Wikiwand AI

Liste der Kulturdenkmale in Leinfelden-Echterdingen

Wikimedia-Liste From Wikipedia, the free encyclopedia

In der Liste der Kulturdenkmale in Leinfelden-Echterdingen sind die Kulturdenkmale der Stadt Leinfelden-Echterdingen im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Echterdingen

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Gemeindebackhaus Backhausgasse 2
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau mit Walmdach, Fenster und Portal rundbogig, Kranzgesims, 1841/42

Das 1841/42 errichtete Backhaus befindet sich unmittelbar neben der Pfarrwette südlich der Stephanuskirche und prägt daher den Ortskern. Mit seiner klassizistischen Fassadengliederung ist das Echterdinger Backhaus ein qualitätvolles Beispiel dieses Bautyps, der auf königliche Verordnung hin in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die öffentliche Nutzung durch das Gemeinwesen entstand. Dies sollte einen reglementierten Backbetrieb ermöglichen und die Feuersicherheit erhöhen. Das heute noch genutzte Backhaus in Echterdingen veranschaulicht somit einen Teil der örtlichen Sozial- und Alltagsgeschichte.

100219311

Pfarrwette (Viehtränke) Backhausgasse 2; Burgstraße 2
(Karte)
Ummauertes Wasserreservoir, 18./19. Jahrhundert; Segmentbogenbrücke, 1782 (i)

Die Pfarrwette ist ein südlich der Stephanuskirche liegendes Wasserreservoir, das an die südöstlichen und östlichen Mauerzüge der mittelalterlichen Wehranlage um den Kirchhof anschließt. Als Teil dieses ehemaligen Befestigungssystems besitzt die Pfarrwette ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. Die Nutzung als Viehtränke und Wasserspeicher für Brandfälle oder Trockenzeiten veranschaulicht Bewässerungsmethoden des 18. und 19. Jahrhunderts. Zusammen mit der 1782 erbauten Segmentbogenbrücke zur Kirche ist die Pfarrwette bis heute ortsbildprägend.

100219602

Weitere Bilder
Ev. Stephanuskirche mit Kirchhof und Einfriedung [§28] Backhausgasse 4
(Karte)
Einschiffiger Saalbau mit Satteldach, erhöhter Polygonalchor mit Strebepfeilern, im Norden Sakristeianbau mit Netzgewölbe, Westturm auf quadratischem Grundriss mit polygonalem Turmhelm und fialenbesetzten Wimpergen, Eckfialen und Wasserspeier, spitzbogige Schallöffnungen mit Maßwerk, am Chor dreibahnige Maßwerkfenster, flach gedecktes Langhaus mit Emporeneinbau, im Chor rautenförmiges Netzrippengewölbe mit Apostel- und Evangelistenkonsolen, im Kern romanisch, Umbau durch Meister Heinrich, um 1439 (i), Chor um 1508, Empore 1603, Umgestaltung 1775, Turmumbau durch Architekt Carl Friedrich Beisbarth d. J., 1881; an äußerer Chorsüdwand Gefallenendenkmal, 1923;

Kirchhof mit Einfriedung [§ 28], südöstliche und östliche Mauerzüge mittelalterlich, nördliche und westliche Mauerzüge 1830, südwestliche Mauerzüge nach 1830, südlicher Torbogen 1782 (i); auf dem Kirchhof Gefallenendenkmal, gestaltet durch Bildhauer Gerhard Tagwerker, 1964, Grabmale, vor 1860, gusseisernes Friedhofskreuz, 2. Hälfte 19. Jahrhundert [§ 2];

Turmuhr (seit 1985 in Glasgehäuse auf dem Philipp-Matthäus-Hahn-Platz) [§2], gestaltet und konstruiert durch Philipp Matthäus Hahn, Ende 18. Jahrhundert

Mit ihrem stattlichen Westturm und ihrem erhöhten Polygonalchor markiert die evangelische Stephanuskirche den historischen Ortskern bereits auf weite Sicht. Zusammen mit dem eingefriedeten Kirchhof, welchem südlich die Pfarrwette und das Backhaus vorgelagert sind, verleiht die Kirchenanlage dem Mittelpunkt Echterdingens auf eindrückliche Weise Gestalt. Die im Kern romanische Kirche wurde erstmals 1185 als eine Stiftung der Grafen von Calw erwähnt. Von diesem romanischen Kernbau zeugen an der Nordseite des Langhauses noch der Rundbogenfries sowie zwei geschlossene Rundbogenöffnungen, ein im Boden versunkenes Portal und ein kleines Fenster zwischen den östlichen Spitzbogenfenstern. Durch die Welfen, die Staufer und die Pfalzgrafen von Tübingen gelangte die Kirche 1286/96 an das Kloster Bebenhausen, dessen Wappen sich neben dem württembergischen Wappen im Turmuntergeschoss befindet. Der erhöhte Polygonalchor mit spätgotischen Maßwerkfenstern wurde im Jahr 1508 aus Steinen der ehemaligen unteren Burg Echterdingens aufgeführt. Da das Kloster Bebenhausen mit der Reformation aufgehoben wurde, kam die Kirche 1534 an Württemberg als Rechtsnachfolger. Die weiteren Veränderungen am Bau belaufen sich im Wesentlichen auf die 1603 eingebaute Empore sowie die 1775 hinzugekommene Gipsdecke und Marmorkanzel. Den Abschluss der Bauphasen bildet die neugotische Turmspitze von 1881. Die hier genannten Bauphasen können mit ihren einzelnen Charakteristiken eindrucksvoll am Innen- und Außenbau abgelesen werden. Das wehrhaft geschlossene Äußere des Turms dokumentiert in Kombination mit den südöstlichen und östlichen Mauerzügen der Einfriedung die Anlage einer Wehrkirche. Mit den Grabmalen und dem freistehenden Kreuz zeugt der Kirchhof von seiner ehemaligen Nutzung als Ortsfriedhof. Dort befindet sich u.a. das Grab des bedeutenden Echterdinger Pfarrers Philipp Matthäus Hahn, der sich neben seiner Tätigkeit als evangelischer Seelsorger auch als Astronom, Ingenieur und Uhrenmacher auszeichnete. So konstruierte Hahn die ehemalige Turmuhr, welche sich heute in einem Glasgehäuse vor dem Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen wiederfindet.

1191736
( Wikidata)

Rathaus Bernhäuser Straße 9
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach, Schleppgauben und Dachreiter, massives Erdgeschoss mit doppelläufiger Freitreppe, Obergeschosse und Dachreiter in Fachwerk, Vorkragungen mit sichtbaren Balkenköpfen und Knaggen, 1524 (i), Einbau größerer Fenster im späten 18. Jahrhundert, Modernisierungen im 19. und 20. Jahrhundert

Das Echterdinger Rathaus verdeutlicht schon durch seine Lage inmitten des Ortskerns seine Mittelpunktsfunktion für Echterdingen. Bei dem 1524 errichteten Gebäude handelt es sich wohl um das erste Rathaus des Ortes, womit es bis heute von der kommunalen Selbstverwaltung Echterdingens zeugt. Konzeptionell weist sich der Bau in erster Linie durch den in Fachwerk ausgeführten Dachreiter als Rathausbau aus. Im Inneren findet sich ein repräsentativer Sitzungssaal von 1928, der die bürgerlichen Zusammenkünfte mittels reicher Stuckornamentierung gestalterisch auszeichnet. Der Echterdinger Rathausbau, dessen Fachwerk in den 1950er-Jahren freigelegt wurde, ist ein anschauliches architekturgeschichtliches Dokument für den Rathausbau des 16.-20. Jahrhunderts.

1191724

Weitere Bilder
Zeppelindenkmal Stützle
(Karte)
Unbehauener Naturstein mit bronzenen Relieftafeln (Schauseite Porträt Ferdinand Graf von Zeppelin, Rückseite Adler- und Figurendarstellung mit Inschrift), in Stein gehauene Inschrift, eingefriedete Grünanlage, Reliefs entworfen von Bildhauer Fritz P. Zimmer und gegossen von Gustav Pelargus, 1908

Das Zeppelindenkmal wird durch die eingefriedete Grünanlage wirkungsvoll auf dem freien Feld südöstlich von Echterdingen in Szene gesetzt. Das Denkmal entstand anlässlich einer Notlandung des Luftschiffentwicklers Graf Ferdinand von Zeppelin, der während einer Rückfahrt am 5. August 1908 einen Motorschaden über Echterdinger Markung erlitt. Nach der Landung wurde das Luftschiff von einer Gewitterböe erfasst, sodass es sich von den Haltevorrichtungen löste und durch das leicht entzündliche Gas im Inneren explodierte. Die Kunde über das Unglück verbreitete sich schnell, was im Zuge der nationalen Begeisterung für den Grafen von Zeppelin zur raschen Initiative für ein Denkmal führte, das im Oktober 1908 aufgestellt werden konnte. Die Anlage erinnert an den bedeutenden Konstrukteur und seine historische Notlandung mit dem Luftschiff LZ 4 vor Echterdingen und ist damit ein Zeugnis der Pionierphase der Luftfahrtgeschichte. Gleichzeitig charakterisieren insbesondere die Inschriften und künstlerisch qualitätvollen Relieftafeln den nationalen Pathos im deutschen Kaiserreich des frühen 20. Jahrhunderts.

100225895

Ev. Pfarrhaus Burgstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Halbwalmdach, profiliertes Traufgesims, an südwestlicher Schmalseite zugemauertes Rundbogenportal, 1744 (a); Gedenktafel für Philipp Matthäus Hahn (links neben Hauptportal), gewidmet vom Landesverband Württembergischer Uhrmacher, ausgeführt durch Bildhauer Albert Gäckle, 1928; Pfarrgarten mit Rest der Einfriedungsmauer

Das evangelische Pfarrhaus lässt sich anhand eines Verzeichnisses des Klosters Bebenhausen, dem die Pfarrei bis zur württembergischen Reformation 1534 zugehörte, auf das Jahr 1744 datieren. Das Fachwerkhaus mit profiliertem Traufgesims an der nordwestlichen Schaufassade besitzt als repräsentativer Wohnort des Pfarrers ortsbau- und kirchengeschichtlichen Aussagewert. Seit 1781 war das Pfarrhaus Wohnsitz des als Ingenieur und Uhrmacher bekannt gewordenen Pfarrers Philipp Matthäus Hahn, der das Haus bis zu seinem Tod im Mai 1790 bewohnte. So befand sich im heutigen Versammlungsraum die Werkstatt des Pfarrers, der im Jahr 1769 eine astronomische Uhr mit Planetenumlauf (heute im Württembergischen Landesmuseum) konstruierte. Anhand dieser Uhr wird das rational-theologische Weltbild Hahns ersichtlich, in welchem Naturwissenschaft und heilsgeschichtliche Grundsätze der Bibel vereinigt wurden. Als Wirkungsstätte dieser landesgeschichtlich bedeutsamen Persönlichkeit besitzt das Pfarrhaus hohen Aussage- und Erinnerungswert.

100219684

Weitere Bilder
Wohn- und Geschäftshaus Burgstraße 9
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss, rustiziertes Sockelgeschoss, Obergeschosse in Fachwerk, Quergiebel mit Schleppdach und Treppenaufgang, Vorkragungen mit profilierten Gesimsen, Erdgeschossfenster mit Sandsteinrahmung, Treppenaufgang mit verzierten Holzpfeilern, Südportal mit geschulterter und geschweifter Korbbogenverdachung, entworfen durch Architekten Ernst Suter und Ernst Liedecke, 1913/14

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde 1913/14 als erstes Ortskrankenkassengebäude der AOK im Filderraum nach Plänen der Stuttgarter Architekten Ernst Suter und Ernst Liedecke errichtet. Im Bau waren mehrere Nutzungen untergebracht: Die Krankenkasse selbst befand sich zusammen mit Räumlichkeiten für Zahnärzte im Erdgeschoss, im Obergeschoss waren Wohnungen, im Untergeschoss das erste öffentliche Bad Echterdingens. Die verschiedenen Nutzungsbereiche spiegeln sich am Außenbau wider. Über dem rustizierten Sockel, der das Untergeschoss und damit das Bad markiert, liegt das massive Erdgeschoss mit dem Geschäftsbereich, der durch repräsentative Sandsteinfenster und das südliche Portal mit Verdachung gekennzeichnet ist. Die privaten Wohnebenen setzen sich durch ihr traditionell anmutendes Sichtfachwerk mit profilierten Geschossvorkragungen ab, wodurch am Gebäude Formen des Massiv- und Fachwerkbaus des frühen 20. Jahrhunderts vereinigt wurden. Das Gebäude hat exemplarischen Charakter für

das Werk der Stuttgarter Architektengemeinschaft Suter & Liedecke. Mit seinen Einrichtungen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge hat das Gebäude zudem sozialgeschichtlichen Zeugniswert.

100219792
Wohnhaus Burgstraße 14
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau, Satteldach mit Aufschiebling, Quergiebel und Schleppgaube, Vorkragungen mit Balkenköpfen und Knaggen, im Kern um 1600, 1682 (i)

Das Wohnhaus zeichnet sich durch giebelseitige Geschossvorkragungen sowie den südlich gelegenen Quergiebel aus und veranschaulicht durch die Stube an der südwestlichen Ecke und mit der erhaltenen Grundrissaufteilung bäuerliche Wohnkultur des 16./17. Jahrhunderts. Das Alter und die zentrale Lage geben dem Wohnhaus ortsbaugeschichtliche Bedeutung.

100219835BW

Weitere Bilder
Gasthaus Waldhorn Hauptstraße 25
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss in Ziegelmauerwerk, Obergeschoss in Fachwerk mit Zierformen, an südöstlicher Ecke Turmaufsatz mit geschweiftem Pyramidendach, rustizierter Sockel, Fenster und Portal segmentbogig mit Keilsteinen, farblich abgesetzte Ziegelsteinbänderung, Architekt G. Bez, 1903; Wirtshausausleger mit Hornmotiv und vegetabilen Formen

Das Gasthaus Waldhorn wurde 1903 errichtet und schafft durch den repräsentativen Turmaufsatz einen markanten Blickpunkt an der Ecke Waldhorn- und Hauptstraße. Für die Jahrhundertwende ist die Mischkonstruktion charakteristisch. Der Bau ist ein anschauliches Zeugnis der Architektur sowie des Gasthofbaus um 1900. Als gesellschaftlicher Treffpunkt der Bevölkerung mit integriertem Metzgereigeschäft dokumentiert der Bau das Echterdinger Gasthauswesen und hat ortsgeschichtliche Bedeutung.

1191744

Wohnhaus Hauptstraße 54
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und Aufschiebling auf L-förmigem Grundriss, massives Erdgeschoss, Obergeschosse in Fachwerk, seitlich Durchfahrt über Holzstützen, im rückwärtigen Hofbereich gemauerte Brunnenstube, um 1800

Das markante Wohnhaus wurde um 1800 erbaut und diente zwischenzeitlich als Gasthaus Adler. Dem Bau kommt dadurch sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Relevanz zu. Auffallend ist die Hofeinfahrt, welche durch einen Segmentbogen und durch Holzpfeiler mit Kapitellen ausgezeichnet ist und dem Gebäude ein einprägsames Äußeres verleiht. Die Brunnenstube im rückwärtigen Hofbereich verweist auf den Lutscherbrunnen, der sich bis 1800 vor dem Bau befunden hat. Das Haus zeugt somit von der Ortsbaugeschichte und dokumentiert Wohnverhältnisse um 1800 in der Region.

100220001

Wohnstallhaus Hauptstraße 56
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, massives Sockelgeschoss, rückwärtiger gemauerter Stallbereich, doppelläufige Treppe, um 1800; Schweinestall, eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, massives Sockelgeschoss mit Holzlege, einläufige Seitentreppe mit Holzstiege, um 1830

Das Wohnstallhaus wurde wie das Nachbargebäude Hauptstraße 54 um 1800 errichtet und ist daher von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. Zusammen mit dem 30 Jahre später hinzugekommenen Schweinestall dokumentiert diese Hofanlage bäuerliches Wohnen des frühen 19. Jahrhunderts in der Region.

100220025

Weitere Bilder
Gasthaus Hirsch Hauptstraße 64
(Karte)
Dreigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach, massives Erdgeschoss, Obergeschosse in Fachwerk, Schleppgauben, 1772 (i); Wirtshausausleger mit Ranken und vergoldeter Hirschskulptur; Gewölbekeller (Hauptstraße 64a), 1826 (i)

Das Gasthaus Hirsch wurde 1772 anstelle des 1769 abgebrochenen Gasthauses Zum Bären errichtet. Der Neubau wurde durch Schultheiß Johann Ludwig Stäbler initiiert, der dabei Unterstützung von Herzog Carl Eugen erhielt. Bis 1861 wurde das Gasthaus zusätzlich als Poststation genutzt, womit es von der württembergischen Infrastruktur des 18. und 19. Jahrhunderts zeugt. Durch die günstige Lage an der ehemaligen Schweizer Straße, die die herzogliche Residenzstadt Stuttgart mit der Landesuniversität in Tübingen verband, entwickelte sich das Gasthaus zu einem beliebten Treffpunkt bedeutender Gäste wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Schiller, Georg Wilhelm Friedrich Hegel oder Wilhelm Hauff und damit zu einem wichtigen Ort geistiger sowie gesellschaftlicher Interaktion.

100220063

Wohnstallhaus Hauptstraße 71, 71/1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Spitzgaube, Vorkragungen mit Balkenköpfen und Knaggen, 18. Jahrhundert; Scheune (Hauptstraße 71/1), teilweise verputzter Fachwerkbau mit Mansardgiebeldach auf trapezförmigem Grundriss, Segmentbogentor, im Kern um 1648, Umbau im 18. Jahrhundert

Das Wohnstallhaus hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des 18. Jahrhunderts in Echterdingen. Die rückwärtige Scheune überliefert die dazugehörige Vorratshaltung und zeichnet sich durch das steile Mansardgiebeldach ebenso als Gebäude des 18. Jahrhunderts aus. Die volkstümliche Bezeichnung Schwedenscheuer verweist auf die Entstehungszeit der Scheune am Ende des Dreißigjährigen Krieges.

100220104

Weitere Bilder
Laufbrunnen Hauptstraße 79
(Karte)
Steinerner Brunnentrog und Brunnenstock, 19. Jahrhundert, 1930/31 transloziert (ursprünglich vor Hauptstraße 65 und 56)

Der Laufbrunnen stammt aus dem 19. Jahrhundert und setzt sich aus Bestandteilen zweier verschiedener Brunnen zusammen: Der Brunnenstock gehörte einst zum ehemaligen Echterdinger Dorfbrunnen, der gegenüber dem Gasthaus Hirsch positioniert war. Der runde Brunnentrog war Teil eines Brunnens an der Hauptstraße 56 und ersetzte bei der Translozierung 1930/31 den Langtrog des Dorfbrunnens. Auf dem Stock findet sich das Fleckenzeichen Echterdingens, eingerahmt von einem Lorbeerkranz, wodurch sich die ortsgeschichtliche Bedeutung ergibt. Der Brunnenstock als Teil des ehemaligen Dorfbrunnens ist zudem ein wichtiges Zeugnis der örtlichen Wasserversorgung im 19. Jahrhundert.

100225229
Wirtshausausleger mit Sonnenmotiv und Wappen Hauptstraße 86
(Karte)
Vegetabile Rankenornamente, Ende 18. Jahrhundert.

Der schmiedeeiserne Wirtshausausleger wurde am Ende des 18. Jahrhunderts für das Gasthaus Sonne angefertigt, worauf das Sonnenmotiv im Schild verweist. Mit seinen bandelwerkartigen Verzierungen und Rankenornamenten ist der Ausleger ein qualitätvolles Beispiel der Schmiedekunst seiner Zeit.

100220149BW

Gewerbebau Hauptstraße 88
(Karte)
Später Wohnhaus (seit 1977 Gaststätte), dreigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach und Schleppgauben, massives Erd- und Obergeschoss, 1. Obergeschoss rustiziert, 2. Obergeschoss in Fachwerk, straßenseitig Rundbogenportal, rückseitig Segmentbogenportal, Architekt Artur Klauser, 1950

Der Wohn- und Gewerbebau entstand 1950 als Wiederaufbau eines kriegszerstörten Vorgängers und beherbergte bis 1977 einen Textilfertigungsbetrieb. Das Sichtfachwerk mit Verblattungen erweckt den Anschein eines Gebäudes aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert. Dieser bewusst hervorgerufene Eindruck verdeutlicht den Heimatstil der 1950er-Jahre, der häufig bei solchen Wiederaufbauprojekten zur Anwendung kam. Die gewerbliche Nutzung spielte sich im Erdgeschoss ab, indem sich straßenseitig die Betriebshalle und rückseitig das Lager befunden hat. Somit veranschaulicht der Bau auch Wohn- und Arbeitsverhältnisse der frühen Nachkriegszeit.

100220174
Wirtshausausleger mit Lammmotiv und Initialen Hauptstraße 98
(Karte)
Vegetabile Rankenornamente, 1783

Der schmiedeeiserne Wirtshausausleger wurde zur Vollendung des Gasthauses Lamm im Jahr 1783 angefertigt, worauf das Lamm mit Fahne im Schild verweist. Er ist ein qualitätvolles Beispiel für die Schmiedekunst des späten 18. Jahrhunderts.

100220211BW
Wohnhaus Hauptstraße 131
(Karte)
Zweigeschossiger teilweise verputzter Massivbau mit Krüppelwalmdach, Dachgeschoss in Fachwerk, Südseite verschindelt mit Mittelrisalit und Turmaufbau in Fachwerk, Westseite verklinkert mit Segmentbögen, farblich gefasstes Zierfachwerk, Fenster mit teilweise geschweiften Holzrahmungen, nach Entwurf von Werkmeister Dürr für Künstler Karl Engel, 1903

Das villenartige Wohnhaus ist 1903 für den Kunstmaler und Lithograph Karl Engel errichtet worden. Es zeichnet sich durch eine variantenreiche Fassadengestaltung aus. So wurde die Ostfassade mit ihren Detailformen größtenteils in Ziegelmauerwerk aufgeführt, während die Südfassade mit stattlichem Turmaufbau eine verschindelte Oberfläche erhielt. Das späthistoristische Zierfachwerk im Dach- und Turmgeschoss sowie die hölzernen Fensterrahmungen runden die äußere Gestalt des Baus ab. Zusammen mit bauzeitlichen Ausstattungselementen im Inneren dokumentiert das Gebäude individuellen Wohnhausbau des gehobenen Bürgertums um 1900.

100220228BW

Weitere Bilder
Wohnhaus Hinterhofstraße 8/1; Waldhornstraße 5
(Karte)

Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, leichte Vorkragungen mit profilierten Gesimsen, doppelläufige Treppe, Kellerzugang mit Falltür, 1776 (i); Stallscheune, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach und Aufschiebling, großes Mitteltor zur Tenne, 1756 (i), Aufbau Kniestock durch Architekt Fritz Klauser, 1925

Das stattliche Wohnhaus zeugt von der Ortsbaugeschichte und dokumentiert, insbesondere durch die historische Ausstattung der Eckstube mit Kassettendecke, Wandvertäfelung und Türen, bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des späten 18. Jahrhunderts in der Region. Zugehörig ist eine ebenfalls stattliche Scheune mit Tenne und Stall. Die nahezu gleichen Ausmaße von Wohn- und Nebengebäude weisen den Bauherrn als wohlhabend aus.

100225528
Wohnhaus Kleine Obergasse 8
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach und Aufschiebling, Vorkragungen mit Balkenköpfen, 18. Jahrhundert; Tiefbrunnen, sandsteingemauert

Das Wohnhaus hat ortsbaugeschichtlichen Anschauungswert und verdeutlicht durch die erhaltene Grundrissstruktur mit Stube, Mittelflur, Küche und Kammern sowie dem sandsteingemauerten Tiefbrunnen bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des 18. Jahrhunderts in Echterdingen.

100220289BW

Wohnstallhaus Maiergasse 7
(Karte)
Eingeschossiger teilweise verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, leichte Vorkragungen mit Balkenköpfen, Haupteingang mit einläufiger Seitentreppe, daneben Stallzugang, 18. Jahrhundert

Das Gebäude mit straßenseitig liegender Stube wurde anstelle eines Meierhofes erbaut. Das Wohnstallhaus hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und charakterisiert bäuerliche Wohn- und Lebensformen des 18. Jahrhunderts in der Region.

100220332
Rundbrunnen Maiergasse 11
(Karte)
Sandsteingemauert, um 1600 (im Keller des Hauses), gusseiserne Wasserpumpe und Steintrog, 19. Jahrhundert (vor dem Haus)

Der Rundbrunnen befindet sich im Gewölbekeller des Wohnhauses. Die Kellerlage solcher Brunnen ist eine ortstypische Besonderheit für Echterdingen. Die gusseiserne Wasserpumpe und der längsrechteckige Steinkrog vor dem Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Brunnenanlage ist ein Dokument vormoderner Wasserversorgung in Echterdingen.

100224772BW

Weitere Bilder
Sühnekreuz Kehle
(Karte)
14. Jahrhundert

Das Sühnekreuz geht laut dem Lagerbuch von Bebenhausen auf das 14. Jahrhundert zurück und befindet sich am ehemaligen Totenwegle, den die Einwohner von Weidach benutzten, wenn sie ihre Toten in Echterdingen zu bestatteten. Es ist Dokument mittelalterlicher Rechtsgeschichte, da Sühnekreuze nach begangener Mordtat am Tatort im Rahmen der Bußleistungen als Mahnmal aufgestellt wurden.

100225871

Wohnstallhaus Obergasse 19
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Vorkragungen mit Balkenköpfen, 1682 (d), im Stallbereich preußische Kappendecke, um 1900, Neuausfachungen im Obergeschoss, um 1930; Nagelschmiede (früher Stallgebäude), zweigeschossiger Bau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, 1831 (i), Umbau zur Nagelschmiede durch Schmied Christian Howald, 1881; Hopfentrockenhaus, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, Fensteröffnungen mit verstellbaren Schlitzen, erbaut durch Schmied Christian Howald, 1885

Das Wohnstallhaus hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des späten 17. Jahrhunderts in der Region. Die Nebengebäude sind eng mit dem Schmied Christian Howald verknüpft, der 1881 im ehemaligen Stallgebäude eine Nagelschmiede einrichtete und 1885 das Hopfentrockenhaus auf der rückwärtigen Grünfläche erbaute. Beide Nutzgebäude charakterisieren das örtliche Handwerker- und Hauswirtschaftsleben im ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Hopfentrockenhaus ist zudem ein sprechender Beleg für den Echterdinger Hopfenanbau, der bis 1935 hier betrieben wurde.

1191728

Wohnhaus Obergasse 20
(Karte)
Eineinhalbgeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Sockelgeschoss, Vorkragungen mit Balkenköpfen und Knaggen, doppelläufige Treppe mit Schleppdach, 17./18. Jahrhundert

Das Wohnhaus mit repräsentativen Vorkragungen im Giebelbereich zeugt von der Ortsbaugeschichte und veranschaulicht insbesondere durch die noch ablesbare Eckstube bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des 17./18. Jahrhunderts in der Region.

100224840
Doppelwohnhaus Obergasse 29
(Karte)
Eingeschossiger teilweise verputzter Fachwerkbau mit Satteldach und Aufschiebling, Zwerchhäuser, doppelläufige Treppe mit Schleppdach, leichte Vorkragungen mit profilierten Gesimsen und Balkenköpfen, im Westen Ökonomieanbau, 18. Jahrhundert, Umbau zum Doppelwohnhaus, um 1800, Zwerchhäuser durch Architekt G. Bez, 1904

Das stattliche Doppelwohnhaus fällt durch seine symmetrische Zweiteilung mit repräsentativen Zwerchhäusern ins Auge. Es hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert als Teil eines ehemaligen Dreiseithofes bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert in Echterdingen. Der im Westen angeschlossene Ökonomieteil verdeutlicht zudem die mit dem Bau verknüpften Praktiken in der Hauswirtschaft und in der Versorgung.

100225177BW
Brunnenstube (vor dem Gebäude Obergasse 29 Obergasse 29
(Karte)
Unter Straßenraum), sandsteingemauert, gewölbt, vor 1827

Die sandsteingemauerte Brunnenstube unter dem Straßenraum ist gewölbt und besitzt einen quadratischen Schacht mit Zulauf. Sie zeugt von der vormodernen Wasserversorgung in Echterdingen.

100225164BW

Grabstätte für Friedrich Weigle (auf dem Friedhof) Plieninger Straße 29/1
(Karte)
Sandstein mit Mosaik, um 1906

Der 1906 verstorbene Orgelbauer Friedrich Weigle, der 1880 den Betrieb seines Vaters in Stuttgart übernommen hatte, brachte im Jahr 1888 mit seiner Orgelbauwerkstatt einen der ersten Gewerbebetriebe ins landwirtschaftlich bestimmte Echterdingen. Unter seiner Leitung wurden bedeutende Orgeln, wie beispielsweise für die Liederhalle in Stuttgart, die Amanduskirche in Bad Urach oder die Marienkirche in Reutlingen konstruiert, wodurch die Werkstatt überregionales Ansehen und fachliches Prestige gewann. Somit besitzt die Grabstätte einen hohen Memorialwert für eine zentrale Person der süddeutschen Orgelbaukunst.

100815073
Pumpbrunnen (auf dem Friedhof) Plieninger Straße
(Karte)
Gusseiserne Brunnensäule, Brunnenschale in Kelchform, Ende 19. Jahrhundert

Der Pumpbrunnen befindet sich auf dem Echterdinger Friedhof und ist mit antikisierenden Motiven, Blumenrosetten und Blattformen verziert. Dies macht ihn zu einem qualitätvollen Beispiel solcher gegen Ende des 19. Jahrhunderts seriell hergestellten Eisengussbrunnen, das zudem die historische Wasserversorgung vor Einführung des Wasserleitungsnetzes anschaulich vor Augen führt.

100225302BW

Weitere Bilder
Zaun (vor Gebäude Schafrain 3) Schafrain 3
(Karte)
Eckfposten aus Sandstein mit kugelförmigem Aufsatz (Sonnen- oder Mondmotiv), 1784 (i), kugelförmiger Aufsatz wohl älter

Der Zaun mit steinernem Eckpfosten grenzt den Vorgarten des Gebäudes Schafrain 3 zur Straße ab. Im Schafrain waren vom 16.-18. Jahrhundert die einflussreichen Schafrainbauern ansässig, die gut 300 Jahre lang das Amt des Schultheißen inne hatten. Der Schultheiß agierte als Amtmann im Auftrag seines Landes- oder Grundherrn, um die Abgaben zu koordinieren und auf rechtliche Verpflichtungen innerhalb der Gemeinde aufmerksam zu machen. Meist übte der Schultheiß auch die niedere Gerichtsbarkeit aus. Der repräsentative Eckpfeiler mit Sonnen- oder Mondmotiv markierte wohl den Sitz eines solchen Schafrainbauern, wodurch der Zaun ortsgeschichtliche Bedeutung erhält.

100225397
Wohnstallhaus Schafrain 7
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, massiver Sockel, Vorkragungen mit Balkenköpfen und Knaggen, um 1600; Scheune, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach

Das Wohnstallhaus hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und veranschaulicht zusammen mit der dazugehörigen Scheune bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des 17. Jahrhunderts in Echterdingen. Der stehende Dachstuhl mit verzapften Längsaussteifungen im Wohnstallhaus bietet zudem einen Einblick in historische Dachkonstruktionen um 1600 im ländlichen Raum. Die Hofanlage war wohl Sitz einer einflussreichen Schafrainbauernfamilie. Die Schafrainbauern stellten vom 16.-18. Jahrhundert fast immer das Amt des örtlichen Schultheißen und waren zahlreich im Gemeinderat vertreten.

100225419BW
Grenzsteine Schlechtenmühle
(Karte)
Kreis mit Kreuz (Fleckenzeichen Echterdingens), Hirschstange (Württemberg), 1749 (i)

Die Grenzsteine machen die ehemalige Abgrenzung und Gemarkung Echterdingens in Abhängigkeit von Württemberg um 1749 erfahrbar und haben somit ortsgeschichtlichen Zeugniswert.

100225823BW

Weitere Bilder
Gedenkstein für den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 Waldheimweg 22
(Karte)
Um 1872

Der Gedenkstein für den Deutsch-Französischen Krieg und die damit verbundene Gründung des deutschen Kaiserreichs 1871 befindet sich auf der Weidacher Höhe vor einer Linde. Solche Gedenksteine sind zusammen mit eigens dafür gepflanzten Friedens- oder Kaiserlinden zeittypische Phänomene, mit denen die Reichsgründung national gefeiert wurden. Der Gedenkstein ist Zeugnis der Orts- sowie Zeitgeschichte.

100225631
Schließen

Leinfelden

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wohnhaus Eichendorffstraße 3
(Karte)
Eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, Schwebegiebel, 1902

Das Wohnhaus wurde 1902 als Tagwerkerhäuschen in einfacher Fachwerkkonstruktion errichtet. Es zeugt von der Ortsbaugeschichte des frühen 20. Jahrhunderts und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Tagelöhner, die ihren Lebensunterhalt bei Großbauern oder als Gemeindehilfsarbeiter verdienten.

100225969BW

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche (St. Peter und Paul) Kirchstraße 14
(Karte)
Einschiffiger Saalbau mit Satteldach und Polygonalchor, Südturm mit polygonalem Turmhelm und flankierenden Anbauten, Betonsockel, Langhaus mit Strebepfeilern und Konsolenfries, Spitzbogen- und Rundfenster, bauzeitlich Ausstattung, Architekt Rudolf Maurer, 1896/97, Sakristeianbau, 1948, Tondi von Eugen Woernle, 1962; umgebende Grünfläche

Die evangelische Kirche besitzt als erster Kirchenbau Leinfeldens orts- und kirchengeschichtlichen Aussagewert und ist durch ihre räumliche Verknüpfung mit dem Friedhof stadtbildprägend. Der vom Stuttgarter Architekten Rudolf Maurer entworfene Bau zeigt sich in der typischen Form- und Materialsprache der späten Neugotik, die sich am Ende des 19. Jahrhunderts als führender Sakralbaustil etabliert hatte und daher auch zahlreiche Adaptionen in der kirchenbaulichen Praxis Süddeutschlands hervorbrachte. Mit der materiellen Durchbildung und Gestaltung in rotem und hellem Backstein sowie den frühgotisch anmutenden Spitzbogenmotiven ist die Leinfelder Kirche ein sprechender Beleg für diese Spätphase der Neugotik. Dabei zeugt der Betonsockel von den bautechnischen Innovationen, die in den Kirchenbauten der Jahrhundertwende Einzug hielten. Die größtenteils bauzeitliche Ausstattung im Inneren wie die Maßwerkkanzel, das Altarkreuz oder die durch Segmenttonnen erhöhte Holzdecke mit Querverstrebungen und Unterzügen zeugen von der Neugotik als Einrichtungsstil.

1191740
( Wikidata)

Sog. Leinfelder Haus (seit 1993 Ortsmuseum und Vereinshaus) Lengenfeldstraße 24
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, Obergeschoss Fachwerk, Schleppgauben, Vorkragungen mit Balkenköpfen, Knaggen und steineren Konsolen, Gewändeportale, dunkle Begleitstriche, 1570 (d); Weberhäuschen, eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, massives Sockelgeschoss, Anfang 19. Jahrhundert; umzäunter Garten

Das Leinfelder Haus ist ein ehemaliges Wohnstallgebäude, dessen ältestes Bauholz auf das Jahr 1570 zurückgeht. Es besitzt ortsbaugeschichtlichen Aussagewert. Das massive Erdgeschoss mit Gewändeportalen lässt in Kombination mit den Vorkragungen und Zierhölzern (genastes und geschweiftes Andreaskreuz) des straßenseitigen Giebels auf den Repräsentationsanspruch des bäuerlichen Bauherren schließen. Zusammen mit der umfangreich erhaltenen Innengestaltung und nachvollziehbaren Nutzung der Räume, dem ehemals als Kleinviehstall genutzten Weberhäuschen sowie dem historischen Garten dokumentiert das Leinfelder Haus den gehobenen bäuerlichen Hausbau sowie die Wohn- und Lebensverhältnisse vom späten 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert in der Region.

100226041
Waldfriedhof Leinfelden Banholz; Manosquer Straße 73, 75, 77
(Karte)
Bestehend aus: Aussegnungshalle mit Krematorium, Garagengebäude, Ladengeschäfte und Geläut, Architekten Max Bächer, Harry G. H. Lie und Norbert Richter, 1971 bis 1973, sowie Friedhofsanlage von Hans Luz, 1971 bis 1986

Die Friedhofsbauten entstanden im Zusammenhang mit einem 1968 durchgeführten Architekturwettbewerb, der die landschaftliche Neugestaltung der 1949 gegründeten Waldfriedhofsanlage mit einschloss. Diese konzipierte Landschaftsarchitekt Hans Luz als ein teilweise konzentrisches System, das ausgehend von der Aussegnungshalle stufenlos erschließbare Gräberfeldsegmente bildet. Luz verstand den Friedhof dabei als entgrenzt zugängliche Parkanlage, die den Fußgänger zum Betreten einlädt. Das rechtwinklige Friedhofsgebäude im Zentrum wurde teilweise in den Hang hineingebaut und zeichnete sich ursprünglich durch vollständige Betonsichtigkeit aus. Der so hervorgerufene Eindruck einer homogenen Gebäudehaut ist im Inneren noch bestens nachvollziehbar. Weiterhin zeichnet sich der Baukomplex durch eine gedrungene, kopflastige Körperlichkeit aus, die, verstärkt durch die Materialität des Betons, skulpturale Qualitäten erzeugt. Diese Skulpturalität erreicht in den pultartigen Dachaufsätzen der fünf Aufbahrungszellen und des verborgenen Schornsteins ihren Höhepunkt. Somit besitzt der Gebäudekomplex architekturgeschichtlichen Zeugniswert für die plastischen Betonformen der Nachkriegsmoderne und veranschaulicht zusammen mit der Freiraumgestaltung Entwicklungen und Ideale der Bestattungs- und Sepulkralkultur der späten 1960er- sowie frühen 1970er-Jahre in Deutschland.

110067617BW
Wohnhaus (spätestens seit 1930 Doppelwohnhaus) Markomannenstraße 15, 17
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach und Aufschiebling, Vorkragungen mit Balkenköpfen und Knaggen, Südseite mit rundbogigem Kellerzugang, Ende 16. Jahrhundert

Das Wohnhaus hat durch sein Alter ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war es Hauptgebäude einer Winkelhofanlage, die zwei Bauern zu gleichen Teilen gehörte. Somit veranschaulicht der Bau bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse vom späten 16. bis ins 20. Jahrhundert.

100226090BW

Weitere Bilder
Rathaus Marktplatz 1
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach und polygonalem Dachreiter, Schleppgauben, Eckquaderung, Hauptportal mit überdachendem Pfeileraltan, leichte Vorkragungen mit Balkenköpfen, Architekt Walter Gross, 1949; halbkreisförmiger Brunnen, Buntsandstein, drei Eisenhähne, kurz nach 1949

Das Rathaus in Leinfelden entstand kurz nach 1949 als Neubau, nachdem die Gemeindeverwaltung seit der Kriegszerstörung des alten Rathauses 1944 behelfsmäßig im neuen Schulhaus unterkommen musste. Architekt Walter Gross gestaltete den Rathausneubau ganz zeittypisch im sogenannten Heimatstil. Gross zitierte bewusst Elemente des Vorgängerbaus wie den charakteristischen Dachreiter und konzipierte die äußere Baugestalt mit einem regelmäßigen Sichtfachwerk, das durch Kreuzverstrebungen in den Brüstungsfeldern geprägt ist. Der stattliche Bau zeugt von der Verwaltung des einst eigenständigen Stadtteils und ist anschaulicher Vertreter der konservativen Architekturströmung nach dem Zweiten Weltkrieg.

100226115
Gehöft Rosenbrunnenstraße 8, 10
(Karte)
Bestehend aus: Doppelwohnstallhaus, zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach und Aufschiebling, hohes massives Erdgeschoss, Vorkragungen mit Balkenköpfen und Knaggen, um 1600; Stallscheune, eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, Anfang 19. Jahrhundert

Das Doppelwohnstallhaus besitzt ortsbaugeschichtliche Relevanz und veranschaulicht zusammen mit der Stallscheune bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse vom 17. bis zum 19. Jahrhundert in der Region.

100226144BW
Reichenbachbrücke Schlößlesmühle
(Karte)
Steinerne Brücke mit drei Segmentbögen, 17. Jahrhundert, Umbau 18. Jahrhundert

Die steinerne Segmentbogenbrücke aus dem 17. Jahrhundert liegt bei der Schlößlesmühle und führt über den Reichnebach. Bis 1886 verlief über die Brücke auch die Schweizer Straße, die eine wichtige Verbindung zwischen der Residenzstadt Stuttgart und der Universitätsstadt Tübingen darstellte. Somit kommt der Reichenbachbrücke orts- und verkehrsgeschichtliche Bedeutung zu.

100226186BW

Weitere Bilder
Wohngebäude der Schlößlesmühle (heute Gaststätte) Schlößlesmühle 1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Staffelgiebel, Vorkragungen mit Balkenköpfen, 18. Jahrhundert, überdachte Seitentreppe, 1912

Die Schlößlesmühle ist seit 1451 nachweisbar und hat daher ortsgeschichtliche Bedeutung für das sogenannte Siebenmühlental. Ein Vorgängerbau wurde um 1600 von Besitzer Johann Kielmann von Kielmannseck erbaut. Die Bezeichnung der Schlößlesmühle ist wohl mit dem Erscheinungsbild dieser ersten Anlage verbunden. Der schlossartige Eindruck des heutigen Wohngebäudes aus dem frühen 18. Jahrhundert entsteht maßgeblich durch den Staffelgiebel, der mit dem abschließenden Dreiecksgiebel die Rezeption antikisierender Motive aus dem repräsentativen Schlossbau bezeugt.

100226211
( Wikidata)
Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs Elsterweg
(Karte)
Sandsteintafel mit Inschriften und skulptiertem Aufsatz, 1922

Das Gefallenendenkmal befindet sich auf dem ehemaligen Friedhof von Unteraichen und wurde 1922 zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs aufgestellt. Der skulptierte Aufsatz zeigt eine trauernde Frau und ein Kind, die einen gefallenen Soldaten beweinen. Die Darstellung ist eine künstlerisch hochwertige Reliefarbeit, die zeittypische Formen der Erinnerungskultur widerspiegelt.

100226019BW
Laufbrunnen (ursprünglich Pumpbrunnen) Wilhelmstraße
(Karte)
Gusseiserner Brunnenstock, schmaler gusseiserner Rechtecktrog, genietet, Ende 19. Jahrhundert

Der ehemalige Pumpbrunnen mit genietetem Rechtecktrog ist ein typisches und gut überliefertes Erzeugnis des nach Vorlagen industriell produzierenden Eisengusses. Nachdem die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg möglich geworden war, avancierte dieses zu einem wichtigen bautechnischen und kunsthandwerklichen Material des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der langrechteckige Trog verdeutlicht die ehemalige Nutzung als Viehtränke und verleiht dem Brunnen alltagshistorischen Zeugniswert.

100226171BW
Schließen

Musberg

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Eselsmühle Eselsmühle 1, 3; Mühlkanal
(Karte)
Bestehend aus: Wohn- und Mühlengebäude, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, verbretterter Dachaufbau, Scheunenanbau, oberschlächtiges Wasserrad, Schrotmahlgang (im Hof), 1894, erweitert 1904 (i); Kellerhaus, eingeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, 1850; Mühlkanal mit Wehranlage, Übereich und Grundablass vom Abzweig aus dem Reichenbach bis zur Einmündung

Die Eselsmühle liegt südlich von Musberg und ist noch heute prägend für das Landschaftsbild des sogenannten Siebenmühlentals. Der Standort ist seit 1451 als Milin am Eychberg nachweisbar. Seit 1582 findet sich die Bezeichnung Eselsmühle, wodurch die Anlage ortsgeschichtliche Bedeutung aufweist. Besitzer der Mühle war 1795 bis 1937 die bedeutende Ziegler- und Schultheißenfamilie Lorenz. Die heutige Erscheinung der Anlage ist daher auch mit einem Mitglied der Familie, Karl Lorenz, verbunden, der 1894 bis 1904 das Wohn- und Mühlgebäude errichtete. In diesem befindet sich das oberschlächtige Wasserrad mit umfangreicher technischer Ausstattung aus der Jahrhundertwende und der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als letzte noch im Betrieb stehende Mahlmühle (heute automatisiert) des sogenannten Siebenmühlentals veranschaulicht die Eselsmühle Wasserkraftnutzung im Rahmen des Müllereihandwerks um 1900 sowie der Stand der Mühltechnik zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

100226557

Altes Rathaus Filderstraße 44
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach und Dachreiter, Pilaster, 1830/31 (i), Queranbau von Friedrich Harzer, 1923

Das Alte Musberger Rathaus von 1830/31 zeugt von der örtlichen Selbstverwaltung, die seit 1819 bestand. Der Bau wird durch strenge klassizistische Formen wie die Pilaster in der Portalebene oder die mit Fußwalm betonten Dreiecksgiebel gegliedert. Dadurch bezeugt das Gebäude den sogenannten Kameralamtsstil. Dieser gestaltete sich als eine zurückhaltende Spielart des württembergischen Klassizismus, der durch die strengen Vorgaben der königlichen Finanzverwaltung geprägt war. Neben der Nutzung als Gemeindeverwaltung diente das Alte Rathaus auch zeitweise als Milchsammelstelle, Feuerwehr oder Vorratsspeicher. Die Vielzahl an Funktionen verleiht dem Rathausbau einen hohen alltags- und sozialgeschichtlichen Wert für Musberg.

100226255
Alter Friedhof Musberg Filderstraße
(Karte)
Bestehend aus: Einfriedung mit Rundbogenportal, 17./18. Jahrhundert, schmiedeeisernes Tor, 19. Jahrhundert; Gefallenendenkmal, Mitte 20. Jahrhundert

Der Alte Musberger Friedhof entstand 1612, als der ältere Friedhof zwischen Pfarrhaus und Kirche nicht mehr ausreichte, um die 40 Pesttoten Musbergs von 1608 und 1609 zu bestatten. Der Alte Friedhof war bis 1885 der Hauptbegräbnisort für Musberg, womit er orts- und sepulkralgeschichtliche Bedeutung besitzt. Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ist Zeugnis der örtlichen Erinnerungskultur.

100226290BW

Weitere Bilder
Ev. Dreifaltigkeitskirche Kirchplatz 1
(Karte)
Einschiffiger Saalbau mit Satteldach und gerade abgeschlossenem Chor, im Westen Turmaufsatz mit geschweiftem Pyramidendach in Fachwerk, Eckquaderung, Spitzbogenfenster, im Süden Rundbogenportal mit doppelläufiger Treppe, im Norden Rundbogenportal und überdachte Außentreppe zur Empore, Chor mit Rundbogenfenstern und Kreuzrippengewölbe, Langhaus mit kassettierter Holzdecke, im Kern gotisch, Umbau, 1563, Erweiterungen, 1596 und 1612 (i), grundlegende Erneuerung, 1682 (i); Kruzifix, 16. Jahrhundert; Einfriedung (heute Pfarrgartenmauer, s. auch Kirchplatz 2, 4)

Die evangelische Dreifaltigkeitskirche markiert die Ortsmitte Musbergs und prägt mit dem angrenzenden Pfarrhof das Ortsbild. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche ist eng mit den grundlegenden Erneuerungen des Jahres 1682 nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs verbunden. Der im Kern gotische Bau entstand 1563 für die erste Pfarrei Württembergs, die nach der Landesreformation 1534 gegründet wurde. Somit besitzt die Dreifaltigkeitskirche Bedeutung für die Geschichte der Landeskirche. Der in einfachen Formen gehaltene Kirchenbau veranschaulicht insbesondere durch seine Ausstattung die Entwicklung der Kirchengemeinde seit dem 17. Jahrhundert bis heute. Dabei ist das Kruzifix auf dem Altar hervorzuheben, das nicht zur ursprünglichen Ausstattung der Kirche gehörte und ein qualitätvolles Beispiel süddeutscher Bildhauerei der Mitte des 16. Jahrhunderts darstellt. Die Einfriedung markiert den anschließenden Pfarrgarten, auf dem sich der erste Friedhof Musbergs bis 1612 befunden hat, wodurch der ortsgeschichtliche Wert der Dreifaltigkeitskirche gesteigert wird.

100226315

Pfarrhof Kirchplatz 2, 4
(Karte)
Bestehend aus: Pfarrhaus, zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Halbwalmdach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, Obergeschoss Fachwerk, Rund- und Segmentbogenportale, profiliertes Gesims, im Kern 1563 (d), 1793; Pfarrscheune, eingeschossiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach und Aufschiebling, Ostgiebel 1574, Hauptbau 1790; Pfarrgarten mit Einfriedung

Der Pfarrhof liegt unmittelbar neben der evangelischen Kirche und ist in hohem Maße ortsbildprägend. Das stattliche Pfarrhaus ersetzte einen Vorgängerbau von 1564/65, von dem wesentliche Teile weiterverwendet wurden. Dies macht sich bis heute am Kontrast zwischen dem Fachwerkobergeschoss mit profilierten Gesimsen und dem massig wirkenden Erdgeschoss bemerkbar. Eine innen liegende Schießscharte neben dem Rundbogentor untermauert dabei den wehrhaft anmutenden Baucharakter des Erdgeschosses, der als Teil des ursprünglichen Pfarrhauses von der Gründung der Musberger Pfarrei 1563 zeugt. Bei der 1790 errichteten Pfarrscheune wurden ebenso Teile des Vorgängerbaus von 1574 im östlichen Giebel wiederverwendet. Zusammen mit dem Pfarrgarten, auf dem sich bis 1612 der erste Friedhof Musbergs befunden hat, dokumentiert der Pfarrhof als repräsentativer Sitz des Pfarrers orts- und kirchengeschichtliche Verhältnisse.

100226346

Steinerne Ruhebank Talwiesen
(Karte)
1880 (i)

Die aus Sandstein gefertigte Ruhebank befand sich ursprünglich auf der Straße zwischen Musberg und Leinfelden, an der Abzweigung nach Steinenbronn, worauf die Inschrift verweist. Die heutige Position der Bank ist auf eine Translozierung aus dem Jahr 1965 zurückzuführen. Solche Ruhebänke standen stets an markanten Punkten viel frequentierter Straßen und Wege, um insbesondere den Marktfrauen das Abstellen ihrer Last zu ermöglichen. Die Last kam dabei auf die erhöhte Fläche, wohingegen die niedrigeren Flächen zum Sitzen konzipiert waren. Als eine der letzten Ruhebänke im Filderraum veranschaulicht dieses Exemplar Verkehrs- und Transportverhältnisse des späten 19. Jahrhunderts.

100226542

Technische Einrichtung der Mäulesmühle Mäulesmühle 1
(Karte)
Oberschlächtiges Wasserrad, um 1850, Antriebsräder, 1907, Mahlgänge (Schrot- und Weißgang, 1860, Gerbgang, 1920), Sechskantsichter, Chasseur, Gerbstein, Boden- und Läuferstein

Die Mäulesmühle liegt südlich zwischen Leinfelden und Musberg und prägt die Landschaft des sogenannten Siebenmühlentals. Die technische Einrichtung stammt aus dem Mühlenneubau von 1819, wobei sich die Technik selbst auf dem Stand um 1900 befindet. Die voll funktionsfähige Wassermühlentechnik mit oberschlächtigem Wasserrad, Antriebsrädern, Mahlgängen und einem seltenen Chasseur macht als eine der ältesten Einrichtungen dieser Art das Müllereihandwerk Nordwürttembergs um die Jahrhundertwende nachvollziehbar.

100226575

Mühlengebäude der Oberen Mühle Obere Mühle 1
(Karte)
Zweigeschossiger Massivbau mit geknicktem Walmdach, im Westen Zwerchhaus mit geschweiftem Giebel, Fledermausgaube, gekuppelte Rechteckfenster, profiliertes Rundbogenportal mit Wappenstein, 1622 (i)

Die Obere Mühle liegt südlich von Musberg und prägt die Landschaft des sogenannten Siebenmühlentals. Eine Mühlenanlage ist durch das Forstlagerbuch der Schönbuchämter seit 1383 nachweisbar, wodurch der nördlichsten Mühle im Reichenbachtal als einer der ältesten ortsgeschichtliche Bedeutung zukommt. Das heutige Mühlengebäude geht auf das Jahr 1622 zurück, zeittypisch sind Baudetails wie das westliche Zwerchhaus mit geschweiftem Giebel oder die profilierten und teilweise gekuppelten Rechteckfenster bestätigt wird. Insgesamt zeugt das Mühlengebäude von einem repräsentativen Ausdruckswillen. Die Funktionaliät des Baus kann noch durch die integrierte Mahlstube an der südlichen Schmalseite mit ehemaligem Wasserrad nachvollzogen werden.

100226597
Schließen

Stetten

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Einhaus Bärenhofstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Vorkragungen mit Balkenköpfen, 1585 (d), Gebäudeteilung im 18. Jahrhundert

Das Einhaus mit ehemaliger Stallnutzung im Erdgeschoss besitzt ortsbaugeschichtlichen Aussagewert und dokumentiert insbesondere durch die prächtige Stube mit Holzbalkendecke Wohn- und Lebensverhältnisse eines Handwerkers des 16. Jahrhunderts mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb. Die Zweiteilung des Baus ist ein Ergebnis der Realerbteilung im 18. Jahrhundert.

100226614BW
Einhaus Bärenhofstraße 8, 8/1
(Karte)
Eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach und Aufschiebling, gemauerter Stallbereich, Vorkragungen mit Balkenköpfen, 15./16. Jahrhundert, Zwerchhaus 1930

Das Einhaus zeugt von der Ortsbaugeschichte und dokumentiert bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des 15. und 16. Jahrhunderts in Stetten.

100226626BW

Weitere Bilder
„Theater unter den Kuppeln“ Gräbleswiesenweg 28
(Karte)
Tribünenüberdachung der Freilichtbühne und Ballettsaal: doppelt gekrümmte Schalenbauten aus Beton, 1976 und 1979, sowie Kassenhäuschen, kleiner organisch gerundeter Sichtbetonbau, 1976; Entwurf Architekt Michael Balz, Statik Bauingenieur Heinz Isler

Das Theater unter den Kuppeln liegt am südwestlichen Ortsrand von Stetten und entstand nach Entwurf des Architekten Michael Balz. Betrieben wird das Theater vom 1965 gegründeten Kulturverein Naturtheater Stetten, dem der Architekt selbst angehört und für welchen er 1976 die Tribünenüberdachung des Freilichttheaters und 1979 den Ballettübungsaal jeweils als doppelt gekrümmte Betonschale errichtete. An der Planung maßgeblich beteiligt war der Schweizer Heinz Isler, der die dünnwandigen Betonschalen in Hängeversuchen mit Membranen entwickelte. Isler zählt wegen seiner Schalentragwerke aus Beton zu den renommiertesten Bauingenieuren des 20. Jahrhunderts. Diese Art des Umgangs mit Beton verleiht dem massiven Material eine scheinbar natürlich gewachsene Leichtigkeit. Die Theaterbauten dokumentieren damit den organischen Schalenbau, der in den 1960er und 1970er Jahren eine Blütezeit erlebte

109078135
Wohnhaus Balz Gräbleswiesenweg 30, 30/1
(Karte)
Über konventionellem Erdgeschoss: dünnwandiges, frei geformtes Schalentragwerk aus Beton, organische Formensprache, Entwurf Architekt Michael Balz, Statik Heinz Isler, 1979/80

Das Wohnhaus errichtete Architekt Michael Balz 1979/80 für sich selbst, in Zusammenarbeit mit dem renommierten Schweizer Statiker Heinz Isler. Es sticht durch seine futuristisch wirkende Ästhetik ins Auge und liegt neben dem ebenfalls von Balz und Isler erbauten „Theater unter den Kuppeln“ am Ortsrand von Stetten. Auf dem verbretterten Erdgeschoss in konventioneller Betonbauweise ruht eine gebogene und asymmetrisch gerundete Betonwanne, die als Dachterrasse fungiert. Diese trägt wiederum das asymmetrisch gestaltete Wohngeschoss, das aus blasenartig geformten Betonschalen besteht. Dabei tragen die Rundungen in der Gesamtform und den Baudetails zu einem organischen Baucharakter bei, der sich im Inneren fortsetzt. Das Architektenwohnhaus ist ein Beispiel für den Schalenbau, der in den 1960er und 1970er Jahren eine Blütezeit erlebte, für organische Wohnarchitektur, aber auch für die Suche nach alternativen, ökologischen, zukunftsorientierten Wohnformen Ende der 1970er Jahre. Mit seinem Schalendach in organischen Formen ist es nach bisherigem Kenntnisstand einzigartig im Wohnbau in Baden-Württemberg.

109078121BW
Gefallenendenkmal des Turnvereins Jahnstraße
(Karte)
Steinerner Obelisk, 1928, Mitte des 20. Jahrhunderts ergänzt

Das Denkmal wurde 1928 zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem Turnverein Stetten als steinerner Obelisk errichtet. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Widmung erweitert, sodass auch an die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs erinnert wird. Als Stiftung des Stettener Turnvereins besitzt das Gefallenendenkmal ortsgeschichtlichen Memorialwert mit Bezug zur örtlichen Vereinsgeschichte.

100226639BW

Weitere Bilder
Kochenmühle Kochenmühle 1, 1/1, 2, 2/1
(Karte)
Bestehend aus: Wohn- und Mühlengebäude, zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach und Aufschiebling, massives Erdgeschoss, Vorkragungen mit Balkenköpfen, im Kern um 1600, Umbau 1787 (i), Gebäudeteilung, um 1836; Backhaus, eingeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erd- und Kellergeschoss, Rundbogenportal, 1551 (i); Stallscheune, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Sandsteinfenstern- und portalen, Obergeschoss Fachwerk; Scheune, teilweise verbretterter Fachwerkbau mit Satteldach; Scheune, gemauerter Bau mit Satteldach und Fachwerkgiebel

Die Kochenmühle liegt am Müllerweg im Wald von Stetten und prägt die Landschaft des sogenannten Siebenmühlentals. Seit 1451 ist eine Mühle an dieser Stelle nachweisbar. Die Besitzerwechsel im Laufe der Zeit geben Hinweise auf die Ortsgeschichte. Namensgebende Inhaber der Mühle waren Hans Georg Koch und seine Nachkommen, die vom frühen 18. Jahrhundert bis 1956 im Besitz der Anlage waren. Den Kern des Anwesens bildet das ehemalige Wohn- und Mühlengebäude aus dem frühen 17. Jahrhundert, das sich ab 1836 zwei Müller teilten und in dem bis 1932/33 eine Wassermühle betrieben wurde. Zusammen mit dem Backhaus von 1551 und den Scheunengebäuden hat der Mühlenkomplex ortsbaugeschichtlichen Aussagewert und veranschaulicht Wohn- und Lebensstrukturen eines Müllers vom 16. bis zum 20. Jahrhundert in der Region.

100226733

Einhaus Stettener Hauptstraße 45
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach und Schleppdach über Scheunentor, teilweise massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Architekt Wilhelm Biber, 1888 (i)

Das stattliche Einhaus hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und wurde 1888 nach den Entwürfen von Wilhelm Biber errichtet. Es veranschaulicht das Ineinandergreifen von Wohnen, Landwirtschaft und Handwerk und dokumentiert in anschaulicher Weise die bäuerliche Wohnhausarchitektur - hier

speziell des Einhaustyps - des späten 19. Jahrhunderts in der Region.

100226655

Wohnhaus Stettener Hauptstraße 63
(Karte)
Eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach und Aufschiebling, Vorkragungen mit Balkenköpfen, Seitentreppe mit Schleppdach, 16. Jahrhundert; Scheune, eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach und Aufschiebling, 16. Jahrhundert

Die Hofanlage hat ortsbaugeschichtlichen Aussagewert und charakterisiert in der parallelen Stellung von Wohn- und Scheunengebäude bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse des 16. Jahrhunderts in Stetten.

100226679

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche Weidacher Steige
(Karte)
Einschiffiger verputzter Saalbau mit Satteldach und Nordostturm, hohe Segmentbogenfenster, flache Holzbalkendecke, im Norden Sakristeianbau, bauzeitliche Ausstattung, darunter Kruzifix, überlebensgroß, gestaltet durch Bildhauer Fritz von Graevenitz, Architekten Werner Klatte und Richard Weigle, 1933/34

Die evangelische Kirche besitzt als erste Pfarrkirche Stettens orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. Der Bau entstand 1933/34 nach Entwurf der Architekten Werner Klatte und Richard Weigle in einer äußerst klaren Formensprache, die durch die Lochfenster am Turm Elemente des Neuen Bauens aufgreift. Gleichzeitig bezeugt das Fehlen eines Choranbaus die Anlehnung an protestantische Predigtsäle, die die versammelte Gemeinde und das gesprochene Wort im Gottesdienst betonen. Somit veranschaulicht die Stettener Kirche eine Richtung des Sakralbaus der 1930-Jahre, die Traditionalismus mit moderner Sachlichkeit verbindet. Das überlebensgroße Kruzifix hinter dem Altar ist eine qualitätvolle Arbeit des Bildhauers Fritz von Graevenitz, der auch an der skulpturalen Neugestaltung der Stuttgarter Stiftskirche nach dem Zweiten Weltkrieg mitgewirkt hat.

100226706
Schließen
Commons: Kulturdenkmale in Leinfelden-Echterdingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Related Articles