Liste der Kulturdenkmale in Hayingen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Hayingen sind die Kulturdenkmale der Stadt Hayingen im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Anhausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock | Horn (Karte) |
Massiv mit Satteldach, um 1800
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft traditionell katholisch geprägter Regionen und Orte. |
98817970 | ||
| Speth’sches Amtshaus | Schloßsteige 3 (Karte) |
Später Forsthaus (heute Wohnhaus), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, aufgeputzte Eckquaderung, 1763 (i)
Das spätbarocke Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für die Amtsgebäude auf den reichsritterschaftlichen Dörfern. Es dokumentiert die Herrschafts- und Ortsgeschichte Anhausens, das sich seit 1452 als Zubehör der Schülzburg in Besitz der Freiherren von Speth befand. |
98815913 | ||
Weitere Bilder |
Burg Schülzburg | Schloßweg; Schülzburg (Karte) |
Ruine, polygonale Anlage in Spornlage über der Großen Lauter, erstmals genannt 1208 (a), wohl weitgehender Neubau unter Walter von Stadion unter Einbeziehung eines Vorgängerbaus, ab 1329 (a), 1452 bis 1884 Wohnsitz der Freiherren Speth, abgebrannt 1884 (a), bestehend aus:
Die Ruinen der noch bis zu einem Großbrand 1884 von den Freiherren von Speth bewohnten Schülzburg erheben sich in dominierender Lage auf einem Sporn über dem Tal der Großen Lauter und bilden so ein gut und weithin sichtbares Herrschaftszeichen. Die Schülzburg ist vielleicht schon im 12./13. Jahrhundert existent gewesen, darauf deutet der 1208 erstmals erwähnte Name hin, doch handelt es sich um einen weitgehenden Neubau des Walter von Stadion, der 1329 hier Güter erwarb und in Konkurrenz zur Zisterzienserabtei Salem trat, die hier ebenfalls Güter besaß und vergeblich versuchte Anhausen seiner Herrschaft einzugliedern. So ist die Schülzburg ein anschauliches Zeugnis erfolgreicher adeliger Burgenpolitik im Gebiet der Schwäbischen Alb. Nach mehrfachen Besitzwechseln und Verpfändungen gelangte die Burg, seit 1362 ein österreichisches Lehen, 1452 an die Freiherren Speth, denen sie bis zur Brandzerstörung 1884 als Wohnsitz diente. 1605 wurde die ältere Kernburg um einen großen neuen repräsentativen Wohnbau erweitert. Die Ruinen der größten Burg im Lautertal, zu denen auch Reste von Wirtschaftsbauten und der Vorburg gehören, sind anschauliche Zeugnisse adeliger Wohn- und Lebensverhältnisse, adeliger Kultur und des regionalen Burgenbaus bis in die Renaissance. Sie dokumentieren die historischen Herrschaftsverhältnisse und haben darüber hinaus Bedeutung als Miniaturresidenz eines reichsfreien Adelsgeschlechtes. |
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| Weitere Bilder | Kath. Kapelle St. Ursula | St.-Ursula-Straße 7 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, aufgemalten Ecklisenen und Dachreiter, unter Einbeziehung des Vorgängerbaus aus dem 16. Jahrhundert erbaut 1798
Die Kapelle ist ein anschauliches Beispiel für die kleineren Sakralbauten auf den Dörfern und vertritt mit ihrer Grundrissform einen in der Gotik entwickelten Bautyp. Sie präsentiert sich als weitgehender Neubau des Spätbarock und ist mit ihren spätgotischen und barocken Ausstattungsstücken ein anschauliches Zeugnis der Religiosität in der einst reichsfreien, katholisch geprägten Herrschaft der Freiherren Speth. Als früheres Filial von Hayingen hat die Kapelle orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
98814195 ( | |
| Wohnhaus | St.-Ursula-Straße 8 (Karte) |
Wohnteil der ehem. Hammerschmiede, urkundlich erwähnt 1605 (a), zweigeschossiger Fachwerkbau über Massivsockel, Satteldach, Geschossvorkragungen, traufseitige Erschließung, wohl 17. Jahrhundert; südlich angefügt Schmiedewerkstatt, eingeschossiger Massivbau mit Satteldach und Fachwerkgiebel
Das stattliche, ortsbildprägende Gebäude vertritt als alte Hammerschmiede einen durch die Wasserkraft der Großen Lauter angetriebenen Handwerksbetrieb der Frühen Neuzeit. Das Wohngebäude veranschaulicht dabei mit der deutlich anhand der Fenster ablesbaren Wohnstube im 1. Obergeschoss damalige Wohn- und Lebensverhältnisse. Es zeigt mit den geknickten Kopfhölzern eine für die Alb charakteristische Form des Fachwerks. Als Fachwerkbau, der wohl noch in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg gehört, hat das Gebäude ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert das frühneuzeitliche Zimmermannshandwerk. |
98815893 | ||
| Seldnerhaus | St.-Ursula-Straße 11 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Scheunenteil und Kellerabgang, Satteldach und freiliegender Fachwerkgiebel, traufseitige Erschließung mit kleiner Freitreppe, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für die Wohn- und Lebensverhältnisse der kleinbäuerlichen Landbevölkerung im 19. Jahrhundert. Bezeichnend ist der Grundriss des Hauses mit Wohn- und Ökonomiebereich unter einem Dach: Der Wohnteil umfasst den geräumigen Flurbereich, die daran anschließende Küche und die wohnlich mit Täfer und einer Felderdecke ausgestattete Stube im Erdgeschoss sowie die Schlafräume im ausgebauten Dach. Den östlichen Gebäudeteil des kleinen quergeteilten Einhauses nimmt die Ökonomie mit Scheune und Stall ein. Die Lage des Kellers direkt unter der Stube legt die Vermutung nahe, dass er ursprünglich, wie in dieser Zeit gerade bei Kleinbauern weit verbreitet, als Webkeller (Donk) genutzt wurde. Bemerkenswert, da in dieser Region fast nirgends mehr erhalten, ist die mit einer Tür versehene Abtrennung des hinteren Stubenbereichs zu einer kleinen Kammer, in der traditionell eine Bettstatt für Alte und Kranke untergebracht war. So konnte dieser Personenkreis trotz Bettlägerigkeit von der geheizten Stube profitieren und zudem am Alltag der Familie teilnehmen. Als bezeichnendes und heute selten gewordenes bauliches Zeugnis für die Wohn- und Lebensverhältnisse auf der Schwäbischen Alb im 19. Jahrhundert hat das Gebäude sozial- und hausgeschichtlichen Zeugniswert. |
98815901 | ||
| Waschhaus | St.-Ursula-Straße 16 (Karte) |
Seit 1910 (a) Backhaus mit Spritzenremise, eingeschossiger verputzter Massivbau. Satteldach mit Zwerchhaus, zwei Backöfen, wohl 1910, erbaut vor 1910, Dachstuhl erneuert 1936 (a)
Das Gebäude war ursprünglich Waschhaus für 13 Eigentümer und wurde 1910 zum Gemeindebackhaus mit Spritzenremise umgebaut. Seitdem im 19. Jahrhundert königliche Verordnungen private Backöfen in den Häusern aus feuerpolizeilichen und Holzersparnisgründen verboten, waren die württembergischen Gemeinden angehalten Gemeinschaftsbackhäuser zu errichten. Dasselbe galt auch für Waschhäuser. Das Gebäude in Anhausen ist damit ein konkretes Beispiel für die Umsetzung dieser Anordnungen. Als bis heute in Betrieb befindliches Backhaus mit zwei alten Öfen ist es Zeugnis für die ländliche Alltagskultur im frühen 20. Jahrhundert. In Verbindung mit der Spritzenremise ist es dabei ein für Dörfer charakteristischer kommunaler Multifunktionsbau. |
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| Zehntscheune | Zehntscheuerweg 1 (Karte) |
Verputzter Massivbau mit Satteldach, im Westgiebel Wappen des Abtes von Salem, 1789 (i), Wiederaufbau nach Brand 1954 (a)
Die Zisterzienserabtei Salem hatte seit dem 13. Jahrhundert Besitz in Anhausen und auch die Zehntrechte am Ort. Davon zeugt bis heute die direkt oberhalb der Kapelle St. Ursula gelegen Zehntscheune mit dem Wappen des letzten Salemer Abtes Robert Schlecht (reg. 1778 bis 1802). Sie hat daher herrschafts- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
98817925 | ||
| Wohnhaus | Zehntscheuerweg 5 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkhaus in Ständerbauweise mit Satteldach, 16. Jahrhundert
Das stattliche, etwas erhöht über dem Ort stehende Gebäude vertritt einen alten Bautypus in einer späten, frühneuzeitlichen Ausprägung. Ständerbauten wie dieses Haus wurzeln im Mittelalter, wurden aber auf dem Land teilweise bis in die Frühe Neuzeit errichtet, allerdings nicht mehr in einer verblatteten, sondern nun in einer gezapften Konstruktion. Das bäuerliche Wohnhaus veranschaulicht dies und ist ein selten gewordenes, anschaulich überliefertes Beispiel für diese Bauweise. Es veranschaulicht darüber hinaus vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat als Gebäude aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg wichtigen ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98817935 | ||
| Wohnhaus | Zehntscheuerweg 10 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit hangseits abgeschlepptem Satteldach und Giebelvorkragungen über Knaggen, 16./17. Jahrhundert
Bei diesem Wohnhaus einer Hofanlage handelt es sich um ein anschaulich überliefertes Beispiel für den ländlichen Hausbau in dieser Region im 16. Jahrhundert. Es zählt somit zu den wenigen erhaltenen Gebäuden aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg, der in dieser Gegend besonders große Verwüstungen hinterlassen hat. Charakteristisch für das Gebäude ist etwa der weitgehend erhaltene Grundriss mit Stube in Ecklage nach Süden und Mittelflurerschließung sowie das aus der Erbauungszeit erhaltene Gefüge des Hauses, das im Inneren an den teils freigelegten Ständern und Balken ablesbar ist. Das im Dach sichtbare Giebelfachwerk mit gebogenen Dreiviertelstreben und die vorgeblatteten Hahnenbalken lassen auf eine Entstehungszeit des Gebäudes im 16. Jahrhundert schließen. In der Stube hat sich zudem eine heute selten gewordene Ausstattung mit brüstungshohem Täfer, Wandschränkchen und einer Zimmertür mit Bockshornbeschlägen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts erhalten. Das Wohnhaus ist aufgrund seiner aus dem 16. Jahrhundert stammenden Konstruktion und seiner qualitätvollen Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert ein wichtiges Zeugnis der örtlichen Bau- und Sozialgeschichte und belegt vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land. |
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Ehestetten
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Aspenkapelle | Aspen (Karte) |
Massives, verputztes Gebäude mit Satteldach, 1945 (i)
Die kleine Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region um Hayingen. Das Baudatum dürfte in Zusammenhang mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 stehen, womit die Kapelle als Votivbau für die überstandenen Kriegsdrangsale zu werten ist. |
98818884 | ||
| Backhaus | Hauptstraße 27 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, im Inneren zwei Backöfen, 1838 (i)
Königliche Verordnungen verboten in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aus feuerpolizeilichen und Holzersparnisgründen Backöfen in Privathäusern. Die Kommunen wurden angehalten, freistehende Gemeindebackhäuser zu errichten. In Ehestetten kam man dieser Aufforderung 1838 nach. Das Gebäude mit den beiden erhaltenen, noch in Betrieb befindlichen Öfen im Inneren veranschaulicht so die ländliche Alltagskultur im Königreich Württemberg des 19. Jahrhunderts. |
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| Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege | Hauptstraße 33/1 (Karte) |
Sandstein, hochrechteckige Tafel mit Relief einer Schutzmantelmadonna, zu beiden Seiten Namenstafeln, Bildhauer August Knaus, Riedlingen, nach 1918, nach 1945 erweitert
Wie für katholische Gegenden üblich, ist das Gefallenendenkmal, das ursprünglich nach 1918 für die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs gesetzt wurde, stark christlich geprägt, hier mit der ungewöhnlichen Darstellung der Schutzmantelmadaonna, unter deren Mantel nicht nur weibliche und männliche Zivilisten, sondern auch Soldaten mit Stahlhelmen Zuflucht gefunden haben. Gestalterisch ist das Relief dabei deutlich an mittelalterliche, hochgotische Grabmäler angelehnt. Zwei rahmende Wappen verweisen auf die Gemeinde wie auch das übergeordnete Land Württemberg. Das künstlerisch bemerkenswerte Gefallenendenkmal ist Ausweis der lokalen Erinnerungskultur an zwei einschneidende historische Ereignisse und hat ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
104984795 | ||
| Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus | Hauptstraße 33 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau, Satteldach mit Dachreiter über Westgiebel, nur leicht eingezogener Rechteckchor, Innenraum mit stuckierter, bemalter Flachdecke und ornamentaler Ausmalung, über Chorbogen Wappen der Freiherren Speth, Reste von Wandmalereien des 15. Jahrhunderts, reiche Ausstattung, u. a. mit spätgotischen Bildwerken, Chor im Kern vielleicht noch 12. Jahrhundert, Umbau und Erweiterung Langhaus 1720 und 1755/56, Ausmalung in Neurokoko durch Kirchenmaler Münch, 1911 (a)
Die inmitten des Dorfes gelegene katholische Pfarrkirche hat durch ihren leicht erhöhten Standort ortsbildprägenden Charakter. Ein Gotteshaus ist als Filial von Eglingen erstmals 1364 belegt. Das Patronat lag seit jenem Jahr bei der Ortsherrschaft, wie bis heute die Wappenkartusche über dem Chorbogen ausweist. Erst 1890 wurde Ehestetten Sitz einer eigenen Pfarrei. Die Kirche, die bis ins Hochmittelalter zurückreicht, hat mehrere Umgestaltungen erfahren und spiegelt damit die Entwicklungen sakraler Kunst im Laufe der Jahrhunderte wider. Von künstlerisch besonderer Bedeutung sind mehrere spätgotische Bildwerke, darunter ein großes Auferstehungsrelief, spätgotische Wandmalereien in Chor und Langhaus belegen die einst reiche Ausmalung der Kirche im Mittelalter. Sie hat jenseits ihrer bau- und kunstgeschichtlichen Bedeutung wichtigen Zeugniswert für die Siedlungs- und Kirchengeschichte Ehestettens. |
1210265 | ||
Weitere Bilder |
Schloss Ehestetten | Schloßhof 1, 1/1; Schloßstraße 6 (Karte) |
Wohl Gründung der Herren von Gundelfingen im 13. Jahrhundert, ab 1364 (a) Sitz der Herren Speth als württembergisches Lehen, nach 1615 zeitweilig Amtssitz des württembergischen Vogts, unregelmäßige Anlage am Ostrand des Dorfes, bestehend aus:
Schloss Ehestetten erhebt sich am Ostrand des gleichnamigen Dorfes über einer leichte Hangkante. Es wurde wohl als Ersatz für einen älteren Ortsadelssitz der 1273 erstmals genannten Herren von Ehestetten bei der Kirche Ende des 13. Jahrhunderts durch die Herren von Gundelfingen gegründet. 1364 erwarben die Herren Speth das württembergische Lehen, das bis 1615 einen ihrer Wohnsitze bildete. Nachdem Herzog Ulrich von Württemberg 1517 die Spethschen Besitzungen aus Rache für die Beihilfe des Freiherrn Dietrich von Speth zur Flucht von Ulrichs wittelsbachischer Gemahlin Sabina nach Bayern verwüstet hatte, versuchten die Speth ihren Rittersitz offenbar in eine moderne Artilleriefestung umzuwandeln. Davon zeugt der eigentümliche, unterkellerte Basteibau an der Südostecke des Berings, der offenbar einen frühen Versuch darstellt, die moderne, aus Italien stammende Form des Artilleriebollwerks, die Bastion, zu rezipieren. Das Bauwerk dokumentiert dabei nicht nur Entwicklungen des Wehrbaus am Ende des Mittelalters, sondern auch das spannungsgeladene Verhältnis zum Lehnsherrn Württemberg, der nach erfolgreicher Einmischung in innerfamiliäre Händel der Speth ab 1615 das Schloss zeitweilig als Vogteisitz nutzte. Der Hauptbau, der im Kern vielleicht noch ins 14. Jahrhundert datiert, stammt in seinem wesentlichen aufgehenden Baubestand von 1495 und 1583. Der ältere Westteil zeigt einen für regionale Adelssitze charakteristische Grundrisseinteilung mit einem Mittelflur, zu dessen beiden Seiten gewölbte Wirtschaftsräume liegen. Die große Halle in der jüngeren Osterweiterung dürfte als Hofstube zu deuten sein. Von barockzeitlichem Repräsentationsanspruch und dem Verweis auf adelige Hoheitsrechte zeugt im Obergeschoss eine barockzeitliche Stuckdecke mit Jagdfries. So veranschaulicht Schloss Ehestetten adelige Wohn- und Lebensverhältnisse vom Spätmittelalter bis in die Barockepoche wie auch Entwicklungslinien im reichsritterlichen Schlossbau Schwabens. Es ist darüber hinaus von zentraler Bedeutung für die Siedlungs- und Ortsgeschichte Ehestettens sowie von aussagekräftigem Zeugniswert für die regionale Herrschaftsgeschichte. |
1210269 | |
| St. Annakapelle | St.-Anna-Straße 6 (Karte) |
Verputzter kleiner Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, entsprechend einseitig abgewalmtes Satteldach und Kreuz über Westgiebel, Spitzbogenportal, darüber Tondo mit Maßwerk, innen Altar mit Darstellung Annas mit Tochter Maria, 1861
Die neugotische Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region und Hayingen. Ihre Ausstattung veranschaulicht die Entwicklungen der Sakralkunst im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. |
98818896 | ||
| Wegkapelle | Vorderes Hart (Karte) |
14 Nothelfer, massives verputztes Gebäude mit Satteldach und Firstkreuz, Dreiachtelschluss, 18. Jahrhundert, Innenausstattung neu
Die den Vierzehn Nothelfern geweihte Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region um Hayingen. |
98818870 | ||
| Feldkreuz | Nach Aichelau (Karte) |
Metallenes reich ornamentiertes Kreuz mit Korpus, Heiligenfigur im Fuß, steinernes Postament, 1876 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region um Hayingen. Die Verwendung des Materials Gusseisen für Kreuz und Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solcher sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
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Hayingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz | Leihen (Karte) |
Sandsteinsockel mit schmiedeeisernem, durchbrochenem Kruzifix, am Fuß mit Marienrelief, 1892 (i)
Das neugotisch gestaltete Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Das gusseiserne Kreuz zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
98813895 | ||
| Wegweiser | Wendelinusweg (Karte) |
Gusseiserner Schaft mit angeschraubten flachen Schildern, Schaft um 1900
Der gusseiserne Wegweiser ist Zeugnis der regionalen Verkehrsgeschichte und belegt die serielle Herstellung solcher Funktionsobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
98813857 | ||
Weitere Bilder |
Stadtbefestigung | Badgasse 4, 11; Brunnenstraße 4; Kirchstraße; Küfergasse 2; Zwiefalter Straße 5 (Karte) |
Erstmals urkundlich erwähnt 1303 (a), Ausbauten 15. Jahrhundert, bestehend aus:
Die Stadt Hayingen ist eine jener für das 13. Jahrhundert charakteristischen Stadtgründungen, als die mächtigen Adelshäuser der Region neben zahlriechen Burgen zur Absicherung ihrer Macht und um wirtschaftliche Einkünfte aus Handel und Handwerk zu erhalten, befestigte Städte anlegten. Die Hayinger Stadtanlage überliefert mit ihrem schmalen längsrechteckigen Mauerverlauf und der Aufteilung der Stadt in einen Bezirk um der Kirche nördlich und ein Handwerkviertel südlich der Durchgangsstraße eine solche Gründungsstadt. Hayingen wurde durch die Herren von Gundelfingen neben dem älteren Dorf angelegt und ist 1285 erstmals als Stadt bezeugt. 1303 wird die Stadtmauer erwähnt. Nach dem Aussterben der Gundelfinger gelangte Hayingen über die Grafen von Helfenstein 1627 an das Haus Fürstenberg. Die Stadtbefestigung ist eindrucksvolles Zeugnis der gundelfingischen Stadtgründung und Siedlungsgeschichte Hayingens. Ihre überlieferten beiden Türme bezeugen anschaulich den zeittypischen spätmittelalterlichen Ausbau der einfachen Mauer des 13. Jahrhunderts mit flankierenden Bauwerken. Der sog. Kappenturm im Südwesten zeigt dabei für das 15./frühe 16. Jahrhundert charakteristische Maulscharten. |
98819563 | |
| Wegkapelle Hl. Xaver | Beim Hegener Bäumle (Karte) |
Verputzter Massivbau mit Satteldach, im Giebel stuckierter Spitzbogen und Tondo, 1866 (renoviert 1984)
Die kleine Wegkapelle, die dem Jesuitenheiligen Franz Xaver geweiht ist, zeugt von einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region um Hayingen. |
98813910 | ||
| Wohnhaus | Brunnenstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm, Erdgeschoss verputzt, Fachwerk im 1. Obergeschoss und im Giebel freiliegend, weite traufseitige Vorkragung über Bügen, schabrackenartige Holzsägearbeiten unter den Schwellenhölzern, wohl 16. Jahrhundert
Das im Ortsteil um die Pfarrkirche gelegene Fachwerkgebäude sticht durch seine ungewöhnlichen gesägten, dreipassförmigen Schabracken an der Geschossvorkragungen hervor. Lage und Gestaltung des Gebäudes könnten auf eine ursprüngliche Sonderfunktion im Stadtgefüge, z. B. eine Kaplanei, hindeuten. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse in der Vormoderne und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98812219 | ||
| Gasthaus Zur Post | Brunnenstraße 4 (Karte) |
Heute Zum Adler, dreigeschossiger Bau mit Satteldach, Zierfachwerk über massivem Erdgeschoss, beschnitzte Eckständer mit Neidköpfen und Taumotiven, in der Ostwand Stadtmauer, schmiedeeiserner Ausleger mit Wirtshausschild, anstelle des Amtshauses erbaut, 1736
[s. Stadtbefestigung, Badgasse 2] Das stattliche Gebäude verrät schon in seinem Äußeren die Funktion als großer städtischer Gasthof in dem als Etappe wichtigen Durchgangsort auf der Halbhochfläche. Das anspruchsvoll gestaltete Fachwerk belegt mit seinen Verzierungen, u. a. den Neidköpfen, den Erfindungsreichtum und die Qualität des einheimischen Zimmererhandwerks in der Barockzeit. Als historisches Gasthaus hat das Gebäude nicht nur Bedeutung für die innerörtliche Baugeschichte in der Frühen Neuzeit, sondern auch für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Kleinstadt. |
1210253 | ||
Weitere Bilder |
Schloss Ehrenfels | Ehrenfels 1 (Karte) |
Meierei und Sommersitz der Abtei Zwiefalten, seit 1803 Adelssitz, zweigeschossige Dreiflügelanlage aus massiven verputzten Wohn-, Ökonomie- und Bedienstetengebäuden, Walmdächer, Wohntrakt mit weit vorspringendem Mittelrisalit, darin Hauskapelle St. Anna, dreischiffiger, 66 m langer Hallenkeller mit Kreuzgratgewölbe, zwei eingeschossige Kavaliershäuser mit Walmdächern, errichtet unter Abt Augustin Stegmüller durch die Brüder Josef Benedikt und Martin Schneider, 1735 bis 1740 (a), Fertigstellung unter Abt Benedikt, 1744 bis 1765, weiterer Ausbau, insbesondere des Innern, für Graf Philipp Christian Friedrich von Normann, nach 1803; Parkanlage, 19. Jahrhundert
Schloss Neu-Ehrenfels o. a. nur Ehrenfels erhebt sich auf einer Kuppe über dem Grund von Glas- und Hasenbachtal und bildet den Nachfolgebau zur Burg Alt-Ehrenfels, entstand allerdings erst über 200 Jahre nach deren Schleifung. Doch knüpft der Name bewusst an die mit der alten Burg verbundenen Besitz- und grundherrschaftlichen Rechte an, die der Benediktinerreichsabtei Zwiefalten, die Alt-Ehrenfels 1474 erworben hatte, wichtig waren. Die Anlage entstand anstelle eines älteren Meierhofes und diente vorzugsweise als landwirtschaftliches Gut und riesiger Fruchtspeicher der Abtei. Besonders hervorzuheben ist die große Kellerhalle. Diese wurde errichtet, weil man in Zwiefalten selbst keinen so großen Keller hatte und einrichten konnte, weil dort das Grundwasser zu hoch ist. Neben der Meierei mit ihrer Wohnung, Stallungen und Speichern existierte von Anfang an eine Kapelle, welche den Komplex als klösterliches Gut auswies, auf dem auch die Mönche gemäß der Ordensregeln arbeiteten. Darüber hinaus diente der barocke Baukomplex nach weiteren Ausbauten auch als Sommersitz der Zwiefaltener Äbte. Mit der Säkularisation fielen Zwiefalten und Neu-Ehrenfels an das Haus Württemberg. Herzog Friedrich II. gab das Gut noch 1803 seinem Staatsminister Philipp Christian Friedrich Freiherr von Normann (1756 bis 1817) für seine Verdienste und sein Verhandlungsgeschick in den Verhandlungen mit Napoleon 1801 erhob ihn in den erblichen Grafenstand von Normann-Ehrenfels. Der Minister hatte Württemberg nicht nur die Existenz gesichert, sondern sorgte auch dafür, dass es 1802 bis 1806 umfangreiche Gebietserweiterungen erhielt und sein Landesherr schließlich die Königswürde errang. In der Folge war Neu-Ehrenfels Sitz der Grafen von Normann-Ehrenfels und wandelte sich durch Innenumbauten endgültig zum Herrenhaus mit zugehöriger Ökonomie; aus der Kapelle wurde ein sich zum neu angelegten Park öffnender Festsaal. Die Anlage veranschaulicht bis heute einen klösterlichen Gutsbetrieb der Barockzeit und hat überdies landes- und herrschaftsgeschichtlichen Zeugniswert. |
96603978 ( | |
| Wegkreuz | Ehrenfelser Weg (Karte) |
Ornamentierter Sandsteinsockel mit gusseisernem Kruzifix, farbig gefasst, um 1890
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Die Verwendung von Gusseisen für Kreuz und Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
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| Kath. Liebfrauenkapelle (heute Friedhofskirche) [§ 28] | Frauengasse 9 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Satteldach und Dachreiter, leicht eingezogener Polygonalchor, in der Außenwand vier Epitaphe, Figurennische über Westportal mit Madonna von 1642, Langhaus mit hölzerner Felderdecke und Westempore, im Chor Flachdecke mit Rocaillestuckaturen und Malerei, Säulenaltar, Ende 17. Jahrhundert, mit Älterem Tafelbild, beschnitztes Gestühl, 1771 (i), Lourdesgrotte, erbaut um 1300, erweitert und barockisiert 1769 (i), erneuert und ausgemalt in Neurokokoformen, 1918 (a) (renoviert 1980); Friedhof, Friedhofsmauer mit tonnengewölbten Nischen, Grabmalen und Eingangstor sowie Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege (Sachgesamtheit)
Der Begräbnisplatz Hayingens dürfte aus Platzgründen schon sehr früh aus dem Areal der Pfarrkirche vor die Tore der Stadt zur Liebfrauenkapelle verlegt worden sein. Die Einfriedungsmauer mit ihren überwölbten Grabmalnischen stellt eine lokale Besonderheit dar und prägt auch nach außen mit ihren Bögen das Bild der Anlage. Die Grabmäler sind dabei anschauliche und teilweise anspruchsvoll gearbeitete Zeugnisse der Begräbniskultur vor allem des 19. Jahrhunderts, das Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs belegt die Erinnerungskultur an zwei auch für die schwäbische Kleinstadt einschneidende historische Ereignisse. Die Kapelle dokumentiert als gotischer Bau die mittelalterliche Sakraltopographie der Stadt. Ihre über mehrere Jahrhunderte gewachsene, teilweise künstlerisch anspruchsvolle Ausstattung veranschaulicht die stilistisch wechselnde Verbildlichung katholischer Religiosität. Kapelle und Friedhof haben siedlungs- und stadtgeschichtliche Bedeutung. |
98812360 | ||
| Laufbrunnen vor dem Friedhofsgebäude | Frauengasse (Karte) |
Steinerner Brunnenpfeiler mit Totenkopf und Herz-Jesu-Relief sowie rechteckiges Becken mit Masken
Der mit religiöser Symbolik verzierte Laufbrunnen ist Zeugnis der historischen Wasserversorgung der Stadt Hayingen. Ungewöhnlich ist das Totenkopfrelief am Auslauf, das auf den nahen Friedhof und die Sterblichkeit alles Lebendigen verweist. Stilistisch dürfte der Brunnen noch ins spätere 18. Jahrhundert gehören. |
98812442 | ||
| Wegkreuz | Im Öschle 9 (Karte) |
Sandsteinsockel mit durchbrochenem, gusseisernem Kreuz und Metallkorpus, 1885 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Die Verwendung von Gusseisen für Kreuz und Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Als private Stiftung der inschriftlich genannten Hayinger Familie Müller hat das Wegkreuz darüber hinaus ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
98814056 | ||
Weitere Bilder |
Laufbrunnen | Josefstraße 2 (Karte) |
Gusseiserner Brunnenstock in Form einer gotischen Fiale sowie rechteckiges Brunnenbecken mit barockisierenden Ornamenten, Ende 19. Jahrhundert
Der Brunnen ist ein charakteristisches Beispiel eines historisierenden, reich ornamentierten Eisengusses von hochwertiger Qualität. Er bezeugt das Niveau des seriellen Eisengusses am Ende des 19. Jahrhunderts und ist gleichzeitig Dokument der historischen Wasserversorgung in Hayingen. |
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| Zehntscheune des Klosters Zwiefalten | Kapellenplatz 2 (Karte) |
Verputzter Massivbau mit Satteldach, im Giebel Vierpassöffnungen
Die Benediktinerabtei Zwiefalten war schon seit dem 12. Jahrhundert in Hayingen und Umgebung begütert, so auch in dem Weiler Oberwilzingen, wo sie später das herrschaftliche Übergewicht hatte. Ihr standen auch Zehnteinahmen zu, die in der vom Kloster errichteten Zehntscheune gelagert wurden. Das Gebäude ist damit Zeugnis historischer geistlicher Herrschaftsverhältnisse sowie der damit verbundenen Abgaben und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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Kath. Kapelle St. Jakob | Kapellenplatz 6 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Dreiachtelchorschluss, entsprechend einseitig abgewalmtes Satteldach mit Dachreiter, Heiligennische in der Giebelwand, Innenraum mit hölzerner Kassettendecke und Westempore über Säulen, Brüstung mit Kreuzwegbildern, Säulenaltar, flankiert von Figuren der Heiligen Josef mit Jesuskind und Wendelin, 17. Jahrhundert
Die Kapelle, in unmittelbarer Nähe zur Zehntscheune der Benediktinerabtei Zwiefalten gelegen, dürfte unter der Ägide des Klosters errichtet worden sein, das Besitz und Herrschaftsrechte in Oberwilzingen besaß. Der Bau folgt mit seinem Grundriss einem in der Gotik entwickelten Bautypus, das Innere vermittelt in seltener Geschlossenheit die Ausstattung einer frühbarocken Landkirche. Das kleine Gotteshaus hat siedlungs- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Kaplaneihaus | Kaplaneistraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Nordgiebel und Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, Gefache mit Backsteinen ausgemauert, erbaut über älterem Kern, Anfang 18. Jahrhundert, urkundlich erstmals erwähnt 1788 (a)
Das traufständige Gebäude diente einst als Kaplanei, die Straße, an der es liegt, weist mit ihrem Namen bis heute auf den Wohnsitz des Geistlichen hin, der an der Pfarrkirche oder einer der Kapellen der Stadt Dienst tat. Das Wohnhaus vermittelt anschaulich die Lebensverhältnisse im frühneuzeitlichen Hayingen und hat ortsbau- sowie kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Stadtschloss der Herren von Gundelfingen | Karlsplatz 5 (Karte) |
1828 bis 1895 Brauhaus, an Nordostecke der Stadtanlage, verputzter Massivbau mit Fachwerkgiebel und Satteldach, 1376 (d), Mauern wohl älter, Umbau zur Scheune, 1895 (a)
Das heute auf den ersten Blick eher unscheinbare Gebäude bildet als ehemals festes Steinhaus die Stadtburg der Herren von Gundelfingen ein wichtiges siedlungs- und herrschaftsgeschichtliches Zeugnis Hayingens. Es zählt zu den ältesten überlieferten Profanbauten der Hayinger Altstadt, der Bau ist dendrochronologisch auf 1376 datiert, sein Mauerwerk ist aber wohl noch älter. Es dürfte bis in die Gründungszeit der Stadt in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückreichen, besetzt es doch eine Ecke der durch die Gundelfinger gegründeten Stadtanlage und damit eine für mittelalterliche Stadtburgen charakteristische Position im Verlauf der Stadtbefestigung. Das Schloss weist Hayingen deutlich als adelige Gründung aus, mit ihm wurde die Stadtherrschaft auch baulich innerhalb des Siedlungsbildes präsent. In der Frühen Neuzeit wurde es bereits nicht mehr durch die Herrschaft genutzt, aber eine Wohnnutzung des Gebäudes ist noch 1796 belegt. 1828 wurde der Bau an den Kreuzwirt verkauft und als Brauhaus genutzt, 1895 zu einer Scheune umgebaut. |
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| Fürstenbergischer Fruchtkasten | Karlsplatz 6 (Karte) |
Später Schule, bis 1910 (heute Wohnhaus), viergeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Ecklisenen und Wiederkehr, im Giebel Ladeluken, traufseitige Erschließung, 1736 (renoviert 1984)
Das mächtige Gebäude des Fruchtkastens prägt mit seinen Dimensionen das Stadtbild im Areal des Karlsplatzes. Es erhebt sich am Westrand des alten herrschaftlichen Schlossbezirks und wurde unter den Fürsten von Fürstenberg als Speichergebäude errichtet. Es diente u. a. den Quellen zufolge wohl der Versorgung des Armenhauses (Spitalgasse 2). Im 19. Jahrhundert wandelte es sich zur Schule, als die es bis 1910 diente. Der hoch aufragende Bau veranschaulicht einen Funktionsbau der Frühen Neuzeit und ist damit Zeugnis der herrschaftlichen Infrastruktur Hayingens und seiner Umgebung sowie als ehemalige Schule Zeugnis der Stadt- und Bildungsgeschichte Hayingens. |
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| Gasthaus Löwen | Kirchstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger, teilverputzter Fachwerkbau über massivem Sockelgeschoss, Geschossvorkragungen über Knaggen, Krüppelwalmdach, 15. Jahrhundert mit Veränderungen des 16. Jahrhunderts
Der stattliche Bau in markanter Ecklage zählt zu den ältesten überlieferten Profanbauten der Hayinger Altstadt und ist mit seiner Kubatur ein anschaulicher Vertreter für ein großes spätmittelalterliches Wohn- und Gasthaus. Das Fachwerk zeigt mit seinen Zierformen charakteristische Veränderungen des 16. Jahrhunderts, so die geknickt-geschweiften Fußstreben. Direkt an der Hauptdurchgangsstraße und an einem der einstigen Stadttore positioniert, weist es eine für Gasthäuser charakteristische verkehrsgünstige Lage innerhalb der historischen Stadtanlage auf. Es veranschaulicht historische Konstruktionsprinzipien des Fachwerkbaus und dokumentiert vormoderne Lebensverhältnisse. Darüber hinaus hat es wirtschafts- sowie stadtbaugeschichtliche Bedeutung. |
98812586 | ||
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Kath. Pfarrkirche St. Vitus | Kirchstraße 2 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor, Satteldach, schlanker Westturm mit oktogonalem Aufsatz und Zwiebelhaube, südlich und nördlich zweigeschossige Sakristeianbauten, im Inneren stuckierte Flachdecke mit Deckengemälden von Joseph Ignaz Wegscheider, 1754 (i), Westempore, im Chor Herrschaftsbalkone, weitgehend barocke Ausstattung mit älteren Stücken, u. a. beschnitztes Gestühl, 1734 (i), heraldische Grabplatten von 1374 (Gräfin Anna von Kirchberg) und 1470 (Kraft von Baustetten), ursprünglich dreischiffige gotische Basilika, wohl 3. Viertel 13. Jahrhundert, Dachwerk Chor 1511 (d) unter Verwendung von Hölzern von 1257 (d) und 1267 (d), Umbau zur Saalkirche und Barockisierung, 1724 (a, i), Innenrenovierung 1882 (a)
Die katholische Stadtpfarrkirche St. Vitus bildet den Mittelpunkt des Stadtteils nördlich der zentralen Marktstraße. Sie wird 1244 erstmals urkundlich erwähnt und wurde offensichtlich im Zuge der Stadtgründung durch die Herren von Gundelfingen, welche das Patronat über das Gotteshaus ausübten, in den Mauerring der planmäßig angelegten Stadt einbezogen bzw. im 3. Viertel des 13. Jahrhunderts neu errichtet, wie eine Quellennotiz nahelegt. Darauf weisen auch die auf 1257 und 1267 im Dachwerk des Chors in Zweitverwendung eingebauten Hölzer hin. Die frühgotische Basilika wurde 1724 unter der Herrschaft der Fürsten von Fürstenberg zu einer Saalkirche umgebaut und barockisiert. Sie ist mit ihrem Bandelwerkstuck ein qualitätvolles Zeugnis eines kleinstädtischen Kirchenraums des 18. Jahrhunderts. Wichtige künstlerische Bedeutung dürfen die Deckengemälde des Riedlinger Malers Joseph Ignaz Wegscheider beanspruchen, der im 18. Jahrhundert zu den wichtigen Vertretern der Barockmalerei im nördlichen Oberschwaben und in den katholischen Gebieten der Schwäbischen Alb zählte. Auf die fürstenbergische Patronatsherrschaft verweisen die beiden Herrschaftsemporen im Chor. Die Pfarrkirche ist damit wichtiges Zeugnis der Siedlungs-, Kirchen- und Herrschaftsgeschichte Hayingens und veranschaulicht mit ihrer teils hochwertigen Ausstattung nicht zuletzt Entwicklungen der Sakralkunst in der Region von der Spätgotik bis zum Spätbarock. |
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| Hofanlage | Küfergasse 2 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, dreigeschossiger Bau mit Satteldach, rückwärtig gegen und auf die Stadtmauer gesetzt, Erdgeschoss in Bruchstein, Geschossvorkragungen über Balkenköpfen, 1574 (d); parallel dazu Stallgebäude, rückwärtig gegen und auf die Stadtmauer gesetzt, zweigeschossig mit Satteldach
[s. Stadtbefestigung, Badgasse 2] Das stattliche Wohnhaus veranschaulicht zusammen mit dem zugehörigen Stallgebäude vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in der Kleinstadt auf der Albhochfläche. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk mit langen, gebogenen Fußstreben. Ein langes Fensterband im 2. Obergeschoss macht die Lage der Stube im Außenbau ablesbar. Das Anwesen belegt die frühe Einbeziehung der Stadtmauer in die Wohn- und Wirtschaftsgebäude aufgrund der beengten Verhältnisse innerhalb des ummauerten Siedlungsareals. Das Anwesen hat damit stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Bildstock | Lauterdörfle 10 (Karte) |
Geschnitzte hölzerne Säule mit Gehäuse, darin Text zur Erinnerung an einen 1822 vom Blitz erschlagenen Schäfer samt 216 Schafen (restauriert 1998)
Der Bildstock gemahnt an ein tragisches Unglück, als ein Hayinger Schäfer samt seiner Herde vom Blitz erschlagen wurde. Er ist damit anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Der Bildstock hat in Bezug auf das Ereignis ortsgeschichtliche Bedeutung und ist ein charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
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| Wegkreuz | Maisenburger Weg 12 (Karte) |
Metallenes ornamentiertes Kreuz mit Mariendarstellung im Fuß, steinernes Postament mit Inschrift, 1887 (i)
Das recht aufwendig gestaltete Wegkreuz in neugotischen Formen zeigt am Fuß im Relief Maria auf der Mondsichel und als Himmelskönigin umgeben von einem Chor jubilierender Putten und fällt damit aus dem Rahmen der üblichen Mariendarstellungen als schmerzhafte Mutter am Kreuzfuß. Das Kreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Die Verwendung von Gusseisen zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
98813830 | ||
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Rathaus | Marktstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Gebäude mit Satteldach und zwei polygonalen Eckerkern, Fachwerk im Giebel und an den Erkern freiliegend, 16./17. Jahrhundert über älteren Grundmauern, an der südwestlichen Gebäudeecke Prangerstein, wohl 1748
Das parallel zur Kirche und zur Markstraße als alter Hauptdurchgangsstraße situierte Rathaus hat mit seiner von zwei Eckerkern gerahmten Giebelseite stadtbildprägenden Charakter. Es datiert in die Frühe Neuzeit und dokumentiert die bürgerliche Selbstverwaltung der seit der. 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts mit Stadtrechten begabten Kommune. Es veranschaulicht mit der als Schauseite ausgebildeten östlichen Giebelfront das Selbstbewusstsein der bürgerlichen Gemeinde und ist ein qualitätvolles Beispiel für einen kleinstädtischen Rathausbau der Frühen Neuzeit. Auf die Gerichtsbarkeit der Stadt und den Charakter als zentrales öffentliches Gebäude verweist der Prangerstein, auf dem Delinquenten im Rahmen von Ehrenstrafen öffentlich zur Schau gestellt wurden, ein selten überliefertes Dokument vormoderner Rechtsgeschichte und Strafpraxis. Das Gebäude dokumentiert damit wesentliche Aspekte der Stadtgeschichte. |
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| Wegkapelle mit Christus im Kerker-Darstellung | Marktstraße 14 (Karte) |
Verputzter Massivbau mit Satteldach und Firstkreuz, in der Nische farbig gefasste Christusfigur, 18. Jahrhundert
Die Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der Zeit des Barock. Sie ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region und dokumentiert mit der Plastik des Schmerzensmannes die Bildhauerkunst des 18. Jahrhunderts im Umfeld der Benediktinerabtei Zwiefalten. |
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| Pfarrhof | Münsinger Straße 1 (Karte) |
Bestehend aus: Pfarrhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, eingeschossiger Seitenflügel mit Satteldach, axialsymmetrischer Fassadenaufbau, längsseitige Erschließung, 1848 (a); Scheune, verputzter Massivbau mit Satteldach; verputzte Einfriedungsmauer
Der 1848 vor der alten Stadt an der nördlichen Ausfallstraße neu errichtete katholische Pfarrhof ist ein anschauliches Beispiel für einen Pfarrsitz der Biedermeierzeit. Neben dem stattlichen Pfarrhaus als Verwaltungsmittelpunkt der Pfarrei und Wohnung des Stadtpfarrers erhebt sich die Scheune, in der jene Naturalien gelagert wurden, welche u.a. Teil der Pfarrbesoldung waren. So zeigt sich der kleinstädtische Pfarrhof noch ganz in vormoderner Tradition. Er dokumentiert die Wohn- und Lebensverhältnisse eines katholischen Geistlichen im Königreich Württemberg und hat kirchen- sowie stadtgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Kapelle St. Katharina | Münsinger Straße 18 (Karte) |
Heute Chor der ev. Pfarrkirche, verputzter Massivbau mit dreiseitigem Schluss, in einer Tafel bezeichnet 15. Jahrhundert
Die 1954 als Chor in den Neubau der evangelischen Pfarrkirche einbezogene Kapelle St. Katharina war ursprünglich eine gotische Wegkapelle an der Straße nach Münsingen. Sie ist Zeugnis der mittelalterlichen Sakraltopographie Hayingens und hat siedlungs- wie kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wegkreuz | Ortsstraße 35 (Karte) |
Gusseisernes Kruzifix auf Sandsteinsockel, um 1890
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Das Material Gusseisen zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
98814063 | ||
| Wegkreuz | Nach Oberwilzingen (Karte) |
Steinerner Sockel, metallenes Kreuz mit Korpus, bezeichnet im Fuß 1891 (renoviert 1991)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Die Verwendung Gusseisen für Kreuz und Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
98813880 | ||
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Burg Alt-Ehrenfels | Lindenhalde (Karte) |
Ruine in Spornlage über dem Glastal, Gräben, Grundmauern, Reste der zweiphasigen Schildmauer mit Stumpf eines nachträglich angesetzten Turms, erbaut durch Dienstleute der Herren von Gundelfingen, um 1250, Schildmauerverstärkungen wohl 14./15. Jahrhundert, Baumaßnahmen 1469 (a), Aufgabe nach Verkauf an Kloster Zwiefalten, 1474 (a), von Kloster Zwiefalten geschleift, 1516 (a)
Die Ruinen der Burg, die sich auf einem Sporn hoch über dem Glastal erhob, sind anschauliche Zeugnisse der Herrschaftsgeschichte und der Burgenpolitik in der Region. Sie entstand vor 1257 als Wohnsitz von Ministerialen der mächtigen Edelherren von Gundelfingen, die in dieser Region ein Territorium aufzubauen suchten. Nach 1342 war die Burg Sitz einer Nebenlinie der Gundelfinger, die sich nach ihr nannte. 1408 gelangte die Burg die Herren Kaib von Hohenstein und von diesen an die Grafen von Württemberg. Graf Eberhard V. verkaufte sie schließlich 1474 an die nahe gelegen Benediktinerabtei Zwiefalten, welche die Anlage vermutlich danach sich selbst überließ. Wichtiger waren dem Kloster die zugehörige Grundherrschaft und Liegenschaften. Allerdings verschanzten sich in dem verlassenen Gemäuer Wegelagerer, welche den Handel auf der Straße von Zwiefalten über die Alb bedrohten, weshalb Abt Sebastian die Burg 1516 systematisch schleifen ließ. Noch im 17. Jahrhundert erhob das Haus Fürstenberg in Nachfolge der Gundelfinger Anspruch auf die Burgstelle, konnte sich aber gegenüber dem Kloster letztlich nicht durchsetzen. Die Episode belegt aber, welchen Stellenwert noch eine Burgruine aufgrund der daran haftenden alten Rechte in der Frühen Neuzeit beanspruchten konnte. Baulich interessant ist die gleich zweiphasige Verstärkung der Schildmauer des 13. Jahrhunderts. Sie wurde zuerst auf der Innenseite eine weitere Mauerschale vorgelegt, dann erhielt sie einen Eckturmaufbau, der zumindest hofseitig rund ausgebildet war und kaum als Bergfried im eigentlichen Sinne angesprochen werden kann, sondern offenbar vornehmlich auf zeichenhafte Außenwirkung aus der Fernsicht berechnet war, sicher aber auch als Wachtposten dienen sollte. Diese Ausbauten dürften im Lauf des 14. und 15. Jahrhundert erfolgt sein. Für das Jahr 1469 sind jedenfalls unter Ulrich von Württemberg Baumaßnahmen belegt. |
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| Sog. Spital | Spitalgasse 2 (Karte) |
Armenhaus (heute Wohnhaus), langgestrecktes zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss mit aufgemalter Eckquaderung, darüber Fachwerk, traufseitige Erschließung mit fünf Eingängen, vier zu je zwei Wohnungen in Erd- und Obergeschoss, 1536 (a)
Das als Spital bezeichnete langgestreckte Gebäude, das im Zentrum des südlichen Altstadtteils steht, entstand als fromme Stiftung des Stadtherrn Schweikhardt von Gundelfingen und seiner Gemahlin Elisabeth von Montfort. Bis heute lässt sich die ursprüngliche Einteilung in acht Wohnungen für Arme und Bedürftige in der Grundrissstruktur wie auch an den vier zu je zwei Einheiten führenden Wohnungseingängen ablesen. Eine fünfte Tür führt in einen Raum ungeklärter Funktion, vielleicht eine Küche für jene Personen, die Kammern im Dachstock bewohnten. Das Gebäude ist ähnlich der 1521 gegründeten Fuggerei in Augsburg ein frühes Zeugnis sozialen Wohnungsbaus und könnte von dieser sogar inspiriert sein. Es zeugt von der christlich motivierten Sozialfürsorge der adeligen Stadtherrschaft am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und hat darüber hinaus stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wegkreuz | Wendelinusweg (Karte) |
Sandstein, farbig gefasst, um 1900
Das neugotisch gestaltete Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Der metallene Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
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| Wegkreuz | Wildrosenstraße 2 (Karte) |
Steinernes Kreuz, im Fuß Flachrelief einer Lyra, steinernes Postament mit Inschrift, 19. Jahrhundert, wieder hergestellt 1990
Das in neugotischen Formen gestaltete Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
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Gasthaus Friedrichshöhle | Wimsen 2 (Karte) |
Ursprünglich Wohnhaus des Müllers, ab 1857/58 (a) erstmals als Gasthaus erwähnt, zweigeschossiger verputzter Bau mit Krüppelwalmdach und Wetterdach sowie zweigeschossiger Anbau, Fachwerk über massivem Erdgeschoss, erbaut 1805
Das stattliche Gebäude ist in seiner Kubatur noch ganz dem Bauen des 18. Jahrhunderts verpflichtet. Es entstand als Wohnhaus des Müllers der Unteren Mühle, die sich als württembergisches Lehen seit 1803 im Besitz des Grafen von Normann-Ehrenfels befand. Ein Gasthausbetrieb ist hier erstmals um 1857/58 belegt, vermutlich schenkten die jeweiligen Müller aber schon zuvor Getränke an Wanderer aus, welche die berühmte Wimsener Höhle als frühe Albtouristen aufsuchten. Diese hatte durch ein großes Fest Berühmtheit erlangt, dass der württembergische Staatsminister und Graf Philipp Christian Friedrich von Normann-Ehrenfels 1803 zu Ehren seines Dienst- und Landesherrn gab und in dessen Zuge auch die Wimsener Höhle als Friedrichshöhle benannt wurde. Das Gasthaus dokumentiert damit die Anfänge des Albtourismus infolge der Entdeckung der Schwäbischen Alb durch Dichter und romantische Künstler in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
98814071 | |
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Obere Mühle o. a. Hasenmühle | Wimser Wiese (Karte) |
Verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, als Mahlmühle erbaut anstelle eines 1707 abgebrannten Vorgängers, 1728/29 (a), stillgelegt 1866 (a), seit 1936 als Scheune genutzt
Die ehemalige Mühle zeugt von der Bedeutung der in der Wimsener Höhle entspringenden, stark strömenden Ach als früherer Mühlenstandort. Die Obere Mühle befand sich wie die Untere Mühle ursprünglich in Besitz der Benediktinerreichsabtei Zwiefalten und wurde nach der Säkularisation privatisiert. Sie hat Bedeutung für die Geschichte des lokalen Mühlengewerbes und die Wirtschaftsgeschichte des Klosters. |
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| Untere Mühle | Wimsen (Karte) |
Ehemalige Bannmühle des Klosters Zwiefalten, erstmals urkundlich erwähnt 1329 (a), bestehend aus:
Das große, massive Mühlengebäude befand sich bis zur Säkularisation im Besitz der Benediktinerreichsabtei Zwiefalten, ab 1803 als Teil des von Herzog Friedrich II. vergebenen Lehens in dem des Staatsministers und Grafen von Normann-Ehrenfels. Es belegt die Bedeutung der aus der Wimsener Höhle stark strömenden Ach als Mühlenstandort und hat als alte Bannmühle der Klosterherrschaft herrschafts- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert. Mit dem überlieferten historischen Wasserbau veranschaulicht die Mühle überdies die Nutzung der Wasserkraft und die dazu notwendigen baulichen Einrichtungen. |
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| Bogenbrücke | Wimser Wiese (Karte) |
Gemauert, Anfang 19. Jahrhundert
Die Flussquerung ist Zeugnis der langen Tradition gemauerter Bogenbrücken aus Naturstein und ein charakteristischer Bestandteil der ländlichen Infrastruktur, mit der Wiesen, Felder und Waldstücke erschlossen wurden. Die Brücke ist damit wichtiger Bestandteil der historisch gewachsenen Kulturlandschaft im Glastal. |
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| Wohnhaus mit Laden | Zwiefalter Straße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, weitgehend verputzt, giebelseitig freiliegendes Fachwerk mit Vorkragungen über Balkenköpfen und Knaggen, lange und kurze gebogene Fußstreben, Ladeneingang über Eck, 1652 (i)
Der neuen Datumsinschrift zufolge, wurde das Haus nur wenige Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg erbaut. Damit gehört es zur älteren überlieferten Bebauung in Hayingen. Die Erbauungszeit bestätigt sich bei der Betrachtung des Dachstuhls, dessen teils verblattete, teils verzapfte Konstruktion sichtbar aus dem 17. Jahrhundert stammt. Auch die Gestaltung des Sichtfachwerks im Giebel zur Zwiefalter Straße mit den gebogenen Dreiviertel- und Fußstreben verweist auf diese Zeit. Eine Rarität ist die erhaltene Sommerstube im ersten Dachgeschoss, ein vom Bühnenraum aus zugängliches unbeheiztes Zimmer, wohnlich ausgestattet mit einer Felderdecke. In den Städten waren solche Sommerstuben seit dem Spätmittelalter sehr beliebt. Sie dienten vor allem als Rückzugsort des Hausherrn zur warmen Jahreszeit. Im übrigen ist das Innere des Hauses heute weitgehend von der Epoche um 1900 geprägt. Vor allem die große Eckstube im Obergeschoss verschafft einen anschaulichen Eindruck von kleinstädtischen Wohnräumen dieser Zeit. Als Beispiel für ein Haus aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg mit erhaltener Sommerstube und als sprechendes Dokument für die Wohnverhältnisse in einer kleinen Landstadt vor mehr als hundert Jahren hat das Gebäude Zeugniswert für den damaligen Hausbau sowie die Stadtbau- und Sozialgeschichte Hayingens. |
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| Wohnhaus | Zwiefalter Straße 5 (Karte) |
Mit der westlichen Traufseite gegen und auf die Stadtmauer gesetzt, dreigeschossiger Bau mit Satteldach, Fachwerk über massivem Erdgeschoss (Giebel modern verbrettert), traufseitige Erschließung, jüngerer über Eck gesetzter Ladeneingang, 18. Jahrhundert [s. Stadtbefestigung, Badgasse 2]
Das stattliche Gebäude belegt mit seinem Standort an der Stadtmauer die durch die Enge innerhalb des Berings bedingte Überbauung der Befestigung in der Frühen Neuzeit. Es ist beispielhaft für den Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts. Das Wohnhaus mit einem charakteristischen Ladeneinbau der Zeit um 1900 dokumentiert historische Wohn- und Lebensverhältnisse und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Gestelztes Einhaus | Zwiefalter Straße 10 (Karte) |
Verputzter Massivbau mit Satteldach, zweigeschossiger Wohnteil, traufseitige Erschließung, giebelseitig eingeschossiger Anbau mit Pultdach, im Kern um 1500, Fenster Anfang 20. Jahrhundert
Das Gebäude zählt zum ältesten Baubestand der Stadt Hayingen und ist ein anschauliches Beispiel für ein bäuerliches Einhaus in der 1425 erstmals erwähnten Hayinger Vorstadt. Nachdem Hayingen im 13. Jahrhundert zur Stadt erhoben wurde, dehnte sich die Besiedlung allmählich auch außerhalb der Mauern aus, vor allem entlang der heutigen Zwiefalter Straße. Gerade die ungeschützten Vorstadtsiedlungen waren vor allem während des Dreißigjährigen Krieges, der in dieser Gegend besonders verheerende Folgen hatte, mit am stärksten gefährdet, so dass sich das Gebäude Zwiefalter Straße 10 als eines der Letzten aus der Zeit des Spätmittelalters erhalten hat. Das Gebäude besitzt ein Satteldach, dessen Konstruktion noch weitgehend aus der Erbauungszeit stammt. So ist etwa der Dachstuhl im ersten Dachgeschoss aus kräftigen Hölzern liegend und mit geschwungenen Bügen verblattet, eine Holzverbindungsart, wie sie in dieser Region um 1500 üblich war. Die innere Erschließung des Gebäudes zeigt noch heute die traditionelle Aufteilung mit Stube in Ecklage und Küche am Ende des Flurs. Der Ökonomieteil aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts liegt, wie bei diesem Haustyp charakteristisch, auf der anderen Seite des Erschließungsflurs. Das Gebäude vermittelt damit einen anschauliche Eindruck historischer Wohn- und Lebensverhältnisse wie auch der vorstädtischen Bebauung Hayingens. Es hat haus- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98813517 |
Indelhausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Pfarrhaus | Konrad-Häbe-Straße 11 (Karte) |
Zweigeschossig mit flach geneigtem Satteldach, Erdgeschoss in Backsteinmauerwerk, darüber Holzschindeln verkleidetes Fachwerk, reich gestaltete Fensterrahmungen mit Giebelverdachungen, traufseitige Erschließung, beschnitztes bauzeitliches Türblatt, erbaut nach Plan von Werkmeister Reiser, 1902 (a)
Das katholische Pfarrhaus entstand im Zuge der Erhebung Indelhausens zur eigenständigen Pfarrei 1902. Es lehnt sich mit seinen anspruchsvollen späthistoristischen Bauformen an den sog. Schweizerhausstil an, der in den Jahren um 1900 bevorzugt für öffentliche Gebäude auf dem Land gewählt wurde, um so deren ländlichen Charakter zu betonen. Es hat als neu geschaffener Pfarrsitz der Gemeinde orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert und veranschaulicht die Lebensverhältnisse eines katholischen Landgeistlichen zu Anfang des 20. Jahrhunderts. |
98818974 | ||
Weitere Bilder |
Maisenburg | Maisenburg 1, 3 (Karte) |
Zweiteilige Burganlage auf breitem Sporn über dem Tal der Großen Lauter, gegründet um 1100 durch die Herren von Maisenburg, erstmals genannt 11225 (a), Burg erstmals erwähnt 1264 (a), um 1306 bis 1368 (a) Sitz einer Seitenlinie der Herren von Gundelfingen, bestehend aus:
Die Maisenburg erhebt sich dominant auf einem in Terrassen abfallenden Sporn über dem Großen Lautertal direkt in Sichtweite der gegenüber liegenden Schülzburg. Ihre Kernanlage entspricht dem Typus der Schildmauerburg. Deren Grundriss ist rechteckig und passt sich etwas dem Gelände an. Ein einzelnes Gerüstholz aus der Ringmauer konnte dendrochronologisch auf 1099/1100 datiert werden, womit die Maisenburg zu den frühen Höhenburgen der Region gerechnet werden darf. Die massive Schildmauer ist nur auf der Feldseite im unteren Teil bis zu etwa 4 m über Zwingerniveau mit Buckelquadern verkleidet und nicht in ursprünglicher Höhe erhalten. Die Schildmauer hat keinen Verband mit der Ringmauer, ist also nachträglich angebaut, und zwar unter Verwendung älterer Buckelquader. Die Höhenburg wurde um 1100 von den Rittern von Maisenburg erbaut und 1268 als Castrum Maisenburg erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert war sie zusammen mit Indelhausen gundelfingischer Besitz. Seit 1764 ist das Anwesen im Besitz der Familie von Speth, nach 1820 ist die Kernburg als Wohnsitz aufgegeben worden und verfiel. Im Zuge dessen wurde die Vorburg zum Gutshof umgebaut und für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Die Maisenburg bei Indelhausen auf der Schwäbischen Alb mit ihrer fast tausendjährigen Geschichte ist in ihren oberirdisch erhaltenen Bereichen ebenso wie in der archäologisch fassbaren Substanz ein bedeutendes Zeugnis längst vergangener Herrschaftsformen. Sie hat zentrale Bedeutung für die vom Adel und seiner Burgenpolitik geprägte mittelalterliche Geschichte der Region und ist darüber hinaus ein wichtiges Zeugnis für die Entwicklungen im mittelalterlichen Wohn- und Wehrbau. |
98819059 | |
| Wohnhaus | Rathausplatz 2 (Karte) |
1844 Armen- und Siechenhaus, später Rathaus, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, freistehend auf einer Lauterinsel, massives verputztes Erdgeschoss, darüber rundum auf Eckbügen vorkragendes Fachwerkgeschoss in verblatteter Bauweise, Giebelvorkragungen über Knaggen, Eckstube mit beidseitigen Fenstererkern, giebelseitige Erschließung, um 1500 (renoviert 1974)
Das Gebäude fällt durch seine völlig freistehende Lage inmitten einer Lauterinsel, weitab von der übrigen Bebauung, auf. 1844 befand sich hier - in durchaus charakteristischer Lage für solche Gebäude - ein Armen- und Siechenhaus. Doch könnte die ursprüngliche Funktion des später zum Rathaus umgenutzten spätmittelalterlichen Gebäudes mit dem auffallenden, rundum vorstehenden Fachwerkstock auch eine andere gewesen sein: Das Haus erinnert frappant an den Typus spätmittelalterlicher Weiherhäuser bzw. kleiner Adelssitze (vgl. sog. Schlössle in Pfullingen). Dazu würde auch die einzelne große Wohnstube im Obergeschoss passen. Auch wenn die ursprüngliche Funktion des Hauses ungeklärt ist, so hat der Bau als ältester überlieferter Wohnbau in Indelhausen wichtige siedlungs- und ortsgeschichtliche Bedeutung, nicht zuletzt mit seiner späteren Nutzung als Armen- und Siechenhaus der Gemeinde sowie als Rathaus der bis zur Eingemeindung nach Hayingen 1975 selbstständigen Kommune. Er dokumentiert darüber hinaus spätmittelalterliche Bauweisen und Wohnverhältnisse. |
98818983 | ||
| Kath. Pfarrkirche St. Urban | St.-Urban-Weg 2 (Karte) |
Massive verputzte Saalkirche mit Satteldach und Dachreiter, eingezogener Rechteckchor, Fenster und Türen in Backsteinfassungen, Innenraum flach gedeckt, Westempore, Stationsbilder des 18. Jahrhunderts, erbaut unter Einbeziehung einer mittelalterlichen Kapelle als Chor, 1902 (a)
Bis 1902 war Indelhausen mit seiner Urbanskapelle ein Filial der Pfarrkirche in Hayingen. Anlässlich der Erhebung zur eigenständigen Pfarrgemeinde erhielt das Dorf im Tal der Großen lauter eine eigene große Pfarrkirche, die in zurückhaltend neuromanischen Formen gestaltete wurde. Diese erfreuten sich im frühen 20. Jahrhundert für katholische Sakralbauten großer Beliebtheit, hoben sie doch auf Alter und Tradition der katholischen Kirche ab. Das in erhöhter, ortsbildprägender Lage über dem Dorf errichtete Gotteshaus ist damit anschauliches Beispiel eines ländlichen Pfarrkirchenneubaus des späten Historismus und hat orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wegkapelle St. Wendelin | Vordere Wanne (Karte) |
Verputzter Bau mit Satteldach und Spitzbogeneingang, um 1900
Die Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität auf dem Land, ist sie doch dem Patron der Hirten und des Viehs, dem Heiligen Wendelin, geweiht. Sie ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der traditionell weitgehend katholisch geprägten Region rund um Hayingen. |
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| Wirtshausschild | Wannenweg 2 (Karte) |
Gasthof Hirsch, schmiedeeiserner Ausleger, Postillon und Frau mit Bierkrug, Anfang 19. Jahrhundert
Das Wirtshausschild des Gasthauses Zum Hirsch belegt die Qualität des regionalen Kunstschmiedehandwerks im frühen 19. Jahrhundert. Es verwiest überdies mit der Darstellung eines Postillons auf die Funktion des örtlichen Gasthauses als Poststation an einer wichtigen Verkehrsverbindung vom Donautal ins Neckarland. |
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| Sog. Aspen Feldkapelle | Ringwallweg (Karte) |
Bildstock, Aufsatz mit Satteldach und ornamentierter Rundbogennische, gedrungener Schaft, um 1800 (Renovierung bezeichnet 1994)
Der Bildstock am Weg von Indelhausen zur Maisenburg ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Er ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region und Hayingen. |
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Münzdorf
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Filialkirche St. Bernhard | Am Kirchweg 3 (Karte) |
Backsteinbau mit Satteldach und großem verschiefertem Dachreiter, eingezogener Rechteckchor, innen hölzernes Tonnengewölbe, im Chor Kreuzrippengewölbe, Westempore, bauzeitliche Ausstattung, 1904 (a)
Kirchlich gehörte Münzdorf bis 1904 zu Hayingen, seither ist es Teil der Pfarrei Indelhausen. Nur zwei Jahre nach dem dortigen Kirchenneubau, errichteten sich auch die Münzdorfer als Ersatz für ihre mittelalterliche Bernhardskapelle ein neues Gotteshaus in zurückhaltend neuromanischen Bauformen, wie sie den katholischen Sakralbau zu Anfang des 20. Jahrhunderts prägten. Mit seiner bauzeitlichen Ausstattung vermittelt das Gebäude einen anschaulichen Eindruck eines späthistoristischen Kirchenneubaus zu Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Land. Die Filialkirche hat orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
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Weitere Bilder |
Burg Derneck o.a. Degeneck | Derneck 1 (Karte) |
Gegründet durch Degenhard I. von Gundelfgingen kurz vor 1351 (a), bestehend aus:
Die als Wanderziel bekannte Burg Derneck o. a. Degeneck erhebt sich weithin sichtbar auf einem Bergsporn über einer flachen Schleife der Großen Lauter. Sie zählt zu den späten Burgenneugründungen im Lautertal und wurde durch Degenhardt I. von Gundelfingen errichtet, nach dem die Burg bis ins 16. Jahrhundert Degeneck hieß. Sie ist ein anschauliches Beispiel für eine Schildmauerburg, deren Hauptangriffsseite gegen Beschuss mit Schleudergeschützen und - in dieser Zeit bereits auch - mit frühen Feuerwaffen gesichert wurde. Integriert ist an einem Ende der einstige Turm. Im späteren 14. oder auch erst im 15. Jahrhundert wurde diese Schildmauer auf der Innenseite gegen den Hof erweitert und wohl zu einer Art Wohnturm mit Fachwerkstock ausgebaut. Die übrigen Gebäude innerhalb des Berings verfügen zwar weitgehend über einen mittelalterlichen Kern, datieren aber in ihrem heutigen Erscheinungsbild weitgehend ins 18. Jahrhundert, als sich auf der Burg der Sitz eines fürstenbergischen Jägers befand. Derneck ist mit seiner zweiphasigen Schildmauer ein wichtiges Zeugnis für die Entwicklung des Typus der Schildmauerburg in der Region und hat als bis ins 18. Jahrhundert von der Herrschaft genutzte Anlage regional- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wegkapelle St. Nepomuk | Derneck 2 (Karte) |
Verputzter, vorne offener Bau mit Satteldach und Holzrahmen, im Innern Sandsteinfigur des Heiligen Nepomuk, 18. Jahrhundert
Die erhöht gelegene, weithin sichtbare Wegkapelle mit der barocken Heiligenstatue des böhmischen Priesters Johannes Nepomuk, der das Martyrium erlitt, weil er das Beichtgeheimnis nicht gegenüber dem König offenbaren wollte, ist ein anschauliches Zeugnis für die rasch sich ausbreitende Verehrung Nepomuks in den katholischen Gebieten nach dessen Heiligsprechung 1729. Sie veranschaulicht eine gelebte und bildlich zum Ausdruck gebrachte Religiosität und ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region rund um Hayingen. |
98819479 | ||
| Wohnhaus | Gartenstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, Giebelfachwerk freiliegend mit Geschossvorkragungen über - teilweise beschnitzten - Knaggen, 1. Hälfte 16. Jahrhundert
Das Wohnhaus einer bäuerlichen Hofanlage zählt zu den ältesten Wohngebäuden Münzdorfs und zeigt im Giebel ein für die 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts charakteristisches Fachwerk. Es handelt sich um eine bereits verzapfte Konstruktion mit den für die Entstehungszeit so charakteristischen gebogenen Dreiviertelstreben. Das Gebäude dokumentiert den Wohnbau und Konstruktionsprinzipien an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und veranschaulicht Lebensverhältnisse der Vormoderne auf dem Land. |
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| Wohnhaus | Gartenstraße 13 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, Fachwerk im Giebel freiliegend, Geschossvorkragungen über Knaggen, im Putz des Kellers bezeichnet 1585
Das bescheiden dimensionierte Gebäude dürfte einem kleinbäuerlichen Besitzer zuzuweisen sein und zählt zum älteren Hausbestand Münzdorfs. Es zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches gezapftes Fachwerk mit Langen Knaggen und gebogenen Dreiviertelstreben. Das Gebäude dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse in der Übergansepoche vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
98819213 | ||
| Wegkapelle | Gartenstraße 31 (Karte) |
Backsteinbau mit Satteldach und Firstkreuz, Rundbogenportal, Pilasterrahmung, Ende 19. Jahrhundert
Die der Muttergottes geweihte Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist ein charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region rund um Hayingen. |
98819262 | ||
| Kapelle St. Otmar | Kreuzbergweg 19 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorabschluss, entsprechend einseitig abgewalmtem Satteldach und achteckigem Dachreiter, 14. Jahrhundert, im Kern vielleicht älter
Die erhöht gelegene Kapelle St. Otmar in Weiler, die ursprünglich befestigt gewesen sein soll und erstmals 1792 erwähnt ist, datiert in die Zeit der Hochgotik, ins 14. Jahrhundert, wobei ein schmales Rundbogenfenster sogar auf einen romanischen Kern hindeuten könnte. Das Gotteshaus ist charakteristisch für die kleinen Sakralbauten in Weilern und auf großen Höfen, wie sie vor allem in der Zeit der Gotik entstanden. Es hat siedlungs- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Backhaus | Kreuzbergweg 26 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, als Wasch- und Backhaus im Primärkataster verzeichnet, 1846 (a)
Das kleine Gebäude in Weiler ist charakteristisch für die kommunale Infrastruktur ländlicher Gemeinden im 19. Jahrhundert. Verschiedene königliche Verordnungen verboten aus feuerpolizeilichen und Holzersparnisgründen den Bau und Unterhalt von Backöfen in den Privathäusern und forderten die Gemeinden zum Bau gemeinschaftlicher Backhäuser auf, die oftmals - wie auch in diesem Fall - zugleich als Waschhäuser genutzt wurden. Das Gebäude dokumentiert so ein Stück ländlicher Alltagskultur im Königreich Württemberg. |
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| Wegkreuz | Hinter der Schlacht (Karte) |
Sandsteinpostament mit Inschriftfeld, aufwändig gestaltetes gusseisernes Kruzifix, 1898 (i)
Das neugotisch gestaltete Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Die Verwendung von Gusseisen für Kreuz und Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
104949477 | ||
| Kreuzweg | Lautertal (Karte) |
14 steinerne Bildstöcke, gefaste Pfeiler mit rechteckigem Aufsatz, um 1890, renoviert 1998, Reliefs neu
Der Kreuzweg, die zu einem großen hölzernen Wegkreuz hoch oben auf dem Käpfle führt, ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Er ist ein charakteristisches Element in der mit solchen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region rund um Hayingen. |
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| Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege | Lautertalstraße 43 (Karte) |
Kreuzgruppe, in der dahinterliegenden Mauer Namenstafeln und Gedenkinschrift, Bildhauer Roland Martin, Tuttlingen, 1961 (a)
Das Denkmal ist mit seiner zurückhaltenden, gänzlich unheroischen, hingegen rein christlich konnotierten Gestaltung charakteristisch für die Erinnerungskultur an die Toten des Ersten und Zweiten Weltkriegs in der Nachkriegszeit. Es hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Kath. Kapelle St. Bernhard | Lautertalstraße 43 (Karte) |
1904 profaniert und 1906 umgenutzt als Lagergebäude der Molkereigenossenschaft Münzdorf, massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, 13./14. Jahrhundert, mit Veränderungen des 15. Jahrhunderts; mit Resten der Kirchhofmauer
Bis zum Neubau der Kirche 1904 diente das erhöht, am Hang gelegene Gebäude als Gotteshaus der Gemeinde Münzdorf. Eine Kapelle ist hier erstmals 1200 belegt, sie bildete ein Filial der Pfarrei Hayingen. Das längst profanierte Gebäude hat als mittelalterlicher Kapellenbau siedlungs- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert für den Ort. Nach der Profanierung diente das Gebäude ab 1906 der Molkereigenossenschaft als Lagerhaus. Die reiche Ausmalung aus dem 1. Viertel des 14. Jahrhunderts wurde 1960 ins Heimatmuseum nach Münsingen verbracht. |
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| Wegkreuz | Hannenberg (Karte) |
Sandsteinsockel und gusseisernes, durchbrochenes Kreuz mit Marienfigur und Kelch, um 1890
Das Wegkreuz mit reicher neugotischer Gestaltung ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Die Verwendung von Gusseisen für das Kreuz zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.