlberg, Ost- und Südflügel unter Bauleitung von Johann Jakob Rischer, 1696 bis 1704, Westflügel unter Bauleitung von Peter Thumb, ab 1727, geplante Fortsetzung des Ost- und Westflügels nach Norden nicht realisiert, nach Aufhebung des Klosters 1802 im Verlauf der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts teilzerstört, seitdem Ruine;

3.) Abteigebäude mit Gartenfläche (Klosterstraße 11) [§ 2], dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach und Eckquaderung, Kellersockel, westliche und östliche Langseiten mit achsialsymmetrisch gegliederten Fassaden, quer- und hochrechteckige Fenster mit abgefasten Werksteingewänden, mittig im Erdgeschoss Durchfahrt mit Stichkappengewölbe, erschlossen über Rundbogentore mit bossierter Bogenquaderung, profilierten Kämpfergesimsen, über den Bogenscheiteln Wappensteine, im 2. Obergeschoss über dem Osttor weiterer Wappenstein, nördliche Schmalseite mit profiliertem Gesimsband zum 2. Obergeschoss, südlich Rechteckportal mit geohrten und profiliertem Gewände, reliefierter Keilstein begleitet durch Jahreszahl und Initialen, erbaut 1672 (i), Instandsetzungen und Teilerneuerungen mit zweiachsigem Teilabbruch im Süden, 1741 (i) und wohl 1795 (i), Umgestaltungen im Inneren unter Chemiker Lambert Heinrich von Babo, 19. Jahrhundert;

4.) Terrassengarten mit Einfriedung sowie Garten- und Wohnhaus (Klosterstraße 12) [§ 28], Gartengelände in drei tiefe Terrassen gegliedert, Terrassen über mehrläufige und symmetrisch angelegte Rampen und achsiale Treppenläufe verbunden, trapezförmige Rampenanlage mit Rundbogennische, Balustrade und vorgelagertem Rundbassin, trapezförmige Freitreppe zum Gartenhaus mit gewölbtem Unterbau und Balustrade, zweigeschossiges Garten- und Wohnhaus mit Mansardpyramidendach, verputzter Massivbau über quadratischem Grundriss, feingliedrige Sandsteingliederung durch genutete Lisenen, ein umlaufendes, verkröpftes Kaffgesims und profilierte Fensterumrahmungen mit Ohren, Über dem Gartenportal Wappen der Äbtissin Gertrud von Ichtersheim und Muschelnische mit Muttergottesskulptur, um 1740, angelegt und erbaut wohl nach Entwurf von Baumeister Peter Thumb, Vorarlberg, 1738 (i);

5.) Gärtnerhaus mit Scheune (Klosterstraße 17) [§ 2], zweigeschossiger, teils verputzter und holzverschindelter Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, hoher massiver Kellersockel, rechteckiges Hauptportal erschlossen über zweiläufige Freitreppe in Trapezform, über dem Portal eingemauerter Wappenstein der Äbtissin von Ichtersheim mit Jahreszahl, erbaut als Gärtnerhaus 1753 (i), Umnutzung zur Schreinerei, 1823, spitzwinklig dazu angeordnete Scheune, teils in Fachwerk über Steinsockel, erbaut 1892;

6.) Schreinerei, Küferei und Verwaltungshaus (ab 1897 Kurhaus Klosterhof, ab 1936 Gauschule der NSDAP, nach dem Zweiten Weltkrieg Sanatorium, heute Pflegeheim, Klosterstraße 9) [§ 2], dreiteiliger Baukomplex, dreigeschossiger verputzter Nordbau mit Krüppelwalmdach einst Schreinerei mit Küferei, im Erdgeschoss nach Westen Rundbogenportal mit Diamantquadern, Spiegeln und Jahreszahl, darüberliegende Wappentafel der Äbtissin von Greith durch Dreiecksgiebel mit Kugelaufsätzen abgeschlossen, dreigeschossiger, weitgehend verputzter Mitteltrakt, dreigeschossiger, weitgehend verputzter Südbau mit Satteldach, im Kern einst Verwaltungshaus, Obergeschosse der Westfassade in Sichtfachwerk mit Zierelementen, massives Erdgeschoss mit Buckelquadern an den Ecken, Spitzbogenportal mit zweifach gekehltem Werksteingewände, im Bogenscheitel Wappenrelief der von Eberstein mit Inschrift und Jahreszahl, am Gebäude weitere Wappen- bzw. Grabsteine, Südbau im Kern beginnendes 15. Jahrhundert bzw. vor 1404, Umgestaltung und Renovierung 1671 (i), Nordbau im Kern 1688 (i) (Überformung für Kurhaus Klosterhof, 1897), Mitteltrakt 1911, (Umgestaltung zur Gauschule, 1936, Umgestaltung zum Sanatorium kurz nach dem Zweiten Weltkrieg);

7.) Mühle mit Mühlkanal und Nebengebäude (Klosterstraße 7) [§ 28], zweigeschossiger, sehr breiter, verputzter und weitgehend massiver Bau mit Krüppelwalmdach, quer angefügter Erweiterungsbau mit Krüppelwalmdach über den Mühlkanal nach Osten, weitgehend massiv mit Abschnitten in Sichtfachwerk, über Südwestportal eingemauerter Wappenstein der Äbtissin von Ichtersheim, im Kern 1747 (i), erweitert zur Walkmühle um 1812, durchgreifende Neugestaltungen im 19. Jahrhundert, eingeschossiges Nebengebäude mit geknicktem Walmdach, teils in Sichtfachwerk, teils holzverschalt, 19. Jahrhundert;

8.) Gasthaus König von Preußen (Klosterstraße 8) [§ 2], ein- bis dreigeschossiger, in den Hang gebauter Massiv- und Fachwerkbau mit Walm- bzw. Krüppelwalmdach, oberstes Geschoss des nordöstlichen Gebäudeteils in Fachwerk mit Holzschindelverkleidung, umlaufend geschnitzter Zierfries unter Dachvorsprung, Rechteckfenster mit profilierten Werkstein- und Holzgewänden, südöstlich neben Erdgeschossfenster eingemauerter Wappenstein der Äbtissin von Wrede, errichtet als Klosterschenke, ausgehendes 18. Jahrhunderts bzw. um 1800, Umbauten und Umgestaltungen im 19. Jahrhundert;

9.) Albbrücke (Klosterstraße) [§ 28], aus grob behauenen Sandsteinquadern gemauerte, halbkreisrunde Bogenbrücke mit steinernen Wangen als Brüstung, anstelle einer älteren Holzbrücke errichtet, 1826, farblich gefasste Nepomukfigur auf viereckigem Postament mit Wappenrelief der Äbtissin von Ichtersheim, 1725 (i);

10.) Spolien aus verschiedenen Bauphasen des Klosters (im Gelände verteilt) [§ 2], darunter flaches Becken mit Blendarkatur, Skulpturenteile, Wappenschilde etc., im Gelände verteilt;

11.) Klosterwiesen und andere historische Grün-, Verkehrs- und Wirtschaftsflächen [§ 2], u. a. Conventwiesen, Weierwiesen, Zwetschgengärten und Geiswiesen, mit archäologischen Funden ist zu rechnen

Die Klosteranlage Frauenalb befindet sich im Tal der von Süden nach Norden fließenden Alb auf einem Schwemmkegel, der sich von der westlichen Talwand quer in den Wiesengrund schiebt, und bildet in ihrer leicht erhöhten und solitär eingebetteten Lage über dem Bach ein bestimmendes Element innerhalb der Kulturlandschaft der nördlichen Schwarzwaldausläufer. Das Kloster wurde zwischen 1180 und 1185 durch Graf Eberhard III. von Eberstein, Sohn des Gründers des ebersteinischen Hausklosters Herrenalb, und seine Mutter Uta gestiftet. Neben der stets relevanten Sorge um die „Memoria“ sowie der Bemühungen um eine nachhaltige Heilsvorsorge seitens der Stifterfamilie, erfüllte das Benediktinerinnenkloster die Aufgabe eines adeligen Damenstifts, in dem die unverheirateten oder verwitweten Frauen angesehen, durch die Ordensregel und die Aura der geistlichen Institution geschützt und materiell abgesichert, ein kontemplatives und standesgemäßes Leben führen konnten. So war die hoch- und spätmittelalterliche Entwicklung des Klosters bis zur ersten Aufhebung 1598 durch den protestantischen Markgrafen Ernst Friedrich von Baden-Durlach auf der einen Seite eng mit der umfangreichen Grundausstattung (noch 1481 umfasste der Klosterbesitz die Ortsherrschaften in elf Dörfern, Hofeigentum, Patronats- und Zehntrechte, Mühlen usw.) durch die Stifterfamilie sowie mit der Bindung an die als Schirmherrschaft fungierenden Ebersteiner (von den ersten neun Äbtissinnen stammten fünf oder sieben aus der Stifterfamilie) verknüpft. Auf der anderen Seite zeichnete sich bereits seit dem späten 14. Jahrhundert der steigende Einfluss der Markgrafen von Baden (Schirmherrschaft kam 1535 vollständig an die Linie Baden-Baden) und der gleichzeitige Niedergang der Grafen von Eberstein ab. Bis auf bauliche Reste des spätmittelalterlichen Verwaltungshauses aus dem beginnenden 15. Jahrhundert (Spitzbogenportal mit doppelt gekehltem Gewände und Wappenrelief der Grafen von Eberstein sowie Buckelquader an den Erdgeschossecken) haben sich keine aufgehenden Reste der Ursprungsanlage erhalten, die erstmals 1403 während der Fehde des Markgrafen Bernhard I. von Baden mit König Ruprecht von der Pfalz zerstört wurde. Das Kloster wurde umgehend wiederaufgebaut, brannte jedoch 1508 aufs Neue nieder, wobei die Kirche und das Siechenhaus verschont blieben. Als im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges Frauenalb an die katholische Linie Baden-Baden zurückfiel, wurde das Kloster 1631 mit Benediktinerinnen aus Urspring bei Schelklingen wiederbesiedelt. Der erneute Aufstieg des Damenstifts war weniger den gegenreformatorischen Bemühungen der Markgrafen von Baden-Baden zuzuschreiben, als den starken Persönlichkeiten der Äbtissinnen, die das baufällige Stift wirtschaftlich und architektonisch neu aufstellten. So wurde unter der Äbtissin Maria Margarethe von Greith (Amtszeit 1642 bis 1689), die auch als „zweite Gründerin“ des Klosters bezeichnet wird, das frühbarocke Abteigebäude mit Wohnungen für die Äbtissinnen und für Gäste sowie die Schreinerei mit Küferei (hier noch Renaissanceportal mit Diamantquadern und Spiegeln) errichtet. Der eigentliche Klausurbereich mit Klosterkirche und Konventgebäuden (nach vier Bränden zwischen 1835 und 1853 nur noch als Ruine erhalten) belegt den ausgeprägten Erneuerungs- und Repräsentationswillen der Äbtissinnen Maria Salome von Breitenlandenberg (Amtszeit 1689 bis 1715) und Maria Gertrud von Ichtersheim oder Ichtratzheim (Amtszeit 1715 bis 1761) auch im Kontext der stets angestrebten Reichsunmittelbarkeit. So wichen ab 1696 die alten Konventgebäude einer symmetrischen und streng rhythmisierten Barockanlage. Der Generalplan des bedeutenden Vorarlberger Baumeisters Franz Beer von Bleichten (1660 bis 1726) sah dabei ein doppeltes Klostergeviert um die als zentrale Achse angelegte Klosterkirche mit Eckpavillons vor, wobei hier baukonzeptionelle Ideen der Abtei Weingarten vorweggenommen wurden, deren Großbaustelle Beer seit 1715/16 leitete. Nachdem die Bauarbeiten in Frauenalb bereits 1704 wieder zum Erliegen kamen, konnten sie erst 1727 durch den Verkauf von elsässischen Gütern fortgesetzt werden. Hierzu wurde der Schwiegersohn Beers, der Vorarlberger Baumeister Peter Thumb (1681 bis 1766), beauftragt. Er vollendete die Konventbauten nach Beers Plänen (Doppelung wurde nicht mehr realisiert) und fügte die Klosterkirche St. Maria im sog. Vorarlberger Münsterschema als dreischiffige Wandpfeilerkirche mit monumentaler Doppelturmfassade in den Klausurkomplex nach seinen eigenen Entwürfen ein. Angesichts ihrer repräsentativen und mehrgeschossigen Schaufront mit Pilastergliederung in Superposition (korinthische Ordnung über der Ionischen und diese über der dorischen bzw. toskanischen Ordnung) und kielbogig abgeschlossenem Volutengiebel sowie ihrem Raumtyp steht die Klosterkirche von Frauenalb dabei in enger gestalterischer Beziehung zu der ebenfalls durch Thumb entworfenen Klosterkirche St. Peter im Südschwarzwald. Die rege Bautätigkeit unter Gertrud von Ichtersheim brachte ebenso den als dreistufigen Terrassengarten angelegten Klostergarten hervor. Mit seinen achsialen Treppenläufen, seinem symmetrisch gegliederten und mehrläufigen Rampensystem sowie seinen Staffageelementen wie dem runden Wasserbassin knüpft der Klostergarten an formale Gärten der zeitgenössischen Schlossbauten an. Dabei bildet das auf quadratischem Grundriss errichtete Gartenhaus mit elegantem Mansardpyramidendach den Ausgangs- bzw. Höhepunkt des kaskadenartig angelegten Nutz- und Schaugartens zur geistig-kontemplativen Rekreation. Somit dokumentiert das Kloster mit all seinen Wohn-, Nutz-, Sakral-, Repräsentations- und Ökonomiebauten sowie seinen Frei- und Nutzflächen in außergewöhnlicher Weise die Geschichte eines benediktinischen Damenstifts als komplexes herrschaftliches, geistliches und ökonomisches Zentrum vom Spätmittelalter bis zum Ende des Alten Reichs. Die lange Entwicklungsgeschichte des Klosters spiegelt zugleich wichtige Epochen der vormodernen Territorial- und Konfessionsgeschichte des Landes wider. Darüber hinaus erfuhr die Ruine im frühen 19. Jahrhundert, nur wenige Jahre nach dem Einläuten ihres fortschreitenden Verfalls, eine neue Ausdeutung als dramatisches Monument, das die Landschaft ästhetisch und romantisch überhöht. Wie die Heidelberger Schlossruine wurde auch die Frauenalber Klosterruine zunehmend von Künstlern und bürgerlichen Besuchern aufgrund des romantischen Erlebnisses bereist. Nicht zuletzt stellt die barocke Klosteranlage selbst eine bedeutsame Etappe in der Geschichte südwestdeutscher Klosterbaukunst des späten 17. und 18. Jahrhunderts dar.

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( Wikidata)
Wohnhaus der Sägemühle Klosterstraße 4
(Karte)
Zweigeschossig, Erdgeschoss verputzt, auf hangseitigem hohen Kellergeschoss mit Rundbogentoreinfahrten, Fachwerkobergeschoss mit Holzschindeln verkleidet, Walmdach mit Zwerchhaus, errichtet vom Sägemüller Ludwig Bürkle, 1912

Das Wohnhaus entstand 1912 unter der Bauherrschaft des Sägemüllers Ludwig Bürkle als Teil der Sägemühle unmittelbar nördlich des ehemaligen Klosters Frauenalb. In seiner Formen- und Gestaltungssprache mit barockisierendem Walmdach, lokaltypischer Holzschindelverkleidung und symmetrisch gegliederten Fassaden fügt sich das Gebäude in harmonischer Weise in die bestehende Baulandschaft der nördlichen Schwarzwaldausläufer ein und zeichnet sich dabei durch sein heimatlich anmutendes bzw. betont traditionsgebundenes Gepräge aus. Somit ist das Gebäude ein anschauliches Dokument für lokale Strömungen der traditionalistischen Reformarchitektur in der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg und veranschaulicht die bürgerlich geprägte Wohn- und Lebenskultur eines Sägemüllers (und seiner Familie) während der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Region des Nordschwarzwaldes.

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Schul- und Rathaus mit Ehrenmal für die Teilnehmer des Deutschen Kriegs 1866 sowie des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 Marxzeller Straße 13
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger und verputzter Massivbau mit Walmdach auf winkelförmigem Grundriss, Kellersockel, genutete Ecklisenen, Rechteckfenster mit profilierten Werksteingewänden, erbaut 1830, Kriegerdenkmal als Ädikula in rotem Sandstein auf Konsolen, mit Inschriftfeld, errichtet 1906 (i), nach 1918 in Fassade angebracht; seit 1955 auf dem Rathausvorplatz: Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, 2 Tafeln mit Namen der Gefallenen und eine Skulptur von Emil Sutor

Das Schul- und Rathaus bildet eine wesentliche bauliche Dominante im historischen Dorfkern und ist durch sein Walmdach sowie seine symmetrischen Fassadengliederungen mit genuteten Ecklisenen, regelmäßiger Fenster- und Portalorganisation sowie profiliertem Kranzgesims als öffentlicher Sonderbau mit Mittelpunktsfunktion hervorgehoben. Die ursprüngliche und in der überlieferten Raumstruktur noch ablesbare Mischnutzung mit Schulsaal im Erdgeschoss und darüberliegendem Ratssaal ist dabei bezeichnend für diesen Bautyp im ländlichen Raum des damaligen Großherzogtum Badens. Somit ist das Gebäude ein aussagekräftiges Dokument für den klassizistischen bzw. noch vom Spätbarock beeinflussten Schul- bzw. Rathausbau der Zeit um 1830 in Baden. Als ehemaliger Mittelpunkt der Gemeindeadministration sowie als ehemalige Unterrichts- und Bildungsstätte nimmt der Bau überdies eine essenzielle Rolle innerhalb der Orts-, Schul- und Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ein. Das in Form einer Ädikula gestaltete Ehrenmal erinnert an die aus Schielberg stammenden Soldaten, die einerseits an den Kampfhandlungen des Deutschen Kriegs 1866, also des Konflikts zwischen den verbündeten Staaten des Deutschen Bunds (darunter das Großherzogtum Baden und das Königreich Württemberg) unter Führung von Österreich gegen Preußen und dessen Verbündeten sowie andererseits am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, an dessen Ausgang die Gründung des Deutschen Kaiserreichs stand, beteiligt waren. Mit den Darstellungen des Eisernen Kreuzes, des Reichsadlers, des Lorbeers und des Eichenlaubs sowie der Kriegstrophäen spiegelt es dabei die lokale, nationalpatriotisch gefärbte Erinnerungs- und Gedenkkultur infolge dieser beiden nachträglich als Reichseinigungskriege bezeichneten Auseinandersetzungen wider und verdeutlicht zeittypische Ausdrucksformen der heroisierenden Soldatenverehrung zu Beginn des 20. Jahrhunderts im damaligen Großherzogtum Baden. Nicht zuletzt wurde 1955 auf dem Rathausvorplatz das Gefallenendenkmal für die in den bzw. infolge der Kampfhandlungen der beiden großen Weltkriege verstorbenen Soldaten aus dem Ort eingerichtet. Im Gegensatz zum Kriegerdenkmal von 1906 steht hier nicht mehr Nationalpatriotismus und glorifizierendes Soldatengedenken, sondern vielmehr die mit der schmerzhaften Verlusterfahrung verknüpfte Trauer, aber auch der Mahnmalgedanke im Angesicht zukünftiger Generationen im Fokus. Dies wird neben der nüchternen Gestaltung insbesondere durch die Skulptur (Darstellung von trauernden Müttern bzw. Frauen) des im Nationalsozialismus wie auch in der Nachkriegszeit viel beschäftigten Bildhauers Emil Sutor (1888 bis 1974) deutlich.

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Wohnhaus einer Hofanlage Marxzeller Straße 14
(Karte)
Zweigeschossiger, zum Großteil massiver Bau mit Krüppelwalm- bzw. Walmdach, Tür- und Fenstergewände in Sandstein teils profiliert bzw. abgefast, im Erdgeschoss wiederverwendetes und abgefastes Türgewände mit Jahreszahl, 1600 (i), Wohnhaus errichtet 1698 (d)

Das Wohnhaus war Teil eines ehemals hier befindlichen Hofanlage und gilt angesichts seines dendrochronologisch nachgewiesenen Alters als bisher ältestes überliefertes Gebäude von Schielberg. Der zum Großteil in lokaltypischem Buntsandstein errichtete Bau weist dabei im Erdgeschoss ein wiederverwendetes Sandsteintürgewände auf, das ausweislich der Inschrift im Jahr 1600 entstand. In seiner spezifischen Bauart als Einhaus vereinte es ursprünglich Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei der Ökonomieteil später zu Wohnzonen umgestaltet wurde. Damit dokumentiert der Bau bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der Frühen Neuzeit in Schielberg und besitzt in seiner Mischkonstruktion sowie mit seinem rußgeschwärzten Dachstuhl hauskundlichen wie auch bautypologischen Quellenwert für solche in der Region erhaltenen Einhäuser der Zeit um 1700.

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Wegkreuz mit Kruzifix Marxzeller Straße 20 a
(Karte)
Auf niedriger Sockelplatte, Sandstein, Korpus wohl 19. Jahrhundert, Kreuz vermutlich neu

Das Wegkreuz unmittelbar vor der katholische Kirche St. Maria ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität des 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schielberg. Nicht zuletzt besitzt der im Dreinageltypus inszenierte Korpus kunstgeschichtliche Aussagekraft für die Bildhauerei der damaligen Zeit.

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Wohnteil eines Einfirsthauses in Sichtfachwerk Marxzeller Straße 20
(Karte)
Traufständig, eingeschossig, auf hohem, massivem und verputztem Sockelgeschoss, wohl ursprünglich Hochkeller, Krüppelwalmdach (mit neuer Schleppgaube), Fachwerkgefüge mit Zierelementen und K-Streben, Giebel zweifach leicht vorkragend über profilierten Geschossbalken, südöstlich beschnitzter Eckständer Taustabprofil und Inschrift, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Der Wohnteil sonst modern umgebauten Einfirsthauses ist als Teil der historischen Dorfkernbebauung von wesentlicher Bedeutung für die Ortsbaugeschichte. Mit seinen Zierelementen wie den leichten Dachgeschossvorkragungen über profilierten Rähm- und Schwellenhölzern, den Rauten- und Kreuzformationen sowie dem kunsthandwerklich aufwendig gearbeiteten Taustabprofil am inschriftlich bezeichneten Eckständer belegt das Fachwerkgefüge den repräsentativen Gestaltungsanspruch der Bauherrschaft. In seinem authentischen Überlieferungszustand besitzt der Wohnteil somit hauskundlichen wie auch architekturgeschichtlichen Quellenwert für solche in der Region erhaltenen Einhäuser bzw. Einfirsthäuser der Barockzeit und veranschaulicht zudem bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Versorgungsverhältnisse der damaligen Zeit in Schielberg.

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Friedhofskreuz mit Korpus Im Anwendel
(Karte)
Sandstein, mit Totenkopfrelief im Kreuzfuß, Inschriftfeld im Sockel mit Blendmaßwerkrahmung, errichtet 1903 (i)

Das Friedhofskreuz ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und bildet eine Andachtsstätte, an welcher der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Dabei verweist das Totenkopfrelief am Kreuzfuß auf den Ort des Kreuzigungsgeschehens, die Schädelstätte Golgatha und ist zugleich ein Hinweis auf das Grab Adams und der Überwindung des Sündenfalls durch den Opfertod Jesu. Das Friedhofskreuz besitzt zugleich anschaulichen Aussagewert für die örtliche Begräbnis-, Trauer- und Frömmigkeitskultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

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Winkelhofanlage aus Wohnhaus mit Fachwerkscheune Rotensoler Straße 12
(Karte)
Anbau und Garten, giebelständiges, eingeschossiges, vollverschindeltes Wohnhaus, Satteldach, massiver Kellersockel mit rechteckigem Kellerportal, winklig angefügte Scheune teils massiv, teils Fachwerk, Vorgarten mit Holzstaketenzauneinfriedung, erbaut 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Winkelhofanlage ist als Teil der verhältnismäßig gestreuten Dorfkernbebauung von ortsbaugeschichtlicher Relevanz und setzt sich aus dem vollverschindeltem Wohnhaus mit massivem Kellersockel, der rechtwinklig dazu angefügten Scheune in Mischkonstruktion, einem Anbau sowie dem zugehörigen Garten mit Holzstaketenzauneinfriedung zusammen. Die Hofanlage dokumentiert damit bäuerlich geprägte Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schielberg und besitzt angesichts ihrer anschaulich überlieferten Bausubstanz hauskundlichen wie auch bautypologischen Aussagewert für solche in der Region erhaltenen Winkelhofanlagen der damaligen Zeit.

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Wegkreuz mit Kruzifix und betender Madonna Rotensoler Straße
(Karte)
Sandstein, Sockel als Felsgebilde mit eingelassener Marmorplatte samt Inschrift, errichtet 1899 (i)

Das Wegkreuz neben dem Gebäude Rotensoler Straße 18 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin sowie als wesentliche Fürbitterin der Christenheit in Erscheinung tritt. Als sprechendes Beispiel für die lokale Religiosität der Zeit um 1900 ist das Wegkreuz zugleich ein charakteristisches Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schielberg. Nicht zuletzt besitzen die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes anschaulichen Quellenwert für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Wegkreuz mit Kruzifix und betender Madonna Rotensoler Straße 44
(Karte)
Sockel mit Inschriftplatte, errichtet 1871 (i)

Das Wegkreuz am heutigen südlichen Ortsrand ist Zeugnis einer innig gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der Stifter Basilius und Franziska Maucher und eine Stätte der Einkehr und Andacht für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Die am Kreuzstamm befindliche Skulptur der Muttergottes dient in ihrer betenden Darstellung der intensivierenden Versenkung in diesen zentralen Akt der Passion, wobei sie auch als überzeitliche Heilszeugin in Erscheinung tritt. Als beredtes Beispiel für die lokale Religiosität des späten 19. Jahrhunderts ist das Wegkreuz somit ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schielberg. Nicht zuletzt sind die Skulpturen des Gekreuzigten und der Muttergottes für die in der Region anzutreffende Bildhauerkunst der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts relevant.

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Bildstock mit Bildnische und Heiligenhäuschen Saumstraße
(Karte)
Sandstein, Satteldachabschluss, im Giebel die Initialen IHS, im Pfeilerschaft Inschrift in Vierpassspiegel, bez. 1745 (i)

Der Bildstock in der Saumstraße ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des namentlich genannten Stifters und bildet eine Stätte der persönlichen Einkehr und Andacht. Als authentisches Dokument für die barockzeitliche Religiosität der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Region ist der Bildstock zugleich ein bezeichnendes Element der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft von Schielberg.

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Villa Vogt und Fischzuchtgebäude Schielberger Straße 3
(Karte)
Bestehend aus:
  • Villa, eingeschossiger, giebelständiger Wohntrakt mit hinterem, zweigeschossigem Querriegel, Sprengwerkgiebel mit kugelförmigen Abhänglingen, beschnitzten Pfettenkonsolen und ornamental durchbrochenen Brettelementen, vollverschindelt, auf hohem Rustikasockel aus rotem Sandstein, Rechteckfenster mit Wetterdächern bzw. waagerechten Gesimsverdachungen, teils auf hölzernen Konsolen, errichtet nach Entwurf von Architekt Ludwig Trunzer, Karlsruhe, für G. Vogt, 1898, erweitert durch K. Bock für Major a. D. Gaston Klenitz, 1919;
  • Fischzuchtgebäude, zwei langgestreckte, leicht gebogene und verputzte Massivbauten mit Walmdächern, eingeschossig, nordwestliches Gebäude mit hohem, rechteckigem Schornstein, rechteckige Portal- und Fensteröffnungen, errichtet wohl 1919

Das kleine Wohngebäude in solitärer Tallage unmittelbar südwestlich von Pfaffenrot entstand 1898 nach Plänen des Karlsruher Architekten Ludwig Trunzer für den Bauherren G. Vogt als villenartiges Landhaus und zeichnet sich durch seine ländlich-rustikal anmutende Formen- und Materialsprache mit Holzschindelverkleidung, rustiziertem Buntsandsteinsockel und kunsthandwerklich aufwendig gestaltetem Sprengwerk- oder Schwebegiebel aus. Der Bau ist somit ein anschauliches Zeugnis für den späthistoristische Villen- und Landhausarchitektur der Zeit um 1900 in der Gegend der nördlichen Schwarzwaldausläufer und veranschaulicht bürgerlich geprägte Wohn-, Lebens- und Erhohlungskultur in den ländlichen Gebieten des damaligen Großherzogtums Baden. 1919 richtete sich hier Major a. D. Gaston Klenitz eine Forellenzuchtanlage ein, in welche er das kleine Landhaus miteinbezog und zusätzlich die beiden langgestreckten Fischzuchtgebäude errichten ließ. Dementsprechend ist das Wohnhaus samt den Zuchteinrichtungen ebenso ein vergleichsweise selten anzutreffendes Dokument für moderne Fischzuchtpraktiken des frühen 20. Jahrhunderts in der nördlichen Schwarzwaldregion und besitzt in diesem Sinne auch aussagekräftigen Quellenwert für solche Landwirtschafts- und Zuchtformen an kleineren Fließgewässern während der damaligen Zeit.

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Weitere Bilder
Empfangsgebäude der Bahnhofstation Schielberg-Frauenalb Von Karlsruhe nach Herrenalb
(Karte)
Eingeschossiger, weitgehend verputzter Bau, weit auskragendes Krüppelwalmdach mit Aufschieblingen, Fußwalmen und Zwerchhaus für Dachgeschosswohnung, Giebelfelder holzverschindelt, Dachgeschoss zu den Gleisen weit vorkragend über sichtbaren Balkenköpfen und konkav geschwungenen Konsolen, erbaut nach Plänen von Otto Henrichs, Ettlingen, 1912

Das in markanter Solitärlage befindliche Empfangsgebäude entstand 1912 als Typenbau nach Plänen des Ettlinger Architekten Otto Henrichs als Teil der Albtalbahn, die in drei Abschnitten zwischen 1897 und 1898 zum Großteil entlang der namensgebenden Alb errichtet wurde und von Karlsruhe über Rüppurr, Ettlingen, Busenbach, Etzenrot, Marxzell und dem Kloster Frauenalb nach Bad Herrenalb im Nordschwarzwald führt (Zweigestrecke von Busenbach nach Ittersbach 1899 eingeweiht). Entsprechend der Größe und dem Haltestellenrang der Bahnstation zeichnet sich das Empfangsgebäude durch seine zurückhaltenden Größendimensionen aus. In Anbetracht seiner betont traditionsgebundenen sowie ländlich-rustikal anmutenden Formen- und Gestaltungssprache mit Krüppelwalmdach, Holzschindelverkleidung, Fußwalmen und Vorkragung über sichtbaren Balkenköpfen knüpft es zugleich an prägende Schlüsselelemente des lokalen Hausbaus der Zeit um 1800 an, wodurch es sich in harmonischer Weise in die bestehende Kultur- und Baulandschaft einfügt. Somit ist das Gebäude ein beredtes Zeugnis für die dem Reformstil verpflichtete Bahnhofsarchitektur im Großherzogtum Baden bzw. Königreich Württemberg der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Als heute noch betriebener Punkt der infrastrukturellen Vernetzung Schielbergs und des ehemaligen Klosters Frauenalb mit dem Umland besitzt der Bau überdies wesentlichen Aussagewert für die regionale Eisenbahn-, Verkehrs- und Mobilitätsgeschichte seit dem frühen 20. Jahrhundert.

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( Wikidata)
Schule mit Nebengebäude Waldstraße 2
(Karte)
Traufständiger, zweigeschossiger Schulbau, hammerrechtes Quadermauerwerk, Walmdach, rustiziertes Sockelgeschoss, Rundbogenportale, kassettiertes Traufgesims, eingeschossiges Toilettenhäuschen mit Walmdach und holzverschaltem Kniestock separat, erbaut nach Plänen von Architekt Franz Schottmüller, Ettlingen, 1921

Die Schule war ursprünglich gemeinsam mit dem Rathaus im Gebäude Marxzeller Straße 13 untergebracht. Bereits 1914 hatte Raumnot dort zu Umbauplanungen durch den Architekten Franz Schottmüller aus Ettlingen geführt. Die Errichtung des neuen Schulhauses samt separatem Toilettenhäuschen wurde ebenso nach dem Entwurf Schottmüllers vollzogen. Das ausgeführte Schulgebäude zeichnet sich durch seine vergleichsweise stattlichen Größendimensionen sowie durch seine anspruchsvolle und zugleich traditionsgebundene Architektur mit dominierendem Walmdach, Rundbogenöffnungen, pilastergerahmtem Hauptportal, kassettiertem Traufgesims und der gegen den Einspruch der Bezirksbauinspektion durchgeführten Werksteinverkleidung aus. Die Schulsäle befanden sich ursprünglich im Erdgeschoss, während die Lehrerwohnung im Obergeschoss untergebracht war. Zusammen mit der originalen ortsfesten Ausstattung wie den Wandvertäfelungen und den Fliesenböden im Flur sowie der bauzeitlichen Holztüre des Hauptportals ist das Schulhaus samt separatem Toilettenhäuschen, in welchem sich überdies ein Schweinestall und eine Holzremise integriert waren, ein authentisches Dokument für die ländliche Schulhausarchitektur des traditionalistischen Reformstils zur Zeit der Weimarer Republik in Baden. Darüber hinaus nehmen die Bauten eine zentrale Rolle innerhalb der Orts-, Bildungs- und Sozialgeschichte von Schielberg seit den 1920er-Jahren ein.

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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Marxzell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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