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Liste der Kulturdenkmale in Kronau

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In der Liste der Kulturdenkmale in Kronau sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Kronau im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale in Kronau

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Friedhof Friedhofstraße
(Karte)
Angelegt als Ersatz für den Kirchhof bei St. Laurentius außerhalb des Ortskerns, 1822 (a), vergrößert 1842 (a) und 1892 (a), bestehend aus:

Einfriedungsmauer, Bruchstein, 1822 (a), mit zwei älteren, hierher translozierten Torpfeilern, 1766 (i) bei erster Erweiterung Steine der Kirchhofeinfriedung wiederverwendet, 1842 (a), zweite Erweiterung 1892 (a);

  • Friedhofskreuz, Sandsteinkruzifix, geschaffen von Bildhauer Josef Faas, 1822 (i), an den jetzigen Standort versetzt transferiert und in massive verputzte Nischenarchitektur eingestellt, 1844 (a);
  • zwei historische Grabmale, einmal für Georg Joseph Moch, Bürgermeister, gest. 1872, in die nördl. Mauer eingelassen, zum anderen für Andreas Boch, Pfarrer, gest. 1902;
  • Ehrenmal für die Teilnehmer und auch Gefallenen im Deutsch-französischen Krieg von 1870/71, viereckige Stele mit den eingemeißelten Namen, nach 1871, auf den Friedhof versetzt, 1954 (a);
  • Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs, keilförmige Mauerzungen aus Beton mit reliefierter Vorderseite flankieren ein hohes Holzkreuz, 1984 (a)

(Sachgesamtheit)

Wie in vielen Gemeinden üblich, wurde auch in Kronau der Gottesacker um die Pfarrkirche in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgegeben und an den Ortsrand verlegt. Dies geschah aus Hygiene- und Platzgründen. Gleich zweimal wurde die Anlage 1842 und 1892 erweitert. Ein Zeugnis der lokalen Bildhauerkunst stellt das Friedhofskreuz des Bildhauers Josef Faas dar. Es gemahnt als charakteristisches Ausstattungsstück des Begräbnisplatzes die Gläubigen an den Opfertod Jesu als Voraussetzung für die Erlangung des ewigen Lebens. Zwei historische Grabmäler erinnern an örtlich wichtige Persönlichkeiten. Zwei Ehrenmäler halten die Erinnerung an historische Kriegsereignisse im 19. und 20. Jahrhundert wach, welche auch Auswirkungen auf die badische Landgemeinde zeitigten. Das ältere Denkmal für den Deutsch-französischen Krieg von 1870/71 gedenkt hierbei nicht nur der Gefallenen, sondern in der für Baden üblichen Weise allen Teilnehmern. Es stand ursprünglich vor der Kirche und wurde erst 1954 auf Wunsch des Pfarrers auf den Begräbnisplatz versetzt. Der Friedhof ist damit ein aussagekräftriges Zeugnis der Siedlungs- und Ortsgeschichte sowie der christlichen Bestattungskultur.

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Sog. Zippelinstein Distr. Untere Lußhardt
(Karte)
Gedenkstein zur Erinnerung an den Forstgehilfen Sebastian Zipperlin, gebrochene Säule auf einem Sockel, roter Sandstein, 1827 (i)

Das als abgebrochener Säulenstumpf gestaltete Denkmal - Sinnbild für einen jähen Tod - erinnert an den Forstgehilfen Sebastian Zipperlin, der an dieser Stelle 1827 von einem Wilderer durch einen Schuss schwer verwundet wurde und wenig später starb. Das Denkmal ist mit seiner Gestaltung charakteristisch für die empfindsame-romantische Gedenkkultur im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts und hat ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Sog. Rotes Kreuz Bittumäcker 8
(Karte)
Wegkreuz, Sandstein, Sockel mit Inschrift, errichtet von Johannes Schimmel und dessen Ehefrau Maria Anna geb. Ritz, 1889 (i)

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung.

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Wegkreuz Fabrikstraße 20
(Karte)
Kruzifix auf Inschriftsockel, Sandstein, Gussmetallkorpus, gestiftet von Wendelin Büttner und Ehefrau geb. Vetter und Robert Frank und Ehefrau geb. Hillenbrand, 1896 (i)

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Der gusseiserne Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung.

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Sog. Waldkreuz Lochacker
(Karte)
Wegkreuz, Kruzifix mit Überdachung, auf einem Inschriftsockel, Sandstein, Inschrift „Sei gegrüßt o heiliges Kreuz Unsers einzige Hoffnung. Gestiftet von Vinzenz Heilmann 1884“

Das qualitätvoll gearbeitete Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Mit seiner Stifterinschrift erhält es orts- und familiengeschichtliche Bedeutung.

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Doppelwohnhaus eines ehem. landwirtschaftlichen Gehöfts Hauptstraße 23, 25
(Karte)
Eingeschossiges verputztes Giebelhaus unter Satteldach, weitgehend massiv, Giebel in reichem Zierfachwerk, im Kern wohl 1. Viertel im 17. Jahrhundert, Umfassungswände des Erdgeschosses massiv erneuert, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der überlieferten historischen giebelständigen Bebauung entlang der Hauptstraße des Straßendorfes, die durch zahlreiche Doppelhäuser dieser Art geprägt ist. Das reiche Zierfachwerk im Giebel weist auf eine Entstehung vielleicht noch im 1. Viertel des 17. Jahrhunderts hin. Dafür sprechen u. a. die langen gebogenen Fußstreben.In zeittypischer Weise wurde das übrige Haus in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Massivbauweise erneuert. Das Gebäude mit seinem bemerkenswerten renaissancezeitlichen Fachwerkgiebel zählt damit zu den wenigen Wohnbauten der Zeit vor dem Pfälzischen Erbfolgekrieg, die in der Oberrheinebene erhalten geblieben sind. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Vormoderne auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte.

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Heidigkapelle Heidigstraße 12
(Karte)
Offene Wegkapelle, kleiner verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Nische aus Sandstein mit ornamentiertem Schmiedeeisengitter, darin Muttergottes-Figur, Inschrift „O Maria hilft! Erbaut durch Gutthäter 1880“

Die offene Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in der traditionell überwiegend katholisch geprägten Gegend.

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Kath. Pfarrhof Kirrlacher Straße 4
(Karte)
Errichtet im Auftrag des Fürstbischofs Kardinal Franz Christoph von Hutten, 1756 (a), bestehend aus:
  • Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Krüppelwalmdach mit Aufschiebling, traufseitige Erschließung mit Freitreppe, Oberlichtportal in kräftig profiliertem Ohrengewände, darüber Kartusche mit fürstbischöflichem Wappenschild des Hochstifts Speyer, des Klosters Weißenburg und der Familie von Hutten, im Innern Gusswappen Damian Hugos von Schönborn, 1742 (i), Gebäude bezeichnet 1753, tatsächlich gebaut 1756 (a);
  • rückliegend Scheune und quer dazu Ökonomiegebäude, eingeschossige, teilverputzte Bruchsteinbauten mit Walmdächern, 18. Jahrhundert;
  • Hof mit Einfriedungsmauer aus Bruchstein mit Plattenabdeckung, Toreinfahrt zwischen genuteten Pfeilern mit Kugelaufsätzen, rechteckige Mannpforte, 18. Jahrhundert

Der große Pfarrhof in Kronau dokumentiert anschaulich Wohn- und Lebensverhältnisse eines katholischen Landgeistlichen in der Frühen Neuzeit. Eine große Landwirtschaft diente der Versorgung des Pfarrers als teil seiner Einkünfte. Die Größe des Hofes belegt dabei die Bedeutung des zugehörigen Landwirtschaftsbetriebs. Der Baukomplex stellt einen Neubau des 18. Jahrhunderts dar und entstand unter der Regierung des Speyerer Fürstbischofs Franz Christoph von Hutten. Für den Entwurf dürfte der mit solchen bauten in der Regel beauftragte Bruchsaler Hofbaumeister Johann Leonhard Stahl (1729 bis 1774) verantwortlich zeichnen. Das große Pfarrhaus als Wohn- und Verwaltungssitz entspricht zumindest den barocken Musterbauten, wie sie für Amtsgebäude im Fürstbistum seit der Regierungszeit Damian Hugos von Schönborn durch Balthasar Neumann entworfen worden waren und umgesetzt wurden. Als Verwaltungssitz der seit dem Mittelalter bestehenden Pfarrei ist der Pfarrhof Zeugnis der Orts- und lokalen Kirchengeschichte.

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Wegkreuz Kirchstraße
(Karte)
Sandstein, auf altarartigem Sandsteinsockel, gestiftet von Heinrich Hagen, 1707 (i, a)

Das Wegkreuz mit einer etwas derben Chirstusdarstellung wurde 1707 von Heirnich Hagen gestiftet. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten katholisch geprägten Ortschaft.

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Weitere Bilder
Kath. Pfarrkirche St. Laurentius Kirchstraße 8, 10, 12
(Karte)
Achtachsiger Saalbau unter Satteldach mit eingezogenem Polygonalchor und seitlich gestelltem Turm, nordwestlich Sakristeianbau, Außenbau aus gelbem Sandstein, Gliederung rot-gelb abgesetzt, Querschnittsfassade mit Maßwerkrose, Außenbau durch Lisenen, Innenraum durch Pilaster gegliedert, flache, an den Seiten abgeschrägte Holzdecke, gewölbter Chor mit dreiteiligem Wandbild von Rudolph Gleichauf, zugehörig historische Ausstattung, u. a. Glasfenster der Firma Hermann Beiler, 1902/03 (a), Glocke von Johann Georg Rohr, Heilbronn, 1720 (i), erstmals urkundlich erwähnt 1401 (a), Turm in den drei unteren Geschossen spätmittelalterlich mit gekehlten Fenstergewänden, erneuert 1753 (a), Neubau Langhaus und Aufstockung des Turms nach Plänen von Heinrich Hübsch, 1860/61 (a), um zwei Achsen verlängert, 1965/66; an Ostmauer Grabstein von 1790 (i)

Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius setzt mit ihrem Turm und ihren Dimensionen einen markanten Akzent im Orts- und Fernbild von Kronau. Ihre Geschichte lässt sich bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen. Ältester Teil ist der verputzte Unterbau des Turmes, der wohl ins 15. Jahrhundert datiert. Das Langhaus und der Turmoberbau sind hingegen eine völlige Neuschöpfung der Jahre 1860/61, entworfen von dem bedeutenden badischen Baumeisters Heinrich Hübsch (1795 bis 1863). Die Kirche ist einer seiner letzten Sakralbauten in einem umfangreichen Bauschaffen, welches die Architektur des Großherzogtums Baden in den Jahrzehnten um die Mitte des 19. Jahrhunderts stark geprägt hat. Zu den Charakteristika der Architektur Hübschs zählt die polychrome Verwendung des Steinmaterials, wie die Fassade zeigt. Die strenge Gliederung folgt noch klassizistischen Prinzipien, doch zeigt sich in der Verwendung neuromanischer Formen eine historistische Tendenz, die bezeichnend ist für Hübschs Sakralbauten. Die Längsorientierung des Innenraums auf einen Polygonalchor und die Anordnung der Kanzel entsprechen hingegen bereits den ganz aktuellen Forderungen, wie sie im Eisenacher Programm von 1861 für den modernen evangelischen Kirchenbau aufgestellt wurden. Hübsch entwarf die Kirche dabei bis in die Details. So wurden die in Enkaustik-Technik gemalten drei Chorbilder von dem Historienmaler Rudolf Gleichauf (1826 bis 1896) nach genauen Vorgaben des Architekten geschaffen, u. a. nach einem Gemälde Johann von Schraudolphs im Speyerer Dom. Die Kronauer Laurentiuskirch ist damit nicht nur ein Zeugnis der lokalen Kirchengeschichte, sondern vor allem ein bedeutendes Werk des historistischen Kirchenbaus im Schaffen Hübschs.

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( Wikidata)

Rat- und Schulhaus Kirrlacher Straße 2
(Karte)
Seit 1910 nur noch Rathaus, dreigeschossiger verputzter Massivbau unter flach geneigtem Walmdach mit Uhrtürmchen, einfache Gliederung durch Geschossgesims, dichte Reihung regelmäßiger Rechteckfenster mit Klappläden und Schmuckbalkon zur Hauptstraße, errichtet nach Entwurf von Karl August Schwarz, 1809/10 (a), Anbau Seitenflügel, 1845 (a); um 2. Obergeschoss aufgestockt, 1876 (a)

Das Rathaus setzt mit seinen Dimensionen und dem Glockentürmchen einen markanten Akzent im Bild der Hauptstraße des Straßendorfes Kronau. Es ist ein charakteristischer Bau des badischen Klassizismus der Weinbrenner-Schule, entworfen von dem Weinbrenner-Schüler und Bruchsaler Baurat Karl August Schwarz (1781 bis 1853), der u. a. auch die Rathäuser von Heidelsheim und Jöhlingen entwarf. In der üblichen Weise war der ländliche Kommunalbau nicht nur Verwaltungssitz der Gemeinde, sondern bis 1912 auch Schulhaus. Zur Unterbringung der Lehrer wurde er 1876 um ein Wohngeschoss aufgestockt. Das Gebäude dokumentiert beispielhaft das Schaffen eines Baubeamten in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Großherzogtum Baden und ist wichtiges Zeugnis der örtlichen Verwaltungs- und Bildungsgeschichte.

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Fürstbischöfl. Jägerhof Kirrlacher Straße 11
(Karte)
Hofanlage, errichtet im Auftrag von Kardinal und Fürstbischof Franz Christoph von Hutten nach Plänen von Werkmeister Johann Georg Stahl, 1750 (a, i), bestehend aus:
  • Wohnhaus, eingeschossiger verputzter Massivbau über hohem Gewölbekeller, zur Straße giebelständig, Halbwalmdach mit Aufschiebling und profiliertem Traufgesims, traufseitiger Erschließung vom Hof über zweiläufige Treppe, Hauseingang in profiliertem Ohrengewände mit Oberlicht, straßenseitig landesherrliches Wappen;
  • im Winkel Waschküche, eingeschossiger verputzter Massivbau;
  • rückwärtig Scheune im Hof, Fachwerkbau mit Satteldach und seitlichen, niedrigeren Anbauten;
  • Hof mit Einfriedungsmauer, verputzt, zwei genutete Torpfeiler mit Kugelbesatz

Die Hofanlage, schon durch das straßenseitige Wappen am Wohngebäude als obrigkeitlicher Komplex gekennzeichnet, dokumentiert anschaulich Wohn- und Lebensverhältnisse eines Forstbeamten in der Barockzeit. Er diente als Amts- und Wohnsitz des fürstbischöflichen Jägers und verweist dabei auf die Bedeutung der Oberrheinebene um Bruchsal als landesherrliches Jagdrevier in der Frühen Neuzeit. Das Hauptgebäude ist mit seiner Eingeschossigkeit charakteristisch für solche Gebäude in der Regierungszeit des Speyerer Fürstbischofs Franz Christoph von Hutten und folgt damaligen Musterentwürfen für solche Amtsgebäude, die bereits unter seinem Amtsvorgänger Damian Hugo von Schönborn entwickelt worden waren. Entworfen wurde er von dem fürstlichen Baumeister Johann Leonhard Stahl (1729 bis 1774), zu dessen Tätigkeitsfeld solche Bauten zählten. Das Anwesen ist damit wichtiges Zeugnis für das landesherrliche Bauschaffen und die Besetzung des Territoriums mit Amtsgebäuden im 18. Jahrhundert. Es hat verwaltungs-, herrschafts- und ortsgeschichtliche Bedeutung.

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Gefallenendenkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs Kirrlacher Straße 17
(Karte)
Aufgesockelte hohe Stele mit eingemeißelten Namen der Gefallenen, auf der Vorderseite überlebensgroßes Relief eines Soldaten mit Stahlhelm, von einem stilisierten großen Adler bekrönt, roter Sandstein, Stiftung der Gemeinde, entworfen von Bildhauer Egon Gutmann, Ausführung durch J. Wilhelm, Bruchsal, eingeweiht 1936 (a)

Das Gefallenendenkmal ist mit der Reliefdarstellung eines Soldaten in voller Montur, dem bekrönenden martialischen Reichsadler und mit den entsprechenden Inschriften ein charakteristisches und zeittypisches Zeugnis für die heroisierende, nationalistische Gedenkkultur des Kriegertodes in der NS-Zeit. Initiiert wurde das Denkmal maßgeblich von dem überzeugten nationalsozialistischen Bürgermeister Friedrich Heß, der sich damit auch gegenüber den Parteioberen der NSDAP profilieren wollte. Das Denkmal ist damit ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte in der Zeit der NS-Diktatur.

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Sog. Großes Bild Kronenstraße 2
(Karte)
Himmelfahrts-Bildsäule mit Figur des auferstandenen Christus, aufgestellt auf Inschriftsockel in massiver und verputzter Nischenearchitektur, Sandstein, farbig gefasst, gestiftet von Kronenwirt Stefan Dammert aus Kronau und dessen Ehefrauen, beide geborene Müller, gestiftet, 1776 (i)

Die Bildsäule, geschützt durch eine gemauerte und verputzte Bogennische, ist ein eindrucksvolles Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten barockzeitlichen Frömmigkeit in der katholisch geprägten Gemeinde. Mit der Säule, die den Salvator mundi, den auferstandenen Heiland trägt, setzte sich der innerhalb der Dorfgemeinschaft herausragende Kronenwirt Stefan Dammert ein repräsentatives Denkmal, konnte er sich doch die Stiftung einer solch aufwendigen Andachtsstätte leisten. Die Inschrift nennt missverständlicher Weise seine beiden Ehefrauen als Mitstifterinnen, was wohl kaum möglich ist, denn Dammert war keinesfalls mit zwei Frauen auf einmal verheiratet, sondern vermählte sich nach dem Tode der ersten Frau erneut 1798. Die Inschrift muss daher - wohl im Gedächtnis an Dammert und seine Gemahlinnen - später angebracht worden sein. Die Bildsäule ist somit auch ein bemerkenswertes Zeugnis frühneuzeitlicher Stiftertätigkeit sowie der Orts- und Familiengeschichte.

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Kath. Kindergarten Neustraße 12
(Karte)
Eingeschossiger giebelständiger und verputzter Massivbau, im Giebel reich gegliederte Nische mit Marienfigur mit Jesuskind, traufseitige Erschließung, ursp. Wohnhaus, 19. Jahrhundert, Umbau zum Kindergarten, 1905 (a)

Das zur Straße giebelständige Gebäude ist mit seiner Stellung und seiner Eingeschossigkeit charakteristisch für die Wohnbebauung im Straßendorf Kronau. 1905 stiftete es die Witwe Viktoria Hees dem katholischen Vincentiusverein zur Unterbringung des 1894 eingerichteten Kindergartens. Dieser ermöglichte die gesicherte Kinderbetreuung für die in der Industrie tätigen Mütter. Wie üblich wurden solche Einrichtungen anfänglich durch kirchliche Träger betrieben. Darauf verweist auch die Muttergottes mit Jesuskind im Giebel. Das Gebäude ist damit auch ein wichtiges Zeugnis katholischer Sozialfürsorge in der Zeit des wilhelminischen Kaiserreiches in einer damals rasch wachsenden Landgemeinde.

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Wegweiserstein auf der Grenze zu Mingolsheim Schillerstraße 2/1
(Karte)
Gleichzeitig Grenzstein, viereckige Stele aus rotem Sandstein, inschriftlich: „1/2 St Kronau, Mingolsheim“, aufgestellt 1841 (i)

Die niedrige Stele erfüllt eine Doppelfunktion: Einmal ist sie Grenzstein, der die Markungsgrenzen der Gemeinde Kronau markiert, andererseits ein Wegweiserstein, wie sie charakteristisch sind für das Großherzogtum baden im 19. Jahrhundert. Der Stein ist damit ein Zeugnis der Verkehrs- u, Rechts- und Ortsgeschichte gleichermaßen.

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Alte Schule Schulstraße 3
(Karte)
Langgestreckter zweigeschossiger Massivbau unter flach geneigtem Walmdach, verputzt, kräftige Eckbetonung durch dreiachsige Risalite, Gliederung durch glatte Sockel- und Sohlbankgesimse, Traufgesims mit Konsolen und große Rechteckfenster, im Erdgeschoss mit konsolgestützten Sohlbänken, erbaut nach Plänen des Bruchsaler Architekten Georg Amann durch Maurermeister Michael Water aus Weiher, 1893/94, Erweiterung nach gleichem Plan, 1909/10 (a)

Das große Schulgebäude ist in seinen Formen ein relativ zurückhaltender Bau des Historismus. Er veranschaulicht das rasche Bevölkerungswachstum der Landgemeinde im Zuge der Industrialisierung der Region seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die neue und den modernen Bedürfnissen gerechte Schulbauten erforderte. Dass dieses Wachstum sehr rasant vonstatten gibt, belegt die bereits 1909 notwendig gewordene Erweiterung nach gleichem Bauplan. Das Gebäude ist damit Zeugnis der Orts-, Bau- und Bildungsgeschichte Kronaus in der wilhelminischen Kaiserzeit.

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Weitere Bilder
Sog. Leonarduskreuz St. Leoner Straße 76
(Karte)
Roter Buntsandstein, Kleeblattenden, aus drei Teilen zusammengesetzt, die durch Eisenklammern zusammengehalten werden, Vorgänger durch die Franzosen zerstört, 1734 (a), bestehendes Kreuz 18./19. Jahrhundert

Das Wegkreuz bei der St. Leonhards-Kapelle ist aus drei Teilen zusammengesetzt, die durch Eisenklammern zusammengehalten werden. Während der Kopf von einem schmalen erhöhten Band eingerahmt wird, ist der Querbalken flächig gearbeitet, die Vorderseite des Schaftes dagegen weist eine abgestufte Eintiefung auf. Die unterschiedliche Ausformung der Teile lässt vermuten, dass sie nachträglich im Zuge von Reparaturen zusammengefügt wurden. Dies könnte in Zusammenhang stehen mit der für 1734 belegten mutwillige Zerstörung des Wegkreuzes durch französische Soldaten im Polnischen Erbfolgekrieg. Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten, katholisch geprägten Ortschaft.

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St. Leonards-Kapelle St. Leoner Straße
(Karte)
Verputzter Massivbau mit kleine, eingezogenem Polygonalchor, Satteldach mit Aufschiebling, Rundbogenportal, im Inneren Flachdecke über Hohlkehle, Plattenboden, Chornische mit Figur des hl. Leonhard, Neubau anstelle eines hölzernen Vorgängers auf Veranlassung von Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn, um 1743 (a), Erneuerung wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert; daneben drei Sühnekreuze, Sandstein, zwei wohl 15./16. Jahrhundert, eins aus 16./17. Jahrhundert

Die St. Leonhards-Kapelle lässt sich bis ins Jahr 1629 zurückverfolgen. Der bestehende Bau entstand um 1743, nachdem der Speyerer Fürstbischof als Landesherr sein Bedauern über den schlechten Bauzustand der Kapelle geäußert hatte. Die Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten, katholisch geprägten Ortschaft. Die drei Sühnekreuze neben der Kapelle datieren an den Ausgang des Mittelalters. Solche Sühnekreuze sind charakteristische Zeugnisse der mittelalterlichen Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Die Setzungen der Totengedächtnissteine wurden zwischen Schädiger und Angehörigen des Geschädigten zur Wiederherstellung des Rechtes vertraglich ausgehandelt. Nachdem mit Erlass der Peinlichen Gerichtsordnung durch Kaiser Karl V. 1532 derartige Rechtsfälle der staatlichen Gerichtsbarkeit unterstellt worden waren, kam die regionalem Privatrecht unterliegende Aufstellung von Sühnekreuzen gegen Ende des 16. Jahrhunderts nach und nach zum Erliegen. An die Kronauer Kreuze knüpfen sich, wie so oft, lokale Sagen.

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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Kronau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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