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Liste der Kulturdenkmale in Neckartenzlingen

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In der Liste der Kulturdenkmale in Neckartenzlingen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Neckartenzlingen im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Hammetweil

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Weitere Bilder
Rittergut Hammetweil Hammetweil 1, 2, 3, 5, 6
(Karte)
Bestehend aus:
  • Villa, zweigeschossiger Bau mit flach geneigtem, weit vorstehendem Satteldach, Mittelrisalit mit kleiner Loggia und Glockenreiter, Keller- und Erdgeschoss in Kalktuffstein, Obergeschoss verputztes Fachwerk, verbretterter Kniestock über Knaggen, Inschrift „Ora et Labora“ und Wappen, im Risalitgiebel Uhr, erbaut durch Fr. Silber für die Freiherren Thumb von Neuburg, um 1860/70;
  • Ökonomiegebäude, Werksteinbau mit Satteldach, Kniestock in Fachwerk, Giebel aus Backstein mit ornamentaler Gestaltung, Gliederung durch Lisenen, 2. Hälfte 19. Jahrhundert;
  • Stallscheune, Fachwerkkonstruktion mit abgeschlepptem Satteldach
  • Wohngebäude, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Satteldach mit Gauben
  • ehem. Kapelle, kleines verputztes Fachwerkgebäude mit Satteldach, Giebelreiter mit Zeltdach
  • Hofbrunnen, Brunnenstele und Trog aus Sandstein
  • Reste der mittelalterlichen Zwingermauer mit zwei runden zweigeschossigen Ecktürmen, Kegeldächer, verputztes Bruchsteinmauerwerk, 16./17. Jahrhundert;
  • Friedhof mit schmiedeeisernem Tor zwischen Sandsteinpfeilern, neugotisches Kreuz, 1906 (a)

Das Hofgut Hammetweil geht auf eine mittelalterliche, 1266 erstmals genannte Burganlage am Hang über dem Neckartal zurück, nach welcher sich die Herren von Hammetweil nannten, ritterliche Dienstmannen der Grafen von Hohenberg. Die Burg gelangte schließlich 1543 an den württembergischen Erbmarschall Hans Konrad Thumb von Neuburg. Weite Teil der inzwischen baufälligen Anlage wurden 1821 niedergelegt, an ihre Stelle trat im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts ein Hofgut mit einer Villa im für Gutshäuser beliebten Schweizerhausstil. Von der älteren Anlage bleiben Reste einer Zwinger- bzw. Gartenmauer mit zwei runden Ecktürmen, die wohl ins Spätmittelalter bzw. die Renaissanceepoche zu datieren ist. Diese ist auf das Tal ausgerichtet, wodurch die Ablage bis heute landschaftsprägend wirkt. Das Hofgut veranschaulicht Adelskultur und Wirtschaft des 19. Jahrhunderts sowie mit ihren älteren Strukturen lokale Herrschaftsgeschichte. Sie hat mit ihrem Bezug zu der seit dem 16. Jahrhundert hier ansässigen Familie ortsgeschichtliche Bedeutung.

100228255
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Neckartenzlingen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Schule Altdorfer Straße 20
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Sockelgeschoss, Walmdach mit Gauben, Mittelrisalit, Putzgliederungen und Eckfassung durch rustizierte Lisenen, mittiges Eingangsportal mit zweiläufiger Freitreppe und geschweiftem Vordach aus Kupfer, bauplastischer Schmuck, rückseitig Brunnenhof mit Rundbogenöffnungen, vorgelagerte Terrasse, flankiert von zwei offenen Pavillons mit Zeltdächern, errichtet nach Entwurf von Mack und Klaß, 1913 (a)

Der stattliche Schulbau erhebt sich über einer Hangterrasse in ortsbildprägender Lage an der Karrenhalde. Mit den beiden flankierenden Pavillons und dem Mittelrisalit wirkt er fast schlossartig, ein Schulpalais in den damals modernen Formen der Reformarchitektur. Charakteristisch hierfür ist die schlichte Gestaltung mit Putzgliederungen, beeinflusst von Spätbarock und Klassizismus. Einflüsse der damaligen Reformpädagogik werden nicht nur in kindgerechter Bauplastik, sondern auch in der Anlage des intimen, kreuzgangähnlichen Brunnenhofes sichtbar. Der Neubau wurde angesichts des raschen Wachstums Neckartenzlingens seit dem späteren 19. Jahrhundert notwendig. Er ist nicht nur ein anschauliches Dokument des Schulbaus kurz vor dem Ersten Weltkrieg, sondern auch Zeugnis der Schul- und Bildungsgeschichte des Ortes.

100228374BW
Sühnekreuz Hintere Halde
(Karte)
Tatzenkreuz, Sandstein, in der Kreuzmitte Kontur einer nach oben gerichteten Pflugschar und kleines Kreuzzeichen, wohl 16. Jahrhundert

Das Kreuz stellt ein rechtsgeschichtliches Dokument dar: Seit dem Mittelalter und bis in die frühe Neuzeit war nach begangenem Totschlag die Aufstellung von Steinkreuzen am Tatort fester Bestandteil der Strafe. Die Kreuze sind als Mahnmal und Sühnezeichen zu verstehen.

111644632BW
Seldnerhaus Ermsstraße 7
(Karte)
Verputzter Fachwerkbau über Hanggeschoss in Werkstein, Satteldach, traufseitige Erschließung, wohl. 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das kleine Wohngebäude mit einem Stallteil im Hanggeschoss veranschaulicht die Lebensbedingungen der dörflichen Unterschicht der Seldner, die ohne eigenen Landbesitz als Tagelöhner arbeiteten und nur wenig Vieh besaßen. Das Haus hat damit sozial- und siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert für Neckartenzlingen.

100228382BW
Bogenbrücke über den Merzenbach Merzenbach
(Karte)
Sandstein, um 1860 (Objekt erstreckt sich zwischen der Gemarkung Pliezhausen, Landkreis Reutlingen, Regierungsbezirk Tübingen und der Gemarkung Neckartenzlingen-Hammetweil, Landkreis Esslingen, Regierungsbezirk Stuttgart)

Die Bogenbrücke ist ein charakteristisches Beispiel für die lange Tradition des Natursteinbrückenbaus im ländlichen Bereich. Sie dient der alten Verbindungsstraße von Pliezhausen nach Neckartenzlingen als Bachquerung und hat damit verkehrs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert.

101874499BW
Gebäudegruppe Goethestraße 46
(Karte)
Durch die Architekten Peter Hübner und Frank Huster (produktbau hübner + huster - häusermacher) für eigene Wohnzwecke errichtet, 1974 bis 1976 (a), bestehend aus:
  • Wohn- und Bürogebäude (Goethestraße 44), modulares Fertigteilsystem Typ „casanova“, 23 Polyeder aus Sandwichpaneelen mit glasfaserverstärkter Kunststoffbeschichtung (GFK)
  • Wohnhaus Typ „TBS“ (Goethestraße 46), aufgeständerte Konstruktion, Tragwerkssystem aus Stahlstützen mit eingesteckten Trägern, GFK-beschichtete Sandwichpaneele als Fassadenelemente, Überdachung mit halbrunden GFK-Elementen
  • im Eingangsbereich Dachschirme aus beschichteten Stahlrohren mit GFK-beschichteten Dachflächen

Die zweiteilige Gebäudegruppe, deren Besonderheit in der umfangreichen Verwendung von Kunststoff als Baumaterial liegt, wurde von den Architekten Peter Hübner und Frank Huster 1974 bis 1976 – damals Bürogemeinschaft hübner + huster - häusermacher - als Wohn- und Büroräume geplant und erbaut. Die Gebäude entstanden vor dem Hintergrund eines Programms des Landes Baden-Württemberg zum Thema „experimentelles Bauen“. Die Planung für beide Gebäude begann 1974. In einem ersten Bauabschnitt entstand 1975 das Gebäude Goethestraße 44 (Haus Hübner, Typ „casanova“). Im zweiten Bauabschnitt 1976 folgte Goethestraße 46 (Haus Huster, Typ „TBS“). Der Aufstellungsort in Neckartenzlingen diente den Architekten als Experimentierfeld, um die von ihnen entwickelten Fertigbausysteme zu testen und selbst darin zu leben. Ziel war eine vollständige Vorfertigung des Gebäudes (System „casanova“) bzw. eine Elementierung und Montage einzelner, vorgefertigter Elemente (System „TBS“), wodurch eine Beschleunigung des Bauprozesses am Aufstellungsort erreicht werden sollte. Die Gebäudegruppe mit ihrer experimentellen Architektur ist ein Beispiel für den modularen Fertigbau der 1960er- und 1970er-Jahre, insbesondere unter Verwendung von Kunststoff als alternativem und zukunftsorientiertem Baumaterial. Die Materialität und die technischen Eigenschaften des Baustoffs führten zu einer neuen architektonischen Gestalt der Bauten, die – charakteristisch für die 1970er-Jahre – von gerundeten Formen und, im Falle der Nasszellen, von einer starken Farbigkeit geprägt ist. Die Ausführung der Gebäude in dieser Konstruktion und mit diesem Baumaterial ist nach bisherigem Kenntnisstand einzigartig im Wohnbau in Baden-Württemberg. Auch bundesweit sind nur zwei weitere GFK-Wohnbauten aus dieser Zeit bekannt.

109683365BW
Wohnhaus Hafnergasse 2, 2/1
(Karte)
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter (und teilweise modern verkleideter) Bau mit hohem Kellergeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Vorkragungen über Knaggen und Balkenköpfen, traufseitige Erschließung, Rundbogentor, rundbogiges Kellertor, Hauseingang mit Freitreppe und profiliertem Spitzbogengewände aus Sandstein, im Schlussstein Wappenschild mit Beil und Steinmetzzeichen, errichtet zwischen 1556 (i) und 1562 (i)

Das stattliche Wohnhaus in Ecklage mit dem aufwendig gestalteten Haupteingang könnte eine Sonderfunktion im Ort eingenommen haben, spricht aber wenigstens für einen wohlhabenden Bauherrn. Neben dem Datum 1562 am Eingangsgewände, erscheint ein zweites Datum 1556 im Hausinnern. Das durch seine exponierte Stellung ortsbildprägenden Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Ortsbaugeschichte und veranschaulicht nicht nur den regionalen Hausbau zur Zeit der Renaissance, sondern ist auch wichtiger Bestandteil der historischen Bausubstanz innerhalb der alten Ortsstruktur.

1205224BW

Wohnhaus einer Hofanlage Hauptstraße 16
(Karte)
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, Obergeschoss Fachwerk, im Giebel freiliegend und mit Zierelementen, Vorkragungen auf Knaggen und Balkenköpfen, traufseitige Erschließung, Hauseingang in profiliertem Rundbogengewände, Hofmauer mit profilierter Rundbogenpforte, 1619 (i) und 1621 (i)

Das stattliche, giebelständige Gebäude ist das Wohnhaus einer einst größeren Hofanlage, von denen es in Neckartenzlingen zur Zeit der Renaissance mehrere gab. Am Gebäude zeugt noch ein Mauerrest mit Fußgängerpforte vom einstigen Eingang zur Hofstelle. Die Größe, das Zierfachwerk des Giebels und die aufwendige Gestaltung des Hauseingangs sprechen für einen wohlhabenden Bauherrn. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der historischen Baustruktur im Ortskern und von hauskundlicher sowie ortsbaugeschichtlicher Bedeutung.

100228403

Wohnhaus Hauptstraße 18/1, 18
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss in Bruchstein mit Eckquaderung, Obergeschoss verputztes Fachwerk, im Giebel freiliegend, Vorkragungen auf Sandsteinkonsolen, Knaggen und Balkenköpfen, lange und kurze gebogene Fußbänder, giebelseitige Erschließung, im Kern um 1600

Das Gebäude belegt die intensive Bautätigkeit in Neckartenzlingen zur Zeit der Renaissance und könnte einem Weinbauern gehört haben, spielte doch der Weinbau für eine wichtige Rolle für das Erwerbsleben des Ortes. Mit seinem Fachwerk ist es ein zeittypisches Beispiel der Zimmermannskunst um 1600. Das Gebäude dokumentiert die vormodernen Wohn- und Lebensverhältnisse in dem Dorf am Neckar und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

100228414
Wohnhaus Hauptstraße 32
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling und Zwerchhaus, gemauertes Erdgeschoss mit Eckquaderung, Obergeschoss verputztes Fachwerk, im Giebel freiliegend, Vorkragungen auf Knaggen, gebogene lange und kurze Fußstreben, giebelseitig rundbogiges Kellerportal, traufseitiger Hauseingang in verstäbtem und gekehltem Spitzbogengewände, im Schlussstein Wappenschild mit Initialen, Steinmetzzeichen und Datierung, 1576 (i); kleine Eingangspforte zum Hof in profiliertem Rundbogen, 16. Jahrhundert; daneben Waschhaus, kleiner Bruchsteinbau mit Walmdach, wohl 18./19. Jahrhundert

Der bemerkenswerte Bau weist mit seinem spätgotischen Stabwerkportal gehört zu einer Reihe großer Wohnbauten, welche in der Renaissancezeit in Neckartenzlingen entstanden und das Ortsbild maßgeblich prägen. Der Kellereingang weist auf ein Weinbauernanwesen hin, spielte doch der Weinbau als Erwerbsquelle für die Einwohner eine erhebliche Rolle. Das Gebäude ist mit seinem kleinen straßenseitigen Hofportal und dem zugehörigen Waschhaus ein anschauliches Dokument vormoderner Wohn- und Lebensverhältnisse. Es hat hauskundlichen sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

100228217BW
Wohnhaus Hauptstraße 38
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss in Sandsteinmauerwerk, Obergeschoss verputztes Fachwerk, im Giebel freiliegend, Vorkragungen auf Knaggen und Balkenköpfen, lange und kurze gebogene Fußstreben, traufseitige Erschließung, Hauseingang mit kleiner Freitreppe, rundbogiges Kellerportal, im Giebel an Schwellbalken bezeichnet, 1613 (i)

Das giebelständige Gebäude gehört zu einer Reihe von Gebäuden in Neckartenzlingen, die in der Epoche der Renaissance neu errichtet wurden und bis heute maßgeblich das Ortsbild prägen. Das Fachwerk des Giebels zeigt die für die Region und Epoche charakteristischen gebogenen Fußstreben. Der Kellereingang legt eine Nutzung als Weingärtnerhaus nahe, spielte der Weinbau doch in Neckartenzlingen seit dem Mittelalter eine wichtige Rolle für das Erwerbsleben der Einwohner. Das Haus dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

100228447BW
Eiskeller der Brauerei Knöll In der Steige 19
(Karte)
In den Felshang gehauener hoher tonnengewölbter Raum mit darüberliegender Scheune, Einfüllschacht für das Eis, zuletzt 1948 genutzt, wohl 19. Jahrhundert

Der in einstiger Solitärlage am südlichen Rand von Neckartenzlingen errichtete ehemalige Eiskeller der Brauerei Knöll ist ein sprechendes Zeugnis historischer Gasthaus- und Brauereikultur.

100228459BW
Wohnhaus Inselstraße 10, 12
(Karte)
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter Fachwerkbau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss teilweise massiv, Obergeschoss mit Vorkragung über langen, beschnitzten Eckknaggen, freiliegendes Giebelfachwerk mit Verblattungen und Vorkragungen auf langen, beschnitzten Knaggen und Balkenköpfen, traufseitige Erschließung, 15. Jahrhundert, Erdgeschoss in Massivbauwesie erneuert, 1844 (i)

Das stattliche traufständige Gebäude gehört zu den ältesten überlieferten Wohnbauten im Ort und zeigt charakteristische Merkmale der Zimmermannskunst im 15. Jahrhundert. Es hat wichtige Bedeutung für die Hausforschung und Zeugniswert für die Ortsbaugeschichte.

1205228BW
Fruchtkasten der Geistlichen Verwaltung Nürtingen Inselstraße 17
(Karte)
Zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, massives verputztes Erdgeschoss mit Eckquaderung, Obergeschoss konstruktives Fachwerk, auf Eckkonsolen vorkragend, traufseitige Erschließung über großes Rundbogentor mit kleinen Wetterdach, im Keilstein Datierung und Steinmetzzeichen, zwei Angelsteine für ein Außentor, Öffnungen in Form von Schlüssellochscharten, errichtet 1602 (i), Obergeschoss neu aufgebaut, 1781 (a)

Der stattliche Bau diente der Geistlichen Verwaltung in Nürtingen als Fruchtspeicher. Sie war seit Einführung der Reformation durch Württemberg 1534 Zehntempfängerin, die Abgaben wurden hier gesammelt und gelagert. Auffällig ist der wehrhafte Charakter mit den rundum im Erdgeschoss angebrachten Schießscharten, ein Phänomen, das im Kreisgebiet an mehreren großen Speicherbauten von Herrschaftsträgern auftaucht, aber wohl vorrangig dem Ausweis als herrschaftliches Gebäude diente. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis historischer Herrschaftsverhältnisse in Neckartenzlingen sowie der Kirchen- und Ortsbaugeschichte.

100228469BW
Kessel- und Turbinenhaus der Textilfabrik A. Melchior & Co. Metzinger Straße 10
(Karte)
Zwei parallele eingeschossige Werksteinbauten mit flach geneigten Satteldächern, quer dazu eingeschossiger Kopfbau in Werkstein mit flach geneigtem Satteldach, Gliederung durch Eckrustizierungen und schmale Mittelrisalite an den Giebelseiten, Fenster und Türen in Segmentbogen mit rustizierten Überfangbögen, ab 1880

Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus bestimmten Landwirtschaft und das Weberhandwerk das Neckartenzlinger Erwerbsleben. Die günstige Lage an der Mündung der Erms in den Neckar förderte aber bald schon die Ansiedlung von Industriebetrieben, welche Wasserkraft nutzten. So errichtete östlich des Dorfes im Ermstal das bedeutende Nürtinger Textilunternehmen A. Melchior & Co. einen Zweigbetrieb mit Spinnerei, zu dem 1886 noch eine Weberei kam. Von dieser Anlage zeugen bis heute das Kessel- und Turbinenhaus, die als qualitätvoll gestaltete Industriebauten des Historismus ortsbildprägenden Charakter haben. Sie sind wichtige bauliche Dokumente der Wirtschaftsgeschichte Neckartenzlingens im späteren 19. Jahrhundert, welche die Nutzung und Bedeutung der Wasserkraft für die Industrialisierung veranschaulichen.

100228503BW
Wohnhaus Metzinger Straße 25
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit flach geneigtem Satteldach und dreigeschossigem Mittelrisalit, rustizierter Werksteinsockel, Erdgeschoss in Tuffkalkmauerwerk, Obergeschoss verschindeltes Fachwerk, leichte Vorkragung auf beschnitzten Balkenköpfen, Fenster in geschnitzten Rahmen mit Kopfgesimsen, in den Giebeln mit dreieckigen Abschlüssen, um 1880

Das Wohnhaus liegt gegenüber dem einstigen Zweigbetrieb des Nürtinger Textilunternehmens A. Melchior & Co. und entstand etwa zur selben Zeit. Das Gebäude veranschaulicht Gestaltungsprinzipien späthistoristischen Wohnbaus, der sich hier mit verschindelter Fassade und geschnitzten Zierelementen im Sinne des Schweizerhausstils entsprechend des Standortes am Rand eines Dorfes auf ländliche Architektur bezieht. Das Gebäude belegt dabei auch die ortsbauliche Entwicklung im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, als Neckartenzlingen in Folge der Industrialisierung stark wuchs.

100228517BW
Sog. Alte Mühle/Neckarmühle Neckarburg 3
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Drittelwalmdach, weitgehend konstruktiver Fachwerkbau, Erdgeschoss im Norden und Westen gemauert und verputzt mit Eckquaderung, abgeschrägte Hausecke mit mächtiger Konsole, darauf Steinmetzzeichen, Baudatum, verschiedene Initialen und Namenszüge sowie Datierungen und Müllerzeichen, 1655 bis 1826 (i), zugesetztes rundbogiges Kellerportal; im Kern 1589 (i), Fachwerk 1777 (i)

Die Neckarmühle direkt neben der Burg ist erstmals 1295 erwähnt und blieb bis 1832 die Bannmühle für eine Reihe umliegender Dörfer, während die Neckartenzlinger seit der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts in die württembergische Mühle an der Erms gebannt waren. Nach dem Verkauf der Neckarmühle durch die Burgherrschaft 1406 an Württemberg, wurde sie als Lehen u. a. an bürgerliche Besitzer ausgegeben, bis sie ab 1515 durch die neuen Burgherren, die Familie Spengler, zurück erworben wurde. Diese dürften den Neubau 1589 veranlasst haben, der den Kern des bestehenden Gebäudes bildet. Kulturhistorisch interessant sind die zahlreichen Initialen, Namenszüge, Zeichen und Jahreszahlen an der abgeschrägten Ecke und dem Kellerportal, die offenbar die unterschiedlichen Besitzwechsel der Müller dokumentieren, nachdem die Mühle seit dem 17. Jahrhundert wieder wechselnde bürgerliche Besitzer und Anteilseigner, darunter die Stadt Nürtingen, hatte. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis der Herrschafts- und Ortsgeschichte von Neckartenzlingen und nicht zuletzt auch ein Dokument des historischen Mühlenwesens und seiner Kultur.

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Sog. Brunnenhaus Neckarburg 10
(Karte)
Zweigeschossiger Bau in Hanglage, flach geneigtes Satteldach mit Wiederkehr, Keller- und Erdgeschoss in Werkstein, Obergeschoss und nördlicher Erdgeschossteil verputztes Fachwerk, in die straßenseitige Fassade einbezogener Laufbrunnen, Brunnennische mit Säulenarchitektur, halbrunder Trog, Brunnenstock mit Pinienzapfen, geschweiftes Gebälk mit Initialen des Neckarmüllers Philipp Schiedt und Datierung, daneben Kellerportal, 1818 (i)

Brunnen und Haus entstanden für die beiden Neckarmüller Philipp und Friedrich Schiedt, welche damals die gegenüber liegende Neckarmühle in Besitz hatten. Der Brunnen zeigt eine noch barocke Gestaltung mit einer toskanischen Säulenrahmung. Das klassizistische Gebäude an der Auffahrt zur Neckarburg bildet zusammen mit Mühle und Adelssitz einen wichtige Baugruppe im Ortsbild, der Brunnen belegt dabei die Wasserversorgung der Mühle und ist zugleich repräsentatives Schaustück, das die lokale Steinmetzenkunst belegt. Brunnen und Haus haben darüber hinaus ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

100228538BW

Sog. Neckarburg/Schlößle Neckarburg 12
(Karte)
Dreigeschossiger Bau mit mächtigem Halbwalmdach, Erd- und 1. Obergeschoss massiv und verputzt mit Eckquaderung, 2. Obergeschoss verblattetes Fachwerk mit Vorkragungen über Konsolen und Balkenköpfen, Giebel in verzapftem Fachwerk mit Vorkragungen über langen Knaggen und Balkenköpfen, lange und kurze gebogene Fußstreben, giebelseitiges Rundbogentor, in zwei Keilsteinen mit Steinmetzzeichen und Datierung, darüber Wappentafel, zweiflügeliges kassettiertes und beschnitztes Türblatt, bezeichnet 1557 (i), traufseitig rundbogiges Kellerportal, bezeichnet 1549 (i), hofseitiges Rundbogenportal, bezeichnet 1575 (i); nach Westen kleiner, zweigeschossiger Anbau, massiv und Fachwerk mit Satteldach, Rundbogenpforte zum Garten

Die Neckarburg ist ein anschauliches Beispiel eines adeligen Rittersitzes aus der Übergangszeit vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, was sich auch an den unterschiedlichen Fachwerkkonstruktionen zeigt. Das 2. Obergeschoss mit seinen Verblattungen lässt sich wohl der Bauphase 1549 bzw. 1557 zuweisen, der Giebel mit den charakteristischen verzapften gebogenen Fußstreben passt zur Datierung 1575 und belegt einen Umbau. Adelige Wohnbauten dieser Art waren auf dem Land weit verbreitet. In der Regel erhebt sich auf einem hohen steinernen Unterbau ein Fachwerkstock mit Stuben und Kammer, so auch im Fall der Neckarburg. Der Herrensitz geht vielleicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, urkundlich nachweisbar ist er seit 1268 als Burg zur Mühle. Letztere war lange Zeit eng mit dem Adelssitz verbunden. Im Bauernkrieg 1525 niederbegrannt, belegen die Datierungen am Gebäude den Wiederaufbau ab 1549, möglicherweise unter Einbeziehung älterer Substanz. Seit 1750 war die Neckarburg in bürgerlicher Hand und wurde u. a. als Bauernhaus genutzt. Sie bildet mit ihrer gut sichtbaren Lage oberhalb des vom Neckar abgezweigten Mühlkanals eine prägende Dominante im Orts- und Landschaftsbild und hat zentralen Zeugniswert für die Herrschafts-, Orts- und Siedlungsgeschichte Neckartenzlingens. Darüber hinaus dokumentiert sie eindrucksvoll Wohn- und Lebensverhältnisse des ritterschaftlichen Adels im 16. Jahrhundert.

100228548

Pfarrhaus Planstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit hohem Kellersockel, Krüppelwalmdach mit Aufschiebling, Keller- und Erdgeschoss in Bruchstein mit Eckquaderung, Obergeschoss verputztes Fachwerk, rundum vorkragend auf Konsolsteinen, traufseitige Erschließung, Hauseingang in profiliertem Rundbogengewände mit volutenförmigen Ausläufen, im Schlussstein Baudatum und Steinmetzzeichen, rundbogiger Kellereingang, Erdgeschossfenster mit gekehlten und profilierten Gewänden, teilweise vergittert, rückwärtig kleine Laube, 1631 (i), Umbau 1828 (i)

Das stattliche Gebäude verdeutlicht schon durch seine Kubatur und Höhe sowie den hochgelegenen Eingang seine Sonderfunktion und folgt dabei Schemata, wie sie u.a. auch Adelssitze prägten (vgl. Neckarburg, Neckarburg 12). Neckartenzlingen ist schon seit dem Hochmittelalter Pfarrei, die 1534 reformiert wurde. Im Pfarrhaus unmittelbar neben der Kirche drückt sich die Stellung des evangelischen Pfarrers aus, der als Vertreter der Obrigkeit zur Elite des Dorfes gehörte. Der Bau hat mit seiner exponierten Ecklage wichtigen ortsbaulichen Wert und dokumentiert anschaulich den nachreformatorischen Pfarrhausbau im Herzogtum Württemberg vor dem Dreißigjährigen Krieg. Er ist dabei auch Zeugnis der lokalen Kirchengeschichte.

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Rathaus Planstraße 2
(Karte)
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling und Glockendachreiter, massives verputztes Erdgeschoss, Obergeschoss Fachwerk, Vorkragungen auf Balkenköpfen und steinernen Eckkosolen, Zierelemente, 1680

Mit seiner Lage am Platz gegenüber von Kirche und Pfarrhaus setzt das freistehende Rathaus einen markanten ortsbaulichen Akzent. Der Bau ersetzte einen im Dreißigjährigen Krieg 1643 durch französische Soldaten niedergebrannten Vorgängerbau von 1512. Das Gebäude zeigt ein für die Entstehungszeit charakteristisches Fachwerk unter Tradierung einzelner Zierelemente der Vorkriegszeit. Es veranschaulicht die kommunale Selbstverwaltung des relativ wohlhabenden, von Weinbau und Viehzucht lebenden Ortes im Neckartal, für den erstmals 1458 ein Schultheiß sowie 1526 zehn Richter und drei Männer aus der Gemeinde als kommunales Gremium erwähnt sind. Das Rathaus hat daher wichtigen orts- und verwaltungsgeschichtlichen Zeugniswert für Neckartenzlingen.

100228594

Weitere Bilder
Ev. Pfarrkirche (St. Martin) (§ 28) Planstraße 3
(Karte)
Verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener Polygonalchor, nördlich Sakristeianbau mit Pultdach, Westturm mit Satteldach und fialen- sowie krabbenbesetzten Giebeln, im Langhaus bauzeitliche hölzerne Kassettendecke, im Chor reiches Netzrippengewölbe über figürlichen Konsolen, Architektur- und Ornamentmalereien um Chorbogen und Fenster, 1598 (i), figürliche Grabdenkmäler der Herren Spengler, errichtet um 1518 (i); Kirchhof mit Ummauerung [§ 2], 1797 (i)

Die Pfarrkirche bildet mit ihrem schlanken Westturm innerhalb des ummauerten Kirchhofs eine ortsbildprägende Dominante oberhalb der Erms und ist das alte geistliche Zentrum Neckartenzlingens. Eine Pfarrkirche ist hier erstmals 1275 belegt, der bestehende Bau entstand als einheitlicher Bau in der Spätgotik und ist ein charakteristisches Beispiel einer größeren ländlichen Pfarrkirche dieser Zeitstellung. Sie wurde 1611 bzw. 1629 zur standesgemäßen Grablege der ursprünglich bürgerlichen und dann geadelten Familie Spengler von Neckarburg eingerichtet, wobei teilweise ältere Grabmäler in die Kirche übertragen wurden. Die Familie war seit 1515 im Besitz der Neckarburg und suchte sich ihren dynastischen Mittelpunkt zu schaffen, zu dem auch eine repräsentative adelige Grablege in der örtlichen Pfarrkirche gehörte. Davon zeugen aufwendige figürliche Renaissancegrabmäler an der Nordseite des Chores. Die auf 1598 datierte architektonisch-ornamentale Ausmalung ist ein für württembergische Pfarrkirchen in nachreformatorischer Zeit charakteristischer Schmuck und dokumentiert die Ausstattung evangelischer Kirchenräume in der Spätrenaissance. Die Martinskirche ist damit wichtiges Zeugnis der Siedlungs-, Kirchen und Herrschaftsgeschichte von Neckartenzlingen und dokumentiert mit den Grabmälern adelige Memorialkultur der Renaissanceepoche.

1205220

Hofanlage Planstraße 4
(Karte)
Bestehend aus: Wohnstallhaus [§ 28], zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss in geschlämmtem Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, Obergeschoss Fachwerk mit Vorkragung auf Sandsteinkonsolen und Balkenköpfen, Stubenbereich mit Andreaskreuzen in den Brüstungsfeldern, verzierter Eckständer mit Initialen und Datierung, traufseitige Erschließung, Zugang zum Wohnteil im Obergeschoss über Freitreppe, 1728 (i), Erdgeschoss eventuell älter; quer dazu Stallscheune [§ 2], massives Erdgeschoss mit Fachwerkaufbau, Satteldach, rundbogiges Kellertor, im Gewände Bauern- und Weingärtnerzeichen sowie Initialen und Datierung, im Kern 1581 (i), Fachwerk 18. Jahrhundert

Die Hofanlage bildet einen wichtigen Bestandteil des Ensembles historischer Gebäude im Ortszentrum bei der Kirche. Sie ist ein anschauliches Zeugnis vormoderner Wohn- und Lebensverhältnisse in dem von Viehzucht und Weinbau geprägten Ort an der Mündung der Erms in den Neckar. Auf die einst große Bedeutung des Weinbaus als Teil des Erwerbslebens verweist das Rebmesser am Kellerportal der Scheune. Das Fachwerkwohngeschoss des Wohnstallhauses stellt mit zurückhaltenden Zierformen die Ecklage der Stube als wichtigstem Wohnraum mit Blick auf den Dorfplatz heraus. Die Hofanlage hat wichtigen Zeugniswert für die frühneuzeitliche Ortsbaugeschichte und die Hausforschung.

100228601

Maschinenhaus des Hochdruckpumpspeicherwerks der Baumwollspinnerei Gminder Ulrich-Gminder-Straße 22
(Karte)
Eingeschossiger Backsteinbau mit Walmdach, vorgelagert überdachter Fußgängersteg, maschinelle Ausstattung, 1914

Die günstige Lage von Neckartenzlingen an den Wasserläufen von Erms und Neckar führte seit dem späteren 19. Jahrhundert zur Ansiedlung mehrerer Unternehmen in dem Weinbauort am Neckar und damit zum industriellen Aufschwung. So erwarben die Gebrüder Gminder aus Reutlingen 1885 die Neckarmühle und richteten am als Mühlkanal genutzten Seitenarm des Neckars eine Baumwollspinnerei ein. Die 1914 für die Fabrik erbaute Hochdruckpumpspeicheranlage (einst mit Speicherbecken auf Gemarkung Altenriet) war damals die reichsweit erste technische Einrichtung dieser Art. Sie hat daher nicht nur Zeugniswert für die Industrialisierungsgeschichte Neckartenzlingens, sondern allgemein für die Technikgeschichte im frühen 20. Jahrhundert.

100228573
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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

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