Liste der Kulturdenkmale in Creglingen

Wikimedia-Liste From Wikipedia, the free encyclopedia

In der Liste der Kulturdenkmale in Creglingen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Creglingen im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Archshofen

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Archshofen (mit dem Dorf Archshofen und dem Gehöft Holdermühle):[1]

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Eingemauerter Wappenstein (am Wohnhaus) Archshofen 14
(Karte)
1759 (i)

Der Wappenstein mit dem Wappen von Rothenburg ob der Tauber besitzt als materialisiertes Besitzdokument Bedeutung für die Orts- und Regionalgeschichte in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

102258432BW

Weitere Bilder
Schloss [§28] Archshofen 20
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, erschlossen über doppelläufige Freitreppe, rechteckiges Hauptportal mit profilierter Rahmung und flankierenden Pilastern, bekrönt durch Segmentgiebel mit darin befindlichem Allianzwappen, an Portalfassade weiteres Allianzwappen vom Vorgängerbau, 1570 (i), im Inneren Balustertreppe und Stuckdecken, erbaut durch Ludwig Philipp von Winzingerode, zwischen 1694 und 1704; nördliche Gartenanlage mit Umfassungsmauer [§2]

Das ehemalige Schloss liegt als stattlicher Walmdachbau am östlichen Ortsrand von Archshofen. Schon 1570 wurde hier unter dem Ansbachischen Amtmann Gottfried Lochinger aus Rothenburg ein Bau errichtet, wovon das eingemauerte Allianzwappen in der Portalfassade zeugt. Der heutige Bau entstand zwischen 1694 und 1704 unter Ludwig Philipp von Winzingerode, dem damaligen würzburgischen Kammerherrn. Zusammen mit der Gartenanlage ist das Schloß ein beredtes Zeugnis der frühneuzeitlichen Herrschaftsgeschichte von Archshofen. und zugleich beispielhaft für einen reichsritterlichen Sitz in der Barockzeit. Durch die Nutzung als Gasthof ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt dem Bau zudem sozialgeschichtliche Relevanz zu.

1194713
( Wikidata)

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche [§28] Archshofen 21
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit Satteldach und Chorturm, dieser mit Polygonalhaube auf rechteckigem Grundriss, oberes Turmgeschoss in Sichtfachwerk, östlicher Sakristeianbau mit Walmdach, Langhaus von Süden über spitzbogiges Gewändeportal erschlossen, im Westen Rechteckportal, spitzbogiges Chorturmfenster, Chorraum mit Kreuzrippengewölbe, Gewölbekappen und Rippen teilweise bemalt, einschließlich historischer Ausstattung und Zubehör, Chorturm erbaut 1687 (i), Langhaus nach Brand erneuert, 1824; Grabstein (in der Kirche) [§2], 1599 (i)

Die evangelische Pfarrkirche bildet mit dem benachbarten Schloss eine ortsbauliche Dominante. Beachtenswert sind die Gewölbemalereien im gerade abgeschlossenen Chorraum, die die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes zeigen. Als zentrale Zeugen der christlichen Heilsgeschichte sind sie häufig im liturgischen Bildprogramm des Chorbereichs zu finden. Als geistliches Zentrum ist die Pfarrkirche von wesentlicher Bedeutung für die Archshofener Glaubensgeschichte seit der Frühen Neuzeit.

1194709
( Wikidata)
Schlossgarten Nähe Archshofen 39
(Karte)
Plateauartige Grünfläche, eingefasst von massiver Futtermauer, erschlossen über Steinbrücke mit rundbogigem Durchlass, wohl 18. Jahrhundert

Der einstige Schlossgarten wurde als plateauartige Erhebung mit einfassender Futtermauer als Teil des gegenüberliegenden Schlosses angelegt. Erschlossen ist die Gartenfläche über eine Steinbrücke mit rundbogigem Durchlass für einen Bachlauf. Entstanden ist die Gartenanlage wohl im Zuge des Neuaufbaus des 1638 abgebrannten Schlosses durch Ludwig Philipp von Winzingerode zwischen 1694 und 1704, womit der ehemalige Schlossgarten von der Archshofener Herrschaftsgeschichte sowie von adeliger Gartenkultur in der Frühen Neuzeit zeugt.

102258868BW

Weitere Bilder
Synagoge (heute Vereinsheim der Kleintierzüchter) Archshofen 40
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, südwestlicher Queranbau mit Satteldach, 1796/97, umgebaut und renoviert, 1865 und 1912

Das ehemals als Synagoge genutzte Gebäude, das aus einem Umbau eines Eselstalls in den Jahren 1796/97 entstand, bildete das Zentrum der jüdischen Gemeinde von Archshofen, in welchem sich die Gläubigen zu Gebet und Lehre einfanden, um u. a. aus der Tora-Rolle während der rituellen Zusammenkünfte zu lesen. Jüdische Einwohner werden in Archshofen erstmals 1696 genannt, wobei sich die wenigen Gläubigen bis zur Errichtung der Synagoge in zu Betsälen umgenutzten Privaträumen zusammenfanden. Die neu errichtete Synagoge wies eine charakteristische Teilung in einen Betsaal für die Männer im Erdgeschoss und in eine Empore für die Frauen im Obergeschoss auf. Weiterhin wurde wohl im Jahr 1821 das rituelle Bad, die Mikwe, im Gebäude untergebracht, in der die rituellen Waschungen der Frauen stattfanden. Zur Mikwe, die vom Wasser der Tauber gespeist wurde, führte eine Treppe unter der Frauenempore. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge stark demoliert, blieb aber glücklicherweise- ein seltener Fall - stehen. Somit dokumentiert der Bau das einstige jüdische Leben in Archshofen und ist daher von wichtiger glaubensgeschichtlicher Bedeutung.

102259605
( Wikidata)
Fachwerkgiebel (am Wohnhaus) Archshofen 79
(Karte)
Dreifach vorkragend mit profilierten Gesimsen, geschweiftes und genastes Andreaskreuz, um 1700

Der Fachwerkgiebel am Gebäude Archshofen 79 ist durch sein Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Er zeugt mit seinem geschweiften und genasten Andreaskreuz und mit seinen durch profilierte Gesimse betonten Vorkragungen von charakteristischen Ausdrucksformen im Fachwerkbau des frühen 18. Jahrhunderts in der Region, womit er auch gefügekundliche Aussagekraft besitzt.

102259894BW
Wohnhaus Archshofen 95
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr, gekuppeltes rundbogiges Giebelfenster, eingemauerter Erbauungsstein mit Pflugschar, erbaut von Johann Rübling, 1854 (i)

Das Wohnhaus besitzt durch sein genau nachvollziehbares Alter ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert die bäuerlichen Lebensverhältnisse seines Bauherren Johann Rübling in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig belegt es durch seine Gestaltung einen gewissen den repräsentativen Anspruch im landwirtschaftlich geprägten Archshofen.

102260042BW

Weitere Bilder
Holdermühle Archshofen 108/1, 108
(Karte)
Bestehend aus: Wohn- und Mühlengebäude, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Sichtfachwerk, südöstliche Giebelseite mit Zierfachwerk, dreifach vorkragend mit profilierten Gesimsen, 1702 (i); Kellerscheune, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv mit Rundbogenportal, Ober- und Dachgeschosse in Sichtfachwerk, 1874 (i); Stallscheune, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Sichtfachwerk, an nordwestlicher Traufseite Vordach, erbaut durch Leonhard Endress, 1924 (i)

Die Holdermühle wurde erstmals 1424 urkundlich erwähnt und liegt südöstlich von Archshofen. Das Wohn- und Mühlengebäude zeugt durch seine symmetrische Hoffassade mit zeittypischen Zierfachwerkelementen vom repräsentativen Anspruch des Bauherrn am Beginn des 18. Jahrhunderts. Die beiden Scheunenanbauten aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts veranschaulichen das stetige Wachsen der Holdermühle unter sich verändernden Arbeitsbedingungen im Laufe der Zeit. Damit ist die Holdermühle ein aussagekräftiges Zeugnis der regionalen Erwerbs- und Wirtschaftsgeschichte und dokumentiert die Lebensverhältnisse der hier einst lebenden Müllersfamilien vom frühen 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert.

102260202
( Wikidata)
Sühnekreuz
(Karte)
Mit mutmaßlichem Wappen eines Jörg Lochner, Inschrift, 1488 (i)

Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Als Ersatz für die heiligen Sterbesakramente, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Das Sühnekreuz in Archshofen ist ein besonders aufwendiges Exemplar: im oberen Kreuzesarm gibt es eine Vertiefung für ein Kruzifix und die Inschrift überliefert Genaueres zu der Tat: am Samstag, dem 2. Februar des Jahres 1488, kam ein gewisser Jörg Lochner zu Tode. Da es sich um ein besonders anschaulich erhaltenes Sühnekreuz mit Inschrift handelt, kommt ihm Seltenheitswert zu.

102260132BW
Schließen

Blumweiler

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Blumweiler (mit den Weilern Blumweiler, Reutsachsen, Schwarzenbronn, Seldeneck, Weiler und Wolfsbuch):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wohnhaus Blumweiler 6
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie Rauten, teils genasten Andreaskreuzen und geschweiften Streben, nordwestlicher Queranbau mit Satteldach, beschnitztes Türblatt, angedeuteter Keilstein im Portalsturz bezeichnet und datiert, erbaut durch J. Georg Keitel, 1913 (i)

Das anschaulich überlieferte Wohnhaus ist durch sein genau festzustellendes Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert die bäuerlichen Lebensverhältnisse seines Bauherren J. Georg Keitel am Beginn des 20. Jahrhunderts in Blumweiler. Gleichzeitig veranschaulicht das Gebäude das Wiederaufgreifen von Zierfachwerk als Mittel der baulichen Repräsentation in der Zeit des Späthistorismus und besitzt damit auch architekturgeschichtliche Aussagekraft.

102265288BW

Weitere Bilder
Sühnekreuz Nähe Blumweiler 15
(Karte)
Muschelkalk, wohl 15./16. Jahrhundert

Das Sühnekreuz befindet sich am nordwestlichen Ortsausgang, an der Straße Richtung Schmerbach. Es ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Im 15. und 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung.

102265447
Erbauungstafel (an Scheune) Schwarzenbronn
(Karte)
Bezeichnet und datiert, Wappendarstellung mit württembergischen Wappentieren, 1874 (i)

Die Erbauungstafel ist ein aussagekräftiges Zeugnis der Ortsbaugeschichte und dokumentiert die patriotische Identifikation des Bauherren Johann Leonhard Hoffmann mit dem Königreich Württemberg, zu dem Schwarzenbronn seit 1810 gehörte.

102300569BW
Pumpbrunnen Schwarzenbronn 3
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, im Sockelbereich vegetabile Ornamentik und Blattmasken, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schwarzenbronn. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102300587BW
Gasthaus Zum Goldenen Ross Schwarzenbronn 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, an straßenseitigen Gebäudeecken gedoppelte Eckpilaster mit Kannelur im Obergeschoss, an südlicher Gebäudeecke Rundkonsole mit Weinreben für Pferdeplastik, segmentbogiges profiliertes Hauptportal mit Keilstein, in diesem Pferderelief, zur Straße gerichtete Inschrifttafel mit rocailleartiger Rahmung und Kronenrelief, errichtet durch Johann Leonhard Gerlinger (?), 1763 (i)

Das Gasthaus Zum Goldenen Ross befindet sich an der durch Schwarzenbronn führenden Durchgangsstraße, wie es für Gasthäuser, in denen Reisende unterkamen, charakteristisch ist. Die Eckpilaster verleihen dem Gebäude ein repräsentatives Äußeres, womit er als Ort für dörfliche Feste und Zusammenkünfte und damit als gesellschaftlicher Knotenpunkt hervorgehoben wird. Die Inschrifttafel liefert wichtige Anhaltspunkte zum Erbauer und Entstehungsjahr des Gasthauses. Gleichzeitig überliefert die Tafel einen authentischen Sinnspruch, der die Funktion des Gebäudes als Raststation verdeutlicht.

102300604BW
Wohnhaus Schwarzenbronn 5/1
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, Segmentbogenöffnungen, Hauptportal mit Türkeilstein, dieser mit Rossdarstellung, gezackte Gesimsbänder, unter dem First Rundfenster, zur Straße gerichteter Erbauungsstein, dieser bezeichnet und datiert mit ovalem Kranz und Pilastern, errichtet durch Georg Peter Freund, 1876 (i)

Das Wohnhaus ist durch sein nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert dörfliche Lebensverhältnisse der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im bäuerlich geprägten Schwarzenbronn. Die Pferdedarstellung im Schlussstein der Tür verweist auf benachbarte Gasthaus Zum Goldenen Ross. Die zurückhaltende Gliederung verweist auf den nachhaltigen Einfluss des Klassizismus während des fortgeschrittenen 19. Jahrhunderts.

102300687BW
Wohnhaus Schwarzenbronn
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach und Wiederkehr, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse teilweise in Sichtfachwerk mit Zierelementen in den Backsteinausfachungen wie Kassettierungen, Rauten- und Kreuzformen sowie Zackenfriese, Traufgesims sowie Giebelrahmung mit gesägten Brettelementen, Ende 19. Jahrhundert

Das Wohnhaus fällt durch seine reichen Zierelemente in den Backsteinausfachungen ins Auge. In Zusammenspiel mit den gesägten Brettelementen am Traufgesims sowie am Giebel zeugt es von einem ausgeprägten gestalterischen Anspruch seines Bauherren und von dessen repräsentativen Anspruch. Gleichzeitig sind insbesondere die Zierelemente in den Ausfachungen ein aussagekräftiges Zeugnis des bauplastisch intendierten Backsteinmauerwerks, wie es für das späte 19. Jahrhundert charakteristisch ist. Somit ist das Wohnhaus ein markanter Vertreter des Späthistorismus auf dem Land und dokumentiert bäuerlich geprägte Lebensverhältnisse dieser Zeit in Schwarzenbronn.

102300732BW
Pumpbrunnen Seldeneck
(Karte)
Gusseiserner Brunnenstock, säulenartig mit Kannelur und bekrönender Blattornamentik, Steintrog, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor der Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Seldeneck. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt der Brunnenstock eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102265891BW

Weitere Bilder
Burgruine Seldeneck Seldeneck 13
(Karte)
Mauerrest mit Lichtscharten und einseitiger Segmentbogenöffnung, Reste der inneren Ringmauer und äußeren Zwingermauer, Grabenreste, Gebäudefragment mit oberen Abschlüssen zweier Spitzbogenfenster samt Resten von Maßwerk, umgebendes, ehemaliges Burgareal, gegründet wohl Mitte 13. Jahrhundert, wohl zerstört durch König Ruprecht, 1408

Die ehemalige Burg Seldeneck befindet sich in strategisch günstiger Spornlage über dem Taubertal unmittelbar an der heutigen Grenze zu Bayern. Die Burg wurde wohl Mitte des 13. Jahrhunderts durch den Vater des Gottfried von Hohenlohe gegründet und war Lehen von König Johann von Böhmen. Gottfried selbst verkaufte die ersten Anteile an der Burg, die 1263/65 erstmals urkundlich erwähnt wird, an eine Seitenlinie der Küchenmeister von Nordenberg, die sich fortan nach der Burg als Herren von Seldeneck bezeichneten. Weiterhin kamen Conrad und Arnold von Seinsheim durch Gottfried zu Besitzanteilen. Seldeneck bildete so eine Ganerbenburg, also ein von mehreren Familien gleichzeitig bewohnter und unterhaltener Adelssitz. 1344 kam die Burg durch Verkauf der Anteile an die Burggrafen von Nürnberg, wobei Luppold von Seldeneck als Vogt eingesetzt wurde und diese demnach weiterhin mit den Herren von Seldeneck verbunden blieb. Der letzte Besitzerwechsel vollzog sich 1404, als die Burganlage an die nahe gelegene freie Reichsstadt Rothenburg kam. Kaum vier Jahre später wurde Burg Seldeneck wohl in den Umwälzungen um die Absetzung König Wenzels von Böhmen durch die Truppen König Ruprechts, gegen den Rothenburg Partei ergriffen hatte, zerstört. Es finden sich noch einige bauliche Reste von der einstigen Spornburg, die durch eine innenliegende Ring- und eine außenliegende Zwingermauer sowie Gräben und Wälle geschützt war. Dabei fällt der Mauerrest mit Lichtscharten und der innen liegenden Segmentbogenöffnung ins Auge, welcher wohl Teil eines Wohntraktes war. Die hölzernen Decken- und Bodeneinbauten wurden auf die noch ablesbaren, steinernen Auflageflächen gesetzt. Das vereinzelte Gebäudefragment, auf welchem noch die Reste zweier Spitzbogenfenster mit Maßwerk zu erkennen sind, deutet höchstwahrscheinlich auf einen Palas, einen repräsentativen Wohn- und Empfangstrakt oder eine Burgkapelle hin. Somit besitzt die Burg Seldeneck wichtigen Wert für die Burgenforschung und ist zugleich Zeugnis der hoch- und spätmittelalterlichen Herrschafts- und Territorialgeschichte in der Region.

1196564
( Wikidata)
Wohnhaus Weiler 2
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und westliche Traufseite massiv, Ober- und Dachgeschosse in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie Rauten, geschweifte Holzrahmungen an Ober- und Dachgeschossfenstern, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wohnhaus ist von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und zeugt durch seine mit zurückhaltendem Zierfachwerk sowie geschweiften Fensterrahmungen belebten Schaufassaden vom repräsentativen Anspruch seines Bauherren. Gleichzeitig dokumentiert es dessen bäuerlich geprägten Lebensverhältnisse während der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Weiler.

102301020BW
Ziehbrunnen Nähe Weiler 10
(Karte)
Hölzerne Kurbelvorrichtung mit Satteldach, rechteckiger Steintrog, 17./18. Jahrhundert

Der Ziehbrunnen ist ein anschaulich überliefertes Zeugnis der frühneuzeitlichen Wasserversorgung von Weiler. Mit seiner hölzernen Kurbelvorrichtung verdeutlicht er die Funktionsweise eines solchen Ziehbrunnens und besitzt daher technikgeschichtliche Aussagekraft.

102301116BW
Wohnhaus Wolfsbuch 12
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, westliche Giebelseite massiv mit Eckquaderung, übrige Seiten in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie Rauten, geraden Andreaskreuzen und geschweiften Hölzern, Backsteinausfachungen zwischen diamantartig beschnitzten Balkenköpfen als Zackenfriese, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wohnhaus ist durch seine belebenden Zierfachwerkelemente sowie durch die ornamentartig eingesetzten Backsteinausfachungen geprägt, womit sich der repräsentative Geltungsanspruch des Bauherren ausdrückt. Das Gebäude ist von ortsbau- sowie architekturgeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert bäuerlich geprägte Lebensverhältnisse der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wolfsbuch.

102301270BW
Wohnhaus Wolfsbuch 13
(Karte)
Eingeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, nordwestliche Traufseite massiv, östliche Giebelseite in Sichtfachwerk mit profilierten Schwellen, Portalsturz bezeichnet und datiert, wohl um 1700, Umbau 1929 (i)

Das Wohnhaus ist durch sein hohes Alter von ortsbaugeschichtlichem Quellenwert und dokumentiert bäuerliche Lebensverhältnisse vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert in Wolfsbuch.

102301299BW
Wohnhaus Wolfsbuch 18
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach auf Kellergeschoss, Eckquaderung, Westgiebel mit Voluten- und gedrungenen Pfeileraufsätzen, auf dem First datierter Schweifgiebelaufsatz, Segmentbogenfenster, Rundfenster im Giebelfeld, Segmentbogenfenster mit Keilstein und profilierter Gesimsverdachung, darüber Inschrifttafel, flankiert von Voluten, im Inneren ortsfeste Ausstattung, erbaut durch Marg. und Leonhard Gerlinger, 1907 (i)

Das stattliche Wohnhaus ist insbesondere durch sein Baudekor wie den Volutenaufsätzen oder dem bekrönenden Schweifgiebel ein sprechendes Beispiel der Neurenaissance auf dem Land und verdeutlicht in diesem Zusammenhang den repräsentativen Geltungsanspruch der Bauherren, bei welchen es sich um das Ehepaar Gerlinger handelt. Ebenso charakteristisch für diese Spielart des Historismus sind die regelmäßigen und symmetrischen Fassadengliederungen mit Segmentbogenöffnungen sowie die Voluten, welche den Inschriftstein über dem Portal flankieren. Das Gebäude besitzt demnach architektur- wie auch ortsbaugeschichtliche Aussagekraft und dokumentiert großbäuerliche Lebensverhältnisse im kaiserzeitlichen Wolfsbuch.

102301753BW
Wohnhaus Wolfsbuch 47
(Karte)
Eingeschossiger, teilweise steinsichtiger Bau mit Satteldach auf rustiziertem Kellergeschoss, Erdgeschoss massiv, Nordostgiebel in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie geschweiften Streben und geraden Andreaskreuzen, dreifach vorkragend mit profilierten Gesimsen, Zierfachwerkgiebel wohl 17. Jahrhundert, spätere Umbauten

Das Wohnhaus besticht insbesondere durch seinen frühneuzeitlichen Zierfachwerkgiebel mit profilierten Gesimsen, die den Einfluss des zeitgenössischen Steinbaus auf den Holzbau belegen. Demnach ist das Gebäude von hauskundlicher sowie ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert vormoderne Lebensverhältnisse im bäuerlich geprägten Wolfsbuch.

102301242BW
Schließen

Craintal

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Craintal:

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Rathaus Craintal 2
(Karte)
Zweigeschossiger teilverputzter Bau mit Satteldach und verbrettertem Dachreiter mit Pyramidenhaube, Erdgeschoss und Teile des Obergeschosses massiv mit Eckquaderung, Teile des Obergeschosses und Nordostgiebel in konstruktivem Sichtfachwerk, an Eckständer datiert, 1832 (i)

Das kleine Rathaus mit zeittypischem, konstruktiven Fachwerk bildet durch seinen markierenden Dachreiter den kommunalen Verwaltungsmittelpunkt des Dorfes. Trotz seiner zurückhaltenden Gestaltung, die für ein dörfliches Rathaus angemessen erscheint, strahlt es repräsentative Würde aus und ist von ortsgeschichtlicher- wie auch bautypologischer Bedeutung.

102293390
Gasthof Zum grünen Baum Craintal 3
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger teilverputzter Bau mit Satteldach, Erd- und Obergeschosse teilweise massiv mit Eckquaderung, Obergeschosse teilweise in konstruktivem Sichtfachwerk, straßenseitiges Hauptportal mit waagerechter Gesimsverdachung und bezeichnetem sowie datiertem Keilstein, Traufgesims mit Balkenkopffries und bemalten Rauten, nordwestliches Giebelfeld mit Okulus und Rundbogenfenstern, erbaut durch Johann Peter Kreiselmeier, 1841 (i)

Der Gasthof Zum grünen Baum befindet sich im Mittelpunkt des Dorfes an der wichtigsten Verkehrsachse gegenüber dem Rathaus. Als Gasthaus, in welchem sich die Bewohner Craintals zu Festen und Zusammenkünften trafen, ist das Gebäude von wesentlicher Bedeutung für die örtliche Sozialstruktur. In diesem Sinne besitzt es Aussagekraft für das ländliche Gasthauswesen des 19. Jahrhunderts in der Region. Das auf Konstruktivhölzer beschränkte Sichtfachwerk und die klassizistische Portalgestaltung machen den Bau weiterhin zu einem sprechenden, Ausdruck der Architektur der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts im damaligen Königreich Württemberg.

102293411BW
Wohn- und Mühlengebäude Craintal 13
(Karte)
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach und Kniestock, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse in Sichtfachwerk mit Zierelementen, im Südwesten zweigeschossiges teilverputztes Turbinenhaus, Erdgeschoss massiv, Wohn- und Mühlengebäude wohl 19. Jahrhundert, Turbinenhaus wohl Anfang 20. Jahrhundert

Das stattliche Wohn- und Mühlengebäude zeugt in seinem anschaulichen Überlieferungszustand von der wichtigen Bedeutung dieser Einrichtungen innerhalb der dörflichen Wirtschaftsstruktur. Gleichzeitig dokumentiert es die mit der Müllerei verbundenen Lebensverhältnisse, bei welchen Wohnen und Arbeiten ineinander übergingen. Das südwestlich angebaute Turbinenhaus veranschaulicht den Einzug moderner sowie industriell geprägter Energiegewinnungsmethoden auf dem Land, womit es auch technikgeschichtliche Aussagekraft besitzt.

102293460BW
Türsturz (am Wohnhaus) Craintal 19
(Karte)
Bezeichnet C=W=Balbach und datiert, 1843 (i)

Der Türsturz ist durch sein genau festzulegendes Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert den Namen des damaligen Bauherren. Gleichzeitig wird der Türsturz als baulich ausgezeichneter Punkt ersichtlich.

102293496BW
Pumpbrunnen Craintal 20
(Karte)
Gusseisern, säulenartig auf Sockel mit Blütenrosetten und bekrönendem Pinienzapfen, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Craintal. In seiner säulenartigen Aufmachung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für das seriell fertigende Kunsthandwerk im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102293531BW
Wohnhaus Craintal 25
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger teilverputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Südostgiebel in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie genasten Kopfwinkelhölzern, um 1700

Das Wohnhaus hat durch sein Alter ortsbaugeschichtliche Bedeutung und dokumentiert bäuerlich geprägte Lebensverhältnisse am Beginn des 18. Jahrhunderts in Craintal. Mit seinen genasten Kopfwinkelhölzern überliefert es charakteristische Zierfachwerkformen dieser Zeit.

102293552BW
Pumpbrunnen Craintal 32
(Karte)
Gusseisern, 19. Jahrhundert

Die Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Craintal. In diesem Sinne besitzt er auch technikgeschichtlichen Quellenwert.

102293612BW
Pumpbrunnen Craintal 38
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Craintal. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102293591BW
Bildstock
(Karte)
Steinern, eingeritzte Sicheldarstellung, schließt mit Dreiecksgiebel ab, 16. Jahrhundert

Der Bildstock befindet sich an der Straße von Craintal Richtung Freudenbach am Rande des Waldes im Gewann Schirmbach. Er ist eine frei in der Landschaft positionierte Andachtsstätte, die einst eine Herz-Jesu-Skulptur beinhaltete. Damit ist der Bildstock ein Zeugnis der Frömmigkeitspraxis des Spätmittelalters.

102293339BW
Schließen

Creglingen

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale der Kernstadt Creglingen (mit Creglingen und den Häusern Herrgottskirche und Kohlesmühle):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Mehrfamilienhaus Bad Mergentheimer Straße 31
(Karte)
Dreigeschossiger, teilweise verschindelter und teilweise verputzter Bau mit Mansardsatteldächern, nach Südwesten abgewalmt, Baukörper geknickt, viergeschossiger Turmanbau mit geschweifter Haube, Giebelflächen verbrettert, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse Fachwerk, nordöstliche Giebelseite mit zweigeschossigem Kastenerker auf geschweiften Konsolen, 1913

Das Mehrfamilienhaus erhält durch seinen akzentuierenden Turmanbau ein schlossartiges Gepräge, das durch seine bewegte Dachlandschaft unterstrichen wird. Es ist Ausdruck des bürgerlichen Wohnhausbaus im kaiserzeitlichen Creglingen und bezeugt durch seine Gestaltung mit Erker sowie Turm den repräsentativen Anspruch der Bewohner, womit es auch architekturgeschichtliche Aussagekraft besitzt.

102303201BW

Weitere Bilder
Stallscheune (heute jüdisches Museum) Badgasse 3
(Karte)
Zweigeschossiger Natursteinbau mit Satteldach und giebelseitiger Wiederkehr, Tor und Fenster segmentbogig, Fenster mit Überfangbögen aus Backstein, unter dem First Kranausleger, 1880

Die Stallscheune innerhalb der historischen Kernstadt ist ein beredtes Zeugnis der Landwirtschaftsgeschichte Creglingens am Ende des 19. Jahrhunderts. In ihrer Natursteinbauweise mit segmentbogigen Öffnungen stellt die Scheune einen zeittypischen Vertreter ihres Bautyps im städtischen Rahmen dar und besitzt demnach auch hauskundliche Bedeutung. Weiterhin ist der Ablauf des Warentransports durch den erhaltenen Kranausleger sowie durch die bauzeitliche Fenster- und Torkonzeption noch ablesbar.

102303185
Gasthof Zur Krone Hauptstraße 12; Stadtgraben 2/1, 7
(Karte)
Bestehend aus:
  • Gasthaus (Hauptstraße 12), zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und Kniestock auf massivem Sockel, Ecklisenen und waagerechtes Gesimsband, geohrte Fensterrahmungen, zur Hauptstraße Balkon auf geschweiften Konsolen mit schmiedeeiserner Brüstung, Balkon erschlossen über Rechteckportal mit darüberliegendem Erbauungsstein, dieser bezeichnet und datiert sowie mit plastisch hervortretender Krone über Blattgirlande, an nördlicher Gebäudeecke schmiedeeiserner Wirtshausausleger, erbaut durch Johann Conrad Ratz, 1852 (i);
  • Brauerei (Stadtgraben 2/1), dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, zum Stadtgraben Segmenbogenportal, 1878;
  • Scheune (Stadtgraben 7), eingeschossiger Massivbau mit Mansardsatteldach und segmentbogigem Tor, eingemauerte Sandsteinplatte mit Kronenrelief und Datierung, um 1830 (Sachgesamtheit)

Das stattliche Gasthaus liegt charakteristischer Weise an einem hochfrequentierten Punkt inmitten der historischen Kernstadt. In Verbindung mit seiner symmetrischen Fassadengestaltung in klassizistischer Formensprache wirkt es in hohem Maße stadtbildprägend. Als wichtiger gesellschaftlicher Treffpunkt, in dem sich die Stadtbewohner zu Festen und Zusammenkünften verabredeten, ist es von sozialgeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert das Creglinger Gasthauswesen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zum Komplex des Gasthofes gehören auch das einstige Brauereigebäude sowie die zur Lagerung genutzte Scheune. Dabei war das Betreiben einer hauseigenen Brauerei ein zeittypischer Wesenszug solcher repräsentativ angelegten Gasthöfe.

102303221BW

Weitere Bilder
Altes Rathaus Hauptstraße 13
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach in Ecklage, Mittelrisalit mit Walmdach und Segmentbogengaube, gequaderte Ecklisenen, im Erdgeschoss geschulterte Segmentbogenöffnungen zur Haupt- und Torstraße, nordöstliche Gebäudeecke mit Brunnennische, 18. Jahrhundert

Das Alte Rathaus liegt in ortsbildprägender Lage inmitten der historischen Kernstadt. Es ist in zeittypischer Weise durch eine symmetrische Schaufassade mit Mittelrisalit in frühklassizistischer Formensprache ausgezeichnet. Mittels der architektonischen Gestaltung wird dabei der ehemalige kommunale Verwaltungsmittelpunkt Creglingens baulich artikuliert, womit das Rathaus stadtgeschichtliche- wie auch bautypologische Aussagekraft besitzt.

102303290

Weitere Bilder
Apotheke Hauptstraße 14
(Karte)
Dreigeschossiger teilverputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv mit Segmentbogenöffnungen, Ober- und Dachgeschosse zur Kreuzstraße sowie zweigeschossiger Polygonalerker in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie genasten Fußbändern, Streben oder kielbogigen Sturzriegeln, unter dem First geschnitztes Kopfbildnis mit Krone, giebelseitig dreifach vorkragend mit profilierten Gesimsen, traufseitig zweifach vorkragend, im 1. Obergeschoss des Erkers Deckenstuck, wohl 17. Jahrhundert, im 2. Obergeschoss figürliche Gefachmalerei, wohl 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Apotheke erbaut auf mittelalterlichem Vorgängerbau, 1578 (d) (Umbauten, 1956/57, Freilegung Fachwerk am Erker, 1958, Abbruch und Neuaufbau der östlichen Fachwerkwand, 1961, Freilegung Fachwerk an südlicher Giebelseite mit Anbringung einer neuen Sonnenuhr, 1967)

Die Apotheke befindet sich in prominenter Lage gegenüber dem Rathaus. Ihre Gestaltung mit Zierfachwerk und Erker deuten zudem auf eine repräsentative Wohnnutzung hin. Im Inneren des Gebäudes wurden Gefachmalereien mit figürlichen sowie vegetabilen Darstellungen aufgedeckt. Als eines der ältesten erhaltenen Gebäude der Creglinger Kernstadt ist die Apotheke von wesentlicher Bedeutung für die Stadtbaugeschichte. Gleichzeitig ist sie aussagekräftiges Zeugnis der städtischen Apotheken- und Medizingeschichte.

1194705

Weitere Bilder
Wohnhaus Hauptstraße 16
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschoss zur Hauptstraße in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie geschweiften und genasten Andreaskreuzen mit kugelförmigen Einsätzen, einfach vorkragend mit profiliertem Gesims, im Kern 1352 (d), Umbauten zum Wohnhaus, 1516 (d) und 1560 (d), Umgestaltung, 17. Jahrhundert

Das giebelständig ausgerichtete Wohnhaus geht in seinem Kern auf das Jahr 1352 zurück. Damit ist es einer der ältesten Profanbauten Creglingens und von herausragender stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. Sein derzeitiges Erscheinungsbild erhielt es mit den Umbauten des 16. Jahrhunderts und der Umgestaltung im 17. Jahrhundert. Somit dokumentiert es städtische Lebensverhältnisse vom Spätmittelalter bis in die Frühe Neuzeit und deutet mit seinem Zierfachwerk auf einen repräsentativen Anspruch der Bauherren hin.

102303311
Wohnhaus Hauptstraße 17
(Karte)
Zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach, Erdgeschoss sandsteinsichtig, darüber verklinkert mit Sandsteinelementen, im Obergeschoss Rechteckfenster mit waagerechter Gesimsverdachung und Keilsteinen, profiliertes Gesims mit triglyphenförmigen Konsolen, Giebelfeld mit Staffelung und gekuppeltem Rundbogenfenster, rundbogiger Giebelabschluss mit Okulus und Firstaufsatz mit Dreiecksgiebel, um 1900

Das Wohnhaus ist durch sein Zusammenspiel von Back- und Sandsteinoberflächen geprägt: die bauplastischen Elemente wie die Fenstergewände und die Gliederungseinheiten sind in Sandstein ausgeführt. Die Schaufassade wurde im Stil der Neurenaissance entworfen, was sich an den antikisierenden Detailformen anschaulich ablesen lässt. Damit betont der Bau den repräsentativen Anspruch seiner Bewohner, was ihn zu einem eindrücklichen Vertreter späthistoristischer Architektur an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Creglingen macht.

102303348BW
Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 20
(Karte)
Zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach, Erdgeschoss sandsteinsichtig mit genutetem Sockel, Ober- und Dachgeschosse backsteinsichtig mit Sandsteinelementen, Ecklisenen mit Diamantquadern, am Ladeneinbau hermenartige Fensterrahmung mit Dreiecksgiebel, in Ober- und Dachgeschossen Rechteckfenster mit waagerechter Gesimsverdachung, um 1900

Das Wohnhaus ist durch sein Zusammenspiel von Back- und Sandsteinoberflächen geprägt. Dabei sind die bauplastischen Elemente in Sandstein ausgeführt. Die Schaufassade wurde im Stil der Neurenaissance entworfen, was sich an den antikisierenden Detailformen wie den Fensterrahmung im Erdgeschoss anschaulich ablesen lässt. Damit ist das Gebäude ein eindrücklicher Vertreter der späthistoristischen Architektur an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Creglingen. Als Wohnhaus mit zeittypischem Ladeneinbau im Erdgeschoss besitzt es zudem wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft.

102303371BW
Lager-, Waren- und Geschäftshaus Hauptstraße 21
(Karte)
zweigeschossiger teilverputzter Massivbau mit Satteldach, Erdgeschoss sandsteinsichtig, Eckquaderung, Giebelfeld mit Staffelung, Rechteckfenster mit Sandsteingewänden, Ladeneinbau durch diamantierte Pilastergliederung mit Gebälk akzentuiert, im Giebelfeld Kranausleger, um 1900; an der Westseite traufständiger Querbau mit Zwerchhaus, Sichtfachwerk über massivem Erdgeschoss, im Kern 17. Jahrhundert

Das Lager-, Waren- und Geschäftshaus ist zur Hauptstraße im Stile der Neurenaissance geprägt. Der Laden im Erdgeschoss mit diamantierter Pilastergliederung samt aufliegendem Gebälk macht den Bau zu einem prägnanten Vertreter dieses Stils in Creglingen. Durch den erhaltenen Kranausleger mit Ladeluke ist der Ablauf des Warentransports in oder aus dem Gebäude noch anschaulich ablesbar. Somit besitzt der Bau wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft und dokumentiert das gewerbliche Wachstum im kaiserzeitlichen Creglingen.

102303404BW

Weitere Bilder
Portalrahmung (am Gasthof Hirsch) Hauptstraße 27
(Karte)
Segmentbogig, im Sturz Hirschrelief, bezeichnet und datiert, 1750 (i)

Die Portalrahmung liefert Anhaltspunkte zur Datierung des Gasthofes Hirsch und besitzt demnach einen Quellenwert für die Stadtbaugeschichte. Das Hirschrelief belegt zudem die lange Tradition des Gasthofes innerhalb des Creglinger Wirtshauswesens.

102303445
Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 29
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansardsatteldach und südöstlichem Krüppelwalm, Obergeschoss Fachwerk, Ende 18. Jahrhundert

Das stattliche Wohn- und Geschäftshaus mit zeittypischem Mansarddach ist von stadtbaugeschichtlichem Zeugniswert und veranschaulicht bürgerliche Lebensverhältnisse des späten 18. Jahrhunderts in Creglingen.

102303471BW
Wohn- und Geschäftshaus Hauptstraße 30
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansarddach, Ladeneinbau mit Pfeilergliederung und Gebälk, Hauptportal mit Pilastern, darüber zentraler Balkon auf geschweiften Konsolen, im Obergeschoss Rechteckfenster mit profilierter Rahmung und Keilsteinen, im Kern wohl 18. Jahrhundert, umgebaut um 1900

Das Wohn- und Geschäftshaus ist zur Hauptstraße durch den hervorgehobenen Ladeneinbau sowie durch den repräsentativen Zentralbalkon architektonisch akzentuiert. Als Geschäftshaus des aus dem 18. Jahrhundert, das um 1900 im Stile der Neurenaissance umgestaltet wurde, hat es architekturgeschichtliche Aussagekraft und ist zudem ein beredtes Zeugnis des gewerblichen Wachstums im kaiserzeitlichen Creglingen.

102303529BW

Weitere Bilder
Gasthof Zum Lamm Hauptstraße 31
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und Wiederkehr, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse Fachwerk, Rechteckfenster mit waagerechter Gesimsverdachung aus Holz, schmiedeeiserner Wirtshausausleger mit Schild, 2. Hälfte 19. Jahrhundert; rückwärtiger zweigeschossiger Saalbau mit Satteldach, im 1. Obergeschoss Tanzsaal mit ortsfester Ausstattung, Gasthaus im Kern Ende 16. Jahrhundert, tiefgreifend umgebaut und aufgestockt, 1865

Der stattliche Gasthof Zum Lamm prägt mit seiner Schaufassade des 19. Jahrhunderts das Stadtbild, besteht aber schon seit Ende des 16. Jahrhunderts. Als repräsentativer Treffpunkt der Creglinger Bürgerschaft, die sich insbesondere im rückwärtigen Saalbau zu Festen oder Vereinsveranstaltungen versammelte, ist der Gasthof von sozialgeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert das städtische Gasthauswesen Creglingens.

102303490
Wohnhaus Hauptstraße 34
(Karte)
Zweigeschossiger teilverputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv mit Eckquaderung, Ober- und Dachgeschosse der nordwestlichen Giebelseite in Sichtfachwerk mit Zierelementen, giebelseitig vierfach vorkragend mit beschnitzten Balkenköpfen und profilierten Gesimsen, im Giebelfeld Rundbogenfenster und darüberliegender Kranausleger, an westlicher Gebäudeecke Kopfrelief mit Inschrift, 16./17. Jahrhundert

Das Wohnhaus ist durch sein hohes Alter von stadtbaugeschichtlichem Quellenwert und dokumentiert frühneuzeitliche Lebensverhältnisse in Creglingen. Das Zierfachwerk zeugt vom repräsentativen Anspruch des Bauherren. Mit dem Kopfrelief und der Inschrift besitzt das Gebäude zudem eine bauplastische Auffälligkeit, die wertvolle Anhaltspunkte zur weiteren Erforschung der Stadtbaugeschichte liefert.

102303556BW

Weitere Bilder
Sühnekreuz Nähe Herrgottskirche 1
(Karte)
Muschelkalk, wohl Ende 14./16. Jahrhundert

Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt.

102303593

Weitere Bilder
Ev. Herrgottskirche Herrgottskirche 1
(Karte)
Steinsichtige Saalkirche mit Satteldach, Polygonalchor mit Vorchorjoch, auf dem First polygonaler Dachreiter, im Norden, Westen und Süden spitzbogige Gewändeportale, diese flankiert durch Skulpturennischen mit Fialenaufsätzen, krabbenbesetzte Wimperge, diese mit Kreuzblumen bekrönt, in den Giebelfeldern vollplastisches Maßwerk, über Westportal Fensterrose mit vollplastischem Maßwerk, Polygonalchor mit Strebepfeilern, diese durch krabbenbesetzte Wimperge und Kreuzblumen bekrönt, obere Kaffgesimse mit Fratzenköpfen, in den Giebelfeldern der Wimperge Wappenreliefs, im Süden oktogonaler Treppenturm mit sog. Tetzelkanzel, Außenkanzel mit Maßwerkbrüstung und Wasserspeiern, im Norden Sakristeianbau mit Pultdach, Spitzbogenfenster mit Maßwerk, im Chor Kreuzrippengewölbe auf Kopfkonsolen und Diensten mit Skulpturennischen, im Langhaus Holztonne mit farbig gefassten Blendmaßwerkbahnen und zwei Durchzugsbalken, Kanzel, 1594, Hochaltarretabel mit Darstellung eines Kalvarienberges im Schrein, kurz vor 1500, Retabel des rechten Seitenaltars mit Skulpturen der hll. Ottilia, Johannes Evangelist und Lucia, Malereien an den Flügelaußenseiten, den beidseitigen Standflügeln und den Predellentüren von Jacob Mühlholtzer aus Bad Windsheim, 1496 (i), Retabel des linken Seitenaltars mit skulpturalen Darstellungen des Marienlebens im Schrein, um 1460, Gemälde auf den Seitenflügeln, um 1500, holzsichtiges Marienretabel des zentralen Langhaussaltars von Tilmann Riemenschneider und seiner Werkstatt aus Würzburg, 1505 bis 1508, Farbverglasung in westlicher Fensterrose sowie figürliche Darstellungen, Nürnberger Werkstatt, um 1395, an südlicher Langhauswand Totenschilde der Stifterfamilie Hohenlohe-Brauneck, um 1390, auf dem Boden befindliche Grabplatten, 14. bis 17. Jahrhundert, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, Kirche gestiftet durch Herren von Hohenlohe-Brauneck, 1384, Weihe Langhaus mit zentralem Altar, 1389, Chorweihe mit Hochaltar, 1396, Schiffsdachstuhl, 1387 (d) (Neuausmalung des Chores und Überarbeitung des Christophorus-Wandbildes sowie des Chorgestühls, 1886, Erneuerungen am Dachreiter, an der Maßwerkbrüstung der Tetzelkanzel und am Westportal sowie Renovierung der Farbglasfenster, 1904/05, neuer Wandputz am Schiff, 1928, weitere Restaurierungsarbeiten 1972, 1973, 1977, 1985 bis 1987 und 1988/89, letzte Restaurierung von Dach und Fassaden, 2009/10, Konservierung von Raumschale, Wandmalereien und der Ausstattung, 2010/11); spätmittelalterliche Kirchhof- und Friedhofsmauer mit Grabsteinen; Friedhof; Mesnerhaus, ein- bis zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Hanglage mit Satteldächern, um 1842 (Erweiterung und Erdgeschossumbau, wohl um 1960) 1159882
( Wikidata)
Wohnhaus Herrgottstal 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Walmdach auf massivem Sockelgeschoss, Erd- und Obergeschoss Fachwerk, südwestliche Gebäudeecke mit Portal abgeschrägt, über südlichem Portal Erbauungsstein, 1737 (i)

Das barocke Wohnhaus liegt außerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung und besitzt durch seine inschriftliche Datierung sowie durch die Nennung des Bauherren stadtbau- und siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert. Es dokumentiert vormoderne Lebensverhältnisse der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Creglingen.

102303622BW
Sog. Wildmeister-Haus Herrgottstal 17
(Karte)
Keller- und Kelterhaus, eingeschossiger verputzter Bau mit Satteldach auf hohem massivem Kellergeschoss, nordwestliche Giebelseite mit rundbogigem Kellerportal, 17. Jahrhundert

Das sogenannte Wildmeister-Haus fungierte als Kellerhaus zur Lagerung von Lebensmitteln, aber auch als Kelter. Die Kelter befand sich ursprünglich wie üblich in herrschaftlicher Hand, sodass die Einwohner von Creglingen gezwungen waren, hier ihren Wein gegen Abgabe des sog. Kelterweins als Gebühr zu pressen. Damit hat das Gebäude auch herrschafts- und ortsgeschichtliche Bedeutung.

102303654BW
Johannispark
(Karte)
Bestehend aus: Denkmal für Kaufmann Johann Dreher [§28], Sandsteinobelisk mit mehrfach abgestuftem Sockel, umfangreiche Inschrift, Wappenreliefs, im Sockel Füllhorn- und Palmettenrelief, durch Stadt Creglingen aufgestellt, 1844 (a); Grünanlage mit Schutzhäuschen [§2], dieses blockhausartig verkleidet mit Walmdach, angelegt durch Johann Dreher anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums König Wilhelms I., 1841 bis 1844 (i)

Die weitläufige Grünanlage Johannispark wurde zum 25-jährigen Regierungsjubiläum König Wilhelms I. auf Initiative des in Creglingen geborenen Kaufmanns Johann Dreher (03.11.1766 bis 18.09.1847) geschaffen, der in Stettin zu Vermögen gekommen war. Einen Teil seines Vermögens verwendete Dreher für soziale bzw. gemeinnützige Stiftungen in seiner Heimatstadt. Der nach Dreher benannte Johannispark ist als öffentliche Erholungsstätte ein fassbares Zeugnis seiner gemeinnützigen Fürsorge und daher von stadt- und sozialgeschichtlicher Bedeutung. Die Stadt Creglingen errichtete zum Dank ein Denkmal für Dreher. Weiterhin dokumentiert der Park den württembergischen Patriotismus und die bürgerliche Monarchenverehrung in der Zeit des Deutschen Bundes kurz vor der Revolution 1848.

102303678BW

Weitere Bilder
Wohnhaus Kirchenstaffel 1
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger Bau mit Satteldach und Krüppelwalm in Hanglage, untere Geschosse massiv, Ober- und Dachgeschosse in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie Andreaskreuzen, Vorkragungen mit profilierten Gesimsen, an nordöstlicher Gebäudeecke Kastenerker mit Satteldach auf steinernen Konsolen, an südlicher Traufseite Rundbogenportal, erbaut 16./17. Jahrhundert

Das Wohnhaus befindet sich in markanter Hanglage unweit der Pfarrkirche und grenzt mit seiner südwestlichen Ecke an das ehemalige Schloss. Da es in seinen Grundmauern wohl stauferzeitliche Reste der einstigen Burganlage enthält, ist es von wichtiger stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. Überdies dokumentiert es frühneuzeitliche Lebensverhältnisse in Creglingen.

102310129

Weitere Bilder
Wohnhaus Kirchenstaffel 12
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger Bau mit Halbwalmdach und Rauchlöchern in Hanglage, Untergeschoss und westliche Außenwand massiv, Ober- und Dachgeschoss in Sichtfachwerk, dieses mit verblatteten Streben und Bändern, Südseite einfach vorkragend mit langen Knaggen und sichtbaren Balkenköpfen, südlich Kielbogenportal, erbaut 1476 (d), Grundmauern älter (erneuert 1982)

Das Wohnhaus aus dem späteren 15. Jahrhundert ist eines der ältesten erhaltenen Gebäude in Creglingen. Es wurde auf Stadtmauer aus der Zeit um 1350 erbaut und ist somit von hoher Bedeutung für die Stadtbaugeschichte. Durch seine zeittypische Fachwerkkonstruktion mit Verblattungen und dem Vorstoß auf Knaggen ist es ein eindrückliches Zeugnis der spätmittelalterlichen Zimmermannskunst in der Region.

102303738

Weitere Bilder
Ev. Pfarrhaus Kirchenstaffel 14
(Karte)
Doppelhaus, zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldächern auf winkelförmigem Grundriss, Kellergeschoss zur Kirchenstaffel sichtbar, Erdgeschoss und Westteil mit Halbwalm massiv und mit Buckelquadern an den Ecken, Ostteil weitgehend Fachwerk, nördlicher quer angebauter Gebäudeteil weitgehend massiv, Ostteil zum Hof weit vorkragend, gestützt von hölzernem Pfeiler mit Kopfstreben und Teilen der Hofmauer, diese mit zwei Rundbogenportalen, Westteil stauferzeitlich, Ostteil 1569/1577, Nordteil 1768 (i)

Das einstige evangelische Pfarrhaus bildet mit der gegenüberliegenden Kirche eine stadtbauliche Dominante innerhalb des nördlichen Bereichs der historischen Kernstadt.

In seinen ältesten Teilen geht es bis in das 13. Jahrhundert zurück, davon zeugt der ehemaligen Wohnturm der einstigen stauferzeitlichen Burganlage mit seinen gebuckelten Eckquaderungen. Damit ist das Pfarrhaus von wesentlichem Quellenwert für die Stadtbau- und Siedlungsgeschichte. Gleichzeitig dokumentiert das Anwesen mit ummauertem Hof die vormodernen Lebens- und Arbeitsverhältnisse des Ortsseelsorgers bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts und besitzt daher auch wichtige kirchengeschichtliche Aussagekraft.

1194697

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkiche (St. Peter) Kirchplatz 1
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit Satteldach und Chorturm, dieser mit oktogonaler Haube und bekrönender Laterne, oktogonales Glockengeschoss mit segmentbogigen Schallöffnungen, Langhaus mit spitzbogigen Maßwerkfenstern, Südseite mit Strebepfeilern, Strebepfeiler links neben dem Portal mit Wappenreliefs, an südwestlicher Gebäudeecke Reste einer nun zugemauerten Spitzbogenöffnung, Westportal mit waagerechter Gesimsverdachung und darübeliegendem Okulus, an nordwestlicher Gebäudeecke vereinzeltes Fenster, im Chorraum diamantiertes Kreuzrippengewölbe auf Fratzenkonsolen, im Langhaus Flachdecke und zweigeschossiger Emporeneinbau mit Orgel, Stützen und Brüstungselemente aus farbigem Stuckmarmor, Hauptaltar vor Chorbogen im Langhaus, Grabdenkmal für Susanna von Seckendorff (gest. 1575) von Michel Niklas aus Reinsbronn, Epitaph für Veit Dietrich von Eyb (gest. 1632), Taufstein von Martin Billenstein, 1603, Kanzel mit biblischen Intarsienbildern, 1580, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, Kirche im Kern 12. Jahrhundert, Erweiterung, 1220/40, Umbauten, 1508 und 1725 bis 1727

Die evangelische Pfarrkirche liegt als ortsbildprägende, vertikale Dominante im nördlichen Teil der historischen Kernstadt. Das Gebäude entstand in den Jahren um 1220/40 als spätromanische Chorturmkirche mit basilikalem Langhaus. Sichtbare Reste des ursprünglichen Erscheinungsbildes der Kirche finden sich noch beispielsweise im Kreuzrippengewölbe des Chorraumes. Am Außenbau stammt das vereinzelte Fenster an der nordwestlichen Gebäudeecke wohl sogar noch von einem Vorgängerbau aus der Zeit um 1100. Durch den Umbau von 1508 bekam der Bau sein spätgotisches Gepräge, was sich an den mehrbahnigen Spitzbogenfenstern, teilweise mit Fischblasenmaßwerk im Bogenfeld, und den Strebepfeilern anschaulich ablesen lässt. Der Innenraum, der nunmehr eine Saalkirche bildet, ist maßgeblich durch die Umbauten von 1725 bis 1727 bestimmt. So führt insbesondere der zweigeschossige Emporeneinbau mit farbigem Stuckmarmor die Aussattungsideale der Zeit vor Augen. Gleichzeitig verdeutlichen die Empore und die Positionierung des Hauptaltars im Langhaus unter der Orgel ein dezidiert protestantisches Raumverständnis, bei der sich der Altar inmitten der versammelten Gemeinschaft der Gläubigen befindet und mit der Orgel eine liturgische Einheit bildet. Weiterhin beherbergt die Kirche eine Vielzahl an herrschafts- sowie kunstgeschichtlich wertvollen Grabdenkmälern des 16. und 17. Jahrhunderts. Der Sakralbau ist somit von zentralem kultur- wie auch stadtgeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert in diesem Zusammenhang die Creglinger Konfessionsgeschichte seit dem Spätmittelalter.

1194669
( Wikidata)

Weitere Bilder
Schloss Kirchplatz 2
(Karte)
Unter Markgrafen von Ansbach Oberamtssitz, danach bis 1872 Kameralamt, verputzter zwei- bis dreigeschossiger Südteil in Massivbauweise mit Walmdach und westlich anschließendem turmartigem Anbau, Eckquaderung, drei- bis viergeschossiger Nordteil in Massivbauweise mit Satteldach und westlichem Staffelgiebel, teilweise gebuckelte Eckquaderung, Nordteil, 1295 (d), dortiges Dachwerk, 1446 (d), tiefgreifende Erneuerung des gesamten Baus, 1734

Das einstige Schloss in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche bildet den siedlungeschichtlichen Mittelpunkt innerhalb der historischen Kernstadt. Die Grundmauern des heutigen Baus gehen auf eine stauferzeitliche Burganlage des 13. Jahrhunderts zurück. Diese befand sich im Bereich des Schloßhofes und bezog auch Areale ein, auf welchen heute das Pfarrhaus liegt. So enthält dieses einen Teil des ehemaligen Wohnturmes, der noch an den gebuckelten Eckquaderungen sowie an der Massivbauweise nachvollzogen werden kann. Das Schloss selbst besitzt ebenso ein burgartiges Gepräge und zeichnet sich durch seinen Staffelgiebel als herrschaftliches Gebäude aus. In diesem Zusammenhang diente es seit der Übernahme von Creglingen durch die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach 1448 als Oberamtssitz, womit es von zentraler herrschafts- sowie stadtgeschichtlicher Bedeutung ist. Mit dem Übergang Creglingens an das Königreich Württemberg wurde im Gebäude bis 1872 ein Kameralamt (Finanzbehörde) geführt, sodass es auch verwaltungsgeschichtliche Aussagekraft besitzt. Die darauffolgende schulische Nutzung verleiht dem Schloss zudem bildungsgeschichtliche Relevanz.

1209773
( Wikidata)
Wohnhaus Klingener Straße 12
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und Giebelwände massiv, Obergeschoss straßenseitig Sichtfachwerk mit Zierelementen, westliche und südliche Gebäudeecken mir Quaderungen, bekrönende Aufsätze an den Traufenden, segmentbogenförmige Fensteröffnungen, erbaut durch Johann Hein, 1905 (i); Scheune, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie geschweiften Streben oder spitz zulaufenden Fenstern, 1905

Das Wohnhaus bildet zusammen mit der benachbarten Scheune eine Einheit, die sich in der Gestaltung mit Zierfachwerk ausdrückt So dokumentiert das Anwesen bäuerliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse mit repräsentativem Anspruch am Beginn des 20. Jahrhunderts in Creglingen. Gleichzeitig sind die Bauten anschaulich überlieferte Vertreter des späthistoristischen Wohn- und Nutzbaus im Stil der Neurenaissance.

102303775BW

Weitere Bilder
Kohlesmühle Kohlesmühle 6
(Karte)
Bestehend aus: Hauptgebäude mit Wohnteil und Mahlstube (heute Fingerhutmuseum und Goldschmiedewerkstatt), ein- bis zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und breiten Schleppgauben, zum Herrgottsbach Quertrakt, Eckquaderung, nördliche Traufseite mit Zwerchhaus, Südportal mit bezeichnetem Türsturz, Westportal mit profiliertem Gewände, waagerechter Gesimsverdachung und Keilstein, Schwellenimitation und geschnitztes Türblatt, 1818/48 (i); Scheune, eingeschossiger, teilweise verputzter Massivbau mit Satteldach in Hanglage, segment- und korbbogige Toröffnungen, bezeichneter und datierter Erbauungsstein mit Darstellung eines Mühlrades, 1830 (i)

Die Kohlesmühle ist ein prägender Bestandteil des nördlichen Talabschnitts des Herrgottsbaches, der in Creglingen in die Tauber mündet. Neben dem Wohnteil beherbergte das Hauptgebäude einst die Mahlstube, in welcher die Wasserkraft des Herrgottsbaches genutzt wurde, um das Mahlwerk anzutreiben. Zusammen mit der ehemals zu Lagerungszwecken verwendeten Scheune dokumentiert die Kohlesmühle die eng miteinander verwobenen Lebens- und Arbeitsverhältnisse der hier einst lebenden Müllersfamilien im 19. Jahrhundert und ist damit von wirtschafts- sowie erwerbsgeschichtlicher Bedeutung für die Region Creglingen.

102305273
( Wikidata)
Wohnhaus (heute Gaststätte) Kohlesmühle 8
(Karte)
Ein- bis dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Krüppelwalmdach in Hanglage, gequadertes Hanggeschoss sowie darüberliegendes massives Geschoss, oberstes Geschoss in Sichtfachwerk mit leicht geschweiften Streben, nördlicher Queranbau mit Walmdach, Hanggeschoss mit rundbogigem Kellerzugang und bezeichnetem sowie datiertem Erbauungsstein, errichtet durch Georg Michael Raunest, 1767 (i), obere Geschosse um 1900

Das Wohnhaus ist durch seine markante Hanglage geprägt, wobei es zur Kohlesmühle dreigeschossig und zur höherliegenden Straße eingeschossig ist. Durch sein nachvollziehbares Baualter sowie der Nennung des ursprünglichen Bauherren Georg Michael Raunest ist es von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert die mit den Alltagsstrukturen der Kohlesmühle verbundenen Lebensverhältnisse von der zweiten Hälfte des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

102305341BW
Wohnhaus Kreuzstraße 4
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansardwalmdach und nördlichem Zwerchhaus, Erdgeschoss massiv, rechteckiges Hauptportal mit profilierter Rahmung und Keilstein mit Küferzeichen, 18. Jahrhundert

Das barocke Wohnhaus mit zeittypischem Mansardwalmdach liegt am östlichen Rand der historischen Kernstadt unweit des Alten Rathauses. Das Küferzeichen ist ein Hinweis auf den Beruf der Bauherren, die Holzgefäße wie Fässer oder Bottiche herstellten und einen wichtigen Bestandteil der städtischen Handwerksstrukturen in vorindustrieller Zeit bildeten. Das Haus ist von stadtbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert die Lebens- und Arbeitsverhältnisse im 18. Jahrhundert in Creglingen.

102305465BW
Wohn- und Geschäftshaus Kreuzstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Halbwalmdach auf Sockel mit Mezzaningeschoss, Erdgeschoss genutet, Obergeschosse verklinkert, Segmentbogenöffnungen teilweise mit konsolenartigen, volutenartigen Schlusssteinen, Gebäudeecken durch rustizierte Sandsteinquader betont, Südostecke abgeschrägt mit Balkon auf geschweiften Konsolen, bekrönt durch Volutengiebel mit Okulus und balusterartigem Aufsatz, Südseite mit gekuppelten Segmentbogenfenstern, im 1. Obergeschoss rundbogig überfangen, im Mezzanin rundbogig gerahmte allegorische Wandmalerei, um 1905

Das Wohn- und Geschäftshaus am östlichen Rand der historischen Kernstadt ist durch sein materielles Zusammenspiel von Backstein- und Sandsteingliederungen geprägt, was für die Zeit um 1900 charakteristisch ist.

Gleichzeitig reagiert der Bau mit seiner abgeschrägten Südostecke, die zusätzlich mit Balkon und Volutengiebel betont wird, auf die städtebauliche Situation. Somit ist das Gebäude als sprechendes Beispiel des späthistoristischen Neubarock an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu würdigen. Gleichzeitig dokumentiert es die Wohnverhältnisse des gehobenen Bürgertums und besitzt als Geschäftshaus zudem erwerbsgeschichtliche Aussagekraft.

102305507BW
Wohnhaus Lindleinstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, Obergeschoss weit vorkragend mit hervortretenden Balkenköpfen, im Giebelfeld dreifach vorkragend mit profilierten Gesimsen, 16./17. Jahrhundert

Das Wohnhaus inmitten der historischen Kernstadt sticht durch seine weite Vorkragung des Obergeschosses ins Auge. Diese bauliche Maßnahme ermöglichte eine repräsentativ in den Straßenraum hineinragende Vergrößerung des Wohnraums, was meist mit den beengten Verhältnissen in der Stadt zusammenhing. Ermöglicht wird diese bauliche Eigenheit durch die konstruktiven Charakteristiken des Fachwerks und dabei speziell des Stockwerksbaus, bei dem jedes Stockwerk für sich abgezimmert und aufgesetzt wird. Somit dokumentiert das Wohnhaus frühneuzeitliche Lebensverhältnisse innerhalb der Stadt und besitzt überdies Aussagekraft für die Hausforschung.

102309194BW
Wohnhaus Lindleinstraße 6
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse in Sichtfachwerk, leichte giebelseitige Vorkragung mit profiliertem Gesims, rundbogiges Kellerportal mit Bezeichnung und Datierung, 1722 (i)

Das Wohnhaus im südwestlichen Teil der historischen Kernstadt ist durch sein Alter von stadtbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert vormoderne Lebensverhältnisse der städtischen Einwohner in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Creglingen.

102309351BW
Wohnhaus Lindleinstraße 16
(Karte)
Dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr, Erdgeschoss sandsteinsichtig, Obergeschosse backsteingemauert, westliche Traufseite mit übergiebeltem Mittelrisalit, Eckquaderung, im 1. Obergeschoss Rechteckfenster mit waagerechter Gesimsverdachung, in den Giebelfeldern Rundfenster, mit Spuren einer Mesusa, nach Entwurf von Amtsbaumeister Kauffmann, 1887/88

Das Wohnhaus im südwestlichen Teil der historischen Kernstadt wurde für den jüdischen Handelsmann bzw. Viehhändler Meier Rosenfeld, Vater des Arnold Rosenfeld, errichtet und zeugt durch seine westliche Schaufassade mit Mittelrisalit und dem als Beletage ausgezeichnetem ersten Obergeschoss in zurückhaltender Formensprache des Spätklassizismus von dessen repräsentativen Anspruch. Als jüdisches Wohnhaus weist es Spuren einer Mesusa auf. Bei dieser handelt es sich um eine Schriftkapsel, die am Portalbereich angebracht wurde und auf Pergament geschriebene Abschnitte aus dem Schma, dem jüdischen Glaubenskenntnis, enthält. Die Rückseite wird mit dem hebräischen Wort Schaddaj versehen, was im Deutschen so viel wie Hüter der Pforten Israels bedeutet. Der Gebrauch einer Mesusa geht auf eine Anweisung des fünften Buch Mose zurück. Somit besitzt das Wohnhaus Aussagekraft für das jüdische Leben in Creglingen während der Kaiserzeit und dokumentiert die Lebensverhältnisse der meist als Händler tätigen jüdischen Einwohner dieser Zeit.

102309507BW
Erbauungsstein (am Wohnhaus) Lindleinstraße 19
(Karte)
Rechteckige Rollwerkartusche mit Blütenfeston, bezeichnet Martin Neubert, 1895 (i)

Der Erbauungsstein besitzt stadtbaugeschichtliche Aussagekraft, da er den Bauherren und das Jahr der Errichtung des Gebäudes, an welchem er sich befindet, dokumentiert. Überdies ist er eine künstlerisch hochwertige Steinmetzarbeit und belegt den gestalterischen Einfluss der Neurenaissance auf das Kunsthandwerk am Ende des 19. Jahrhunderts.

102309546BW
Scheune Lindleinstraße
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, Tenne giebelseitig erschlossen, 16. Jahrhundert

Die Scheune am südlichen Rand der historischen Kernstadt ist durch ihr hohes Alter von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert landwirtschaftliche Erwerbs- und Arbeitsstrukturen an der Wende vom ausgehenden Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit in Creglingen.

102309619BW
Brückengeländer Kreuzstraße; Neue Straße 2
(Karte)
Quadermauerwerk, mit eingelassenem Stein der alten Brücke, 1560

Der im Quadermauerk des Brückengeländers eingelassene Stein dokumentiert die Erbauung einer Brücke an dieser Stelle über den Herrgottsbach für das Jahr 1560, womit das Brückengeländer von stadtbau- wie auch infrastrukturgeschichtlicher Bedeutung ist. An dieser Stelle befand sich das ehemalige östliche Stadttor, aufgrund des Baches Herrgottstor genannt, an dessen 1823 abgebrochenem Torturm sich der Inschriftenstein einst befand.

102305428BW

Weitere Bilder
Synagoge Neue Straße 28
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und Umfassungsmauern massiv, im Obergeschoss der südwestlichen Traufseite Sichtfachwerk, an Faulturm angebaut, geohrtes Hauptportal, errichtet von Maurer und Steinhauer Johann Leonhard Vorherr aus Freudenbach, 1799 bis 1800, verändert 1836, renoviert 1860er-Jahre

Die ehemalige Synagoge bildete den Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde von Creglingen, die im 16. und 17. Jahrhundert durch markgräflich autorisierte Ansiedlungen entstand. Geplant wurde der Bau ab 1765 und konnte im Jahr 1800 eingeweiht werden. Der Bau enthielt neben dem Kernstück des Betsaales im Obergeschoss einen Schulraum im Erdgeschoss sowie eine Mikwe, dem rituellen Bad, in dem die zeremoniellen Waschungen durchgeführt wurden. Somit besitzt die einstige Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 stark beschädigt wurde, wesentliche Aussagekraft für das jüdische Leben in Creglingen und ist daher von wichtiger glaubensgeschichtlicher Bedeutung.

102309738
( Wikidata)
Ölmühle Ölmühle 1
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse der westlichen Giebelseite in Sichtfachwerk, nördlicher massiver Queranbau mit Satteldach, im Rundbogenportal datiert, Queranbau mit Segmentbogenöffnungen, im Erdgeschoss des Haupttraktes Reste des Mahlwerks, 19./20. Jahrhundert, Gebäude im Kern 1537 (i), Umbau, spätes 18. Jahrhundert, Queranbau, Ende 19. Jahrhundert

Die ehemalige Ölmühle nördlich der Kohlesmühle belegt durch ihr hohes Kernalter den Standort einer Mühle an dieser Position bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts, womit dem Gebäude wichtige Bedeutung für die Ortsbaugeschichte zukommt. Als Ölmühle mit anschaulich überlieferten Resten des Mahlwerks ist sie ein sprechendes Zeugnis der Pflanzenölproduktion vom späten 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts und überdies von technikgeschichtlichem Zeugniswert. Wie an der Kohlesmühle wurde auch hier die Wasserkraft des Herrgottsbaches genutzt, um Energie für das Mahlwerk zu gewinnen. Somit besitzt die Ölmühle wirtschafts- und erwerbgeschichtliche Aussagekraft für die Region Creglingen und dokumentiert die Lebens- sowie Arbeitsverhälntisse in einer solchen Produktionsstätte für Lebensmittel.

102305242BW

Weitere Bilder
Sog. Romschlössle Romgasse 7
(Karte)
Haus Weinsberg, von 1694 bis 1791 Kastenamt (heute Kulturzentrum), dreiflügelige Anlage, dreigeschossiger Südflügel mit Satteldach und Kniestock, Erdgeschoss und westliche Giebelseite massiv, Obergeschosse in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie geschweiften und genasten Andreaskreuzen und ionischen Pilastern an der zum Innenhof gerichteten Traufseite, darunter Korbbogenportal mit Keilstein, im Westen überhöhter oktogonaler Treppenturm, oberste zwei Turmgeschosse in Sichtfachwerk, darunter massiv, pilastergerahmtes und profiliertes Rechteckportal mit waagerechter Gesimsverdachung und datiertem Sturz, im Nordwesten dreigeschossiger Torbau mit Satteldach, Erdgeschoss mit datiertem und wappenbesetztem Tor massiv, Obergeschosse in Sichtfachwerk, dreigeschossiger Nordflügel mit Satteldach in Sichtfachwerk, Mauerwerk teilweise 15. Jahrhundert und 1512 (i), Fachwerk und Turmportal, 1589 (i) (Sanierung, 1992 bis 1994); ummauerte Gartenanlage mit Terrassen, profiliertes Türgewände mit waagerechter Gesimsverdachung und datiertem Wappen im Sturz, 1767 (i), Garten 16./17. Jahrhundert

Das sogenannte Romschlössle liegt als burgartige Anlage am südwestlichen Rand der historischen Kernstadt und prägt das Stadtbild. Es bildete seit der Zeit um 1400 den einstigen Sitz des Adelsgeschlechts von Weinsberg, die neben dem bestimmenden Geschlecht der Hohenlohe-Brauneck auch über Besitz in Creglingen verfügten. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Romschlössle in eine Stadterweiterung miteinbezogen, sodass es sich nun innerhalb der Stadtbefestigung befand. Im Laufe des 16. Jahrhunderts entstand die vierflügelige Anlage mit Innenhof. So wird das Mauerwerk anhand der Torbogens auf das Jahr 1512 datiert, während das Fachwerk und das repräsentative Turmportal 1589 mit antikisierenden Zierformen der deutschen Renaissance errichtet wurden. Der Turm enthält ein eindrucksvolles Treppenhaus mit Wendeltreppe, die einen feierlichen Aufstieg in die oberen Geschosse ermöglicht und was den Treppenturm als charakteristisches Element des Schlossbaus dieser Zeit auszeichnet. Somit besitzt das die Anlage architekturgeschichtliche Aussagekraft und ist überdies ein herausragendes Zeugnis der Creglinger Herrschafts-, Siedlungs- und Stadtgeschichte des ausgehenden Spätmittelalters bis in die Frühe Neuzeit.

1194701
( Wikidata)

Weitere Bilder
Jüdischer Friedhof
(Karte)
Ummauert mit Zugängen im Norden und Westen, Trennung in älteren Nordteil und jüngeren Südteil durch Rasenfläche, Friedhof angelegt im 17. Jahrhundert, Erweiterung durch Südteil, 1889, Fertigstellung der Ummauerung, 1892

Der jüdische Friedhof befindet sich in Solitärlage südöstlich der Stadt. Der Nordteil des Friedhofs wurde im 17. Jahrhundert angelegt und 1889 nach Süden erweitert. Die Anlage dokumentiert die jüdische Begräbnispraxis der Gemeinden in Creglingen, Archshofen, Craintal, Waldmannshofen und Welbhausen. Damit ist der Friedhof ein wichtiger Bestandteil der städtischen Erinnerungs- und Gedenkkultur und gleichzeitig ein eindrückliches Zeugnis jüdischen Lebens in der Region Creglingen.

99595488
( Wikidata)
Winkelhakenförmige Hofanlage Rothenburger Straße 5, 5/1
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus mit massivem Scheunentrakt, zweigeschossiger Bau mit Mansardhalbwalmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss größtenteils in konstruktivem Sichtfachwerk, Scheunentrakt mit Krüppelwalmdach, um 1800; Anbau, zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach

Die stattliche winkelhakenförmige Hofanlage, bei der das eindrückliche Wohnhaus mit der Giebelseite zur Straße ausgerichtet ist, dokumentiert großbäuerliche Lebensverhältnisse um 1800 in Creglingen und ist überdies stadtbaugeschichtlich bedeutsam. Durch seine rein auf Konstruktivhölzer beschränkte Fachwerkkonstruktion und sein Mansarddach, welche für die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert charakteristisch sind, besitzt es hauskundliche Aussagekraft.

102309768BW
Obere Kaplanei Schlosserbuck 5
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau in Hanglage mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Giebelflächen verbrettert, westliche Anbauten mit Pultdächern, 1469 (d), renoviert nach Brand, 1658 (i)

Die einstige Obere Kaplanei am nordwestlichen Rand der historischen Kernstadt stammt im Kern aus dem 15. Jahrhundert und dokumentiert die vormodernen Lebensverhältnisse des Kaplans. Dieser war als Hilfspriester mit seelsorgerischen Aufgaben betraut, sodass die Kaplanei wichtige Aussagekraft für die vorreformatorische Kirchengeschichte Creglingens im ausgehenden Spätmittelalter besitzt.

102309847BW
Wohnhaus Schloßhof 2
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Mansardwalmdach, Erdgeschoss und äußere Umfassungsmauern massiv mit spitzbogigem Hofzugang, Obergeschoss in Fachwerk, zur Hofseite auf Holzpfeiler gesetzt und Kolonnade ausbildend, nordwestlicher Mauerzug, Grundmauern wohl stauferzeitlich, Erdgeschoss spätmittelalterlich, Obergeschoss und Dachwerk, 18. Jahrhundert

Das Wohnhaus liegt im siedlungsgeschichtlichen Mittelpunkt der Stadt und war ursprünglich wohl ein Wirtschaftsgebäude der Schlossanlage, die im 18. Jahrhundert grundlegend erneuert wurde. Den Bau kommen stadtbau- und auch herrschaftsgeschichtliche Bedeutung zu. Gleichzeitig dokumentiert die Lebensverhältnisse im 18. Jahrhundert.

102310168BW
Wohnhaus Schloßhof 3
(Karte)
Zwei- bis dreigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Krüppelwalmdach und Rauchloch, Erdgeschoss und südliche Traufseite massiv mit Segmentbogentoren, Obergeschoss Fachwerk mit hervortretenden Balkenköpfen an der nördlichen Traufseite, Erdgeschoss spätmittelalterlich, Obergeschoss und Dach 15. Jh.

Das Wohnhaus liegt im siedlungsgeschichtlichen Mittelpunkt der Stadt und war ursprünglich wohl ein Wirtschaftsgebäude der Schlossanlage. Der Rauchabzug im Dachspitz weist auf eine Entstehung im 15. Jahrhundert hin. Dem Gebäude kommen daher stadtbau- und auch herrschaftsgeschichtliche Bedeutung zu. Überdies veranschaulicht es innerstädtische Lebensverhältnisse vom ausgehenden Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit.

102310207BW

Weitere Bilder
Wohnhaus (heute Stadtarchiv) Torstraße 1
(Karte)
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse in Sichtfachwerk mit Zierelementen, giebel- und traufseitige Vorkragungen mit profilierten Gesimsen, reich profiliertes Rundbogenportal mit Sitznischen und Inschrift, rundbogiger Hofzugang mit Inschrift, Eckzonen des straßenseitigen Traufgesims mit fratzenartigen Darstellungen, Bauherr M. Johannes Lenck, 1590 (i), Hofzugang, 1593 (i)

Das eindrucksvolle Wohnhaus befindet sich direkt neben dem Alten Rathaus, mit dem es eine städtebauliche Dominante bildet. Durch seine stattlichen Dimensionen und das Zierfachwerk dokumentiert das Gebäude den repräsentativen Anspruch seiner Bewohner am Ende des 16. Jahrhunderts und ist wohl als ehemaliges Patrizierhaus anzusprechen. Das Rundbogenportal mit flankierenden Sitznischen belegt den Einfluss der mitteldeutschen Renaissance. Damit ist das Wohnhaus von hoher architekturgeschichtlicher und hauskundlicher Bedeutung. Gleichzeitig besitzt es wesentliche Aussagekraft für die Creglinger Stadtbaugeschichte und dokumentiert frühneuzeitliche Lebensverhältnisse innerhalb der Stadt am Ende des 16. Jahrhunderts.

102310234

Weitere Bilder
Fruchtkasten Torstraße 2
(Karte)
Seit 1876 Schulhaus (heute Rathaus), dreigeschossiger, teilweise verputzter Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr, hölzerner Dachreiter mit Pyramidenhaube, im Erdgeschoss Rundbogenöffnungen, eingemauerte Inschrifttafeln und darüberliegende Schulhausbezeichnung mit Datierung, Obergeschosse mit teilweise zugemauerten Segmentbogenfenstern, 1563, Umbau zum Schulhaus, 1875/76 (i)

Der in den Jahren 1875/76 zum Schulhaus umgebaute einstige Fruchtkasten befindet sich inmitten der historischen Kernstadt, direkt gegenüber dem Alten Rathaus. Als städtischer Fruchtkasten, also als Lagergebäude vornehmlich für Getreide, besitzt der Bau versorgungs- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für Creglingen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die strengen, symmetrisch gegliederten Fassaden der Obergeschosse und die Dachzone sind deutlich durch den Umbau zum Schulhaus im 19. Jahrhundert geprägt. Damit zeugt der Bau zudem von den Bildungsverhältnissen im Creglingen der frühen Kaiserzeit.

102310275
Rundbogiger Seiteneingang (am Wohnhaus) Torstraße 3
(Karte)
Wohl 17. Jahrhundert

Das Rundbogenportal besitzt stadtbaugeschichtlichen Aussagewert und ist Zeugnis der regionalen Mauerwerkstechniken sowie der Steinbearbeitung in der Frühen Neuzeit.

102310309BW
Zehntscheune Torstraße 4
(Karte)
Später Posthalle, Massivbau mit Walmdach, um 1780, offener hölzerner Anbau mit Satteldach, Giebelfeld verbrettert mit vorgelagerten beschnitzten Brettelementen, um 1880

Die einstige Zehntscheune befindet sich in nächster Nähe zum Schlossareal. Sie diente zum Lagern der Naturalabgaben an die Patronatsherrschaft und hat daher Zeugniswert für die feudal geprägte Wirtschaftsgeschichte am Ende des 18. Jahrhunderts. Für die Umnutzung der Zehntscheune zur Posthalle wurde der offene Anbau im Schweizerhausstil angefügt. Dieser Stil knüpft mit beschnitzten Brettelementen und Schwebegiebeln bewusst an traditionelle alpine Holzbau- und Gestaltungsweisen an, um einen ländlichen und naturverbundenen Eindruck zu erzielen. Die Posthalle ist ein Beleg für das Postwesen und für die Kommunikationsgeschichte im kaiserzeitlichen Creglingen.

102310361BW

Weitere Bilder
Drehersches Haus Torstraße 7
(Karte)
Adelssitz, von 1600 bis 1870 Gasthaus Zum Schwarzen Adler (heute Wohnhaus), zweigeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach auf hohem Sockelgeschoss in Hanglage, rückwärtiger Queranbau mit Satteldach, Sockel- und Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, profiliertes segmentbogiges Hauptportal, erschlossen über doppelläufige Freitreppe, Gewölbekeller, 1434/89 (d), Gasthausumbauten zwischen 1600 und 1870; Kegelbahn

Der stattliche, spätmittelalterliche Bau ist als ein weiterer Adelssitz im Siedlungskern neben dem Stadtschloss und dem Romschlössle zu identifizieren. Ein guter Teil seiner Bausubstanz stammt noch aus dem 15. Jahrhundert. Damit ist der Bau von wichtiger hausbau- und stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. Zwischen 1600 bis 1870 wurde er als Gasthaus Zum Schwarzen Adler genutzt, was den Bau überdies für die städtischen Wirtshausstrukturen relevant macht.

102310608

Weitere Bilder
Stadtbefestigung Schlosserbuck 2; Stadtgraben 12
(Karte)
Entstanden im 15. Jahrhundert, bestehend aus:

  • Faulturm (Neue Straße 26), massiver Stadtturm mit Polygonalhaube auf rechteckigem Grundriss, Ende 15./16. Jahrhundert, repariert 1580 (a), Dach- und Innenwanderneuerungen, nach 1726 (restauriert 2002);
  • Stadtmauerzug (parallel zur Romgasse, Flst. Nr. 76, 77/5, 77/6);
  • Stadtmauerrest (am Wohnhaus Romgasse 26);

  • Schlosserturm (Schlosserbuck 2), teilweise verbretterter massiver Stadtturm mit Stadtmauerrest, Ende 15./16. Jahrhundert, Deckenhölzer im Inneren, 1578 (d), aufgesetzter eingeschossiger Sichtfachwerkbau mit Satteldach, 1713 (d);

  • Lindleinturm (Stadtgraben 12, heute Museum), teilweise verputzter massiver Stadtturm mit Stadtmauerrest, wohl Ende 15./16. Jahrhundert, aufgesetzter, teilweise verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, einschließlich der originalen Ausstattung der letzten Bewohnerin, errichtet 1795;
  • Graben mit Stadt- und Zwingermauerresten (Flst. Nr. 21/1, 22/2)

Ab Beginn des 13. Jahrhunderts kam Creglingen in Besitz des Adelsgeschlechts der von Hohenlohe. Im 14. Jahrhundert setzte sich Gottfried III. von Hohenlohe-Brauneck für eine Erhebung Creglingens zur Stadt ein. So erhielt die Stadt in den Jahren um 1350 ihren ersten Stadtmauerring, der im Westen den herrschaftlichen Siedlungskern mit Pfarrkirche und heutigem Schloss enthielt und im Süden durch ein Stadttor zwischen der heutigen Apotheke und dem Gebäude Hauptstraße 17 zugänglich war. Im Norden und Osten verlief dieser erste Mauerring oberhalb der Kirchenstaffel bzw. im Bereich der Neuen Straße. Die Mauerreste und Türme an den Randzonen der historischen Kernstadt waren bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts fertiggestellt und veranschaulichen das Wachstum des Stadtgebiets sowie die Herrschaftsverhältnisse in dieser Zeit. Die noch erhaltenen Türme überliefern dabei einen anschaulichen Eindruck des einstigen Befestigungssystems. Die Reste der Stadtbefestigung sind von zentraler siedlungs-, stadt- und auch herrschaftsgeschichtlicher Bedeutung mit Assoziationswert für Creglingen. Die auf den Schlosser- und Lindleinturm aufgesetzten Fachwerkhäuser dokumentieren in bezeichnender Weise die Umnutzung und damit den Wegfall des fortifikatorischen Werts der Stadtbefestigung im Laufe der Frühen Neuzeit.

102312200
( Wikidata)

Weitere Bilder
Wohnhaus (heute Doppelwohnhaus) Torstraße 21, 23
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und zentralem Zwerchhaus zur Torstraße, rückwärtige Queranbauten, über den Portalen eingemauerter Erbauungsstein, errichtet durch Georg Augustin Braunwald (?), 1803 (i)

Das Wohnhaus am nordwestlichen Rand der historischen Kernstadt ist durch sein genau bestimmbares Baujahr von stadtbaugeschichtlichem Zeugniswert. Es zeugt durch seine symmetrische Schaufassade zur Torstraße mit zentralem Zwerchhaus vom klassizistisch beeinflussten Wohnhausbau am Beginn des 19. Jahrhunderts und dokumentiert die städtischen Lebensverhältnisse seines namentlich überlieferten Bauherren.

102310640
Erbauungsstein (an Scheune) Torstraße
(Karte)
Mit Wappenrelief des Reichsadlers, bezeichnet und datiert, 1797 (i)

Der Erbauungsstein mit Darstellung des Reichsadlers liefert genaue Anhaltspunkte zu Alter und Bauherrschaft der Scheune - der Bauherr wird namentlich genannt - , an der er sich befindet. Damit ist er von stadtbaugeschichtlichem Quellenwert und besitzt durch seine Gestaltung überdies Aussagekraft für die regionale Steinmetzkunst am Ende des 18. Jahrhunderts.

102310693BW
Schließen

Finsterlohr

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Finsterlohr (mit dem Dorf Finsterlohr und den Weilern Burgstall und Schonach):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wohnhaus Burgstall 4
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und östliche Traufseite massiv, teilweise mit Segmentbogenfenstern, Teile des Obergeschosses und Südgiebel in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie Rauten, Andreaskreuzen oder durch geschweifte Hölzer erzeugte Kreiselemente, um 1900

Da stattliche Wohnhaus inmitten des Weilers Burgstall ist von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert örtliche Wohnverhältnisse an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Weiterhin belegt das Gebäude das Wiederaufgreifen von Zierfachwerk als Mittel der baulichen Repräsentation in der Zeit des Späthistorismus und besitzt damit architekturgeschichtliche Aussagekraft.

102266246BW

Flachsdarre Burgstall 11
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, nördlicher Kellerbau mit Feuervorrichtung, 18./19. Jahrhundert

Die nordwestlich des Weilers Burgstall liegende Flachsdarre wurde zum Trocknen von Flachs, besser bekannt als Leinen verwendet. Dazu wurde die Hitze des im Kellerbau entfachten Feuers in die Darre geleitet, in welcher sich die zu trocknenden Leinenfasern befanden. Die Flachsdarre dokumentiert somit die vormoderne Textilverarbeitung und besitzt demnach versorgungsgeschichtliche Aussagekraft. Die erhaltene Feuervorrichtung ist weiterhin von technikgeschichtlichem Zeugniswert.

102265976
Wohnhaus Finsterlohr 4
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, nördliche Giebelseite und westliche Traufseite in Sichtfachwerk, Erbauungsstein mit württembergischem Wappen, errichtet durch J. M. Lenkner, 1863 (i)

Das stattliche Wohnhaus ist durch sein genau nachvollziehbares Baualter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert die Lebensverhältnisse seines namentlich genannten Bauherren der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im bäuerlich geprägten Finsterlohr. Das zurückhaltend angewandte Zierfachwerk mit geraden Andreaskreuzen zeugt dennoch vom repräsentativen Anspruch Lenkners, der seinem württembergischen Patriotismus durch ein Wappen am Gebäude Ausdruck verlieh.

102104956BW

Weitere Bilder
Ev. Kirche (St. Margarethe) Finsterlohr 8
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit Satteldach und steinsichtigem Chorturm, dieser mit Polygonalhaube auf rechteckigem Grundriss mit Spitzbogenfenstern, an südöstlicher Turmseite Schießscharte, im Nordosten Sakristeianbau, Nordwestportal mit rundbogiger Vorhalle und überdachtem sowie verbrettertem Zugang zur Empore, Spitzbogen- und Rechteckfenster, an südlicher Langhausecke überdachte Grabplatte mit Wappenrelief, flachgedecktes Langhaus, Emporeneinbau auf geschnitzten Holzpfeilern, 1610 (i), im Chorraum Kreuzrippengewölbe auf Eckkonsolen, rosettenartiger Schlussstein, Altaraufsatz, 1751 (i), einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, erbaut als Burgkapelle, frühes 13. Jahrhundert, renoviert durch Stadt Rothenburg, 1744 (i) (Renovierungen, 1988 und 1998); ummauerter Kirchhof mit Resten der Burganlage, östlicher Rundturm mit Walmdach und T-förmigen Schießscharten; Etterstocktafel (in der Mauer), Ende 19. Jahrhundert

Die evangelische Kirche Finsterlohr prägt mit ihrem mächtigen Chorturm das Ortsbild des Dorfes nachhaltig und markiert den siedlungsgeschichtlichen Kern des Ortes. Das Kirchengebäude entstand als ehemalige Kapelle innerhalb der einstigen Burg der Herren von Finsterlohe, die erstmals 1224 urkundlich genannt werden und einflussreiche Lehensträger der Linie Hohenlohe-Brauneck bildeten. Von dieser 1381 durch die Rothenburger zerstörten Burganlage zeugen die bis zu 4,50 m hohen Mauerreste, die das Kirchenareal bis heute einfrieden und ehemals auch mit einem Wehrgang ausgestattet waren. Der stattliche Chorturm entstand wohl im Rahmen der Befestigungspolitik der Reichsstadt Rothenburg, die zur Sicherung des eigenen Territoriums auch Wehrkirchenanlagen im 15. Jahrhundert errichteten. Diese Funktion ist an der Finsterlohrer Kirche eindrücklich ablesbar. Die Dorfbewohner konnten sich im Falle von Angriffen oder Überfällen in den eingefriedeten Kirchhof, der bis 1836 noch den Friedhof enthielt, zurückziehen. Der defensive Aspekt der Wehrkirchen ging jedoch seit dem vergleichsweise friedlichen 18. Jahrhundert verloren, als es keine Fehdekriegführung mehr gab und die Anlagen teilweise abgetragen wurden. Unabhängig von der tatsächlichen Verteidigungskraft überliefern solche Wehrkirchen auch den geistlichen Schutzcharakter, der vom sakralen und geweihten Kirchenbezirk ausging. Somit ist die evangelische Kirche von Finsterlohr von wesentlicher orts- und kirchengeschichtlicher Bedeutung und besitzt überdies Aussagekraft für die hoch- und spätmittelalterliche Herrschaftsgeschichte, die untrennbar mit den Herren von Finsterlohe verknüpft ist. Gleichzeitig ist sie ein sprechender Beleg für dörfliche Wehrkirchen dieser Zeit und damit von architekturgeschichtlichem Quellenwert. Die Etterstocktafel aus dem späten 19. Jahrhundert ist Ausdruck kaiserzeitlicher Verwaltungs- und Militärstrukturen. Solche Etterstocktafeln mussten nach Erlass des württembergischen Innenministeriums 1876 nach preußischem Vorbild im ganzen Land aufgestellt werden und dienten nicht nur der Orientierung für Ortsfremde, sondern vornehmlich der Erleichterung im Falle der militärischen Einberufung.

1194721
( Wikidata)
Pumpbrunnen Finsterlohr 16
(Karte)
Gusseisern, Hahn mit vegetabiler Ornamentik, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Finsterlohr. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102104982BW
Pumpbrunnen Finsterlohr 39
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit kassettiertem und oktogonalem Postament sowie Kannelur und Kapitell, dieses mit Akanthus, Blütenrosetten, bekrönender Zapfen, Brunnenschale mit Blattreliefs am Fuß, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen mit dazugehöriger Brunnenschale ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Finsterlohr. In seiner säulenartigen Aufmachung zeigt der Pumpbrunnen eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Mit seinem hohen gestalterischen Anspruch dient der Pumpbrunnen bis heute der Ortsbildverschönerung.

102104969BW
Gewölbte Steinbrücke Finsterlohr 44
(Karte)
Wohl 19. Jahrhundert

Die gewölbte Steinbrücke über den Holderbach ist ein beredtes Zeugnis der örtlichen Infrastruktur- und Verkehrsgeschichte im 19. Jahrhundert. Überdies besitzt sie Aussagekraft für den rein auf Funktionalität ausgelegten Ingenieurbau dieser Zeit.

102104993BW
Pumpbrunnen Schonach
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, Hahn mit vegetabiler Blattornamentik, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schonach. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102300506BW
Wohnhaus Schonach 15
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach auf massivem Sockelgeschoss, 1889

Das Wohnhaus besitzt durch sein Alter ortsbaugeschichtliche Relevanz und dokumentiert ländliche Lebensverhältnisse am Ende des 19. Jahrhunderts im bäuerlich geprägten Schonach.

102300544BW
Erbauungsstein (am Wohnhaus) Schonach 16
(Karte)
Bezeichnet und datiert, 1851 (i)

Der Erbauungsstein dokumentiert den Namen des Bauherren J. L. Herrmann und macht das Alter des Gebäudes, an dem er sich befindet, inschriftlich nachvollziehbar. Damit besitzt er ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

102300524BW

Sühnekreuz
(Karte)
Muschelkalk, wohl 15./16. Jahrhundert

Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert war diese Art der Totschlagsühne gängig, weshalb das Kreuz wohl aus dieser Zeit stammt.

102300483
Schließen

Frauental

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Frauental[2] (mit dem Dorf Frauental, den Weilern Lohrhof und Weidenhof und den Höfen Fuchshof und Seewiesenhof):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Verwaltungsgebäude der Ansbachschen Domäne (bis 1972 Rathaus) Frauental 1, 1/5
(Karte)
Verputzter zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Schleppgauben, rückwärtige Queranbauten, Eckquaderung, an südlicher Gebäudeecke gesprengtes Segmentgiebelportal, bezeichnet FMZBC, weiteres traufseitiges Portal mit doppelläufiger Freitreppe, an nordöstlicher Giebelseite drei Ladeluken und Tafel mit Wappen, diese bezeichnet RHGFMZB, errichtet unter Einbeziehung älterer Bauteile, zwischen 1575 und 1584, Umbauten im Zuge der Adaptierung als Rathaus, ab 1791

Nachdem das Zisterzienserinnenkloster Frauental 1547 infolge der Reformation aufgehoben wurde, wandelte die brandenburgisch-ansbachische Ortsherrschaft das ehemalige Kloster ab 1548 in eine Domäne um. Diese wurde von einem markgräflichen Verwalter geleitet und fungierte vornehmlich als Kastenamt, das der Koordination der grundherrschaftlichen Einkünfte diente. Das stattliche und den östlichen Ortseingang prägende Verwaltungsgebäude, bildet gleichzeitig den südöstlichen Abschluss der einstigen Klosteranlage. Es wurde zusammen mit dem angrenzenden Bau Frauental 2 konzipiert und dokumentiert als repräsentativer Sitz des markgräflichen Verwalters dessen Lebens- und Arbeitsverhältnisse in der Frühen Neuzeit. Damit ist es Ausdruck der feudal bestimmten Wirtschafts- und Herrschaftsstrukturen der damaligen Zeit. Mit dem Übergang Frauentals 1791 an Preußen wurde der Bau als Rathaus genutzt, womit er auch ein beredtes Zeugnis der neueren Ortsgeschichte darstellt.

102118514

Weitere Bilder
Verwaltungsgebäude der Ansbachschen Domäne (Schulnutzung zwischen 1627 und 1968) Frauental 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und Schleppgauben, Eckquaderung, rückwärtiger Anbau mit Pultdach, rechts daneben Spitzbogenportal, 1540 (i), im Giebelfeld spitzbogige Ladeluke, Eckquader an südwestlicher Gebäudeecke datiert und bezeichnet GFMZB und CRV, errichtet unter Einbeziehung älterer Bauteile der klösterlichen Pfisterei, zwischen 1575 und 1584 (i)

Nachdem das Zisterzienserinnenkloster Frauental 1547 infolge der Reformation aufgehoben wurde, wandelte die brandenburgisch-ansbachische Ortsherrschaft das ehemalige Kloster ab 1548 in eine Domäne um. Diese wurde von einem markgräflichen Verwalter geleitet und fungierte vornehmlich als Kastenamt, das der Koordination der grundherrschaftlichen Einkünfte diente. Das Verwaltungsgebäude, das den südlichen Abschluss der einstigen Klosteranlage bildet, wurde zusammen mit dem angrenzenden Bau Frauental 1 auf älteren Vorgängern konzipiert und dokumentiert als repräsentativer Sitz des markgräflichen Verwalters dessen Lebens- und Arbeitsverhältnisse in der Frühen Neuzeit. Im Rahmen dieser Nutzung war der Bau zwischenzeitlich durch einen hölzernen Laubengang mit der benachbarten Kirche verbunden, die zu einem Getreidespeicher umgenutzt wurde. Das hofseitige Spitzbogenportal stammt zusammen mit dem Erdgeschoss vom Vorgängerbau, der ehemals die klösterliche Pfisterei - also die Bäckerei für das Kloster - darstellte. Damit ist das Verwaltungsgebäude ein wichtiges Zeugnis der feudal bestimmten Wirtschafts- und Herrschaftsgeschichte Frauentals am Ende des 16. Jahrhunderts und besitzt überdies Aussagekraft für die Versorgungseinrichtungen des ehemaligen Klosters. Die Schulnutzung von 1627 bis 1968 macht den Bau zudem für die örtliche Bildungsgeschichte bedeutsam.

102118671

Gasthaus Zum Adler Frauental 5
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach auf massivem Sockel, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, profilierte Fenstergewände, teilweise mit Sohlbank auf Konsolen, Aufschrift, rundbogiger Kellerzugang zum Gewölbekeller, am Schlussstein datiert und bezeichnet Elisabeth Preeg, Gewölbekeller im Inneren bezeichnet GGD und datiert, 1754 (i), Gasthaus errichtet, 1884 (i) (Umgestaltung der Gaststube, 1950er-Jahren); rückwärtiger Saalbau, zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, nördliche Traufseite mit hohem rustiziertem Sockel, Erdgeschoss massiv mit Stall- und Werkstatteinbauten, Obergeschoss in Fachwerk und zum Hof hin weit vorkragend auf steinernen Konsolen, im Dach bauzeitliche Hängewerkkonstruktion, 1. Viertel 20. Jahrhundert; den Hof nach Westen hin begrenzende Mitteltennenscheune, eingeschossiger, teilweise verputzter Massivbau mit Satteldach, Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert; hofeinfassender Kleintierstall mit Holzlege, zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert

Das Gasthaus Zum Adler liegt als stattliche, dreiseitig geschlossene Hofanlage südlich des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Frauental und ist damit für den westlichen Ortsteil prägend. Den Kern des Anwesens bildet das 1884 auf einem älteren Gewölbekeller errichtete Gasthaus, das zusammen mit dem rückwärtigen Saalbau einen wichtigen gesellschaftlichen Treffpunkt für die Dorfbewohner bildete. Dort wurden Feste und auch Zusammenkünfte im Rahmen von Vereinen abgehalten, womit das Gasthaus für die örtliche Sozialgeschichte vom späten 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bedeutsam ist. Gleichzeitig dokumentiert die anschaulich überlieferte Hofanlage die Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf einem Landgasthof dieser Zeit. Durch die bauzeitliche Hängewerkkonstruktion besitzt das Gasthaus zudem Aussagekraft für die historische Haus- und Gefügeforschung.

102118707
Pfeiler mit gusseiserner Radschuhtafel „Radschuh einlegen oder Strafe“ Frauental 10
(Karte)
Mit Darstellung eines Radschuhs, 19. Jahrhundert

Der schlanke Rundpfeiler trägt eine gusseiserne Radschuhtafel, die vorbeiziehende Kutscher und Fuhrleute unter Strafandrohung dazu aufforderte, einen Radschuh an ihrer Kutsche anzubringen. Bei diesem handelte es sich, wie durch die Darstellung auf dem Schild deutlich wird, um eine meist eiserne Kufe, die ein Hinterrad blockierte und so die Bremskraft an steilen Straßen unterstützen sollte, während das andere Hinterrad die Spur halten konnte. Alternativ dazu konnte die gesamte Hinterachse blockiert werden, was jedoch zur schnellen Abnutzung des Straßenbelags führte. Der Radschuh war dagegen schonender zur meist aus Schotter bestehenden Straßenoberfläche. Verbreitung fand der Radschuh vornehmlich seit der Mitte des 18. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Androhung einer Strafe belegt die häufige Missachtung der verpflichtenden Anweisung, was die Radschuhtafel zu einem nur noch selten erhaltenen Vertreter dieser historischen Verkehrsschilder macht.

102118753BW
Reste der Einfriedungsmauer um Klosteranlage und Dorf Nähe Frauental 11
(Karte)
Muschelkalk, im Bereich der Klosteranlage, kurz nach 1232, übrige Mauerzüge später

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Frauental wurde 1232 durch Konrad und Gottfried I. von Hohenlohe-Brauneck und deren Gemahlinnen gestiftet. Um die Klosteranlage wurde kurz nach der Gründung eine Einfriedungsmauer gezogen, die nach und nach zuerst den Bereich des ehemaligen Klosterhofes „uff dem Closterberg“ (Frauental 12) und dann das gesamte Dorf einschloss. Die Zugangstore befanden sich wohl im Bereich des einstigen Rathauses und auf dem Areal südlich des Gebäudes Frauental 20. Neben ihrer einfriedenden und schützenden Funktion diente die Mauer vornehmlich zur Schaffung einer rechtlichen Grenze, die das einstige Hoheitsgebiet des 1547 infolge der Reformation aufgehobenen Klosters sowie der 1548 darin eingerichteten Domäne der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach markierte. Somit kommt den Resten der Einfriedungsmauer wesentliche Bedeutung für die Frauentaler Siedlungs- und Klostergeschichte zu.

102117950BW
Hofanlage Frauental 12
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Satteldach auf Sockelgeschoss, Segmentpogenportal mit profiliertem Gewände, darüber waagerechte Gesimsverdachung auf Konsolen, Portal datiert und bezeichnet, Segmentbogenfenster, Wappentafel rechts oberhalb des Portals, errichtet durch Georg Adam Ott, 1864 (i); Seitentennenscheune, eingeschossiger Bau in Mischbauweise mit Satteldach, zum Hof hin mit Sichtfachwerk, 3. Viertel 19. Jahrhundert; Doppeltennenscheune, eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, zwischen Toren eingemauerter Erbauungsstein, errichtet durch Johann Georg Ott, 1902/21 (i); Hofmauer mit Pfeilern und eisernem Hoftor, 1926 (i)

Die stattliche Hofanlage wurde anstelle des klösterlichen Wirtschaftshof „uff dem Closterberg“ errichtet und ist durch ihr genau nachvollziehbares Baualter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. Dabei sticht insbesondere das unter Georg Adam Ott errichtete Wohnhaus hervor, das mit seiner regelmäßigen Fassadengestaltung im antikisierenden Stil der Neurenaissance von dessen repräsentativen Anspruch sowie seinem gesellschaftlichen Ansehen als begüterter Bauer in Frauental zeugt. Die unter Johann Georg Ott erbaute Doppeltennenscheune belegt die Weitergabe des Hofes innerhalb der Familie, womit das Anwesen großbäuerliche Lebensverhältnisse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er-Jahre dokumentiert. Damit veranschaulicht die Hofanlage auch die landwirtschaftliche Prägung des ehemaligen Klosterortes.

102118954BW
Zweiflügelige Hofanlage Frauental 17
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach auf Kellergeschoss, dieses und darüberliegendes Wohngeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, rundbogiger Kellerzugang, bezeichnet und datiert, errichtet durch G. L. Preiß, 1835 (i); Scheune (Frauental 18), eingeschossiger Massivbau mit Satteldach und Mitteltenne, darin Blattsassen, liegender Dachstuhl, im Osten giebelseitiger Anbau, teilweise in Sichtfachwerk, in Teilen noch um 1500, Umbauten, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Das Wohnhaus der zweiflügeligen Hofanlage ist durch genau nachvollziehbares Baualter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert zusammen mit der Mitteltennenscheune großbäuerliche Lebensverhältnisse des 19. Jahrhunderts. Die Hofanlage veranschaulicht zudem die landwirtschaftliche Prägung des eheamligen Klosterortes. Das Scheunengebäude, das in Teilen noch auf die Zeit um 1500 zurückgeht, ist gleichzeitig Teil der früheren Ansbachschen Zehntscheune und besitzt damit auch orts- und herrschaftsgeschichtliche Relevanz.

102134693BW
Markgräflich Ansbachsche Zehntscheunen (Frauental 57-59) Frauental 18, 57, 58, 59
(Karte)
Eingeschossige Massivbauten mit Satteldächern und traufseitigen Tennen, im Inneren gefaste Stützen mit geschwungenen Kopfbügen und bauzeitlicher liegender Dachstuhl, an der Einfahrtsseite datierter Wappenstein, errichtet 1573 (i); Scheune (Frauental 18), eingeschossiger Massivbau mit Satteldach und Mitteltenne, darin Blattsassen, liegender Dachstuhl, im Osten giebelseitiger Anbau, teilweise in Sichtfachwerk, in Teilen noch um 1500, Umbauten, 3. Viertel 19. Jahrhundert

Nachdem das Zisterzienserinnenkloster Frauental 1547 infolge der Reformation aufgehoben wurde, wandelte die brandenburgisch-ansbachische Ortsherrschaft das ehemalige Kloster ab 1548 in eine Domäne um. Diese wurde von einem markgräflichen Verwalter geleitet und fungierte vornehmlich als Kastenamt, das der Koordination der grundherrschaftlichen Einkünfte diente. Die stattlichen Zehntscheunen dienten in diesem Zusammenhang als Lagerort für die Naturalabgaben, die an die neue Ortsherrschaft abzuliefern war, womit sie Aussagekraft für die feudal geprägten Wirtschafts- und Eigentumsformen während der Frühen Neuzeit in Frauental besitzen. Mit dem Verkauf an Nicholas Preeg im Jahr 1763 ging die Scheunenanlage in bäuerlichen Privatbesitz über und dokumentiert daher auch die Weiternutzung der ehemals herrschaftlichen Bauten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die gefasten Stützen mit geschwungenen Kopfbügen sowie der bauzeitlich liegende Dachstuhl sind weiterhin für die historische Haus- und Gefügekunde bedeutsam.

102134551BW

Schafhof Frauental 37/1, 37
(Karte)
Bestehend aus:
  • Schäferwohnhaus, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, Dachgeschoss in Sichtfachwerk, Eckquaderung, nördliche Giebelseite mit Schartenöffnungen, wohl unter Verwendung älterer Teile neu errichtet, 1750/51;
  • Schafstallscheune, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Sattel- und Halbwalmdach, östliches Giebelfeld in Sichtfachwerk, im Westen verbrettert, nördliche Satteldachgauben, spitzbogiger Eingang, Schartenöffnungen, 16./17. Jahrhundert (beide Bauten umfassend renoviert und zur Ferienwohnung umgebaut, zwischen 1978 und 2008)

Der Schafhof liegt in exponierter Lage auf der Hochebene am nördlichen Rand von Frauental und ist durch sein Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Die Hofanlage mit stattlicher, zweizonig aufgebauter Schafstallscheune wurde zuerst als herrschaftlicher und später als gemeinschaftlicher Schafhof genutzt und ist dadurch ein beredtes Zeugnis der örtlichen Wirtschaftsgeschichte in der Frühen Neuzeit.

1194741
Scheune der Klostermühle Frauental 38
(Karte)
Eingeschossiger Sichtfachwerkbau mit Satteldach, rückwärtig auf Klostermauer aufgesetzt, südöstliche Giebelseite mit geraden Andreaskreuzen, seitliche Tenne an der Traufseite, Rest der historischen Dachdeckung mit Biberschwanzziegeln, frühes 19. Jahrhundert, Umbauten mit Werkstatteinbau, 20. Jahrhundert (grundlegende Sanierung, 2007/08)

Die rückwärtig auf die Klostermauer aufgesetzte Scheune der 1954 abgebrochenen Klostermühle bildet den östlichen Abschluss des ehemaligen Klosterhofes. Dadurch ist sie von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert Wirtschaftsverhältnisse des 19. Jahrhunderts im ehemals klösterlich bestimmten Frauental.

102128985BW

Weitere Bilder
Klosterkirche des Zisterzienserinnenklosters Frauental (heute ev. Kirche und Museum) [§28] Frauental 39
(Karte)
Teilverputzte langgestreckte Doppelkirche mit Satteldach und Polygonalchor, über dem Chorscheitel Dachreiter in Sichtfachwerk mit geknickter Pyramidenhaube, Spitzbogenfenster, spitzbogige Gewändeportale, teilweise zugemauert, zum Klostergarten Spuren des ehemaligen zweigeschossigen Kreuzganges wie Bohlenlöcher, im Inneren der Oberkirche flachgedecktes Langhaus, im Chor Rippengewölbe mit Scheitelrippe auf teilweise bis zum Boden reichenden Diensten, diese mit Blattkapitellen und teilweise mit Schaftringen, Gewölberippen mit rundem Profil, dreischiffige, hallenförmige Unterkirche mit Kreuzrippengewölben auf Oktogonalpfeilern, durch Wandpfeiler gebildeter, quadratischer Chorraum, einschließlich historischer Ausstattung und Zubehör, errichtet um 1232 bis 1259, westliche Nonnenempore, um 1280, Adaptierung der Unterkirche zum ev. Kirchenraum, kurz nach 1548 (Rückbau der kurz nach 1548 hinzugekommenen Getreidespeichereinbauten, Renovierung und Installation einer Dauerausstellung in der Oberkirche, 1970er-Jahre, 1990 weitgehend abgeschlossen); Kirchhof- und Klostermauern [§2], 13. Jahrhundert

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Frauental wurde 1232 durch Konrad und Gottfried I. von Hohenlohe-Brauneck - Parteigänger Kaiser Friedrichs II. - und deren Gemahlinnen gestiftet. Zugewiesen war der seit 1233 mit Zisterzienserinnen besetzte Konvent dem Kloster Bronnbach. Die Position der Äbtissin, also der Vorsteherin des meist nicht mehr als zwölf Nonnen umfassenden Konvents, wurde regelmäßig durch Angehörige aus der Stifterfamilie besetzt, was den Stellenwert des Klosters innerhalb der Herrschaft der Linie Hohenlohe-Brauneck belegt. Mit dem Aussterben dieses Adelsgeschlechts um 1390 und dem Verkauf der Herrschaft an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach 1448 verlor das Kloster an Bedeutung. Plünderungen im Bauernkrieg 1525 und die Einführung der Reformation im markgräflichen Herrschaftsgebiet ein Jahr später läuteten das Ende des Klosters ein, das 1547 aufgehoben und ein Jahr darauf in eine brandenburgisch-ansbachische Domäne mit Kastenamtsfunktion umgewandelt wurde. Die Oberkirche fungierte dabei als Getreidespeicher und war mit dem benachbarten Verwaltungsgebäude durch einen Laubengang verbunden. Auf Basis der einstigen Klostergüter entstand insbesondere seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts das heutige Dorf mit landwirtschaftlicher Prägung. Von dem 1525 weitgehend zerstörten Kloster ist neben dem Ostflügel, dem Klostergarten und den Resten der Einfriedungs- sowie Klostermauern noch das Kirchengebäude erhalten. Ihre Konzeption als Doppelkirche mit Ober- und Unterkirche ist bis heute erhalten. Während in der Oberkirche der Laienbereich und die Nonnenempore untergebracht war, befand sich in der Unterkirche die Grablege der Nonnen sowie der Stifter, womit die Unterkirche auch als Krypta aufgefasst werden kann. Diese Zweiteilung des Sakralraumes ist charakteristisch für die Kirchen der Frauenklöster der Reformorden wie den Zisterzienserinnen. Als baulicher und geistlicher Mittelpunkt des einstigen Klosters dokumentiert das Kirchengebäude seine vielschichtige Nutzung im Kontext der Glaubens- und Frömmigkeitspraxis seitens der zum Kloster kommenden Laien sowie der innerhalb des Konvents lebenden Nonnen. Gleichzeitig ist sie als adelige Stiftung der Linie Hohenlohe-Brauneck mit regionalen Herrschaftsgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters verknüpft. Weiterhin ist der Sakralbau für die Architekturgeschichte dieser Zeit bedeutsam, da er insbesondere mit seinen frühgotischen Gewölbeformen im Polygonalchor die zisterziensische Protogotik und damit die Verbreitung des gotischen Baustils im deutschen Sprachraum am Ende des 12. und 13. Jahrhunderts dokumentiert sowie kirchenbauliche Entwurfsideale des Zisterzienerordens vor Augen führt.

1194737
( Wikidata)

Weitere Bilder
Klostergebäude Frauental 53
(Karte)
Dreigeschossiger langgestreckter Massivbau mit Satteldach, hofseitig verputzt, zum Klostergarten hin steinsichtig, unterschiedliche Fensterformate, südlicher Abschnitt mit gekuppelten Rechteckfenstern, Rundbogenportale, datiertes Spitzbogenportal, 1525 (i), zum Klostergarten Spuren des ehemaligen zweigeschossigen Kreuzganges wie Bohlenlöcher, im Kern kurz nach 1232, spätere Umbauten und Veränderungen, vornehmlich 16. Jahrhundert (Umbauten, 1970er-Jahre)

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Frauental wurde 1232 durch Konrad und Gottfried I. von Hohenlohe-Brauneck - Parteigänger Kaiser Friedrichs II. - und deren Gemahlinnen gestiftet. Zugewiesen war der seit 1233 mit Zisterzienserinnen besetzte Konvent dem Kloster Bronnbach. Die Position der Äbtissin, also der Vorsteherin des meist nicht mehr als zwölf Nonnen umfassenden Konvents, wurde regelmäßig durch Angehörige aus der Stifterfamilie besetzt, was den Stellenwert des Klosters innerhalb der Herrschaft der Linie Hohenlohe-Brauneck belegt. Mit dem Aussterben dieses Adelsgeschlechts um 1390 und dem Verkauf der Herrschaft an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach 1448 verlor das Kloster an Bedeutung. Plünderungen im Bauernkrieg 1525 und die Einführung der Reformation im markgräflichen Herrschaftsgebiet ein Jahr später läuteten das Ende des Klosters ein, das 1547 aufgehoben und ein Jahr darauf in eine brandenburgisch-ansbachische Domäne mit Kastenamtsfunktion umgewandelt wurde. Auf Basis der einstigen Klostergüter entstand insbesondere seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts das heutige Dorf mit landwirtschaftlicher Prägung. Von dem 1525 weitgehend zerstörten Kloster sind neben dem Kirchengebäude, dem Klostergarten und Resten der Einfriedungs- sowie Klostermauern noch der an die Kirche anschließende Ostflügel erhalten, in welchem u. a. das Dormitorium, also der Schlaftrakt für die Nonnen untergebracht war. Somit ist der Ostflügel, der im Bereich des Klostergartens noch Reste des ehemaligen Kreuzgangs aufweist, ein zentrales Zeugnis der Frauentaler Klostergeschichte sowie den damit verbundenen Lebensverhältnissen innerhalb der klösterlichen Gemeinschaft. Die Klostergeschichte ist wiederum eng mit den örtlichen herrschafts- und siedlungsgeschichtlichen Entwicklungen verwoben.

102134893
( Wikidata)

Weitere Bilder
Klostergarten Pfaffengarten
(Karte)
Südlicher Teil ehemals durch Kreuzgang eingefasste Rasenfläche, nördlicher Teil haute als Gemeindefriedhof genutzt, angelegt wohl Mitte 13. Jahrhundert, nördlicher Teil später

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Frauental wurde 1232 durch Konrad und Gottfried I. von Hohenlohe-Brauneck und deren Gemahlinnen gestiftet. Zugewiesen war der seit 1233 mit Zisterzienserinnen besetzte Konvent dem Kloster Bronnbach. Von dem 1525 weitgehend zerstörten Kloster selbst sind neben dem Kirchengebäude, dem Ostflügel und den Resten der Einfriedungs- sowie Klostermauern noch der ehemalige Klostergarten erhalten, der einst durch den Kreuzgang, dem zentralen verteilenden und verbindenden Element eingefasst wurde. Der Klostergarten, dessen späterer nördlicher Teil heute den Gemeindefriedhof beherbergt, besitzt daher wesentliche Aussagekraft für die Frauentaler Klostergeschichte sowie den damit verbundenen Lebensverhältnissen innerhalb der klösterlichen Gemeinschaft.

102135040
Pumpbrunnen mit Steintrog Lohrhof 4
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, Kapitell mit Akanthus, Blütenrosetten, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes auf dem Lohrhof bei Frauental. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102247543BW
Schließen

Freudenbach

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Freudenbach (mit dem Dorf Freudenbach und den Weilern Erdbach und Schön):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Zierfachwerkgiebel Erdbach 2
(Karte)
Giebel am Wohntrakt mit symmtrisch angeordneten Rundbogenfenstern und geraden Andreaskreuzen in Brüstungsfeldern, 1912 (i), Giebel am Scheunentrakt mit gebogenen Fußstreben, wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert (nachträglich auf 1986 (i) datiert); Erbauungstafel, 1856 (i)

Die Zierfachwerkgiebel sind von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und veranschaulichen den gestalterischen Anspruch in der zeitgenössischen Zimmermannskunst in der Region. Dabei zeugt insbesondere der Giebel des Wohntraktes mit seinem Einsatz von symmetrisch angeordneten Rundbogenfenstern und dazugehörigen Andreaskreuzen in den Brüstungsfeldern vom repräsentativen Anspruch seines Bauherren.

102291960BW
Rathaus Erdbach 6
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, hölzerner Dachreiter mit Pyramidenhaube, südwestliches Giebelfeld in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie zentrale geschweifte Streben mit Andreaskreuz und profilierten Schwellen, um 1700, Umbau, 1890 (i)

Das kleine Rathaus liegt inmitten des Ortskerns und bildet damit einen dörflichen Mittelpunkt. Das Gebäude zeugt mit seinem repräsentativen Zierfachwerk und dem für die Bauaufgabe charakteristischen Dachreiter von der kommunalen Selbstverwaltung Erdbachs seit dem frühen 18. Jahrhundert und ist damit von orts- sowie siedlungsgeschichtlicher Bedeutung.

102292012BW

Weitere Bilder
Ev. Pfarrhaus Freudenbach 4
(Karte)
Zweigeschossiger teilverputzter Bau mit Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv mit Eckquaderung, Ober- und Dachgeschoss in Sichtfachwerk, im Osten leicht vorkragend mit profiliertem Gesims, geohrtes und profiliertes Rechteckportal mit waagerechter Gesimsverdachung, darüber Datierung und Medaillon mit königlich-württembergischen Wappen, nordöstlicher Eckständer datiert, 1724 (i)

Das evangelische Pfarrhaus befindet sich inmitten des Ortskerns südöstlich der Pfarrkirche. Insbesondere durch die akzentuierte Portalgestaltung sowie durch die bewusst auf Sichtbarkeit angelegte Fachwerkkonstruktion zeugt der Bau vom gehobenen gesellschaftlichen Ansehen des Pfarrers in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Gleichzeitig dokumentiert es die Lebensverhältnisse der Pfarrersfamilie und ist damit von wesentlicher Bedeutung für die örtliche Kirchengeschichte dieser Zeit. Durch sein nachvollziehbares Baualter und seinem anschaulichen Überliefungszustand besitzt das Gebäude wichtige ortsbaugeschichtliche Aussagekraft.

102249914
Hofpfosten mit Pinienzapfen (die Hofeinfahrt flankierend) Nähe Freudenbach 5
(Karte)
19. Jahrhundert

Die Hofpfosten mit bekrönenden Pinienzapfen flankieren die Hofeinfahrt und erzeugen so eine repräsentative Hauptzugangssituation, die den gestalterischen Anspruch des bäuerlichen Bauherren im 19. Jahrhundert betont. Die Pinienzapfen sind zudem qualitätvolle Erzeugnisse der zeitgenössischen Steinmetzkunst.

102250006BW
Pumpbrunnen Freudenbach 11
(Karte)
Gusseisern, mit Kannelur, Blattkrone und abschließendem Pinienzapfen, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Freudenbach. In seiner säulenartigen Ausformung mit Blattkrone und Pinienzapfen zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102250094BW
Steinschiebefenster (am Wohnhaus) Freudenbach 12
(Karte)
Um 1860

Steinerne Schiebefenster wurden vor allem in ländlichen Gegenden für die Gewölbekellerbelüftung eingesetzt. Da ein Lichteinfall hier nicht notwendig war, wurden sie bei Kälte einfach zugeschoben

Das Steinschiebefenster überliefert vormoderne Bautechniken und ist durch seinen anschaulichen Erhaltungszustand für die historische Hausforschung bedeutsam.

102250111BW
Schafscheune Freudenbach 20
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert

Die Schafscheune gehörte einst zu einem mittlerweile abgebrochenen Schäferhaus. Als Bestandteil dieses ehemaligen Schafhofes ist die Scheune von landwirtschaftsgeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert vormoderne Nutztierhaltung des 18. Jahrhunderts in Freudenbach.

102255326BW
Pumpbrunnen Freudenbach
(Karte)
Gusseisern, mit Kannelur und kapitellartiger Zone, am Fuß Blattreliefs sowie Blattmasken, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Freudenbach. In seiner säulenartigen Ausformung mit Blattmasken zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102253786BW
Pumpbrunnen Freudenbach
(Karte)
Gusseisern, mit Blütenrosetten, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Freudenbach. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102254244BW
Wohnhaus Freudenbach 35
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit einseitigem Krüppelwalmdach, Erdgeschoss und nordöstliche Giebelseite massiv, Obergeschoss teilweise in Sichtfachwerk mit Zierelementen, im Brüstungsfeld eingesetzte Wappensteine, linker Wappenstein datiert, bezeichnet und mit Darstellung eines Adlers, rechts Wappen der Familie Vorherr, Giebelfassade mit gequadertem Erdgeschoss, linker risalitartiger Vorsprung mit Staffelgiebel und Kastenerker, darüber rechteckiger Turmaufsatz mit geschweifter Pyramidenhaube, rechts daneben zweigeschossiger Erker, vielfältige Fensterformen wie dreibahnig gestaffelte Rechteckfenster, Rund- und Korbbogenfenster, Kiel- und Spitzbogenfenster sowie Rechteckfenster mit Vorhangbogen, im Kern 1797 (i), Umgestaltung, 1915

Das Wohnhaus ist durch seine stark belebte Giebelfassade geprägt, die als sprechender Beleg für die Stilsynthese des Späthistorismus am Beginn des 20. Jahrhunderts hervorzuheben ist. In ihrer eklektische und spielerischen Konzeption, die durch den Einsatz von historisierenden Fenster- und Erkervarianten sowie dem vorgeblendeten Staffelgiebel mit Turmaufsatz bestimmt wird, erhält der Bau ein herrschaftliches Gepräge, was in diesem Ausmaß selten auf dem Land anzutreffen ist. Damit besitzt das Gebäude architekturgeschichtlichen Zeugniswert und führt den repräsentativen Anspruch seines Bauherren anschaulich vor Augen. Die Vielfältigkeit der Formen ist zudem ein Beleg für die katalogartige Verfügbarkeit der historischen Detailformen in der Spätphase des Historismus. Als ehemaliger Sitz der Baumeisterfamilie Vorherr, aus welcher der klassizistische Architekt Gustav Vorherr hervorging, besitzt das Gebäude weiterführende Bedeutung für die Architektur- und Ortsgeschichte.

102254342BW
Reste der Ortsummauerung Freudenbach
(Karte)
Spätmittelalterlich

Die schützende Mauer um den Ort hatte im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit nicht nur einen defensiven Nutzen, sondern diente auch der Festlegung sowie Sichtbarmachung von rechtlichen Grenzen. Damit bilden die Reste der Freudenbacher Ortsummauerung ein augenscheinliches Zeugnis der Orts- und Siedlungsgeschichte.

102255249BW
Scheune Freudenbach
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr, giebelseitig gekuppelte Rechteckfenster, rundbogiger Kellerzugang, dieser datiert, Gewölbekeller, über traufseitigem Rechteckportal bezeichneter und datierter Erbauungsstein mit Blütenrosette, 1870 (i) (Instandsetzung und Modernisierung, 2012)

Die stattliche Scheune ist durch ihr nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlichem Quellenwert und zeugt von großbäuerlichen Arbeitsverhältnissen am Ende des 19. Jahrhunderts im landwirtschaftlich geprägten Freudenbach. In diesem Zusammenhang ist der anschaulich überlieferte Ökonomiebau mit Gewölbekeller von agrargeschichtlicher Bedeutung und Ausdruck des bäuerlichen Selbstbewusstseins.

102255441BW
Hofanlage Freudenbach 60
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, eingeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, nordwestliche Giebelseite massiv mit Wiederkehr, teilweise Fachwerk, südliche Giebelseite mit bezeichnetem und datiertem Erbauungsstein, im Kellergeschoss Steinschiebefenster, im Inneren Stuckdecke mit Rocaillen, Blütenrosetten und Darstellung des Ansbacher Adlers, errichtet durch Johann Friedrich Grötsch, 1858 (i); Scheune, eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, Nordostgiebel in Sichtfachwerk, Südwestgiebel mit Wiederkehr, traufseitig eingemauerter Erbauungsstein, dieser bezeichnet und datiert, 1909 (i); Kleintierstall, eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, Dachüberstand zum Hof hin auf kleinen Holzpfeilern mit Kopfstreben, Westgiebel in Sichtfachwerk, um 1900; Einfriedung

Die anschaulich überlieferte Hofanlage liegt inmitten des historischen Ortskerns unweit der Pfarrkirche. Das Wohnhaus und die Scheune sind durch ihre inschriftlich nachvollziehbaren Altersbestimmungen von wichtiger ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Dabei wurde das Wohnhaus mit repräsentativem Deckenstuck im Inneren deutlich früher als die Scheune errichtet, womit der Wachstum der Hofanlage ersichtlich wird. Zusammen mit dem Kleintierstall dokumentiert das Anwesen bäuerliche Lebensverhältnisse von der Mitte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts im landwirtschaftlich geprägten Freudenbach.

102249689BW

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche Freudenbach 62
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit Walmdach, Ostturm auf rechteckigem Grundriss, Glockengeschoss und Turmhaube oktogonal, gekuppeltes Rundbogenfenster mit Zwischenpfeiler, am Langhaus rechteckig gerahmte Rundbogenfenster mit Keilsteinen, Portale im Norden, Westen und Süden, südliches Portal mit Inschrift im Sturz und waagerechter Gesimsverdachung, darüber Erbauungsinschrift mit Datierung, im Inneren Flachdecke mit Profilrahmung, Kanzelaltar mit darüberliegender segmentbogiger Orgelempore, Emporenbrüstungen aus farbigem Stuckmarmor, mittelalterliche Turmuntergeschosse vom Vorgänger, nach Entwurf von Architekt Gustav Vorherr, 1796 (i); Reste der Kirchhof- und Friedhofsmauer

Die evangelische Pfarrkirche prägt als vertikale Dominante den historischen Ortskern. Der Bau wurde unter Einbezug der unteren Turmgeschosse vom mittelalterlichen Vorgängerbau neu errichtet. Die Entwürfe für den in zurückhaltenden Formen des Frühklassizismus gestalteten Bau lieferte der in Freudenbach geborene Architekt Gustav Vorherr, der einen dezidiert evangelischen Kirchenraum, eine Predigtsaalkirche ohne ausgewiesenen Chorbereich entwarf. Das Herzstück dieses Predigtsaales bildet der Kanzelaltar, der das gesprochene Wort deutlich aufwertet und es gleichbedeutend zum Altarsakrament inszeniert. Zusammen mit der Orgelempore bildet der Kanzelaltar eine vertikale Linie, die den rechteckigen Predigtsaal abschließt. Damit besitzt der Sakralbau wichtige Aussagekraft für die Architektur- und Liturgiegeschichte am Ende des 18. Jahrhunderts und veranschaulicht die protestantische Prägung der Region in besonderem Maße. Gleichzeitig ist sie ein bedeutender Bestandteil des frühen architektonischen Werkes von Gustav Vorherr, der kurz vor der Ernennung Leo von Klenzes das öffentliche Bauwesen im bayerischen Königreich leitete und als wichtiger Vertreter des süddeutschen Klassizismus im späten 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt. Da die Pfarrkirche maßgeblich durch den preußischen König finanziert wurde, ist sie Ausdruck der geistlichen Fürsorge seitens der ab 1791 bestehenden preußischen Herrschaft über Freudenbach.

1194725
( Wikidata)
Grabmal der Familie Vorherr Freudenbach 62
(Karte)
Sandstein, Postament mit Namens- und Gedenkinschriften für Johann Leonhard Vorherr und seiner Frau, diese auf Relieftafeln mit vegetabilem Gehänge, auf das Postament gesetzte Säule, Berufswappen der Architekten und Baumeister, auf der gegenüberliegenden Seite Wappen der Familie Vorherr, bekrönende Urne mit Festons, frühes 19. Jahrhundert

Das Grabmal der aus Freudenbach stammenden Architekten- und Baumeisterfamilie Vorherr wurde von Johann Leonhard Vorherr, dem Vater des bedeutenden klassizistischen Architekten Gustav Vorherr gesetzt. Nach dessen Entwurf wurde die benachbarte Pfarrkirche im Auftrag der königlich-preußischen Herrschaft errichtet. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte Gustav Vorherr Karriere im Dienste des noch jungen bayerischen Königreichs und prägte den dortigen Klassizismus. Insbesondere durch seine publizistische Aktivität schaffte Gustav Vorherr ein Bewusstsein für historische Bauten, womit er als Wegbereiter des Denkmalschutzes gilt. Als Begräbnisort seiner Eltern, besitzt das Grabmal somit Aussagekraft für die Architekturgeschichte des süddeutschen Klassizismus, in dessen antikisierender Formensprache es gestaltet wurde. Dabei wurde das Geburtsjahr von Johann Leonhard Vorherr, dem Baumeister der ehemaligen Synagoge in Creglingen falsch angegeben. Dieser wurde nicht 1766, sondern 1746 geboren. Durch die Verwurzelung der Familie in Freudenbach ist das Grabmal zudem für die Ortsgeschichte sowie für die dörfliche Erinnerungskultur bedeutsam.

102256316BW
Wohnhaus Freudenbach 74
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, Mittelrisalit mit Zwerchhaus, Eckquaderung und Sockel rustiziert, im Zwerchhausgiebel Sichtfachwerk mit Zierelementen wie Andreaskreuzen und beschnitzten Balkenköpfen sowie Streben, am Mittelrisalit gekuppelte Segmentbogenfenster, darüber dreibahnig gestaffeltes Rechteckfenster, Segmentbogenportal mit bezeichnetem und datiertem Keilstein, errichtet durch J. S., 1905 (i)

Das zurückhaltend gestaltete Wohnhaus ist mit seiner symmetrischen Fassadengestaltung und seinen Fensterformen wie dem dreibahnig gestaffeltem Rechteckfenster, das sich aus dem Motiv der Serliana oder auch Palladiomotiv herleitet, ein charakteristischer Vertreter des Neuklassizismus des frühen 20. Jahrhunderts, der mit historistischen Zierfachwerkformen verknüpft wurde. Damit dokumentiert das Gebäude eine zeittypische Stil- und Materialsynthese von architekturgeschichtlicher Aussagekraft. Gleichzeitig veranschaulicht es gehobene Wohnverhältnisse im landwirtschaftlich geprägten Freudenbach dieser Zeit.

102257053BW
Backhaus Freudenbach 75
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau mit Satteldach auf rustiziertem Sockelgeschoss in Hanglage, dieses mit Segmentbogenfenstern, Eckquaderung, 1907

Das relativ groß dimensionierte Backhaus in zeittypischer Formensprache mit klassizistischen Anklängen bildete einen wichtigen Funktionsbau innerhalb der dörflichen Gemeinschaft. Zur Verringerung der Feuergefahr sowie aus Gründen der Holzersparnis wurden Backhäuser als separate Massivbauten errichtet, in denen gemeinschaftlich gebacken wurde. Verordnungen zur Errichtung eines solchen öffentlichen Backhauses bestanden im Königreich Württemberg bereits seit 1808. Als gesellschaftlicher Knotenpunkt besitzt das Backhaus auch Aussagekraft für die Sozialgeschichte im kaiserzeitlichen Freudenbach.

102257180BW
Hofanlage Freudenbach 24, 88
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus (Freudenbach 24), zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach in Ecklage, giebelseitiger Anbau mit Satteldach, hölzerne Fensterrahmungen mit flachen Dreiecksgiebeln, wohl 1870er-Jahre; Scheune (Freudenbach 88), eingeschossiger Massivbau mit Mansardkrüppelwalmdach und Wiederkehr, breite Fledermausgauben, an südlicher Traufseite kaum lesbarer, eingemauerter Inschriftenstein, Ende 18. Jahrhundert

Die Hofanlage besitzt orstbaugeschichtliche Bedeutung und dokumentiert bäuerliche Lebensverhältnisse vom späten 18. Jahrhundert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die stattliche Scheune ist dabei ein besonders anschaulich überlieferter Vertreter ihres Bautyps und zeugt vom hohen Stellenwert, den die Scheune als zentraler Ökonomiebau innerhalb des Hofes einnahm. Die hölzernen Fensterrahmungen mit flachen Dreiecksgiebeln verdeutlichen den gestalterischen Anspruch des Bauherren am Ende des 19. Jahrhunderts.

102253880BW
Wohnhaus Freudenbach 98
(Karte)
Zweigeschossiger teilverputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv mit rustizierter Eckquaderung, Ober- und Dachgeschosse in Sichtfachwerk mit Zierelementen, Vorkragungen durch profilierte Gesimse, Rundbogenportal, links daneben Rundfenster, an westlicher Gebäudeecke zweigeschossiger polygonaler Turmanbau mit geschweifter Polygonalhaube, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Sichtfachwerk, 1935

Das markante Wohnhaus ist durch seinen polygonalen Turmanbau sowie seine Zierfachwerkfassaden bestimmt. Das anachronistisch wirkende Sichtfachwerk des Baus ist als dezidierter Rückgriff auf historische Formen des Fachwerkbaus des 18. und 19. Jahrhunderts aufzufassen. Dabei sollte ein Beitrag zur Verschönerung der Heimat im Sinne einer traditionellen und vermeintlich deutschen Bauweise geleistet werden, wodurch das Wohnhaus auch vom repräsentativen Anspruch seines Bauherren während der Zeit des Nationalsozialismus in Freudenbach zeugt.

102257125BW
Straßenbegrenzungspfosten Freudenbach
(Karte)
Mit Fratzenkopf, um 1940

Der Straßenbegrenzungspfosten befindet sich am nordöstliche Ortsrand und ist Zeugnis des Straßenbaus und gestalterisch der aufgewerteten Wegeführung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

102257225BW
Pumpbrunnen Nähe Freudenbach 112
(Karte)
Gusseisern, mit Kannelur, Blattkrone und abschließendem Pinienzapfen, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Freudenbach. In seiner säulenartigen Ausformung mit Blattkrone und Pinienzapfen zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102257202BW
Sog. Prinzstein
(Karte)
Försterstein, bezeichnet Forstmeister Prinz, 1900/1925 (i)

Der sogenannte Prinzstein befindet sich im Gewann Kloster an einer Wegekreuzung am Waldrand nördlich von Freudenbach. Er gehört zur spezifischen Gattung der Förstersteine, die zum Gedenken an verstorbene Förster gesetzt wurden. Meist wurden die Gedenkmale an den Ort gesetzt, wo der jeweilige Förster sein letztes Wild erlegt hatte. Der Prinzstein wurde zu Ehren des namensgebenden Forstmeisters Prinz gesetzt und ist Teil dieser spezifischen Erinnerungs- und Gedenkkultur, die mit dem regionalen Forstwesen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verknüpft ist.

102247798BW
Wohnhaus Schön 14
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach und rustizierter Eckquaderung, traufseitig eingemauerter Erbauungsstein mit Reichsadlerrelief und Küferzunftzeichen, rundbogiger Kellerzugang mit bezeichnetem und datiertem Keilstein, im Kern 1799 (i), Umbau, 1935 (i)

Das vollständig in Massivbauweise errichtete Wohnhaus ist durch sein nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert die Lebens- und Arbeitsverhältnisse eines Küfers an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Schön. Die Küfer stellten Holzgefäße wie Fässer oder Bottiche her und bildeten damit einen wichtigen Bestandteil der örtlichen Handwerkerstrukturen in vorindustrieller Zeit.

102292092BW
Schließen

Münster

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Münster:[3][1]

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Torpfosten Bergweg
(Karte)
Bezeichnet JMV 102111920BW

Laufbrunnen Brunnengasse 2
(Karte)
Steinern, Brunnenstock mit vier Röhren mit zwei rechteckigen Trögen, bekrönt durch steinernen Aufsatz, 1840 (i)

Der steinerne Laufbrunnen inmitten des Dorfkerns ist ein aussagekräftiges Zeugnis der Wasserversorgung in der Mitte des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines modernen Wasserleitungsnetzes in Münster. Hier trafen sich die Dorfbewohner um ihr Brauchwasser abzuholen, was den Brunnen zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt des bäuerlich geprägten Alltages macht. Die längsrechteckigen Tröge weisen den Brunnen auch als Viehtränke aus, womit er zudem landwirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft besitzt. Mit seinem gestalterisch hervorgehobenen Brunnenstock dient der Brunnen bis heute der Verschönerung des Dorfmittelpunktes.

102105750
Wohnhaus Fronhofweg 5
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Krüppelwalmdach und Kellergeschoss, untere Geschosse massiv, Ober- und Dachgeschosse der südwestlichen Giebelseite in konstruktivem Sichtfachwerk mit gekuppeltem Rundbogenfenstern unter dem First, rundbogiger Kellerzugang, Erdgeschoss mit Eckquaderung, Steinschiebefenster, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das zurückhaltend gestaltete, ortsbildprägende Wohnhaus wird auf seiner südwestlichen Giebelseite durch die gekuppelten Rundbogenfenster im Giebelspitz akzentuiert. Das Gebäude besitzt ortsbaugeschichtlichen Quellenwert und ist ein beredtes Zeugnis dörflicher Lebensverhältnisse im landwirtschaftlich geprägten Münster während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

102111985BW
Pumpbrunnen Grüner Berg
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, im unteren Bereich vegetabile Ornamentik mit Blattmasken, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Münster. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102106906BW
Kellerbau Münster 108
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger Bau mit Satteldach in Hanglage, massives Kellergeschoss mit JMV bezeichnetem und datiertem Rundbogenportal, darüber liegender Scheunenteil Fachwerk, 1833 (i)

Der Kellerbau ist durch sein nachvollziehbares Baualter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert als Speichergebäude die Lagerung und Kühlung von Lebensmitteln in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im landwirtschaftlich geprägten Münster.

102112087BW
Stein Münsterseestraße 8 (im Wohnhaus)
(Karte)
1790 Eingemauerter Stein, HF 1790 bez. BW
Pumpbrunnen Münsterseestraße 19
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, im unteren Bereich vegetabile Ornamentik mit Blattmasken, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Münster. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102107216BW

Weitere Bilder
Feuerwehrhaus Münsterseestraße 23
(Karte)
Eingeschossiger Sichtfachwerkbau mit Satteldach und viergeschossigem, teilweise verbrettertem Schlauchturm, dieser mit Walmdach und Aussichtsplattform, oberstes Turmgeschoss vorkragend mit kielbogig beschnitzten Schwellen, Zackenfries und Balkenköpfen, Fenster spitz zulaufend mit geraden Andreaskreuzen, um 1900

Das Feuerwehrhaus liegt inmitten des Dorfkerns und bildet mit seinem Aussichts- und Alarmturm, der auch zur Aufhängung der Schläuche verwendet wurde, eine zweite vertikale Dominante im Ort neben der Pfarrkirche. Dieser Turm mit seinem markanten und für die Zeit typischem Sichtfachwerk mit Zierelementen weist an seiner obersten Geschossvorkragung eine gesonderte Gestaltung mit beschnitzten Elementen auf, womit das Feuerwehrhaus ein besonders anschaulich erhaltener Vertreter des historistischen Zierfachwerkbaus auf dem Land darstellt. Mit seinem gestalterischen Anspruch und seiner kirchenähnlichen Bauform präsentiert sich das ortsbildprägende Gebäude als wichtige kommunale Einrichtung zur dörflichen Brandbekämpfung, sodass es auch bautypologische Aussagekraft besitzt.

102107762

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche (Allerheiligen) Münsterseestraße 25
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit Satteldach und Chorturm, dieser mit Pyramidenhaube und gekuppelten Rundbogenfenstern mit Zwischenpfeilern, im Norden Sakristeianbau, zweigeschossig angelegtes Langhaus mit Rund- und Segmentbogenfenstern, dieser auf der Nordseite mit Maßwerk, Spitzbogenportale, im Westen Rundfenster mit Mehrpass und perlschnurartiger Umrandung, am Langhaus umlaufende Spitzbogen- und Zahnschnittfriese, erstes Turmobergeschoss sowie Emporenebene erschlossen über Portale mit überdachten Freitreppen, Südseite mit zwei Epitaphien, flachgedecktes Langhaus mit zweigeschossigem Emporeneinbau, Chorraum mit Kreuzrippengewölbe, wohl Reste von Wandmalereien im Chor, wohl 15. Jahrhundert, Kanzel, 1585 (i), Altaraufsatz mit Pilastergliederung und Darstellung des gekreuzigten Christus mit zwei Engeln im Auszug von Werkstatt Sommer, um 1740/1750, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, errichtet wohl Mitte 13. Jahrhundert, Umgestaltung des Innenraums, wohl Mitte 18. Jahrhundert

Die evangelische Pfarrkirche befindet sich als siedlungsgeschichtlicher Mittelpunkt inmitten des Dorfkerns von Münster. Mit ihrem Chorturm bildet sie eine vertikale Dominante, die für das Ortsbild bestimmend ist. Die jetzige Kirche wurde wohl Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und zeichnet sich in diesem Zusammenhang als architekturgeschichtlich bedeutender Sakralbau der Übergangszeit von Spätromanik und Frühgotik in der Region aus. Die romanischen Einflüsse sind insbesondere an den gekuppelten Rundbogenöffnungen mit charakteristischen Zwischenpfeilern, den Biforien, den Rundbogenfenstern sowie dem umlaufenden Zahnschnittfries ablesbar. Gleichzeitig lassen sich bereits Einflüsse der gotischen Formensprache beispielsweise am umlaufenden Spitzbogenfries feststellen. Das Maßwerk in den nördlichen Langhausfenstern oder das westliche Spitzbogenportal sind wohl mit späteren Eingriffen der Gotik in Verbindung zu bringen. Im Inneren weist das Gebäude eine renaissancezeitliche Kanzel aus dem späten 16. und einen spätbarocken Altaraufsatz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts auf, womit die Kirche vielfältige baugeschichtliche Phasen dokumentiert. Als geistlicher Mittelpunkt des Ortes sowie als Creglinger Urpfarrei ist die Pfarrkirche überdies von zentraler Bedeutung für die regionale Glaubensentwicklung seit dem Hochmittelalter.

1194689
( Wikidata)
Ev. Pfarrhof Pfarrbuck 3
(Karte)
Bestehend aus: Pfarrhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach auf Sockelgeschoss in Hanglage, überdachtes Hauptportal erschlossen über Freitreppe, Portalsturz mit Chronogramm, 1740 (i); Pfarrscheune, eingeschossiger Massivbau mit Walmdach, wohl um 1740; Waschhaus, eingeschossiger Massivbau mit Walmdach, wohl um 1740

Der ehemalige evangelische Pfarrhof bildet mit der gegenüberliegenden Zehntscheune eine ortsbauliche Dominante. Das als zeittypischer Walmdachbau ausgeführte Pfarrhaus betont die gehobene gesellschaftliche Stellung der Pfarrersfamilie im Ort. Zusammen mit der beigefügten Pfarrscheune sowie dem Waschhaus ist das Anwesen ein beredtes Zeugnis der Lebens- und Arbeitsverhältnisse des Ortsseelsorgers und besitzt daher wichtige Aussagekraft für die Kirchengeschichte des 18. Jahrhunderts in Münster.

102107924BW
Zehntscheune Pfarrbuck
(Karte)
Massivbau aus Bruchstein mit Satteldach, Stallscheune mit seitlicher Tenne, 16./17. Jahrhundert

Die durch ihre Kubatur sowie Massivbauweise hervorstechende Zehntscheune diente als Lagerhaus für die von der Bevölkerung an die Patrontasherrschaft abzuliefernden Naturalabgaben, die auch der örtlichen Geistlichkeit zugute kamen. Somit ist das Gebäude Zeugnis des feudalen Abgabewesens in der Frühen Neuzeit und besitzt daher wirtschafts-, kirchen- sowie herrschaftsgeschichtliche Aussagekraft.

102107798BW
Erbauungsstein (an Mühlengebäude) Unteres Tal 2
(Karte)
Mit Darstellung eines halben Mühlrads, bezeichnet und datiert, 1872 (i)

Der Erbauungsstein ist ein authentisches Zeugnis für die Neuerrichtung der Mühle im Jahr 1872 durch Friedrich Busch und seiner Frau. Das halbe Mühlrad verweist zudem auf den Berufsstand der hier lebenden und tätigen Müller, womit der Erbauungsstein von ortsbau- und erwerbsgeschichtlicher Bedeutung für Münster ist.

102278820BW

Weitere Bilder
Drei Sühnekreuze Münster
(Karte)
Muschelkalk, wohl 15./16. Jahrhundert, verschiedene Überlieferungen besagen: „Vater, Mutter und Kind“. Ermordung einer Familie mit Kind. Erinnerung an eine Familie, die im Hochwasser ertrunken ist. Streit zwischen drei Schäfern.

Die Sühnekreuze sind charakteristische Zeugnisse spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt.

102278661
( Wikidata)

Weitere Bilder
Sühnekreuz
(Karte)
Muschelkalk, wohl 15./16. Jahrhundert. Das Mordkreuz wurde bei Waldarbeiten umgelegt.

Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt.

102278738
Schließen

Niederrimbach

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Niederrimbach (mit dem Dorf Niederrimbach und dem Weiler Standorf):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Steinkreuz Niederrimbach 27
(Karte)
Auf der Friedhofsmauer, Sühnekreuz (?), wohl 14./15. Jahrhundert

Bei dem Steinkreuz auf der Friedhofsmauer handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Sühnekreuz, einem charakteristischen Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur, dass womöglich nachträglich hierher versetzt wurde. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt.

102291507BW
Erbauungsstein (am Wohnhaus) Niederrimbach 37
(Karte)
Namensbezeichnung, Datierung und Zunftzeichen umrandet von Darstellung eines Lorbeerkranzes, 1856 (i)

Der Erbauungsstein kennzeichnet mit dem Zunftzeichen den einstigen Bauherren J. C. Brümmer als Schmied. Gleichzeitig ist der Erbauungsstein ein authentisches Zeugnis für die Errichtung eines Wohnhauses mit Schmiedewerkstatt in der Mitte des 19. Jahrhunderts, womit er ortsbau- sowie handwerksgeschichtlichte Aussagekraft besitzt.

102291750BW
Keller (im Wohnhaus) Niederrimbach 53
(Karte)
Mit bezeichnetem und datiertem Rundbogenportal, 1745 (i)

Der Keller besitzt durch sein inschriftlich überliefertes Baualter ortsbaugeschichtlichen Quellenwert und zeugt von häuslicher Vorratshaltung in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Niederrimbach.

102291696BW

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche [§28] Niederrimbach 57
(Karte)
Verputzter Saalbau mit Walmdach und Chorturm, dieser mit Polygonalhaube auf rechteckigem Grundriss, gekuppelte rundbogige Schallöffnungen mit Zwischenpfeilern, Eckquaderung, Spitz- und Rundbogenfenster, Fenster und Portal am Langhaus segmentbogig, im Südosten Sakristeianbau, an nordwestlicher Langhausseite Grabepitaphien, im Langhaus Voutendecke und Emporeneinbau auf hölzernen Säulen, im Chorraum Kreuzrippengewölbe auf vegetabilen Konsolen, Reste der Wandmalereien mit Darstellungen von textilen Wandbehängen und Darstellung des hl. Vitus am Triumphbogen, wohl 15. Jahrhundert, kielbogige Sakramentsnische, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, Turm wohl 13./14. Jahrhundert, Langhaus wohl 18. Jahrhundert, oberstes Turmgeschoss wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert; Taufstein [§2], 1603

Die evangelische Kirche liegt als ortsbildprägende Dominante am südwestlichen Dorfrand von Niederrimbach. Den ältesten Bereich des heutigen Baus bildet der Chorraum im Turmerdgeschoss, der mit seinem Kreuzrippengewölbe und den Resten der Wandmalereien einen authentischen Eindruck des Raumes liefert, wie er im Spätmittelalter bestanden hat. Im Chorraum haben sich bauzeitliche Wandmalereien mit Darstellungen textiler Wandbehänge sowie des heiligen Vitus bei seinem Martyrium im Kessel mit siedendendem Öl erhalten. Damit ist die Kirche ein aussagekräftiges Zeugnis für die sakrale Kunst des Spätmittelalters in der Region. Als geistlicher Mittelpunkt des Ortes besitzt das Gebäude überdies kirchengeschichtliche Aussagekraft seit dem ausgehenden Hochmittelalter.

1194733
( Wikidata)

Weitere Bilder
Rathaus Niederrimbach 58
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansardsatteldach, Erd- oder Kellergeschoss massiv mit Eckquaderung, Obergeschoss Fachwerk, segmentbogiger Erd- oder Kellergeschosszugang, wohl 18. Jahrhundert

Das ehemalige Rathaus liegt inmitten des Dorfkerns und hebt sich insbesonders durch das im 18. Jahrhundert charakteristische Mansarddach baulich hervor. Das kleine Gebäude bildete einst den dörflichen sowie kommunalen Verwaltungsmittelpunkt und zeugt daher von der Ortsgeschichte.

102291631
Quellfassung Standorf 1
(Karte)
Quadermauerwerk, Wassertrog durch datierte Rundtonne überfangen, 1703 (i)

Die 1703 errichtete Quellfassung ist ein beredtes Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung in Standorf vor der Einführung eines modernen Wasserleitungsnetzes. Die sich am nordwestlichen Dorfrand befindliche Anlage sollte verhindern, dass Oberflächenwasser das Quellwasser verunreinigt. Als Ort, an welchem die Einwohner ihr Brauchwasser abholten, ist die Quellfassung auch Dokument der dörflichen Alltagskultur des 18. Jahrhunderts.

102300977BW
Ulrichsbrunnen Nähe Standorf 12
(Karte)
Quellfassung, Haustein- und Quadermauerwerk, rundbogiger Zugang zum Wassertrog, wohl 19. Jahrhundert

Der Ulrichsbrunnen befindet sich in unmittelbarer Nähe zur namensgebenden Ulrichskapelle am nordwestlichen Abhang des Kapellenhügels. Die Quellfassung, die ein aussagekräftiges Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung darstellt, sollte verhindern, dass Oberflächenwasser das Quellwasser verunreinigt. Da die Quelle unterhalb der Ulrichskapelle entspringt, steht sie mit der ehemaligen Wallfahrt und dem damit verknüpften Brauchtum in Verbindung.

102300943BW

Weitere Bilder
Ev. Ulrichskapelle Standorf 14
(Karte)
Früher Wallfahrtskapelle St. Ulrich, verputzter oktogonaler Zentralbau mit halbrunder Chorapsis, nördlicher Chorflankenturm mit Krüppelwalmdach und gekuppelten, rundbogigen Schallöffnungen mit Zwischenpfeilern, im Süden querhausartiger Anbau mit Satteldach und erkerartiger Nebenapsis, Ecklisenen, im Nordwesten profiliertes Rundbogenportal mit rechteckiger Rahmung, darüber profiliertes Rundfenster mit zackenartiger Rahmung, im Vorchorjoch Kreuzrippengewölbe auf runden Eckpfeilern mit Figuren-, Flechtwerk- und Blattkapitellen, zur Apsis Gurtbogen, unter dem Chorbogen Scheibenkreuzplatte, 13. Jahrhundert, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, erbaut wohl um kurz nach 1229, Chorstuhl, 1569 (d) (Erneuerung und Wiederherstellung der oktogonalen Dachform, 1962)

Die evangelische Ulrichskapelle befindet sich in landschaftsprägender Position auf einer Anhöhe südöstlich von Standorf. Als Stifter des Baus kommt Konrad I. von Hohenlohe, der Begründer der Linie Hohenlohe-Brauneck in Frage, der hier eine Wallfahrt bei der nahegelegenen Ulrichsquelle einrichtete. Dafür bediente er sich der besonders hervorgehobenen Form des Zentralbaus, die häufig als Markierung heiliger Orte dient.

In der näheren Umgebung von Standorf gibt es zwei weitere mittelalterliche Zentralbauten: die Achatiuskapelle in Grünsfeldhausen und die Sigismundkapelle in Oberwittighausen (beide Ende 12./ Anfang 13. Jahrhundert).

Der Formenreichtum insbesondere in den Figuren-, Flechtwerk- und Blattkapitellen der gewölbetragenden Eckpfeiler weist in die Zeit der Spätromanik. Das Kreuzrippengewölbe deutet bereits auf die aus Frankreich kommende Gotik hin. Die Ulrichskapelle ein anschauliches und eindrucksvolles Beispiel eines Zentralbaus des 13. Jahrhunderts und ein herausragendes Zeugnis des spätromanischen Kirchenbaus in Baden-Württemberg. Ihr hohes Baualter und die außergewöhnliche Bauform machen sie zu einem Objekt von wesentlicher architekturgeschichtlicher Bedeutung. Darüber hinaus besitzt die Ulrichskapelle zentrale Aussagekraft für die Frömmigkeits- sowie Wallfahrtspraxis des Hochmittelalters in der Region.

1196568
( Wikidata)
Schließen

Oberrimbach

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Oberrimbach (mit dem Dorf Oberrimbach, dem Weiler Lichtel und dem Gehöft Landturm):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Obere Mühle Lichtel 1
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach auf hohem Kellergeschoss, Zwerchhaus in Sichtfachwerk, geschnitztes Türblatt, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Obere Mühle ist ein prägender Bestandteil des Mühlenortes Lichtel und dokumentiert die eng miteinander verflochtenen Lebens- sowie Arbeitsverhältnisse der hier einst tätigen Müller in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damit besitzt die Obere Mühle wirtschafts- und erwerbsgeschichtliche Aussagekraft. Das Türblatt ist ein qualitätvolles Erzeugnis der kunsthandwerklichen Holzbearbeitung dieser Zeit und daher hauskundlich bedeutsam.

102278364BW
Wohnhaus Lichtel 2
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse mit Zierfachwerk südöstliches Traufgesims mit beschnitzten Balkenköpfen, an traufseitigem Portal bez. Bauherr Johann Paul Würsching, 1778 (i), Fachwerkaufbau Anfang 20. Jahrhundert (spätere Umbauten)

Der Kernbau besitzt durch sein überliefertes Baujahr und die Nennung des Bauherren eine hausforscherische und ortsbaugeschichtliche Aussagekraft für Oberrimbach. Die linearen Zierfachwerkelemente des Obergeschosse sind charakteristisch für die Zeit um 1900 und dokumentieren den repräsentativen Anspruch bei der Erweiterung des Gebäudes.

102278400BW
Mittlere Mühle Lichtel 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardhalbwalmdach in Hanglage, Eckqauderung, westliches Segmentbogenportal mit bezeichentem und datiertem Keilstein, 1803 (i)

Die stattliche Mittlere Mühle ist ein prägender Bestandteil des Mühlenortes Lichtel und vermittelt einen anschaulichen Eindruck der eng miteinander verwobenen Lebens- sowie Arbeitsverhältnisse der hier ehemals tätigen Müller am Beginn des 19. Jahrhunderts. Damit ist das Gebäude von wesentlicher Bedeutung für die Wirtschafts- und Erwerbsgeschichte in Lichtel.

102278433BW
Untere Mühle Lichtel 4, 4/1
(Karte)
Hofanlage, bestehend aus: Wohn- und Mühlengebäude, dreigeschossiger (?) Bau mit Satteldach, teilweise in konstruktivem Sichtfachwerk, südwestlicher niedrigerer Queranbau mit Satteldach, dreigeschossig, Giebelseite massiv mit Segmentbogenöffnungen und Wiederkehr, 1800 (i); Scheune, eingeschossiger Massivbau mit Sattel- und Schleppdach sowie Wiederkehr, 1800

Die Hofanlage Untere Mühle bildet einen prägenden Bestandteil des Mühlenortes Lichtel und veranschaulicht die eng miteinander verbundenen Lebens- sowie Arbeitsverhältnisse der hier lebenden Müllersfamilien an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Damit ist die Untere Mühle ein beredtes Zeugnis der Wirtschafts- und Erwerbsgeschichte in Lichtel. Die Bauten weisen eine zurückhaltende klassizistische Gliederung auf, die sich in den waagerechten Gesimslinien oder der Wiederkehr, der Fortführung des profilierten Traufgesimses um die Gebäudeecke in das Giebelfeld hinein, ablesen lässt.

102278464BW
Ev. Kirche (St. Nikolaus) [§12] Lichtel 28
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit Satteldach und steinsichtigem Chorturm, dieser mit Polygonalhaube auf rechteckigem Grundriss, Eckquaderung, im Osten teilverputzter Anbau mit Walmdach, im Westen steinsichtiger Anbau mit Walmdach, Westportal mit Vordach über einläufige Freitreppe erschlossen, im Süden spitzbogiges Gewändeportal, Spitzbogen- und Rundfenster, im Süden teilweise mit Maßwerk, südwestliche Gebäudeecke mit Gedenkinschrift für zwei Verstorbene, im Inneren Kanzel, wohl frühes 17. Jahrhundert, Totenleuchte, Orgel, Anfang 19. Jahrhundert, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, erbaut wohl 13. Jahrhundert unter Einbeziehung der Reste einer vormaligen Burganlage, spätere Umgestaltungen, Erneuerung, 1860 (i); Kirchhof- bzw. Wehrmauer [§2]

Die evangelische Kirche liegt in erhöhter Lage inmitten des Dorfkerns und prägt mit ihrem markanten Chorturm das historische Ortsbild. Die Kirche wurde wohl auf Resten einer sich ehemals hier befindlichen Burganlage errichtet, was durch die erhöhte Positionierung unterstrichen wird. Dabei wird insbesondere der Turm mit dieser einstigen Burg in Verbindung gebracht, womit die Kirche von wichtiger Bedeutung für die Siedlungsgeschichte von Lichtel ist. In diesem Zusammenhang ist auch eine Nutzung als Wehrkirche anzunehmen, in die sich die Dorfbewohner im Angriffsfall zurückziehen konnten. Mit ihren Spitzbogenöffnungen und ihrem Maßwerk ist sie bereits merklich von der aus Frankreich kommenden Gotik beeinflusst. Damit dokumentiert der Sakralbau die Adaption der Gotik im Rahmen kleiner Dorfkirchenbauten, was den Bau zu einem architekturgeschichtlichem Zeugnis der Übergangszeit von Spätromanik zur Frühgotik in der Region macht. Als geistlicher Mittelpunkt des Dorfes ist der Kirchenbau zudem ein sprechender Beleg für die örtliche Glaubens- sowie Konfessionsgeschichte seit dem Hochmittelalter und veranschaulicht dahingehende Frömmigkeitspraktiken.

1194685[[Vorlage:Bilderwunsch/code!/C:49.4125445,10.0482355!/D:Ev. Kirche (St. Nikolaus) [§12]!/|BW]]

Weitere Bilder
Landturm der Rothenburger Landhege Lichtel 46
(Karte)
Torturm mit Buckelquadern, Halbwalmdach mit einseitigem Sichtfachwerk, spitzbogige Toröffnungen, eingemauerter Inschriftenstein mit Wappendarstellungen der damaligen Landvögte Johann Friderich Bezoldt und Johann Balthasar Staudt, um 1430, renoviert 1681 (i)

Der eindrucksvolle Landturm von Lichtel ist einer der noch wenigen erhaltenen Türme der einstigen Rothenburger Landhege bzw. Landwehr, einer 1480 vollendeten Verteidigungs- und Grenzanlage, die das damalige Territorium der freien Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber vornehmlich vor Überfällen, Plünderungen sowie militärischen Eingriffen benachbarter Herrschaften wie den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach schützen sollte. Die Landhege war etwa 20 Meter breit und bestand meist aus Wällen und Gräben, die mit undurchdringlichen Hecken bepflanzt wurden. Die Wallhecke ist links und rechts des Lichteler Landturms noch in der Landschaft ablesbar. Die Türme sicherten die Durchlässe, an denen auch Zölle erhoben wurden. Der Lichteler Landturm markiert dabei bis heute die nordwestliche Außengrenze des ehemaligen reichsstädtischen Territoriums und ist damit von herausragendem Zeugniswert für solche Befestigungsanlagen, die die Sicherungspolitik der freien Reichsstädte im ausgehenden Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit widerspiegeln.

1194729
( Wikidata)

Weitere Bilder
Sühnekreuz
(Karte)
Muschelkalk, daneben Bildstockrest, wohl Ende 14./16. Jahrhundert

Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. Bei dem danebenliegenden Steinfragment handelt es sich wohl um die Reste eines Bildstockes, einer ehemaligen Andachtsstätte für Passanten, in welcher die Skulptur eines Heiligen oder der Muttergottes präsentiert wurde.

102278536

Weitere Bilder
Sühnekreuz
(Karte)
Muschelkalk, mit runder eingeritzter Darstellung eines Kreises mit Nagel oder Haken sowie hornförmiger Einrillung mit Mittelstrich, wohl 15./16. Jahrhundert

Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt.

102278574
Geschnitzter Eckständer (am ehem. Gasthof Zum Adler) Oberrimbach 7
(Karte)
Bezeichnet und datiert mit Wappen der Stadt Rothenburg ob der Tauber, 1726 (i)

Der beschnitzte Eckständer ist ein authentisches Zeugnis der Errichtung des Gebäudes, dem ehemaligen Gasthof Zum Adler im Jahr 1726, womit er von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung ist. Dabei hat er durch die Darstellung des Wappens der Stadt Rothenburg ob der Tauber auch herrschaftsgeschichtliche Aussagekraft.

102299521BW
Pumpbrunnen Nähe Oberrimbach 14
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur und Blattkapitell, balusterartiger Sockel mit Blatt- und Volutenornamentik, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Oberrimbach. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102299563BW
Einhaus Oberrimbach 27
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger Massivbau mit Krüppelwalmdach in Hanglage, Sockelgeschoss in Quadermauerwerk, Erd- bzw. Obergeschoss backsteingemauert, Schwebegiebel mit Zierfachwerkelementen wie geschweiften Streben und Andreaskreuzen sowie hängenden, beschnitzten bzw. gedrechselten Balkenköpfen, Ende 19. Jahrhundert

Das Einhaus, in welchem Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach untergebracht sind, besitzt ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert bäuerliche Lebensverhältnisse am Ende des 19. Jahrhunderts in Oberrimbach. Gleichzeitig sticht der Bau durch sein zeittypisches, heterogenes Erscheinungsbild mit Backstein- und Natursteinmauerwerk sowie Sichtfachwerk hervor. Dieses bildet zusammen mit dem Schwebegiebel den Höhepunkt der Fassadengestalt und ist ein anschaulich erhaltener Vertreter des historistischen Zierfachwerks sowie der Zimmermannskunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts in der Region.

102299594BW
Wohnhaus Oberrimbach 37
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr, geschnitztes Türblatt, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wohnhaus zeugt durch seine Wiederkehr, den Gesimsbändern und dem Segmentbogenfenster im Giebelfeld vom Einfluss klassizistischer Gestaltungsideale auf dem Land. Das Gebäude dokumentiert dörfliche Lebensverhältnisse der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im landwirtschaftlich geprägten Oberrimbach und ist überdies von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung.

102299609BW

Weitere Bilder
Taufstein
(Karte)
Ringförmiges Steinfragment, wohl 16. Jahrhundert

Der Taufstein stammt wohl aus der Wiedertäuferzeit und dokumentiert damit die Existenz von Täufern in der Region. Diese waren eine radikalreformatorische Bewegung, zu deren theologischen Idealen, neben der strikten und wortwörtlichen Auffassung des Neuen Testaments, auch die Gläubigentaufe, also die selbst erwählte Mündigentaufe gehörte. Ein wichtiges Zentrum der süddeutschen Täuferbewegung war das fränkische Königsberg. Somit ist der Taufstein ein beredtes Zeugnis der konfessionellen Entwicklung im Zeitalter der Reformation.

102299489
Schließen

Reinsbronn

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Reinsbronn (mit dem Dorf Reinsbronn, den Weilern Niedersteinach und Schirmbach, dem Gehöft Brauneck und dem Haus Altmühle):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Burgruine Brauneck Brauneck 1
(Karte)
Polygonale Ringmaueranlage, gegründet spätes 12./frühes 13. Jahrhundert, ausgebaut bis 1525, bestehend aus:
  • Reste der Ringmauer und der östlichen Schildmauer mit Resten des nordöstlichen Eckturms, spätes 12./frühes 13. Jahrhundert,
  • Bergfried aus Buckelquadermauerwerk, 1230 (a),
  • sog. Kapellenbau, Wohngebäude, Reste eines Massivbaus, bezieht im Süden die Ringmauer und im Osten die Schildmauer mit ein, dreipassförmiges Portal, profiliertes Rundbogenportal, vorgeblendetes gedoppeltes Spitzbogenfenster, Ende 13. Jahrhundert, umgebaut um 1350, verlängert, 2. Hälfte 14./15. Jahrhundert,
  • im Westen sog. Eulenturm auf hufeisenförmigem Grundriss,
  • zwischen Bergfried und Schildmauer innere Streichwehr, teilweise aus Bruchsteinen gemauerter Bau mit Satteldach und steinkuppelgedeckter Viertelrotunde, kurz nach 1525,
  • Ökonomiegebäude im Burghof später,
  • Wohnhaus, an nördliche Ringmauer gebaut, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und westliche Giebelseite massiv, Obergeschoss und östliche Giebelseite in konstruktivem Sichtfachwerk, Gewölbekeller vom Vorgängerbau, 15./16. Jahrhundert, südöstlicher Eckständer mit Kartusche, darin Initialen und Datierung, erbaut wohl durch damaligen Hofbauer Johann Andreas Ströbel, 1806 bis 1807 (i, d)
  • Grabenanlage

Die Burgruine Brauneck liegt landschaftsprägend auf einem Bergsporn über dem Steinachtal in unmittelbarer Nähe zur heutigen bayerischen Grenze. Die Burg bildete den einstigen Stammsitz der Linie Hohenlohe-Brauneck und wurde im Jahr 1230 erstmals urkundlich erwähnt, als sie im Besitz des Konrad von Hohenlohe, einem Parteigänger Kaiser Friedrichs II., war. Unter diesem wurde um 1230 der mächtige Bergfried errichtet, welcher das für die Stauferzeit charakteristische Buckelquadermauerwerk mit baugeschichtlich bedeutenden Steinmetzzeichen aufweist. Mit den Überresten der Ring- und Schildmauer samt dem Fragment des nordöstlichen Eckturms sind jedoch noch ältere Teile der Burg aus dem späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert erhalten. Eine Besonderheit bietet der sogenannte Kapellenbau, der im späten 13. Jahrhundert an der Südostecke der Burg angelegt wurde. Dabei ist die Bezeichnung Kapellenbau auf eine Fehlinterpretation des sakral anmutenden Dreipassportals und der Spitzbogenfenster im 19. Jahrhundert zurückzuführen. Der Bau erfüllte eigentlich eine Wohnfunktion, die mit einem Palas, dem meist repräsentativen Wohngebäude einer Burg, in Verbindung gebracht werden kann. Ein weiterer möglicher Standort für einen solchen Palas wird jedoch auch gegenüber des Kapellenbaus, an der Nordostecke der Anlage vermutet. Nach dem Aussterben der Linie Hohenlohe-Brauneck wurde deren Herrschaft samt Burg 1448 an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach verkauft. Mit der Brandschatzung während des Bauernkriegs am 10. Mai 1525 wurden der Burg erhebliche Schäden zugefügt, die infolgedessen teilweise wiederaufgebaut und mit einer Streichwehr zwischen Bergfried und Schildmauer zur Eingangsverteidigung ausgestattet wurde. Im Laufe des 17. Jahrhunderts schwand jedoch die strategische Bedeutung der Burg und sie wurde mehr und mehr landwirtschaftlich genutzt, was sich in der Umwandlung in ein Bauerngut 1691 und im Verkauf an die Bauern Hans Georg Lang sowie Hans Kellermann 1699 widerspiegelt. Auf baulicher Ebene drückt sich diese kontinuierliche bäuerliche Nutzung seit dem 17. Jahrhundert in den Ökonomiegebäuden und im 1807 fertiggestellten Wohnhaus an der nördlichen Ringmauer aus. Somit ist die Burg Brauneck ein herausragendes Zeugnis der regionalen Herrschaftsgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters und in Anbetracht ihrer erhaltenen Substanz von wichtiger Bedeutung für die Burgenforschung. Durch die agrarische Umnutzung ist die Ruine auch von landwirtschaftsgeschichtlicher Relevanz für die Region.

1194717
( Wikidata)
Hofanlage Niedersteinach 10
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach auf rustiziertem Sockel, Eckpilaster, hofseitiges Hauptportal durch Halbsäulen gerahmt und erschlossen über trapezförmige Freitreppe, Portal mit waagerechter Gesimsverdachung, darauf Balkon und Loggia, giebelseitig zur Straße eingemauerter Erbauungsstein, bezeichnet und datiert, Wappendarstellung mit Krone, stilisierten Löwen und Blütenrosette, 1793 (i), Umbauten wohl 1848 (i) und durch Georg Haag, 1922 (i); Hofmauer mit reich verziertem Torgitter (in Scheune gelagert), 1922 (i); Laufbrunnen, rechteckiger Brunnentrog aus Stein, gusseiserner Brunnenstock, säulenartig mit Kannelur, oberer Abschluss mit Blattkrone und bekrönendem Zapfen, 19. Jahrhundert

Die stattliche Dreiseithofanlage mit straßenseitiger Einfriedung ist eine charakteristische Hofform der Umgebung Creglingens. Alle Gebäude sind dabei in sorgfältig behauenen Quadern errichtet. Das giebelständige Wohnhaus der Hofanlage wird architektonisch ausgezeichnet durch seine hervorstechende Gliederung mit Eckpilastern, gerahmtem Portalbereich und Balkonloggia. Im Rahmen des bäuerlich geprägten Dorfes hebt diese Hofanlage durch ihre Größe und die repräsentativere Fassadengestaltung des Wohnhauses von der übrigen Bebauung ab. Damit dokumentiert sie großbäuerliche Lebensverhältnisse vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die 1920er-Jahre in Niedersteinach. Zudem kommt dem Anwesen durch sein nachvollziehbares Alter ortsbaugeschichtliche Bedeutung zu. Der gegenüberliegende Laufbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Niedersteinach. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt der Brunnenstock eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance und ist ein qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen

102291019BW
Erbauungsstein (am Wohnhaus) Niedersteinach 12
(Karte)
Datiert und bezeichnet, stilisierte Pflugschar flankiert von stilisierten Löwen, in den Ecken Kleeblattreliefs, 1859 (i); Erbauungsinschrift am Eckquader der Scheune, bezeichnet und datiert, 1847 (i)

Der Erbauungsstein bzw. die Erbauungsinschrift am Eckquader sind authentische Zeugnisse für die Errichtung der Hofanlage Mitte des 19. Jahrhunderts. Er kennzeichnet am Wohnhaus den Bauherrn als Landwirt. Somit besitzen die beiden Inschriftsteine Aussagekraft für die Ortsbau- und Landwirtschaftsgeschichte von Niedersteinach.

102291310BW
Wohnhaus Niedersteinach 15
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Eckquaderung, Sichtfachwerkgiebel mit Zierelementen wie Kreisen, geschweiften Streben und geraden Andreaskreuzen, traufseitiges Portal mit waagerechter Gesimsverdachung, 1913 (i)

Das Wohnhaus wird durch klassizistische Gliederungselemente wie der Eckquaderung, dem durchgehenden Gesimsband oder der Gesimsverdachung am Portal ausgezeichnet. In zeittypischer Weise wurde der Giebel in Sichtfachwerk mit Zierelementen ausgestattet, womit das Wohnhaus ein beredtes Zeugnis des eklektizistischen Bauens des Späthistorismus am Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Die repräsentativ gestalteten Sichtfassaden vermitteln dabei den gehobenen Anspruch des Bauherren im landwirtschaftlich geprägten Niedersteinach.

102290945BW
Mühle Niedersteinach 21
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach und Zwerchhaus, Erdgeschoss massiv, südwestliche Traufseite und östliche Giebelseite sowie Zwerchhaus in konstruktivem Sichtfachwerk, traufseitiges Portal erschlossen über trapezförmige Freitreppe, in einem Gefach des Zwerchhauses eingesetzter Erbauungsstein, bezeichnet und datiert, mit Mühlrad haltenden stilisierten Löwen, gerahmt durch vegetabile Festons und Krone, Kleeblattrosette, erbaut durch Johann Michael Plank, 1852 (i)

Das Mühlengebäude ist durch sein genau nachvollziehbares Erbauungsjahr von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. Die Datierung stimmt dabei mit dem zeittypischen auf Konstruktivhölzer beschränktem Fachwerk überein. Die Mühle dokumentiert überdies die eng miteinander verknüpften Lebens- und Arbeitsverhältnisse der hier tätigen Müller und besitzt daher Aussagekraft für die Erwerbs- und Wirtschaftsgeschichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Niedersteinach.

102290917BW
Steinachbrücke Niedersteinach 23
(Karte)
Steinbrücke mit zwei segmentbogigen Jochen, 1880 (i)

Die Steinachbrücke führt über den gleichnamigen Bach, einem Tauberzufluss, und verbindet die beiden Hälften des Dorfes miteinander. Die Brücke ist Zeugnis des Ingenieurbaus auf dem Land am Ende des 19. Jahrhunderts und besitzt infrastruktur- sowie verkehrsgeschichtliche Aussagekraft. Gleichzeitig ist sie ein prägender Bestandteil des Niedersteinacher Ortsbilds.

102290961BW
Schule Niedersteinach 31
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr auf Sockel, auf dem First aufsitzender Dachreiter, Eckquaderung, Erdgeschoss erhöht, Obergeschoss niedriger, Segementbogenfenster, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das ehemalige Schulhaus befindet sich im nördlichen Ortsteil und bildet mit seinem charakteristischen Dachreiter eine Mittelpunktsfunktion für das Dorf aus. Die zurückhaltende Gliederung mit Gesimsband, Segmentbogenfenstern und Wiederkehr verweist auf den Kameralamtsstil, einer Spielart des Klassizismus im Königreich Württemberg, die insbesondere durch die auf Sparsamkeit bedachten Kameralämter (Finanzämter) bestimmt wurde. Bei dem Niedersteinacher Schulhaus handelt es sich dabei um einen späten, jedoch noch davon beeinflussten Vertreter dieser auf Rationalität bedachten Baugesinnung. Als Schulhaus dokumentiert das Gebäude die Bildungsverhältnisse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Ort.

102290762BW

Weitere Bilder
Schloss Reinsbronn 1, 90/1
(Karte)
Dreiflügelige Anlage mit Satteldächern, nach Westen abgewalmt, teilweise verputzt, Obergeschoss des Ostflügels in Sichtfachwerk, Giebelseite des Südflügels mit Apsis, Innenhof mit Segmentbogenarladen auf kassettierten Pfeilern im Erdgeschoss, darüber Loggia mit Säulen, diese mit Flöten in der Kannelur, polygonaler Treppenturm, am Ostflügel Allianzwappen Philip Geyers von Giebelstadt und seiner Frau geb. Schenkin von Sinau, im Südflügel Rittersaal mit bemalter und beschnitzter Balkenbretterdecke, auf mittelalterlichem Vorgänger errichtet durch Philip Geyer von Giebelstadt, Baumeister Michel Niclas, 1588 (i) (Einsturz, 1923, teilweise wiederaufgebaut ab 1968)

Die heutige dreiflügelige Schlossanlage befindet sich am westlichen Rand von Reinsbronn und prägt das Ortsbild in besonderem Maße. Das Schloss bildete ursprünglich eine für das späte 16. Jahrhundert typische Vierflügelanlage mit Wassergraben, die auf Basis einer Wasserburg errichtet wurde. Bauherr war der aus dem unterfränkischen Giebelstadt stammende Philip Geyer, der Reinsbronn 1587 von den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach erwarb. Bis zum Aussterben der Familie bildeten die Geyer von Giebelstadt die Ortsherrschaft von Reinsbronn. Die einst vieflügelige Schlossanlage besaß bus zu ihrem Einsturz 1923 eine zum Dorf gerichteten Ostflügel sowie zwei symmetrisch zueinander angelegte Volutengiebel, die für die Schlossbauten der deutschen Renaissance, wie Schloss Heidelberg oder Schloss Weikersheim, charakteristisch sind. In der heute noch erhaltenen Apsis, Bestandteil der zum Dorf gerichteten Schaufassade, befand sich einst die Schlosskapelle. Ebenso lässt sich im Innenhof noch die ursprüngliche Charakteristik der Architektur anhand der Arkaden, der Loggia mit Säulen und dem polygonalen Treppenturm ablesen. Diese Elemente sind ebenso charakteristisch für den Schlossbau der deutschen Renaissance, die neue antikisierende Elemente mit einer noch von der Gotik und dem spätmittelalterlichen Hausbau beeinflussten Formensprache verband. Somit ist das Anwesen ein aussagekräftiges Zeugnis des vermehrt auf Repräsentation und weniger auf Wehrhaftigkeit ausgelegten Schlossbaus am Ende des 16. Jahrhunderts und daher von architekturgeschichtlicher Bedeutung. Als ehemalige Residenz der Geyer von Giebelstadt besitzt das Gebäude herrschafts- sowie ortsgeschichtliche Aussagekraft.

1194745
( Wikidata)
Brunnenstock Reinsbronn
(Karte)
Gusseisern mit zwei Röhren, säulenartig mit Kannelur und Kapitell, kassettiertes Postament mit Blütenrosetten, bekrönt durch Zapfen, 19. Jahrhundert (Nachbildung der 2. Röhre, 1982)

Der Brunnenstock ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Reinsbronn. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung. In seiner zentralen Positionierung auf dem Kirchplatz dient er bis heute der Ortsbildverschönerung.

102285714BW
Rathaus Reinsbronn 10
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, westlicher Anbau mit Pultdach und Eckquaderung, um 1800

Das Rathaus befindet sich inmitten des Dorfkerns und bildet mit der gegenüberliegenden Pfarrkirche eine ortsbauliche Dominante. Als ehemaliger kommunaler Verwaltungsmittelpunkt ist das mit zeittypischem Krüppelwalmdach ausgestattete Gebäude von ortsgeschichtlichem Zeugniswert.

102283333BW
Gasthof Zur Goldenen Krone Reinsbronn 19
(Karte)
Bestehend aus: Gasthaus, zweigeschossiger verputzter, teils massiver, teils in Fachwerk errichteter Bau mit Krüppelwalmdach, rundbogigem Kellereingang und Eckquaderung, geohrtes Hauptportal mit waagerechter Gesimsverdachung und bezeichneter und datierte Frieszone, darüber Kronenrelief, errichtet durch Leonard Keitel, 1815 (i); Scheune, teilweise verputzter Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach und rundbogigem Kellereingang, an nördlicher Gebäudeecke bezeichneter und datierter Erbauungsstein, 1793 (i) (giebelseitig nachträglich bezeichnet, 1955 (i))

Der Gasthof Zur Goldenen Krone liegt an einer für die Bauaufgabe typischen zentralen Position innerhalb des Dorfkerns. Durch das nachvollziehbare Alter hat die Hofanlage ortsbaugeschichtliche Aussagekraft. Als gesellschaftlicher Treffpunkt, in welchem sich die Einwohner zu Festen und Zusammenkünften trafen, besitzt das Gasthaus sozial- wie auch ortsgeschichtliche Bedeutung. Gleichzeitig ist der Gasthof Spiegel der Wirtshausstrukturen am Beginn des 19. Jahrhunderts und dokumentiert die damit verbundenen Lebens- und Arbeitsverhältnisse im landwirtschaftlich geprägten Reinsbronn.

102283399BW
Pumpbrunnen Reinsbronn 23
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, im unteren Bereich vegetabile Ornamentik und Blattmasken, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Reinsbronn. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102283693BW
Wohnhaus Reinsbronn 32
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr auf Hanggeschoss, an südlicher Traufseite profiliertes Hauptportal mit bezeichentem und datiertem Keilstein, erbaut durch J. G. Meder, 1861 (i)

Das Wohnhaus ist durch sein genau rekonstruierbares Baualter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert dörfliche Lebensverhältnisse im landwirtschaftlich geprägten Reinsbronn. Gleichzeitig zeugt es in seiner zurückhaltenden Formensprache mit profiliertem Hauptportal vom Einfluss des klassizistischen Bauens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

102284682BW
Keller (an Scheune) Reinsbronn 46/1
(Karte)
Mit rundbogigem Eingang, bezeichneter und datierter Schlussstein mit Lorbeerkranzrelief, errichtet durch Johan Conrad Schmid, 1789 (i)

Der Keller der Scheune zeugt von der Vorratshaltung des ausgehenden 18. Jahrhunderts und besitzt damit wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft. Durch sein inschriftlich nachvollziehbares Alter ist der Keller zudem von ortsbaugeschichtlichem Quellenwert. Der Schlussstein markiert den Kellerzugang als baulich herausgehobenen Punkt, an welchem der Bauherr Johan Conrad Schmid genannt wird.

102285151BW

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche Reinsbronn 56
(Karte)
Dreischiffige Hallenkirche mit Satteldach und Westturm, rundbogige Portal-, Fenster- und Schallöffnungen, im Osten pfeilergerahmtes Gewändeportal mit Dreiecksgiebel, Süd-, Nord- und Ostportal mit inschriftlich bezeichnetem Sturz, darüber Rundfenster, am Langhaus umlaufender Rundbogenfries, kreuzförmige Fenster, flach gedecktes Langhaus mit Emporeneinbau und kannelierten Pfeilern, apsidial ausgeprägter, nach außen nicht sichtbarer Chorbereich mit Kanzelaltar, dieser schulterbogig überfangen, Grabepitaph Philip Geyers von Giebelstadt, gest. 1607 (i), wohl von Michel Niclas, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, erbaut 1852 (i)

Die evangelische Pfarrkirche gegenüber des ehemaligen Rathauses bildet mit ihrem hochaufragendem Westturm und den stattlichen Dimensionen des Langhauses eine ortsbildprägende Dominante innerhalb von Reinsbronn. Im Entwurf bediente man sich den Formen des romanisierenden Rundbogenstils, der Anfang des 19. Jahrhunderts vom Karlsruher Architekten Heinrich Hübsch als konstruktiv aufrichtiger und dem nördlichen Klima angemessener Stil propagiert wurde. Der Rundbogenstil war gleichzeitig ein Versuch erneuernde sowie belebende Elemente in den evangelischen, wie auch katholischen Sakralbau zu bringen, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch vornehmlich von einem meist zurückhaltenden Klassizismus geprägt war. Damit ist die Reinsbronner Pfarrkirche von architekturgeschichtlicher Bedeutung. Als geistlicher Mittelpunkt des Ortes besitzt das Gebäude zudem kirchengeschichtliche Aussagekraft und dokumentiert insbesondere durch den Kanzelaltar die evangelische Prägung von Reinsbronn. Zudem beherbergt die Kirche das für die frühneuzeitliche Herrschaftsgeschichte relevante Grabepitaph Philip Geyers von Giebelstadt, das wohl vom Baumeister des Schlossumbaus Michel Niclas geschaffen wurde.

1209785
( Wikidata)

Weitere Bilder
Ev. Pfarrhaus Reinsbronn 66
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Zwerchhaus und nordöstlichem risalitartigem Vorbau, mit Krüppelwalmdächern, Eckquaderung, Rechteckfenster kiel- bzw. vorhangbogig überfangen, Fenster am Vorbau mit Blendmaßwerk, darüber dreibahnig gestaffeltes Rechteckfenster, 1902 (i)

Das evangelische Pfarrhaus am westlichen Ortsrand zeugt durch seine kiel- bzw. vorhangbogig überfangenen Rechteckfenster an den Schaufassaden vom gestalterischen Einfluss der für geistliche Bauaufgaben etablierten Neugotik am Beginn des 20. Jahrhunderts und ist damit ein charakteristischer Vertreter des Späthistorismus auf dem Land. Das repräsentative Äußere des Baus veranschaulicht dabei die gehobene gesellschaftliche Stellung des Pfarrers in dieser Zeit. Zudem besitzt das Gebäude Aussagekraft für die Lebensverhältnisse der Pfarrfamilie im kaiserzeitlichen Reinsbronn.

102285608
Scheune Reinsbronn 85
(Karte)
Eingeschossiger Bau mit Satteldach, Kellergeschoss und südwestliche Giebelseite massiv, teilweise Fachwerk, rundbogiger Kellerzugang mit Schlussstein, dieser mit schlecht lesbarer Bezeichnung und Datierung, traufseitig zwei Steinschiebefenster, Kellergeschoss 1788 (i), Umbau, wohl 19. Jahrhundert

Die in Mischkonstruktion errichtete Scheune mit älterem Kellergeschoss dokumentiert Lagerungsverhältnisse des späten 18. und 19. Jahrhunderts und besitzt damit wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft. Dabei dienten die steinernen Schiebefenster der Gewölbekellerbelüftung und überliefern so vormoderne Bautechniken. Somit ist die Scheune auch Ausdruck der bäuerlichen Prägung des Ortes.

102285647BW
Brunnenstock Reinsbronn 108
(Karte)
Gusseisern mit zwei Röhren, säulenartig mit Kannelur und korinthischem Kapitell, kassettiertes Postament mit Blütenrosetten, bekrönt durch kugelförmigen Aufsatz, 19. Jahrhundert

Der Brunnenstock ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Reinsbronn. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Zudem dient der Brunnenstock bis heute der Ortsbildverschönerung.

102285539BW
Brunnenstock Schirmbach
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur und Blattkapitell, kassettiertes Postament, Blütenrosetten, 19. Jahrhundert

Der Brunnenstock ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schirmbach. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102293206BW
Wohnhaus Schirmbach 6
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr auf Kellergeschoss, segmentbogiges profiliertes Hauptportal mit bezeichnetem und datiertem Keilstein, Segmentbogenfenster, rundbogiger Kellerzugang, im nördlichen Giebelfeld bezeichneter und datierter Erbauungsstein mit Adlerwappen, wohl vom Vorgängerbau, 1798 (i), erbaut durch G. G. Plank, 1869 (i)

Das stattliche Wohnhaus ist durch sein nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Das Gebäude dokumentiert bäuerlich geprägte Lebensverhältnisse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zeugt in seiner zurückhaltenden Formensprache mit Segmentbogenöffnungen und umlaufenden Gesimsbändern vom nachhaltigen Einfluss des Klassizismus auf dem Land.

102292729BW
Bildstock Nähe Schirmbach 7
(Karte)
Steinern, Nische mit Satteldachabschluss, wohl 15./16. Jahrhundert

Der Bildstock an der Schirmbacher Steige unmittelbar am Ortsausgang enthielt in seiner Nische einst eine Darstellung von Heiligen, der Muttergottes oder Christus. Er ist ein aussagekräftiges Zeugnis der Frömmigkeitspraxis im Spätmittelalter. Gleichzeitig belegt der Bildstock, wie die Landschaft durch solche sakralen Kunstwerke geprägt wurde.

102292145BW
Brunnenstock Schirmbach
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur und Blattkapitell, kassettiertes Postament mit Blütenrosetten, 19. Jahrhundert

Der Brunnenstock ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schirmbach. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung. In seiner zentralen Positionierung dient er bis heute der Ortsbildverschönerung.

102292881BW
Wohnhaus Schirmbach 10
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Sattel- und Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv, östliche Giebelseite und südliche Traufseite in Sichtfachwerk, vereinzelte Verblattungen, 1542 (d)

Das Wohnhaus ist durch sein hohes, dendrochronologisches Alter von wichtiger Bedeutung für die Ortsbaugeschichte und dokumentiert bäuerlich geprägte Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit in Schirmbach. Die vereinzelten Verblattungen zeugen vom Einfluss des spätmittelalterlichen Fachwerkbaus.

102292812BW
Wohnhaus Schirmbach 14
(Karte)
Eingeschossiger, teilweise verputzter Massivbau mit Satteldach, giebelseitig profilierte Gesimse, im Giebelfeld gekuppeltes Segmentbogenfenster, darunter bezeichneter und datierter Erbauungsstein mit Pflugschar und Blütenreliefs, errichtet durch Johann Martin Oppelt, 1857 (i)

Das Wohnhaus besitzt durch sein nachvollziehbares Alter Aussagekraft für die Ortsbaugeschichte. Es dokumentiert dörfliche Lebensverhältnisse während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schirmbach und macht durch die Pflugschar auf den bäuerlichen Stand seines Bauherren Johann Martin Oppelt aufmerksam, womit es bezeichnend für die landwirtschaftliche Prägung des Ortes ist. Die zurückhaltende Gliederung mit profilierten Gesimsen veranschaulicht den nachhaltigen Einfluss des Klassizismus im Laufe des 19. Jahrhunderts.

102292901BW
Brunnenstock Schirmbach 15
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur und bekrönender Blattornamentik, 19. Jahrhundert

Der Brunnenstock ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schirmbach. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102293140BW
Brunnenstock Schirmbach 17
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur und bekrönender Blattornamentik, 19. Jahrhundert

Der Brunnenstock ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schirmbach. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102293220BW
Bildstock Schirmbach 19
(Karte)
Aus Kalkstein, Aufsatz rundbogig abgeschlossen, am Schaft Wappendarstellung mit Winkeleisen, 15. Jahrhundert

Der Bildstock nordöstlich von Schirmbach an der Straße nach Frauental enthielt in seiner Bildnische ursprünglich eine Darstellung von Heiligen, der Muttergottes oder Christus. Er ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit. Außerdem belegt er die Prägung der Landschaft durch solche sakralen Kunstwerke im 15. Jahrhundert. Das Wappen macht auf einen etwaigen Stifter aufmerksam, der durch die Aufstellung des Bildstocks eine zeittypische Form der Heilsvorsorge betrieb.

102292192BW
Schließen

Schmerbach

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Schmerbach:

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Ev. Pfarrhaus Schmerbach 2
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, Hauptportal mit Pilasterrahmung, darüber Fenstergruppe mit rechteckigen Zwischenpfeilern und Pilastern, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das evangelische Pfarrhaus befindet sich am südlichen Ortsrand und ist durch seine zurückhaltende Formensprache mit klassizistischen Anklängen geprägt. Diese sind insbesondere in den Pfeiler- und Pilastergliederungen ablesbar und verdeutlichen die gehobene gesellschaftliche Stellung des evangelischen Pfarrers. Gleichzeitig dokumentiert das Gebäude die Lebensverhältnisse der Pfarrersfamilie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, womit es für die Kirchengeschichte in dieser Zeit bedeutsam ist.

102300061BW
Wohnhaus Schmerbach 12
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, teilweise massiv, teilweise in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie geschweiften Andreaskreuzen und Streben sowie Kreiselement im Brüstungsfeld unter dem Dachgeschossfenster, gesägte Giebel- und Fensterrahmen, um 1900

Das Wohnhaus ist durch sein Zusammenspiel von Massiv- und Sichtfachwerkbauweise geprägt. Dabei dominieren die gestalterisch eingesetzten Zierfachwerkelemente, womit insbesondere die südöstliche Giebelseite als Schaufassade ausgezeichnet wurde. Die gesägten Giebel- und Fensterrahmen belegen den Einfluss des Schweizerhausstils, einer Spielart des historistischen Fachwerk- und Holzbaus, bei dem bewusst an traditionelle, alpin wirkende Holzbau- und Gestaltungsweisen angeknüpft wurde, um einen ländlichen und naturverbundenen Eindruck zu erzielen. Somit besitzt das Wohnhaus Aussagekraft für stilistische Strömungen im Fachwerkbau an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und dokumentiert überdies bäuerlich geprägte Lebensverhältnisse im kaiserzeitlichen Schmerbach.

102299783BW
Eingemauerter Erbauungsstein (an Scheune) Schmerbach
(Karte)
Bezeichnet und datiert, mit württembergischen Wappen, in den Ecken Blütenrosetten, 1838 (i)

Der Erbauungsstein ist ein aussagekräftiges Zeugnis der Ortsbaugeschichte und dokumentiert den württembergischen Patriotismus des Bauherren in den 1830er-Jahren. In diesem Sinne ist es auch Ausdruck der Zugehörigkeit des Ortes zum Königreich Württemberg seit 1810.

102299837BW
Wohnhaus Schmerbach 32
(Karte)
Ein- bis zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach und östlichem Quertrakt, dieser in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie geraden und geschweiften Andreaskreuzen, Sockel massiv, drei Torpfosten, wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wohnhaus besitzt Aussagekraft für die Ortsbaugeschichte und dokumentiert bäuerliche Lebensverhältnisse der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schmerbach. Durch die Zierelemente wird die dem Hof zugewandte Giebelseite des Quertraktes als repräsentative Schaufassade ausgewiesen.

102299909BW
Ev. Pfarrkirche Schmerbach 45
(Karte)
Steinsichtige Saalkirche mit Satteldach und gerade geschlossenem Chorraum mit Satteldach, Nordturm mit Polygonalhaube und Dreiecksgiebeln auf rechteckigem Grundriss, spitzbogige Portal- und Fensteröffnungen, westliches Gewändeportal mit angedeuteter Pfeilerrahmung und Dreiecksgiebel, Bogenfeld inschriftlich bezeichnet und datiert, Kreuze auf den Firstpunkten, im Inneren flach gedeckt mit Emporeneinbau, einschließlich historischer Ausstattung und Zuberhör, errichtet 1872 (i) unter Einbeziehung des wohl spätmittelalterlichen Turmes; Mauerreste der Kirchenbefestigung

Die evangelische Pfarrkirche liegt inmitten des Dorfkerns und bestimmt mit ihrem Nordturm die Ortsansicht bereits von weitem. Der Nordturm stammt von einem spätmittelalterlichen Vorgängerbau. Dieser war wohl eine Wehrkichenanlage, worauf die Reste der Kirchenbefestigung sowie die Schartenöffnungen am Turm hinweisen. Der heutige Bau von 1872 bezog den älteren Nordturm mit ein und knüpfte gleichzeitig an dessen gotische Formensprache an. Die Gotik wurde insbesondere während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als idealer Sakralbaustil betrachtet. Die Schmerbacher Pfarrkirche bildet dabei eine zeittypische Verkörperung der Neugotik im dörflichen Rahmen, was in ihrer zurückhaltenden Gestaltung ersichtlich wird. In diesem Zusammenhang ist der Sakralbau von architektur- wie auch kirchengeschichtlichem Zeugniswert.

102300446BW
Pumpbrunnen Schmerbach 46
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, im Sockelbereich vegetabile Ornamentik, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Schmerbach. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102299958BW
Quellfassung Kirchsteige
(Karte)
Zwei gemauerte Rechtecktröge, hinterer Trog durch steinerne Tonne überdacht, entstanden 1613, erneuert wohl 1823

Die Quellfassung gehört zu den wenigen noch erhaltenen Beispielen öffentlicher Wasserversorgung in der Region, die im frühen 17. Jahrhundert entstanden sind. Sie erinnert an die vormoderne Wasserversorgung der Bevölkerung und sollte verhindern, dass Oberflächenwasser das Quellwasser verunreinigt.

102300019BW

Bildstock
(Karte)
Kalkstein, langer Schaft mit spitzbogig abgeschlossenem Kopfstück, darunter Datierung, 1514 (i); Sühnekreuz, Muschelkalk, wohl 15./16. Jahrhundert

Der Bildstock südöstlich von Schmerbach an der Straße Richtung Blumweiler enthielt in der Bildnische einst eine Darstellung von Heiligen, der Muttergottes oder Christus. Er ist ein Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und belegt wie die Landschaft durch solche sakralen Kunstwerke im frühen 16. Jahrhundert geprägt wurde. Das Sühnekreuz ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal am Ort des Geschehens auf. Das Kreuz gilt als Ersatz für die heiligen Sterbesakramente. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung. Ein der Großteil der erhaltenen Kreuze stammt aus dieser Zeit.

102299717

Weitere Bilder
Steinkreuz Schmerbach
(Karte)
ca. 14./15. Jh. Mord- und Sühnekreuz: XIV / Stadtteil Schmerbach. Es soll sich dort ein Massengrab aus dem Dreißigjährigen Krieg befinden.
Schließen

Waldmannshofen

Bau-, Kunst- und Kulturdenkmale in Waldmannshofen (mit dem Dorf Waldmannshofen und dem Weiler Sechselbach):

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Dreiseitige Hofanlage Sechselbach 7
(Karte)
Bestehend aus: Wohnstallhaus, eingeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach auf massivem Kellergeschoss, nördlicher Stallteil sowie westliche Traufseite massiv mit Eckquaderung, südliche Giebelseite und südöstliche Traufseite in konstruktivem Sichtfachwerk, südöstlicher Eckständer bezeichnet JGF und datiert, rundbogiger Kellerzugang, dieser bezeichnet JGF und datiert, 1808 (i); Wohnstallhaus, eingeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach auf massivem Kellergeschoss, nördlicher ehem. Stallteil sowie östliche Traufseite massiv, südliche Giebelseite und südwestliche Traufseite in konstruktivem Sichtfachwerk, südwestlicher Eckständer bezeichnet J. G. Fuchs und datiert, rundbogiger Kellerzugang, 1828 (i); Ökonomiegebäude, eingeschossiger Bau mit Satteldach, quer angebaute Scheune mit Satteldach, wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Die stattliche, dreiseitige Hofanlage befindet sich inmitten des Dorfkerns und ist für die landwirtschaftliche Prägung des Ortes bezeichnend. Die Hofanlage besteht aus parallel zueinander angeordneten Wohnstallhäusern. Das groß dimensionierte Ökonomiegebäude bildet den nördlichen Abschluss der Hofanlage. Diese ist durch ihre nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert großbäuerliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Sechselbach. Charakteristisch für das frühe 19. Jahrhundert sind zudem die rein auf Konstruktivhölzer beschränkten Fachwerkkonstruktionen, die den Wohnstallhäusern haus- und gefügekundliche Bedeutung verleihen.

102260413BW
Keller (in der Scheune) Sechselbach
(Karte)
Rundbogiger Zugang, 1832 (i); Pumpbrunnen, gusseisern, säulenartig mit Kannelur, im Sockelbereich vegetabile Ornamentik, steinerner Rechtecktrog, 19. Jahrhundert

Der Keller mit rundbogigem Zugang dokumentiert die landwirtschaftliche Vorratshaltung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist somit für die Sechselbacher Wirtschaftsgeschichte bedeutsam. Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes im Ort. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Der langrechteckige Trog belegt die zusätzliche Nutzung des Brunnens als Viehtränke.

102260454BW
Tagelöhnerhaus Sechselbach 15
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach auf massivem Stallgeschoss, nordwestlicher Queranbau, massiv mit Satteldach, um 1800

Das Tagelöhnerhaus befindet sich Ortsrand des Dorfes, was charakteristisch für diese Art von Wohnhaus ist. Es dokumentiert die Lebensverhältnisse der landlosen, bäuerlichen Unterschicht, die ihren Lebensunterhalt durch Tagelöhnerarbeit verdiente und allenfalls Kleinvieh besaß. Damit besitzt das Tagelöhnerhaus Aussagekraft über die Sozialstruktur in Sechselbach.

102260390BW
Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs Sechselbach
(Karte)
Obeliskartige Stele mit mehrfach abgestuftem Sockel, oberer Abschluss mit halbrunden Eichenlaubreliefs und bekrönendem Eisernem Kreuz, an Stele Stahlhelmrelief mit rahmendem Eichenlaubkranz, vegetabile Festons, nach 1918

Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs befindet sich am westlichen Rand von Sechselbach und ist ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Erinnerungs- und Gedenkkultur. Bei der Gestaltung des Denkmals wurden zeittypische Motive wie der Stahlhelm, das Eiserne Kreuz oder das Eichenlaub verwendet, um die gefallenen Soldaten zu ehren. Somit ist das Gefallenendenkmal auch ein Ausdruck des Nationalpatriotismus sowie des Umgangs mit der Kriegsniederlage in der Zeit der Weimarer Republik.

102281594BW
Hoftorpfosten (am Wohnhaus) Sechselbach
(Karte)
Steinern mit Satteldachabschluss, schmiedeeiserne Tore mit vegetabilen Rosetten, Festons und Sonnenblumenaufsätzen, 1925 (i)

Die Hoftorpfosten kennzeichnen den Eingang zur Hofanlage. Die schmiedeeisernen Tore belegen mit der aufwendigen Verzierung in vegetabilen Formen des repräsentativen Anspruch des Bauherren. Gleichzeitig sind sie qualitätvolle Erzeugnisse der kunsthandwerklichen Metallbearbeitung in der Mitte der 1920er-Jahre und veranschaulichen den Dekorationsstil der Zeit in ländlichen Gebieten.

102260498BW
Dreiseitige Hofanlage Sechselbach 23
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr sowie rustizierter Eckquaderung, Gesimsbänder, Sohlbänke mit Konsolen, giebelseitiger Erbauungsstein, bezeichnet und datiert mit Ast- und Eichenlaubrahmung, errichtet durch J. G. Meeder, 1931 (i); Stallscheune, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und Giebelseite massiv, Obergeschoss teilweise in konstruktivem Sichtfachwerk, nordwestliche Traufseite mit Schleppdach, giebelseitiger Erbauungsstein mit Wappen der Familie Meeder, errichtet durch Georg Meeder, 1925 (i); Nebengebäude, schmaler zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und südliche Giebelseite in Backstein, Obergeschoss teilweise in ksontruktivem Sichtfachwerk, wohl 1920/30er-Jahre; Ökonomiegebäude, langgestreckter Bau mit Satteldach und nördlichem Anbau, wohl 1920/30er-Jahre

Die stattliche, dreiseitige Hofanlage liegt am östlichen Dorfrand und ist für die landwirtschaftliche Prägung des Ortes bezeichnend. Das zurückhaltend in Formen des Klassizismus gestaltete Wohnhaus entfaltet eine repräsentative Wirkung. Es liegt parallel zu der groß dimensionierten Stallscheune, während das langgestreckte Ökonomiegebäude den Quertrakt bildet. Ergänzt wird die Hofanlage durch das kleine Nebengebäude am Hofzugang. Das Anwesen besitzt ortsbaugeschichtliche Aussagekraft und dokumentiert großbäuerliche Lebens- sowie Arbeitsverhältnisse in den 1920er- und 1930er-Jahren in Sechselbach.

102276172BW
Grabmal (auf dem Friedhof) Nähe Sechselbach 31
(Karte)
Reich skulptiert mit kreuzförmigem Baumstamm, Taube, verschiedenen Blumen und Pflanzen sowie Rollwerkkartusche, zweifacher Sockel mit Bruchsteinimitation und in Stein gearbeiteten Inschrifttafeln, 1903 (i)

Das Grabmal auf dem Sechselbacher Friedhof ist ein aussagekräftiges und qualitätvolles Zeugnis der Steinmetzkunst am Beginn des 20. Jahrhunderts. Es dokumentiert den gestalterischen Anspruch der christlichen Begräbniskultur dieser Zeit. Mit dem kreuzförmigem Baumstamm und der Taube bediente sich der Künstler einer tradierten Symbolsprache, die auf Frieden und Auferstehung nach dem Tod verweist.

102281495BW
Zwei Torpfosten (zwischen den Gebäuden) Waldmannshofen 4, 6
(Karte)
Aus Sandstein mit flachen pyramidalen Abschlüssen, wohl 1. Hälfte 17. Jahrhundert

Die stattlichen Torpfosten markieren den Eintritt zum ehemaligen herrschaftlichen Schlossbereich im Süden und sind daher von wichtiger ortsbaugeschichtlicher Bedeutung.

102286191BW
Einhaus Waldmannshofen 10
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Bau mit Zwerchhaus und Krüppelwalmdächern, Erdgeschoss massiv, Dachgeschoss Fachwerk, rechteckige Erdgeschossöffnungen mit Keilsteinen, jener am Portal bezeichnet und datiert, geschnitztes Türblatt, 1805 (i)

Das Einhaus, in welchem ehemalige Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach vereinigt sind, besitzt durch sein nachvollziehbares Alter ortsbaugeschichtliche Bedeutung und dokumentiert bäuerliche Lebens- sowie Arbeitsverhältnisse des frühen 19. Jahrhunderts in Waldmannshofen. Durch die Erdgeschossöffnungen mit Keilsteinen zeugt es vom Einfluss des Klassizismus und verdeutlicht den gestalterischen Anspruch des Bauherren. Dieser spiegelt sich auch am Türblatt wider, welches ein hochwertiges Erzeugnis des zeitgenössischen Schnitzhandwerks darstellt.

102287845BW
Türrahmung (am Wohnhaus) Waldmannshofen 11
(Karte)
Geohrt und profiliert mit Keilstein, um 1800

Die geohrte und profilierte Türrahmung kennzeichnet den Eingang als baulich hervorgehobenen Punkt und ist demnach von gliedernder sowie dekorierender Funktion. Gleichzeitig kommt der Türrahmung ortsbaugeschichtliche Bedeutung zu.

102287931BW
Erbauungsstein (an Scheune) Waldmannshofen
(Karte)
Bezeichnung und Datierung eingerahmt von Rundpfeilern und Spitzbogen, im Bogenfeld Blüten- oder Blattdarstellung, 1852 (i)

Der Erbauungsstein ist ein anschauliches Zeugnis für den Neubau bzw. Umbau der Scheune. Die Spitzbogenrahmung mit flankierenden Rundpfeilern zeichnet den Namen des bäuerlichen Bauherren sowie das Jahr der Baumaßnahme aus. Damit besitzt der Erbauungsstein ortsbaugeschichtliche Aussagekraft.

102287993BW
Kelleranbau Waldmannshofen
(Karte)
Massiv, rundbogiger Zugang, darüber Erbauungsstein mit Voluten, 18. Jahrhundert

Der Kelleranbau dokumentiert vormoderne Vorratshaltung in Waldmannshofen und besitzt damit wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft. Zugleich ist der Kelleranbau ein beredtes Zeugnis der bäuerlichen Alltagskultur des 18. Jahrhunderts.

102288035BW

Bildstock
(Karte)
Mit stark beschädigter Reliefdarstellung einer Kreuzigungsgruppe, wohl 14./15. Jahrhundert

Der Bildstock befindet sich im Gewann Wart nördlich von Waldmannshofen an der Straße Richtung Aub. Trotz der starken Beschädigung ist die Reliefdarstellung noch zu erkennen. Es handelt sich um eine Kreuzigungsgruppe, ein zentrales Andachtsmotiv der christlichen Bildwelt, bei der Christus am Kreuz zusammen mit der Muttergottes und dem Apostel Johannes als überzeitliche Zeugen dieses wichtigen heilsgeschichtlichen Geschehens gezeigt wird. Der Bildstock bildet eine Andachtsstätte für vorübergehende Gläubige und ist somit Zeugnis für die gelebte und bildlich zum Ausdruck gebrachte Frömmigkeit des Spätmittelalters in der Region um Waldmannshofen.

102290584
Ev. Pfarrhaus Waldmannshofen 20
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach auf Sockelgeschoss, Pilastergliederung mit breitem Sohlbankgesims sowie rundbogigen Fenstern im Erdgeschoss, 1842

Das evangelische Pfarrhaus bildet mit der gegenüberliegenden Pfarrkirche eine Baugruppe, die das Ortsbild wesentlich bestimmt. Der Bau ist durch seine repräsentative Pilastergliederung im Erdgeschoss geprägt, die die gehobene gesellschaftliche Stellung des Ortsseelsorgers betont. Gleichzeitig ist er ein aussagekräftiges Zeugnis für die Anwendung einer zurückhaltenden klassizistischen Formensprache bei solchen Bauaufgaben in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude dokumentiert zudem die Lebensverhältnisse der Pfarrersfamilie in dieser Zeit und ist für die Waldmannshofener Kirchengeschichte bedeutsam.

1194749BW
Wohnhaus Waldmannshofen 25
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr auf Kellergeschoss, straßenseitige Eckquaderung, diese im Erdgeschoss im Wechsel rustiziert und im Obergeschoss im Wechsel diamantiert, profiliertes Hauptportal mit waagerechter Gesimsverdachung, in der Frieszone bezeichnet und datiert mit Konsolen, darüber Volutenstein mit Rollwerkkartusche und Rosenrelief, Sohlbänke mit Konsolen, errichtet durch Georg Ulrich, 1904 (i)

Das Wohnhaus ist durch sein nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert bäuerliche Lebensverhältnisse im Waldmannshofen zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Mit seinem Baudekor im Stile der Neurenaissance zeugt es vom repräsentativen Anspruch seines Bauherren Georg Ulrich. Dabei ist der Volutenstein mit Rollwerkkartusche bezeichnend für diese historistische Spielart am Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Land. So hat das Wohnhaus architekturgeschichtliche Relevanz.

102288773BW
Pumpbrunnen Waldmannshofen 40
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur und korinthischem Kapitell, kassettiertes Postament mit Blütenrosetten, kugelartiger Aufsatz, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Waldmannshofen. In seiner säulenartigen Ausformung zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102289239BW

Weitere Bilder
Ev. Johanniskirche Waldmannshofen 41
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit Walmdach, nordöstlicher Chorflankenturm auf rechteckigem Grundriss mit Welscher Haube und Laterne, zweibahnige Maßwerkschallöffnungen, Eckquaderung an Langhaus und oberen Turmgeschossen, Rechteckfenster, im Süden pilastergerahmtes Hauptportal mit waagerechter Gesimsverdachung, erschlossen über Freitreppe, vor dem Ostportal Grabstein mit vasenartigem Aufsatz, Chor im Inneren apsidial geschlossen mit Orgel-Kanzel-Altar, Emporeneinbau, Turmerdgeschoss mit Kreuzrippengewölbe, darin Grabepitaphien u. a. für Truchsessin von Rosenberg und ihren Sohn, um 1412, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, erbaut 1804 bis 1806 unter Einbezug des spätmittelalterlichen Turmes

Die evangelische Johanniskirche befindet sich inmitten des Dorfkerns und bildet durch ihren nordöstlichen Chorflankenturm eine vertikale Dominante, die das Ortsbild bereits auf weite Sicht hin prägt. Der Sakralbau wurde als Saalkirche in zurückhaltender klassizistisch beeinflusster Formensprache errichtet. Dabei wurde der spätmittelalterliche Turm vom Vorgänger miteinbezogen. Dieser weist mit seinem Kreuzrippengewölbe im Erdgeschoss sowie dem Maßwerk in den Schallöffnungen spätgotische Merkmale auf. Die ursprüngliche Dachform wurde durch eine Welsche Haube mit Laterne ersetzt. Im Inneren präsentiert sich der Bau als dezidiert evangelischer Kirchenraum mit apsidial schließendem Chor sowie charakteristischem Orgel-Kanzel-Altar. Der Emporeneinbau rundet den klassizistischen Innenraum ab, der mit der Balustrade der Orgelempore sowie den Marmorierungen der Emporensäulen und -brüstungen noch Nachklänge des Spätbarock aufweist. Die spätgotischen Grabepitaphien im Turmerdgeschoss sind beredte Zeugnisse herrschaftlicher Begräbnis- und Andachtskultur und aufgrund ihrer anschaulich überlieferten Gestaltung von kunstgeschichtlicher Bedeutung. Als geistlicher Mittelpunkt besitzt das Gotteshaus glaubensgeschichtliche Aussagekraft und veranschaulicht die evangelische Prägung des Ortes in eindrücklicher Weise.

1209357
( Wikidata)
Torgitter (an Hofanlage) Waldmannshofen 42
(Karte)
Schmiedeeisern, mit vegetablien Rosetten, Festons und Sonnenblumenaufsätzen, 1926

Die schmiedeeisernen Torgitter markieren den offiziellen Eintritt zum Hof und belegen mit der vegetabil geprägten Verzierung den repräsentativen Anspruch der bäuerlichen Bewohner. Gleichzeitig sind sie qualitätvolle Erzeugnisse der kunsthandwerklichen Metallbearbeitung in der Mitte der 1920er-Jahre und veranschaulichen den Dekorationsstil der Zeit in ländlichen Gebieten.

102289361BW
Wohnhaus Waldmannshofen 42
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach und Wiederkehr auf Kellergeschoss, straßenseitige Eckquaderung, diese im Erdgeschoss im Wechsel rustiziert und im Obergeschoss im Wechsel diamantiert, profiliertes Hauptportal mit waagerechter Gesimsverdachung, in Frieszone bezeichnet und datiert mit Konsolen, darüber Volutenstein mit Rollwerkkartusche und Rosenrelief, unter dem First Rundfenster, Sohlbänke mit Konsolen, Torpfosten mit schmiedeeisernem Gitter, 1903 (i)

Das Wohnhaus ist durch sein nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert bäuerliche Lebensverhältnisse im Waldmannshofen während der Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Durch seinen Baudekor im Stile der Neurenaissance zeugt es vom repräsentativen Anspruch seines Bauherren. Dabei ist der Volutenstein mit Rollwerkkartusche bezeichnend für diese historistische Spielart am Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Land, womit dem Wohnhaus auch architekturgeschichtliche Relevanz zukommt.

102289173BW
Wohnhaus Waldmannshofen 44
(Karte)
Eingeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Zwerchhaus und Krüppelwalmdächern auf rustiziertem Kellergeschoss, Erdgeschoss massiv, Kniestock und Dachgeschosse Fachwerk, zur Straße in Sichtfachwerk mit Zierelementen wie geschweiften Streben, am Zwerchhausgiebel gesägtes Brettelement, profiliertes Hauptportal, Sohlbänke mit Konsolen, 1908 (i)

Das Wohnhaus besitzt ortsbaugeschichtliche Bedeutung und dokumentiert bäuerlich geprägte Lebensverhältnisse am Beginn des 20. Jahrhunderts in Waldmannshofen. Die späthistoristischen Zierfachwerkelemente verdeutlichen den repräsentativen sowie gestalterischen Anspruch seines Bauherren. Durch das gesägte Brettelement zeugt der Bau auch vom Einfluss des Schweizerhausstils, durch den ein ländlicher Baucharakter erzeugt werden soll.

102289444BW
Hofpfosten (an Hofanlage) Waldmannshofen
(Karte)
1746 (i);Torgitter, geschmiedet, mit rautenförmigen Kassettierungen im unteren Bereich, um 1920

Die Hofpfosten sind durch ihr hohes Alter von ortsbaugeschichtlichem Wert. Die geschmiedeten Torgitter markieren den offiziellen Eintritt zur Hofanlage. Sie sind hochwertige Erzeugnisse der nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierenden Schmiedeeisenbearbeitung am Beginn der 1920er-Jahre und veranschaulichen den Dekroationsstil der Zeit in ländlichen Gebieten.

102289704BW
Wohnhaus Waldmannshofen 61
(Karte)
Eingeschossiger Bau mit Satteldach auf Kellergeschoss, südliche Giebelseite massiv, Erdgeschoss weuitestgehend in konstruktivem Sichtfachwerk, Nordgiebel in Sichtfachwerk mit Zierlelementen wie Rautenform und balusterartig beschnitzten Ständern, in der Raute bezeichnete und datierte Erbauungstafel mit Wappendarstellung, dieselbe Darstellung am nordöstlichen Eckständer, 1829 (i)

Das Wohnhaus besitzt durch sein nachvollziehbares Alter ortsbaugeschichtliche Aussagekraft und dokumentiert bäuerlich geprägte Lebensverhältnisse der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Waldmannshofen. In zeittypischer Weise ist das Fachwerk weitestgehend durch Konstruktivhölzer geprägt. Die wenigen akzentuierenden Zierelemente finden sich in der dadurch als Schaufassade ausgezeichneten nördlichen Giebelseite und machen den repräsentativen Geltungsanspruch des Bauherren deutlich.

102288497BW
Pumpbrunnen Waldmannshofen 64
(Karte)
Gusseisern, säulenartig mit Kannelur, Schwengel durch volutenartige Konsole abgestützt, 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungsnetzes in Waldmannshofen. In seiner säulenartigen Ausformung mit volutenartiger Konsole zeigt er eine antikisierende Formensprache der Neurenaissance. Als qualitätvolles Erzeugnis der zeitgenössischen Gusseisenbearbeitung besitzt er Aussagekraft für solche nach kunsthandwerklichen Vorlagen produzierte Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung.

102290518BW

Weitere Bilder
Rittergut Waldmannshofen [§ 28 und § 2] Tiergarten; Waldmannshofen 1
(Karte)
Bestehend aus:
  • Schloss [§ 28], ehem. Wasserburg der Truchsessen von Baldersheim (heute Feuerwehrmuseum), Baugruppe aus drei- bis viergeschossigen verputzten Massivbauten, Hauptbau mit zwei Voluten-Schweifgiebeln; drei runde Ecktürme mit Welschen Hauben, vorkragend über Rundbogenfriesen, Schießscharten für Feuerwaffen; freistehender hoher runder Hauptturm mit Erkern, Welsche Haube mit Laterne, über gedeckte Brücke mit verbunden mit hexagonalem Treppenturm des Wohnbaus; kleiner Kapellenanbau mit geschweifter Haube und Laterne, kleiner Eingangshof mit rustiziertem Portal mit Segmentbogengiebel, reich geschnitzte Tür, 1682 (i), im Erdgeschoss netzrippen- und tonnengewölbte Räume, im Obergeschoss Kassettendecken in Stuck, im Turm spätgotische Rankenmalereien, im Kern Steinhaus, erbaut vor 1372 (a), für Fritz Truchsess von Baldersheim erweitert und zur Kastellburg ausgebaut, nach 1408 (a), nach Zerstörung 1523 (a) Wiederaufbau für die Herren von Rosenberg, 1544 bis 1552 (a, i), erweitert und barockisiert für die Grafen Melchior und Hermann von Hatzfeld, nach 1637 (a);
  • Burggraben (Flst. Nr. 309), verflachter, trocken gelegter einstiger Wassergraben;
  • Gartenfläche [§ 2] (Flst. Nr. 1, 2)
  • Stauseen östlich des Schlosses (Flst. Nr. 326, 327, 329, 330/1) [§ 2], als Bassins angelegt, 1640 (a);
  • Fasanengarten [§ 2] südöstlich des Ortes (Flst. Nr. 651, 652, 653/1, 653/2, 654, 655, 656, 663 bis 667, 669 bis 673), mit geometrischen Wasserbecken und Inseln sowie Umwallung als Teil des Gartens, angelegt vor 1645 bis 1658 (a)

Schloss Waldmannshofen zählt zu den architektur- wie herrschaftsgeschichtlich bedeutendsten einstigen Adelssitzen der Region. Es stellt sich als ein charakteristisches Konglomerat verschiedener Bau- und Stilepochen vom Mittelalter bis in die Barockzeit dar. Die Anlage, im Kern aus einem spätmittelalterlichen Turmhaus entwickelt, zählt mit einem ersten Ausbau im 1. Viertel des 15. Jahrhunderts zu den frühen regelmäßigen Kastellanlagen in Südwestdeutschland. Diese zeigt eine durchdachte Anlage zur Verteidigung mit Feuerwaffen, wovon die tiefen, trichterförmigen Scharten in den Flankierungstürmen wie auch die Senkscharten zeugen. Die Anlage steht dabei in einer Reihe mit mehreren anderen Burgen und Stadtbefestigungen der Truchsessen von Baldersheim und ihrer politischen Verbündeten. Sie war von weitläufigen Gräben und Teichen umgeben. Von spätmittelalterlicher Wohnkultur und adeligem Repräsentationsanspruch zeugen die spätgotischen Rankenmalereien im Hauptturm. In der Absberger Fehde 1523 vom Schwäbischen Bund zerstört, erfolgte in den 1540er-Jahren ein Wiederaufbau der Anlage für die Herren von Rosenberg. Das brandenburg-ansbachische Lehen fiel 1637 durch Kauf an den Grafen Melchior von Hatzfeld, der als kaiserlicher Offizier im Dreißigjährigen Krieg Karriere machte und zu Geld kam. Er und sein Bruder Hermann bauten Waldmannshofen zu einem Lustschloss mit reich stuckierten Kassettendecken im Stil der Spätrenaissance aus, dem ausgedehnte Fischteiche bzw. Stauseen und mit dem Fasanengarten ein Lustwäldchen hinzugefügt wurden. Diese waren über eine Allee miteinander verbunden und sind herausragende Zeugnisse der Landschaftsgestaltung und Gartenkunst in der Übergangsphase von der Spätrenaissance zum Frühbarock. Gärten aus dieser Zeit haben Seltenheitswert. Die Anlagen belegen eindrucksvoll, wie sich die Grafen von Hatzfeld als Kriegsgewinnler zu Ende und nach dem Dreißigjährigen Krieg in Szene setzten. In Waldmannshofen blieb damit ein anschauliches Zeugnis mittelalterlicher sowie frühneuzeitlicher Herrschaftsarchitektur und Adelskultur erhalten, das mit den Resten der Gärten auch überregionale Bedeutung beanspruchen darf.

1194769
( Wikidata)
Gedenkstein für den 1941 gefallenen Hoferben Eugen Hertlein Waldmannshofen
(Karte)
Reliefdarstellung eines sich am Boden abstützenden Mannes in Soldatenuniform, den Blick zum Himmel gerichtet, gegenüber dem Soldaten Eichenlaub, im Hintergrund Landschaftsdarstellung mit Kirche, durch flachen Dreiecksgiebel abgeschlossen, inschriftlich bezeichnet, nach 1941

Der Gedenkstein für den Hoferben Eugen Hertlein ist ein anschaulich überliefertes Beispiel individuellen Andenkens für einen im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten. In dem Relief ist wohl Hertlein selbst dargestellt, der in Anbetracht seines Todes gen Himmel schaut. Die sich im Hintergrund befindliche Kirche - wohl die Pfarrkirche in Waldmannshofen - betont das Hoffen auf eine Erlösung nach dem Tod im Sinne des christlichen Glaubens. Das Eichenlaub ergänzt die Darstellung mit einer nationalpatriotischen Konnotation. Somit ist der Gedenkstein eine beredtes Zeugnis der heroisierenden sowie idealisierenden Erinnerungskultur infolge des Zweiten Weltkriegs mit spezifischer Verbindung zu Waldmannshofen.

102288915BW
Schließen

Ehemalige Kulturdenkmale

Blumweiler

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Bildstock Reutsachsen
(Karte)
Bildstock
Weitere Bilder Steinkreuz Reutsachsen ca. 15. Jh. Mord- und Sühnekreuz: XI / Teilort Reutsachsen. Streit zwischen zwei Rothenburger Bäckern.
Weitere Bilder Steinkreuz Reutsachsen ca. 16./17. Jh. Mord- und Sühnekreuz: XII / Teilort Reutsachsen.
Weitere Bilder Steinkreuz Reutsachsen Mord- und Sühnekreuz: XIII / Teilort Reutsachsen.
Schließen

Finsterlohr

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wohnhaus Finsterlohr 2 Finsterlohr, Finsterlohr 2
(Karte)
Im Kern 19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Wohnhaus Finsterlohr 6 Finsterlohr, Finsterlohr 6
(Karte)
Mitte 19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Wohnhaus Finsterlohr 10 Finsterlohr, Finsterlohr 10
(Karte)
Mitte 19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Wohnhaus Finsterlohr 14 Finsterlohr, Finsterlohr 14
(Karte)
1930 Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Hofanlage Finsterlohr 20 Finsterlohr, Finsterlohr 20
(Karte)
1914 Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Einhaus Finsterlohr 22 Finsterlohr, Finsterlohr 22
(Karte)
Spätes 18. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Scheune und Stallgebäude Finsterlohr 24 Finsterlohr, Finsterlohr 24
(Karte)
Spätes 19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Wohnhaus Finsterlohr 28 Finsterlohr, Finsterlohr 28
(Karte)
um 1900 Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Wohnhaus Finsterlohr 29 Finsterlohr, Finsterlohr 29
(Karte)
Spätes 18. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Nebengebäude Finsterlohr 32 Finsterlohr, Finsterlohr 32
(Karte)
1894 Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Hofanlage Finsterlohr 33 Finsterlohr, Finsterlohr 33
(Karte)
19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Doppelhaus mit Dorfgaststätte „Grüner Baum“ Finsterlohr 35 Finsterlohr, Finsterlohr 35
(Karte)
frühes 20. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Fachwerkscheune Finsterlohr 37 Finsterlohr, Finsterlohr 37
(Karte)
19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW

Schulhaus Finsterlohr 38 Finsterlohr, Finsterlohr 38
(Karte)
1848 Erhaltenswertes Gebäude[4]
Wohnstallhaus Finsterlohr 39 Finsterlohr, Finsterlohr 39
(Karte)
1922 Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Waaghaus Finsterlohr 48 Finsterlohr, Finsterlohr 48 Erhaltenswertes Gebäude[4]
Scheune Finsterlohr 49 Finsterlohr, Finsterlohr 49 Erhaltenswertes Gebäude[4]
Scheune Finsterlohr 50 Finsterlohr, Finsterlohr 50 Erhaltenswertes Gebäude[4]
ehemaliges neues Pfarrhaus Finsterlohr 51 Finsterlohr, Finsterlohr 51
(Karte)
1914–18 Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Gebäude an Kirchenmauer Finsterlohr
(Karte)
18./19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude[4] BW
Ehrenmal Finsterlohr, auf dem Kirchhof
(Karte)
18./19. Jahrhundert Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege. Erhaltenswertes Denkmal.[4] BW
Schließen

Frauental

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wohnhaus mit Stallscheune Nr. 10 Frauental 10
(Karte)
19./20. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Stallscheune Nr. 14 Frauental 14
(Karte)
Erhaltenswertes Gebäude BW
Scheune Nr. 15 Frauental 15
(Karte)
20. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Keller mit Kellerhals und Sandsteinpfeiler ehem. Nr. 16b Frauental 16b
(Karte)
18./19. Jahrhundert Erhaltenswertes Bauteil BW
Dreiseite Hofanlage Nr. 19, ehem. Gasthof „Grüner Baum“ (bis 1889) Frauental 19
(Karte)
1927-1929 Erhaltenswertes Gebäude BW
Wohnhaus mit Nebengebäuden Nr. 20 Frauental 20
(Karte)
19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Hofanlage mit Mauern Nr. 22 Frauental 22
(Karte)
1877 Erhaltenswertes Gebäude BW
Wohnhaus Nr. 24 Frauental 24
(Karte)
wohl 18./19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Wohnhaus mit Anbau Nr. 25 Frauental 25
(Karte)
wohl 18./19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Hofanlage Nr. 32, 32/1 Frauental 32, 32/1
(Karte)
um 1900 Erhaltenswertes Gebäude BW
Wohnhaus mit Scheune, Werkstatt- und Garagenbau Nr. 41 und 46 Frauental 41 und 46
(Karte)
um 1900 Erhaltenswertes Gebäude BW
Scheunen Nr. 43/1, 43/2 Frauental 43/1, 43/2
(Karte)
1. Hälfte 20. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Trafostation Frauental 47
(Karte)
20. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Scheunenreihe Nr. 48, 49, 65 Frauental 48, 49, 65
(Karte)
19./20. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Scheune Nr. 56 Frauental 56
(Karte)
Ende 19. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Stallscheune und Werkstatt mit Inschriftstein von 1848 Nr. 64 Frauental 64
(Karte)
1848 Erhaltenswertes Gebäude BW
Scheune Nr. 72 Frauental 72
(Karte)
20. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Scheune Nr. 74 Frauental 74
(Karte)
20. Jahrhundert Erhaltenswertes Gebäude BW
Schließen

Siehe auch

Commons: Kulturdenkmale in Creglingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

Related Articles

Wikiwand AI