Liste der Kulturdenkmale in Trochtelfingen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Trochtelfingen sind die Kulturdenkmale der Stadt Trochtelfingen im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Hausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Rathaus | Hauptstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger, ursprünglich verputzter Fachwerkbau, Satteldach mit Dachreiter, traufseitige Erschließung, 1870
Das stattliche, ortsbildprägende Gebäude ist ein anschauliches Zeugnis für einen ländlichen Rathausbau im Königreich Württemberg im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Das heute sichtbare rein konstruktive Fachwerk war ursprünglich in klassizistischem Sinne verputzt. Charakteristisch für ländliche Rathäuser ist die im Erdgeschoss integrierte Feuerspritzenremise. Das Gebäude ist Zeugnis der Kommunalverwaltung der bis zur Eingemeindung nach Trochtelfingen 1972 selbstständigen Gemeinde und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
96599292 | ||
| Gedenkstein für Ludwig Lorch | Hinteres Riesbüchle (Karte) |
Bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen, Sandsteinblock mit gewölbekappenartigem Abschluss, Inschrift, 1878 (i)
Der Gedenkstein ist ein charakteristisches Beispiel für solche kleinen Monumente, die zum Andenken an Unfälle auf der Jagd oder bei Forstarbeiten am Ort des Unglücks gesetzt wurden. Er dokumentiert die lokale Erinnerungskultur und hat ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
105025339 | ||
| Ev. Pfarrhaus | Schulsteige 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage mit Halbwalmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, errichtet anstelle eines Vorgängerbaus, 1817 (a), umgebaut 1890 (a) (1993 renoviert)
Das Gebäude ist mit seiner Kubatur ein charakteristisches Beispiel für einen bestimmten Typus barocker Pfarr- und Schulhäuser, wie sie im Herzogtum und Königreich Württemberg seit dem frühen 18. Jahrhundert und noch bis um 1820 entstanden. Der stattliche Bau hebt sich mit seinem Halbwalmdach deutlich von der übrigen Wohnbebauung ab und signalisiert schon dadurch den quasi offiziellen Charakter des Pfarrsitzes. Er veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Dorfpfarrers und seiner Familie im Königreich Württemberg und hat als Verwaltungsmittelpunkt der 1275 erstmals genannten Pfarrei St. Gallus orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
96611220 | ||
| Ev. Galluskirche | Auf dem Felsen; Schulsteige 4 (Karte) |
Pfarrkirche, verputzter Saalbau mit Satteldach [§ 2], aus der Mittelachse gerückter romanischer Chorturm mit zurückgesetztem Glockengeschoss und spitzem Helm [§ 28],
Schiff im Kern gotisch, Anfang 18. Jahrhundert erweitert und barockisiert, Umbau 1790 (umfassend modernisiert 1962); Ummauerung und Gefallenendenkmale für den Ersten und Zweiten Weltkrieg [§ 2] Die evangelische Galluskirche ist geistlicher Mittelpunkt der 1275 erstmals erwähnten Pfarrei Hausen. Ihr Name verweist darauf, dass das Gotteshaus unter dem Patronat der Abtei St. Gallen in der Schweiz stand. Der Sakralbau ist das älteste überlieferte Gebäude am Ort und reicht mit seinem Chorturm bis in die Zeit der Romanik zurück. Er hat siedlungs- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. Die Denkmale für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs dokumentieren die lokale Erinnerungskultur, die sich an der Kirche und ihrem umgebenden Kirch- und Friedhof manifestiert. |
96611221 |
Mägerkingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kilometerstein | Michelbrunnen (Karte) |
1. Hälfte 20. Jahrhundert
Der Kilometerstein ist ein verkehrsgeschichtliches Zeugnis und belegt den Ausbau der Landstraßen in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts für den motorisierten Verkehr. |
96611223 | ||
| am Gemeindehaus: Grabstein | Bei der Mühle 8/1 (Karte) |
Sandstein, um 1820
Der noch spätbarock gestaltete Grabstein zeigt mit der Schlange, die sich aus dem bekrönenden Totenschädel windet, ein charakteristisches Memento-mori-Motiv (Bedenke, dass du sterblich bist). Er ist Zeugnis der frühneuzeitlichen Bestattungskultur und hat mit seiner Inschrift ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
96609535 | ||
| Ev. Pfarrhaus | Brunnenstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger, teils verputzter, teils holzverkleideter Bau mit Halbwalmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, traufseitige Erschließung, erbaut anstelle eines 1543 errichteten Vorgängerbaus, 1760 (a)
Das Gebäude ist mit seiner Kubatur und zurückhaltenden Architektur ein charakteristisches Beispiel für jenen Typus evangelischer Pfarrhäuser, der seit dem 1. Viertel des 18. Jahrhunderts in den württembergischen Dörfern errichtet wurde. Mit seinem Halbwalmdach hebt er sich deutlich als Sonderbau von der übrigen Bebauung ab. Das Gebäude dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse einer Pfarrfamilie auf dem Land und hat als Verwaltungsmittelpunkt der 1275 erstmals genannten Pfarrei orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
96609990 | ||
| Ev. Blasiuskirche [§ 28] | Kirchstraße 2 (Karte) |
Pfarrkirche, massiver verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss und integriertem Westturm mit Zwiebelhaube, Turm im Kern gotisch, Neubau Langhaus 1777 (a), Anbau Stiegenhäuser zu den Emporen, 1854 (a), nach Westen erweitert und Turm erhöht mit Zwiebelhaube, 1905 (a) (Renovierung und Neuausstattung, 1955/56); Friedhof und Ummauerung [§ 2]
Die evangelische Blasiuskirche dominiert mit ihrer markanten Zwiebelhaube das Orts- und Fernbild Mägerkingens. Mit ihrem Turm reicht sie bis in mittelalterliche Zeit zurück. Das Schiff ist ein einfacher protestantischer Predigtsaal des 18. Jahrhunderts. Als im Kern ältestes überliefertes Gebäude am Ort hat das Gotteshaus siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert darüber hinaus als geistlicher Mittelpunkt der 1275 erstmals erwähnten Pfarrei die Orts- und Kirchengeschichte. |
96610400 | ||
| Scheune | Kirchstraße 7/1 (Karte) |
Fachwerkbau mit Satteldach, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Die große Scheune, Teil eines Gehöfts, ist ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Speicherbau und dokumentiert die vormoderne Vorratshaltung auf dem Dorf sowie den regionalen Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts. |
96615601 | ||
| Rathaus | Kirchstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach und Dachreiter, freiliegendes konstruktives Fachwerk über massivem verputztem Erdgeschoss, 1846
Das Gebäude, direkt an einem Lauchertübergang in der Ortsmitte gelegen, ist ein charakteristisches Beispiel für ländliche Kommunalbauten des Klassizismus im Königreich Württemberg. Das rein konstruktive Obergeschoss war ursprünglich verputzt. Das Gebäude hat als einstiger Verwaltungsmittelpunkt der bis 1975 selbstständigen Kommune ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
96615602 |
Steinhilben
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock: Säule | Albstraße 28 (Karte) |
Eine Nische mit geschweiftem Giebel tragend, Relief erneuert, wohl 18. Jahrhundert
Der barockzeitliche Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Er ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region um Trochtelfingen. |
96615082 | ||
| Bildstock | Am Bühl 1 (Karte) |
Kalkstein, Pfeiler mit gestauchtem Schaft, tabernakelartiger Aufsatz mit geschweiftem Dach, vergitterte Bildnische mit jüngerer Darstellung der Hl. Apollonia, gestiftet von Lorenz Ott, 1733, renoviert von Lukas Ott, 1874
Der barocke Bildstock ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Er ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region um Trochtelfingen. |
104954659 | ||
| Vierzehn-Nothelfer-Kapelle | Fürstenbergstraße (Karte) |
Massiver verputzter Rechteckbau mit Dreiachtelchorschluss und Dachreiter, innen verputzte Halbkreistonne, Ausstattung des 19. Jahrhunderts mit Altarbild von C. Hanner, 1866 (i), erbaut 1744 (i)
Das kleine, nördlich vor dem Dorf gelegene Gotteshaus ist mit seiner traditionsreichen Grundform charakteristisch für kleine ländliche Kapellenbauten. Künstlerische Bedeutung hat das Hochaltargemälde von C. Hanner im spätnazarenischen Stil. Die Kapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Gegend um Trochtelfingen. |
96602919 | ||
| Teile der Ringmauer der ehemaligen 1386 erstmals erwähnten Burg | Im Schloß 4, 4/1 (Karte) |
Bruchsteinmauer, teilweise im Gebäude verlaufend
Bei den Mauerabschnitten handelt es sich um Reste des sog. Steinhauses, des mittelalterlichen Ortsadelssitzes der Herren von Steinhilben, ein 1247 erstmals genannten Seitenzweiges der niederadeligen Märheld von Wurmlingen. Das Gebäude befand sich 1555 im Eigenbesitz der Herzöge von Württemberg, während das Dorf in Händen der Grafen von Fürstenberg war. Dieser Bau wurde 1857 abgebrochen, Teile in Neubauten einbezogen. Die Mauerreste haben siedlungs- und herrschaftsgeschichtlichen Zeugniswert. |
96608708 | ||
| Gruppe von drei Flurkreuzen mit Inschrift: "gestiftet 1911 von Johann Ziegler | Nähe Ittenhalde (Karte) |
Veteran 1866 und 1911"
Mit dem Hinweis auf das Jahr 1866 und die Stiftung durch einen Veteranen erinnert die eindrucksvolle Kreuzgruppe an den Deutsch-Deutschen Krieg von 1866, an dem der Stifter offenbar teilgenommen hatte. Das verleiht ihr einen spezifisch ortsgeschichtlichen Zeugniswert. Sie ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kreuzgruppe ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region um Trochtelfingen. |
96615081 | ||
| Grabmal des katholischen Ortspfarrers Michael Gaisert | Kirchweg (Karte) |
Granit, spitzbogiger Stein mit Nische, darin Figur eines Guten Hirten, 1933
Das Grabmal erinnert an den katholischen Ortspfarrer Michael Gaisert (1864 bis 1933), der sich kritisch über die Nationalsozialisten äußerte und mit Haft im Konzentrationslager bedroht wurde. Das Grabmal erinnert so an einen aufrechten Katholiken, der sich den neuen Machthabern mit Predigten von der Kanzel entgegenstellte, und hat damit ortsgeschichtlichen Zeugniswert. Sinnbildlich steht für ihn und sein Wirken in Steinhilben die Darstellung Jesu als guter Hirte. |
105055212 | ||
| Gefallenendenkmal | Kirchweg (Karte) |
Granit, Tafeln mit Nameninschriften und Gedenkspruch, Kruzifix, nach 1945
Das Gefallenendenkmal ist in seiner zurückhaltenden Art charakteristisch für die Gedenkkultur nach 1945. Es ist Zeugnis der lokalen Erinnerung an ein zentrales, auch die kleine Albgemeinde berührendes Ereignis der Weltgeschichte. |
105057627 | ||
| Wegkreuz | Kürze (Karte) |
Ehemaliger Grabstein in Zweitverwendung, Sandstein, neugotische Formen, Inschriftfeld, aufwändig gestalteter gusseiserner Kruzifix, wohl Ende 19. Jahrhundert,
Das in neugotischen Formen gestaltete Kreuz ist ein anspruchsvolles Beispiel für ein Grabmal, das hier in Zweitverwendung als Wegkreuz aufgestellt wurde. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Der reich verzierte gusseiserne Kreuzaufsatz mit Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solcher sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
105057513 | ||
| Kath. Pfarrhaus | Oberstetter Straße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Treppengiebeln und Satteldach, umlaufender Wasserschlag, traufseitige Erschließung, gefastes Schulterborgenportal, darüber dreiteilig gestuftes Fenster, erbaut nach 1847
Als Steinhilbens Kapelle im Jahr 1847 zur Pfarrkirche erhoben wurde, wurde auch ein Wohnsitz für den Pfarrer notwendig. Es entstand ein stattlicher, treppengiebelgekrönter Bau, der charakteristisch ist für die Neugotik der Mitte des 19. Jahrhunderts. In seiner streng axialen Gliederung steht das Gebäude noch in der Tradition klassizistischer Wohnbauten. Mit der Verwendung gotischer Tür- und Fensterformen wurde ihm die Anmutung eines sakralen Gebäudes verliehen. Das Pfarrhaus ist ein anschauliches Beispiel für den Wohn- und Verwaltungssitz eines katholischen Pfarrers auf dem Land in der Biedermeierzeit und hat orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
96608710 | ||
| Kath. Pfarrkirche St. Pankratius | Oberstetter Straße 11 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, dreiseitig flach geschlossener Chor sowie südlich Chorflankenturm mit Satteldach und Sakristeianbau, Eckquaderung, im Inneren Flachdecke mit Deckengemälden, Westempore, 1699 (i), mit Wappen des Fürsten Egon Anton zu Fürstenberg, 1709 (i), Ausstattungsstücke aus Spätgotik bis Barock, Hochaltar aus Mühlheim a. d. Donau von Johann Christian Wegscheider, 1756; Turm im Kern mittelalterlich, Neubau durch Maurermeister Peter und Hans Jakob Gon, 1698/99 (a), Umbauten 1769 bis 1777 (a), Sakristeianbau Ende 19. Jahrhundert, nach Westen verlängert, 1938/39 (a), Renovierung mit neuen Deckengemälden von Joseph Lorch und Vergrößerung Sakristei 1957/58 (a)
Die große Pfarrkirche dominiert mit ihrem hohen Turm das Ortsbild von Steinhilben. Sie ersetzte in der Barockzeit eine mittelalterliche Kapelle, von der der Turm in den Neubau integriert wurde. Erst 1847 wurde die Kirche zum Mittelpunkt einer eigenen Pfarrei. Das einfach gehaltene Innere weist noch einige ältere Ausstattungsstücke in Form von Figuren auf, während der große barocke Hochaltar aus der 1813 abgebrochenen Wallfahrtskirche Maria Hilf in Mühlheim an der Donau stammt und erst 1956 im Rahmen einer umfassenden, barockisierenden Renovierung des Innern angekauft wurde. Er stammt von dem oberschwäbischen Bildhauer Johann Christian Wegscheider, einem der regional wichtigen Künstler des 18. Jahrhunderts. Mit ihrer Ausstattung und Architektur vermittelt St. Pankratius das Bild einer kontinuierlich gewachsenen ländlichen Pfarrkirche. Auf die Patronatsherrschaft der katholischen Fürsten von Fürstenberg verweist das Wappen an der Orgelempore. Das seit dem Mittelalter existente Gotteshaus hat siedlungs- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
96608711 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges | Oberstetter Straße (Karte) |
Skulptur eines betenden, zum Himmel aufwärts blickenden Soldaten, flankiert von Stelen mit Eisernen Kreuzen und Inschriften, 1920er-Jahre
Mit seiner expressionistischen Formensprache ist das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs ein qualitätvolles Dokument der Architektur und Bildhauerei in den 1920er-Jahren. Im Zentrum steht die Dreieckskomposition des zum Himmel emporblickenden, betenden Soldaten, womit das Denkmal weniger eine heroische, als vielmehr eine spezifisch christliche Sinngebung des Kriegstodes erhält, wie sie für katholische Gefallenendenkmäler dieser Zeit durchaus üblich ist. Gleichwohl werden die Toten in der Inschrift als „Helden“ apostrophiert. Flankiert wird die Plastik von zwei Stelen, die mit Eisernen Kreuzen bekrönt sind und damit auf die Tapferkeit der Gefallenen im Krieg verweisen. Das künstlerisch anspruchsvolle Denkmal ist Zeugnis der lokalen Erinnerung an ein einschneidendes historisches Ereignis und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
96615018 | ||
| Nische mit Hausfigur | Oberstetter Straße (Karte) |
Heiliger Wendelin, bemalt, 18./19. Jahrhundert
Hausfiguren wie diese haben in katholisch geprägten Regionen die Funktion von Schutzpatronen. Auf dem Land erfreute sich u. a. der Heilige Wendelin als Patron des Viehs und der Hirten großer Beliebtheit. Die Figur ist damit anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. |
96615019 | ||
| Wirtshausschild Gasthaus Zum Lamm | Wilsinger Straße 1 (Karte) |
Kunstschmiedearbeit, 19. Jahrhundert
Das in reichen frühklassizistischen Formen gearbeitete Wirtshausschild mit Hohenzollernwappen ist anschauliches Zeugnis des lokalen Kunstschmiedehandwerks zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Es dokumentiert den alten Dorfgasthof und seine Bedeutung für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Steinhilbens. |
96615021 | ||
| Kapelle St. Johannes der Täufer | Wilsinger Straße 33 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Satteldach und Dachreiter über Westgiebel, gerader Chorschluss, innen Flachtonne, Säulenaltar um 1680, errichtet anstelle eines 1363 erstmals genannten Vorgängerbaus, wohl um 1725, Dachreiter 19. Jahrhundert
Die Kapelle mit ihrem frühbarocken Säulenaltar, der offenbar aus dem älteren Vorgängerbau übernommen wurde, ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist beispielhaft für die kleinen Andachtsstätten dieser Art auf dem Land in der katholisch geprägten Region im einst fürstenbergischen Gebiet um Trochtelfingen. |
96608709 | ||
| Bildstock | Beim Lindle (Karte) |
Rechteckiges Gehäuse mit Kugelaufsatz und (modernes) Relief Georg mit dem Drachen, 1778 (i) (erneuert 1993 i)
Der säulenförmige Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der Barockzeit. Er ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten, einst fürstenbergischen Region um Trochtelfingen. |
96615083 | ||
| Flurkreuz | Stöffele (Karte) |
Sandstein, Metallkorpus, Inschriften am Sockel, 1908 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region rund um Trochtelfingen. Der metallene Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Mit dem inschriftlichen Hinweis auf eine lokale Stifterfamilie hat das Wegkreuz überdies ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
96615084 |
Trochtelfingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Zwei Grenzsteine von 1663 mit Wappen der Werdenberger | Am Degelberg 6 (Karte) |
Ursprünglicher Aufstellungsort im Herrenwäldle
Die beiden Grenzsteine dokumentierten frühere Herrschafts- und Gemarkungsgrenzen der fürstenbergischen Grafschaft Werdenberg und sind damit von rechts- und territorialgeschichtlicher Bedeutung. |
96600236 | ||
| Alte Apotheke | Am hohen Turm 6 (Karte) |
Zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Kniestock und bewegter Dachlandschaft mit Walm- und Krüppelwalmdächern, Erdgeschoss aus Tuffstein mit Ziegelelementen, Obergeschoss, Kniestock und Giebel verschindeltes Fachwerk, mit Standerkern und Veranden, innen reiche bauzeitliche Ausstattung mit geschnitzten Täferungen und ornamental bemalten Decken sowie Apothekeneinrichtung und Laboratorium, erbaut nach Plänen des Reutlinger Werkmeisters Alfred Speidel für den Apotheker Ludwig Binder, 1894 (a, i); Einfriedung und Garten
Das villenartige Haus schräg gegenüber vom Trochtelfinger Schloss entstand für den Apotheker Ludwig Binder. Das Erdgeschoss nahm komplett die Apotheke ein, die mit ihren Räumen und ihrer Einrichtung samt Laboratorium fast vollständig überliefert ist. Dementsprechend sind auch der Ladeneingang und der Zugang zum Treppenhaus, das die Wohnetagen erschließt, strikt voneinander getrennt. Das Äußere gehört noch ganz der Architekturepoche des späten Historismus an, als bürgerlicher Repräsentationsanspruch mit einem Rückgriff auf historische Stilformen bedient wurde. Bei der Fassadengestaltung galt damals eine als malerisch empfundene Mehransichtigkeit. Auch das Innere der Wohnräume weist eine zeittypische wandfeste Ausstattung auf, die in selten so geschlossener Form überliefert ist und das bürgerliche Wohnen zur Zeit des Späthistorismus mit seinen üppigen, beinahe überbordenden Einrichtungen höchst anschaulich dokumentiert. Selten ist ein Wohnhaus der späten Gründerzeit so vollständig überliefert wie in diesem Fall. Es vermittelt einen lebendigen Eindruck einer Apothekenoffizin bzw. der gehobenen Wohnkultur des akademisch gebildeten wohlhabenden Bürgertums kurz vor 1900. |
100414554 | ||
| Christi-Ruh-Kapelle (§ 2) | Am Käpelle 16 (Karte) |
Verputzter Bruchsteinbau mit Satteldach, eingezogener Polygonalchor, profiliertes Traufgesims mit Wiederkehr, gefaste segmentbogige Tür- und Fensteröffnungen, im Kern kurz vor 1700, heutiges Erscheinungsbild 19. Jahrhundert; Kreuzwegstationen [P], Kalktuffstein, 1880
Die Kapelle, deren Langhaus und Chor in etwa gleich lang sind, erhebt sich am Anfang des Kreuzweges zur sog. Burgkapelle (Auf der Burg 1) und setzt einen gut sichtbaren Akzent in der Landschaft. Sie datiert in die Barockzeit zurück und tradiert mit ihrer Grundrissform einen in der Gotik entwickelten Kapellentypus. Der Sakralbau ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das traditionell katholisch geprägte Trochtelfingen. |
96599418 | ||
| Teile der mittleren Stadtmauer mit einer der ursprünglich fünf Bastionen. | An der Bastei 11 (Karte) |
107158001 | |||
| Ehemaliges Scharfrichterhaus | An der Bastei 7 (Karte) |
Heute Wohnhaus, zweigeschossiger Putzbau, 1806 Umbau und teilweise Neubau | 96599419 | ||
| Ehemalige Pumpstation zur Speisung des Brunnens am Schloß und des Wasserreservoirs im Hohen Turm | An der Bastei 11 (Karte) |
Massivbau mit Rundbogentür, Radstube und Fachwerkgiebeln, im Kern 16./17. Jahrhundert
das Gebäude ist Teil der Stadtbefestigung: Eckbau der mittleren Stadtmauer (siehe auch Am Hohen Turm 11) |
96601699 | ||
Weitere Bilder |
Sog. Burgkapelle | Auf der Burg 1 (Karte) |
Kath. Kapelle St. Maria, weithin sichtbarer verputzter Rundbau mit flachen Blendarkaden über Pilastern, Kegeldach, darauf sechseckige Laterne mit Zwiebelhaube, Eingang in Ohrengewände mit Oberlicht, im Inneren Gliederung durch Wandpfeiler, Kuppel, Altar, 18. Jahrhundert, mit sitzender Muttergottes, um 1660/70, von Gräfin Franziska Elisabeth von Fürstenberg gestiftet, 1666 (a), umgestaltet, 1719 bis 1724 (a)
Die sog. Burgkapelle besetzt die Stelle der sog. Alten Burg und bildet eine weithin sichtbare Landmarke auf der Anhöhe bei Trochtelfingen. Hier erhob sich der ältere Trochtelfinger Herrensitz, der im 12. Jahrhundert entstand und schon im späten 13. Jahrhundert wieder aufgegeben wurde, vielleicht in Zusammenhang mit der wohl zeitgleichen Stadtgründung. 1422 ist die Rede von der alten Burg, die damals längst verlassen war. An der geschichtsträchtigen Stelle stiftete die Gräfin Franziska Elisabeth von Fürstenberg 1666 eine kleine Kapelle, ein charakteristischer Andachtspunkt in erhöhter Position über der Landschaft, der als lokales Marienheiligtum gedacht war. Sie bildet einen für die Entstehungszeit typischen Zentralbau und wurde im 18. Jahrhundert neu ausgestattet. Die Kapelle ist anschauliches Zeugnis der gelebten und baulich wie auch bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität der Barockzeit und hat orts- sowie herrschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
96599420 ( | |
| Kreuzweg zwischen Christi-Ruh-Kapelle und Burgkapelle | Braike (Karte) |
14 Bildstöcke, Kalkuffstein, 1880/1881, Bildtafeln von Schülern gestaltet, 1983 (die originalen Holzreliefs in der Pfarrkirche St. Martin)
Der Kreuzweg, der die Christi-Ruh-Kapelle mit der sog. Burgkapelle verbindet, ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der traditionell katholisch geprägten Stadt Trochtelfingen. |
105057754 | ||
| Sog. Haidkapelle | Haid 66 (Karte) |
Kath. Kapelle St. Maria, massiver verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss und entsprechend abgewalmtem Satteldach, Glockenstuhl über Westgiebel, im Chorscheitel datierter Wappenstein der Grafen von Werdenberg, reiche Ausstattung u. a. mit Skulpturen von Jörg Syrlin d. J., Ulm, und Votivbildern, 17.-19. Jahrhundert, Säulenaltar, um 1680; erbaut um 1474/75 (a, i), Restaurierung 1881 (a)
Die große spätgotische Kapelle in dem Weiler Haid ist nach Ausweis des Wappensteins im Chorscheitel eine Stiftung der Grafen von Werdenberg. Auch im 17. Jahrhundert hatte die Kapelle als Andachtsstätte zu Ehren der Muttergottes Bedeutung für die Landesherrschaft. So gab Gräfin Franziska Elisabeth, die auch die sog. Burgkapelle (Auf der Burg 1) stiftete, zwei Votivbilder in Auftrag, die an die Erhörung ihrer Gebete zu Maria und die Gesundung ihrer beiden kleinen Töchter von schwerer Krankheit 1655 und 1665 erinnern. Es handelt sich dabei um die beiden ältesten in der Region überlieferten Votivbilder. Daneben überrascht die Kapelle mit einer Reihe hochwertiger spätgotischer Skulpturen Jörg Syrlins d. J. aus Ulm, die wohl noch zur Erstausstattung gehören und die Bedeutung Ulms als Kunstzentrum in den Jahrzehnten vor der Reformation belegen. Mit ihrer Architektur und ihrer Ausstattung ist die Haidkapelle ein anschauliches Beispiel für ein ländliches Gotteshaus und Ausdruck mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Religiosität. Mit ihrer engen Verbindung zu den Grafenhäusern Werdenberg und Fürstenberg hat sie überdies herrschafts- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert. |
96599291 | ||
| Hennensteinkapelle o. a. Hünensteinkapelle St. Maria und Nikolaus | Hennenstein 2, 3 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener Rechteckchor mit Satteldach, flach gedecktes Langhaus mit Westempore, tonnengewölbter Chor, Wandmalereizyklen, im Langhaus um 1320, im Chor, um 1330, spätgotische Skulpturen, Glocke von Peter Gereis, Augsburg, 1495 (i), Kapellenbau im Kern wohl romanisch, erstmals erwähnt 1322 (a), mehrfach umgebaut, 1422 (i) und 1798 (i) und 1836 (i), Renovierung 1903 (i); oberhalb davon Einsiedelei, eingeschossiger, hangabwärts zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, 18. Jahrhundert; Ummauerung mit zinnengekröntem Tor sowie Kruzifix, Holz mit farbig gefasstem Korpus
Die Hennen- o. a. Hünensteinkapelle trägt ihren Namen nach ihrem Standort, dem Felsen Hühnenstein. Sie bildet zusammen mit der Einfriedung und der barockzeitlichen Einsiedelei ein anschauliches Beispiel für ein inmitten der Natur gelegenes ländliches Heiligtum. Die Kapelle reicht mit ihrem Chor bis in romanische Zeit zurück. Sie war im 14. Jahrhundert Bestandteil einer Begardenniederlassung, also einer nach christlichem Armutsideal lebenden religiösen Gemeinschaft. Mit seiner Ausmalung aus dem 1. Drittel des 14. Jahrhunderts stellt das kleine Gotteshaus ein besonderes Kleinod hochgotischer Sakralkunst in der Region dar, die veranschaulicht, wie farbig Kirchenräume des Mittelalters waren. Im 18. Jahrhundert wurde die Einsiedelei errichtet - eine für katholische Territorien wie Fürstenberg charakteristische Einrichtung bei Wallfahrtskapellen, die auch der Betreuung der Andachtsstätte dienten. Kapelle und Einsiedelei sind anschauliche Zeugnisse einer über Jahrhunderte gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie bilden als Baugruppe ein charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsorten besetzten Kulturlandschaft der Gegend um das traditionell katholisch geprägte Trochtelfingen und sind darüber hinaus von siedlungs-, kirchen- und kunstgeschichtlicher Relevanz. |
96599499 | ||
| Steinerne Bogenbrücke über die Seckach | Untere Wässere (Karte) |
Vor 1847
Die Brücke aus Kalktuffquadern belegt die lange Tradition des Natursteinbrückenbaus und ist ein Zeugnis der lokalen Verkehrsgeschichte. Solche kleinen Flussquerungen ermöglichten den Landwirten das Erreichen von Feldern, Gärten, Weiden und Waldgrundstücken. Die Brücke ist damit Ausstattungselement der ländlichen Infrastruktur, das die Kulturlandschaft mitprägt. |
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| Teil der mittleren Stadtmauer. Bruchsteinbogen über die Seckach | Lindenplatz 6 (Karte) |
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Stadtbefestigung | Marktstraße 1 (Karte) |
Sogenannter Pulverturm, einer der beiden Rundtürme des Oberen Tores, 16. Jahrhundert, (siehe Am Hohen Turm 11) | 96601029 | |
| Schloss der Grafen von Werdenberg-Heiligenberg | Marktstraße 2 (Karte) |
Ab 1534 Sitz des fürstenbergischen Obervogts, seit 1869 Schulhaus, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Staffelgiebeln, hofseitig polygonaler Treppenturm mit Wasserschlägen, Wasserspeiern in Tierform und Glockenreiter, aufgemalte Eckquaderung, Kreuzstockfenster, am Treppenturmeingang Allianzwappen Werdenberg-Heiligenberg, nördlich viergeschossiger Anbau, wohl einstiges Oberes Tor, mit Konsolsteinen eines Erkers, im Inneren weitgehend bauzeitliche Raumaufteilung, beschnitzte Balkendecke und Stabwerkpforte, barocke Stuckdecke, erbaut unter den Grafen Felix und Christoph von Werdenberg, um 1488 bis 1497 (a)
Das mächtige, stadtbildprägende Steingebäude oberhalb der Kirche bildet den einstigen Hauptbau des Stadtschlosses der Grafen von Werdenberg. Es dürfte eine ältere, nach 1320 angelegte Burg der Grafen ersetzt haben bzw. wurde in deren Areal errichtet, wobei es die innere Ringmauer übersprang und in den Zwinger hineinragte. Es flankierte mit einer Giebelfront das innere Obere Tor, das sich in dem nördlichen Anbau erhalten haben dürfte. Das Gebäude zählt zu den großen und bauhistorisch wichtigen Schlossgebäuden der Spätgotik in der Region und ist mit seinem mittig vor die Traufseite gestellten Treppenturm anschauliches Zeugnis für die Entwicklungen im Schlossbau des 15. Jahrhunderts. Im Inneren zeugen eine beschnitzte Balkendecke und gestäbte Türgewände von der herrschaftlichen Ausstattung. Eine barocke Stuckdecke belegt die Nutzung durch die Fürsten von Fürstenberg und die von ihnen eingesetzten Obervögte noch im 18. Jahrhundert. Das Schloss ist darüber hinaus zentrales Zeugnis der Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte Trochtelfingens und dokumentiert mit seiner Schulnutzung seit 1869 die Bildungsgeschichte der Kleinstadt auf der Schwäbischen Alb. |
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Stadtbefestigung mit Resten des mittleren und inneren Mauerrings | Am hohen Turm 11; Marktstraße 1 (Karte) |
Angelegt vor 1320, ausgebaut zur Festung durch die Grafen von Werdenberg und die Grafen von Fürstenberg, 16. und 17. Jahrhundert, Teilüberbauung der inneren Mauer ab 18. Jahrhundert, Abbrüche nach 1806, bestehend aus:
Die überlieferten Reste der Stadtbefestigungen zählen zu den für die Entwicklungen im spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Wehrbau besonders bemerkenswerten Zeugnissen in Baden-Württemberg. Trochtelfingen zeigt bis heute eine annähernd quadratische Stadtanlage, die auf eine planmäßige Gründung im Areal einer älteren Siedlung schließen lässt. Es ist nicht geklärt, wer Trochtelfingen zur Stadt erhoben hat: Die geschah vielleicht schon unter dem Pfalzgraf Rudolf von Tübingen noch vor 1219 oder erst im späteren 13. Jahrhundert unter den Grafen von Hohenberg. Erstmals als Stadt erwähnt ist Trochtelfingen 1310. Im Thronfolgestreit zwischen Friedrich dem Schönen von Österreich und Ludwig dem Bayern wurde die inzwischen werdenbergische Stadt von den Österreichern 1322 niedergebrannt. Vielleicht erhielt sie erst im Zusammenhang mit dem folgenden Wiederaufbau eine Befestigung in Form einer steinernen Ringmauer. Wohl ab etwa 1500 erfolgte durch die Grafen von Werdenberg der Ausbau ihrer kleinen Residenzstadt zur feuerwaffentauglichen frühen Festung mit Geschütztürmen. Bis heute bildet der Hohe Turm im Südwesten und zugleich am höchsten Punkt der Stadtanlage beim Schloss eine markante, weithin sichtbare Dominante und erfüllt damit sowohl die Funktion eines Bergfrieds wie auch eines Wahrzeichenturms. Er war bis 1822 noch um zwei Geschosse höher! Das Ausbauprojekt wurde nach dem Aussterben der Werdenberger 1535 durch die neuen Stadtherren, die Grafen von Fürstenberg, weiter verfolgt, welche wohl ab dem späteren 16. Jahrhundert versuchten, aus Trochtelfingen eine moderne Bastionärfestung zu machen. Dabei entstand u. a. die bis heute überlieferte Bastion im Süden, welche den mittleren von insgesamt drei Mauerringen flankierte. Vor der inneren alten Stadtmauer lag ein Zwinger, wohl noch von den Werdenbergern im späten 15. Jahrhundert angelegt, jenseits davon auf der Grabenaußenkante eine dritte umlaufende Mauer. Diese starke und für die Entstehungszeit eigentümlich anmutende Befestigung mit einerseits zwei traditionellen Zwingermauern und andererseits hochmodernen Bastionen ist bezeichnend für das Experimentieren im Befestigungsbau in der Übergangszeit vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. Bedingt wurde der starke Ausbau wohl durch die verkehrsgünstige und damit strategisch wichtige Lage Trochtelfingens, das überdies einen weit nördlichen Stützpunkt der Fürstenberger darstellte. Damit hat die Mauer nicht nur Bedeutung als äußerer Rechtsausweis der Stadt, sondern vor allem als ein anschauliches Zeugnis der Entwicklungen im Wehrbau zwischen ca. 1500 und ca. 1620 sowie der Bemühungen der Landesherrschaft um die militärische Sicherung ihres Territoriums. |
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| Wirtshaus Zur Silberburg | Marktstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau über L-förmigem Grundriss mit Satteldächern, Zierfachwerk und Geschossvorkragungen über Balkenköpfen, schmiedeeisernes Wirtshausschild, wohl Ende 17. Jahrhundert
Das Gebäude, direkt an der zentralen Markstraße, unweit des Obertors gelegen, zeigt ein für seine Entstehungszeit charakteristisches Zierfachwerk und ist damit wichtiger Bestandteil der von Fachwerkbauten geprägten Trochtelfinger Altstadt. Es ist einer der wenigen Wohnbauten, welche den verheerenden Stadtbrand von 1726 überstanden und dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse. Wohl erst in späterer Zeit wurde das Gebäude zum Gasthaus. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Marktstraße 13 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach, Zierfachwerk über massivem Erdgeschoss, Bauinschrift, 1723 (i)
Der mächtige, durch den Zimmermeister Jörg Haug errichtete Bau ist wichtiger Bestandteil der weitgehend giebelständig geprägten Bebauung auf der Nordseite der Markstraße und setzt innerhalb derselben einen markanten Akzent. Er zeigt ein für die 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts charakteristisches Zierfachwerk. Die Dimensionen des Baus an der Hauptdurchgangsstraße legen eine ursprüngliche Nutzung als Gasthaus nahe. Das Gebäude dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist anschauliches und qualitätvolles Zeugnis der Stadtbaugeschichte Trochtelfingens in der Barockzeit. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Marktstraße 15 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Fachwerk über massivem Erdgeschoss, 1752 (i)
Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der überwiegend giebelständigen, geschlossen überlieferten Bebauung auf der Nordseite der Markstraße. Es dokumentiert den Wiederaufbau der 1726 durch einen Großbrand verwüsteten Stadt im Laufe des 18. Jahrhunderts und belegt vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse. Mit seinem einfachen Fachwerk ist es charakteristisch für die Mitte des 18. Jahrhunderts. |
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| Altstadt von Trochtelfingen | Am Graben 2, 6, 10, 12; Am hohen Turm 5, 11; Am Kirchberg; An der Bastei 5, 7, 11, 11/1; Auf dem Graben; Bei der Kirche; Beim Brunnen; Hirschgasse 5, 6; Marktstraße 1, 2, 3, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 30, 30/1, 31, 32/1, 32, 34, 35; Neckarhalde 3, 4, 5, 7, 8, 9, 11, 12, 14, 15, 17, 19, 20, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 29, 30, 32; Obere Gasse 4, 6, 8, 9, 10, 11, 14, 17; Pfarrgasse 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13, 18; Rathausplatz 1, 3, 5, 7, 9; Schloßgarten; Schloßgasse 4, 5, 9, 11, 13, 15, 19, 21; Schloßplatz 1; Schmalzgasse 1, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29; Untere Gasse 2, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 17, 18, 20, 24 (Karte) |
Die Altstadt von Trochtelfingen liegt im Bereich der Mittleren Kuppenalb auf einer Terrasse über der Seckach. Das Stadtbild ist heute im Wesentlichen geprägt von der Stadtbefestigung mit markantem Rundturm, der Martinskirche, dem Schloss mit Staffelgiebeln und den stattlichen Fachwerkhäusern aus dem 18. Jh. Trochtelfingen zählt zu den frühen alemannischen Ansiedlungen und wird 1161 erstmals urkundlich erwähnt. Wohl in der zweiten Hälfte des 13. Jhs. zur Stadt erhoben, gelangt der Ort 1310 an Württemberg und wenig später an die Grafen von Werdenberg, von 1534 bis 1806 war Trochtelfingen in fürstenbergischem Besitz. Die Stadt des 13. Jhs. liegt etwa in dem Gebiet, das von der inneren Stadtmauer umfasst wird: im Südwesten lagen der Herrschaftsbereich und die Martinskirche mit Kirchhof. Nördlich der als Markt dienenden Durchgangsstraße, heute Marktstraße, ist noch die regelmäßige Anlage der bürgerlichen Siedlung mit der beinahe rechtwinkligen Ummauerung gegen Nordwesten hinter der Bebauung Untere Gasse und Schlossgasse zu erkennen. Die eher unregelmäßigen Straßenzüge östlich vonMartinskirche und Rathaus lassen hier eine frühere Vorstadt am Abhang zur Seckach vermuten. Durch den Neubau des Schlosses Ende des 15. Jhs. wurde der innere Mauerring im Westen unterbrochen. Deshalb entstand hier zu Beginn des 16. Jhs. eine vorgelagerte Befestigung, zu der auch zwei Rundtürme beiderseits des Oberen Tores und der „Hohe Turm“ an der Südwestecke der Stadt gehörten. Auf einem Gemälde von Martin Menrad von 1684 sind auch die Bastionen entlang der Ostseite der Stadt gut zu erkennen. In der Neckarhalde ist an einigen Gebäuden der Mauerverlauf noch ablesbar, zudem hat sich am Gebäude Nr. 27 eine Schlupfpforte und am Lindenplatz ein Mauerdurchlass der Seckach erhalten. Der verheerende Stadtbrand von 1726 vernichtete den Großteil des Baubestandes. Die Martinskirche, das Schloss und einige angrenzende Gebäude blieben jedoch weitgehend unversehrt. Zu ihnen zählen die ehem. Kaplaneihäuser Pfarrgasse 2 und 4. Letzteres wurde im Jahr 1401 erbaut und ist derzeit das älteste bekannte Wohngebäude in Trochtelfingen. Unter den stattlichen Fachwerkhäusern entlang der Marktstraße fällt vor allem das 1727 errichtete Gasthaus „Zum Ochsen“ mit seinem reichen Zierfachwerk auf. Es besitzt im Erdgeschoss ursprünglich offene Arkaden und diente als Handelshaus. | 104495520 | ||
| Straßenfront eines zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshauses | Marktstraße 17 (Karte) |
Fachwerk über massivem Sockel, zweites Viertel 18. Jahrhundert
Die Fassade belegt mit ihrem charakteristischen Zierfachwerk den Wiederaufbau Trochtelfingens nach dem verheerenden Stadtbrand von 1726. Sie ist wichtiger Bestandteil der weitgehend ungestört und vollständig überlieferten giebelständigen Bebauung auf der Nordseite der Marktstraße. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Marktstraße 18 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach, reiches Zierfachwerk über massivem verputztem Erdgeschoss, starke Geschossvorkragungen über geschweiften und beschnitzten Bügen, geschnitzte Fenstererker, 1728
Das Gebäude prägt durch seine Kubatur wie auch seine markante Ecklage das Bild am Knick der Markstraße nach Norden. Es zählt zu den am aufwendigsten gestalteten Fachwerkbauten der Barockzeit in Trochtelfingen und veranschaulicht den Wiederaufbau der 1726 durch einen verheerenden Brand verwüsteten Stadt. Es dokumentiert gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Frühen Neuzeit und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. Sein reiches Fachwerk belegt die hohe Kunstfertigkeit der einheimischen Zimmerleute im 18. Jahrhundert. |
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| Wohnhaus | Marktstraße 19 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach, Zierfachwerk über massivem verputztem Erdgeschoss, 2 Viertel 18. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude ist wichtiger Bestandteil der weitgehend geschlossen überlieferten giebelständigen Bebauung auf der Nordseite der Marktstraße. Sein reiches Zierfachwerk zeigt eine Weiterentwicklung der Formen des 16. und 17. Jahrhunderts und belegt den hohen Standard der Zimmermannskunst in der Barockzeit. Das Haus dokumentiert den Wiederaufbau Trochtelfingens nach dem verheerenden Stadtbrand von 1726 und veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse des kleinstädtischen Bürgertums. |
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Gasthaus Zum Ochsen | Marktstraße 21 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau, flach geneigtes Satteldach mit einseitigem Halbwalm, massives, teilweise verputztes Erdgeschoss mit ehemals offener Arkadenhalle, darüber reiches Zierfachwerk mit beschnitzten Schwellhölzern sowie figürlich gestalteten Eckständern mit Bauinschrift, schmiedeeisernes Wirtshausschild, 1727 (i)
Das wohl aufwendigste und baukünstlerisch qualitätvollste Fachwerkhaus des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand von 1726 stellt das Gasthaus Zum Ochsen dar. Es schließt die Hauszeile auf der Nordseite der Markstraße wirkungsvoll nach Osten hin ab und besetzt in städtebaulich markanter Lage am Eck der nach Norden abknickenden Markstraße. Sein Erdgeschoss barg eine einst offene Halle, die wohl als Kaufhaus diente. Diese öffentliche Funktion dürfte auch das besonders reiche Zierfachwerk mit den teilweise figürlich beschnitzten Eckständern bedingt haben. Das Gebäude veranschaulicht die Lebensverhältnisse in einer frühneuzeitlichen Kleinstadt und ist wichtiges Dokument der Stadtbaugeschichte im 18. Jahrhundert. |
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| Sog. Spohnsches Haus | Marktstraße 25 (Karte) |
Wohn- und Geschäftshaus, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit profiliertem Traufgesims und Wiederkehr, traufseitige Erschließung mit zwei profilierten und geohrten Oberlichtportalen, Zunftzeichen der Bäcker, Mitte 18. Jahrhundert
Das mächtige Gebäude in Ecklage setzt einen markanten Akzent im nach Norden führenden Teil der Marktstraße. Bäckerzunftzeichen verweisen auf einen Bäcker als Bauherrn oder gar die Nutzung als Bäckerzunfthaus. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und dokumentiert den Wiederaufbau der 1726 durch einen Großbrand weitgehend zerstörten Stadt. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Marktstraße 31 (Karte) |
Ehemalige Wachstube, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Fachwerkgiebel, im Erdgeschoss Arkadenreihe mit Korbbögen, 1651 (a), Fachwerk wohl nach Stadtbrand von 1726, die Nordwand Teil der Stadtmauer
[s. Stadtbefestigung, Am Hohen Turm 11] Das stattliche Gebäude ist markanter Bestandteil der Bebauung im nördlichen Abschnitt der Marktstraße. Es sitzt mit seinem Nordgiebel der Stadtmauer auf. Hier befand sich die Wachstube des Unteren Tores, worauf die Arkadenreihe zum Untertreten der Wachmannschaft hinweist. Das Wohnhaus veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse in der frühneuzeitlichen Stadt und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wirtshausschild | Marktstraße 32 (Karte) |
Gasthaus Zum Greifen, schmiedeeisern, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das kunstvolle Wirtshausschild verweist auf die traditionsreiche Gaststätte Zum Greifen und ist Ausweis der Qualität des lokalen Kunstschmiedehandwerks. |
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| Mittlere Mühle | Bei der Mühle; Mühlgasse 21 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, erstmals urkundlich genannt 1671 (a), Mühlengebäude des 18. Jahrhunderts mit technischer Ausstattung von 1937 sowie Wasserbau samt Mühlrad
Die Mühle belegt als eine von mehreren Mühlen das traditionsreiche Müllergewerbe an der Seckach. Mit ihrer überlieferten technischen Ausstattung aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und dem historischen Wasserbau dokumentiert sie einen gewerblichen Mühlenbetrieb, der auf eine ursprünglich wohl herrschaftliche Mühle zurückgeht. Die Anlage hat orts- und technikgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wohnhaus | Obere Gasse 17 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit Satteldach und zweigeschossigem seitlichem Anbau, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit Geschossvorkragungen mit profilierten Schwellhölzern, 1763 (a)
Das stattliche Gebäude in städtebaulich markanter Ecklage dokumentiert den allmählichen Wiederaufbau der 1726 durch einen Großbrand weitgehend zerstörten Stadt. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der städtischen Bevölkerung in der Frühen Neuzeit und ist von ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
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| Kaplaneihaus mit Kirchhoftor | Pfarrgasse 2 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, Sockel- und Erdgeschoss massiv und verputzt, aufgemalte Eckquaderung, vermauerter mittelalterlicher Grabstein, vorkragendes Obergeschoss, Fachwerk mit verblatteter Konstruktion, wohl 2. Hälfte 15. Jahrhundert, Wandbild des Hl. Martin als Bischof von Tours, 2. Hälfte 20. Jahrhundert
Das stattliche Eckgebäude mit dem verblatteten Fachwerkgeschoss über hohem massivem Unterbau markiert den Zugang zum alten Kirchhof. Es war ehemals ein Kaplaneihaus, also das Wohnhaus eines Geistlichen, der an der Pfarrkirche Dienst tat. Das Wandbild mit der Darstellung des Heiligen Martin als Bischof von Tours weist auf das Patrozinium der Kirche hin. Als spätmittelalterlicher Wohnbau zählt das Haus zu den wenigen Gebäuden, welche vom Stadtbrand 1726 verschont bleiben und die ältere Bebauung der Trochtelfinger Altstadt dokumentieren. Das Gebäude ist Zeugnis der Kirchen- und Stadtbaugeschichte. |
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| Kaplaneihaus | Pfarrgasse 4 (Karte) |
Zweigeschossiger, hangabwärts dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massives Hanggeschoss und teilweise massive Wände im Erdgeschoss, sonst Fachwerk, 1401 (d), im Dach Sommerstube mit Felderdecke, 2. Viertel 18. Jahrhundert
Das Gebäude ist der älteste datierte Wohnbau Trochtelfingens und der näheren Region. Es diente ursprünglich als Kaplanei, also als Wohnsitz eines Geistlichen, der Dienst an der Pfarrkirche tat. Es ist wichtiger baulicher Bestandteil des historischen Pfarrbezirks um die Kirche und dokumentiert als einer der wenigen Bauten, welche den Stadtbrand von 1726 unbeschadet überstanden, die ältere Bebauungsstruktur der Trochtelfinger Altstadt. Eine Besonderheit bildet die überlieferte Sommerstube im Dachgeschoss, sicherlich der Arbeitsraum des Kaplans in der schönen Jahreszeit. Das Gebäude veranschaulicht so auch die Wohn- und Lebensverhältnisse eines Geistlichen in Mittelalter und Früher Neuzeit. |
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| Kath. Pfarrkirche St. Martin mit werdenbergischer Gruft | Pfarrgasse 6 (Karte) |
Verputzter Bruchsteinbau, Saalkirche mit eingezogenem Rechteckchor und Satteldächern, nördlich Chorflankenturm mit Satteldach, südlich Sakristeianbau, Relief mit Allianzwappen Werdenberg-Zimmern und Bauinschrift an der nördlichen Langhauswand, zwei Sandsteinepitaphien von 1762 und 1793, Langhaus mit hölzerner verputzter Flachtonne und zweigeschossiger Westempore, Chor kreuzrippengewölbt, Wandmalereien, im Chorgewölbe kurz nach 1322, im Langhaus um 1480, Ornamentmalereien mit Roll- und Beschlagwerk, um 1620, am Chorbogen Wandbild der Mantelspende des hl. Martin von Sebastian Dürr, 1823, Skulpturen des 15.- 18. Jahrhunderts Grabtuumba für Graf Johann von Werdenberg (gest. 1465); Turm im Kern 12. Jahrhundert, sonst 14. Jahrhundert, Rechteckchor nach 1322, Langhaus um 1451 bis 1461 (i), Erneuerungen am Chor 1511 (i), Umbauten und Einbau zweite Sakristei 1823 (a); Kirch- und Friedhof mit Ummauerung, Südmauer Teil der Stadtmauer
[s. Stadtbefestigung, Am Hohen Turm 11] Die Pfarrkirche ist neben dem Schlossbau der durch seine erhöhte Lage wie auch seine Dimensionen zweite das Stadtbild beherrschende Bau. Er bildet zusammen mit dem Schloss und den umliegenden Kaplaneihäusern einen deutlich abgegrenzten Bezirk im Südwesten der Stadt. Die Kirche erfuhr nach der Zerstörung der Stadt durch die Habsburger 1322 einen Wiederaufbau, von dem bis heute noch der Chor und der Turm zeigen, der wohl in seinem Unterbau noch Reste der älteren, romanischen Kirche aufweist. Diese ist mit der Pfarrei erstmals 1275 urkundlich belegt. Nachdem eine Linie der Grafen von Werdenberg Trochtelfingen unter Graf Eberhard III. zur Residenz erwählt hatte, folgte konsequenterweise die Anlage einer Gruft unter der Kirche sowie schließlich um 1451 bis 1461 der Neubau des Langhauses. Sowohl aus dem 14. wie auch aus dem 15. Jahrhundert blieben Wandmalereien erhalten, welche die reiche, künstlerisch hochwertige Ausgestaltung des Kirchenraums verdeutlichen, der im frühen 17. Jahrhundert schließlich eine ornamentale Ausmalung im Stil der Spätrenaissance erhielt. Unter der überlieferten, kontinuierlich gewachsenen Ausstattung, ragen mehrere Plastiken des 15. Jahrhunderts und die spätgotische Grabtumba für Graf von Johann von Werdenberg hervor, die den 1465 Verstorbenen im vollen Plattenharnisch zeigt. Die Stadtpfarrkirche St. Martin ist damit nicht nur ein Zeugnis bildlich zum Ausdruck gebrachter Religiosität im Lauf der Jahrhunderte, sondern auch wichtiges Dokument der Sieddungs- und Baugeschichte Trochtelfingens, nicht zuletzt dokumentiert sie als Grablege der Werdenberger auch die Herrschaftsgeschichte und Residenzfunktion der Stadt im Spätmittelalter. |
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| Lehrer- | Pfarrgasse 8 (Karte) |
Mesner- und Organistenhaus, zweigeschossiger, an der Rückseite dreigeschossiger Bau mit Satteldach und teilweise freiliegendem Fachwerk über massivem verputztem Erd- und Hanggeschoss, 1719 (i), im Kern wohl 17. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seinen beschnitzten Fenstererkern und dem mit Stäben verzierten Fachwerk ein anschauliches Beispiel für die Qualität der lokalen Zimmermannskunst in der Barockzeit. Es gehört als ehemaliges Wohnhaus des Mesners, der auch Organist und Lehrer war, zum kirchlichen Bezirk um die katholische Stadtpfarrkirche. Es zählt zu den wenigen Gebäuden, welche den Stadtbrand von 1726 unbeschadet überstanden und dokumentiert damit den älteren Baubestand Trochtelfingens. Das Gebäude veranschaulicht die Wohn- und Lebensverhältnisse eines Kirchendieners und Lehrers in der Frühen Neuzeit und hat stadtgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Stadtmühle | Pfarrgasse 18 (Karte) |
Bestehend aus: Mühlengebäude (heute Wohnhaus), dreigeschossiger verputzter Bau mit flach geneigtem Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, im Giebel Zwillingsfenster mit Dreiecksabschluss und in Achteckform, traufseitige Erschließung der Mühlenräume, giebelseitige Erschließung des Wohnteils, technische Ausstattung mit Wasserrad und Antrieb; Wasserbau mit Wehr und Mühlkanal; Scheune, verputzter Massivbau mit Satteldach und Fachwerkgiebel, in der Süd- und Ostwand Teile der inneren Stadtmauer; erste Erwähnung um 1500, heutiges Erscheinungsbild Anfang 19. Jahrhundert, stillgelegt 1962 (a);
[s. Stadtbefestigung, Am Hohen Turm 11] Schon seit dem Spätmittelalter bestand eine in den Mauerring der Stadt einbezogener Mühlenbau, der quer über der Seckach errichtet worden war. Diese wurde zwischen der Zwingermauer und der äußersten mauer entlang geführt. si dass die Mühle bestens geschützt war. Teile der inneren Stadtmauer stecken noch in den Außenwänden der Scheune. Die heutige Mühle ist ein weitgehender Neubau aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und zeigt zeittypische klassizistische Bauformen. Während ihr Vorgänger sicher in herrschaftlicher Hand war, wurde der Neubau bereits als gewerbliche Mühle betrieben. Mit der überlieferten Technik und dem Wasserbau veranschaulicht das Anwesen eindrücklich das frühere Mühlengewerbe an der Seckach und hat neben der siedlungsgeschichtlichen Bedeutung auch technik- und wirtschaftsgeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Rathaus | Rathausplatz 1 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, profiliertes Traufgesims mit Wiederkehren, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Fenster mit Kopfgesimsen, traufseitige Erschließung, Eingangstür in profiliertem Ohrengewände, darüber geschweifter Giebel mit Stadtwappen, 1747 (i), verändert im 19. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude in leichter Hang- und Ecklage setzt einen markanten Akzent am Rathausplatz, dem alten Hauptmarkt der Stadt. Es ersetzte einen mittelalterlichen Vorgänger, der beim Stadtbrand 1726 zerstört worden war und dokumentiert so den Wiederaufbau der Stadt. Auf die Entstehungszeit im Barock verweist das repräsentative Eingangsportal mit Ohrenrahmung, geschweiftem Giebel, Maske und Stadtwappen. Charakteristisch für den kleinstädtischen Rathausbau ist die Feuerspritzenremise im Erdgeschoss. Das im 19. Jahrhundert spätklassizistisch umgebaute Rathaus belegt die Selbstverwaltung der Kommune seit dem Mittelalter, als Trochtelfingen, wohl im späteren 13. Jahrhundert, zur Stadt erhoben wurde. Es hat wichtigen Zeugniswert für die Stadt- und Baugeschichte Trochtelfingens. |
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| Einhaus | Rathausplatz 5 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach über massivem verputztem Sockel, im Giebel verblattete Konstruktion, rückseitig (umgebaute) Ökonomie mit Scheunentor, im Kern 15. Jahrhundert, Fachwerk im 18. Jahrhundert umgebaut
Das stattliche Eckgebäude belegt mit seinem rückwärtigen Ökonomieteil die teilweise landwirtschaftliche Prägung der Kleinstadt in Mittelalter und Früher Neuzeit. Das Gerüst und der Giebel datieren noch ins 15. Jahrhundert, womit das Gebäude zu den ältesten Wohnbauten Trochtelfingens zählt. Es dokumentiert den älteren Hausbestand vor dem Stadtbrand von 1726, wobei auch dieses Haus wohl im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt modernisiert wurde. Das belegt das weitgehend konstruktive Fachwerk der beiden Wohngeschosse, das offenbar im 18. Jahrhundert in zeittypischer Weise komplett ausgetauscht wurde. Das Gebäude bezeugt damit wesentliche Phasen der Stadtbaugeschichte und veranschaulicht überdies die Wohn- und Lebensverhältnisse im Trochtelfingen der Vormoderne. |
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| Fürstlich fürstenbergisches Rentamt (heute Wohn- und Geschäftshaus) | Rathausplatz 7 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau, Fachwerk über massivem verputztem Erdgeschoss, Geschossvorkragungen, giebelseitige Erschließung, 1678 (i), Umbau 1734
Der stattliche, zum Rathausplatz giebelständige Bau markiert eine Ecke des einstigen herrschaftlichen und geistlichen Bezirks innerhalb der Stadt und veranschaulicht den Fachwerkbau des 17. Jahrhunderts. Er diente als Rentamt der Finanzverwaltung der bis zur Mediatisierung durch Hohenzollern 1806 fürstenbergischen Stadt und zählt zu den wenigen Gebäuden, welche den Stadtbrand von 1726 unbeschadet überstanden haben. Das Gebäude hat herrschafts- und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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| Wegkreuz | Grafental (Karte) |
Sandstein, Postament mit gestuftem Sockel und Inschriftfeld, Steinkreuz, von Familie Scherer als Bittkreuz für die Heimkehr der Söhne aus Gefangenschaft errichtet, 1947
Das Wegkreuz ist ein eindrückliches Zeugnis für die verzweifelte Hoffnung auf die Rückkehr der im Zweiten Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft geratenen Söhne einer Trochtelfinger Familie. Es hat ortsgeschichtlichen Zeugniswert und ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Das Kreuz ist dabei charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das traditionell katholisch geprägte Trochtelfingen. |
105055144 | ||
Weitere Bilder |
Gefallenendenkmal für den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 | Schloßplatz 1 (Karte) |
Rechteckiges Sandsteinmonument mit burgartiger Bekrönung über Eichenkranz, Inschrift und Inschriftband mit Devise des Hauses Hohenzollern, nach 1871
Das Gefallenendenkmal in Formen einer eklektischen Neugotik erhebt sich in charakteristischer Weise auf dem einstigen Kirch- und Friedhof im Stadtkern. Es erinnert an die im Deutsch-Französischen Krieg getöteten Trochtelfinger Soldaten, die als Teil der preußischen Armee (Trochtelfingen gehörte mit den hohenzollerischen Fürstentümern seit 1850 zum Königreich Preußen) in Frankreich gekämpft hatten. Die bekrönende Burgarchitektur über einem Eichenlaubkranz, der deutschen Form des Siegeslorbeers, verweist als Stadtkrone auf das Andenken der Stadt. Mit dem Wahlspruch „Vom Fels zum Meer“ wird die Devise des Hauses Hohenzollern vorgeführt und dabei an dessen Herrschaftsanspruch über das vereinigte Deutschland erinnert. Das Denkmal ist damit ein aussagekräftiges Zeugnis für die Kulturgeschichte und eine nationalpatriotisch-monarchistische Erinnerungskultur im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. |
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| Brunnen mit Standfigur des hl. Mauritius | Beim Brunnen (Karte) |
Sandsteinkopie, Original von Johann Georg Weckenmann, 1779, Trog Kunststein, 1956 (i) und 1994 (i), bis 1842 vor Marktstraße 31 aufgestellt
Der Brunnen, ursprünglich einige Meter weiter südlich innerhalb der ummauerten Stadt aufgestellt, wurde 1842 an den jetzigen Standort, den Platz vor dem einstigen unteren Tor versetzt. Sein Becken wurde 1956 in Kunststein erneuert. Der Brunnen dokumentiert die historische Wasserversorgung Trochtelfingens und bildet mit der Statue des Hl. Mauritius einen Blickfang im Straßenbild. Die (inzwischen durch eine Kopie ersetzte) Figur ist ein hochwertiges Zeugnis barocker Bildhauerkunst, geschaffen von Johann Georg Weckenmann (1727 bis 1795), einem der führenden Bildhauer des 18. Jahrhunderts in der Region und Hofbildhauer des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. |
96611655 | ||
| Sühnekreuz | Talweg (Karte) |
Sog. Schwedenkreuz, Sandstein, auf der Vorderseite muldenförmige Vertiefung
Der Name bringt das Steinkreuz mit den Kriegshandlungen um Trochtelfingen und der Besetzung der Stadt durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg in Verbindung. Es dürfte allerdings nichts damit zu tun haben, sondern sich vielmehr um ein charakteristisches spätmittelalterliches Sühnekreuz handeln und damit um ein Zeugnis des damaligen Rechtsbrauchtums. Im Falle eines Totschlags war als Teil der Buß- und Sühneleistungen am Tatort ein steinernes Mahnmal in Kreuzform zum Andenken an die getötete Person und die Untat zu setzen. |
96599498 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Untere Gasse 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, teilweise massives Erdgeschoss, traufseitig weite Vorkragung über Bügen, giebelseitig hölzerne Erdgeschossarkaden, wohl 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Das Gebäude dokumentiert mit seinem reichen Zierfachwerk den älteren Trochtelfinger Hausbestand vor dem Stadtbrand von 1726. Es veranschaulicht die Qualität des Zimmermannhandwerks im späteren 17. Jahrhundert sowie die Wohn- und Lebensverhältnisse in einer frühneuzeitlichen Kleinstadt. |
96604840 | ||
| Untere Mühle | Untere Mühle 1 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, aufgemalte Eckquaderungen und geohrte Fensterrahmungen, traufseitige Erschließung, erstmals erwähnt 1501 (a), heutiges Erscheinungsbild um 1800; Sägemühlenanbau, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber teilweise verbrettertes Fachwerk, vor 1847, erweitert in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts; Wasserbau samt Mühlrad und technischer Einrichtung
Die Gebäude der Unteren Mühle veranschaulichen mit der später hinzugekommenen Säge, dem Wasserbau und den überlieferten Teilen der technischen Einrichtung inklusive des Mühlrads einen gewachsenen historischen Mühlenbetrieb. Der Komplex hat Zeugniswert für die Geschichte der Mühlentechnik wie auch für die Trochtelfinger Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte. |
96604841 | ||
| Erhardkapelle | Vorstadt 2 (Karte) |
Friedhofskapelle, massiver verputzter Saalbau, Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm und hölzernem Dachreiter, vollständig ausgemalter Chorteil mit Spitzbogentonne, erstmals genannt 1363 (a), ausgemalt wohl durch Heinrich Gretzinger, Trochtelfingen, um 1430, nach Westen erweitert im 19. Jahrhundert
Die Erhardkapelle, seit Anlage des Friedhofs 1501 auch Friedhofskapelle, ist mit der vollständigen Ausmalung ihres älteren, östlichen Teils ein aufgrund seiner geschlossenen sowie anschaulichen Überlieferung seltenes Kleinod spätmittelalterlicher Wandmalerei. Die 1904 aufgedeckten Zyklen aus dem Leben Christi und Mariens werden dem Trochtelfinger Maler Heinrich Gretzinger zugeschrieben. Sie vermitteln einen beispielhaften Eindruck davon, wie ein mittelalterlicher Kirchenraum ausgestaltet war und haben wichtige Bedeutung für die regionalen Entwicklungen der Wandmalerei in der Spätgotik. Die Kapelle selbst ist mit ihrer Lage vor der befestigten Stadt Zeugnis der Siedlungsgeschichte wie auch der Sakraltopographie Trochtelfingens, in der sich die mittelalterliche Frömmigkeit widerspiegelt. |
96611029 | ||
| Zweiseitige Figurennische mit Schmerzensmann und Strahlenkranzmadonna in der südöstlichen Hausecke | Vorstadt 4 (Karte) |
Sandstein, letztes Viertel 15. Jahrhundert
Die an einer Hausecke befindlichen, dem Friedhof zugwandten Skulpturen sind anschauliche Zeugnisse der lokalen Bildhauerkunst der Spätgotik und der bildlich zum Ausdruck gebrachten spätmittelalterlichen Frömmigkeit. |
96611030 | ||
| Umspannwerk (heute Bauhof) | Vorstadt 45 (Karte) |
Dreigeschossiger Stahlbetonbau mit Walmdach und Betonstrebewerk im Dach, Gliederung durch Strebepfeiler, von Albert Unseld, 1914 (i)
Das einstige Umspannwerk ist Zeugnis der frühen Elektrizitätsversorgung der Stadt Trochtelfingen und belegt die zunehmende Elektrifizierung der Gemeinden zu Anfang des 20. Jahrhunderts, u. a. zur Beleuchtung von Straßen und Wohnungen. Es ist damit ein Zeugnis der Technik- und Stadtgeschichte. Gestalterisch ist der Funktionsbau ein Werk der Reformarchitektur, die unter Einsatz traditionsreichen Formvokabulars - hier u. a. aus dem Klassizismus - wie auch neuer Baustoffe eine moderne, zeitgemäße Architektursprache zu entwickeln suchte. |
96611031 | ||
| Bildstock | Ehraus (Karte) |
Gehäuse aus Kalktuffstein mit neuerer Plastik
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Er ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das traditionell überwiegend katholisch geprägte Trochtelfingen. |
96611032 | ||
| Äußere Mühle | Vorstadt 47 (Karte) |
Bestehend aus: Mühlengebäude, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, teilweise freiliegendes Zierfachwerk, sonst massiv und verputzt, Rundbogenportal, bauzeitliche Ausstattungselemente, u. a. gedrehte Säule im Mühlenraum, Täfer und Eichenholztreppe, 1607 (i); zwei Nebengebäude, eingeschossige verputzte Massivbauten mit Sattel- bzw. Walmdach; Wasserbau
Von den traditionsreichen Mühlengebäuden in Trochtelfingen weist die Äußere Mühle bis heute den ältesten Baubestand auf. Sie dokumentiert beispielhaft ein frühneuzeitliches Mühlenanwesen und damit die damaligen Wohn- und Lebensverhältnisse eines Müllers. Die Äußere Mühle entstand 1607 anstelle einer Vorgängerin wohl des 15. Jahrhunderts. Das Hauptgebäude zeigt ein für das frühe 17. Jahrhundert charakteristisches Zierfachwerk, das die einstige Bedeutung des Mühlenbetriebs unterstreicht. Ursprünglich im Besitz der Herren von Klingenstein hat die Anlage nicht nur mühlen- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung, sondern auch herrschaftsgeschichtlichen Zeugniswert. |
96611028 | ||
| Sühnekreuz | Ehraus (Karte) |
Das steinerne Kreuz dokumentiert einen im Mittelalter weit verbreiteten Rechtsbrauch, nach dem im Falle eines Totschlags als Teil der Buß- und Sühneleistungen am Tatort ein Gedenkkreuz zu errichten war. | 96599289 | ||
| Grenzsteine | Sommerhau (Karte) |
Hinweis: Historische Grenzen wurden im Rahmen der Bearbeitung des Verzeichnisses nicht systematisch erfasst. Ausschlaggebend für ihre Kulturdenkmaleigenschaft ist, dass sich wenigstens ein Grenzstein an ursprünglichem Standort befindet. Es ist nicht von Bedeutung, ob die Grenze noch heute rechtliche Gültigkeit hat. | 104658684 |
Wilsingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz | Brühlweg 1 (Karte) |
Sandsteinkruzifix mit gusseisernem Korpus, 1893 (i)
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Der gusseiserne Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
96602447 | ||
| Bildstock | Im Anger (Karte) |
Säule mit rechteckigem Gehäuse mit Satteldach, 18. Jahrhundert
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
96614385 | ||
| Wegkreuz | Im Anger 13 (Karte) |
Sandsteinsockel mit schmiedeeisernem Strahlenkreuz
Das kunstvolle schmiedeeiserne Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
96602445 | ||
| Wegkreuz | Im Anger 16 (Karte) |
Sandsteinsockel mit schmiedeeisernem Kreuzaufsatz
Das Wegkreuz belegt die Qualität des lokalen Kunstschmiedehandwerks. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
96602446 | ||
| Bildstock mit neuerem Dreifaltigkeitsbild | Pfronstetter Weg (Karte) |
Verputztes Gehäuse mit Satteldach und Wiederkehr, wohl um 1800
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Er ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
96614386 | ||
| Rathaus | Lindenstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, aufgemalte Eckquaderung und geohrte Fenstereinfassungen, im Kern wohl 17. Jahrhundert
Das in ortsbildprägender Ecklage situierte Gebäude weist im Erdgeschoss die für ländliche Rathäuser charakteristische Feuerspritzenremise auf. Im Kern datiert es wohl noch ins 17. Jahrhundert und damit in die Zeit, als Wilsingen unter der Herrschaft der Benediktinerabtei Zwiefalten stand. Das Gebäude zeichnet sich durch aufgemalte Eckquaderungen und Fensterrahmungen aus, die nach Befund wiederhergestellt wurden. Es dokumentiert als Zentrum der Kommunalverwaltung die Ortsgeschichte der bis zur Eingemeindung nach Trochtelfingen 1974 selbstständigen Gemeinde. |
96614387 | ||
| Kath. Pfarrkirche St. Georg [§ 28] | Steinhilber Straße 3 (Karte) |
Massive verputzte Saalkirche mit Satteldach, hoher schlanker Westturm mit Treppengiebeln und Satteldach, eingezogener Polygonalchor, über Südportal spätgotisches Relief des Hl. Georg, kreuzgratgewölbte Turmvorhalle, Langhaus und Chor mit flachen Stuckdecken mit Zwiefalter Abtswappen und Deckengemälden von Joseph Ignaz Wegscheider, 1753 (i), qualitätvolle Ausstattung, u. a. reich verzierter Hochaltar mit Säulenaufbau und Wappen der Abtei Zwiefalten, um 1690, Seitenaltäre mit Gemälden von Johann Georg Messmer, 1753, Kanzel von 1622, Kirchenbau im Kern spätmittelalterlich, Langhaus erweitert 1620, verändert um 1753, Westempore 1913; Friedhof mit Teilen der alten Ummauerung und Beinhaus [§ 2]
Die Wilsinger Pfarrkirche beherrscht mit ihrem markanten, weithin sichtbaren schlanken Turm aus der Spätgotik das Ortsbild. Ihre reiche Barockausstattung veranschaulicht das Patronat und die Ortsherrschaft der großen Benediktinerabtei Zwiefalten, von deren hohem künstlerischem Anspruch Rocaillestuckdecken, Deckengemälde und Altäre namhafter Künstler zeugen, die auch im Kloster selbst tätig waren. In Wappenschilden wird die Klosterherrschaft deutlich. So veranschaulicht die Pfarrkirche St. Georg die Fürsorge einer geistlichen Herrschaft für eine ihrer Dorfkirchen. Dabei war die 1435 erstmals erwähnte Wilsinger Kirche bis 1809 lediglich eine Kapelle und Filial der Trochtelfinger Pfarrei. Erst 1809 wurde sie selbstständig. Das Gotteshaus ist damit auch ein wichtiges Zeugnis der Wilsinger Orts- und Kirchengeschichte. |
96615139 | ||
| Bildstock | Käppelesberg (Karte) |
Sandstein, Säule mit zwei Schaftringen auf Postament, tabernakelartige Aufsatz mit geschweiftem Dach, bezeichnet 1846/BO VH
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Er ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. |
104956870 | ||
| St. Wendelinskapelle | Steinhilber Straße 19 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit aufgemalter Eckquaderung und Walmdach, bezeichnet 1756, im Kern 16. Jahrhundert
Die dem Patron des Viehs und der Hirten geweihte kleine Kapelle am Ortsausgang nach Steinhilben hat noch eine qualitätvolle barocke Ausstattung, darunter Gemälde von 1777. Sie ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der einst von der Benediktinerabtei Zwiefalten regierten Gemeinde und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
96615140 | ||
| Wegkreuz | Nach Steinhilben (Karte) |
Sandsteinsockel mit gusseisernem Kreuz, 1871 (i)
Das hohe Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der katholisch geprägten Region. Das Datum 1871 könnte Hinweis geben auf eine Stiftung anlässlich einer glücklichen Heimkehr aus dem Deutsch-Französischen Krieg. |
96614384 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.