Liste der Kulturdenkmale in Rastatt (Kernstadt)
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In der Liste der Kulturdenkmale in Rastatt (Kernstadt) sind die Kulturdenkmale der Kernstadt von Rastatt im Landkreis Rastatt in Baden-Württemberg aufgelistet. Die Kulturdenkmale in den Ortsteilen finden sich in der Liste der Kulturdenkmale in Rastatt (Ortsteile).
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
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- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohn- und Geschäftshaus in Ecklage | Am Grün 7 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Eckerker und Zwerchgiebel, Ladengeschäft mit ehem. Bäckerei (heute Wohnnutzung), errichtet für Bäckermeister Jakob Ebert, 1926 (i)
Das stattliche Eckhaus ist ein anschauliches Beispiel für die konservative Strömung der Moderne in der Zwischenkriegszeit mit Anklängen an den Heimatstil wie auch den Expressionismus. Letzterer zeigt sich in den Ornamentformen am Türsturz zum Ladeneingang sowie den gezackten Fensteröffnungen in den beiden Giebeln, welche die Ecksituation betonen. Das Gebäude dokumentiert die innerstädtische Bauentwicklung und Architektur Rastatts in den 1920er-Jahren. |
100474234 | ||
| Wohnhaus | Am Grün 10 (Karte) |
Eingeschossiger, traufständiger Massivbau, verputzt, Satteldach, frühes 19. Jahrhundert
Das kleine Gebäude folgt mit seiner Architektur noch ganz dem Schema kleinerer Modellhäuser für die unteren Schichten, wie sie seit etwa 1700 in Baden für den Weideraufbau der kriegszerstörten Städte entwickelt worden waren. Die einfachen Rechteckgewände von Nischeneingang und Fenstern folgen dabei den klassizistischen Idealen, wie sie Friedrich Weinbrenner um 1800 vertrat. Das Gebäude veranschaulicht die bescheidenen Wohn- und Lebensverhältnisse der kleinen Leute in der Stadt Rastatt zu Anfang des 19. Jahrhunderts und ist Zeugnis der Haus- und Stadtbaugeschichte. |
96981877 | ||
| Wohnhaus | Am Grün 15 (Karte) |
Viereinhalbgeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit geschweiftem Zwerchgiebel, Gliederung durch mittige Gruppe aus Balkonen und Erkervorbauten, Sockel in bossiertem Sandsteinmauerwerk, Gliederungselemente in Werkstein, ornamental gestalteter Hauseingang mit Eulenreliefs, Oberlicht und bauzeitlichem Türblatt, bauzeitliche Ausstattungselemente, um 1910/15
Das stattliche Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden und sich baulich wandelnden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch für das frühe 20. Jahrhundert sind hier die Putzfassaden und der Jugendstildekor, die vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens in Abkehr vom Späthistorismus zeugen. Traditionelle Formen werden neu interpretiert. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts im frühen 20. Jahrhundert. |
96981880 | ||
| Wohnhaus | Am Grün 20 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit viergeschossigem, als Erker ausgebildetem Mittelteil und Mansarddach, bossierter Sandsteinsockel, Putzgliedeurngen, Fenster und Torfahrt der Seitenachsen mit polygonalen Abschlüssen, um 1910
Das Zeilenhaus mit Torfahrt zum Hinterhof ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohnbau der späten wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden und sich rasch wandelnden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die Abkehr vom späten Historismus und die Hinwendung zur Reformarchitektur, die sich in den Putzgliederungen der Fassaden und den teils ungewöhnlichen Fensterformen zeigt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts im frühen 20. Jahrhundert. |
96981882 | ||
| Gromersche Brauerei (jetzt Bürogebäude) | Am Kehler Tor 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Gliederung durch Ecklisenen und umlaufenden Sohlbankgesims, Erdgeschoss mit Rustikabänderung, Fassadenabschluss durch Konsolkranzgesims, Erschließung über Freitreppe, Hauseingang mit Kopfgesims auf Konsolen und Oberlicht, vor 1849
Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für den bürgerlichen Wohnbau des späten Klassizismus in Rastatt. Es bildete das Wohnhaus der Gromerschen Brauerei, gegründet durch die Apotheke rund Bierbrauer Johann Baptist Gromer (1798 bis 1844). Es veranschaulicht biedermeierliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Bundesfestung und dokumentiert das Brauereigewerbe, das von der Garnison profitierte. Das Gromersche Bierhaus war am 10. Mai 1849 Schauplatz einer Soldatenversammlung der revolutionären Rastatter Garnison, wo u. a. die Durchsetzung der Reichsverfassung gefordert wurde. Es ist daher ein wichtiges Zeugnis der Stadt- und Wirtschaftsgeschichte. |
96982060 | ||
| Kehlkaserne der Leopoldsfeste | Zur Leopoldfeste (Karte) |
Westlicher Anschlusstrakt, Teil der Bundesfestung Ulm, zweigeschossiger Backsteinbau mit flach geneigtem Walmdach, auf Nordseite im Erdgeschoss Reste der schartenbewehrten Außenmauer der Kaserne, im Süden und Osten historische Firmenaufschriften, 1840er-Jahre, ansonsten Neubau als Schlosserei und Werkzeugfabrik, um 1900
Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Das südliche Kernwerk der Festung bildete die Leopoldsfeste, von der mehrere Kasernen- und Festungsbauten überliefert sind, so auch Teile des westlichen Anschlussbaus an die Kehlkaserne des Forts, die als Außenmauer auf der Nordseite des um 1900 darüber errichteten Fabrikgebäudes erhalten geblieben ist. Das Gebäude veranschaulicht damit eindrücklich die Umwandlung der geschleiften Festungsareale für neue Bedürfnisse, so u. a. für Fabrikbauten, nahm doch Rastatt nun erst einen wirtschaftlich-industriellen Aufschwung. Das Gebäude ist mit seiner einfachen Ziegelarchitektur ein charakteristisches Beispiel für einen Industriebau zwischen 1890 und 1900 und dokumentiert mit den einbezogenen Resten der Leopoldsfeste die Baugeschichte und Anlage der Bundesfestung. |
96981639 | ||
| Villa mit Garten | Am Schlossplatz 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Rundbogeneingang mit flankierenden Okuli und Keilstein, 1930 (i), Einfriedung
Das Gebäude dokumentiert die Aufsiedlung des Areals zu beiden Seiten des Hofgartens seit der Zeit um 1900. Es ist mit seiner Kubatur und Architektur ein charakteristisches Beispiel für den konservativen Zweig der Moderne in der Zwischenkriegszeit, die in Baden durch Friedrich Ostendorf geprägt wurde. Dabei wurden Gedanken und Ideen der Reformarchitektur aus dem frühen 20. Jahrhundert mit ihrer Anlehnung an Formen des Barock und Klassizismus konsequent fortgesetzt. So erinnert die Kubatur an Goethes Gartenhaus in Weimar, eines der wichtigen Vorbilder für die konservative Moderner. Zeittypisch sind die liegenden Rechteckfenster und die Ecklösung im Erdgeschoss. Das Gebäude ist damit Zeugnis der Rastatter Architektur- und Stadtbaugeschichte. |
96981642 | ||
| Offizierskasino | Am Schlossplatz 2/1, 2/2, 2/3, 2/4 (Karte) |
Später französisches Offizierskasino, zweigeschossiger verputzter Zweiflügelbau mit Walmdach, Westflügel im Nordteil mit geschossübergreifenden, bodentiefen Fenstern. Zwei Säle mit Ausstattungen der 1930er- und 1950er-Jahre, errichtet durch das durch das Heeresbauamt, 1937/38 (a)
Das Gebäude wurde 1937/38 als Offizierskasino und -heim durch das Heeresbauamt errichtet. Es handelt sich um einen qualitätvollen Zweiflügelbau, geschmückt durch ein umlaufendes, aufwändig gearbeitetes Kranzgesims. An der südwestlichen Gebäudeecke betonen Kunststeingewände an den größeren Fenstern und den Langfenstern die Funktion des Gebäudes als Offizierskasino, indem sie auf die beiden Säle hinweisen. Die Innenausstattung mit ihren bauzeitlichen Türblättern und Rahmungen, Treppen und Böden hat sich auf seltene und außergewöhnlich vollständige Weise erhalten. Äußerst bemerkenswert ist der wohl während der französischen Nutzung in den 1950er-Jahren ausgestattete große Saal mit seinen tapetenbespannten Wänden und den außergewöhnlichen, floral gestalteten Messinglampen. Im Treppenhaus ist ein großes Wandgemälde aus dieser Epoche zu sehen, dass die Rheinüberquerung durch Napoleon zeigt. Insgesamt handelt es sich um ein Kulturdenkmal, das in politischer Symbolik für die deutsche Wiederbewaffnung und Befestigung der Rheinebene steht. Das auch architekturwissenschaftlich belangvolle Gebäude besitzt wichtige Bedeutung für die Militärgeschichte von Stadt und Region, zumal es nicht nur an die politisch-kulturelle Situation der späten 1930er-Jahre, sondern darüber hinaus an die Ära der französischen Besatzungs- und Garnisonszeit erinnert. Das Gebäude wurde damals auf städtebaulich behutsame und gelungene Weise auf die Randbebauung des Schlossparks und die Nachbarschaft des Schlosses abgestimmt. Das Offizierskasino besitzt als bauhistorisches Dokument in seinem ausgezeichneten Erhaltungszustand Seltenheitswert. Für die Zeit seiner Erbauung ist das Gebäude exemplarisch für das künstlerische Stilempfinden der Zeit, das eine Synthese von Stilelementen der Sachlichkeit und den konservativen Formen der Zeit um 1800 bevorzugte. Form und Funktion des Gebäudes entsprechen sich hier in besonders gelungener Weise. |
98820357 | ||
| Ludwig-Wilhelm-Kaserne | Am Schlossplatz 7, 9; Ludwig-Wilhelm-Straße 6, 6/1, 6/2, 8, 8/1, 8/2, 10, 14 (Karte) |
Nach dem Zweiten Weltkrieg französische Kaserne Canrobert, errichtet nach Plänen des Architekten Paul Oehler, 1913/14 (a), bestehend aus:
Nach Auflassung der Bundesfestung Rastatt 1887 kam es ab 1890 zur Niederlegung der Festungswerke. Gleichwohl blieb die Stadt wichtiger Garnisonsstandort in Baden. Im Areal der einstigen Ludwigsfeste (Fort B) wurde 1913/14 die nach dem badischen Markgrafen Ludwig Wilhelm, gen. Türkenlouis, benannte Kaserne für das badische Infanterieregiment Nr. 111 errichtet. Ihr Bau erfolgte nach den damals neuesten hygienischen Anforderungen an Kasernenbauten. In Abwendung vom späten Historismus zeigen die Bauten eine von der Reformarchitektur beeinflusste Anlehnung an barocke Bauformen, passend zur Lebenszeit des Markgrafen Wilhelm Ludwig, der nicht nur als erfolgreicher Feldherr, sondern als Stadtgründer Rastatts in die Geschichte einging. Die Nähe zum barocken Residenzschloss spielte für die Gestaltung der Kaserne sicher ebenfalls eine Rolle. Charakteristisch für die Anlage ist die langgestreckte, im Volksmund als Reithalle bezeichnete Exerzierhalle, die es auch bei schlechter Witterung erlaubte Exerzierübungen abzuhalten, die sonst auf dem weiten Hofareal der Kaserne stattfanden. Enorm modern war die Einrichtung eines eigenen Garnison-Kindergartens, für den 1914 noch ein eigenständiges Gebäude errichtet wurde. Die Kasernenbauten, die nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit von französischen Truppen belegt und genutzt wurden, sind ein wichtiges Zeugnis für die Geschichte Rastatts als Garnisonsstandort im 20. Jahrhundert sowie für die Militärgeschichte am Oberrhein. |
96981887 | ||
| Villa mit Einfriedung | Am Schlossplatz 4 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Giebelgauben, mittig halbrunder Standerker, bauzeitliche Ausstattung, Planung durch den Architekten August Diehm aus Rastatt für den Fabrikanten Jacob Roos, 1925 (a), erbaut 1927 (a), für den neuen Eigentümer Philipp Lawo Terrasse auf Rückseite als Freisitz überdacht, Entwurf Artur Bumann, 1936 (a), Standerker zur Straße aufgestockt und auf Rückseite Dachgaube eingefügt, Entwurf G. Hornung, 1955 (a)
Die Villa wurde durch den renommierten Rastatter Architekten August Diehm für den Fabrikanten Jacob Roos entworfen, Mitinhaber der Kartonagenfabrik Dreyfuß und Roos, der auch im öffentlichen Leben der Stadt und des Landkreises eine beachtliche Rolle spielte, denn er leitete ab 1927 den jüdischen Verein „Eintracht“. Die ersten Planungen eines in schweren neubarocken Formen gebildeten Gebäudes wurden kurzfristig zu Gunsten einer neusachlichen, damals als fortschrittlicher geltenden Architektursprache geändert, was als beispielhaftes Zeugnis gesellschaftlichen Wertewandels nach dem Ersten Weltkrieg gelten kann. Im Inneren wurde dennoch das sehr anspruchsvolle Raumprogramm beibehalten und verwirklicht. In seiner Formgebung und an seinem Ort in unmittelbarer Schlossnähe, greift das Gebäude deutlich Motive spätbarocker, an der Schwelle zum Klassizismus entstandener Wohn- bzw. Kavaliershäuser auf. Schon insofern beweist der zeitgenössische Bebauungsplan an den Rändern des Schlossplatzes Rastatt ein beachtliches historisches Einfühlungsvermögen angesichts der unmittelbaren Nachbarschaft des Schlosses. Maßgeblich an dem Gebäude ist die schöpferische Umsetzung und Weiterbildung des Archetyps des Walmdachhauses, wie es Goethes Gartenhaus in Weimar verkörpert. Dies geschieht durch eine Aufnahme damals progressiver Stilströmungen der „Neuen Sachlichkeit“, die in der Reformarchitektur vor dem Ersten Weltkrieg wurzelt und im dritten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts besondere Wirkkraft entfalteten. Das Gebäude nimmt die historischen Formen der Zeit um 1800 in seiner Großform auf und überträgt sie durch die zeitgenössischen neusachlichen Ideen auf eine neue, schlichtere und damit wiederum neuartige Form, deren Zurückgenommenheit sich bewusst und insbesondere in seiner Innenausstattung vom Späthistorismus der Kaiserzeit abwandte und sich um Zweckmäßigkeit, Schlichtheit und Behaglichkeit auf hohem ästhetischen wie handwerklichen Niveau bemühte. Die Villa Roos ist damit ein bemerkenswertes Zeugnis der Stadtbau-, Architektur- und Sozialgeschichte im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts. |
96981885 | ||
| Villa Roos-Dreyfuß | Am Schlossplatz 6, 8 (Karte) |
Doppelhaus mit Gartenfläche, zweigeschossiger verputzter Massivbauten unter gemeinsamem Walmdach, jeweils ein Zwerchhaus mit Halbrundgiebel und je ein eingeschossiger, polygonaler Standerker mit Altan, kleine Eingangsloggia, errichtet für die Fabrikanten Julius Roos und Berthold Dreyfuß, Entwurf August Diehm, 1927 (a)
Die Doppelvilla wurde durch den renommierten Rastatter Architekten August Diehm für die beiden Fabrikanten Julius Roos und Bertold Dreyfuß entworfen, Mitinhaber der Kartonagenfabrik Dreyfuß und Roos. Sie entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zum Haus ihres Bruders bzw. Kompagnons Jakob Roos. In seiner Formgebung und an seinem Ort in unmittelbarer Schlossnähe, greift das Doppelhaus deutlich Motive spätbarocker, an der Schwelle zum Klassizismus entstandener Wohn- bzw. Kavaliershäuser auf. Schon insofern beweist der zeitgenössische Bebauungsplan an den Rändern des Schlossplatzes Rastatt ein beachtliches historisches Einfühlungsvermögen angesichts der unmittelbaren Nachbarschaft des Schlosses. Die beiden bauwilligen Unternehmer kamen damals in den Genuss eines städtischen Wohnungsbauförderungsprogramms, das ein günstiges Darlehen gewährte. Die Villen entstanden auf dem Gelände der sogenannten „Backsteinkaserne“, dies waren militärische Bauten der schon ab 1890 geschleiften Bundesfestung. Maßgeblich an dem Gebäude ist die schöpferische Umsetzung und Weiterbildung des Archetyps des Walmdachhauses, wie es Goethes Gartenhaus in Weimar verkörperte. Dies geschieht durch eine Aufnahme damals progressiver Stilströmungen der „Neuen Sachlichkeit“, die in der Reformarchitektur vor dem Ersten Weltkrieg wurzelt und im dritten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts besondere Wirkkraft entfalteten. Das Gebäude nimmt die historischen Formen der Zeit um 1800 in seiner Großform auf und überträgt sie durch die zeitgenössischen neusachlichen Ideen auf eine neue, schlichtere und damit wiederum neuartige Form, deren Zurückgenommenheit sich bewusst und insbesondere in seiner Innenausstattung vom Späthistorismus der Kaiserzeit abwandte und sich um Zweckmäßigkeit, Schlichtheit und Behaglichkeit auf hohem ästhetischen wie handwerklichen Niveau bemühte. Die Villa Roos-Dreyfuß ist damit ein bemerkenswertes Zeugnis der Stadtbau-, Architektur- und Sozialgeschichte im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts. |
96981886 | ||
| Statue des seligen Bernhard von Baden | An der Ludwigfeste 50 (Karte) |
Sandstein, Ende 19. Jahrhundert
Die Sandsteinfigur zeigt den 1769 seliggesprochenen Markgrafen Bernhard II. von Baden (1429 bis 1458), der vom großherzoglichen Haus zur Mehrung des eigenen Ansehens unter den europäischen Fürstenhäusern quasi als Hausheiliger in Ehren gehalten wurde. Die Figur, die stilistisch der nazarenischen Kunstauffassung nahesteht, dürfte auf der Konsole vor dem großen Kapellenfenster am Mittelrisalit des Erzbischöflichen Studienheims (An der Ludwigsfeste 50) gestanden haben. Die Skulptur ist Zeugnis der historistischen Bildhauerkunst im Baden des späten 19. Jahrhunderts. |
96981890 | ||
| Erzbischöfliches Studienheim St. Bernhard | An der Ludwigfeste 50 (Karte) |
Konvikt (seit 2008 Bildungshaus St. Bernhard - Wohnen & Tagen), dreigeschossiger Sandsteinbau, Dreiflügelanlage mit gestaffeltem Kapellenrisalit in der Mitte und zwei flachen Seitenrisaliten, Walmdach, Giebelaufsätze in Form von Zinnentürmchen, Gliederungen in Werk- und gelblichem Ziegelstein, Kapelle durch hohe Spitzbogenfenster im Außenbau gekennzeichnet, 1896 bis 1898 (a)
Der große Gebäudekomplex entstand 1896 bis 1898 im vormaligen Glacis der Bundesfestung, nachdem diese nach ihrer Aufhebung 1887/88 ab 1890 nach und nach geschleift wurde. Er dokumentiert so einen zentralen Aspekt der Stadtbaugeschichte im späten 19. Jahrhundert. Das dreiflügelige Gebäude diente als erzbischöfliches Knaben- und Gymnasialkonvikt, um hier den Priesternachwuchs für das zukünftige Theologiestudium heranzubilden. Das Gebäude ist mit seiner Architektur charakteristisch für den späten Historismus der wilhelminischen Kaiserzeit. Seine katholische Prägung wird durch den neugotischen Kapellenbau mit seinen hohen spitzbogigen Maßwerkfenstern betont, der sich als gestaffelter Mittelrisalit deutlich von der an sich nüchternen und strengen Gestaltung des Internatsgebäudes abhebt. Während des Zweiten Weltkriegs fungierte der weitläufige Bau als Lazarett. Er ist ein wichtiges Zeugnis der katholischen Bildungspolitik im Großherzogtum Baden des späten 19. Jahrhunderts und hat schul- und konfessionsgeschichtliche Bedeutung. |
96981889 | ||
| Wohnhaus | Augustastraße 44 (Karte) |
Modellhaus, eingeschossiger traufständiger Massivbau, verputzt, Satteldach mit breiter, verschindelter Gaube, Mitte 18. Jahrhundert
Bei dem traufständigen Gebäude handelt es sich um ein charakteristisches Modellhaus, wie sie im 18. Jahrhundert in Folge landesherrlicher Bauordnungen für Handwerke rund kleine Leute in der neu angelegten Stadt anstelle des älteren Dorfes entstanden. Die Augustastraße hatte ursprünglich eine geschlossene Zeilenbebauung mit Häusern dieses nur noch in wenigen Exemplaren erhaltenen Haustyps. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein wichtiges Zeugnis der barockzeitlichen Stadtplanung und Baugeschichte Rastatts. |
96981643 | ||
| Untere Stauschleusenbrücke o. a. Schließbrücke | Augustastraße 101 (Karte) |
Erste Schleusenanlage der Bundesfestung, errichtet unter Leitung von Hauptmann Welsperg, 1846 bis 1850 (a) (jeder zweite Brückenpfeiler später entfernt); nördlich am linken Murgufer Reste der Schleusenanlagen zur Be- und Entwässerung der Festungsgräben der Friedrichsfeste
Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die Untere Stauschleusenbrücke ist ein wichtiges Zeugnis für den mit der Bundesfestung Rastatt verbundenen Wasserbau zur Flutung der nassen Gräben wie auch der sog. Inundation, der flutbaren Flächen im Vorfeld der Festung, die einem Belagerer das Anlegen von Laufgräben gegen die Werke unmöglich machen, mindestens aber erschweren sollten. Bis heute sind in den erhaltenen Flutpfeilern der Brücke, von denen später jeder zweite entfernt wurde, Versatzfalze zum Einlegen von Eichenbohlen zur Aufstauung des Wassers sichtbar. Auch die Abläufe zu den Gräben, durch die das Wasser in dieselben eingeleitet wurde, sind noch erhalten. |
96981618 | ||
| Kaserne Quartier Carnot (heute Haus der Vereine) | Badener Straße 9 (Karte) |
1920 Kaserne der Reichswehr, 1934 bis 1945 Panzerabwehr-Kaserne der Wehrnacht, 1945 bis 1999 französische Kaserne, bestehend aus:
Der Gebäudekomplex der Kaserne Carnot in Rastatt entstand mitten im Ersten Weltkrieg 1915, wobei die Baupläne wohl noch in die Vorkriegszeit zurückreichen. Die Gebäude sind mit ihrer einfachen und klaren Gestaltung sowie ihrer Kubatur charakteristische Beispiele für die Reformarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts, die sich auch auf den Kasernenbau auswirkte. Zeittypisch sind dabei Anlehnungen an spätbarocke und klassizistische Formen, die sich u. a. in Einzelheiten des Küchenbaus zeigen. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Kaserne unter dem Namen Carnot, benannt nach einem französischen Militär und Festungsingenieur der Napoleon-Zeit, noch lange Zeit französischen Truppen als Quartier. Der Baukomplex ist ein wichtiges Zeugnis für die Militär- und Garnisonsgeschichte Rastatts im 20. Jahrhundert. Dabei illustriert er auch die städtebauliche Entwicklung nach der sukzessiven Niederlegung der Festungswerke ab 1890. |
96981649 | ||
| Rohrersteg | Badstraße 1 a (Karte) |
Übergang mit zwei steinernen Pfeilern, Eisenkonstruktion, an der Stelle des am 24. Januar 1864 durch Eisgang zerstörten hölzernen Überganges, Vergabe für die Eisenteile an die Maschinenbaugesellschaft Carlsruhe, für die Fluss- und Widerlagerpfeiler an den Bauunternehmer Isidor Belzer, Pläne von Bezirksingenieur Barck von der Rastatter Bezirksbauinspektion, Fertigstellung 1866
Der sog. Rohrersteg ersetzte einen am 24. Januar 1864 durch Eisgang zerstörten hölzernen Überweg. Führte schon im 18. Jahrhundert an dieser Stelle eine Brücke über die Murg, so verweist sein Name auf eine hölzerne Deichsel („Röhre“), welche den Fluss über einen Vorgänger des heutigen Stegs überquerte. Als historische Wegverbindung ist der Fußgängerüberweg Bestandteil des historischen Verkehrswegenetzes. Mit dem anschaulich überlieferten Gitterträgerwerk besitzt er überdies für die Ingenieurstechnik und den damaligen Stand der Brückenbaukunst dokumentarischen Wert. |
96981587 | ||
| Brunnenhaus (heute Wohnhaus) | Badstraße 3 (Karte) |
Fünfeinhalbgeschossiger verputzter Massivbau (mit moderner Aufstockung), Gliederung durch Lisenen, im Erdgeschoss gebänderte Eckquaderung und dreibogige Arkade, errichtet nach Plänen des Hofbaumeisters Michael Ludwig Anton Rohrer zur Versorgung von Schlossgarten und Residenz als Fachwerkbau über massivem Erdgeschoss, 1700 (a), tlw. durch Mauerwerk ersetzt, Anfang 19. Jahrhundert (a), vollständig durch verputztes Mauerwerk ersetzt, 1858 (a)
Um die Wasserspiele des Hofgartens zum Laufen zu bringen, wurde ein entsprechend hoher Wasserdruck benötigt. Diesen erhielt man, indem man das Wasser in einem turmartigen Gebäude am südöstlichen Murgufer, dem Brunnenhaus, hinaufpumpte und von dort in die Tiefe fallen ließ. Leitungen über die Murg hinweg versorgten den Palast und die Gärten. Bauten dieser Art waren wichtig für die Infrastruktur der höfischen Lustgärten der Barockzeit, haben sich allerdings selten erhalten. In Baden steht außer dem Schwetzinger Wasserturm nur noch dieser Bau, der ursprünglich weitgehend in Fachwerk errichtet war und 1858 endgültig durch einen kompletten Massivbau ersetzt wurde. Er setzt bis heute einen markanten Akzent im Stadtbild und ist wichtiges Zeugnis der vormodernen Wasserversorgung des Schlosses und seiner Gärten. |
98410383 | ||
| Friedhof | Bahnhofsanlage 6 (Karte) |
Angelegt Ende 19. Jahrhundert, erweitert 1949/50 (a), bestehend aus:
Das Bevölkerungswachstum Rastatt erforderte im späteren 19. Jahrhundert die Anlage eines weiteren Friedhofs. Diese ist mit ihren Grabstätten und Ehrenmälern ein wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte im späten 19. und im 20. Jahrhundert. Unter den Grabmälern ragt das der Familie Niederbühl hervor, ist es doch als stilisiert dorischer Rundtempel gestaltet. Entworfen wurde das Grabmal von dem bedeutenden Karlsruher Architekten Josef R. Mallebrein (1868 bis 1915), der neben dem Architekten Hermann Billing zu den wichtigsten Vertretern des Jugendstils und der Reformarchitektur in Karlsruhe zählt. Mit der Erweiterung des Friedhofs 1949/509 erhielt dieser eine Friedhofskapelle mit angebauter Leichenhalle. Diese Kapelle ist ein Zentralbau in Tradition des römischen Pantheons, allerdings in den Formen der konservativen Ausrichtung der Moderne, wie sie in der unmittelbaren Nachkriegszeit noch vielerorts das Baugeschehen und die Architektur prägte. Deutlich knüpft der Rundbau mit den angesetzten Leichenhallen an Bauformen der 1920er- und 1930er-Jahre an. Das Innere wurde mit Engelsreliefs aus Majolika geziert. Eine Besonderheit stellt das Ehrenmal für die gefallenen Ukrainer dar. Während des Ersten Weltkriegs waren 1915 zahlreiche Ukrainer in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten - darunter viele Kosaken - und in Rastatt interniert. Nach dem Sturz des Zaren durch die Revolution von 1917 ließen sie sich für den Kampf gegen die Bolschewisten ausbilden und fochten 1918 bis 1922 für eine freie ukrainische Republik. Nach dem Scheitern des Unabhängigkeitskrieges kehrten viele als Exilanten nach Deutschland zurück. Das Denkmal erinnert an diese Episode der blutigen Geschichte im Osten Europas in den Jahren unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. |
96981894 | ||
| Gefallenendenkmal | Bahnhofstraße 2 (Karte) |
Stahlhelm auf gemauertem und unverputztem Granitsteinpostament mit großem kreisrunden Sockel, flankiert von Säulen mit Feuerschalen, Inschrift: „Den Gefallenen des 2. Badischen Feldartillerieregiments No 30 und seiner Kriegsformationen“, eingeweiht am 20. Mai 1934, Entwurf Prof. Hermann Göhler aus Karlsruhe (1874 bis 1959), bildhauerische Ausführung durch Michael Gaiser aus Rastatt
Das Kriegerdenkmal ist mit Postament und Stahlhelm sowie den flankierenden Feuerschalen in Form einer Ehrenmal-Anlage gestaltet und dokumentiert den in der Zeit des Nationalsozialismus propagierten Soldatenkult. Es ist ein aussagekräftiges und anschauliches Zeugnis der nationalistischen Denkmalgestaltung der 1930er-Jahre und Ausdruck der lokalen Erinnerungskultur. |
101915640 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Bahnhofstraße 30 (Karte) |
Viergeschossiger verputzter Massivbau mit Stuttgarter Dach, Zwerchhaus und reich verzierter Zwerchgiebel aus Sandsteinquadern, an Westseite Treppenhausrisalit mit Krüppelwalm, teils aufwendige Sandsteingliederungen, dreigeschossiger Sanderker mit Altan sowie zwei Balkone, Erdgeschoss mit jüngerem Ladeneinbau, im Inneren bauzeitliches Treppenhaus, Wohnungen mit historischen Türen, 1900 (a), Kriegsbeschädigungen
Das stattliche Gebäude dokumentiert das rasch einsetzende städtebauliche Wachstum Rastatts nach dem Beginn der Schleifung der Festungswerke ab 1890. Es ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern errichtet wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Spätgotik und deutschen Frührenaissance, die man allgemein als altdeutsch verstanden wissen wollte. Sie zeugt vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Rastatter Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte um 1900. |
96981896 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Bahnhofstraße 33 (Karte) |
Viergeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit einseitigem Halbwalm und zwei großen Zwerchhäusern, Putz- und Werksteingliederungen, u. a. gebänderte Lisenen, straßenseitig flache Rücklage mit zwei Balkonen, im Inneren bauzeitliche Ausstattungselemente, 1926 (a)
Das stattliche Gebäude in prägender Kopflage als Abschluss einer Hauszeile ist ein anschauliches Beispiel für den Wohn- und Geschäftsbau der 1920er-Jahre in Rastatt. Die Fassadengestaltung tradiert die Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und zitiert wie diese Elemente des Frühklassizismus der Zeit um 1800, die als Vorbildhaft galten für die Entwicklung einer zeitgemäßen Architektursprache. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte Rastatts. |
96981897 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Bahnhofstraße 35 (Karte) |
Viergeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit breitem Zwerchhaus, dieses mit Balustradenabschluss, Gliederung u. a. durch genutete Lisenen, Reliefdekor, Mittelachse mit Segensspruch und Christusfigur, 1926 (i)
Das reich und qualitätvoll gestaltete Zeilenhaus ist mit seiner an spätbarocke und frühklassizistische Vorbilder angelehnten Fassade charakteristisch für die konservative Strömung der Moderne im Rastatt der 1920er-Jahre und folgt dabei den von dem Karlsruher Architekten Friedrich Ostendorf vertretenen Idealen, wie sie die Reformarchitektur Badens seit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg prägten. Dabei wird hier wohl auch bewusst an die Bautraditionen des 18. Jahrhunderts in der Barockstadt Rastatt angeknüpft. Die katholische Prägung der Stadt wird in der Hausfigur Christi deutlich, der hier als Beschützer vor allen Unbilden auftritt. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Architektur- und Stadtbaugeschichte Rastatts in der Zwischenkriegszeit. |
96981898 | ||
| Zwei Wohn- und Geschäftshäuser | Bahnhofstraße 42, 44 (Karte) |
Dreigeschossige Backsteinbauten mit Sandsteingliederungen und Satteldächern, geschweifter Giebel mit Kugelaufsätzen, Balkone mit Maßwerkbalustraden, errichtet von den Bauunternehmern Eduard und Franz Degler, 1903/04 (a)
Das Doppelhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Spätgotik und Renaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts in den Jahren nach 1890, als die Stadt sich infolge der Schleifung der Festungswerke ausdehnen konnte. |
96981899 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Bahnhofstraße 46 (Karte) |
Dreigeschossiger, zweiflügeliger Backsteinbau in Ecklage mit Satteldächern, Satteldach mit Gauben, abgeschrägte Ecke mit Balkon, Turmaufbau zwischen Halbgiebeln, und umlaufendem Erker über Konsolen, reiche Sandsteingliederungen, Reliefs der Bauherren und Bauunternehmer, Inschrift „Diese Bauten stehen auf den Casematten der Bastion 26. Erbaut von den hiesigen Baumeistern Eduard u. Franz Degler. Unter der Regierung des Großherzogs Friedrich von Baden“, 1906 (a)
Das markante Eckhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Zeittypisch ist die späthistoristische Fassadengestaltung unter Verwendung von Motiven aus der Architektur der Spätgotik und Frührenaissance, die vom Kontrast zwischen reich gearbeiteten Werksteingliederungen und Backsteinflächen lebt und so vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens zeugt. Dabei zeigt das Haus einen besonders qualitätvollen und originellen Bauschmuck, zum einen in der städtebaulich charakteristischen Ecklösung, die hier durch einen ungemein auffälligen Erker auf Sandsteinkonsolen samt Turmaufbau betont ist, zum anderen durch den reichen skulpturalen Schmuck darunter. Denn hier erscheinen die beiden Baumeister nebst ihren Auftraggebern. Eine Bauinschrift dokumentiert dabei die Bedeutung des Hauses für die Geschichte der Stadtentwicklung nach Schleifung der Bundesfestung ab 1890, wurde es doch über den Kasematten der Bastion 26 der Ludwigsfeste errichtet. Das Gebäude, das zu den gestalterischen Höhepunkten späthistoristischen bürgerlichen Bauens in Rastatt zählt, ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981900 | ||
| Bahnhof Rastatt | Bahnhofstraße 56 (Karte) |
Empfangsgebäude langgestreckter, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mittel- und Seitenrisalite, reiche Sandsteingliederungen, im Erdgeschoss Rundbogenöffnungen, im Giebel des Mittelrisalits badischer Wappenschild, 1894 (a), Flügel zwischen Risaliten nach Kriegsbeschädigung 1945 aufgestockt; Perronhalle auf gusseisernen Kompositsäulen (Bahnsteigdach auf dem Hausbahnsteig an Gleis 1), 1894 (a)
Das langgestreckte Empfangsgebäude des Rastatter Bahnhofs ersetzte 1894 einen älteren Vorgänger, nachdem Rastatt 1844 einen Eisenbahnanschluss erhalten hatte. Damals lag der Bahnhof noch außerhalb der Stadt und der Festungswälle und war durch Außenforts gesichert, spielte die Bahn doch eine strategisch wichtige Rolle in den Überlegungen der die Bundesfestung planenden Militärs. Der Bahnhof war aus militärischen Gründen nur in Holz errichtet, so dass er im Kriegsfall rasch abgetragen werden konnte. Bedeutung gewann der Bahnanschluss durch den Bau der strategischen Bahn ins Elsass und der Murgtalbahn, so dass Rastatt zum Eisenbahnknotenpunkt wurde. Mit der Schleifung der Festungswerke ab 1890 bestand auch die Möglichkeit, den Bahnhof neu zu konzipieren und zu vergrößern. So entstand ein langgestreckter Baukörper mit drei unterschiedlich gestalteten Pavillons. Die Architektur wurde in zeittypischer Weise in Neurenaissanceformen gestaltet. Erst im Zuge des Wiederaufbaus nach Kriegsbeschädigung 1845 wurden die bis dahin nur eingeschossigen Verbindungsflügel zwischen den drei Pavillons um ein Halbgeschoss aufgestockt. Der Bahnhof samt dem überlieferten Perron, einer charakteristischen Gusseisenarchitektur des späten 19. Jahrhunderts, ist wichtiges Zeugnis der badischen Eisenbahn- und der Rastatter Stadt- und Verkehrsgeschichte. |
96981901 | ||
| Wegkreuz aus grauem Sandstein in mehreren Teilen | Berliner Ring (Karte) |
Korpus und Kreuzestitel von 1712 (i), Inschrift am Sockel: „Franciscus Riedle Burger und Steinhauer zu Reinau und Anna Maria (...) Fraw“, 1761 (i)
Das barocke Wegkreuz, dessen oberer Teil mit Korpus auf 1712 datiert ist, wurde offenbar unter Verwendung des älteren Teiles 1761 neu aufgestellt. Der Korpus verdeutlicht dabei die hohe Qualität der Bildhauerkunst im Umfeld der Residenzstadt Rastatt im 1. Viertel des 18. Jahrhunderts. Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in dieser traditionell überwiegend katholisch geprägten Gegend Badens. |
96981619 | ||
| Flanke 27 | Bahnhofstraße 26 b; Bismarckstraße 1, 1 a (Karte) |
Halbbastion mit Kaponniere im Süden der ehem. Ludwigsfeste, Festungswerk der Bundesfestung, im Zweiten Weltkrieg Luftschutzbunker (heute Fundament späterer Bauten), gewölbte Kasemattenanlage, um 1844 (a)
Die Flanke 27 bildete den südwestlichen Eckpunkt der Ludwigsfeste (Fort B) der Bundesfestung Rastatt und diente der Deckung des Karlsruher Tores, des Grabens in Richtung Murr und des Oberen Anschlusses südlich davon. Eine vorgesetzte Kaponniere - Streichwehr, - sicherte ihrerseits die Front der Halbbastion. Erhalten geblieben sind die bombensicher gewölbten Kasematten der Anlage. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen in den 1820e-Jahren ab 1842 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrhein. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet und veraltet war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die erhaltenen Kasematten der Flanke 27 sind wichtiges Zeugnis der Festungsbaukunst am Ende der Vormoderne, kurz vor den einschneidenden Veränderungen in der Waffen- und Belagerungstechnik infolge der Hochindustrialisierung. Sie dokumentieren die komplex aufgebauten Festungswerke und haben wichtige Bedeutung für die Bau- und Funktionsgeschichte der Bundesfestung Rastatt wie auch die Entwicklungen in der Fortifikationsarchitektur der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
98820025 | ||
| Karlsruher Tor | Bismarckstraße 2 (Karte) |
Eines von zwei Haupttoren der Bundesfestung als Durchlass der Landstraße Frankfurt-Basel, Torbau in hellem Sandstein mit Gliederungen in Rotsandstein, dreiachsiger triumphbogenartiger Aufbau, mittiges Segmentbogentor, seitlich Fußgängerpforten, Gliederung durch Polygonallisenen, Abschluss durch Zinnenkranz über Rundbogenfries und zinnenbekrönte Polygonaltürmchen, über den seitlichen Durchgängen Wappentafeln mit doppelköpfigen Reichsadlern, erbaut um 1844 bis 1848
Das Karlsruher Tor bildete eines von zwei Haupttoren der Bundesfestung Rastatt und war mit seiner triumphbogenartigen Gestaltung das aufwendigste Tor im Festungswall. Die Architektur ist dem romantischen Klassizismus verpflichtet, Zinnenkränze, Ecktürmchen, gotisierende Formen und ein Rundbogenfries assoziieren mittelalterliche Burgbauten und sind ein charakteristisches Gestaltungselement des Festungsbaus um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Bemerkenswert sind die Wappentafeln, welche als Hoheitszeichen des Deutschen Bundes - er war Bauherr und Inhaber der Festung - den doppelköpfigen Adler zeigen. Das Tor ist ein wichtiges bauliches Zeugnis der Bundesfestung und ein anspruchsvolles Beispiel für die Militärarchitektur der 1840er-Jahre. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1852 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. |
96981582 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Bleichstraße 6 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit geschweiftem breitem, voluten- und maskengeziertem Zwerchgiebel, Erdgeschoss mit Bossenquadern und geschweiften Tür- und Fensterstürzen, 1906 (a)
Das Zeilenhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der nach der Schleifung der Festungswerke ab 1890 rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Das Gebäude fällt durch seine originelle und qualitätvolle Gestaltung in seinerzeit hochmodernen Jugendstilformen auf, die sich besonders am Giebel und der Gestaltung des Erdgeschosses zeigen. Sie zeugen vom Gestaltungsanspruch der bürgerlichen Bauherrschaft an das Gebäude. Es hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im frühen 20. Jahrhundert |
96981903 | ||
| Wegkreuz mit Engelsköpfchen | Buchenstraße 3 (Karte) |
Sandstein, wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in dieser traditionell katholisch geprägten Gegend Badens. |
98838445 | ||
| Villa | Carl-Friedrich-Straße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger roter Sandsteinbau mit Walm- und Satteldach, Veranda in hellem Sandstein und Fachwerk, reich geschmückter Ziergiebel, Erker mit farbig glasiertem Dach und Gliederungselemente in hellem Sandstein, ornamental gesetzte schmiedeeiserne Maueranker, in Wetterfahne bezeichnet, 1891
Das stattliche Gebäude ist mit seiner reichen und aufwendigen, detailverliebten Gestaltung ein charakteristisches Zeugnis für die Architektur des späten Historismus in den 1890er-Jahren. Zeittypisch ist dabei die Verwendung von Formen der deutschen Renaissance und die Polychromie des Baumaterials, das hier vom Kontrast zwischen den roten Sandsteinflächen und den reichen Gliederungselementen in hellem Sandstein lebt. Die Villa veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Belle Epoque und den Repräsentationsanspruch einer vermögenden Bauherrschaft. Es ist ein wichtiges Zeugnis für die Höhe der Baukultur zu Ende des 19. Jahrhunderts und die Rastatter Haus- und Stadtbaugeschichte. |
96981904 | ||
| Offizierskasino des Füsilier-Regiments Nr. 40 | Carl-Friedrich-Straße 10 (Karte) |
Seit 1930 Herz-Jesu-Kirche im Dörfel, kath. Filialkirche und Franziskanerkloster (heute Hauptstelle Caritas-Verband Rastatt), eingeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit hohem Dachreiter unter Zwiebelhaube mit Laterne, zweigeschossiger Mittelrisalit mit Frontispiz, bossierter Sockel, genutete Ecklisenen, mittiges aufgesprengtes Portal mit ionischen Säulen, seitlich Vorzeichen mit geschweiftem Giebel, Freitreppe und ionischen Säulen, im Inneren gewölbter Kirchensaal mit Orgelempore, drei Deckengemälde von Joseph Wagenbrenner, Rastatt, zwei barocke Altäre aus Kloster Schwarzach, 18. Jahrhundert, Hochaltar von Robert Mathäi, errichtet um 1910, Umbau zur Kirche 1929/30 (a)
Das stattliche, palaisartige Gebäude bildete ursprünglich das Offizierskasino für die Kaserne des preußischen Füsilier-Regiments „Fürst Karl-Anton von Hohenzollern“ Nr. 40, das 1910 bis 1919 in Rastatt stationiert war. Entsprechend der Funktion als Speisesaal und Gesellschaftshaus der Offiziere ist das Gebäude als barockes Landhaus entworfen mit Anklängen an Herrenhäuser, wie man sie u. a. im 18. Jahrhundert in Brandenburg fand. Damit ist es charakteristisch für die Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert, die bevorzugt auf Vorbilder aus Spätbarock und frühem Klassizismus zurückgriff. Nach der Demobilisierung des Regiments 1919 im Zuge der im Versailler Vertrag festgelegten Entmilitarisierung der Rheinzone verlor das Gebäude seine ursprüngliche Funktion. Zehn Jahre später wurde es vom Kirchbauverein erworben, der Zum Ziel hatte, eine seit 1894 im Dörfel geplante Kirche endlich zu verwirklichen. Bis 1930 wurde der Speise- und Festsaal der Offiziere zum neubarocken Kirchenraum umgebaut, daneben wurden Räumlichkeiten für einen kleinen Franziskanerkonvent geschaffen, welcher die Seelsorge und Betreuung an der neuen Kirche übernahm. Mit der barockisierenden Ausstattung wurde einerseits an den Charakter des Gebäudes, andererseits an die Tradition barocker Kirchenausstattungen in Rastatt angeknüpft. Zur Ausstattung wurden zwei Barockaltäre aus Kloster Schwarzach als Seitenaltäre aufgestellt, denen stilistisch der neue Hochaltar angeglichen wurde. Das Deckengewölbe erhielt drei Gemälde. Die Herz-Jesu-Kirche, seit dem Neubau der Herz-Jesu-Kirche im Münchfeld 1986 katholische Filialkirche der Gemeinde, ist damit ein anschauliches und bemerkenswertes Beispiel der Umwandlung eines Profanbaus in einen Sakralraum infolge historischer Zeitumstände. Die Herz-Jesu-Kirche ist einerseits ein wichtiges Zeugnis der Garnison- und Militärgeschichte Rastatts, andererseits auch für die katholische Kirchengeschichte sowie das lange Nachleben neubarocker Kirchenausstattung in den 1920er-Jahren. |
96981905 | ||
| Wohnhaus | Carl-Friedrich-Straße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, überkragendes Mansardwalmdach mit Gauben, bossierter Werksteinsockel, genutete Ecklisenen, sonst Gliederung durch flache Lisenen, rückseitig flacher Treppenhausrisalit, kleiner, übergiebelter Eingangsvorbau mit Rundbogenportal zwischen genuteten Lisenen, 1914 (a)
Das stattliche freistehende Gebäude greift seiner barockisierenden Gestaltung offenbar bewusst die Architektur des 18. Jahrhunderts in Rastatt auf. Damit ist es charakteristisch für die Reformarchitektur, die aus der Tradition eine moderne, eigenständige Architektursprache zu entwickeln suchte. Das Gebäude dürfte im Zusammenhang mit der Funktion Rastatts als Garnisonsstandort entstanden sein. Es ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981906 | ||
| Villa Niederbühl mit Garten | Carl-Friedrich-Straße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mezzanin sowie Walm- und Satteldach, Treppenturm mit Belvedere unter flachem Pyramidendach, Loggia mit Serliana und hölzernem, beschnitztem Verandaaufbau, Balkon, reiche Fassadengliederung, u. a. durch Nutungen, Ecklisenen, Fensterfassungen, errichtet für den Großhandelskaufmann Adolf Niederbühl, 1896 (i, a)
Das stattliche Anwesen ist ein Musterbeispiel für eine großbürgerliche Unternehmervilla des späten 19. Jahrhunderts. Stilistisch greift sie in eklektizistischer Weise Motive aus Renaissance und Barock auf. Der Treppenturm mit Belvedere ist dabei offenbar vom Berliner Villenbau des späten Klassizismus inspiriert, der seinerseits auf Vorbilder toskanischer Villenbauten zurückgriff. Errichtet wurde der anspruchsvolle und gestalterisch qualitätvolle Villenbau für den Großkaufmann Adolf Niederbühl (1857 bis 1922). Niederbühl war badischer Hoflieferant, belieferte als gelernter Metzger die Rastatter Kasernen mit Bedarfsartikeln für die Soldaten und deren Ausrüstung und machte damit viel Geld. Er selbst engagierte sich in vielfältiger Weise - auch lokalpolitisch - für Rastatt. Mit dem Villenbau im Dörfel brachte der aus dem Handwerkerstand kommende Unternehmer seinen gesellschaftlichen und finanziellen Aufstieg deutlich zum Ausdruck. Die Villa ist damit nicht nur ein charakteristisches Zeugnis für den gehobenen bürgerlichen Wohnbau der wilhelminischen Kaiserzeit, sondern auch für die Stadt-, Sozialgeschichte Rastatts. |
96981907 | ||
| Wohnhaus | Carl-Schurz-Straße 27 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, überkragendes Mansard-Halbwalmdach mit Gauben, mittig großer Zwerchhauserker mit runden Ecktürmchen, bossierter Sandsteinsockel, Beletagefenster mit Kartuschenbekrönungen, 1907 (a)
Das stattliche Mehrfamilienhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der nach Niederlegung der Festungswerke ab 1890 rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Die einfachen Putzfassaden, hauptsächlich ausgezeichnet durch die wuchtige Kubatur des Mittelteils mit den beiden Erkertürmen, ist mit ihrer Gestaltung charakteristisch für die Strömungen der Reformarchitektur und Stilbewegung im frühen 20. Jahrhundert in Abkehr vom späten Historismus. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts. |
96982052 | ||
| Wohnhaus | Dreherstraße 6 (Karte) |
Urspr. Modellhaus, traufständiger, zweigeschossiger Massivbau, Satteldach mit Gauben, seitlich angeordnete Toreinfahrt und Satteldach, im Kern Fachwerk, frühes 18. Jahrhundert, Umbaumaßnahmen durch Werkmeister Bernhard Biesdorf, Rastatt, Fassade, Obergeschoss neu aufgemauert, Zwillingsfenster über der Toreinfahrt, stichbogige Rahmung der Toreinfahrt, Holztor mit vergitterten Glasfenstern, das Traufgesims mit Zahnschnittfries, 1896 (a)
Das Gebäude ist mit seinem Kern charakteristisch für die Modellhäuser, die in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts im Zuge des Ausbaus Rastatts zur baden-badischen Residenzstadt errichtet wurden. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte Rastatt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Viele dieser Häuser wurden später, wie auch in diesem Fall, aus Gründen der Baufälligkeit, aber auch, um mehr Platz zu gewinnen und sich neuen Architekturmoden anzupassen, umgestaltet. Das Zeilenhaus ist ein Beispiel der für dieses Stadtquartier typischen Bauentwicklung und dokumentiert Wohn- und Lebensverhältnisse des Kleinbürgertums im 18. und 19. Jahrhundert. |
96981909 | ||
| Wohnhaus | Dreherstraße 8 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, mittig breites Zwerchhaus unter geschwungenem Giebel, seitlich angeordnete Toreinfahrt, vier Balkone mit ornamentalen schmiedeeisernen Geländern, Schlosserwerkstatt im Hof, erbaut nach Entwurf von Architekt Lettermann für Mathias Groß, Schlossermeister, 1906 (a)
Das Gebäude entstand 1906 nach einem Entwurf des Architekten Lettermann für den Schlossermeister Mathias Groß an der Stelle einer Scheuer und eines Stallgebäudes. Im Erdgeschoss befinden sich eine Wohnung, die Toreinfahrt und im Hof die Schlosserwerkstatt, in den drei oberen Etagen jeweils zwei Wohnungen. Lettermanns Entwurf wurde in etwas vereinfachter Form ausgeführt. Die Gestaltung des eisernen Einfahrtstores und der vier Balkongitter ist ein Beleg für die Qualität der Schlosserwerkstatt und ihres Meisters. Architekt und Handwerker haben hier eines der eindrucksvollsten Jugendstilhäuser in Rastatt geschaffen. Es ist Zeugnis der Stadtbauentwicklung im frühen 20. Jahrhundert. als tlw. innerstädtisch die älteren kleinen Modellhäuser durch großzügige Neubauten ersetzt wurden. |
96981910 | ||
| Wohnhaus | Dreherstraße 14 (Karte) |
Traufständiger zweigeschossiger verputzter Fachwerk- und Massivbau mit Satteldach, 1. Hälfte 18. Jahrhundert, Umbau Ende 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Bebauung aus der Stadtgründungszeit nach 1698. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Oftmals wurden diese Gebäude später aus- und umgebaut, so auch in diesem Fall. Das einstige Modellhaus ist damit wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte Rastatts. |
96981915 | ||
| Wohnhaus | Dreherstraße 23 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massiv- und Fachwerkbau mit Satteldach, seitliche Torfahrt, kleiner Ladeneinbau, im Kern frühes 18. Jahrhundert, Umbau Ende 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Bebauung aus der Stadtgründungszeit nach 1698. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Oftmals wurden diese Gebäude später aus- und umgebaut, so auch in diesem Fall. Das einstige Modellhaus ist damit wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte Rastatts. |
96981911 | ||
| Wohnhaus | Dreherstraße 25 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Fachwerk- und Massivbau mit Satteldach, seitlich angeordnete Toreinfahrt, 1. Viertel 18. Jahrhundert, Umbau in ein Steinhaus, wohl Ende 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit und der Torfahrt charakteristisch für die Bebauung aus der Stadtgründungszeit nach 1698. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Oftmals wurden diese Gebäude später aus- und umgebaut, so auch in diesem Fall. Das einstige Modellhaus ist damit wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte Rastatts. |
96981918 | ||
| Wohnhaus | Dreherstraße 27 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau in Kopflage, Satteldach mit Aufschiebling, kleiner Ladeneinbau, von Maurermeister Bauer anstelle von Ökonomiegebäuden errichtet, 1838 (a)
Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der weitgehend traufständigen historischen Bebauung in der Dreherstraße und folgt noch dem im 18. Jahrhundert üblichen Typus. In einer zeitgenössischen Quelle wird das 1838 errichtete Handwerkerhaus sogar als „modellmäßig“ bezeichnet, obwohl es sich von den klassischen barockzeitlichen Modellhäusern in der Innenstadt durch eine einfachere Gestaltung unterscheidet. Es veranschaulicht biedermeierliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981912 | ||
| Fassade eines zweigeschossigen | Engelstraße 1 (Karte) |
Massives Wohnhaus mit genuteter, korbbogiger Toreinfahrt, Satteldach, traufständig, im Erdgeschoss zum Teil vermauerter Ladeneinbau, wahrscheinlich errichtet 1. Hälfte 18. Jahrhundert, Umbaumaßnahmen mit Ersetzen der hölzernen Kreuzstöcke durch steinerne, Ladeneinbau, Anbringung des Zahnschnittfrieses als Traufgesims, Putzgliederung der Fassade usw., letztes Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts
Das Haus wurde modellhaft als charakteristisches Rastatter Handwerkerhaus im Bereich der geplanten Residenzstadt errichtet. Bei den baulichen Eingriffen im späten 19. Jahrhundert wurde dem barocken Erscheinungsbild des Hauses vollauf Rechnung getragen. Die Fassade dokumentiert den barocken und nachbarocken Bautyp der Rastatter Handwerker - bzw. Geschäftshäuser, wie er in diesem Stadtquartier zwischen Innenstadt und Georgenvorstadt seit der Stadtgründung 200 Jahre lang verbindlich war. Sie ist Zeugnis der Stadtbau- und Architekturgeschichte Rastatts |
96981919 | ||
| Wohnhaus | Engelstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau in Ecklage mit seitlicher Toreinfahrt, Walmdach, Erdgeschoss zur Dreherstraße massiv, sonst Fachwerkbau, zur Dreherstraße unregelmäßige Anordnung der Fensterachsen, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Eckgebäude wird bereits 1813 in der heutigen Form beschrieben und ist wohl eines der Häuser dieses Stadtquartiers, die von der Umbauphase im späten 19. Jahrhundert nicht betroffen waren und somit die barocke Bausubstanz weitgehend bewahrt haben. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Bürger in der badischen Residenzstadt und ist Zeugnis der Stadt- und Siedlungsgeschichte. |
96981920 | ||
| Wohnhaus mit Torfahrt | Engelstraße 3 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Traufgesims mit Zahnschnittfries, seitlich angeordnete Torfahrt, im Kern 1. Hälfte 18. Jahrhundert, massiver Umbau des Fachwerkhauses durch Baumeister Bernhard Biesdorf aus Rastatt, 1895 (a)
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit und der seitlichen Torfahrt charakteristisch für das Bauen im 18. Jahrhundert in Rastatt. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Wie so oft wurde auch dieses Haus im späten 19. Jahrhundert modernisiert und das Fachwerk teils durch Massivwände ersetzt. das Gebäude ist damit ein anschauliches Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981913 | ||
| Knabenschule | Engelstraße 4 (Karte) |
Heute Hansjakob-Schule, dreiflügeliger, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit reicher Werksteingliederung, Walm- und Halbwalmdächer, asymmetrisch angeordneter Volutengiebel und seitlicher halbrunder Standerker mit Welscher Haube, aufwendig gestaltetes Hauptportal mit Rocailleschmuck, Vasenaufsätzen und maskengezierter Inschriftkartusche, 1906 bis 1908 (i)
Der stattliche mehrflügelige Bau entstand zu Anfang des 20. Jahrhunderts als Knabenschule und zeigt eine aufwendige Gestaltung in Formen des Neubarock, die den Repräsentationsanspruch der Kommune an die Bauaufgabe Schulhaus in der wilhelminischen Kaiserzeit veranschaulicht. Mit der Stilwahl knüpfte man zugleich an die einheimische Tradition der barocken Residenzstadt an. Das große Schulhaus ist damit ein wichtiges Zeugnis der Schul- und Stadtgeschichte Rastatts. |
96981925 | ||
| Wohnhaus | Engelstraße 5 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, seitliche Toreinfahrt, Mitte 18. Jahrhundert, Umbau in Massivbauweise wohl im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit und der seitlichen Torfahrt charakteristisch für das Bauen im 18. Jahrhundert in Rastatt. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Wie so oft wurde auch dieses Haus wie so viele in dem Stadtquartier zwischen Innenstadt und Georgenvorstadt wohl im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts umgebaut. Dabei fand aber keine Veränderung des Bautyps des barocken Rastatter Handwerkerhauses statt und das Fachwerk wurde lediglich teils durch Massivwände ersetzt. Das Gebäude ist damit ein anschauliches Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981921 | ||
| Wohnhaus | Engelstraße 7 (Karte) |
Mit Fassade, Dachstuhl und Kubatur überliefert, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und Toreinfahrt, als zweigeschossiges Fachwerkhaus erbaut, 1739 (a), in einer Quelle von 1864 als halb steinernes Fachwerkhaus bezeichnet, An- bzw. Umbauten in Massivbauweise von 1800 (a) und 1838 (a)
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit und der seitlichen Torfahrt charakteristisch für das Bauen im 18. Jahrhundert in Rastatt. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. An- bzw. Umbauten in Massivbauweise 1800 und 1838 zeitigten die Angleichung der Fensterrahmen in beiden Geschossen. Das Gebäude ist damit ein anschauliches Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981922 | ||
| Wohnhaus | Engelstraße 9 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und seitlicher Toreinfahrt und Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk verputzt, als zweigeschossiges Fachwerkhaus erbaut, 1. Hälfte 18. Jahrhundert, Umbau des Erdgeschosses in Massivbauweise wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert, bauliche Veränderungen nach Plänen des jüngeren Biesdorf, Architekt aus Rastatt, 1914 (a)
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit und der seitlichen Torfahrt charakteristisch für das Bauen im 18. Jahrhundert in Rastatt. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Haus wurde wohl noch in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts modernisiert und das Fachwerk teils durch Massivwände ersetzt, da das Haus bereits 1864 in den Einschätzungsverzeichnissen der Feuerversicherung als bestehend aus „halb Stein, halb Steinriegel“ bezeichnet wird. Der erneute Umbau 1914 hat den Bautyp des barockzeitlichen Rastatter Handwerkerhauses nicht verändert. Das Gebäude ist damit ein anschauliches Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981923 | ||
| Wohnhaus | Engelstraße 13 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Komplex über U-förmigem Grundriss, wohl 1. Hälfte 18. Jahrhundert, Umbau des Obergeschosses in Massivbauweise, um 1900
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für das Bauen im 18. Jahrhundert in Rastatt. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Rückwärtige seitliche Anbauten aus der Entstehungszeit machen das Anwesen zu einer U-förmigen Hofanlage. Ursprünglich war, wie aus einer Gebäudebeschreibung 1813 hervorgeht, nur das Erdgeschoss massiv. Wie so oft wurde auch dieses Haus im späten 19. Jahrhundert modernisiert und das Obergeschossfachwerk teils durch Massivwände ersetzt. Das Gebäude ist damit ein anschauliches Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981924 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Engelstraße 21 (Karte) |
Traufständiges Zeilenhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Dachausbau und geschweiftem Giebel, reicher Dekor im Obergeschoss, Balkon, Erdgeschoss-Rustika (teils durch Ladeneinbau zerstört), um 1870/80, Aufstockung im Dach, um 1910
Das Gebäude, das in der Gründerzeit entstanden ist, ersetzte wohl einen älteren Vorgänger und tradiert die für die barocke Stadtanlage charakteristische Zeilenbauweise von zweigeschossigen, traufständigen Gebäuden. Es wurde um 1910 zur Gewinnung weiteren Wohnraums in der damals prosperierenden jungen Industriestadt nochmals aufgestockt. Das Haus veranschaulicht damit Rastatter Stadtbaugeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert. |
96981927 | ||
| Wohnhaus (heute Marienhaus) | Engelstraße 23 (Karte) |
Mission der Erzdiözese Freiburg, zweigeschossiges traufständiges Zeilenhaus aus Backstein, Satteldach, Werksteinzierglieder, kleiner Mittelbalkon, um 1880
Das Gebäude tradiert mit seiner Zweigeschossigkeit und Traufständigkeit die seit der Barockzeit übliche Zeilenbauweise Rastatts. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse im späteren 19. Jahrhundert und ist mit seiner Fassadengestaltung charakteristisch für einfachere Wohnbauten des späten Historismus. Das Gebäude hat darüber hinaus stadtbaugeschichtliche Bedeutung. |
96981928 | ||
| St. Vincentiushaus | Engelstraße 25 (Karte) |
Schwesternheim der Vinzentinerinnen (heute Sozialstation St. Elisabeth), zweigeschossiges traufständiges Zeilenhaus mit Satteldach, Backsteinbau mit Werksteingliederung, Traufe von Holzkonsolen getragen, flacher Seitenrisalit mit Torfahrt, über dieser Madonnenfigur in Spitzbogennische, innen kleine Kapelle, um 1890
Das Gebäude tradiert mit seiner Kubatur und als Torfahrthaus die traufständige, zweigeschossige Zeilenbebauung der Barockzeit. Es setzt mit der Madonnenfigur einen auffallenden Akzent innerhalb der Wohnbebauung und ist so als Sonderbau gekennzeichnet. Das Gebäude diente als Schwesternhaus der Vinzentinerinnen, weshalb es auch eine Hauskapelle birgt. Äußerlich unterscheidet es sich ansonsten in der Gestaltung nicht von den üblichen Formen kleinstädtischer Architektur des späten Historismus in de 1890er-Jahren, die geprägt ist durch die Kontrastierung von Backsteinflächen mit sorgfältig gearbeiteten Werksteinelementen. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbau- und Kirchengeschichte Rastatts. |
96981929 | ||
| Wohnhaus (heute Geschäftsstelle des DRK) | Engelstraße 29 (Karte) |
Dreiflügelanlage, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Fenster und Türen in einfachen Rechteckgewänden aus Sandstein, frühes 18. Jahrhundert
Das große, dreiflügelige Gebäude ist als Teil der traufständigen, zweigeschossigen Bebauung in der Engelstraße charakteristisch für die frühen Wohnbauten in der Residenzstadt Rastatt. Es dürfte in deren Gründungszeit gehören. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte. |
96981931 | ||
| Zeughaus und Jagdzeughaus | Engelstraße 31 (Karte) |
Dann Militärspital, ab 1766 Sitz der Maria Viktoria-Stiftung, Armenhaus und Erziehungsheim für Waisenmädchen, ab 1835 unter Leitung der Kongregation der Schwestern vom Guten Hirten Erziehungsheim für Mädchen (heute Polizei und Wasserwirtschaftsamt), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit dreigeschossigem Mittelrisalit, Mansardwalmdach und polygonalem Dachreiter unter Zwiebelhaube, Gliederung durch genutete Ecklisenen bzw. am Risalit genutete korinthische Pilaster, im Giebeldreieck Okulus in Kartusche, erbaut wohl unter Markgraf Ludwig Georg Simpert, zwischen 1737 und 1761, Umbauten und Erweiterung 1776 (a)
Rastatt wurde durch den Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden als Residenzstadt konzipiert. Folglich wurden hier auch Soldaten in Garnison gelegt und ein zentrales Zeughaus für die Aufbewahrung von Waffen und Kriegsgerät, aber auch für Jagdutensilien errichtet. Dieses dürfte allerdings erst unter Ludwig Wilhelms Sohn und Nachfolger, Ludwig Georg Simpert (1702 bis 1761) errichtet worden sein, der aufgrund seiner großen Leidenschaft für die Jagd als Ausübung dieses landesherrlichen Hoheitsrechtes im Volksmund nur der „Jägerlouis“ genannt wurde. Der große barocke Bau erhebt sich unweit des Residenzschlosses. Er ist ein charakteristischer Zweckbau des 18. Jahrhunderts. Die fromme Markgräfin Maria Viktoria Pauline (1714 bis 1793), Gemahlin des letzten regierenden Markgrafen von Baden-Baden, der ohne männliche Nachkommen verstarb, vermachte einen Großteil ihres Vermögens einer von ihr gestifteten Schule für Waisenmädchen, zu deren Aufenthalt sie das bisherige Zeughaus bestimmte. Dieses musste für die Zwecke des Instituts erweitert werden und dürfte damals sowohl den mit korinthischen Eckpilastern gezierten Mittelteil wie auch das Glockentürmchen erhalten haben. Ab 1835 befand sich im Gebäude eine Erziehungsanstalt für Mädchen der Schwestern vom Guten Hirten, das hier bis 1968 betrieben wurde. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis für die Infrastruktur der barocken Residenzstadt, den Jagdstaat der Markgrafen sowie die Militärgeschichte Rastatts. Als über 200jährige katholisch geprägte Erziehungsanstalt ist das Gebäude überdies von Bedeutung für die kirchliche Bildungs- und Fürsorgegeschichte in der Markgrafschaft bzw. dem Großherzogtum Baden. |
96981932 | ||
| Wöchnerinnenheim (heute Krankenpflegeschule) | Engelstraße 37 (Karte) |
Zweiflügeliger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Pilastergliederung im Obergeschoss, aufgemalte Rustika im Erdgeschoss, 1825 (a)
Der Baukomplex ist mit seiner strengen Fassadengestaltung charakteristisch für den Klassizismus im Großherzogtum Baden unter dem Einfluss der Schule des Baumeisters Friedrich Weinbrenner in Karlsruhe. Er diente als Wöchnerinnenheim, d. h. als Aufenthalt für Gebärende, und ist damit nicht nur ein Zeugnis der Stadtbau-, sondern auch der Fürsorge und Medizingeschichte Rastatts in der Zeit des Biedermeier. |
96981933 | ||
| Villa mit Garten | Flößerbachweg 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling, Zwerchgiebel mit Bogenfenster, polygonaler Standerker mit genuteten Ecken und Balkonaustritt, erbaut nach Plänen von Prof. Winter aus Karlsruhe-Rüppurr, 1913/14 (a)
Das Gebäude ist mit seiner Kubatur und den einfachen Putzfassaden ein charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert in bewusster Abkehr vom späten Historismus. Vorbildhaft wirkten dabei sowohl tradierte einheimische Bauformen wie auch Stilformen der Zeit um 1800. Beides zeigt sich jeweils in der Dachform wie auch im Bogenfenster des Zwerchgiebels. Das Gebäude veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der wilhelminischen Kaiserzeit und ist Zeugnis der Stadtbauentwicklung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. |
96981934 | ||
| Wohnhaus mit früherem Betsaal der Adventistengemeinde (rückwärtiger Teil des Rossihauses) | Fortunatstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, Zweiflügelanlage, einseitig abgewalmtes Satteldach, Hofmauer mit Torpfeilern, um 1700
Das Gebäude zählt zu den frühen Wohnbauten in der unter Markgraf Ludwig Wilhelm neu gegründeten Residenzstadt Rastatt. Mit seiner Zweigeschossigkeit ist es charakteristisch für die Wohnbebauung im Umfeld des Schlosses an einer der drei wichtigen Straßen des die Grundstruktur der Stadtanlage bestimmenden patte d'oie - Krähenfußes - der als Dreistrahl vom Ehrenhof des Schlosses ausgeht. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Beamtenschaft und des besser situierten Bürgertums in Rastatt und ist Zeugnis der Architektur- und Stadtbaugeschichte. |
96981937 | ||
| Reduit der Lünette 42 (heute Musikschule) | Franz-Philipp-Straße 14 (Karte) |
Teil des Verschanzten Lagers der Bundesfestung Rastatt, eingeschossiger, kasemattierter Bau aus Werksteinquadern mit Erdabdeckung über hufeisenförmigem Grundriss, Gewehrscharten, Entlastungsbögen, Tür- und Fensteröffnungen mit Segmentbögen, 1854 (a)
Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1852 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Als Teil der Festung war ein sog. Verschanztes Lager geplant, ein durch vorgeschobene Forts gedeckter Bereich, innerhalb dessen ein Armeekorps des Bundesheeres hätte kampieren können. Tatsächlich wurde diese Anlage aber nur in Teilen ausgeführt. Die Lünette 42 war Teil dieser Befestigungen im nördlichen Vorfeld der Festung. Sie sollte feindliche Angreifer und ihre Belagerungsbatterien auf Abstand von der Hauptumfassung halten und diese zu einer zeitintensiven eigenen Belagerung zwingen. Als bombensicher gewölbter Rückzugsort für die Besatzung bei Beschuss und als Kaserne diente innerhalb der als Erdwerk ausgeführten Lünette ein sog. Reduit, das in zeittypischer Weise über bogenförmigen Grundriss errichtet wurde. Es blieb nach dem Verkauf an Privathand als einziger Teil des Außenforts stehen und ist ein charakteristisches und wichtiges Zeugnis der sog. neudeutschen Festungsbaukunst vor den einschneidenden Veränderungen im Festungsbau infolge der industriellen Revolution und einer damit rasant veränderten Waffentechnik. Das Reduit dokumentiert darüber hinaus die enorme Ausdehnung der Werke weit ins Vorfeld der Bundesfestung und ist Zeugnis der Festungsanlage und ihrer Baugeschichte. |
96981940 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Friedrich-Ebert-Straße 8 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben, Fenster in Werksteingewänden mit Sohlbänken auf Konsolen, seitlich angeordnete Torfahrt, um 1890 (moderner Ladeneinbau)
Das Gebäude tradiert mit seiner Traufständigkeit, der Torfahrt und der Zweigeschossigkeit die ältere, frühneuzeitliche Bebauung der barocken Residenzstadt. Das Wohn- und Geschäftshaus, das eine für seine Entstehungszeit charakteristische späthistoristische Gestaltung aufweist, ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981942 | ||
| Gasthof Hohenzollern | Friedrich-Ebert-Straße 14 (Karte) |
Wohnhaus mit Gastwirtschaft, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, ornamentierter Konsoltraufgesims, im Giebelspitz Kreuzfenster, um 1870
Das Gebäude in Kopflage markiert den früheren Abschluss der Friedrich-Ebert-Straße in Richtung der Kasernen vor der Leopoldsfeste. In Rastatt existierten im 19. Jahrhundert zahlreiche Gasthäuser, fand sich doch in der Garnison eine zahlungskräftige, vielköpfige Kundschaft. Der Name des Gasthofs verweist dabei auf die enge Bindung Badens an Preußen nach der gescheiterten Revolution von 1848/49 und besonders nach dem Deutsch-französischen Krieg 1870/71. Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für die Bebauung der Rastatter Innenstadt und ist Zeugnis der Stadtbau- wie auch der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. |
96981945 | ||
| Gasthaus Zum Schweizer Hof | Friedrich-Ebert-Straße 17 (Karte) |
Wohnhaus mit Gastwirtschaft, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, seitlich angeordnete Torfahrt, Südgiebel mit Metall-Verschindelung, frühes 19. Jahrhundert, Saalanbau in Sichtfachwerk mit flach geneigtem Pultdach, Backsteinausfachungen sowie Querflügel, dreigeschossiger verputzter Massivbau, um 1890
Der Schweizer Hof ist einer von zahlreichen Gasthöfe, die gerade im 19. Jahrhundert in Rastatt entstanden, nachdem die Stadt als Festung Standort einer vielköpfigen Garnison geworden war. Der alte Kernbau ist mit seiner Zweigeschossigkeit, Traufständigkeit sowie der Torfahrt charakteristisch für die Wohnbebauung der Innenstadt, welche die barockzeitliche Modellhausbebauung bis ins 19. Jahrhundert tradierte. Später wurde das Gasthaus um einen hohen Seitenflügel erweitert und erhielt im Zwickel zwischen Alt- und Neubau einen auf den Wirtsgarten ausgerichteten verandaartigen Saalanbau in zeittypisch späthistoristischem Zierfachwerk. Der Baukomplex veranschaulicht so einen großen innerstädtischen Gasthof und dessen Bauentwicklung im Lauf des 19. Jahrhunderts. Er ist Zeugnis der Stadtbau- sowie der Wirtschafts- und Sozialgeschichte. |
96981946 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Friedrich-Ebert-Straße 18 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Konsoltraufgesims, Obergeschossfenster mit Sohlbänken auf kleinen Konsolen, nach 1857, wohl um 1870
Das Gebäude tradiert in seiner Zweigeschossigkeit und Traufständigkeit die traditionelle Innenstadtbebauung Rastatts in die Gründerzeit. Es entstand wohl in den 1870er-Jahren, als die Ludwig-Vorstadt innerhalb der Festungswälle in Richtung der Kasernen vor der Leopoldsfeste erweitert wurde. Es ist damit Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981947 | ||
| Leopoldskaserne | Lützowerstraße 7, 9 (Karte) |
Zwei nebeneinander errichtete Kasernenbauten der Bundesfestung auf der Nordseite des Exerzierplatzes vor der einstigen Leopoldsfeste, dreigeschossige verputzter Massivbauten mit Kniestock, flach geneigtes Walmdach, Mittelrisalite mit Aittkazonen, Gliederung durch Lisenen und Schmuckbänder, in den Attiken badische Wappen mit Trophäen und Großherzogskrone, Eingänge und Fenster mit Segmentbögen, Fenster zu Dreiergruppen zusammengefasst, rückseitige Hofeinfriedungen mit Toren, errichtet unter Leitung von Karl Joseph Berckmüller nach Entwurf von Friedrich Arnold, 1842 bis 1848 (a)
Die beiden jeweils dreiflügeligen Trakte der Leopoldskaserne, benannt nach dem 1830 bis 1852 regierenden Großherzog, begrenzen die Nordseite des weiten Leopoldplatzes vor der einstigen Kehlkaserne der Leopoldsfeste (vgl. Leopoldplatz 13-17), der bis heute von Militärbauten aus der Zeit der Bundesfestung umstanden wird und quasi die Esplanade und den Exerzierplatz vor der als Zitadelle gedachten Leopoldsfeste bildete. Die beiden gleichartigen Bauten mit durch Attikazonen überhöhten Mittelrisaliten wurden von dem badischen Baumeister Friedrich Arnold (1786 bis 1854) entworfen, einem Schüler Weinbrenners, und von Karl Joseph Berckmüller (100 bis 1879), ebenfalls einem Weinbrenner-Schüler und 1845 bis 1863 badischer Militärbaumeister, 1844 bis 1848 zu Ende geführt. In ihrer Strenge sind die beiden Bauten noch dem Klassizismus verpflichtet, doch die Details wie die so charakteristischen Segmentbogenfenster folgen bereits jenen Vorstellungen, wie sie Weinbrenners Schüler Heinrich Hübsch propagierte und wie sie die badische Architektur um die Mitte des 19. Jahrhunderts prägten. Die beiden Kasernen sind anschaulich überlieferte Beispiele des Kasernenbaus im Baden der Vormärzzeit und haben wichtige Bedeutung für die Infrastruktur sowie die Geschichte der Garnison und Bundesfestung Rastatt. Sie dokumentieren dabei das weite Spektrum der badischen Baubeamten, die auch als Militärbaumeister tätig wurden. |
96982083 | ||
| Gasthaus Dörfler-Schenke | Friedrich-Ebert-Straße 25 (Karte) |
Wohnhaus in Ecklage mit Gastwirtschaft, zweigeschossiger verputzter Massivbau, abgewalmtes Satteldach mit Gauben, abgeschrägte Ecke mit Balkon, reiche Werksteingliederungen, 1900 (a)
Das markante Eckhaus war eine von vielen Gasthäusern, welche das Bild der Garnisonstadt Rastatt im 19. Jahrhundert prägten. Es tradiert zwar mit seiner Zweigeschossigkeit die charakteristische Rastatter Innenstadtbebauung der Frühen Neuzeit, zeigt aber im Vergleich zu seiner Umgebung die zeittypisch reiche Architektursprache des späten Historismus in Neurenaissanceformen. Ebenso typisch ist die Abschrägung der Hausecke, die städtebaulich durch einen Balkon hervorgehoben ist. Das Gebäude dokumentiert dabei den Ausbau der Ludwig-Vorstadt nach Süden auf die Kasernen im Vorfeld der Leopoldsfeste zu und ist Zeugnis der Stadtbau- wie auch der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. |
96981948 | ||
| Doppelwohnhaus | Friedrichring 1, 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Seitenrisalite mit geschweiften Zwerchgiebeln und Balkonen, bossierter Werksteinsockel, teils figürlicher Bauschmuck, 1904 (a)
Die Auflassung und Schleifung der Festungswerke um Rastatt ab 1890 ermöglichte großzügige städtebauliche Erweiterungen und die Ablage neuer Straßenzüge und Quartiere, die einher gingen mit der nun verspätet einsetzenden Industrialisierung und einem damit in Verbindung stehenden Zuzug von außerhalb. So entstand auch der Friedrich-Ring im Areal der früheren Stadtumwallung. Das Doppelhaus Nr. 1/3 dokumentiert die Bebauung der Straße im frühen 20. Jahrhundert. Mit seinen Bauformen steht es am Übergang vom späten Historismus zur Reformarchitektur und zum Jugendstil. Erstere zeigt sich in den Putzfassaden, letzterer in den Details wie den weich gerundeten Schweifgiebeln und deren Maskendekor. Dabei ist das Doppelhaus ein charakteristisches Beispiel für den spekulativen Wohn- und Geschäftsbau der wilhelminischen Kaiserzeit, wie er von Bürgern und Bauunternehmern in der rasch wachsenden Stadt erstellt wurde. Das Gebäude hat damit Aussagekraft für die Architektur-, Stadtbau- und Sozialgeschichte im frühen 20. Jahrhundert. |
96981949 | ||
| Wohnhaus | Friedrichring 5 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walm- und Krüppelwalmdach, mittig flacher Erker über breitem Bogen mit Zwerchhaus und Balkon, seitlich Eingangsrisalit, bossierter Sandsteinsockel sowie Werkstein- und Putzgliederungen, 1905 (a)
Die Auflassung und Schleifung der Festungswerke um Rastatt ab 1890 ermöglichte großzügige städtebauliche Erweiterungen und die Ablage neuer Straßenzüge und Quartiere, die einher gingen mit der nun verspätet einsetzenden Industrialisierung und einem damit in Verbindung stehenden Zuzug von außerhalb. Das Gebäude Nr. 5 dokumentiert diese Entwicklung. Es ist mit seiner Fassade beispielhaft für die Einflüsse der Reformarchitektur wie auch des streng geometrischen Jugendstils Darmstädter und Karlsruher Prägung auf die Rastatter Architektur im frühen 20. Jahrhundert. |
96981950 | ||
| Ausstellungsgebäude für Möbel der Fa. Trefzger (heute Gastronomie und Wohnhaus) | Friedrichring 9/1 (Karte) |
Eingeschossiger, langgestreckter verputzter Massivbau mit Walmdach, flacher Mittelrisalit mit Zwerchhaus, Bogenfenster und eingezogenem dorischem Säulenportikus, Gliederung durch Putzlisenen, um 1910/20
Das Gebäude diente als Ausstellungsraum der Möbelfirma Trefzger. Mit seiner an Vorbilder Weinbrenners angelehnten neuklassizistischen Architektur folgt es der 1908 von Paul Mebes in seinem Buch „Um 1800“ propagierten Wiederentdeckung des frühen Klassizismus sowohl in der Architektur wie der Innenausstattung. Dies traf den Nerv der Zeit, suchte doch gerade die Reformarchitektur die Anknüpfung an die Formen des Klassizismus. Das Gebäude bot damit den adäquaten Rahmen für ein seinerzeit modernes Möbelhaus. Es ein wichtiges Zeugnis der Rastatter Wirtschafts-, Architektur- und Stadtbaugeschichte und dokumentiert nicht zuletzt die rasche Aufsiedlung in den seit 1890 geschleiften Festungsarealen. |
96981951 | ||
| Gasthaus Zum Hasenwäldele | Gartenstraße 10 a (Karte) |
Wohnhaus mit Gastwirtschaft, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Aufschiebling und Gaubengruppe, schmalseitig Portalvorbau zwischen zwei polygonalen Standerkern, Portaldekoration mit Hasenfiguren und -reliefs, Giebel mit Wetterdach, kassettierte Trauf- und Ortgangplattengesimse, 1926 (a)
Das Gebäude ist mit seiner Kubatur und den Fensterläden ein charakteristisches Beispiel für die Tradierung der Reformarchitektur in der konservativen, vom Heimatschutzgedanken geprägten Richtung der Moderne zwischen den beiden Weltkriegen. Originell zeigt sich die Eingangsgestaltung zur Wirtsstube an der Schmalseite über einen kleinen Vorbau mit barockisierendem Portal. Nicht nur wird der Portalgiebel von Konsolen in Form sich aufrichtender Hasen getragen, sondern er zeigt auch ein Relief, das auf den Namen des Gasthauses anspielt - nämlich Hasen im Wald. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte wie auch als altes Traditionsgaststätte der Wirtshaus- und Freizeitkultur in der Zeit der Weimarer Republik. |
96981953 | ||
| Jüdischer Friedhof | Gerwigstraße 1 (Karte) |
Ummauerter Friedhof mit Grabsteinen, 1881 bis 1939, belegt bis 1978, Mahnmahl (Gedenkstein) mit den Namen der Opfer des des Nationalsozialismus
Der jüdische Friedhof befindet sich im Osten Rastatts außerhalb der Kernstadt. Wurden die Toten der jüdischen Gemeinde zunächst in Kuppenheim beigesetzt, so bekam die Gemeinde 1881 einen eigenen Friedhof in Rastatt, der bis 1939 belegt wurde. Die Anlage ist mit ihren Grabmalen eine zentrale Quelle für die Geschichte der jüdischen Familien und ihrer Kultur in Rastatt vor ihrer Vernichtung im Dritten Reich. |
96951118 | ||
| Wohnhaus | Herrenstraße 3 (Karte) |
Traufständiges Zeilenhaus, dreieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Mitteilteil im 3. Obergeschoss als flacher, übergiebelter Risalit ausgebildet, dreiachsige Balkone, seitliche Torfahrt mit Rundbogen, Fenster in Ohrengewänden, im Mittelteil Dreiergruppe mit Festons im Brüstungsfeld, im Giebel hochovaler, festongezierter Okulus, 1908 (a)
Das große, traufständige Gebäude ist mit seiner Anlehnung an die Formensprache des späten 18. Jahrhunderts ein charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts, die gerne auf Vorbilder des Spätbarock und Frühklassizismus zurückgriff. Es dokumentiert dabei die teilweise Ersetzung der älteren, barocken Bausubstanz durch neue, höhere Bauten in der Innenstadt, wobei in diesem Fall der Typus des Torfahrthauses beibehalten wurde. Das Gebäude ist damit Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981955 | ||
| Hotel Schwert | Herrenstraße 3 a (Karte) |
Wohn- und Hotelgebäude, drei- und viergeschossiger, dreiflügeliger Massivbau, Mansardwalm-, Sattel- und Mansard-Halbwalmdächer mit Hauben und Zwerchhaus, hohe Traufkehle, Putzfassaden mit Werkstein- und Putzgliederungen sowie zahlreichen Balkonen, rustiziertes Erdgeschoss, 1912 (a)
Der große Baukomplex, der sich von der Herren- entlang der Rappenstraße erstreckt, ist mit seiner Gestaltung ein anschauliches Beispiel für die Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Diese griff bevorzugt auf Formen des Spätbarock und Frühklassizismus sowie einheimischer Bautraditionen zurück, wie der Hotelbau verdeutlicht. Charakteristisch für Hotelgebäude der Zeit sind die zahlreichen Balkone. Das Gebäude dokumentiert den innerstädtischen Ausbau Rastatts, als einige Modellhäuser der Barockzeit durch größere Bauten ersetzt wurden. Es ist als traditionsreiches Hotel wichtiges Zeugnis der Bau- und Stadtgeschichte Rastatts. |
96981956 | ||
| Gasthaus Friedrichshof | Herrenstraße 4 (Karte) |
Dreigeschossiges, traufständiges Gastwirtschafts- und Wohngebäude, verputzter Massivbau, Satteldach mit Gauben und geschweiftem Zwerchgiebel, Putz- und Werksteingliederungen, zwei rustizierte Eingangsportale, ehem. Gaststube mit ornamentierten Gusseisensäulen, bauzeitliches Treppenhaus, 1909 (a)
Das große Gebäude hebt sich mit seinen Dimensionen deutlich von der umgebenden älteren Bebauung ab. Es dokumentiert die teilweise Ersetzung der barockzeitlichen Modellhäuser durch größere Gebäude seit dem späten 19. Jahrhundert. Das Gebäude steht am Übergang vom späten Historismus zur Reform- und Jugendstilarchitektur, wie die Putzfassade mit dem zurückhaltenden Dekor ausweist. Einzelne Motive wie die Masken, welche die Lisenen im 2. Obergeschoss tragen, sind deutlich vom Jugendstil beeinflusst. Das einstige Gast- und Wohnhaus Friedrichshof, benannt nach dem seinerzeit äußerst populären badischen Großherzog Friedrich, ist Zeugnis der Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte Rastatts im frühen 20. Jahrhundert. |
96981957 | ||
| Wohn- und Geschäftshäuser | Herrenstraße 2, 5, 6, 8, 9, 10; Poststraße 9 (Karte) |
Zweigeschossige verputzte Bauten mit Sattel- und Walmdächern, Toreinfahrten in Herrenstraße 5, 6, 8, 9 und 10, Poststraße 9 mit anschaulich überliefertem Hinterhaus und Zwerchhaus, Herrenstraße 8 datiert 1742 (d), Herrenstraße 10 datiert 1744 (d), die übrigen Häuser wohl etwa zeitgleich
Die Gebäude sind mit ihrer Traufständigkeit, der Zweigeschossigkeit und den seitlich Torfahrten charakteristisch für das Bauen im 18. Jahrhundert in Rastatt. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Die Gebäude entlang der Querachse zwischen dem Schloss und dem zentralen Straßenmarkt veranschaulichen Wohn- und Lebensverhältnisse von Hof- und Staatsbeamten sowie Stadtbürgern in der Barockzeit. Sie sind wichtige Zeugnisse der Stadtbaugeschichte Rastatts im 18. Jahrhundert. |
96981954 | ||
| Vogelsches Haus | Herrenstraße 11 (Karte) |
Kavaliershaus bzw. Adelspalais, seit 1895 Stadtmuseum und Stadtarchiv, Pendant zu Herrenstraße 13, zweigeschossige Dreiflügelanlage, verputzter Massivbau mit Walmdach, straßen- und hofseitig je ein Zwerchhaus mit Volutenschmuck und Rundbogenfenster, flache rustizierter Mittelrisalit, Eckpilaster und Stockwerksgurt, Portikus mit korinthischen Säulen und Balkon, rückseitig weiteres Bogenportal, darüber Wappenkartusche, Innenhof mit zweiseitigen Erdgeschossarkaden, darüber offener Umgang, erbaut nach Entwürfen von Domenico Egidio Rossi, 1704 (d), 1705 (a)
Das stattliche Anwesen bildet das bauliche Pendant zum Haus Herrenstraße 13 und erhebt sich unmittelbar gegenüber dem Schloss. Es zählt zu den frühen Wohnbauten der Stadtgründung Rastatt und diente als Kavalierhaus, d. h. zur Unterbringung adeligen Hofpersonals. Der Bau wurde nach Entwurf des Architekten Domenico Egidio Rossi (1659 bis 1715) errichtet, der auch Schloss und Stadtplan Rastatts entworfen hatte. Die Hauptfassade zum Schloss hin zeigt einen streng axialen Aufbau. Die korinthischen Säulen verweisen entsprechend der barockzeitlichen Architekturregeln auf die Bestimmung als adelige Wohnung. Das Gebäude zählt zu den herausragenden Wohnbauten des Barock und ist ein wichtiges Werk im Schaffen des italienischen Baumeisters. Es hat zentrale Bedeutung für die barocke Stadtanlage und ist Zeugnis der Baugeschichte der Residenzstadt. |
96981958 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Herrenstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger verputzter Bau, Satteldach mit Zwerchhaus und profiliertem Traufgesims, seitlich angeordnete Torfahrt, Ladenfront mit korinthischen Pfeilern, im Kern wohl 18. Jahrhundert, Ladeneinbau und Umbau Ende 19. Jahrhundert.
Das Gebäude dürfte im Kern aus der Barockzeit stammen und ist als traufständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Torfahrt charakteristisch für die Bebauung in der Herrenstraße. Im späteren 19. Jahrhundert wurde die Fassade umgestaltet und das Haus erhielt ein großes Ladengeschäft mit einer zeittypisch aufwendigen späthistoristischen Gestaltung in Neurenaissanceformen. Es dokumentiert damit die Rastatter Stadtbaugeschichte. |
98837491 | ||
| Rossi-Haus | Fortunatstraße; Herrenstraße 13 (Karte) |
Kavaliershaus (seit 2018 Bürgerforum), 1700 bis 1707 Wohnsitz des Architekten Egidio Domenico Rossi, Pendant zu Herrenstraße 11, vierflügelige Anlage, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Vorderhaus mit großem, dreiachsigem Zwerchhaus, dreiachsiger, flacher und rustizierter Mittelrisalit, korinthische Eckpilaster und umlaufendes Gurtband, teils Eckquaderung, Portikus mit korinthischen Säulen und Balkon, hohe Beletagefenster mit Kopfgesimsen, Arkadenhof, im Inneren Stuckdecken und Parkettböden, Vorderhaus errichtet nach Entwurf Rossis, 1700 (d), erweitert um Winkelbau, 1705 (d), Dachwerk aufgeweitet 1794 (d), Dachwerk über südwestlichem Flügelbau und westlichem Abschlussgebäude errichtet für Obereinnehmer Fischer, 1833 (d)
Das Rossi-Haus entstand ab 1700 im Rahmen des von dem Hofarchitekten Domenico Egidio Rossi (1659 bis 1715) durchgeführten repräsentativen Schlossneubaus und der Anlage der neuen Residenzstadt Rastatt. Das Rossi-Haus wurde als Kavaliersgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zum Residenzschloss errichtet. Es wurde zu einem der vornehmsten privaten Wohngebäude der Stadt. Es diente bis 1707 als Wohnsitz des Hofbaumeisters Rossi und seiner Familie. Das Gebäude bildet das Pendant zum Palais Herrenstraße 11 und ist wie dieses mit seiner Hauptschauseite auf das Residenzschloss bezogen. Es nimmt damit eine wichtige Stellung innerhalb der barocken Stadtanlage ein. Bis heute ist ein Gutteil der bauzeitlichen repräsentativen Ausstattung der Haupträume zur Herrenstraße mit wertvollen barocken Stuckarbeiten sowie einem eindrucksvollen Parkettboden überliefert. Das Rossi-Haus gehört mit seiner Architektur und Ausstattung zu den wichtigsten baukünstlerischen Zeugnissen der süddeutschen Barockarchitektur. Es dokumentiert eindrücklich die barocke Stadtplanung und Gründungszeit Rastatts im frühen 18. Jahrhundert sowie das Schaffen des aus Italien gebürtigen Hofbaumeisters, der Rastatt und die höfische Architektur des Hochbarock in Baden maßgeblich prägte. Nicht zuletzt hat das Anwesen als Erinnerungsort bürgerlicher Identität auch in stadtgeschichtlicher Hinsicht wichtige Bedeutung. |
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| Hofapotheke | Herrenstraße 14 (Karte) |
Zweigeschossiger, traufständiger Backsteinbau mit flach geneigtem Satteldach, Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und Segmentbogenarkaturen, genutete Ecklisenen sowie Kranzgesims und Zierfries, seitliche Torfahrt mit Segmentbogen, Entwurf wahrscheinlich von Heinrich Hübsch, wohl 1846
Die einstige Hofapotheke in der Herrenstraße bildet das wichtigste und qualitätvollste Beispiel des romantischen Klassizismus in Rastatt. Der Entwurf des Gebäudes dürfte von keinem Geringeren als dem badischen Baumeister Heinrich Hübsch (1789 bis 1863) stammen, einem Schüler Weinbrenners, der den von diesem maßgeblich geprägten nüchternen badischen Klassizismus überwinden und durch eine eigenständige Architektursprache zu ersetzen suchte, welche sich u. a. an Vorbildern der italienischen Frührenaissance, der Romanik und der byzantinischen Baukunst zu orientiert. Gleichwohl blieben Hübschs Bauten vom strengen Raster und den Proportionsverhältnissen des Klassizismus bestimmt. Charakteristisch für das Werk des Architekten sind die gestelzten Segmentbogenarkaden, wie sie hier den Mittelrisalit zieren. Das Gebäude, wohl 1846 entstanden, ist wichtiges Zeugnis bürgerlichen Wohn- und Geschäftsbaus der Biedermeierzeit in Rastatt und der Stadtbaugeschichte. Als historische Apotheke hat das Anwesen darüber hinaus Bedeutung für die Stadt- und Gewerbegeschichte. |
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| Klosterkirche der Franziskaner Zur Unbefleckten Empfängnis Mariä | Herrenstraße 17 (Karte) |
Seit 1807 ev. Pfarrkirche, massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Chor, Satteldach mit Dachreiter unter Welscher Haube, dreiachsige Westfassade mit Lisenengliederung, Portal mit geschweiftem Sprenggiebel, im Inneren flache Tonnengewölbe mit Stichkappen korinthische Pilastergliederung mit umlaufendem Gebälk, über dem Triumphbogen Allianzwappen Baden/Sachsen-Lauenburg, auf Chornordseite Emporen, errichtet nach Entwurf der Hofbaumeister Domenico Egidio Rossi und Lorenzo di Sale, 1702 bis 1714 (a)
Das Gotteshaus wurde ursprünglich als Kirche des Franziskanerklosters errichtet. Dies erklärt - entsprechend des Armtsgebotes des Ordens - auch die äußerliche Nüchternheit des barocken Kirchengebäudes. Das Innere allerdings zeigt mit den korinthischen Pilastern im Langhaus und Chor eine der vornehmsten Säulenordnungen, der dem Patrozinium der Kirche angemessen war. Geweiht war sie nämlich ursprünglich der Unbefleckten Empfängnis Mariä. Begonnen wurde der Bau 1702, wohl noch nach dem Entwurf des damaligen Hofbaumeisters Domenico Egidio Rossi (1659 bis 1715), der nach seiner Entlassung 1707 durch seinen Graubündner Palier Lorenzo di Sale (o. a. Lorenzo Sala, gest. wohl 1716) abgelöst wurde. Nach dem von letzterem abgeänderten Plänen Rossis wurde der den Bau bis 1714 zu Ende geführt. Die Wappen über dem Chorbogen verweisen auf die landesherrliche Stiftung durch Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden und seine fromme Gemahlin Augusta Sibylla von Sachsen-Lauenburg. Zwei Jahre nach der Aufhebung des Franziskanerkonvents wurde die Kirche 1807 der neu entstandenen evangelischen Gemeinde als Pfarrkirche überlassen. So ist das Gebäude nicht nur ein bemerkenswertes und wichtiges Zeugnis des barocken Sakralbaus im Werk Rossis und Sales, der Rastatter Residenzbaugeschichte und der frommen Stiftungen des Markgrafenpaares, sondern auch der Konfessionsgeschichte Rastatts nach der Säkularisation. |
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| Franziskanerkloster | Herrenstraße 19 (Karte) |
Ab 1806 Amtshaus, später Landratsamt (heute Pestalozzischule), zweigeschossiger verputzter Dreiflügelanlage, Eingänge in profilierten Gewänden mit Kopfgesimsen über Volutenkonsolen, errichtet von Lorenzo di Sale nach Plänen von Domenico Egidio Rossi, 1702 bis 1717 (a)
Der Baukomplex im Anschluss an die heutige ev. Pfarrkirche (Herrenstraße 17) bildete bis 1805 das Rastatter Franziskanerkloster. Nach dessen Aufhebung zog hier das Bezirksamt ein, das später vom Landratsamt abgelöst wurde. Der Dreiflügelbau ist mit seiner einfach gehaltenen Architektur charakteristisch für die barocken Konventbauten des Bettelordens der Franziskaner. Er wurde von Markgraf Wilhelm Ludwig und seiner frommen Gemahlin Augusta Sibylla von Sachsen-Lauenburg gestiftet, um die Seelsorge wie auch die Stärkung des katholischen Glaubens in der neu gegründeten Residenzstadt zu gewährleisten. Entworfen wurde der Komplex von Hofbaumeister Domenico Egidio Rossi (1659 bis 1715) und nach dessen Entlassung durch dessen bisherigen Mitarbeiter Lorenzo di Sale (o. a. Lorenzo Sala, gest. 1716) zu Ende geführt. Er ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte sowie der barockzeitlichen Stadtplanung Rastatts im frühen 18. Jahrhundert. Mit seinen späteren Nutzungsänderungen ist er überdies von Bedeutung für die Verwaltungsgeschichte Badens. |
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| Zollamt | Herrenstraße 22 (Karte) |
Zweigeschossiges Bürohaus mit Lagerhalle, dreiflügeliger verputzter Massivbau mit Walmdach, Gliederung durch Lisenen und Stockwerksgesims, Fenster in profilierten Ohrengewänden, Hauseingang in Ohrengewände mit bekrönender Kartusche unter geschweiftem Kopfgesims, 1907/08 (a)
Das Gebäude des einstigen Zollamts besetzt eine städtebaulich wichtige Ecke im unmittelbaren Schlossumfeld und ist ein anschauliches und qualitätvolles Beispiel für den wissenschaftlichen Historismus des frühen 20. Jahrhunderts, der Bauten schuf, die exakt die Stilelemente der ausgewählten Epoche entsprechen. Das Zollamt sollte sich so möglichst unauffällig, und zugleich als repräsentativer Bau in die Struktur der barocken Gründungsstadt bzw. des Schlossumfeldes einfügen. Das tut es mit der Zweigeschossigkeit und einer barockisierenden Fassadengestaltung, die mit den profilierten Ohrengewänden, der Lisenengliederung und einem aufwendigen Eingangsportal den hervorgehobenen Bauten der Rastatter Gründungszeit entspricht und somit zugleich jenen Repräsentationscharakter erhielt, wie er für einen öffentlichen Bau zu Anfang des 20. Jahrhunderts erwünscht war. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte wie auch für den staatlichen Verwaltungsbau im Großherzogtum Baden in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. |
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| Kath. Kirche St. Bernhardus | Herrenstraße 34 (Karte) |
Bis 1764 Pfarrkirche St. Alexander und St. Jakobus, massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor aus dem 15. Jahrhundert, ins Langhaus eingezogener Frontturm mit seitlichen Volutengiebeln sowie achteckigem Glockengeschoss, Langhaus mit bemalter Decke über hoher Voute, Westempore, Chor mit ornamental ausgemaltem Rippengewölbe, hier Wandmalereien, u. a. Barbara-Legende, um 1470 und Anf. 16. Jahrhundert, Hochaltar Mitte 18. Jahrhundert, Chorbau 15. Jahrhundert, Langhaus und Fassadengestaltung 1770/71 (a), Ausmalung von Kirchenmaler Josef Wagenbrenner, 1908 (a);
Friedhof mit historischen Grabsteinen (heute als Sammlung an der Außenseite des Chors), belegt bis 1829 (a), u. a. Grabstein bzw. Epitaph für die früh verstorbenen Kinder des württembergischen Hauptmanns Christian Wilhelm Faber du Faur und seiner Frau Margarethe von Hierlinger, 1819 (i) Die erhöht gelegene katholische Bernharduskirche war bis zur Weihe der Stadtkirche 1764 unter dem Patrozinium St. Alexander und St. Jakobus der alte Mittelpunkt der seit dem Mittelalter bestehenden Pfarrei. Erstmals erwähnt ist die Kirche, die den geistlichen Mittelpunkt des alten Dorfes Rastatt bildete, 1207. Sie ist das älteste überlieferte Gebäude im Areal der Innenstadt und verweist auf die Zeit vor der barocken Stadtgründung, die anstelle des älteren, 1689 durch die Franzosen niedergebrannten Dorfes Rastatt unter Markgraf Ludwig Wilhelm im Jahr 1700 erfolgte. Ursprünglich zum Abbruch bestimmt, wurde die Kirche schließlich doch 1770/71 mit dem Patrozinium des 1769 selig gesprochenen Markgrafen Bernhard II. erneuert und erhielt dabei ihre barocke Fassade. 1908 wurde das Langhaus durch den renommierten Kirchenmaler Josef Wagenbrenner (1880 bis 1953) in qualitätvollen Neubarockformen neu ausgestattet. Im kreuzrippengewölbten Chor als ältestem Teil des Gotteshauses haben sich Ausmalungen der Zeit um 1470 und des frühen 16. Jahrhunderts erhalten, welche wichtige Zeugnisse der spätgotischen Kunst im Stadtgebiet Rastatts darstellen und einen anschaulichen Eindruck von der Ausgestaltung spätmittelalterlicher Sakralräume vermitteln. Der umgebende, bis 1829 belegte und genutzte Friedhof ist der älteste Begräbnisplatz Rastatts. Hier finden sich zahlreiche historische Grabsteine, die heute als Sammlung an der Außenseite des Chores aufgestellt sind. Dazu gehört auch ein Grabmal für die früh verstorbenen Kinder des Hauptmanns Christian Wilhelm Faber du Faur (1780 bis 1857) und seiner Frau Margarethe, geb. von Hierlinger. Der erfahrene württembergische Militär und Militärmaler Faber du Faur war ein Mitglied der Lokalkommission für die Bundesfestung Rastatt und noch in den 1840er-Jahren an der Umsetzung der Pläne beteiligt. Die Bernharduskirche ist damit eines der herausragenden Zeugnisse der Stadt-, Siedlungs- und Kirchengeschichte Rastatts. Mit ihrem Patrozinium ist sie zudem ein Denkmal des katholischen Zweiges der Markgrafen von Baden. |
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| Wohnhaus für Bahnbedienstete | Im Steingerüst 31 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und Stockwerkgesims, zugehöriger hölzerner Ökonomieanbau und Garten, in einem Okulus bezeichnet, bauzeitliche Ausstattungselemente, 1895 (i)
Das Gebäude veranschaulicht die Wohn- und Lebensverhältnisse badischer Bahnbediensteter zu Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist mit seiner verhältnismäßig einfachen Gestaltung charakteristisch für solche Gebäude der Eisenbahn. Es dokumentiert die Bedeutung des Eisenbahnknotenpunktes Rastatt, insbesondere nach Schleifung der Festung bzw. dem Ausbau des Bahnnetzes in Richtung Elsass. Das Anwesen ist daher ein wichtiges Zeugnis der Eisenbahn- und Stadtgeschichte. |
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| Ehem. Waggonfabrik Rastatt | Werkstraße 2 (Karte) |
Begründet 1897, später Eisenbahnausbesserungswerk, heute Firma BWR Waggonreparatur GmbH, ursprünglicher Bestand durch Kriegsschäden und Brand vermindert (Sachgesamtheit), zugehörige Gebäude:
Nr. 1: Verwaltungsgebäude, um 1920 Nr. 15: Blechnerei, südliche Außenwand, um 1897 Nr. 20: Kesselhaus, um 1897 Nr. 24: Wagonreparaturhalle, um 1897 Nr. 25: Stahlbau, Großteilelager, Holzlager, um 1897 Nr. 27: Zentrallager Nr. 28: Stahlzuschneiderei, um 1897 Nr. 32 Altes Pförtnerhaus, heute Waggonwaage und Raum für Betriebsrat Die „Waggonfabrik A.G. Rastatt“ wurde 1897 mit dem Firmensitz in Rastatt gegründet. Das Werk wurde nach den damals modernsten technischen Erkenntnissen ausschließlich für den Bau von Eisenbahn- und Straßenbahnwagen errichtet. Von vornherein wurde eine Ausdehnungsfähigkeit eingeplant und ermöglichte deshalb Erweiterungsbauten, die die Anlage funktional ergänzen und ihre Kapazität sukzessive steigern konnten. So wurde die um 1897 vollendete Anlage 1922 noch durch ein neues, zweckmäßig-modernes Verwaltungsgebäude mit Konstruktionsbüro ergänzt. Die Wagonfabrik ist aus technik- und bauhistorischen sowie heimatgeschichtlichen Gründen bedeutsam und bewahrenswert. |
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| Schwimmstadion (heute Freibad Natura) | Jahnallee (Karte) |
Errichtet nach Plänen des Rastatter Stadtbaumeisters Haas, eröffnet am 15. Mai 1938, im Zweiten Weltkrieg Gaststätte schwer beschädigt, und in den 1950er-Jahren wieder errichtet, im Osten des Grundstücks ein zusätzliches Sportschwimmbecken angelegt, 1960 (a), bestehend aus:
Freibäder waren eine neue Bauaufgabe, die sich seit den 1920er-Jahren im damaligen Deutschen Reich verbreiteten. Sie kamen der Erholungssuche der Industriestädter nach Bewegung, Licht und Lift nach. Das Sonnenbaden wurde seinerzeit entdeckt. Die Rastatter Anlage entstand 1938, in einer Zeit, die unter dem Nationalsozialismus einem ideologisch bedingten Körperkult huldigte. Die weite Parkanlage des Schwimmbades ist dabei ein anschauliches und qualitätvolles Zeugnis für die Frei- und Grünflächengestaltung der 1920er, ebenso sind die einfach gehaltenen Funktionsbauten wie die Umkleidekabinen charakteristisch für die Entstehungszeit. Hochmodern waren seinerzeit Anlagen wie die Wasserrutsche in Betonbauweise, die bis heute in elegantem Parabelschwung ins Becken mündet und einen markanten Akzent innerhalb der Badeanlage setzt. Das Schwimmbad ist wichtiges Zeugnis der Freizeit- und Badekultur im 2. Viertel des 20. Jahrhunderts und von stadtbau- wie sportgeschichtlicher Bedeutung. |
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| Gewerbekanal | Gewerbekanal; Gewerbekanal / Mühlkanal; Muggensturm / Baden-Baden; Schachtelbach (Karte) |
Gewerbe-, Hochwasserentlastungs- und Flößerkanal, bei Oberndorf aus der Murg abgezweigt, über Kuppenheim nach Rastatt wieder in die Murg geführt, Kanalverlauf mit Böschungen, Dämmen und Kanaleinfassungen aus Sandsteinmauerwerk, zugehörige Stege und Wehre; im Bereich der Kaserne Joffre Spuren einer Brücke zur früheren Bastion 30 der Bundesfestung; Abzweig zum Schachtelbach; Fußgängersteg am Murgdamm, angelegt ab 1826 (a), ab 1836 (a) in Betrieb
Der Gewerbekanal ist ein wichtiges Zeugnis der Wasserbau- und Wirtschaftsgeschichte Rastatts und seiner Umgebung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er wurde noch vor dem Bau der Bundesfestung angelegt und 1836 in Betrieb genommen und diente als Gewerbe-, Hochwasserentlastungs- und Flößerkanal. Mit dem Festungsbau wurde der Kanal in die Werke einbezogen und über den nassen Graben über einen Damm durch den Wall hinweg geführt. Gleichzeitig versorgte er nun auch die nassen Gräben. Der Kanal zweigt bei Oberndorf aus der Murg ab, durchfließt Kuppenheim und mündet in Rastatt wieder in die Murg. Er betreibt bei Kuppenheim und in Rastatt ein Elektrizitätswerk. |
104114254 | ||
| Kraftwerkgebäude mit Wohnung | Josefstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau über dem Gewerbekanal, Mansard-Halbwalmdach mit Gauben und großem, spitzgiebeligem Zwerchhaus, übergiebelter zweigeschossiger Mittelrisalit, Gliederung durch Lisenen, Fenster mit Ohrengewänden, Ein- und Durchlassöffnungen für das Kanalwasser, 1926 (a)
Das Gebäude ist mit seiner barockisierenden Architektur charakteristisch für das konservative Bauen der 1920er-Jahre in Rastatt in Tradition des Reformstils vor dem Ersten Weltkrieg. Bewusst und in gelungener Weise suchte man den technischen Funktionsbau in das barock geprägte Stadtbild harmonisch einzufügen. Das Kraftwerk ist ein wichtiges Zeugnis für die Ausnutzung der Wasserkraft des bereits 1826 bis 1836 angelegten Gewerbekanals und von technik- und stadtgeschichtlicher Bedeutung. |
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| Wohnhaus | Josefstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Kniestock, Sattel- bzw. Walmdach, Sandsteingliederungen, Mittelrisalit mit flachem Erker und weich geschweiftem Giebel, seitlich Balkonloggia über weit vorkragenden Konsolen, Treppenhausanbau, 1906 (a)
Das stattliche Gebäude in Ecklage dokumentiert den innerstädtischen Ausbau Rastatts im frühen 20. Jahrhundert. Mit seiner Gestaltung steht es am Übergang vom späten Historismus, der sich in den reichen Sandsteingliederungen und der Anlehnung an deutsche Renaissanceformen äußert, zur Reformarchitektur und Jugendstil, welche sich in den Putzfassaden und einzelnen Details wie dem weich geschweiften Giebel des Mittelrisalits zeigen. Das Wohnhaus veranschaulicht bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse kurz nach 1900 und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Wohnhaus | Josefstraße 4 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Sockelgeschoss in Sandstein, giebelseitig vorkragendes Satteldach mit reich verzierten Schwebegiebeln in Laubsägedekor und Spitzhaube, Mittelrisalit mit Zwerchhaus und ähnlich gestaltetem Schwebegiebel, vorgesetzt zweigeschossige Holzveranda mit Schnitzereien und Laubsägearbeiten, Werksteingliederungen, 1889 (a)
Das stattliche Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den späthistoristischen Wohnbau. Zeittypisch sind die Neurenaissanceformen. Das Haus sticht durch die ungemein reich gestalteten Schwebegiebel mit aufwendigem Laubsägedekor hervor, der auch die hölzerne Veranda ziert. Hierbei handelt es sich um charakteristische Formen des sog. Schweizerhausstils, der sich vor allem in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit für Landhäuser erfreute. Das aufwendig und qualitativ anspruchsvoll gestaltete Wohnhaus ist wichtiges Zeugnis der Rastatter Architektur und Stadtbaugeschichte und veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Garnisonstadt. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Josefstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossiger Backsteinbau mit Werksteingliederungen, Mansardwalmdach in Schieferdeckung mit Gauben, am Eck steil hochgezogen und gekappt, Seitenrisalit mit Pilastergliederung, Laden im Erdgeschoss und Balkon, 1901 (a)
Das Gebäude dokumentiert den innerstädtischen Ausbau Rastatt in den Jahren um 1900 infolge des industriellen Aufschwungs der Stadt. Es ist mit seiner Architektur charakteristisch für den späten Historismus, der sich mit der Kontrastierung von Backsteinflächen und reich gearbeiteten Werksteinelementen an nordeuropäischen Vorbildern der Spätrenaissance orientierte und so vom bürgerlichen Gestaltungsanspruch der Zeit zeugt. Das Gebäude ist damit von Bedeutung für die Rastatter Architektur- und Stadtbaugeschichte. |
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| Villa mit Nebengebäuden | Josefstraße 6 (Karte) |
Einfriedung, Garten und Hoffläche, herrschaftliches Wohnhaus mit Walmdach, rückwärtig lang gestreckter Anbau mit Halbwalmdach, Vorderhaus zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Sandsteingliederungen, u. a. Zierfriese und Lisenen, sowie polygonalem Standerker, dreiteilige Fenster- und Türarkaden mit gestelzten Segmentbögen, straßenseitig mittiger Balkon mit ornamentaler Sandsteinbalustrade, im Inneren bauzeitliche Ausstattungsdetails, u. a. Deckenstuck, erbaut von Bauunternehmer Isidor Belzer für eigenen Gebrauch, 1851 (a), Umbauten an rückwärtigen Gebäuden durch August Diehm, 1927 (a), ursprüngliches Grundstück wohl 1889 geteilt (heute Josefstraße 4); zugehörige Doppelgarage der 1920er-Jahre
Das palaisartige Villengebäude mit langgestrecktem Ökonomieflügel ist ein Musterbeispiel für die Architektur des romantischen Klassizismus, wie er von Heinrich Hübsch seit den 1830er-Jahren in Abwendung vom strengen Klassizismus der Weinbrenner-Schule propagiert und architektonisch vertreten wurde. Der Bauherr und Architekt des Anwesens war Isidor Belzer (1821 bis 1899), Sohn des Baumeisters und Bauunternehmers Johann Belzer, einem Mitarbeiter von Heinrich Hübsch. Charakteristisch für Hübsch und seine Schüler sind die gestelzten Segmentbogenarkaden. In der Kubatur und der strengen Gliederung zeigt sich das Gebäude noch ganz als spätklassizistischer Bau, die Details aber zeigen einen freien Umgang mit Formen aus italienischer Frührenaissance und Romanik - kennzeichnend für Hübschs Stil, der das Bauen im Großherzogtum Baden nachhaltig prägte. In den Details zeigt sich der hohe gestalterische Anspruch an das Gebäude, das zu den besten Leistungen dieser Zeit in Rastatt gerechnet werden darf und zu den frühen bürgerlichen Villenbauten in der Region gehört. Das Anwesen veranschaulicht mit seiner anspruchsvollen Architektur und den überlieferten Ausstattungselementen gehobene Wohn- und Lebensverhältnisse eines erfolgreichen Bauunternehmers am Ausgang der Biedermeierzeit und ist ein wichtiges Zeugnis der Architektur- und Stadtbaugeschichte Rastatts um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die in den 1920er-Jahren hinzugekommene Garage veranschaulicht die zunehmende Automobilisierung weiter, finanzkräftiger Bevölkerungskreise in der Zeit der Weimarer Republik. |
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| Gasthaus Zum Adler o. a. Katzenbergers Adler | Josefstraße 7 (Karte) |
Wohnhaus mit Gastwirtschaft, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, Hauseingang mit Keilstein, wohl Mitte 18. Jahrhundert, westlich jüngerer Anbau
Das stattliche Gebäude unterscheidet sich mit seiner Kubatur deutlich von den üblichen traufständigen, in Zeile gesetzten Modellhäusern, die das Bild der barocken Residenzstadtgründung prägen, und ist damit als Sonderbau hervorgehoben. Es veranschaulicht einen Gasthof des 18. Jahrhunderts und hat als solcher wichtige Bedeutung für die Stadt-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte Rastatts. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Josefstraße 17 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Kniestock, Satteldach mit Freigespärre im Giebel, Zwerchhaus mit Krüppelwalmdach, Fachwerkgiebel, Sandsteingewände, Balkon mit gebauchtem Schmiedeeisengeländer, um 1900
Das Gebäude an der Ecke zur Karlstraße dokumentiert die bauliche Erweiterung der Ludwigsvorstadt nach Niederlegung der Festungswerke ab 1890. Es ist charakteristisch für den späten Historismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Backstein- durch Putzfassaden abgelöst wurden. Das Formengut orientiert sich in zeittypischer Weise im weitesten Sinne an der deutschen Spätgotik bzw. Frührenaissance. Das Gebäude ist damit Zeugnis der Rastatter Architektur- und Stadtbaugeschichte. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Josefstraße 18/1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walm- bzw. Satteldach, giebelseitig über Bügen und Pfettenköpfen vorkragend, Fenster und Haustüre in einfachen Rechteckgewänden, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Veränderungen Ende 19. Jahrhundert
Das Gebäude, das im Kern ins 18. Jahrhundert datiert, dokumentiert die frühneuzeitliche Bebauung der einstigen Ludwigsvorstadt. Es ist Zeugnis der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte Rastatts. |
96981976 | ||
| Wohnhaus mit Torfahrt | Josefstraße 20 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, flach geneigtes Satteldach mit Gauben und Konsoltraufgesims, Gliederung durch Stockwerksgesims, Beletagefenster mit Kopfgesimsen, gusseiserner Balkon mit ornamentalem Brüstungsgitter, Mitte 19. Jahrhundert
Das langgestreckte Gebäude tradiert den für Rastatt charakteristischen, in der Gründungszeit entwickelten traufständigen Modellhäuser mit Torfahrt und ist mit seiner Architektur charakteristisch für den späten Klassizismus um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der späten Biedermeierzeit in der Bundesfestung Rastatt und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit einseitiger Abwalmung, Korbbogenportal, um 1800
Mit seiner Zweigeschossigkeit und seiner einfachen Gestaltung ist das Gebäude in Ecklage zur Kapellenstraße ein charakteristisches Zeugnis für die frühneuzeitliche Wohnbebauung der Planstadt Rastatt. Es veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 4 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach Anfang 18. Jahrhunderts (Erdgeschoss modernisiert)
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit und Zweigeschossigkeit charakteristisch für die barocken Modellhäuser in der Gründungszeit Rastatts. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
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Weitere Bilder |
Bernhardusbrunnen | Kaiserstraße 7 (Karte) |
Laufbrunnen mit Standbild des sel. Bernhardus von Baden als Brunnenfigur, mächtiger, gebaucht-geschweifter Sockel mit Voluten und Delphinen als Wasserspeiern, Engelsreliefs mit Bildnismedaillon des Auftraggebers sowie markgräflichem Wappen, Sandstein, geschaffen von Hofbildhauer Ignaz Lengelacher im Auftrag des Markgrafen August Georg Simpert von Baden-Baden, 1771 (a, i)
Der Bernhardusbrunnen steht auf dem oberen Areal der als Straßenmarkt konzipierten Kaiserstraße. Er dient als Denkmal für den 1769 selig gesprochenen Markgrafen Bernhard II. von Baden (1428 bis 1458). Der letzte regierende Markgraf von Baden-Baden, August Georg Simpert (1706 bis 1771), nahm dies zum Anlass seinem Haus mit dem Brunnen ein Denkmal zu setzen, mehrte doch ein seliggesprochener Vorfahr das symbolische Kapital der Dynastie ganz erheblich. In der Hoffnung auf eine Heiligsprechung (die nie erfolgte) verweist die Brunnenfigur auch auf die katholische Frömmigkeit des Landesherrn und seiner Markgrafschaft. Das war auch hinsichtlich des absehbaren Erbfalles Baden-Badens an die evangelische Linie Baden-Durlach nicht ohne Bedeutung, der tatsächlich noch im Jahr der Aufstellung mit dem Tod August Georg Simperts eintrat. Der Brunnen ist dabei ein höchst qualitätvolles Beispiel spätbarocker Bildhauerkunst, geschaffen von dem seinerzeit bereits betagten Hofbildhauer Ignaz Lengelacher (1698 bis 1780). Der Brunnen war sein letzter großer Auftrag und ist ein bedeutendes Zeugnis am Ende des Schaffens des badischen Künstlers sowie ein charakteristisches Zeugnis für die Hofkunst des Spätbarock, das zu den Höhepunkten barocker Bildhauerkunst in Rastatt zählt. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 8 (Karte) |
Zweiflügeliger, zweigeschossiger Massivbau, Walm- und Satteldach, Obergeschossfenster mit gusseisernen Brüstungsgittern, um 1800 (moderne Natursteinverkleidung)
Das Eckgebäude zur Rappenstraße ist mit seiner Zweigeschossigkeit charakteristisch für die frühneuzeitliche Bebauung im Kern der barocken Residenzstadt. Es ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981982 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 11 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gaubenreihe (im Erdgeschoss moderner Ladeneinbau), frühes 19. Jahrhundert; Seitenflügel mit Mansarddach, verputzter Fachwerkbau, wohl noch 18. Jahrhundert
Das Gebäude ist als traufständiges Zeilenhaus charakteristisch für die Bebauung der Rastatter Innenstadt, wie sie seit der Gründungszeit üblich war. Seine einfache Fassade ist dabei typisch für den von Friedrich Weinbrenner geprägten Klassizismus im Großherzogtum Baden des frühen 19. Jahrhunderts. Der rückwärtige Seitenflügel in verputzte Fachwerk dürfte mit seinem Mansarddach wohl etwas älter sein und noch ins 18. Jahrhundert gehören. Der Baukomplex veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981985 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 13 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, hohe Rechteckfenster mit Brüstungsgittern, Anfang 18. Jahrhundert mit Veränderungen des 19. Jahrhunderts (Erdgeschoss modernisiert)
Das Zeilenhaus ist mit seiner Traufständigkeit charakteristisch für das Bauen im 18. Jahrhundert in Rastatt. Durch strenge Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Gebäude ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981986 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 15 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, angedeuteter dreiachsiger Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und hochovalem Okulus sowie Pilastergliederung, hohe Rechteckfenster, breite Sohlbänke auf Konsolen mit Brüstungsgitterchen, wohl um 1800/frühes 19. Jahrhundert (Erdgeschoss moderne Ladeneinbauten mit Natursteinverkleidung); zugehöriger Seitenflügel, wohl 1755
Das Gebäude ist mit seiner Traufständigkeit ein anschauliches Beispiel für die Zeilenbebauung der Rastatter Innenstadt, wie sie seit der Gründungszeit üblich war. Der langgestreckte Bau erhält durch den angedeuteten Mittelrisalit mit Pilastergliederung und Dreiecksgiebel einen palaisartigen Charakter und dürfte mit der klassizistisch geprägten Fassade in die Zeit um 1800 oder wenig später datieren. Älter ist der Seitenflügel. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse des Stadtbürgertums und ist Zeugnis der Rastatter Baugeschichte. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 17 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach, Konsoltraufgesims, hohe Beletage-Fenster mit Kopfgesimsen bzw. flachem Dreiecksgiebel, um 1850
Das Gebäude übernimmt mit seiner Traufständigkeit die seit der Gründungszeit der Stadt charakteristische Zeilenbauweise, überschreitet aber mit einem 2. Obergeschoss bereits die üblichen zweigeschossigen Traufhöhen und weist damit auf eine zunehmende bauliche Veränderung der Innenstadt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hin. Das Wohn- und Geschäftshaus ist dabei mit seiner Fassadengestaltung charakteristisch für die Architektur des späten Klassizismus. Es ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte und für die Wohn- und Lebensverhältnisse der späten Biedermeierzeit in der Festungsstadt. |
96981989 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 18 (Karte) |
Traufständiger, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Konsoltraufgesims, Beletage-Fenster mit Kopfgesimsen, Ladenzone mit rustizierten Lisenen, Gusseisensäulen sowie geohrten Fenster- und Türgewänden, wohl Mitte 19. Jahrhundert, Erdgeschossumbau um 1900
Das Gebäude übernimmt mit seiner Traufständigkeit die seit der Gründungszeit der Stadt charakteristische Zeilenbauweise, überschreitet aber mit einem 2. Obergeschoss bereits die üblichen zweigeschossigen Traufhöhen und weist damit auf eine zunehmende bauliche Veränderung der Innenstadt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hin. Das Wohn- und Geschäftshaus ist dabei mit seiner Fassadengestaltung charakteristisch für die Architektur des späten Klassizismus. Es ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte und für die Wohn- und Lebensverhältnisse der späten Biedermeierzeit in der Festungsstadt. Der etwas jüngere Ladeneinbau ist mit seinen Gusseisensäulen charakteristisch für den späten Historismus am Jahrhundertende. |
98837564 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 19 (Karte) |
Viergeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, flacher Dreiecksgiebel mit Halbrundfenster, Gliederung durch Lisenen und Putzfelder, mittig drei Balkone mit schmiedeeisernen Brüstungsgeländern, um 1910 (Erdgeschoss moderne Ladeneinbauten)
Das Gebäude fällt mit seinen Dimensionen und der Giebelständigkeit in der weitgehend traufständigen Bebauung der Kaiserstraße deutlich auf. Es ist mit seinen Putzgliederungen und der Anlehnung an klassizistische Formen der Zeit um 1800 ein anschauliches und charakteristisches Beispiel für die Reformarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts. Das Gebäude ist Zeugnis des innerstädtischen Ausbaus seit dem späteren 19. Jahrhundert, als die barocken Modellhäuser teils durch größere Wohn- und Geschäftsbauten ersetzt wurden. |
96981990 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus in Ecklage | Kaiserstraße 20 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, einseitig abgewalmtes Satteldach, rundbogige Toreinfahrt zur Poststraße, Nischeneingang mit Pilastern und Gebälk, Beletage-Fenster mit Brüstungsgittern, um 1800 (im Erdgeschoss moderne Ladeneinbauten)
Das stattliche Eckhaus zur Poststraße tradiert mit seiner Traufständigkeit und Zweigeschossigkeit die barocken Modellhäuser der Gründungszeit Rastatts in die Biedermeierepoche. Mit seiner Architektur ist es charakteristisch für den strengen Klassizismus der Weinbrenner-Schule um 1800. Das Gebäude veranschaulicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse des Rastatter Bürgertums und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte. |
96981991 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus in Ecklage | Kaiserstraße 22 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, abgewalmtes Satteldach, gerundete, leicht einspringende Ecklösung mit Balkon, ornamentale Brüstungsgitter aus Gusseisen, Mitte 19. Jahrhundert (Erdgeschoss moderner Geschäftseinbau)
Das Eckgebäude tradiert mit seiner Zweigeschossigkeit die Dimensionen der Modellhäuser der barocken Gründungsstadt in die Biedermeierzeit. Es zeigt ein klassizistisches Äußeres, das mit der gerundeten, eleganten Ecklösung sowie der einfachen und strengen Gliederung durch Rechteckfenster den Weinbrennerschen Klassizismus des frühen 19. Jahrhunderts aufgreift. Das Gebäude ist Zeugnis der Rastatter Architektur- und Stadtbaugeschichte. |
96981993 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 24 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Treppengiebeln als Brandmauern und Traufgesims mit Zahnschnitt, Fenster in einfachen Rechteckgewänden, frühes 19. Jahrhundert (moderner Ladeneinbau)
Das traufständige Zeilenhaus tradiert mit seiner Form die charakteristische Rastatter Bauweise, wie sie sich mit der Stadtgründung nach landesherrlichen Vorgaben ausgeprägt hat. Seine Architektur ist mit ihrer einfachen Strenge ein anschauliches Beispiel für den von Friedrich Weinbrenner geprägten Klassizismus im Großherzogtum Baden zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude ist damit Zeugnis der Stadtbaugeschichte Rastatts. Die Brandgiebel in Treppenform verweisen auf die entsprechenden Bauordnungen der Zeit. |
96981994 | ||
| Römerhof | Kaiserstraße 25 a, 25 (Karte) |
Gastwirtschaft und Wohnhaus, dreigeschossiger Massivbau, Werksteinbau mit zweigeschossigem Eckerker, Satteldach, Traufgesims mit Konsolfries, Bauinschrift und Statue des „Türkenlouis“ an der Museumsstraßenfront, 1894 von Eduard und Franz Degler erbaut anstelle des Gasthauses „Zur Traube“; zugehörige historische Hinterhäuser
Das repräsentativ gestaltete Wohn- und Geschäftshaus liegt in städtebaulich markanter Ecklage zur Museumsstraße, welche zusätzlich durch einen zweigeschossigen Erker hervorgehoben wird. Mit seiner reich dekorierten historistischen Sandsteinfassade kennzeichnet es die gehobene und zentrale Lage im Kernbereich der Rastatter Innenstadt. Das Gebäude ist prägender und anschaulich überlieferter Bestandteil der Bebauung, die in Nähe der Stadtpfarrkirche (s. Marktplatz 2) ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Es ist somit ein anschauliches Zeugnis des wirtschaftlichen Aufschwungs, der seit Niederlegung der Festungsanlagen erfolgte und charakteristisches Dokument der städtebaulichen Entwicklung der Kernstadt. |
96981995 | ||
| Stadtpfarrkirche St. Alexander | Marktplatz 2 (Karte) |
Wandpfeilerhalle mit Emporen und eingezogenem Chor, fünf Achsen breite Turmvorhalle, Einturmfassade mit Zwiebelhaube, 1701/02 erste Planung von Domenico Egidio Rossi, Wiederaufnahme der Planung 1736, Johann Peter Ernst Rohrer überarbeitete 1738 die früheren Pläne seines verstorbenen Bruders Johann Michael Ludwig Rohrer, Beginn der Bauarbeiten 1756, Vollendung und Weihe des Baus 1764; im Inneren Altäre von Cabinet-Schreiner Martin Eigler und Cabinet-Maler Josef Melling 1736 bis 1777
Die katholische Stadtpfarrkirche St. Alexander befindet sich in städtebaulich markanter wie auch prominenter Lage in der Mittelachse des Marktplatzes, den sie zugleich an der Südseite einfasst. Das Gebäude bildet das Pendant zum Rathaus (s. Marktplatz 1) und ist zusammen mit diesem von herausragender Bedeutung für das Stadtbild von Rastatt. Begonnen wurde der Bau 1701/02 nach Planung von Egidio Rossi, dessen Pläne aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges bis auf die Fundamentlegung nicht abgeschlossen werden konnten. 1756 war schließlich die Wiederaufnahme der Bauarbeiten unter Johann Peter Ernst Rohrer und der Sakralbau konnte 1764 geweiht werden. Die qualitävoll gestaltete Barockkirche spielt eine zentrale Rolle in der Gesamtkonzeption des Marktplatzes wie auch im homogenen, von städtebaulicher Kontinuität geprägten Erscheinungsbild der barocken Planstadt. Sie zeugt zusammen mit dem Rathaus, die als Zentrum des öffentlichen Lebens in einer parallelen Achse zum Schloss angelegt worden sind und somit dem damaligen Empfinden nach Schönheit entsprachen - vom umfassenden Gestaltungswillen und dem Ausbau der Residenzstadt unter Markgraf Ludwig Georg. St. Alexander ist somit ein zentrales wie auch herausragendes Dokument der Rastatter Architektur-, Stadtbau- wie auch Kirchengeschichte im 18. Jahrhundert. |
96982022 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus (ehemals Gasthaus Zum Hirsch) | Kaiserstraße 26 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau, Walmdach mit profiliertem und in Teilen gekehltem Traufgesims, seitlich korbbogige Toreinfahrt, frühes 18. Jahrhundert.
Das Wohn- und Geschäftshaus liegt in städtebaulich markanter Ecklage und dokumentiert ein barockes Modellhaus des frühen 18. Jahrhunderts zur Entstehungszeit der Planstadt. Als Bestandteil der Bebauung dieser Zeit überliefert es den historischen Stadtgrundriss und besitzt für die Rastatter Stadtbaugeschichte wichtige Aussagekraft. In seiner ehemaligen Nutzung als Gasthaus Zum Hirsch, welches bereits 1705 genannt wurde, ist es als einstiger Treffpunkt des öffentlichen Lebens überdies für die Rastatter Wirtshaus- und Stadtgeschichte von Bedeutung. |
96981996 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 28/1, 28 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit profiliertem Traufgesims und geschweiftem Giebel, im Kern 18. Jahrhundert, nachträglich aufgestockt, Giebelausbau durch die Firma Ertel 1910
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der städtebaulich markanter Ecklage in der historischen Kernstadt. Als ein nachträglich umgebautes und aufgestocktes Modellhaus der Barockzeit überliefert es die städtebauliche Entwicklung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, an dem sich der wirtschaftliche Aufschwung seit Niederlegung der Festungsanlagen ablesen lässt. Es ist ein Zeugnis der Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte von Rastatt. |
96981998 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus (wird zusammen mit Kaiserstraße 27 genutzt) | Kaiserstraße 29 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, Traufgesims mit Konsolfries, Fenster im Obergeschoss mit Verdachungen und dekoriertem Sturz sowie Fassadengliederung durch Pilaster, Ende 19. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Innenstadt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, dokumentiert das Gebäude die Fortführung der Modellbauweise in dieser Zeit, wobei sich in seinen Detailformen der Zeitgeschmack seiner Entstehungszeit ablesen lässt. Es besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt wichtige Aussagekraft. |
98837572 | ||
| Johannes-Nepomuk-Brunnen | Kaiserstraße 30 (Karte) |
Brunnen aus Sandstein mit Statue des hl. Johannes Nepomuk, baldachinartiger Unterbau mit Pilastern, Pumpwerk von 1727/28 von Johann Peter Ernst Rohrer, Neugestaltung eines bestehenden Ziehbrunnens, Johann Peter Ernst Rohrer zugeschrieben, Vergitterung von 1893
Der repräsentativ gestaltete Johannes-Nepomuk-Brunnen wurde als der südliche von zwei Barockbrunnen (s. Marktplatz, Alexiusbrunnen) in prominenter Lage auf dem Marktplatz im Auftrag von Markgraf Ludwig Georg von Baden (1702 bis 1761) aufgestellt, wo sich bereits ein Ziehbrunnen befunden hatte, welcher neu ausgestaltet wurde. Der hl. Johannes Nepomuk wurde in der Heimat der Markgräfin Sibylla Augustua und insbesondere nach dessen Heiligsprechung 1729 sehr verehrt und findet sich als Statue an zahlreichen Orten in Rastatt wieder. Zugeschreiben wird der Entwurf dem Hofbaumeister Johann Peter Ernst Rohrer (1687 bis 1762), der 1727/28 das Pumpwerk für den Brunnen schuf. Es handelt sich um ein Hauptwerk der badischen Bildhauerkunst des Barock, welches von exemplarischem und dokumentarischem Wert für den Entwicklungsgang der höfisch geprägten Kunst ist. Das freistehende Brunnendenkmal spielt darüber hinaus eine zentrale Rolle in der Gesamtkonzeption des Marktplatzes wie auch im homogenen, von städtebaulicher Kontinuität geprägten Erscheinungsbild der barocken Planstadt und zeugt vom Gestaltungswillen und dem Ausbau der Residenzstadt unter Markgraf Ludwig Georg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. |
96982023 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 31 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit gekehltem Traufgesims, im Obergeschoss Fenster mit profiliertem Gewände, 18./19. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt. Als barockes Modellhaus ist es ein anschauliches Dokument für den Ausbau der barocken Planstadt seit dem 18. Jahrhundert. Es besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt wichtige Aussagekraft. |
98837592 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 34 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach, an der Kaiserstraße Erschließung über rundbogige Tordurchfahrt, frühes 18. Jahrhundert, Veränderungen mit Balkon an der Kaiserstraße und Ladeneinbau an der Schloßstraße mit Sandsteinverkleidung und Pilastergliederung im Erdgeschoss, spätes 19. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der Kernstadt und ist aufgrund seiner städtebaulich markanten Ecklage prägender Bestandteil der historischen Bebauung. Als barockes Modellhaus dokumentiert es den Gebäudetypus eines zweigeschossigen Eckbaus und ist Zeugnis für den Bau der barocken Planstadt im frühen 18. Jahrhundert. Mit dem Landeinbau des späten 19. Jahrhunderts überliefert es anschaulich eine Entwicklung, der mit wirtschaftlichen Aufschwung seit Niederlegung der Befestigungsanlagen einherging. Das Wohn- und Geschäftshaus besitzt somit für die Stadtbau- und Architekturgeschichte Rastatts wichtige Bedeutung. |
96982000 | ||
| Carl-Schurz-Haus | Kaiserstraße 35 (Karte) |
Wohn- und Geschäftshaus, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Eckeerker, Walmdach mit Konsolgesims an der Dachtraufe, korbbogige Einfahrt, im Schlussstein bez. 1828 (i), nachträgliche Aufstockung wohl in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
Das sog. Carl-Schurz-Haus befindet sich in städtebaulich markanter Ecklage in der Kernstadt von Rastatt, welche durch den Eckerker zusätzlich betont wird. 1828 erbaut und vermutlich erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestockt, ist es charakteristisch für die städtebauliche Entwicklung im näheren Umfeld der Stadtpfarrkirche (Marktplatz 2), an der sich die sozial gehobene Lage im Kernbereich der Innenstadt ablesen lässt. Darüber hinaus besitzt das Gebäude stadtgeschichtliche Bedeutung als einstiges Wohnhaus des Revolutionärs Carl Schurz, welcher 1849 in dem Gebäude wohnte und nach seiner Auswanderung in die Vereinigten Statten Innenminister wurde. |
96982001 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 36 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach und Bogengauben, Erdgeschoss mit Natursteinverkleidung, Fassadengliederung im Obergeschoss mit Pilastern, Zwerchhaus mit Volutengiebel sowie Mittelrisalt mit Balkonen, 1902
Das repräsentative neubarocke Wohn- und Geschäftshaus ist markanter und stadtbildprägender Bestandteil der Bebauung im historischen Kernbereich von Rastatt. An dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu errichteten Gebäude lässt sich der wirtschaftliche Aufschwung nach Niederlegung der Festungsanlagen ablesen, welcher hier seinen Ausdruck in einer ambitionierten Bauweise fand. Das Gebäude besitzt somit Aussagekraft für die Stadtbau-, Wirtschafts- und Architekturgeschichte in Rastatt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. |
96982002 | ||
| Alexiusbrunnen | Kaiserstraße 36 (Karte) |
Brunnen aus Sandstein, bekrönt mit Statue des hl. Alexius von Edessa, Postament mit Voluten sowie muschelförmig gestaltetet Wasserbecken, entstanden 1739 nach Entwurf von Hofbaumeister Johann Peter Ernst Rohrer im Auftrag von Markgraf Ludwig Georg von Baden anlässlich der zahlreichen Erdbeben in den Jahren 1723 und 1728
Der repräsentativ gestaltete Alexiusbrunnen wurde 1739 als der nördliche von zwei Barockbrunnen (s. Marktplatz, Johannes-Nepomuk-Brunnen) in prominenter Lage auf dem Marktplatz im Auftrag von Markgraf Ludwig Georg von Baden (1702 bis 1761) aufgestellt, nachdem bei Erdbeben in den Jahren 1724 bis 1728 Teile von Rastatt zerstört worden waren. Der hl. Alexius von Edessa gilt als Schutzheileiger bei Unwetter und Erdbeben, den die Bevölkerung um Schutz und Beistand anrufen konnte. Der Entwurf stammt vom Hofbaumeister Johann Peter Ernst Rohrer (1687 bis 1762). Es handelt sich um ein Hauptwerk der badischen Bildhauerkunst des Barock, welches von exemplarischem und dokumentarischem Wert für den Entwicklungsgang der höfisch geprägten Kunst ist. Das freistehende Brunnendenkmal spielt darüber hinaus eine zentrale Rolle in der Gesamtkonzeption des Marktplatzes wie auch im homogenen, von städtebaulicher Kontinuität geprägten Erscheinungsbild der barocken Planstadt und zeugt vom Gestaltungswillen und dem Ausbau der Residenzstadt unter Markgraf Ludwig Georg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. |
96982021 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 41 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit Zwerchhäusern, Fassadengliederung der Obergeschosse durch rustizierte Lisenen, zur Kaiserstraße dreiachsiger Mittelrisalit mit Zwerchhaus und Balkon, um 1905/10
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt in markanter Ecklage und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts anstelle eines vorherigen Wohnhauses und eines Nebengebäudes errichtet. Es überliefert somit den barocken Stadtgrundriss, wenn auch die Modellhausbebauung der Barockzeit um 1900 nicht mehr maßgeblich war. An dem repräsentativen, neubarocken Gebäude lässt sich überdies die gehobene Lage in Nähe von Kaiserstraße und Marktplatz wie auch der wirtschaftliche Aufschwung nach Niederlegung der Festungsanlagen ablesen. Es ist ein anschauliches Zeugnis der Stadtbau- und Wirtschaftsgeschichte in Rastatt. |
96982005 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 43 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und Konsolgesims mit Zahnschnittfries, Putzrustika im Erdgeschoss, im Obergeschoss Eckbalkon und aufgeputzte Eckrustika, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, 1891 Umbaumaßnahmen im Ladenbereich, 1897 Umgestaltung der Fassaden an Kaiser- und Rathausstraße von B. Biesdorf im Sinne des Historismus, Ladeneinbau aus der Nachkriegszeit
Das für die Kernstadt von Rastatt charakteristische Gebäude befindet sich in städtebaulich markanter Ecklage und ist prägender Bestandteil der geschlossenen, traufständigen Bebauung in der Kaiserstraße. Das Gebäude entstand als Modellhaus in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wobei Umbaumaßnahmen im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts das heutige Aussehen des Haupt- und der Nebengebäude entscheidend geprägt haben. Sie begannen zunächst 1891 im Ladenbereich und ließen dabei die Gestaltungsmerkmale des Modellhauses noch weitgehend unangetastet. Erst die von B. Biesdorf 1897 durchgeführte Umgestaltung der Fassaden an Kaiser- und Rathausstraße gab dem Gebäude sein heutiges Aussehen (abgesehen von dem Ladeneinbau aus der Nachkriegszeit). Die schlichte Putzfassade mit Eckrustika des Modellhauses wurde im Sinne des Historismus reich dekoriert, wobei die Proportionen des Modellhauses erhalten blieben. An dem umgestalteten Erscheinungsbild lässt sich der Wohlstand und Repräsentationswille des damaligen Eigentümers ablesen. Das Gebäude ist als Bestandteil der Rastatter Modellhausbebauung ein wichtiges Dokument der Architektur- und Stadtbaugeschichte und dokumentiert mit seinem Umbau zur Zeit des Historismus den wirtschaftlichen Aufschwung Rastatts seit Niederlegung der Festungsanlagen. |
96982007 | ||
| Wohnhaus mit Gaststätte | Kaiserstraße 45 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Pilastergliederung aus rotem Buntsandstein im Erdgeschoss, Mittelbalkon über Stockwerksgesims, als Modellhaus für Schustermeister J. Frank erbaut und Verleihung der Schildgerechtigkeit zur Rose 1744, Umgestaltung der Fassade für Gastwirt und Weinhändler Ed. Schnurr durch Baumeister F. Degler 1891
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist charakteristischer Bestandteil der kompakten traufständigen und zweigeschossigen Bebauung in diesem Abschnitt der Kaiserstraße. Erbaut wurde es 1744 als Gasthaus „Zur Rose“, das bis 1971 geführt wurde. Es dokumentiert die barocke Modellbauweise und den Aufbau der barocken Planstadt im frühen 18. Jahrhundert. Mit dem Umbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist es ein charakteristisches Beispiel für eine Umgestaltung entsprechend dem Zeitgeschmack des Historismus, an dem sich der Repräsentationswille des damaligen Bauherrn sowie der wirtschaftliche Aufschwung Rastatts seit Niederlegung der Festungsanlagen ablesen lässt. Das Gebäude besitzt für die Stadtbau-, Architektur- und Wirtschaftsgeschichte dokumentarischen Wert. |
96982008 | ||
| Rathaus | Marktplatz 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Glockenturm, Eckrustika, an südlicher Fassade Eingangsportal sowie Mittelbalkon, Erdgeschoss mit zugemauerten Rundbogenarkaden, Nordseite mit Figurennische, wohl erbaut von Johann Michael Ludwig Rohrer 1720/21, eingeschossiger Anbau an der Rückseite des Gebäudes von Johann Peter Ernst Rohrer 1750, Arkaden der offenen Erdgeschosshalle vermauert und Umbau zu Gefängnissen und einem Archiv umgebaut Mitte 19. Jahrhundert, Ersatz des eingeschossigen Anbaus durch zweigeschossigen Sandsteinbau 1902/03, Neugestaltung des Inneren 1978/79
Das Rathaus von Rastatt befindet sich in städtebaulich markanter wie auch prominenter Lage in der Mittelachse des Marktplatzes, den es zugleich an der Nordseite einfasst. Das Gebäude wurde als Pendant zur Stadtpfarrkirche St. Alexander (s. Marktplatz 2) konzipiert und ist zusammen mit dieser zentral für das Stadtbild von Rastatt. Errichtet wurde der Bau anstelle eines Vorgängers, welcher bei der Neugestaltung der Stadt durch den Markgrafen Ludwig Wilhelm und die Markgräfin Sibylla Augusta abgerissen wurde. Das neue Rathaus entstand 1720/21 wohl nach Entwurf von Johann Michael Ludwig Rohrer. Dabei war ursprünglich das untere Geschoss als offene Halle durch die heute vermauerten Arkaden von allen Seiten zugänglich. Sie bot Händlern und Käufern an Markttagen Schutz vor schlechtem Wetter. Bereits zur Jahrhundertmitte stellte sich heraus, dass das Rathaus für die erforderlichen Nutzungen zu klein war und wurde 1750 durch einen eingeschossigen Anbau an der Rückseite erweitert, welcher wiederum 1902/03 durch einen größeren Erweiterungsbau ersetzt wurde. Das Rathaus spielt eine zentrale Rolle in der Gesamtkonzeption des Marktplatzes wie auch im homogenen, von städtebaulicher Kontinuität geprägten Erscheinungsbild der barocken Planstadt. Es zeugt vom Gestaltungswillen und dem Ausbau der Residenzstadt unter Markgraf Ludwig Georg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und besitzt für die Rastatter Architektur-, Stadtbau- wie auch Verwaltungsgeschichte zentrale Bedeutung. |
96982019 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 46 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und profiliertem Traufgesims, Eckrustika, Figurennische mit kleiner Madonnenfigur, Erschließung über Tordurchfahrt zur Museumsstraße, frühes 18. Jahrhundert, Ladeneinbau Ende 19. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist charakteristischer Bestandteil der kompakten traufständigen Bebauung in diesem Abschnitt der Kaiser- wie auch Lyzeumstraße. Es dokumentiert die barocke Modellbauweise und den Aufbau der barocken Planstadt im frühen 18. Jahrhundert. Mit dem Umbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist das Gebäude ein Beispiel für eine in Rastatt städtebauliche charakteristischen Entwicklung, an der sich der wirtschaftliche Aufschwung seit Niederlegung der Festungsanlagen ablesen lässt. Das Gebäude besitzt für die Stadtbau-, Architektur- und Wirtschaftsgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
106561753 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 47 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau, Walmdach mit profiliertem Traufgesims, Straßenfassade mit Sandsteinverkleidung, rustiziertes Erdgeschoss mit Pilastergliederung, Stockwerkgesims, sowie Mittelbalkon, Fassade zur Lyzeumstraße verputzt, als Modellhaus in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut, Umgestaltung der Fassaden an der Kaiserstraße für Schmiedemeister M. Gaukel durch den Architekten R. Herrmann aus Grünwinkel bei Karlsruhe 1897, langgestreckter Bautrakt an der Lyzeumstraße im vorderen Teil des Modellhauses, Erweiterung durch hinteren Trakt Ende des 19. Jahrhunderts
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist charakteristischer Bestandteil der kompakten traufständigen und zweigeschossigen Bebauung in diesem Abschnitt der Kaiser- und Lyzeumstraße. Erbaut wurde. Es dokumentiert die barocke Modellbauweise und den Aufbau der barocken Planstadt im frühen 18. Jahrhundert. Mit dem Umbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist es ein charakteristisches Beispiel für eine Umgestaltung entsprechend dem Zeitgeschmack des Historismus, an dem sich der Repräsentationswille des damaligen Bauherrn sowie wirtschaftliche Aufschwung Rastatts seit Niederlegung der Festungsanlagen ablesen lässt. Das Gebäude besitzt für die Stadtbau-, Architektur- und Wirtschaftsgeschichte dokumentarischen Wert. |
96982009 | ||
| Frucht- und Mehlhalle (seit 1993 Städtische Galerie) | Kaiserstraße 48 (Karte) |
Fassade, zweigeschossiger, längsrechteckiger Sandsteinbau mit Walmdach, Geschossunterteilung durch jeweils in ein mit Rundbogenfenstern belichtetes Mezzaningeschoss, erbaut 1853 bis 1855 von Werkmeister Isidor Belzer, Rastatt, Werkmeister Krieg, Rastatt, Stadtbaumeister Ellenbast, Rettig, Gewerbelehrer und Architekt, im Laufe des 20. Jahrhunderts infolge von Nutzungsänderungen mehrfach umgebaut
Die markante Fassade der ehemaligen Frucht- und Mehlhalle der Bundesfestung beherrscht die Kaiserstraße in ihrem nördlichen Abschnitt an einer platzartigen Aufweitung des Straßenraumes. Sie ist Bestandteil der Infrastruktur innerhalb der einstigen Garnisonsstadt und ein wichtiges Dokument des Ausbaus Rastatts zur Bundesfestung und besitzt somit für die Festungs- und Stadtgeschichte Rastatts Bedeutung. |
96982010 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 49, 51 (Karte) |
Hotel mit Gastwirtschaft Zum Karpfen (Nr. 51), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und profiliertem Traufgesims, Toreinfahrt und Ladeneinbau im Erdgeschoss, Balkone in beiden Obergeschossen, Nr. 49 und 51 erbaut als zweigeschossige Modellhäuser 1749, Nr. 51 erhielt 1749 Schildgerechtigkeit Zum Karpfen. Vereinigung der beiden Häuser zum Hotel Ende 19. Jahrhundert, Neudekoration der Fassaden unter Beibehaltung der Modellhausfenstergewände im Erdgeschoss sowie Aufstockung durch den Baden-Badener Architekten Treusch, 1886
Das stattliche, dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus ist markanter Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt. Es überliefert ein umgebautes und aufgestocktes Modellhaus und ist somit Dokument einer charakteristischen städtebaulichen Entwicklung in Rastatt, an der sich der wirtschaftliche Aufschwung nach Niederlegung der Festungsanlagen ablesen lässt. Dem Architekten Treusch gelang hierbei die Kombination von barockem Modellhaus und Baden-Badener Hotelarchitektur des Fin de Siècle. Das Gebäude ist somit ein anschauliches Dokument der Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt vom 18. bis ausgehenden 19. Jahrhundert. Als ehemaliges Hotel und Gasthaus, das sich seit der Barockzeit nachweisen lässt, ist es als einstiger Treffpunkt des öffentlichen Lebens auch stadtgeschichtlich bedeutend. |
96982011 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 50 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und Konsolgesims, rustiziertes Erdgeschoss, Stockwerksgesims, durch Ecksrustika akzentuierte, abgerundete Gebäudeecke mit Eckbalkon, um 1840–50, Rückbau des Erdgeschosses in 1980er-Jahren, Hinterhaus nicht zugehörig
Das Wohn- und Geschäftshaus ist aufgrund seiner markanten Ecklage, die zusätzlich durch die Abrundung der Fassade betont wird, prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der Kaiser- wie auch Engelstraße. Es überliefert mit den Veränderungen im Erdgeschoss den barocken Gebäudetyp eines zweigeschossigen Eckbaus und ist Zeugnis für die Fortführung der Modellbauweise auf Grundlage des barocken Stadtgrundrisses auch Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude ist somit ein wichtiges Dokument für die Architektur- und Stadtbaugeschichte Rastatts. |
98837698 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 53 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit kassettiertem Traufgesims, Zwerchhaus, im Erdgeschoss Ladengeschäft, in den drei Obergeschossen Mittelbalkone, um 1921
Das stattliche Wohn- und Geschäftshaus ist prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der Kaiserstraße und Zeugnis des wirtschaftlichen Aufschwungs seit Niederlegung der Festungsanlagen. Es besitzt Aussagekraft für die Wirtschafts- und Stadtgeschichte in Rastatt in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts. |
98837705 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kaiserstraße 59 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Stockwerksgesims, erbaut 1. Hälfte 18. Jahrhundert, Umbau des Erdgeschosses zu einem Schneideratelier und Einbau von Schaufenstern 1906, Rückbau des Erdgeschosses mit einer Schaufensteranlage der Nachkriegszeit durch Einbau von vier stichbogigen Öffnungen, 1991
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist charakteristischer Bestandteil der kompakten und traufständigen Bebauung in der Kaiserstraße. Es dokumentiert die barocke Modellbauweise und den Aufbau der barocken Planstadt im frühen 18. Jahrhundert und ist von stadtbaugeschichtlicher Relevanz. Erbaut wurde es in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und gehörte ehemals der Familie des Bauschreibers Siegel. Ende des Jahrhunderts ging es in den Besitz des Garnisonsphysikus Dr. Weiß über, dessen gemeinnützige Stiftung als „Doktor Weiß’sches Stiftungshaus“ von wichtiger stadtgeschichtlicher Bedeutung ist. |
96982014 | ||
| Guido-Pfeiffer-Brunnen (ursprünglicher Standort auf der Mittelachse der Kaiserstraße hinter dem Rathaus) | Kaiserstraße 61 (Karte) |
Gusseiserner Brunnen mit zwei übereinander angeordneten Brunnenschalen, goldener Bachusmaske und rundem Brunnentrog, 1901, versetzt an den heutigen Standort 2005
Der Brunnen befand sich ursprünglich auf der Mittelachse der Kaiserstraße hinter dem Rathaus und wurde 2005 im Zuge der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen vor die Fruchthalle verlegt. Er ist im Zusammenhang mit der Gewerbeausstellung von 1901 ein anschauliches Dokument der Aufbruchstimmung in Rastatt und Ausdruck des wirtschaftlichen Aufschwungs nach Niederlegung der Festungsanlagen. Der Brunnen besitzt somit stadtgeschichtliche wie auch wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
96982020 | ||
| Zweigeschossiges massives Wohnhaus mit Gastwirtschaft | Kaiserstraße 65 (Karte) |
Zweiflügelanlage entlang der Kaiser- und Engelstraße, Walmdach. Erbaut 1728 als Modellhaus durch den Metzgermeister J.H. Walter. Die Inschrift über dem Eingang überliefert das Baudatum und die Initialen des Bauherrn: „JH 1728 W“. Im Obergeschoß befinden sich zu Seiten des Fensters über der Tür zwei Figurennischen, die mit Heiligenfigürchen besetzt sind.
Das stattliche barocke Gasthaus wurde 1728 für den Metzgermeister J. H. Walter erbaut und erhielt bereits 1732 die Schildgerechtigkeit Zum Engel. Die Kaiserstraße endete ehemals am Gasthaus Engel, wo das Rheintor die Stadt gegen die Georgenvorstadt und das Umland abschloss. Somit befand sich das Gasthaus ursprünglich in historisch-charakteristischer Lage am Stadtausgang als Endpunkt der Hauptverkehrsachse in der barocken Planstadt. Das Gebäude besitzt als ein für das Stadtbild charakteristisches Modellhaus und aufgrund seiner langen Tradition als Gasthaus für die Architektur-, Stadtbau- sowie Stadtgeschichte wichtige Bedeutung. |
96982015 | ||
| Villa | Kanalstraße 3 (Karte) |
Eingeschossig, Putz-Werksteinbau, Giebelausbau in barockisierenden Formen, Mansarddach, erbaut 1901; Garten- und Freiflächen, Einfriedung
Die Villa liegt außerhalb des Kernstadtgebiets der barocken Stadtanlage und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Sie belegt das Wachstum des Stadtgebiets und die Entstehung neuer und auch gehobener Wohnviertel nach Niederlegung der Festungsanlagen, welche mit einem wirtschaftlichen Aufschwung einherging. An dem repräsentativen Gebäude - das Jungendstil- und Barockformen miteinander verbindet - lässt sich der Wohlstand und Repräsentationswille der einstigen Erbauer ablesen. Als Zeugnis gehobener bürgerlicher Lebens- und Wohnverhältnisse besitzt es für die Stadtbau-, Wirtschafts- wie auch Sozialgeschichte Rastatts zu Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982026 | ||
| Villa | Kanalstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau in barockisierenden Formen, Walmdach, Zwerchhaus mit gesprengtem Giebel, Einfriedung, Garten- und Freifläche, 1910
Die Villa liegt außerhalb des Kernstadtgebiets der barocken Stadtanlage und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Sie belegt einschließlich des dazugehörigen Gartens das Wachstum des Stadtgebiets und die Entstehung neuer und auch gehobener Wohnviertel nach Niederlegung der Festungsanlagen, welche mit einem wirtschaftlichen Aufschwung einherging. An dem repräsentativen Gebäude - das Jungendstil- und Barockformen miteinander verbindet - lässt sich der Wohlstand und Repräsentationswille der einstigen Erbauer ablesen. Als Zeugnis gehobener bürgerlicher Lebens- und Wohnverhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts besitzt es für die Stadtbau-, Wirtschafts- wie auch Sozialgeschichte Rastatts dokumentarischen Wert. |
96982028 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kapellenstraße 2 (Karte) |
Gasthaus, zweigeschossig, Putz-Werksteinbau, Walmdach, frühes 18. Jahrhundert, Ladeneinbau um 1900; zugehöriger Bierkeller (südöstlich)
Das Wohn- und Geschäftshaus mit Gasthaus Zur Linde überliefert ein Modellhaus des 18. Jahrhunderts, das nachträglich verändert und seit 1822 als Gasthaus geführt wurde. Hier befand sich bis zur Verlegung des Betriebs 1862 das Stammhaus der in Rastatt bedeutenden Brauerei Franz, wovon der Bierkeller im rückwärtigen Bereich zeugt. Das Gebäude besitzt daher nicht nur stadtbauhistorische Bedeutung, sondern ist auch ein aussagekräftiges und anschauliches Dokument der Wirtshaus- und Brauereigeschichte in Rastatt im 19. Jahrhundert. |
96982029 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kapellenstraße 6 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau mit Toreinfahrt und Figurennische, Satteldach, traufständig, Mitte des 18. Jahrhunderts, hofseitiger zweigeschossiger Flügelanbau, Mitte 19. Jahrhundert und Werkstattanbau, um 1900
Das Gebäude wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet und ist stadtbildprägender Bestandteil der historischen Bebauung innerhalb der Kernstadt von Rastatt. Es überliefert den Bautypus eines barocken Modellhauses sowie den barocken Stadtgrundriss und ist ein aussagekräftiges Dokument der Stadtbau- und Architekturgeschichte. An der Figurennische mit Marienfigur lässt sich überdies die Frömmigkeit der einstigen Bewohner ablesen. Sie besitzt für die Religionsgeschichte in Rastatt Aussagekraft. |
96982032 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kapellenstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau mit Toreinfahrt, frühes 18. Jahrhundert.
Das Gebäude wurde im frühen 18. Jahrhundert errichtet und ist stadtbildprägender und charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung innerhalb der Kernstadt von Rastatt. Es überliefert den Bautypus eines barocken Modellhauses sowie den barocken Stadtgrundriss und ist ein aussagekräftiges Dokument der Stadtbau- und Architekturgeschichte. |
96982033 | ||
| Wohnhaus | Kapellenstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und profiliertem Traufgesims, Erschließung über seitliche Tordurchfahrt, errichtet 1809, umgebaut durch den Dreikönig-Wirt Josef Müller, später Kommandantenhaus der Rastatter Festung, Zollamt nach 1918
Das Gebäude wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet und ist stadtbildprägender Bestandteil der historischen Bebauung innerhalb der Kernstadt von Rastatt. Es überliefert den barocken Stadtgrundriss und ist ein aussagekräftiges Dokument der Stadtbaugeschichte. Darüber hinaus ist es aufgrund seiner Umbauten und Umnutzungen als ehemaliges Gasthaus, Kommandantenhaus und Zollamt ein bedeutendes Dokument der Stadtgeschichte und Festungsgeschichte in Rastatt seit dem frühen 18. Jahrhundert. |
96982034 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kapellenstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau mit Toreinfahrt, dort im Schlussstein bezeichnet 1828 (i), Satteldach, traufständig, im Kern frühes 18. Jahrhundert
Das langgestreckte, markante Gebäude wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet und ist stadtbildprägender Bestandteil der historischen Bebauung innerhalb der Kernstadt von Rastatt. Es überliefert den Bautypus eines barocken Modellhauses sowie den barocken Stadtgrundriss und ist ein aussagekräftiges Dokument der Stadtbau- wie auch Architekturgeschichte. |
96982036 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kapellenstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossig, Backstein-Werksteinbau mit Toreinfahrt, Balkon, Satteldach, traufständig, um 1890/1900.
Das Wohnhaus ist ein Neubau um 1890/1900 und wurde anstelle eines kleiner dimensionierten Wohnhauses auf barocker Parzellierung errichtet. An den Detailformen des dekorierten, historistischen Gebäudes lässt sich das Repräsentationsbedürfnis des einstigen Bauherrn ablesen, wie auch der gesellschaftliche Wandel und wirtschaftliche Aufschwung nach Niederlegung der Festungsanlagen. Es besitzt somit für die Stadtbau-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte dokumentarischen Wert. |
96982037 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kapellenstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau, Satteldach, traufständig, Mitte des 19. Jahrhunderts.
Das zweigeschossige Gebäude wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in der Kernstadt von Rastatt errichtet. Das traufständige und zweigeschossige Wohnhaus ist charakteristischer und stadtbildprägender Bestandteil der historischen Bebauung. Als aussagekräftiges Dokument besitzt es für die Stadtbaugeschichte Bedeutung. |
96982038 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Kapellenstraße 12 (Karte) |
Dreigeschossig und traufständig, verputzt, Mansarddach mit Zwerchhaus, zugehöriges zweigeschossiges Hinterhaus mit Ziergespärre, um 1915.
Das stattliche und markante Wohn- und Geschäftshaus ist stadtbildprägender Bestandteil der Bebauung in der Kapellenstraße und wurde um 1915 anstelle eines kleiner dimensionierten Gebäudes errichtet. Es dokumentiert die städtebauliche Entwicklung und den sozialen Wandel in Rastatt, als nach Niederlegung der Festungsanlagen der damit einhergehende wirtschaftliche Aufschwung zu einem Bevölkerungswachstum und steigendem Bedarf an Mietwohnungen führte. In Folge wurde der Kernstadtbereich in Teilen durch mehrgeschossige Bauweise nachverdichtet, die sich gegenüber den zweigeschossigen Modellhäusern der barocken Planstadt deutlich abhebt. Das Mietshaus besitzt somit für die Stadtbau-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
98837771 | ||
| Wohnhaus mit Gastwirtschaft „Zum Pflug“ | Kapellenstraße 15 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau, Toreinfahrt, Sattel- bzw. Walmdach, Mitte 18. Jahrhundert
Das Gebäude wurde Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut und erhielt 1752 die Schildgerechtigkeit Zum Pflug. Das ehemalige Gasthaus befindet sich in typischer und verkehrsgünstiger Lage am Beginn einer der Hauptverkehrsachse der barocken Planstadt. Es überliefert ein für das Stadtbild charakteristisches Modellhaus und ist von stadtbaugeschichtlicher Relevanz. Als einstiges Gasthaus und Treffpunkt des öffentlichen Lebens besitzt es überdies für die reiche Wirtshausgeschichte Rastatts dokumentarischen Wert. |
96982040 | ||
| Wohnhaus | Kapellenstraße 17 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, hohes Kellergeschoss, Obergeschoss mit Balkonen; Ecknische mit Heiligenfigur, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Wohnhaus befindet sich am Rand der barocken Planstadt und ist Bestandteil der historischen Bebauung des 18. Jahrhunderts. Mit dem für die Eckbauten dieser Zeit charakteristischen Walmdach lässt sich die Lage an einer einstigen Nebenstraße ablesen, welche ursprünglich westlich des einstigen markgräflichen Brauhauses verlief. Das Gebäude besitzt somit Aussagkraft für den barocken Stadtgrundriss und ist für die Stadtbaugeschichte Rastatts von dokumentarischen Wert. Darüber hinaus ist die Ecknische mit der Madonnenfigur Zeugnis der Religiosität der einstigen Eigentümer und der Religionsgeschichte in Rastatt. |
96982042 | ||
| Villa Hatz | Kapellenstraße 19 a, 19 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach und kassettiertem Traufgesims, Dachreiter, Eckbalkon, Erschließung über einläufige Eingangstreppe mit Windfanganbau, erbaut 1907/10; einschließlich Garten mit Einfriedung
Die markante und repräsentative Villa Hatz wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in neubarocken Formen in städtebaulich markanter Lage gegenüber der Pagodenburg (s. Kapellenstraße 26) am Rand der barocken Planstadt erbaut. Dort befand sich ebenfalls das Areal der Brauerei Hatz. Die Villa ist somit Zeugnis der ambitionierten Bauweise, die nach Niederlegung der Festungsanlagen in Nähe der Pagodenburg entstand, und dessen Architekturdetails wie Dachreiter und Lisenen Bezug auf den Barockbau der Pagodenburg nehmen. An dem Bau lässt sich der hohe historische Stellenwert erkennen, der Rastatt in der Zeit um 1900 als einstige barocke Residenzstadt beigemessen wurde. Am stattlichen Gebäude einschließlich des dazugehörigen Gartens lässt sich überdies der Wohlstand und Repräsentationswille der damaligen Erbauer und Brauereibesitzer sowie die gehobene Wohnkultur der Zeit nach 1900 ablesen. Die Villa ist somit ein aussagekräftiges und anschaulich überliefertes Dokument der Stadtbau-, Architektur- und Sozialgeschichte von Rastatt. |
96982044 | ||
| Einsiedelner Kapelle (sog. „Bethlehem-Kapelle“) | Kapellenstraße 24 (Karte) |
Kapelle mit Unter-Kirche zweigeschossiger verputzter Saalbau mit seitlichen Apsiden, Walmdach mit profiliertem Traufgesims und Dachreiter, reichgestaltete Fassade mit skulputalem Schmuck aus Sandstein, Erschließung über breite Freitreppe, im Auftrag der Markgräfin Sibylla Augusta errichtet 1715 nach dem Vorbild der Kapelle Einsiedeln/Schweiz (erbaut 1618), erbaut von Josef Martin Motsch und Joh. Michael Ludwig Rohrer
Die sog. Eindsiedelner Kaplle befindet sich in städtebaulich markanter Lage oberhalb eines Abhangs eines Hochgestades der Murg. Nach Plänen von Johann Michael Ludwig Rohrer errichtet, stellt sie eine Kopie einer Kapelle dar, welche die Markgräfin Sibylla Augusta 1709 im Schlosspark von Schlackenwerth als Nachbau der Wallfahrtskapelle Maria Einsiedeln in der Schweiz erbauen ließ. Die Einsiedelner Kapelle in Rastatt wurde 1715 errichtet - ebenfalls im Auftrag von Markgräfin Sibylla Augusta und als Dank für den Rastatter Frieden von 1714, der zwischen Frankreich und Österreich geschlossen wurde und mit dem Frieden von Utrecht das Ende des Spanischen Erbfolgekrieges umfasste. Aufgrund der historischen Verbindung zum Rastatter Frieden ist die Kapelle ein anschauliches Dokument der Stadtgeschichte wie auch der europäischen Geschichte zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Darüber hinaus besitzt der qualitätvolle und mit dem Bildhauerarbeiten anspruchsvolle Barockbau dokumentarischen Wert für den Ausbau Rastatts zur Residenzstadt, welcher nach den Verwüstungen der Oberrheinebene im 17. und frühen 18. Jahrhundert unter der Markgräfin Sibylla Augusta vorangetrieben wurde. Aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte ist die Einsiedelner Kapelle auch ein eindrucksvolles Zeugnis für die Religiosität katholischer Prägung und das Wallfahrtswesen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. |
96982045 | ||
| Pagodenburg | Kapellenstraße 26 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdächern und Kolossalordnung, errichtet 1722 im Auftrag der Markgräfin Sibylla Augusta von Johann Michael Ludwig Rohrer nach dem Vorbild der von Effner in Nymphenburg 1716 bis 1719 erbauten Pagodenburg; das Gebäude steht auf gartenarchitektonisch gestalteten Resten der barocken Festungsanlagen; allegorische Figuren der Gartenterrasse
Die sog. Pagodenburg befindet sich in städtebaulich markanter Lage oberhalb eines Hochgestades der Murg. Errichtet wurde der Pavillon 1722 als maison de plaisance nach Plänen von Hofbaumeister Johann Michael Ludwig Rohrer nach Vorbild der Pagodenburg im Schlosspark Nymphenburg in München. Im Gegensatz zur Münchener Pagodenburg schließt der Bau mit keinem Flachdach, sondern einem Mansarddach ab. Eingebunden in eine Parkanlage ist die Pagodenburg ein anschauliches Zeugnis höfischer Architektur im Zeitalter des Absolutismus, als sich der Adel in Nähe seiner Residenzen und abseits des Hofzeremoniells zum privaten Vergnügen Lustschlösser oder Gartenschlösschen baute. An der Rastatter Pagodenburg wird höfische Kultur der Markgrafen zu Baden-Baden zu Beginn des 18. Jahrhunderts deutlich und veranschaulicht die Vorbildwirkung der Pagodenburg in Nymphenburg. Wie auch die benachbarte Einsiedelner Kapelle (s. Kapellenstraße 24) besitzt der qualitätvolle barocke Pavillonbau dokumentarischen Wert für den Ausbau Rastatts zur Residenzstadt, welcher nach den Verwüstungen der Oberrheinebene im 17. und frühen 18. Jahrhundert unter der Markgräfin Sibylla Augusta vorangetrieben wurde. |
96982046 | ||
| Wasserturm | Kapellenstraße 34 (Karte) |
Viergeschossig, Putz-Werksteinbau, hell verputzter, runder Betonständer mit leicht auskragenden Behälterteil, Dachform und der Putz nehmen auf die benachbarte barocke Pagodenburg Rücksicht, erhaltene technische Ausstattung im Inneren u. a. mit Wassertank (Intze-Behälter mit 11,5 m Durchmesser), 1901 nach Plänen des Großherzoglichen Hofarchitekten Prof. Friedrich Ratzel, seit 1953 mit Sanierung des Turms Café und Restaurant rund um den Turm (1984 vergrößert, nicht zum Schutzgut gehörig)
Der markante Wasserturm befindet sich in städtebaulich markanter Lage auf den Terrassen von Pagodenburg und Einsiedelner Kapelle (s. Kapellenstraße 24 und 26) oberhalb der Murg und prägt als vertikale Dominante maßgeblich die Stadtansicht Rastatts. Erbaut wurde er Anfang des 20. Jahrhunderts und nimmt in einen Detailformen wie Dachform, Verputzfarbe sowie Lisenen auf die benachbarte barocke Pagodenburg Bezug. Er veranschaulicht die wichtige Bedeutung Rastatts als barocke Planstadt zur Zeit um 1900 und dokumentiert überdies das Bevölkerungswachstum wie auch den wirtschaftlichen Aufschwung nach Niederlegung der Festungsanlagen. Der Wasserturm ist ein qualitätvolles ingenieurtechnisches Dokument wie auch ein anschauliches Zeugnis der Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte sowie der historischen Wasserversorgung um 1900 in Rastatt. |
96982047 | ||
| Villa Niederbühl | Karlsruher Straße 2 (Karte) |
Wohnhaus, dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit breitem kassettiertem Traufgesims, Erdgeschoss mit Putzrustika, Obergeschosse durch Lisenen gegliedert, an der Fassade Portraitköpfe des Bildhauers Hans Jucker (1869 bis 1922), seiner Frau und der beiden Töchter, erbaut für den Kaufmann Alfred Niederbühl 1896–98, später Wohnhaus von Hans Juncker
Das Wohnhaus befindet sich in Nähe des Rastatter Bahnhofs und wurde 1896 bis 1898 für den Kaufmann Alfred Niederbühl erbaut. Später ging es in Besitz des Bildhauers Hans Juncker (1868 bis 1922) über. Die neubarocken Fassadendetails lassen die Handschrift Junckers erkennen, welcher in Rastatt mit Werken wie der Skulptur der Badenia am Rastatter Rathaus von 1901 vertreten ist. Das Gebäude besitzt somit stadt- und kunstgeschichtliche Relevanz und ist ein Zeugnis für die Stilrichtung des Neubarock, welche sich in der einstigen barocken Residenzstadt um 1900 großer Beliebtheit erfreute. Darüber hinaus belegt das Gebäude das Wachstum des Stadtgebiets nach Niederlegung der Festungsanlagen und der Verlegung des Bahnhofs in Richtung Stadtzentrum, was mit einem wirtschaftlichen Aufschwung einherging. An dem stattlichen Gebäude lässt sich der Wohlstand und Repräsentationswille der einstigen Bewohner - Kaufmann und Künstler - ablesen. Als Zeugnis gehobener bürgerlicher Lebens- und Wohnverhältnisse besitzt es für die Stadtbau-, Wirtschafts- wie auch Sozialgeschichte Rastatts dokumentarischen Wert. |
96982053 | ||
| Sog. Berliner Meilenstein | Karlsruher Straße (Karte) |
Steinplatte mit reliefiertem Bärenmotiv, bez. „Berlin 710“, gestaltet von der Berliner Bildhauerin Prof. Renée Sintenis (1888 bis 1965) und in Wiesbaden (Firma Dyckerhoff Zementwerke AG Wiesbaden) aus Portlandzement hergestellt, finanziert durch den Berliner Senat, aufgestellt am 9. November 1962 anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Rastatter Kreisverbandes des „Bund der Berliner und Freunde Berlins“ (1951 bis 1998)
Nach dem Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erging eine Verordnung des Bundesministers für Verkehr auf den Mittelstreifen der Bundesautobahnen im Abstand von jeweils 100 Kilometern „Berliner Meilensteine“ aufzustellen, um die Verbundenheit mit dem von der DDR umschlossenen West-Berlin zu fördern. Die Gedenksteine sind mit einer Darstellung des Berliner Bären und der Angabe der Entfernung nach Berlin versehen. Auch Kommunen konnten mit finanzieller Unterstützung des Bundes solche Berlinsteine an Bundes- und Landesstraßen aufstellen. Das in Rastatt erhaltene Beispiel wurde 1962 aufgestellt und ist einer jener Steine, dessen Reliefbild des Berliner Bären dem ursprünglichen Entwurf der Bildhauerin und Grafikerin Renée Sintenis (1888 bis 1965) aus dem Jahr 1953 entspricht. Da es aber keine verbindlichen Vorgaben für die Ausführung der Berliner Meilensteine gab, wurden auch zahlreiche andere Varianten des aufrecht schreitenden Bären und andere Steinformen gestaltet. Die Kilometerangaben auf den Meilensteinen geben die jeweilige Entfernung vom ehemaligen Berliner Dönhoffplatz an, auf dem früher der Preußische „Null-Meilenstein“ von 1730 stand. Viele der einst rund 300 Berliner Meilensteine wurden nach der deutschen Wiedervereinigung demontiert. Das Exemplar in Rastatt ist damit eines der heute selten gewordenen Beispiele der Berliner Meilensteine und ein Dokument der Teilung Deutschlands und der Nachkriegsgeschichte. |
104790749 | ||
| Wohnhaus | Karlstraße 4 (Karte) |
Dreigeschossig, verputzter Massivbau mit seitlicher Holzloggia, Mansarddach, turmartiger Treppenhausanbau mit Zwiebeldach, erbaut 1907
Das Mietswohnhaus wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem Stadtteil errichtet, welcher sich an dem der Kernstadt gegenüberliegenden Ufer der Murg befindet. Ursprünglich befanden sich hier Teile der Befestigungsanlage, die ab 1890 aufgelassen und geschleift und so die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere möglich wurde. Als Mietswohnhaus ist es ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung. Es ist Zeugnis für den wirtschaftlichen Aufschwung in Rastatt und die spät einsetzende Industrialisierung, welche mit den angestiegenen Bevölkerungszahlen auch zusätzlichen Wohnraum erforderlich machte. Das Gebäude besitzt somit für die Stadtbau-, Wirtschafts- wie auch Sozialgeschichte Rastatts zu Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982048 | ||
| Wohnhaus | Karlstraße 6 (Karte) |
Dreigeschossig, verputzter Massivbau in barockisierenden Formen, vierachsiger Mittelrisalit mit geschweiftem Giebel und Balkonen, Mansardsatteldach, traufständig, erbaut 1911
Das Mietswohnhaus wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem Stadtteil errichtet, welcher sich an dem der Kernstadt gegenüberliegenden Ufer der Murg befindet. Ursprünglich befanden sich hier Teile der Befestigungsanlage, die ab 1890 aufgelassen und geschleift und so die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere möglich wurde. Als Mietswohnhaus ist es ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung. Es ist Zeugnis für den wirtschaftlichen Aufschwung in Rastatt und die spät einsetzende Industrialisierung, welche mit den angestiegenen Bevölkerungszahlen auch zusätzlichen Wohnraum erforderlich machte. Das in seinen Detailformen aufwendig gestaltete Gebäude verbindet Jungendstil- und Barockelemente miteinander und kennzeichnet sich als einen für die Entstehungszeit charakteristischen Bau aus. Es besitzt somit für die Stadtbau-, Architektur-, Wirtschafts- wie auch Sozialgeschichte Rastatts zu Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982049 | ||
| Gasthaus Zum Storchennest | Karlstraße 24 (Karte) |
Gastwirtschafts- und Wohngebäude, zweigeschossig, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk verputzt, Krüppelwalmdach, erbaut 1837; zugehöriges Brauhaus und Nebengebäude an der Josefstraße, verputzter Massivbau, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Gasthaus Zum Storchennest stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, das dazugehörige rückwärtige Brauhaus wurde hingegen erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Mit dem Ausbau der Brauerei überliefert es somit eine charakteristische Entwicklung, als mit dem die mit dem Ausbau Rastatts 1842 bis 1856 zur Bundesfestung und den dort stationierten Soldaten auch die Anzahl der Brauereien deutlich zunahm. Das Gasthaus besitzt somit für die Gasthaus- und Brauereigeschichte von Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981979 | ||
| Villa | Karlstraße 32 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und Zwerchhaus, Mansardgiebel mit gekehltem Traufgesims, straßenseitig eingeschossiger Erker, profilierte Fenstergewände aus Sandstein; einschließlich Garten mit Einfriedung, Garteneinfassung, 1906
Die zweigeschossige Villa entstand in Rastatt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als nach Niederlegung der Festungsanlagen eine spät einsetzende Industrialisierung zum wirtschaftlichen Aufschwung und Wachstum der Stadt führten. Sie ist ein charakteristisches Beispiel für die städtebauliche wie auch wirtschaftliche Entwicklung der ehemaligen Residenz- und Festungsstadt zu dieser Zeit. Mit ihrer Kubatur sowie den Detail- und Zierformen zeigt sich die Villa überdies von Jugendstil und Reformarchitektur beeinflusst als bewusste Abkehr vom späten Historismus und besitzt somit auch architekturgeschichtliche Relevanz. |
96982050 | ||
| DIANA-Werke | Karlstraße 34 (Karte) |
Fa. Mayer & Grammelspacher, dreigeschossiger Fabrikbau mit Attikageschoss, verputzter Massivbau aus Ziegelmauerwerk mit Walmdach, im Inneren gusseiserne und hölzerne Stützen, erbaut 1900, neunachsiger Erweiterungsbau nach Osten, errichtet vor 1914, Betonskelettbau; vorgelagertes Pförtnerhaus, eingeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit profiliertem Traufgesims und Fabrikinschrift, Portikus; Lager- und Verwaltungsgebäude (ehemals Brauereien Ampt bzw. Engelberger), dreigeschossiger, abgewinkelter und verputzter Massivbau mit Attikageschoss, Walmdach, Stockwerksgesims mit Konsolen, erbaut 1850 bis 1860
Die Bedeutung der einstigen DIANA-Werke ergibt sich aus der wechselvollen Baugeschichte des Werks. Am heutigen Standort befand sich ehemals die sog. Obere Mühle, wovon sich der Mühl-Sockelstein von 1749 (i) im Fabrikgebäude an der Karlstraße erhalten hat. Hier wurde 1890 die Firma DIANA von Jakob Mayer und Josef Grammelspacher gegründet, welche Schusswaffen herstellte. Ein Werkstattgebäude von 1890 bildete die Urzelle der Fabrik und wurde nach einem großen Fabrikbrand im Jahr 1900 abgerissen. Der daraufhin im gleichen Jahr 1900 errichtete, dreistöckige Fabrikneubau mit Umfassungswänden aus Ziegelmauerwerk wurde alsbald - vermutlich noch vor 1914 - in östlicher Richtung durch einen neunachsigen Erweiterungsbau aus Eisenbeton verlängert. Dem Erweiterungsbau vorgelagert ist das einstöckige Pförtnerhaus. Diese drei Gebäudeteile bildeten - mit einer vereinheitlichten, schlichten Putzfassade - den Kernbereich der Fabrikation. Im Gelände etwas zurückgesetzt steht das unmittelbar nach Abschluss der Rastatter Festungsbauzeit zwischen etwa 1850 und 1860 errichtete Lagergebäude der beiden ehemaligen Brauereien Ampt bzw. Engelberger. Die abgewinkelte Grundform des Gebäudes folgt dem gekrümmten Verlauf des vermutlich im Zuge des Festungsbaus verlegten Oosbachs. Das Lagergebäude wurde als Verwaltungsbau der DIANA-Werke genutzt und verfügt über ausgedehnte, zumeist gewölbte Keller, die im Verlauf des Zweiten Weltkriegs zu Luftschutzzwecken umgenutzt worden sind. Im ehemaligen Eiskeller stehen zwei gusseiserne Stützen mit dorischen Kapitellen. Die ehemaligen DIANA-Werke, die bis 2015 in Rastatt produzierten, besitzen aufgrund ihrer wechselhaften Geschichte dokumentarischen Wert für die Stadt- und Wirtschaftsgeschichte von Rastatt. Darüber hinaus besitzen die Produktionshallen des Werkes bautechnikgeschichtliche Bedeutung, sind sie doch ein anschauliches Zeugnis einer spannenden Übergangsphase, in welcher um 1900 noch traditionell mit gusseisernen und hölzernen Stützen gebaut wurde und in der wenige Jahre später beim Erweiterungsbau der Materialwechsel in den seinerzeit hochmodernen Eisenbeton-Skelettbau erfolgte. |
101702730 | ||
| Gasthaus Zum Niederbühler Tor | Karlstraße 38 (Karte) |
Wohn- und Gastwirtschaftsgebäude, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Halbwalmdach und Zwerchhaus, Erdgeschoss aus rotem Buntsandstein, Obergeschosse verputzt, Fenstergewände aus rotem Buntsandstein, Giebel in Teilen Fachwerk, teils verbrettert, 1902; einschließlich Garteneinfassung mit Sandsteinpfosten und Eisengeländer, Toreinfahrt
Das Gasthaus Zum Niederbühler Tor wurde 1906 in unmittelbarer Nähe zu den benachbarten Diana Werken errichtet (s. Karlstraße 34) und entstand in einer Zeit, als in Rastatt nach Niederlegung der Festungsanlagen eine spät einsetzende Industrialisierung zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Es besitzt somit stadtbau- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. Mit seinen Jugendstilformen ist das Gasthaus darüber hinaus ein charakteristisches Beispiel, das sich vom späten Historismus dieser Zeit bewusst abgrenzt. Es ist somit auch von architekturgeschichtlicher Relevanz und als alte Traditionsgaststätte mit dem angrenzenden Biergarten ein anschauliches Zeugnis der Wirtshaus- und Freizeitkultur der Zeit um 1900. |
96982051 | ||
| Bundesfestung Rastatt | Käthe-Kollwitz-Straße 2 (Karte) |
Verdohlungen des Stinkgrabens und zugehörige Staufalle im befestigten Abschnitt im Zwischenbereich der Lünetten 41 und 42, zwei gemauerte Tonnengewölbe, Staufalle aus zwei Haltepfeilern mit Einschubschlitz, um 1845
Der Stinkgraben diente der Bewässerung des nördlichen nassen Grabens der Bundesfestung und führte unter dem Glacis und gedeckten Weg in den Graben des Unteren Anschlusses zwischen den Bastionen 20 und 21. Er ist damit ein wichtiges Zeugnis der wasserbautechnischen Einrichtungen innerhalb des komplexen Gesamtsystems der Festungsanlagen. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. |
109063882 | ||
| Wegkreuz aus Sandstein | Kehler Straße 1/1 (Karte) |
Gestiftet von Hans Jakob und Anna Elisabeth Fettig, 1712 (i)
Das Wegkreuz befindet sich südlich der barocken Kernstadt von Rastatt in Nähe einer Hauptquerung über die Murg und ist ein Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Als Stiftung besitzt sie überdies auch ortsgeschichtliche Bedeutung. |
96982054 | ||
| Villa | Kehler Straße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach, hoher Kellersockel aus Sandstein, Erschließung über überdachten Eingang mit Altan, Erdgeschoss mit geohrten Fenstergewänden und Keilstein sowie Balustergeländer, an der Südseite Balkon aus Sandstein, Garten und Einfriedung, erbaut 1916
Das stattliche, freistehende Gebäude nimmt in seiner barockisierenden Gestaltung Bezug auf die Architektur des 18. Jahrhunderts in der einstigen barocken Residenzstadt Rastatt. Es ist somit ein Beispiel für eine Strömung der Reformarchitektur, welche durch Rückgriff auf regionale Traditionen eine eigenständige Architektursprache zu entwickeln suchte. Das Gebäude ist ein anschauliches Zeugnis der Stadtbau- und Architekturgeschichte Anfang des 20. Jahrhunderts. |
96982055 | ||
| Wohnhaus | Kehler Straße 9 (Karte) |
Zweigeschossig, Backsteinbau mit Werksteingliederung, Walmdach, Risalit mit Krüppelwalmdach, erbaut um 1900
Die Auflassung der Festungswerke ab 1890 führte in Rastatt zu einer spät einsetzenden Industrialisierung und wirtschaftlichen Aufschwung. Der damit verbundene Zuzug und die gestiegenen Einwohnerzahlen machte den Bau von Wohnraum erforderlich. Das Gebäude ist ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung und mit der verklinkerten Fassade ein charakteristisches Beispiel für den Mietswohnhausbau des wilhelminischen Zeitalters. |
96982057 | ||
| Wohnhaus mit Gastwirtschaft | Kehler Straße 19 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Konsolgesims, Erschließung über mittigen Eingang mit Verdachung sowie kurzer Eingangstreppe, Stockwerksgesims, Fenster im Obergeschoss mit Verdachung, erbaut um 1850
Das stattliche, breitgelagerte Gebäude wurde wohl um 1850 errichtet und befindet sich südlich der barocken Kernstadt innerhalb des einstigen Festungsrings, der sich mit dem Ausbau zur Bundesfestung Mitte des 19. Jahrhunderts um das Stadtgebiet schloss. In dem Gebäude befand sich ehemals das Gasthaus Deutscher Hof - die einstige Funktion lässt sich noch heute an seiner Kubatur und dem mittigen Eingang ablesen. Mit dem Bau der Bundesfestung erhöhte sich auch der in Rastatt stationierte Anteil der Soldaten, was ebenfalls die Nachfrage an Gasthäusern steigen ließ. Das Gebäude ist ein Dokument der Wirtshausgeschichte in der einstigen Garnisonstadt und besitzt darüber hinaus auch Aussagekraft für die Stadtbaugeschichte Mitte des 19. Jahrhunderts. |
96982058 | ||
| Wohnhaus mit Gastwirtschaft | Kehler Straße 21 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau mit Eckturm, Veranda, Walmdach, traufständig, erbaut 1901.
Das Gasthaus wurde 1901 in Nähe des Kehler Tor errichtet (s. Kehler Straße 25), in einem Bereich, wo sich ursprünglich die Befestigungswerke der Bundesfestung befunden hatten. Ab 1890 wurden diese Anlagen niedergelegt und geschleift, wodurch neue Straßenzüge und Quartiere entstehen konnten und die spät einsetzende Industrialisierung zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Das Gebäude und besitzt stadtbau- wie auch wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. Mit der Betonung der Ecksituation durch einen Turmerker und die Erschließung des Gebäudes an der Gebäudeecke ist das Gasthaus ein typisches Beispiel für die städtische Architektur sowie der Wirtshaus- und Freizeitkultur dieser Zeit. |
96982059 | ||
| Wohnhaus | Kehler Straße 25 a (Karte) |
Fachwerk verschindelt, eingeschossig mit Kniestock, Mansardsatteldach, erbaut 1934.
Das kleine eingeschossige Wohnhaus wurde in den 1930er-Jahren als Fachwerkbau errichtet und veranschaulicht die damaligen Wohn- und Lebensverhältnisse der Mittelschicht. Mit seiner verschindelten Fassade und dem Mansardsatteldach zeigt es sich vom Heimatsstil beeinflusst und besitzt auch architekturgeschichtliche Bedeutung. |
96982061 | ||
| Kehler Tor | Kehler Straße 25 (Karte) |
Zweites Haupttor der Bundesfestung, Durchlass der Landstraße Frankfurt-Basel (heute B 3), rustizierter Sandsteintorbogen mit Rundbogenfries auf Konsolen, unterhalb Attika, erbaut um 1850.
Das Kehler Tor ist eines von zwei überlieferten Haupttoren der einstigen Bundesfestung Rastatt. Es erhob sich im Verbindungswall zwischen den Bastionen 12 und 13. Seine Rustikaarchitektur ist charakteristisch für Festungstore des Klassizismus, wobei das Bauwerk durch den weit vorkragenden Rundbogenfries eine mittelalterliche Anmutung im Sinne der damaligen Burgenromantik verliehen bekam. Beides sollte Festigkeit und Wehrhaftigkeit zum Ausdruck bringen. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1852 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Das Kehler Tor ist wichtiger Überrest der Festungsanlagen und dokumentiert Militärbaukunst um die Mitte des 19. Jahrhunderts. |
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| Zwei Wohnhäuser | Kehler Straße 26, 28 (Karte) |
Zweigeschossig, historistische Sandsteinbauten mit Risalit- und Turmgliederung, Mansarddach, 1899
Ab 1890 wurden die Festungsanlagen niedergelegt und geschl, wodurch neue Straßenzüge und Quartiere entstehen konnten. Die zwei markanten Wohnhäuser entstanden somit in in einer Zeit, als in Rastatt nach Niederlegung der Festungsanlagen eine spät einsetzende Industrialisierung zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Der damit verbundene Zuzug und die gestiegenen Einwohnerzahlen machten den Bau von Wohnraum erforderlich. Die beiden Mietswohnhäuser sind ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung und mit der Sandsteinfassade ein charakteristisches Beispiel für die Spielarten des Mietswohnhausbaus im wilhelminischen Zeitalters. |
96982062 | ||
| Sog. Schnapsgarten | Stadtgarten (Karte) |
Stadtgarten, landschaftliche Anlage, entstanden auf dem südlichen Teil der Festungsanlagen des „Mittleren Anschlusses“, See als letzter erhaltener Teil des Wassergrabens, daneben als Rest der Wallanlagen der Bastion 11 Erdhügel, außerdem Reste des stadtseitigen Mauerwerks der Bastionskehle mit Zugang zu den Kasematten, Sandsteinmauerwerk mit Scharten und Bogenfenstern, um 1850, Parkanlage nach 1894
Der Stadtgarten erstreckt sich im Areal des südwestlichen Abschnitts der Bundesfestung Rastatt, dem sog. Mittleren Anschluss zwischen dem Fort C im Nordwesten und der Leopoldsfeste im Süden. Er veranschaulicht die Umwandlung des Festungsgeländes nach der ab 1890 einsetzenden Schleifung. In den Park einbezogen wurden zur Geländemodellierung der landschaftlich gestalteten Anlage Teile der Bastion 11 sowie des Wassergrabens als See. Der Park ist wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Siedlungsgeschichte Rastatts nach Aufhebung der Festungseigenschaft. Der Stadtgarten selbst dokumentiert dabei die Gartenkunst um 1900. |
96982064 | ||
| Wegkreuz | Kehler Straße 31 (Karte) |
Kleeblattkreuz aus Sandstein, aufgesetzt auf jüngerem hohen roten Sandsteinpfosten, mit zwei Wappenschilden der Stadt Rastatt und Baden-Sponheim, darüber am oberen Ende Datierung, auf dem linken Kreuzarm Richtungsangabe, unterhalb des Kreuzungsfeldes Wegzeitangabe, 1571 (i), 1980 restauriert
Das Wegkreuz befindet sich an einer Stelle, wo sich ehemals vor der Rastatter Festung mit dem Kehler Tor (s. Kehler Straße 25) die Straßen nach Offenburg und Kehl teilten. Hier wurde es Mitte des 19. Jahrhunderts beim Kehler Tor aufgestellt und wohl im 20. Jahrhundert an den heutigen Standtort versetzt. Das Kreuz - inschriftlich auf das Jahr 1571 datiert - ist mit den Wappen der Stadt Rastatt und Baden-Sponheim und Angaben von Wegstunden versehen und stand wohl ursprünglich an der Gemarkungsgrenze der Gemeinde Rastatt. Als frühester Beleg für das Rastatter Stadtwappen außerhalb des Siegelbereiches besitzt das Kreuz wichtigen dokumentarischen wie auch heraldischen Wert. Es ist somit nicht nur ein Zeugnis der Religiosität, sondern auch ein Dokument der Landesgeschichte im 16. Jahrhundert. |
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| Denkmal des 40. Füsilierregiments Rastatt | Brucknerstraße (Karte) |
Großer Obelisk mit bekrönendem Adler, nach Plänen des Architekten Hermann Reinhard Alker, Karlsruhe, eingeweiht am 31. Juli 1927, seit 1986 am jetzigen Ort aufgestellt
Das Denkmal stand ursprünglich in der Mittelachse des Schlossparks, der 1922 bis 1924 durch Prof. Max Laeuger umgestaltet worden war. 1964 wurde es im Zuge der erneuten Parkumgestaltung abgebaut. Seit 1986 ist es am jetzigen Ort wieder aufgestellt. Die hohe, obeliskartige Sandsteinstele wird von einem die Schwingen schlagenden Adler - Symbol des Deutschen Reiches - bekrönt. Im unteren Bereich verweisen Inschriften in patriotisch-martialischer Weise auf das in Rastatt stationierte Füsilierregiment Nr. 40, welche im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 an der Westfront eingesetzt waren. Das Denkmal ist damit ein wichtiges Zeugnis der Militär- und Garnisonsgeschichte Rastatts in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und die teils ausgeprägt nationalpatriotische Gedenkkultur zur Zeit der Weimarer Republik. |
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| Proviantmagazin o. a. Körnermagazin der Bundesfestung | Leopoldplatz 1, 1/1, 1/2, 1/3, 1/4 (Karte) |
Später Lagerhalle Fa. Stierlen-Maquet AG (heute Wohnungen), dreigeschossiger verputzter Massivbau, bombensichere Dachdeckung mit langer Reihe flacher Giebel, Ecken als Turmrisalite mit polygonalen, zinnengeschmückten Ecktürmchen, Rundbogenfriese und Lisenen, 1855/56 (i)
Das riesige, langgestreckte Gebäude flankiert die Westseite des früheren Exerzierplatzes im Vorfeld der einstigen Leopoldsfeste. Es diente als bombensicheres Proviantmagazin der Bundesfestung und hätte im Belagerungsfall über den flach geneigten Giebel eine Erdaufschüttung erhalten. Die nüchterne Architektur des Funktionsbaus wird durch Rundbogenfriese und turmartige Eckrisalite mit kleinen, zinnengeschmückten Polygonaltürmchen aufgelockert bzw. rhythmisiert. Diese Gestaltung im Sinne der Burgenromantik ist charakteristisch für Militärbauten um die Mitte des 19. Jahrhunderts und sollte den wehrhaften Charakter bzw. die Funktion der Bauten unterstreichen. Dabei ging es auch um den Appell an die Soldaten zu den Werten mittelalterlichen Rittertums. Das Gebäude sollte die Versorgung der rund 6000 Mann starken Garnison und weiterer, im Belagerungsfall in der Festung untergebrachter Truppenteile sichern. Es ist ein anschauliches Beispiel für einen Speicherbau des 19. Jahrhunderts und hat wichtige Bedeutung für die Bau- und Infrastrukturgeschichte der 1842 bis 1852 errichteten Bundesfestung Rastatt. |
98837841 | ||
| Ostflügel der Defensivkaserne des Reduits 9 der Leopoldsfeste | Leopoldplatz 11, 12, 13, 14, 15 (Karte) |
Heute Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau über hohem Sockelgeschoss, flach geneigtes Satteldach, Segmentbogen- und Rechteckfenster, 1844 bis 1852 (a), Umbau zum Wohnhaus nach 1928
Der langgestreckte Bau ist der letzte obertägig sichtbare Rest der einstigen Reduitkaserne der Leopoldsfeste. Es handelt sich um den früheren Ostflügel der langgestreckten Anlage, der die Schleifung des Festungswerkes mit seiner Defensivkaserne 1927/28 überstanden hat. Die Kaserne wurde danach zum Wohnhaus umgebaut und dokumentiert so den sozialen Wohnungsbau in der von Wohnungsarmut geprägten Zeit der Weimarer Republik. Die Leopoldsfeste war das größte von drei Forts, welche die Hauptwerke der Stadtumwallung bildeten. Als letzter Rest dieses Forts, an dem 1844 der Grundstein für den Bau der Bundesfestung gelegt wurde, ist das Gebäude ein wichtiges Zeugnis der Festungsbaugeschichte und der Anlage der Verteidigungswerke, die stadtseitig als bombensichere Rückzugsräume verteidigungsfähige Kasernen aufwiesen. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1852 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. |
96982073 | ||
| Waisenhaus (Nr. 4) (bis 1971 Meyer-Margareten-Mädchen-Waisenhaus-Stiftung in Rastatt) | Leopoldring 2 c, 4 (Karte) |
Kinderheim und Kindertagesstätte, zweigeschossig, verputzter Werksteinbau mit Eckrisaliten und Portalvorbau, Walmdach, gegründet 1835, erbaut 1909; Rückgebäude (Nr. 2c), Kantorenhaus, eingeschossig, verputzter Werksteinbau mit Mansardwalmdach, Wohnhaus des Kantors und Lehrers der jüdischen Gemeinde, Architekt Ludwig Levi, erbaut 1906; am Gebäude Nr. 2c Gedenktafel von 1964 zur Erinnerung an die Synagoge auf dem Grundstück (Flstnr. 5390), erbaut 1905/06, zerstört 1938
In dem Gebäude war die Meyer-Margareten-Mädchen-Waisenhaus-Stiftung untergebracht mit der Stadt Rastatt als Träger. Das Kinder- und Jugendheim bestand von 1835 bis 1971 und veranschaulicht die bauliche Umsetzung einer sozialen Fürsorgeeinrichtung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf der benachbarten Parzelle befand sich ehemals die jüdische Synagoge in Rastatt, welche 1938 zerstört worden ist. Der Ort besitzt somit auch stadtgeschichtliche Bedeutung für das jüdische Leben in Rastatt und Zerstörungen der Synagogen im Rahmen der Novemberpogrome. Das benachbarte Rabbinat blieb hingegen erhalten, an dem 1964 eine Gedenktafel angebracht wurde. |
96982066 | ||
| Wohnhaus | Leopoldring 10 (Karte) |
Dreieinhalbgeschossiger verputzter Werksteinbau, zum Teil Fachwerk, Krüppelwalmdach, Traufe mit aufgemaltem Fries, Eckerker mit Turmaufbau, erbaut 1901
Die Auflassung der Festungswerke ab 1890 hatte in Rastatt eine spät einsetzende Industrialisierung und wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge. So machten der damit verbundene Zuzug und die gestiegenen Einwohnerzahlen den Bau von Wohnraum erforderlich. Das Mietswohnhaus dokumentiert diese städtebauliche Entwicklung und ist mit den neugotischen Architekturelementen sowie der Betonung der Ecklage durch einen markanten Erker mit Turmaufbau ein charakteristisches Beispiel für die Spielarten des Historismus im Mietswohnhausbau des wilhelminischen Zeitalters. |
96982067 | ||
| Doppelhaus | Leopoldring 16, 18 (Karte) |
Wohnhaus, dreieinhalbgeschossig, Backstein-Werksteinbau mit Eckrisaliten und Balkonen, rückwärtige Seitenflügel; eingeschossiges Hofgebäude (Nr. 18); Einfriedung und Gartenflächen, erbaut 1901/02
Die Auflassung der Festungswerke ab 1890 führte in Rastatt zu einer spät einsetzenden Industrialisierung und wirtschaftlichen Aufschwung. Der damit verbundene Zuzug und die gestiegenen Einwohnerzahlen machten den Bau von Wohnraum erforderlich und ließen neue Quartiere entstehen. Das Doppelwohnhaus dokumentiert diese städtebauliche Entwicklung und ist mit den Architekturelementen im Schweizerhausstil ein Beispiel für die historistischen Spielarten des Mietswohnhausbaus im wilhelminischen Zeitalter. |
96982068 | ||
| Villa | Leopoldring 17 A; Markgrafenstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit kassettiertem Taufgesims, Stockwerksgesims, an Westseite Säulenportikus mit Balkonaufbau und Freitreppe, an Südseite eingeschossiger Standerker mit Balkonaufbau, Ostseite mit zweigeschossigem Anbau mit Loggia, geohrte Fenstergewände im Erdgeschoss, Garten, um 1920/30
Die Villa wurde in den 1920/1930er-Jahren in einem Bereich errichtet, wo sich ursprünglich Teile der Befestigungsanlage befunden hatten. Die Anlage wurde ab 1890 aufgelassen und geschleift, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Das repräsentativ gestaltete Gebäude, welches mit dem markanten, halbrunden Balkon die exponierte Ecklage auf einem spitz zulaufenden Grundstück betont, dokumentiert diese städtebauliche Entwicklung. Mit seinem kubischen Baukörper, dem großen Walmdach und barockisierenden Details ist es ein charakteristisches Beispiel für die traditionalistischen Architekturströmungen der Entstehungszeit. Die Villa veranschaulicht den Wohlstand und Repräsentationswillen der einstigen Erbauer und die Wohnverhältnisse der gehobenen Bevölkerungsschichten und besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982093 | ||
| Villa des Architekten August Diehm | Leopoldring 19 (Karte) |
Wahrscheinlich von ihm erbaut, zweieinhalbgeschossig, Haustein- und Werksteinbau mit Erkern, Türmen, Balkonen, Zwerchhäusern, zum Teil Fachwerk, Mansarddach, Garten und Garteneinfassung, 1901
Die Auflassung der Festungswerke ab 1890 führte in Rastatt zu einer spät einsetzenden Industrialisierung und wirtschaftlichem Aufschwung. Damit verbunden waren Zuzug und gestiegene Einwohnerzahlen, welche den Bau von Wohnraum erforderlich machten und neuen Wohnquartiere entstehen ließen. Das markante und stattliche Wohnhaus des Architekten Diehm ist ein anschauliches Zeugnis für diese städtebauliche Entwicklung und prägender Bestandteil der gehobenen Bebauung in diesem Abschnitt des Leopoldrings. Es ist ein Beispiel für die Lebens- und Wohnkultur der privilegierten Bevölkerungsschichten und dokumentiert mit den markanten, geschweiften Zwerchhäusern die historistischen Spielarten des Wohnhausbaus im wilhelminischen Zeitalter. |
96982069 | ||
| Villa | Leopoldring 20 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossig, Haustein- und Werksteinbau mit Erkern und Zwerchhäusern in gotisierenden Formen, Garten mit Einfriedung, erbaut 1904 von Hermann Billing
Die Auflassung der Festungswerke ab 1890 hatte in Rastatt eine spät einsetzende Industrialisierung und wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge. Der damit verbundene Zuzug und die gestiegenen Einwohnerzahlen machten den Bau von Wohnraum erforderlich und ließen neue Wohnquartiere entstehen. Die stattliche Villa, die nach Entwurf des namhaften Architekten Hermann Billing errichtet wurde, ist ein anschauliches Zeugnis für diese städtebauliche Entwicklung und Bestandteil der gehobenen Wohnbebauung in diesem Abschnitt des Leopoldrings. Es ist ein Beispiel für die Lebens- und Wohnkultur der privilegierten Bevölkerungsschichten und dokumentiert mit den markanten, geschweiften Zwerchhäusern die historistischen Spielarten des Wohnhausbaus im wilhelminischen Zeitalter. |
96982070 | ||
| Wohnhaus | Leopoldring 24 (Karte) |
Dreigeschossig, verputzter Werksteinbau, Walmdach mit Zwerchhäusern, Balkone, dreigeschossige hölzerne Loggia im Schweizer Landhausstil, Einfriedung, erbaut 1898
Die Auflassung der Festungswerke ab 1890 führte in Rastatt zu einer spät einsetzenden Industrialisierung und wirtschaftlichem Aufschwung. Der damit verbundene Zuzug und die gestiegenen Einwohnerzahlen machten den Bau von Wohnraum erforderlich und ließen neue Quartiere entstehen. Das Wohnhaus dokumentiert diese städtebauliche Entwicklung und ist Bestandteil der gehobenen Wohnbebauung in diesem Abschnitt des Leopoldrings. Es veranschaulicht die Wohn- und Lebensverhältnisse der privilegierten Bevölkerungsschichten und ist mit seinen Architekturelementen im Schweizerhausstil ein Beispiel für die Spielarten des Wohnhausbaus im wilhelminischen Zeitalter. |
96982071 | ||
| Wohnhaus | Leopoldring 28 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossig, Haustein- und Werksteinbau, zum Teil Schindelmantel, Satteldächer über T-förmigem Grundriss, Einfriedung, erbaut 1898
Die Auflassung der Festungswerke ab 1890 führte in Rastatt zu einer spät einsetzenden Industrialisierung und wirtschaftlichem Aufschwung. Der damit verbundene Zuzug und die gestiegenen Einwohnerzahlen machten den Bau von Wohnraum erforderlich und ließen neue Quartiere entstehen. Als Bestandteil der gehobenen Wohnbebauung in diesem Abschnitt des Leopoldrings dokumentiert das Gebäude diese städtebauliche Entwicklung und ist mit den Architekturelementen des Schweizerhausstils ein Beispiel für die Spielarten des Wohnhausbaus im wilhelminischen Zeitalter. |
96982072 | ||
| Doppelwohnhaus für Bahnbedienstete | Lochfeldstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, Erschließung durch zwei Treppenhäuser, Eckrustizierungen, zugehörige Kleingärten, an Schmalseite in Okulus bezeichnet 1900 (i)
Mit der Aufhebung der Bundesfestung und Auflassung der Festungswerke ab 1890 wurde der Bahnhof in Rastatt von Westen in die Nähe der Innenstadt verlegt. Diese Veränderungen hatten eine spät einsetzende Industrialisierung und wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge und führten auch zu einem vermehrten Zuzug, was den Bau von Wohnraum erforderlich machte. Das ehemalige Wohnhaus für Bahnbeamte dokumentiert diese städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklung und besitzt in Rastatt stadtgeschichtliche Bedeutung. Darüber hinaus ist es ein Zeugnis der Bahn- und Verkehrsgeschichte der Zeit um 1900. |
98820037 | ||
| Wohn- und Verwaltungsgebäude | Ludwig-Wilhelm-Straße 14 (Karte) |
Heute Kindergarten, zweigeschossig, Putz-Werksteinbau mit Walmdach und Fledermausgaupen, erbaut 1913/14 in baulichem Zusammenhang mit der Ludwig-Wilhelm-Kaserne nach Plänen des Architekten Paul Oehler, nach dem 2. Weltkrieg französische Kaserne „Canrobert“
Das Wohn- und Verwaltungsgebäude wurde 1913/14 in Zusammenhang mit der Ludwig-Wilhelm-Kaserne (s. Am Schlossplatz 7, 9, Ludwig-Wilhelm-Straße 6/1, 6/2, 6/3, 8, 10, 14) nach Plänen des Architekten Paul Oehler erbaut, nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte es zu der französischen Kaserne „Canrobert“. Bei dem zweigeschossigen Massivbau handelt es sich um einen gut erhaltenen und deshalb exemplarischen Vertreter des Neubarock, der in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg hier im damals hochmodernen Baustil seiner Zeit auf qualitätvolle Weise und als Ausweis aktueller Militärarchitektur entstand. Das Gebäude besitzt neben den kunstvoll gearbeiteten Gewänden einen repräsentativen Mittelrisalit, der durch seine Neuinterpretation dekorativer barocker Bauzier eine vornehme Wirkung erzielt. Als Kasernenneubau ist es ein Dokument für die in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg forcierte Aufrüstung, die sich im Stadtbild Rastatts gerade durch die militärischen Neubauten vor den Augen der Bevölkerung einprägsam vollzog. Das Gebäude besitzt für die Militärgeschichte Rastatts Bedeutung und ist auch ein wichtiges Zeugnis der Stadtbau-, Stadt- und Architekturgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. |
96981893 | ||
| Villa | Ludwigring 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Traufgesims mit Zahnschnittfries, Mittelrisalit, Stockwerksgesims, Obergeschoss mit aufgeputzten Eckfelderungen, Erschließung über einläufige Eingangstreppe, Eingangsportal mit Bogengiebel, Garten mit Einfriedung, um 1920
Die Villa wurde in den 1920er-Jahren in einem Stadtteil errichtet, der sich an dem der Kernstadt gegenüberliegendem Ufer der Murg befindet. Ursprünglich befanden sich hier Teile der Befestigungsanlage, die ab 1890 aufgelassen und geschleift wurde, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Die repräsentative Villa, die sich mit dem geschweiften Giebel des Mittelrisalits vom Jugendstil beeinflusst zeigt, ist ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung und den sozialen Wandel, der sich in Rastatt mit der spät einsetzenden Industrialisierung vollzog. Das Gebäude besitzt somit für die Stadtbau-, Sozial- wie auch Architekturgeschichte Rastatts Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982074 | ||
| Wohnhaus | Ludwigring 15 (Karte) |
Zweigeschossig, verputzter Massivbau mit Kniestock, Mittelrisalit, Krüppelwalmdach, traufständig, Eckquaderung, erbaut 1905
Das Wohnhaus wurde 1905 in einem Stadtteil errichtet, der sich an dem der Kernstadt gegenüberliegendem Ufer der Murg befindet. Ursprünglich befanden sich hier Teile der Befestigungsanlage, die ab 1890 aufgelassen und geschleift wurde, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Mit der spät einsetzenden Industrialisierung stiegen auch die Bevölkerungszahlen und machten den Bau neuer Wohnungen erforderlich. Das Gebäude ist ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung. Es besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982077 | ||
| Wohnhaus | Ludwigring 17 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmmansarddach, dreiachsiger Mittelrisalit, Fassadengliederung durch Lisenen und Brüstungsfelder, Erschließung über traufseitige Eingangstür, um 1910/20
Das repräsentative Mietswohnhaus wurde um 1910/20 in einem Stadtteil errichtet, der sich an dem der Kernstadt gegenüberliegendem Ufer der Murg befindet. Ursprünglich befanden sich hier Teile der Befestigungsanlage, die ab 1890 aufgelassen und geschleift wurde, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Mit der spät einsetzenden Industrialisierung stiegen auch die Bevölkerungszahlen und machten den Bau neuer Wohnungen erforderlich. Das neuklassizistische Gebäude ist mit dem markanten Mittelrisalit ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung und veranschaulicht die Lebensverhältnisse der gut verdienenden Bevölkerungsschichten. Es besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982078 | ||
| Wohnhaus | Ludwigring 18 (Karte) |
Zweigeschossig, verputzter Massivbau mit Zwerchhaus in Form eines achteckigen Türmchens, Krüppelwalmdach, traufständig, erbaut 1901; Garteneinfassung.
Das Wohnhaus wurde 1901 in einem Stadtteil errichtet, der sich an dem der Kernstadt gegenüberliegendem Ufer der Murg befindet. Ursprünglich befanden sich hier Teile der Befestigungsanlage, die ab 1890 aufgelassen und geschleift wurde, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Mit der spät einsetzenden Industrialisierung stiegen auch die Bevölkerungszahlen und der Bedarf an neuem Wohnraum. Das Gebäude ist ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung. Es besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982079 | ||
| Wohnhaus | Ludwigring 19 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Krüppelwalmmansarddach, gekehltes Traufgesims, Mittelrisalit, geschwungener Balkon aus Sandstein mit Balustrade, im Erdgeschoss Rundbogenfenster mit Schlussstein, Eckrustika Erschließung über mittige Eingangstür mit Oberlicht und bauzeitlichem Türblatt, Einfriedung, um 1910/20
Das gehobene Mietswohnhaus wurde um 1910/20 in einem Stadtteil errichtet, der sich an dem der Kernstadt gegenüberliegendem Ufer der Murg befindet. Ursprünglich befanden sich hier Teile der Befestigungsanlage, die ab 1890 aufgelassen und geschleift wurde, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Mit der spät einsetzenden Industrialisierung stiegen auch die Bevölkerungszahlen und machten den Bau neuer Wohnungen erforderlich. Das repräsentativ gestaltete Gebäude, welches mit dem geschweiften Balkon barocke Architekturformen verwendet, ist ein Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung und veranschaulicht die damaligen Wohnverhältnisse der gut verdienenden Bevölkerungsschichten. Es besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982080 | ||
| Wohnhaus | Ludwigring 21 (Karte) |
Dreigeschossig, verputzter Massivbau mit Mansarddach, turmartig ausgebildete Gebäudeecke mit Kuppeldach, Fassadengliederung durch aufgeputzte Eckrustika, Fenster mit Schlusssteinen und Brüstungsfeldern, um 1910/20
Das repräsentative Mietswohnhaus wurde in barockisierenden Formen um 1910/20 in einem Stadtteil errichtet, der sich an dem der Kernstadt gegenüberliegendem Ufer der Murg befindet. Ursprünglich befanden sich hier Teile der Befestigungsanlage, die ab 1890 aufgelassen und geschleift wurde, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Mit der spät einsetzenden Industrialisierung stiegen auch die Bevölkerungszahlen und machten den Bau neuer Wohnungen erforderlich. Das stattliche Gebäude ist mit dem markanten Eckturm ein stadtbildprägendes Beispiel für diese städtebauliche Entwicklung und veranschaulicht die Lebensverhältnisse der gut verdienenden Bevölkerungsschichten. Es besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96982081 | ||
| Kaserne Bastion 30 | Ferdinand-Stieffell-Straße; Josefstraße 44/1, 44/2, 44/3, 44; Michael-Ludwig-Rohrer-Straße 1, 1/1, 2, 3, 3/1, 4, 5, 5/1, 6, 8 (Karte) |
Später Quartier Joffre, ausgedehnte Kasernenanlage im Areal der einstigen Bastion 30 der Bundesfestung, errichtet für das Infanterieregiment Markgraf Ludwig (3. Bad.) Nr. 111 Rastatt, 1913 bis 1918 (a), im Ersten Weltkrieg Reservelazarett „IV Bastion 30“, auch Militärlazarett für französische Kriegsgefangene, 1936 bis 1939 Artilleriekaserne Abteilung Artillerieregiment 35, nach 1945 Standort des französischen Instandsetzungs-Regiments, seit 1985 6. Regiment du Matériel, bestehend aus:
Der ausgedehnte Baukomplex dokumentiert Rastatter Militär- und Garnisonsgeschichte vom 19. Jahrhundert bis in die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Ältester Bestandteil ist ein kleiner Sandsteinbau im Südwesten, der wohl noch in die Zeit der Bundesfestung gehört, während das Gebäude Ferdinand-Stieffell-Straße 9 stilistisch kurz nach der begonnenen Niederlegung der Festungswerke 1890 entstanden sein dürfte. Im Areal entstand dann zwischen 1913 und 198 eine große Kasernenanlage für das Infanterieregiment Markgraf Ludwig Nr. 111 ein Kasernenkomplex mit Mannschaftsbauten, Offizierskasino und Nebengebäuden wie Turnhalle, Stallungen und Werkstätten. Dieser Komplex wurde im Zuge der Remilitarisierung des Rheinlandes durch die nationalsozialistische Regierung ab 1836 wieder in Benützung genommen und erweitert, um hier ein Artillerieregiment unterzubringen. Nach dem zweiten Weltkrieg diente der Komplex bis 1989 als Kaserne der französischen Besatzungstruppen, die im Areal ebenfalls Bauten errichten ließen, so e1952 einen Kinosaal zur Unterhaltung der Truppe. Die überlieferten bauten veranschaulichen dabei Entwicklungen und Architektur von Kasernenbauten zwischen dem Ende des preußisch-deutschen Kaiserreiches und der unmittelbaren Nachkriegsära. |
96981977 | ||
| Gedenkstätte des Infanterie-Regiments von Lützow für die Gefallenen in Ostafrika | Lützowerstraße (Karte) |
Südwestafrika und im 1. Weltkrieg, Granitblock mit Adler und Gedenktafel
Die Gedenkstätte in Form eines Granitblocks mit Adler und einer Bronzeplatte befindet sich vor dem Gebäude der Leopoldskaserne (s. Lützowerstraße 7, 9) und erinnert an die Gefallenen des Infanterie-Regiments von Lützow in Ostafrika, Südwestafrika und im Ersten Weltkrieg. Mit der für die damalige Zeit eigenwilligen Gestaltung der Schrifttype ist es ein anschauliches und sprechendes Zeugnis der Kolonial- wie auch Militärgeschichte Ende des 19. Jahrhunderts und Dokument der Erinnerungskultur des einstigen Infanterie-Regiments von Lützow. |
96982084 | ||
| Festungslazarett bzw. Spital der Bundesfestung | Lützowerstraße 10 (Karte) |
In den 1920er-Jahren Polizeikaserne, dann bis 1939 Heil- und Pflegeanstalt, nach dem Zweiten Weltkrieg Durchgangslager für Flüchtlinge aus dem deutschen Osten (heute Zentralarchiv für archäologische Funde des Landes Baden-Württemberg), dreiflügeliger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flachgeneigtem Walmdach, Werksteingliederungen, u. a. Ecklisenen mit Blendmaßwerk und Segmentbogenfries, Segmentbogenfenster, Wasserspeier, bombensichere Einwölbung, errichtet nach Entwürfen des österreichischen Ingenieuroffiziers Daniel von Salis-Soglio, 1848 bis 1854 (a); zugehöriger Garten
Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis der Infrastruktur der Bundesfestung Rastatt und diente als Lazarett für die Garnison. Das ein einfacher militärischer Funktionsbau durchaus ansprechend und repräsentativ gestaltet werden konnte, zeigen die Fassaden. Das Gebäude ist dabei ein charakteristisches Beispiel für den romantischen Klassizismus, der in freier Interpretation Motive mittelalterlicher Architektur verwendet, die hier in den Eckpilastern und Bogenfriesen sowie dem Wasserschlag als Sohlbankgesims der Obergeschossfenster deutlich wird. Die Räume im Inneren sind bombensicher gegen Steilfeuer aus Wurfgeschützen wie Mörsern eingewölbt. Unter dem flachen Walmdach verbirgt sich eine Erdabdeckung. Im Kriegsfall hätte man dieses abgebaut und das Festungslazarett als Kavalier, als erhöhte Geschützstellung hinter dem Festungswall verwendet. Daher gibt es im Mauerwerk Wasserspeier, um das Regenwasser von der Artillerieplattform abzuleiten. Entworfen wurde der damit multifunktionale Bau von dem österreichischen Hauptmann Daniel von Salis-Soglio (1826 bis 1919), der als junger Ingenieur am Bau der Bundesfestung unter den Österreichern Georg Eberle (1785 bis 1855) und Michael Ritter von Maly (1799 bis 1858) beteiligt war und später zu den wichtigen Festungsbaumeister der k.u.k.-Monarchie aufsteigen sollte. Das Gebäude ist ein architektonisch anspruchsvoll gestaltetes Zeugnis der Militärbaukunst um die Mitte des 19. Jahrhunderts und ein wichtiges Beispiel für Garnisons- und Infrastrukturbauten einer Großfestung der damaligen Zeit. |
96982085 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Lyzeumstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, Eckhaus zur Schlosserstraße, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit massivem Erdgeschoss und Obergeschoss aus Fachwerk errichtet, Umbau mit Verlängerung des Gebäudeteils an der Schlosserstraße bis zum Nachbargrundstück durch den Rastatter Baumeister Eduard Degler, 1898
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der Kernstadt von Rastatt und ist als einstiges Rastatter Handwerkerhaus prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der sogenannten Georgenvorstadt. Es ist ein wichtiger Hinweis auf das damalige soziale Gefüge in diesem Areal der Rastatter Altstadt. Erbaut wurde das Gebäude in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts erweitert. Mit dem damit einhergehenden Umbau in einen Massivbau dokumentiert es eine für dieses Stadtquartier charakteristische Entwicklung und ist somit von stadtbaugeschichtlichem Wert. |
96982087 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Lyzeumstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, profiliertes Traufgesims mit Zahnschnittfries, als Massivbau erbaut im frühen 18. Jahrhundert, im Erdgeschoss Ladeneinbau mit äußerer Gestaltung aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde im frühen 18. Jahrhundert erbaut und befindet sich in der Georgenvorstadt von Rastatt. Das einstige Handwerkerhaus ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung und veranschaulicht die damaligen Wohn- und Arbeitsverhältnisse wie auch das soziale Gefüge in diesem Bereich von Rastatt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war in dem Gebäude eine Bäckerei untergebracht. Aus dieser Zeit stammt der Ladeneinbau anstelle einer seitlichen Tordurchfahrt, dessen heutige Gestaltung in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg datiert. Aufgrund seines aussagekräftig überlieferten Baubestands ist das Wohn- und Geschäftshaus ein seltenes Dokument der Stadtbaugeschichte von Rastatt. |
96982088 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Lyzeumstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und profiliertem Traufgesims, Treppenhaus auf der Hofseite unter dem abgeschleppten Dach, frühes 18. Jahrhundert, zunächst Umbau des Erdgeschosses im 19. Jahrhundert, Umbau des Obergeschosses durch den Rastatter Baumeister Franz Degler, 1897
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde im frühen 18. Jahrhundert erbaut und befindet sich in der Georgenvorstadt von Rastatt. Das einstige Handwerkerhaus ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung und veranschaulicht die damaligen Wohn- und Arbeitsverhältnisse wie auch das soziale Gefüge in diesem Bereich der Altstadt. Es besitzt Aussagekraft für die Stadtbau- und Sozialgeschichte von Rastatt. |
96982089 | ||
| Wohnhaus | Lyzeumstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit gekehltem Traufgesims, Stockwerksgesims, Eckrustika an nördlicher Gebäudeecke, Ecknische an der Schlossstraße mit Rahmung und Madonnenfigur, Mitte 18. Jahrhundert
Das repräsentative Wohnhaus befindet sich in markanter Ecklage in Nähe der Residenz und wurde Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Es ist städtebaulich prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der Lyzeum- und Schiffstraße, dessen Ecklage zusätzlich durch eine qualitätvoll gestaltete Nische mit Madonnenfigur betont wird. Das Gebäude überliefert ein barockes Modellhaus und besitzt dokumentarischen Wert für die Stadtbaugeschichte von Rastatt. Darüber hinaus ist es als einstiges Wohnhaus des gesellschaftlich angesehenen und vermögenden Hofmalers Heinrich Lihl (1690 bis 1757) - an dem sich durch Lage und Gestaltung der gesellschaftlich gehobene Status ablesen lässt - ein aussagekräftiges Zeugnis für die Sozialtopographie in näherem Umfeld der Rastatter Residenz zur Zeit des 18. Jahrhunderts. |
96982090 | ||
| Ludwig-Wilhelm-Gymnasium | Lyzeumstraße 11 (Karte) |
Piaristenkloster (seit 1808 Lyzeum, Städtisches Gymnasium 1961), Dreiflügelanlage mit zurückversetztem Mittelbau, verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach und profiliertem Traufgesims, Mittelbau dreigeschossig, Seitenflügel zweigeschossig, Fassadengliederung durch Eckquaderung und Brüstungsfelder, fünfachsiger Mittelbau um 1725 von Johann Peter Ernst Rohrer (1687 bis 1762) als Pfarrhaus der Schlosskirche errichtet, Erweiterung um je drei Achsen nach Norden und Süden, sowie Anbau der beiden Seitenflügel 1738 bis 1747 mit Einrichtung des Piaristenklosters; Historische Lehrerbibliothek [§ 12], untergebracht in drei Sälen des Gebäudes, historischer Buchbestand mit ca. 10.000 Titeln in etwa 18.000 Bänden des 15.-19. Jahrhunderts
Das schlossähnliche und repräsentative Gebäude des heutigen Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Rastatter Residenz und veranschaulicht den unter Markgräfin Maria Sybilla vorangetriebenen Ausbau Rastatts zur Residenzstatt sowie die Förderung von Bildung und Kultur in dieser Zeit. Dazu zählt auch die Stiftung des Rastatter Priaristenkollegs durch die Markgräfin 1715, mit welcher der Beginn der Büchersammlung der Historischen Lehrerbibliothek des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums in Rastatt einherging sowie der Ausbau des Gebäudes 1748 bis 1747, welches vom Lehrorden der Piaristen als Kloster- und Schulgebäude genutzt wurde. Das Gebäude ist somit ein wichtiges und besonders aussagekräftiges Dokument der Ordens-, Bildungs-, und Schulgeschichte in Rastatt und besitzt Bedeutung für die städtebauliche Entwicklung im näheren Umfeld der Residenz. Hinzu kommt die frühere Lehrerbibliothek, welche zu den umfangreichsten und wertvollsten Gymnasialbibliotheken in Baden-Württemberg gehört und im Laufe der Jahrhunderte fast keine Bestandsverluste zu verzeichnen hatte. Sie besitzt überörtliche Bedeutung aufgrund ihrer Beziehung zum Kulturbereich des Landes und weist eine enge Verflechtung mit anderen vom Oberrhein stammenden historischen Buchbeständen des Landes auf. Wegen ihrer exemplarischen Bedeutung und ihres Seltenheits- und Originalitätswertes ist sie für die Kulturgeschichte in Baden-Württemberg sowie für die Geschichte der Druckentwicklung im allgemeinen sowie die oberrheinische Druckgeschichte von herausragendem dokumentarischen Wert. |
96982091 | ||
| Schloss Rastatt | Herrenstraße 18, 20; Lyzeumstraße 12, 14; Poststraße 21 (Karte) |
1705 bis 1771 (a) Residenzschloss der Markgrafen von Baden-Baden (heute Museen), umfangreicher, axial auf die Stadt bezogener Baukomplex aus überwiegend zwei- bis dreigeschossigen verputzten Massivbauten mit Walmdächern, im Zentrum leicht erhöht liegende Dreiflügelanlage um weiten Ehrenhof, dreigeschossiges Corps de Logis mit erhöhtem Mittelpavillon, Mansarddach mit Kuppelaufbauten, reiche Fassadengestaltung, Seitenflügel mit Arkaden, im Inneren qualitativ hochwertig ausgestattete Räume mit Stuck von Giovanni Battista Artario und Johannes Schütz, Fresken von Paolo Manni, Giuseppe Roli, Pietro Antonio Farina und Giuseppe Cacciolo, sowie Wandbespannungen, errichtet im Auftrag des Markgrafen Ludwig Wilhelm nach Entwurf von Domenico Egidio Rossi anstelle eines 1697 begonnenen Jagdschlosses, 1699 bis 1707 (a), Fortführung des Baus unter Markgräfin Sibylla Augusta mit Sibyllenbau und kath. Schlosskirche zum Heiligen Kreuz (Lyzeumstraße 12) mit Kuppel, kostbarer Ausstattung, u. a. mit textilen Wandbespannungen und Deckengemälde von Johann Hiebel, 1722 (i), sowie Heiliger Stiege, errichtet durch Johann Michael Ludwig Rohrer, 1710 bis 1723 (a), Modernisierung der Stuckdekorationen durch Johannes Schütz, 1747 bis 1752 (a), Südflügel, urspr. Theater (Poststraße 21), errichtet nach Entwurf von Franz Ignaz Krohmer, 1740 bis 1762 (a); Hofgarten, Anlage durch Christoph Spahn, ab 1699, Le Maire, 1705 bis 707, Johann Baptist Hildt, um 1740, endgültige Fertigstellung nach Entwurf von Franz Ignaz Krohmer unter Carl Friedrich von Baden-Durlach, 1772 (a), ab 1840 durch die Bundesfestung im Süden beschnitten, Parkneugestaltung durch Prof. Max Laeuger, Karlsruhe, 1928 (a), Umgestaltung durch Gunnar Martinson, 1988 (a)
Das einstige markgräfliche Residenzschloss zu Rastatt erhebt sich leicht erhöht über der eigentlichen Stadt, die im Anschluss an den Schlossbau gegründet und über ein dreistrahliges Achsensystem auf dessen Ehrenhof bezogen wurde. Darin zeigt sich eine enge Verzahnung von Herrscherpalast und zugehöriger Stadt. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655 bis 1707), wegen seiner Siege für den Kaiser und das Reich im Türkenkrieg 1683 bis 1699 gen. Türkenlouis, schuf sich hier inmitten der Oberrheinebene eine neue Residenzhauptstadt mit Palast. Ursprünglich 1697 als Jagdschloss begonnen, erfolgte nur zwei Jahre später nach Entwürfen von Domenico Egidio Rossi (1659 bis 1715) der vollständige Um- und Ausbau der Anlage zum neuen Residenzschloss, war doch das ältere Stadtschloss in Baden-Baden im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Franzosen verwüstet worden. Der neue Palast war ein höchst innovativer Bau, der in seiner ganzen Anlage und Axialität Maßstäbe setzte und von ausschlaggebender Bedeutung war für den Residenzbau im Alten Reich des 18. Jahrhunderts wurde. Hier entstand eine der ersten offenen Ehrenhofanlagen und eine für den deutschen Schlossbau charakteristische Raumanordnung im Corps de Logis, die sog. deutsche Schlossmitte, bei der auf das Vestibül im Erdgeschoss über ein Prunktreppenhaus ein Vorplatz bzw. ein Gardesaal im ersten Obergeschoss (Beletage) erreicht wird, von dem aus zu beiden Seiten eines zentralen Festsaals die Appartements des Landesherrn und seiner Gemahlin erschlossen sind. Ausschlaggebend für diese Anordnung waren Bedürfnisse eines seit dem späten 17. Jahrhunderts durch Absprachen unter den Reichsfürsten festgelegten Zeremoniells. Mit seinem Palastbau, der zu den absoluten Höhepunkten hochbarocker Architektur in Süddeutschland zählt, suchte der Markgraf seine Ansprüche auf eine Rangerhöhung wie z. B. den Kurfürstenhut oder wenigstens einen Herzogstitel gegenüber dem Kaiser herauszustellen. Er verwies dabei mit der Ikonographie des Inneren deutlich auf seine Verdienste als Feldherr, der das Reich gegen dessen Feinden, die Osmanen und die Franzosen, erfolgreich verteidigte. Dabei ist das bildliche Programm im Inneren als bewusster Gegenentwurf zum Programm Ludwigs XIV. in Versailles zu lesen. Nach dem Tod Ludwig Wilhelms führte seine Gemahlin Sibylla Augusta (1675 bis 1733) als Vormund der gemeinsamen Kinder die Bauarbeiten fort. Nun entstand nach Entwürfen von Johann Michael Ludwig Rohrer (1683 bis 1732) die Schlosskirche zum Heiligen Kreuz, einer aufgrund der überlieferten textilen Wandbespannungen und der Pietra-dura-Arbeiten kostbarsten Sakralräume des Hochbarock in Südwestdeutschland samt einer Heiligen Stiege, die von der tiefen persönlichen Frömmigkeit der Landesherrin und ihrer Bemühungen um die Stärkung der katholischen Konfession zeugt. Das Schloss wurde bis 1762 ausgebaut. Mit dem Erlöschen der katholischen Linie Baden-Baden 1771 verlor Rastatt seine Residenzfunktion, auch wenn es noch von Markgraf Carl Friedrich von Baden-Durlach genutzt und erst unter ihm der barocke Hofgarten endlich vollendet wurde. Er stellt in seiner heutigen Form allerdings eine Nachschöpfung von 1988 dar, denn im 19. Jahrhundert war die Gartenanlage weitgehend beseitigt worden. Das Rastatter Schloss ist als einstige Residenz der Markgrafen von Baden-Baden und als Ort des Rastatter Kongresses 1797 bis 1799 von zentraler landesgeschichtlicher Bedeutung und eines der herausragenden Zeugnisse barocken Bauschaffens in der von den Kriegen des 17. Jahrhunderts verwüsteten Oberrheinebene. In seiner Architektur verschmelzen italienische Wiener und böhmische Einflüsse. In ihm werden Anspruch und absolutistisches Selbstverständnis eines Reichsfürsten ebenso deutlich wie die Hofkultur der Frühen Neuzeit. Mit seinen weitgehend original überlieferten, hochqualitativen Ausstattungen italienischer und deutscher Stukkatoren und Freskanten vermittelt es ein eindrückliches Bild vom Leben bei Hof und der Bedeutung des Zeremoniells für die Architektur des Barockschlosses. Mit seiner engen Bezugnahme auf die zugehörige Stadtgründung über Sicht- und Straßenachsen ist das Schloss Rastatt ein in höchstem Maße raumwirksames Kulturdenkmal, in dem sich frühneuzeitliche Landesherrschaft sichtbar manifestiert. |
96981963 | ||
| Alter Friedhof | An der Ludwigfeste (Karte) |
Angelegt 1829 (a), belegt bis 1947 (a), bestehend aus:
Die Alte Friedhof entstand in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, als man die um die Kirchen angeordneten Begräbnisplätze aus Platz- und besonders aus Hygienegründen auflöste. Er lag ursprünglich unmittelbar vor dem Glacis der Ludwigs-Feste (Fort B). Der Friedhof ist damit ein wichtiges Zeugnis der Siedlungsgeschichte und Stadtentwicklung Rastatts im 19. Jahrhundert. Verschiedene Ehrenmäler unterstreichen die Bedeutung für die Geschichte Rastatts, ebenso eine Reihe von historischen Gräbern, so für Franz Simon Meyer (1799 bis 1871). Dieser entstammte einer alteingesessenen Rastatter Handelsfamilie und betrieb dort das Handelshaus der Familie. Zudem eröffnete er 1830 die erste Bank Baden-Badens, mit der er als Ratgeber und Finanzier wichtiger Persönlichkeiten wie Edouard Bénazet den Ausbau Baden-Badens zur Kurstadt von Weltrang mitgestaltete. Besondere Bedeutung hat Franz Simon Meyer, weil er seit seinem 16. Lebensjahr bis zu seinem Tod einmal jährlich aufgeschrieben hat, was ihn in den vorangegangenen zwölf Monaten geschäftlich, in seiner Familie und politisch bewegt hatte. Unter den Ehrenmälern ragt gestalterisch das für die Toten des Ersten Weltkriegs mit seinen reliefierten Stelen heraus. Von landeshistorischer Bedeutung ist das Denkmal für die nach der Übergabe der Bundesfestung durch die badischen Streitkräfte 1849 standrechtlich erschossenen Revolutionäre. |
96981888 | ||
| Landwirtschaftsschule | Markgrafenstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach, Zwerchhäuser mit geschweiftem Giebel, Kellersockel aus unverputztem rotem Buntsandstein, profilierte Fenstergewände, straßenseitig Kartuschen mit Relief sowie badisches Landeswappen, erbaut 1911
In Rastatt hatte die Auflassung der Befestigungswerke, welche ab 1890 geschleift wurden, weitreichende Auswirkung auf die Stadt. Der gewonnene Freiraum beförderte eine in Rastatt spät einsetzende Industrialisierung und es entstanden neue Quartiere, die durch die gestiegenen Bevölkerungszahlen erforderlich wurden. Mit dem Wachstum der Stadt wurden ebenfalls neue Schulen benötigt, wie auch die Landwirtschaftsschule in Rastatt. Sie wurde 1911 in einem Bereich errichtet, wo sich ursprünglich Teile der Befestigungsanlage befanden. Seine einstige Nutzung lässt sich noch heute an den großen Fensterformanten, die eine gute Belichtung der Innenräume gewährleisteten, sowie dem badischen Landeswappen mit dem beigeordneten Relief mit der Darstellung von Erntearbeiter und -arbeiterinnen ablesen. Die Schule ist Zeugnis der Stadtbau- und Bildungsgeschichte und überliefert einen Schultyp, wie er seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts bestand. Sie besitzt damit auch für den damaligen Stand des Bildungswesens gegen Ende des wilhelminischen Zeitalters dokumentarischen Wert. |
96982094 | ||
| Wohnhaus | Militärstraße 1 (Karte) |
Eingeschossig, Putz-Werksteinbau mit eingestellter Säulenvorhalle, Mansardwalmdach, erbaut 1928.
Das Wohnhaus wurde 1928 erbaut und befindet sich in einem Bereich, wo sich ursprünglich Teile der Befestigungsanlage befanden. Die Anlage wurde ab 1890 aufgelassen und geschleift, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Das Gebäude dokumentiert diese städtebauliche Entwicklung. Mit seinem kubischen Baukörper, dem großen Mansardwalmdach ist es ein charakteristisches Beispiel für die traditionalistischen Architekturströmungen der Entstehungszeit. Es besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte Rastatts in den 1920er-Jahren dokumentarischen Wert. |
96982095 | ||
| Kavalier 1 der Leopoldsfeste | Militärstraße (Karte) |
Teil der Bundesfestung, Reste der kasemattierten Außenmauer mit Schießscharten, Sandsteinmauerwerke, um 1842 bis 1848 (a), Teilsprengung 1895 (a)
Die Reste zeugen vom sog. Kavalier 1, der nordöstlichsten Bastion der Zitadelle Leopoldsfeste, welche das südliche von insgesamt drei großen Forts im, Zusammenhang der Stadtumwallung der Bundesfestung bildete. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die erhaltenen Reste des Kavaliers 1 sind wichtiges Zeugnis der Festungsbaukunst am Ende der Vormoderne, kurz vor den einschneidenden Veränderungen in der Waffen- und Belagerungstechnik infolge der Hochindustrialisierung. Sie dokumentieren die komplex aufgebauten Festungswerke und haben wichtige Bedeutung für die Bau- und Funktionsgeschichte der Bundesfestung Rastatt wie auch die Entwicklungen in der Fortifikationsarchitektur der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus haben die Reste der Kasematten Bedeutung für die Geschichte der badischen Revolution von 1849, waren u. a. hier doch nach der Übergabe der Festung an die Preußen zahlreiche Aufständische vor ihrer standrechtlichen Erschließung eingekerkert. |
96981566 | ||
| Wagenhäuser I und II der Bundesfestung (Nr. 2 heute Gastronomiebetrieb) | Militärstraße 2, 4 (Karte) |
Traufständige, zweigeschossige Lagergebäude mit flach geneigtem Satteldächern, traufseitig je ein Anbau mit Pultdach, Erdgeschoss Backstein, Obergeschoss Fachwerk mit weißer Backsteinausfachung, im Erdgeschoss Fenster- und Torgewände mit Segmentbögen aus Sandstein, 1853 (a)
Die beiden gleichartigen Gebäude im Umfeld der Zitadelle Leopoldsfeste sind wichtige Zeugnisse für die Infrastruktureinrichtungen der 1842 bis 1854 errichteten Bundesfestung Rastatt und stellen mit ihrer Bauweise charakteristische Lagergebäude um die Mitte des 19. Jahrhunderts dar. Sie dienten u. a. der Unterstellung des Wagenmaterials der Festung, das auch zur Bauarbeiten benötigt wurde. In der Verwendung unterschiedlichen Baumaterials und seiner Farbigkeit zeigt sich ein gewisser Gestaltungsanspruch an solche Funktionsbauten. |
96982096 | ||
| Wohnhaus | Militärstraße 9 (Karte) |
Ehemals dem Reichsfiskus, dann dem Finanzamt zugehörig, zweigeschossig, Sandsteinbau mit Mittelrisalit, Zwerchhaus, Satteldach, traufständig, erbaut 1898
In Rastatt hatte die Auflassung der Befestigungswerke, welche ab 1890 geschleift wurden, weitreichende Auswirkung auf die Stadt. Diese Veränderungen hatten eine spät einsetzende Industrialisierung und wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge und führten auch zu einem vermehrten Zuzug, was den Bau von Wohnraum erforderlich machte. Das Gebäude war als Wohnhaus ehemals dem Reichsfiskus, dann dem Finanzamt zugehörig und wurde 1898 in einem Bereich errichtet, wo sich ursprünglich Teile der Befestigungsanlage befunden hatten. Das Gebäude dokumentiert diese städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklung und ist ein Beispiel des Wohnungsbaus sowie der staatlichen Sozialfürsorge gegenüber den Mitarbeitern gegen Ende des 19. Jahrhunderts. |
96982097 | ||
| Gasthof Zum Löwen | Kaiserstraße 9; Murgstraße 1/4, 1/5 (Karte) |
Bestehend aus: Vorderhaus (Kaiserstraße 9), Gastwirtschafts- und Wohngebäude, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, korbbogige Toreinfahrt, rückwärtig ein- und zweigeschossige Flügelbauten, am Keilstein des Torbogens bezeichnet, 1832; rückwärtiger Anbau „Concerthalle“ (Murgstraße 1/4 und 1/5, heute Wohnungen), Saalbau aus Backstein mit erhöhtem Mittelteil unter Satteldach, und niedrigeren, flach gedeckten Seitenteilen, 1898 (i)
Der die ganze Tiefe des Quartiers einnehmende Baukomplex des „Löwen“ ist ein anschauliches Beispiel für einen innerstädtischen Gasthof und dessen Entwicklung von der Biedermeierzeit bis ins wilhelminische Kaiserreich. Das Vorderhaus ist ein für die vormoderne Bebauung Rastatts charakteristisches traufständiges Zeilenhaus mit Torfahrt, wie es seit der Gründungszeit um 1700 als Typus üblich war. Der Gasthof Zum Löwen zählt dabei zu den alten, traditionsreichen Wirtshäusern der Stadt. Im späten 19. Jahrhundert wurde dem Komplex rückseitig ein Saalbau angefügt, dessen Bestimmung aus der Bezeichnung als „Conzerthalle z. Löwen“ ersichtlich wird und der belegt, welche kulturelle und gesellschaftliche Funktion Gastwirtschaftsbetrieben seinerzeit zukam. Mit der Fassade in verschiedenfarbigem Sicht- und Werkstein ist dieser Gebäudeteil zeittypisch für den späten Historismus der 1890er-Jahre. Der Baukomplex ist damit ein wichtiges Zeugnis der Stadtbau- vor allem aber der Wirtschafts- und Kulturgeschichte Rastatts im 19. Jahrhundert. |
96981983 | ||
| Wohnhaus | Murgstraße 1 (Karte) |
Dreigeschossig, traufständig und verputzt, Satteldach, Korbbogentor, 18. Jahrhundert
Das stattliche Hinterhaus zum Gebäude Kaiserstraße 19 datiert wohl noch in die Frühphase der Stadtgeschichte Rastatts und ist Zeugnis der Rastatter Baugeschichte. |
98837956 | ||
| Wohnhaus | Murgstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossig, Backstein-Werksteinbau, Satteldach, traufständig, Mitte des 19. Jahrhunderts.
Das Wohnhaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und befindet sich in einem Randbereich der historischen Altstadt am Ufer der Murg. Es dokumentiert die Bebauung, welche bis Ende des 19. Jahrhunderts das Erscheinungsbild in der Murgstraße prägte mit einer geschlossenen Reihe zweigeschossiger, Traufhäuser nach modellhaftem Vorbild. Das Gebäude belegt, dass die Modellbebauung wie der barocke Stadtgrundriss bis Mitte des 19. Jahrhunderts maßgeblich waren und besitzt somit Aussagekraft für die Stadtbaugeschichte in Rastatt. |
96982100 | ||
| Wohnhaus | Murgstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau mit Torfahrt, Balkon, Satteldach, traufständig, um 1830/40
Das Wohnhaus wurde um 1830/40 erbaut und befindet sich in einem Randbereich der historischen Altstadt am Ufer der Murg. Es dokumentiert die Bebauung, welche bis Ende des 19. Jahrhunderts das Erscheinungsbild in der Murgstraße prägte mit einer geschlossenen Reihe zweigeschossiger, Traufhäuser nach modellhaftem Vorbild. Das Gebäude belegt, dass die Modellbebauung wie der barocke Stadtgrundriss bis Mitte des 19. Jahrhunderts maßgeblich waren und besitzt somit Aussagekraft für die Stadtbaugeschichte in Rastatt. |
96982101 | ||
| Standbild des Hl. Johannes von Nepomuk aus Sandstein | Murgstraße 6 (Karte) |
1757
Die eindrucksvolle, künstlerische bedeutsam Statue des Hochbarock ist ein bemerkenswertes Beispiel der Bildhauerkunst sowie ein durch die Ideen der Gegenreformation des 18. Jahrhunderts geprägtes religiöses Kulturdenkmal. |
96982105 | ||
| Wohn- und Gastwirtschaftsgebäude | Murgstraße 18 (Karte) |
Ein- und zweigeschossiger verputzter Massivbau, zur Murgstraße mit Walmdach, an der Werderstraße Satteldach; zugehöriges Nebengebäude, eingeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und großem Scheunentor; frühes 18. Jahrhundert, 1877 als Gasthaus eröffnet
Das Wohn- und Gastwirtschaftsgebäude befindet sich am Rand der historischen Altstadt und ist prägender Bestandteil der einfacheren Bebauung in der sogenannten Georgenvorstadt. Im frühen 18. Jahrhundert erbaut, überliefert es den Stadtgrundriss der barocken Planstadt. Es veranschaulicht, dass die Bauvorschriften für die Modellhausbebauung im Randbereich der Kernstadt im 18. Jahrhundert oftmals in vereinfachter Form umgesetzt wurden. Das Gebäude besitzt somit wichtige Aussagekraft für die Stadtbaugeschichte. Als Gasthaus, das seit 1877 besteht, ist es ein Beispiel für die reiche Wirtshausgeschichte in Rastatt. |
96982102 | ||
| Wohnhaus | Murgstraße 28, 29 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach mit Zwerchhaus, Kellersockel aus rotem, unverputztem Sandstein, Balkone über den Haustüren, Betonung der Mittelachse durch Pilastergliederung, erbaut im Auftrag der Stadt Rastatt nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Ganter und Baumeister Weigele, 1926
Die in den 1920er-Jahren herrschende Wohnungsnot in Rastatt veranlasste die Stadt ebenso wie auch andere gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften zu einem vermehrten Bau von Miethäusern. So entstanden am Rand der Georgenvorstadt dreigeschossige Mietblocks, die einen Beitrag zur Wohnraumbeschaffung leisteten. Dieses Doppelhaus sowie das ähnlich gestaltete Nachbarhaus (s. Murgstraße 30) setzten durch ihre Baumasse und die barockisierenden Gestaltungselemente einen eindrucksvollen städtebaulichen Akzent am Rande der damals noch fast ausschließlich mit eingeschossigen Häusern bebauten Vorstadt. Die Gebäude sind typische Beispiele für den Wohnungsbau der 1920er-Jahre, wobei die Gestaltung des Bauwerks meist auch mit der gezielten Einbindung in ein vorhandenes Stadtquartier oder der Neuanlage eines solchen verbunden war. Sie besitzen für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96982103 | ||
| Wohnhaus | Murgstraße 30 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und Giebelgauben, Kellersockel aus rotem unverputzten Sandstein, Fassadengliederung durch Pilaster, 1926 im Auftrag der Stadt Rastatt nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Ganter und Baumeister Weigele, 1926
Die in den 1920er-Jahre herrschende Wohnungsnot in Rastatt veranlasste die Stadt ebenso wie auch andere gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften zu einem vermehrten Bau von Miethäusern. So entstanden am Rand der Georgenvorstadt dreigeschossige Mietblocks, die einen Beitrag zur Wohnraumbeschaffung leisteten. Dieses Mietswohnhaus sowie das ähnlich gestaltete benachbarte Doppelhaus (s. Murgstraße 28, 29) setzten durch ihre Baumasse und die barockisierenden Gestaltungselemente einen eindrucksvollen städtebaulichen Akzent am Rande der damals noch fast ausschließlich mit eingeschossigen Häusern bebauten Vorstadt. Die Gebäude sind typische Beispiele für den Wohnungsbau der 1920er-Jahre, wobei die Gestaltung des Bauwerks meist auch mit der gezielten Einbindung in ein vorhandenes Stadtquartier oder der Neuanlage eines solchen verbunden war. Das Wohnhaus besitzt somit für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96982104 | ||
| Nischenfigur (ehemals am Haus des katholischen Gesellenvereins Zur Blauen Katz | Museumstraße 4 (Karte) |
Abgebrannt 1968), Maria Immaculata mit Putten, um 1760/70 (Nachbildung, Original transloziert)
Die Nischenfigur befand sich ursprünglich am Haus des katholischen Gesellenvereins Zur Blauen Katz, dem Stammhaus der Rastatter Gesellenvereine. Das Gebäude brannte 1968 aus und die Figur wurde als Kopie in der Nische des Neubaus – dem Gemeindezentrum der Pfarrei St. Alexander - angebracht. Sie überliefert somit das Fortbestehen eines christlichen Hintergrunds an diesem Standort. Die Nischenfigur ist ein Zeugnis der Marienverehrung und katholischen Religiosität und erinnert an die Initiativen des katholischen Hauses Baden-Baden kurz vor dem Übergang an die protestantische Markgrafschaft Baden-Durchlach. Sie besitzt somit Aussagekraft für die lokale Konfessions- und Herrschaftsgeschichte im 18. Jahrhundert. |
96982099 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus (wird zusammen mit Kaiserstr. 29 genutzt) | Kaiserstraße 27 (Karte) |
Zweigeschossiger Putzwerksteinbau, Walmdach mit gekehltem Traufgesims, frühes 18. Jahrhundert; rückwärtiges Wohnhaus an der Museumsstraße, dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach, Fassadendekor aus Buntsandstein, um 1890; in Ecklage zur Schlossgasse Wohnhaus, eingeschossiges verputztes Gebäude, Walmdach mit breitem Traufgesims, seitliche Tordurchfahrt, wohl 18. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in städtebaulich markanter Ecklage in der Rastatter Kernstadt. Der barocke Modellhaus überliefert den Gebäudetypus eines zweigeschossigen Eckbaus und ist somit ein anschauliches Dokument der Modellbauweise und Entstehung der barocken Planstadt im frühen 18. Jahrhundert. Es besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt wichtige Aussagekraft. |
96981997 | ||
| Nördliche Lünette des Ottersdorfer Brückenkopfes | Oberreutweg 21 (Karte) |
Länglicher Werksteinbau mit gerundeten Schmalseiten und flach geneigtem Satteldach aus Steinplatten (unter moderner Abdeckung), Gewehrscharten und Maulscharten, halbrunde Lüftungsfenster, um 1850
Der Ottersdorfer Brückenkopf diente dem Schutz des Übergangs über den Altrhein und war der westlich vorgeschobene Punkt der Bundesfestung Rastatt. Deren Bau war schon mit der Schlussakte des Wieder Kongresses beschlossen worden und es gab bereits in den 1820er-Jahren Planungen für den Festungsbau, tatsächlich umgesetzt wurde dieser aber erst nach der Rheinkrise mit Frankreich von 1840. Um die Festung wurde ein Ring von Außenforts gelegt, welche die Eckpunkte für ein verschanztes Lager zur Aufnahme eines ganzen Armeekorps des Bundesheeres bilden sollten. Dieses konnte damit die Festung als Rückzugsort- wie auch als Ausgangspunkt für Operationen am Oberrhein und Vorstöße nach Frankreich nutzen, das als Bedrohung für den Deutschen Bund angesehen wurde. Gleichzeitig hielten die Außenwerke einen Belagerer und seine Artillerie auf Abstand von den Hauptwerken und zwangen ihn zu verlustreichen, zeitraubenden Einzelbelagerungen der vorgeschobenen Forts. Der Ottersdorfer Brückenkopf setzte sich aus drei Lünetten zusammen, die etwa ein Dreieck bildeten. Lünette 37 war das südliche Nebenwerk dieser Befestigung. Nach der Schleifung blieb nur das Reduit erhalten, welches als letzter Rückzugsort für die Mannschaft diente und mit einer nach Osten ausspringenden halbrunden Kaponniere die Rückseite des Forts sicherte. Die Grundrissform mit abgerundeten Schmalseiten ist charakteristisch für solche Bauten, die Gestaltung folgt in ihrer nüchternen, rationalen Strenge den Prinzipien des späten Klassizismus und zeigt wie der Grundriss den Einfluss österreichischer Ingenieure auf den Bau der Bundesfestung Rastatt. Das überlieferte Reduit ist ein wichtiges Zeugnis der Befestigungsbaukunst um die Mitte des 19. Jahrhunderts vor einer industrialisierten, modernen Waffentechnik und Kriegsführung und hat Bedeutung für die Gestalt und Baugeschichte der Bundesfestung Rastatt wie auch die Festungs- und Militärgeschichte am Oberrhein und die Anlage der Bundesfestung im Speziellen. |
98838435 | ||
| Unterirdische Bauteile der Lünette 34 | Kehler Straße; Odenwaldstraße 12/1, 12/2, 18/1, 18/2 (Karte) |
Südwestlich vorgeschobenes Außenfort der Leopoldsfeste der Bundesfestung Rastatt, Kasematten- und Gegenminengewölbe aus Buntsandsteinquadern und Backstein, teils Schartennischen mit Scharten und Rauchabzügen, errichtet 1847 bis 1849 (a), zum Teil gesprengt und zugeschüttet, 1896 (a)
Die Lünette 34 bildete das südwestlich der Leopoldsfeste vorgelagerte Außenfort, eine Anlage über Bastionsgrundriss mit umlaufenen Kasematten, kasemattiertem Reduit und Gängen hinter der Grabenaußenwand, von denen Gegenminen ins Vorfeld führten. Solche Außenwerke sind charakteristisch für den Festungsbau in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und sollten Belagerer und deren Artillerie nicht nur auf Abstand von der Hauptumwallung und der Stadt halten, sondern auch zu verlustreichen und zeitaufwendigen Belagerungsangriff gegen das Außenwerk zwingen. Die Bundesfestung Rastatt war von einem Kranz solcher teils über Wälle mit dem gedeckten Weg der Festung verbundener Forts umringt. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1852 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die unterirdisch überlieferten Bauteile der Lünette 34 sind ein wichtiges Zeugnis der Festungsbaukunst am Ende der Vormoderne, kurz vor den einschneidenden Veränderungen in der Waffen- und Belagerungstechnik infolge der Hochindustrialisierung. Sie dokumentieren die komplex aufgebauten Festungswerke und haben wichtige Bedeutung für die Bau- und Funktionsgeschichte der Bundesfestung Rastatt wie auch die Entwicklungen in der Fortifikationsarchitektur der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
102688437 | ||
| Gasthaus Zum Goldenen Hirsch | Ottersdorfer Straße 11 (Karte) |
Wohnhaus mit Gastwirtschaft, traufständiger, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Gaubenreihe, seitliche Torfahrt mit bauzeitlichen, beschnitzten Torflügeln, um 1870/80
Das Gasthaus wurde um 1870/80 errichtet und befindet sich südwestlich der barocken Kernstadt innerhalb des einstigen Festungsrings, der sich mit dem Ausbau zur Bundesfestung Mitte des 19. Jahrhunderts um das Stadtgebiet schloss. Mit dem Bau der Bundesfestung erhöhte sich auch der in Rastatt stationierte Anteil der Soldaten, was ebenfalls die Nachfrage an Gasthäusern steigen ließ. Das Gebäude ist ein Dokument der Wirtshausgeschichte in der einstigen Garnisonstadt und besitzt darüber hinaus auch Aussagekraft für die Stadtbaugeschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
96982111 | ||
| Wohnhaus | Ottersdorfer Straße 19 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit seitlichem Risalit und Eckerker, Walmdach, Garteneinfassung ist zum Teil erhalten, erbaut 1903
Das Wohnhaus wurde 1903 im Bereich des einstigen Ottersdorfer Tors errichtet, einem der Tore der Bundesfestung Rastatt, wovon sich das Karlsruher Tor (s. Ludwigsring) und das Kehler Tor erhalten haben (s. Kehler Straße 25). Ab 1890 wurden die Befestigungswerke niedergelegt und geschleift, was in Rastatt zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Im Zusammenhang mit der spät einsetzenden Industrialisierung erhöhte sich der Bedarf an Wohnraum durch den vermehrten Zuzug und neue Straßenzüge und Quartiere entstanden. Mit der Betonung der Ecksituation durch den Turmerker ist das Wohnhaus wie auch das benachbarte Gebäude Nr. 21 ein typisches Beispiel für die städtische Architektur dieser Zeit. Es besitzt Aussagekraft für die Stadtbau- wie auch Wirtschaftsgeschichte von Rastatt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. |
96982113 | ||
| Wohnhaus | Ottersdorfer Straße 21 (Karte) |
Dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach, Fassade aus Hausteinen, Fenster- und Türrahmungen aus rotem Buntsandstein, Giebelseite verputzt, erbaut 1903 bis 1906; an der Giebelseite über der Eingangstüre gemalte Kartusche mit Engel und Spruchband mit Haussegen von Josef Wagenbrenner (1880 bis 1953), 1928 (i)
Das Wohnhaus wurde 1903 bis 1906 im Bereich des einstigen Ottersdorfer Tors errichtet, einem der Tore der Bundesfestung Rastatt, wovon sich das Karlsruher Tor (s. Ludwigsring) und das Kehler Tor erhalten haben (s. Kehler Straße 25). Ab 1890 wurden die Befestigungswerke niedergelegt und geschleift, was in Rastatt zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Im Zusammenhang mit der spät einsetzenden Industrialisierung erhöhte sich der Bedarf an Wohnraum durch den vermehrten Zuzug und neue Straßenzüge und Quartiere entstanden. Das Wohnhaus ist wie auch das benachbarte Gebäude Nr. 19 ein typisches Beispiel für die städtische Architektur dieser Zeit. Es besitzt Aussagekraft für die Stadtbau- wie auch Wirtschaftsgeschichte von Rastatt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus ist es mit dem Wandbild eines Engels mit Haussegen, welches 1928 angebracht worden ist, ein anschauliches Zeugnis der Religiosität in den 1920er-Jahren. Als Werk von Josef Wagenbrenner (1880 bis 1953) ist es ein Zeugnis seines Kunstschaffens wie auch des regionalen Kunsthandwerks. |
96981561 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Ottersdorfer Straße 22 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit gekehltem Traufgesims, Zwerchhaus mit Rocailles und Kartusche, im zweiten Obergeschoss Mittelbalkon, Fenstergewände aus Naturstein, an der Westseite Wintergartenanbau in drei Geschossen, erbaut 1908
Das stattliche, dreigeschossige Wohnhaus wurde 1908 in einem Bereich errichtet, wo sich ursprünglich die Befestigungswerke der Bundesfestung befunden hatten. Ab 1890 wurden diese Anlagen niedergelegt und geschleift, was in Rastatt zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Im Zusammenhang mit der spät einsetzenden Industrialisierung erhöhte sich der Bedarf an Wohnraum durch den vermehrten Zuzug und neue Straßenzüge und Quartiere entstanden. Das Wohnhaus ist mit seinen barockisierenden Formen ein charakteristisches Beispiel für die städtische Architektur dieser Zeit, welche sich von den traditionalistischen Strömungen beeinflusst zeigt und bezeichnenderweise an die Geschichte Rastatts als barocke Residenzstadt anknüpft. Es besitzt Aussagekraft für die Stadtbau- und Architekturgeschichte von Rastatt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. |
96981562 | ||
| Villa | Ottersdorfer Straße 34 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Zeltdach und breiten Dachgauben, von Pfeilern getragener Balkon, Stockwerksgesims, Fenstergewände aus Sandstein, Garten mit Einfriedung, erbaut 1925
Die Villa wurde in den 1920er-Jahren in einem Bereich errichtet, wo sich ursprünglich die Befestigungswerke der Bundesfestung befunden hatten. Ab 1890 wurden diese Anlagen niedergelegt und geschleift, was zu einer spät einsetzenden Industrialisierung führte und auch die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Das repräsentative, freistehende Gebäude dokumentiert diese städtebauliche Entwicklung und ist mit dem kubischen Baukörper und großem Zeltdach ein charakteristisches Beispiel für die traditionalistischen Architekturströmungen der Entstehungszeit. Es veranschaulicht den Wohlstand und Repräsentationswillen der einstigen Erbauer und die Wohnverhältnisse der gehobenen Bevölkerungsschichten und besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96981563 | ||
| Ottersdorfer Brückenkopf der Bundesfestung Rastatt | Ottersdorfer Straße 79 (Karte) |
Reduit der Lünette 35, eingeschossiger kasemattierter Werksteinbau mit Steinplattendach, gerundete Schmalseiten, nach Nordosten halbrunde Kehlkaponniere, Gewehr- und Geschützscharten sowie halbrunde Lüftungsfenster, 1850 (a)
Der Ottersdorfer Brückenkopf diente dem Schutz des Übergangs über den Altrhein und war der westlich vorgeschobene Punkt der Bundesfestung Rastatt. Deren Bau war schon mit der Schlussakte des Wieder Kongresses beschlossen worden und es gab bereits in den 1820er-Jahren Planungen für den Festungsbau, tatsächlich umgesetzt wurde dieser aber erst nach der Rheinkrise mit Frankreich von 1840. Um die Festung wurde ein Ring von Außenforts gelegt, welche die Eckpunkte für ein verschanztes Lager zur Aufnahme eines ganzen Armeekorps des Bundesheeres bilden sollten. Dieses konnte damit die Festung als Rückzugsort- wie auch als Ausgangspunkt für Operationen am Oberrhein und Vorstöße nach Frankreich nutzen, das als Bedrohung für den Deutschen Bund angesehen wurde. Gleichzeitig hielten die Außenwerke einen Belagerer und seine Artillerie auf Abstand von den Hauptwerken und zwangen ihn zu verlustreichen, zeitraubenden Einzelbelagerungen der vorgeschobenen Forts. Der Ottersdorfer Brückenkopf setzte sich aus drei Lünetten zusammen, die etwa ein Dreieck bildeten. Lünette 35 war das südliche Nebenwerk dieser Befestigung. Nach der Schleifung blieb nur das Reduit erhalten, welches als letzter Rückzugsort für die Mannschaft diente und mit einer nach Nordosten ausspringenden halbrunden Kaponniere die Rückseite des Forts sicherte. Die Grundrissform mit abgerundeten Schmalseiten ist charakteristisch für solche Bauten, die Gestaltung folgt in ihrer nüchternen, rationalen Strenge den Prinzipien des späten Klassizismus und zeigt wie der Grundriss den Einfluss österreichischer Ingenieure auf den Bau der Bundesfestung Rastatt. Das überlieferte Reduit ist ein wichtiges Zeugnis der Befestigungsbaukunst um die Mitte des 19. Jahrhunderts vor einer industrialisierten, modernen Waffentechnik und Kriegsführung und hat Bedeutung für die Gestalt und Baugeschichte der Bundesfestung Rastatt wie auch die Festungs- und Militärgeschichte am Oberrhein und die Anlage der Bundesfestung im Speziellen. |
96981564 | ||
| Ravelin bzw. Flanke 10 der Leopoldsfeste | Rumpelburg (Karte) |
Teil der Bundesfestung Rastatt, Reste von Zwingermauern mit Ausfalltor sowie der Kontergarde (Flanke 10) von Kavalier 1 samt Grabenareal, Reste der Kontereskarpe mit Kasematten, um 1842 bis 1848 (a), Sprengung und Schleifung 1892 (a)
Die überlieferte Bau- und Wallreste dokumentieren die Befestigungen an der Nordostecke der Leopoldsfeste, welche das größte von drei Forts innerhalb der Stadtumwallung bildete. Die sog. Flanke 10 war einer der großen Kaponnieren, die der flankierenden Bestreichung der Fronten und Gräben mit Geschütz- und Gewehrfeuer dienten, als winkelförmiges Deckwerk (Ravelin) und Geschützplattform vorgelagert. Ebenfalls erhalten sind Reste der Kontereskarpe, der gemauerten Grabenböschung, hinter der eine kasemattierte Schützengalerie verlief, welche wiederum zu den Gegenminenstollen unter dem Vorfeld der Festung führten. Die überlieferten Baureste dokumentieren einen zentralen Abschnitt der Bundesfestung Rastatt. Diese wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die erhaltenen Reste der Flanke 10 sind wichtiges Zeugnis der Festungsbaukunst am Ende der Vormoderne, kurz vor den einschneidenden Veränderungen in der Waffen- und Belagerungstechnik infolge der Hochindustrialisierung. Sie dokumentieren die komplex aufgebauten Festungswerke und haben wichtige Bedeutung für die Bau- und Funktionsgeschichte der Bundesfestung Rastatt wie auch die Entwicklungen in der Fortifikationsarchitektur der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
96981565 | ||
| St. Wendelinus-Kapelle | Plittersdorfer Straße 61 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Chorturm und halbrunder Apsis, Rundbogenfenster, im Langhaus hölzerne Sargdecke mit Querbindern, Wände mit Lisenengliederung, hölzerne Westempore, Chor mit flacher Holzdecke und Apsiskalotte, bauzeitliche Ausstattungselemente, u. a. Hochaltar mit Reliefs und Gemälde, erbaut nach Entwürfen des Erzbischöflichen Bauamtes Freiburg, 1912/13 (a), Aufbau Chorturm nach Entwurf des Stadtbauamtes Rastatt, 1951 (a)
Die Wendelinus-Kapelle war das erste eigene Gotteshaus, das die Bewohner der Rheinau erhielten. Ihr Bau verdankt sich dem Betreiben des Rastatter Stadtpfarrers, nachdem es bereits 1898 ein Bittgesuch der Rheinauer um den Bau einer eigenen Kapelle gegeben hatte. Doch erst 1912/13 erfolgte die bauliche Umsetzung nach Entwürfen des Erzbischöflichen Bauamtes in Freiburg. Die Rheinauer Wendelinus-Kapelle ist ein charakteristisches Zeugnis des katholischen Sakralbaus im 2. Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts unter dem Einfluss von Reformarchitektur und Jugendstil. Der Altar, eine Pietà, die dekorative Ausmalung des Chores sowie die Detailformen des Baues sind in der für einen Teil der Architektur und des Kunsthandwerks jener Zeit eigentümlichen reduzierten Neuromanik mit Jugendstileinfluss gehalten. Den auch von außen klar ablesbaren Baukörper krönt ein Chorturm, der erst 1951 in sehr einfühlsamer Weise hinzugefügt wurde. Die Wendelinus-Kapelle ist damit ein qualitätvolles Zeugnis der Sakralarchitektur in der Erzdiözese Freiburg zu Anfang des 20. Jahrhunderts und hat orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung für die Rheinau. |
96981790 | ||
| Wegkreuz | Plittersdorfer Straße 61 (Karte) |
Kruzifix mit Engelsköpfen, Sandstein, um 1830
Das Wegkreuz mit einem expressiv gearbeiteten Korpus ist ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft dieser traditionell katholisch geprägten Gegend Badens. |
101089359 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Poststraße 5 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Konsolgesims sowie Zierfries, abgerundete Gebäudeecke, Stockwerksgesims, Mitte 19. Jahrhundert, Ladeneinbau 1894
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist aufgrund seiner markanten Ecklage prägender Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Poststraße. Erbaut wurde es Mitte des 19. Jahrhunderts und dokumentiert die Weiterführung der Modellbauweise wie auch die Gültigkeit des barocken Stadtgrundrisses im 19. Jahrhundert. Es ist ein aussagekräftiges Zeugnis der Rastatter Stadtbau- und Architekturgeschichte. |
96981569 | ||
| Braustübl des Hofbrauhauses Hatz | Poststraße 12 (Karte) |
Gastwirtschaft und Wohngebäude, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach mit Rundgauben und Zwerchhaus, Eckrustika, straßenseitig mittiges Eingangsportal mit Sprenggiebel und Inschriftenkartusche, Wirtshausausleger, an nördlicher Gebäudeseite Inschriftenkartusche in Obergeschoss und Zwerchhaus, erbaut nach Abbruch der Wilhelmskaserne, 1927 (i)
Das aufwändige und repräsentativ gestaltete Gasthaus befindet sich in der barocken Kernstatt von Rastatt und wurde in den 1920er-Jahren nach Abbruch der Wilhelmskaserne errichtet. Mit seinen Neurokokoformen nimmt das Gebäude Bezug auf die nahe gelegene barocke Residenz und zeugt vom erfolgreichen Wiederaufbau wie auch wirtschaftlichem Aufschwung der 1886 abgebrannten Brauerei Hatz. Es ist ein wichtiges und stadtbildprägendes Zeugnis der Stadtbau,- Wirtschafts- und Architekturgeschichte Rastatts. Als Traditionsgaststätte besitzt es überdies als Treffpunkt des öffentlichen Lebens ortsgeschichtliche Bedeutung. |
96981570 | ||
| Hauptpost | Poststraße 14 (Karte) |
Postgebäude mit Büro- und Wohnräumen, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Arrierekorps aus rotem Buntsandstein, nördlich angrenzender zweigeschossiger Seitentrakt, Walmdach mit profiliertem Traufgesims, Erschließung über zweiläufige Rampe sowie Eingangsportal, an Stelle der Wilhelmskaserne errichtet, 1929
Das langgestreckte Gebäude der Hauptpost wurde 1929 anstelle der Wilhelmskaserne errichtet und bildet den städtebaulichen Anfangspunkt der Bahnhofsstraße. Seine Dimensionierung zeugt vom Ausbau des Postwesens in dieser Zeit und den in Rastatt gestiegenen Bevölkerungszahlen seit Niederlegung der Befestigungsanlagen, welche u. a. den Ausbau der örtlichen Infrastruktur erforderlich machten. Mit seinem kubischen Baukörper mit Walmdach und den neubarocken Baudetails wie dem Arrierekorps ist die Hauptpost ein charakteristischer Vertreter der traditionalistischen Architekturströmung der 1920er-Jahre. In seiner Ausrichtung orientiert sich der Bau an der Flucht der Schlossanlage sowie dem barocken Stadtgrundriss, woran sich – wie an seiner neobarocken Formensprache – die große Bedeutung der barocken Stadtbaugeschichte auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ablesen lässt. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis der Stadtbau- und Architekturgeschichte und des Postwesens in Rastatt. |
96981571 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Rappenstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau (mit Natursteinplatten verkleidet), Satteldach, traufständig, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das zweigeschossige und traufständige Wohn- und Geschäftshaus dokumentiert die barocke Modellbauweise im 18. Jahrhundert und ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der barocken Kernstadt. Durch Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt. |
96981573 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Rappenstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Zahnschnittfries am Dachansatz, im Obergeschoss Fenster mit Verdachungen, traufständig, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das zweigeschossige und traufständige Wohn- und Geschäftshaus dokumentiert die barocke Modellbauweise in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der barocken Kernstadt. Durch Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Gebäude ist Zeugnis der Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt. |
96981574 | ||
| Gasthaus Zum Rappen | Rappenstraße 6 (Karte) |
Wohnhaus und Gastwirtschaft, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach, seitliche Toreinfahrt, im Obergeschoss Figurennische mit Rocaillerahmung, darin Darstellung der Taufe Christi, erste Hälfte 18. Jahrhundert
Das traufständige, zweigeschossige Gebäude mit seitlicher Torfahrt befindet überliefert ein barockes Modellhaus aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der barocken Kernstadt. Durch Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Gebäude ist ein wichtiges Dokument der Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt und mit der Figurennische ein Hinweis auf die Religionsgeschichte, welche vom katholischen Haus Baden-Baden geprägt wurde. Darüber hinaus besitzt es als Traditionsgasthaus, welches erstmals 1834 erwähnt wurde, auch für die Stadtgeschichte und reiche Rastatter Wirtshausgeschichte dokumentarischen Wert. |
96981575 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Rappenstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach, traufständig, zwei Figurennischen mit Hl. Johannes von Nepomuk und Maria Immaculata, Mitte 18. Jahrhundert
Das traufständige, zweigeschossige Gebäude überliefert ein barockes Modellhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der barocken Kernstadt. Durch Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Gebäude ist ein wichtiges Dokument der Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt. Darüber hinaus ist es mit der Figurennische ein Hinweis auf die Religionsgeschichte, welche vom katholischen Haus Baden-Baden geprägt wurde und mit der Figur des Hl. Nepomuk Bezug auf die böhmische Herkunft der Markgräfin Sibylla Augusta nimmt. |
96981576 | ||
| Wohnhaus | Rappenstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit gekehltem Traufgesims, seitlich stichbogige Toreinfahrt, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das traufständige, zweigeschossige Gebäude mit seitlicher Toreinfahrt überliefert ein barockes Modellhaus aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der barocken Kernstadt. Durch Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Gebäude ist ein wichtiges Dokument der Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt. |
96981577 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Rappenstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit gekehltem Traufgesims, korbbogige Toreinfahrt, im Schlussstein bez. 1786 (i), über einer zu Schaufenster umgebauten Tür bez. 1832 (i)
Das traufständige, zweigeschossige Eckgebäude mit Toreinfahrt überliefert den Typus eines barocken Modellhauses aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der barocken Kernstadt. Durch Vorgaben zum Hausbau sollte die Residenzstadt ein einheitliches Stadtbild erhalten, das den barockzeitlichen Vorstellungen von Regelmaß und Ordnung und damit von Schönheit entsprach. Das Gebäude ist ein wichtiges Dokument der Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt. |
96981578 | ||
| Hotel Blume | Kaiserstraße 38 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach mit profiliertem Traufgesims und Bogengauben, Eckerker mit Zwiebelhaube, im Kern um 1800, Umbau 1904
Das ehemalige Hotel Blume wurde bereits 1729 genannt und in dem Gebäude bis 1983 geführt. Es befindet sich in städtebaulich markanter Ecklage in der Kernstadt von Rastatt, welche durch den Eckerker zusätzlich betont wird. Als prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der Kaiserstraße dokumentiert das 1904 umgebaute und aufgestockte einstige Modellhaus eine in Rastatt charakteristische städtebauliche Entwicklung seit Ende des 19. Jahrhunderts, an der sich der wirtschaftliche Aufschwung seit Niederlegung der Festungsanlagen ablesen lässt. Das ehemalige Gasthaus und Hotel ist als ein seit der Barockzeit wichtiger Treffpunkt des öffentlichen Lebens überdies von stadtgeschichtlicher Bedeutung. |
96982003 | ||
| Papierfabrik Woerner & Cie. | Rauentaler Straße 13 (Karte) |
Bestehend aus vier Lager- und Fabrikationsgebäuden, unverputzte Backsteingebäude, ein- bis zweigeschossig, Satteldächer, Hauptgebäude mit Halbwalmdach, Fassaden mit Stufengiebeln und verzierten Maueranker, Gestaltung der Fassade durch Sandsteinelemente sowie durch Segmentbogen- und Rundbogenfenster, Schornstein, 1898 bis 1904
Die Papierfabrik Woerner & Cie. entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts in einem Be-reich, wo sich ursprünglich Anlagen der Bundesfestung befunden hatten. Die Niederlegung und Schleifung der Befestigungswerke ab den 1890er-Jahren begünstigte eine wirt-schaftliche Entwicklung Rastatts und ermöglichte die Entstehung neuer Stadtquartiere. Die Fabrikanlagen sind ein anschauliches Beispiel dieser Entwicklung und besitzen für Industrialisierung und Wirtschaftsgeschichte Rastatts dokumentarischen Wert. Wie für die Entstehungszeit charakteristisch, wurden die Fabrikgebäude in Backstein ausgeführt, wobei sich an den Fassaden in Neurenaissanceformen der Anspruch des Fabrikbesitzers und die Selbstdarstellung der Firma ablesen lassen. Die Papierfabrik Woerner ist ein bis heute lebendiges und qualitätvolles Beispielen des späthistoristischen Industriebaus in der Region. |
98838492 | ||
| Brauerei Franz | Rauentaler Straße 4 (Karte) |
Weitläufige Fabrikanlage sowie Reste der Bundesfestung:
Die historisierenden Fabrikgebäude der einstigen Brauerei Franz prägen mit dem markanten Hauptbau mit Treppengiebel sowie dem Brauereiturm als vertikale Dominante maßgeblich die Stadtsilhouette von Südosten. Erbaut wurde die Fabrik Mitte des 19. Jahrhunderts und dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend im burgartigen Stil. Die Fabrikgebäude des ehemals zweitgrößten Brauereibetriebs in Rastatt sind ein wichtiges und anschauliches Dokument des florierenden Brauereigewerbes in der einstigen Garnisonsstadt, welche von einer reichen Wirtshauskultur geprägt war. Sie sind ein wichtiges Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte in Rastatt und mit den Nebengebäuden ein charakteristisches und anschaulich überliefertes Beispiel eines Brauereibetriebs Mitte des 19. Jahrhunderts. Die überlieferten Resten der Bundesfestung, welche sich unter den südlichen Betriebsgebäuden erhalten haben, besitzen überdies für die Festungs- und Stadtgeschichte Rastatts von dokumentarischem Wert. |
96981581 | ||
| Obere Stauschleusenbrücke o. a. Franzbrücke der Bundesfestung | Rauentaler Straße (Karte) |
Brücke aus Sandsteinmauerwerk mit elf Segmentbögen über die Murg, in den Flutpfeilern Versatzfalze für Balkenverrammelung, urspr. mit Brustwehr, 1861/62 (a)
Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1852 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die Obere Stauschleusenbrücke war wichtiger Bestandteil der Festungswerke und sicherte als mit einer – heute beseitigten – schartenbewehrten Brüstungsmauer den Murgeinlass in die Stadt von Osten. Die Flutpfeiler wiesen noch Versatzfalze zum Absperren der Wasserdurchlässe auf. Hauptsächlich nötig geworden war der Brückenbau aber zur Flutung und Regulierung der Wasserstände in den nassen Festungsgräben im Belagerungsfall. Sie erfüllte damit dieselbe Funktion wie ihr einige Jahre älteres Gegenstück, die Untere Stauschleuse. Die Brücke ist damit ein bemerkenswertes Zeugnis des militärischen Ingenieur- und Wasserbaus im 19. Jahrhundert und hat wichtige Bedeutung für die Anlage und Baugeschichte der Bundesfestung. |
96981938 | ||
| Standbild mit Statue des hl. Johannes Nepomuk | Rauentaler Straße 20781920 (Karte) |
Sandstein, Postament mit Inschriftenkartusche, gestiftet von Familie Friedolin Hilbert, um 1900
Die Statue des Brückenheiligen Johannes Nepomuk - dem Patron der Schiffer und Flößer - befindet sich in charakteristischer Lage an der sogenannten Franzbrücke (s. Obere Stauschleusenbrücke, Ludwigring). Die qualitätvolle Skulptur aus dem 19. Jahrhundert ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Zeugnis für die besondere Verehrung in Rastatt, die der Heilige in Erinnerung an die böhmische Heimat der Markgräfin Sibylla Augusta erfuhr. Der böhmische Priester, der das Beichtgeheimnis nicht hatte brechen wollen und deshalb auf Befehl des Königs Wenzel in der Moldau ertränkt worden war, erfreute sich seit seiner Heiligsprechung in den 1720er-Jahren wachsender Beliebtheit und Verehrung. Als Stiftung der Familie des hier ansässigen und wirtschaftlich erfolgreichen Industriellen Friedolin Hilbert besitzt die Skulptur auch stadtgeschichtliche Bedeutung. |
96981939 | ||
| Mietswohnhaus | Rheintorstraße 7 (Karte) |
Dreieinhalbgeschossiger Massivbau mit Mansardsatteldach, seitlicher Risalit mit Schweifgiebel und Eckquaderung, Balkone auf Volutenkonsolen, Vorgarten mit Einfriedung, 1910
Das Mietswohnhaus wurde 1910 in der Innenstadt von Rastatt erbaut und entstand somit in einer Zeit, als die Niederlegung und Schleifung der Befestigungswerke zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in Rastatt führten. Im Zusammenhang mit der spät einsetzenden Industrialisierung erhöhte sich auch der Bedarf Wohnraum durch den vermehrten Zuzug von außen. Das Gebäude ist ein Beispiel für diese wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen in Rastatt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit den barockisierenden Formen, welche für Bauten dieser Zeit charakteristisch sind und auf die Geschichte Rastatts als barocke Residenzstadt Bezug nehmen, besitzt es ebenso Aussagekraft für die regionale Architekturgeschichte. |
96981583 | ||
| Splitterschutzzelle | Ritterstraße 18 (Karte) |
Einmannbunker, Betonguss der Fa. DYWIDAG, Unterstand für ein bis zwei Personen des Luft- bzw. Objektschutzes, um 1940
Kleinstbunker wie diese wurden während des Zweiten Weltkriegs produziert und an bestimmten Stellen, u. a. auf Bahnhöfen, aber auch Fabrikarealen aufgestellt und sollten als Schutzraum für ein bis zwei Personen bei Luftangriffen dienen. Der Kleinstbunker ist Zeugnis des Bunkerbaus und der Militärgeschichte im 2. Viertel des 20. Jahrhunderts. |
111295311 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Ritterstraße 34 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Toreinfahrt, Balkon, Eckhaus mit Walmdach, um 1860/70
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde um 1860/70 errichtet und befindet sich südöstlich der barocken Kernstadt innerhalb des einstigen Festungsrings, der sich mit dem Ausbau zur Bundesfestung Mitte des 19. Jahrhunderts um das Stadtgebiet schloss. Mit der zweigeschossigen Bauweise und dem Walmdach ist es ein Hinweis darauf, dass die Modellhausbebauung der Barockzeit auch in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Bestand hatte. Das Gebäude ist ein in diesem Stadtquartier selten gewordenes wie auch anschauliches Dokument der Stadtbaugeschichte in der einstigen Garnisonstadt. |
96981585 | ||
| Wohnhaus | Roonstraße 2 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Mittelrisalit, Zwerchhaus, 1910
Das stattliche Mietswohnhaus wurde 1910 in der Innenstadt von Rastatt erbaut und entstand somit in einer Zeit, als die Niederlegung und Schleifung der Befestigungswerke zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in Rastatt führten. Im Zusammenhang mit der spät einsetzenden Industrialisierung erhöhte sich auch der Bedarf an Wohnraum durch den vermehrten Zuzug von außen. Das Gebäude ist ein Beispiel für diese wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen in Rastatt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit den barockisierenden Formen – welche für Bauten dieser Zeit charakteristisch sind und auf die Geschichte Rastatts als barocke Residenzstadt Bezug nehmen – besitzt es überdies Aussagekraft für die lokale Architekturgeschichte und ist mit den qualitätvollen Bildhauerarbeiten auch ein Hinweis auf die Fertigkeiten des regionalen Kunsthandwerks. |
96981588 | ||
| Bastion 26 der Ludwigsfeste | Roonstraße 2 (Karte) |
Mauerreste der Nordface, Teil der Bundesfestung Rastatt, 1840er-Jahre
Die Mauerreste gehören zur östlichen Face der einstigen Bastion 26 der Ludwigsfeste/Fort B der Bundesfestung Rastatt, welche die Festung nach Nordosten absicherte. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die erhaltenen Baureste der Bastion 26 dokumentieren die komplex aufgebauten Festungswerke und haben wichtige Bedeutung für die Bau- und Funktionsgeschichte der Bundesfestung Rastatt wie auch die Entwicklungen in der Fortifikationsarchitektur der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
96981589 | ||
| Kruzifixus | Rossistraße 2 (Karte) |
Korpus und an den Kreuzesenden Engelsköpfe, Sandstein, bezeichnet 1768
Das heute museal aufgestellte Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der Barockzeit und dokumentiert die katholische Prägung der einstigen Markgrafschaft Baden-Baden. |
101088985 | ||
| Wegkreuz | Röttererbergstraße 14 (Karte) |
Nischenkreuz aus Sandstein mit Kleeblattenden, darauf fünf Wunden Christi und das Schweißtuch der Veronika, bez. 1741 (i)
Das Wegkreuz ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität im 18. Jahrhundert und prägender Bestandteil der Kulturlandschaft in der Region. Als Hinweis auf die vom katholischen Haus Baden-Baden geprägte Religionsgeschichte in Rastatt besitzt es dokumentarischen Wert. Darüber hinaus belegt das qualitätvoll gestaltete Kreuz die Fertigkeiten des regionalen Bildhauerhandwerks im 18. Jahrhundert. |
101088885 | ||
| Katholische Zwölf-Apostel-Kirche | Röttererbergstraße 14 (Karte) |
Kirchenbau mit Gemeindezentrum, Untergeschoss mit Kindergarten, teilweise in Fertigteilbauweise errichtet (Fa. Degler, Rastatt), Dach als vorkragende Stahlkonstruktion auf zwölf außen stehenden Stahlstützen, 1971 bis 1973 von dem Rastatter Architekten Heinz Gaiser, freistehender Kirchturm 1988 durch Gaiser hinzugefügt, fünf Glocken mit Zier durch Emil Wachter aus Karlsruhe (Guss durch Fa. Metz, Karlsruhe), Innenraum der Kirche in diagonaler Ausrichtung mit bauzeitlicher Ausstattung: Glasfenster mit Szenen aus dem Matthäus-Evangelium von Emil Wachter aus Karlsruhe, Prinzipalstücke und Ausstattung von Herbert Kämper aus Karlsruhe, Kreuzwegstationen von Josef Michael Neustifter, Orgel 1978–80 von Fischer und Krämer aus Endingen, Werktagskirche als 2. Bauabschnitt mit Wandmalereien von Emil Wachter, zugehörige Platz- und Grüngestaltung
Die katholische Zwölf-Apostel-Kirche entstand zu Beginn der 1970er-Jahre, als in dem neu entstandenen Stadtteil auf dem Röttererberg nordöstlich der Kernstadt von Rastatt für die stark angewachsene Gemeinde ein eigenes Gotteshaus notwendig geworden war. Die Kirche mit Gemeindezentrum bildet mit dem freistehenden Glockenturm und dem kubischen, flach gedeckten Baukörper, welcher sich mittig auf einer Platzanlage befindet, einen markanten Akzent im Stadtteil. Die von dem Rastatter Architekten Heinz Gaiser entworfene Anlage ist mit der Einbindung des Sakralbaus in die Umgebung charakteristisch für ihre Entstehungszeit. Auch die in Teilen durch Wandbilder gestalteten Gemeinderäume mit Winterkirche und Werktagskirche entsprechen der damaligen Bauaufgabe, nach welcher die Kirchen als Teil eines Gemeindezentrums einen lebendigen Begegnungsort für die Gläubigen wie auch ein Stadtteilzentrum der Gemeinde darstellten. In diesem Sinne entspricht die Konzeption des Innenraumes der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils, bei der die Gemeinde in das liturgische Geschehen eingebunden werden sollte. Dabei kommt der Lichtinszenierung eine wichtige Rolle zu – ein farbiges, umlaufendes Fensterband von Emil Wachter taucht den Innenraum der Kirche in stimmungsvolles Licht, der Altarbereich wird wie in dieser Zeit üblich durch einfallendes Licht von oben hervorgehoben. Kirche und Gemeindezentrum sind anschauliche Zeugnisse des Sakralbaus in der Architektur der 1970er-Jahre in Rastatt und besitzen orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung für Röttererberg. |
104649529 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schiffstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach, Erschließung über seitliche Eingangstür, Anfang 19. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus ist typischer Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt. Es überliefert die Weiterführung der Modellbauweise auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts und besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981593 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schiffstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Zahnschnittfries an der Dachtraufe, traufständig, wohl 19. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt. Es überliefert die Weiterführung der Modellbauweise auch im 19. Jahrhundert und besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981591 | ||
| Wohnhaus | Kaiserstraße (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach, traufständig, korbbogige Toreinfahrt am Schlussstein bez. 1828 (i)
Das Wohnhaus befindet sich in der barocken Kernstadt von Rastatt und wurde 1828 erbaut. Es ist charakteristischer Bestandteil der geschlossenen, traufständigen Bebauung in der Kaiserstraße und dokumentiert die Fortführung der Modellbauweise Anfang des 19. Jahrhunderts. Es besitzt für die Stadtbaugeschichte dokumentarischen Wert. |
96981594 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schiffstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Konsolgesims, 19. Jahrhundert mit Ladeneinbau im Erdgeschoss Mitte 19. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt. Es überliefert die Weiterführung der Modellbauweise auch im 19. Jahrhundert und besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981592 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schiffstraße 9 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Konsolgesims, Mitte 19. Jahrhundert
Das Wohnhaus befindet sich in städtebaulich markanter Ecklage zur Museumsstraße und ist prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt. Es überliefert die Weiterführung der Modellbauweise auch im 19. Jahrhundert und besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981596 | ||
| Wohnhaus | Schiffstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit gekehltem Traufgesims, Stockwerksgesims, aufgeputzte Eckpilaster, Fensterrahmungen mit Ohren, seitlich korbbogige Toreinfahrt, Mitte des 18. Jahrhunderts
Das Wohnhaus befindet sich in städtebaulich markanter Ecklage zur Rathausstraße und ist prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt. Als barockes Modellhaus überliefert es den Gebäudetypus eines zweigeschossigen Eckbaus und ist somit ein anschauliches Dokument der Modellbauweise Mitte des 18. Jahrhunderts. Das anschaulich überlieferte Gebäude besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981595 | ||
| Wohnhaus | Schlosserstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Zahnschnitt an der Traufe, Eckrustika, im Kern wohl 2. Hälfte 18. Jahrhundert; südöstlich angrenzendes Mauerstück mit Durchfahrtstor
Das Wohnhaus befindet sich in städtebaulich markanter Ecklage zur Schlossstraße und ist prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt. Als barockes Modellhaus überliefert es den Gebäudetypus eines zweigeschossigen Eckbaus und ist somit ein anschauliches Zeugnis der Modellbauweise Mitte des 18. Jahrhunderts. Das anschaulich überlieferte Gebäude besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
110400526 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schlosserstraße 4 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Mansarddach mit Zwerchhäusern, Fassadengestaltung mit Lisenengliederung in Obergeschossen und an Zwerchhäusern, erbaut um 1905/10
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde um 1905/10 in barockisierenden Formen erbaut und befindet sich in städtebaulich markanter Ecklage zur Kaiserstraße. Es ist prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der Rastatter Kernstadt und veranschaulicht den ökonomischen Aufschwung nach Auflassung der Festungsanlagen seit Ende des 19. Jahrhunderts. An dem repräsentativen Gebäude lässt sich das gehobene soziale Gefüge in der Nähe von Kaiserstraße und Marktplatz ablesen. Es besitzt für die Wirtschafts- und Stadtbaugeschichte Rastatts dokumentarischen Wert. |
96981610 | ||
| Wohnhaus | Schlosserstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Konsolgesims, seitliche Tordurchfahrt, erbaut zweites Viertel 18. Jahrhundert mit einem massiven Erdgeschoss und einem Fachwerkobergeschoss, Umbau des Obergeschosses im ausgehenden 19. Jahrhundert (u. a. Konsolgesims unter der Dachtraufe)
Das Wohnhaus befindet sich in der Kernstadt von Rastatt in der sog. Georgenvorstadt und ist aussagekräftiger Bestandteil der historischen Bebauung aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts. Es überliefert ein Handwerkerhaus in einem Quartier, das ursprünglich von Handwerkern und Tagelöhnern geprägt war und besitzt Aussagekraft für das soziale Gefüge in der Kernstadt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Fachwerkobergeschoss in Massivbauweise umgebaut; das Gebäude zeichnet somit eine charakteristische Entwicklung nach. Das Wohnhaus besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981611 | ||
| Wohnhaus | Schlosserstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Gebäude mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, seitliche Toreinfahrt, Obergeschoss mit unregelmäßig angeordneten Fensterachsen, frühes 18. Jahrhundert, im ausgehenden 19. Jahrhunderts Bauverbesserungen
Das Wohnhaus befindet sich in der Kernstadt von Rastatt in der sog. Georgenvorstadt und ist aussagekräftiger und selten gewordener Bestandteil der historischen Bebauung aus dem frühen 18. Jahrhundert, der in seinem Baubestand noch anschaulich vollständig überliefert und nur geringfügig verändert worden ist. Es überliefert mit der seitlichen Tordurchfahrt ein Handwerkerhaus in einem Quartier, das ursprünglich von Handwerkern und Tagelöhnern geprägt war und besitzt Aussagekraft für das soziale Gefüge in der Kernstadt. Das Wohnhaus ist für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt von dokumentarischem Wert. |
96981612 | ||
| Wohnhaus | Schlosserstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, seitliche Tordurchfahrt, im 18. Jahrhundert als zweigeschossiges Fachwerkhaus errichtet, Umbau in Massivbauweise im ausgehenden 19. Jahrhundert, Holztor der Einfahrt 19. Jahrhundert
Das Wohnhaus befindet sich in der Kernstadt von Rastatt in der sog. Georgenvorstadt und ist aussagekräftiger Bestandteil der historischen Bebauung aus dem 18. Jahrhundert. Es überliefert mit der seitlichen Tordurchfahrt ein Handwerkerhaus in einem Quartier, das ursprünglich von Handwerkern und Tagelöhnern geprägt war und besitzt Aussagekraft für das soziale Gefüge in der Kernstadt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude in Massivbauweise umgebaut und zeichnet somit eine charakteristische Entwicklung dieser Zeit nach. Das Wohnhaus besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981613 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus (bis 1938 Gasthaus Zum Wilden Mann) | Schloßstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Werksteinbau, Satteldach mit gekehltem Traufgesims, seitliche Toreinfahrt, Mittelbalkon, traufständig, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Gebäude befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und überliefert ein barockes Modellhaus aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es ist prägender Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Schlossstraße und ist von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. Als ehemaliges Gasthaus in historisch-charakteristischer Lage am Stadtausgang der Kernstadt besitzt es auch für die Stadtgeschichte und reiche Rastatter Wirtshausgeschichte Relevanz. |
96981597 | ||
| Zum Anker | Schloßstraße 3 (Karte) |
Wohnhaus mit Gastwirtschaft, zweigeschossiger verputzte Massivbau, Walmdach mit profiliertem Traufgesims, schmiedeeiserner Eckbalkon, Wirtshausschild, 1712 (d), 1894 Abbruch der korbbogigen Tordurchfahrt und Einbau eines Saals
Das Wohnhaus mit dem ehemaligen Gasthaus Zum Anker befindet sich in historisch-charakteristischer Lage am westlichen Stadtausgang der Kernstadt. Es überliefert ein Modellhaus aus der Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts, das wohl seit seiner Entstehungszeit zunächst als „unteres Wirtshaus“ geführt wurde und den Aufbau der barocken Planstadt dokumentiert. Es ist somit von stadtbaugeschichtlicher Relevanz. Der Name Anker taucht etwas später im Zusammenhang mit Franz Anton Dürr als Ankerwirt auf, der ebenfalls von Beruf Hofglaser war und später die Herrenwieser Glashütte 1732 gründete. 1894 wurde der Bau durch Abbruch der korbbogigen Durchfahrt und den Einbau eines Saals zur Dreherstraße nachträglich verändert. Als ein aussagekräftiges und anschauliches Dokument des Wirtshauswesens und Stadtgeschichte überliefert das einstige Gasthaus die wechselnden Anforderungen an ein Wirtshaus über mehrere Jahrhunderte hinweg. |
96981604 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schloßstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau, Eckbalkon aus Gusseisen, Walmdach, am Türsturz bezeichnet 1820, an der Schlosserstraßenfront Toreinfahrt, bezeichnet 1827 und 1863, Innenhof mit umlaufender Holzgalerie auf Holzsäulen
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist aufgrund seiner markanten Ecklage prägender Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Schlossstraße. Erbaut wurde es in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und überliefert die Weiterführung der modellhaften Bebauung im 19. Jahrhundert. Es ist ein aussagekräftiges Dokument der Rastatter Stadtbaugeschichte. |
96981598 | ||
| Pfarrhaus St. Alexander | Schloßstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau, Walmdach, Toreinfahrt an der Gartenmauer zur Schlosserstraße, Toreinfahrt mit Schlussstein, bezeichnet 1747
Das stattliche Pfarrhaus gehört zur Stadtkirche und ist aufgrund seiner städtebaulich markanten Ecklage prägender Bestandteil des historischen Gebäudebestands in der barocken Kernstadt. Es überliefert die modellhafte Bebauung Mitte des 18. Jahrhunderts und ist somit neben seiner kirchengeschichtlichen Bedeutung auch ein aussagekräftiges Zeugnis der Rastatter Stadtbaugeschichte. |
96981605 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schloßstraße 6 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau, Satteldach, traufständig, im Erdgeschoß neuer Ladeneinbau, um 1860/70.
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist charakteristischer Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Schlossstraße. Erbaut wurde es um 1860/70 und überliefert die Weiterführung der modellhaften Bebauung im 19. Jahrhundert. Es ist ein aussagekräftiges Dokument der Rastatter Stadtbaugeschichte. |
96981599 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schloßstraße 9 a (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit gekehltem Traufgesims, Erschließung über seitliche Tordurchfahrt, spätes 18. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist charakteristischer Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Schlossstraße. Erbaut wurde es im späten 18. Jahrhundert und besitzt für die Rastatter Stadtbaugeschichte dokumentarischen Wert. |
96981601 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schloßstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach, um 1800
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist charakteristischer Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Schlossstraße. Erbaut wurde es um 1800 und überliefert somit die Weiterführung der modellhaften Bebauung am Übergang zum 19. Jahrhundert. Das Gebäude ist ein aussagekräftiges Dokument der Rastatter Stadtbaugeschichte. |
96981600 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schloßstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit gekehltem Traufgesims, Stockwerksgesims, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist aufgrund seiner markanten Ecklage prägender Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Schlossstraße. Erbaut wurde es in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts und dokumentiert als barockes Modellhaus den Gebäudetypus eines zweigeschossigen Eckbaus und ist Zeugnis für den Bau der barocken Planstadt im frühen 18. Jahrhundert. Es ist ein charakteristisches Zeugnis der Rastatter Stadtbau- und Architekturgeschichte. |
96981602 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schloßstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit profiliertem Traufgesims, Stockwerksgesims, um 1800
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist aufgrund seiner markanten Ecklage prägender Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Schlossstraße. Erbaut wurde es um 1800 und überliefert die Weiterführung der modellhaften Bebauung am Übergang zum 19. Jahrhundert. Es ist Zeugnis der Rastatter Stadtbau- und Architekturgeschichte. |
96981603 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schloßstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und gekehltem Traufgesims, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der historischen Kernstadt von Rastatt und ist aufgrund seiner markanten Ecklage prägender Bestandteil der traufständigen Bebauung in der Schlossstraße. Erbaut wurde es in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts und dokumentiert als barockes Modellhaus den Gebäudetypus eines zweigeschossigen Eckbaus und ist Zeugnis die Entstehung der barocken Planstadt im 18. Jahrhundert. Es ist ein charakteristisches Zeugnis der Rastatter Stadtbau- und Architekturgeschichte. |
96981606 | ||
| Haus Schnurr | Schloßstraße 13 (Karte) |
Wohn- und Geschäftshaus, Vierflügelanlage, zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit Konsolgesims an der Dachtraufe, Stockwerksgesims, Eckrustika, an Schlossstraße Mittelbalkon, Toreinfahrt an der Rathausstraße, Innenhof mit Brunnen, frühes 18. Jahrhundert, Ladeneinbau um 1810; Entlang der Schiffstraßenfront Pflasterung des 18. Jahrhunderts mit großen Steinplatten aus rotem Buntsandstein
Das stattliche Wohnhaus befindet sich in markanter Ecklage zwischen Schloss- und Rathausstraße und ist städtebaulich prägender Bestandteil der historischen Bebauung in Nähe der Residenz. Erbaut wurde es Anfang des 18. Jahrhunderts und ist somit ein anschauliches Zeugnis der barocken Modellhausbebauung zur Zeit des Ausbaus der barocken Planstadt. Seine Lage und repräsentative Gestaltung veranschaulichen den Wohlstand und gesellschaftlich gehobenen Status der einstigen Erbauer. Das Wohnhaus ist somit ein besonders aussagekräftiges Zeugnis für die Sozialtopographie in näherem Umfeld der Rastatter Residenz besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte Anfang des 18. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96981607 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Museumstraße 5; Schloßstraße 14 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau mit Walmdach, Portal an der Herrenstraße, darüber vermauerte Fensternische mit Mascaron, bildet eine Einheit mit Museumstraße 5 (Flstnr. 83), Pendant zu Schloßstraße 15 (Flstnr. 13), frühes 18. Jahrhundert, Ladeneinbauten 19. und 20. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der barocken Kernstadt von Rastatt in städtebaulich herausragender Lage unmittelbar gegenüber dem Schloss sowie an einer vorplatzartigen Aufweitung des Straßenraums. Das repräsentativ gestaltete Gebäude bildet zusammen mit dem benachbarten Gebäude (s. Schlossstraße 15) den Auftakt an der zentralen Mittelachse der strahlenförmig angelegten Straßen. Somit ist das Gebäude ein besonders wichtiges Dokument des barocken Stadtgrundrisses und zeugt vom umfassenden Gestaltungswillen der Barockzeit. |
96981608 | ||
| Schlossgaststätte | Schloßstraße 15 (Karte) |
Wohn- und Geschäftshaus mit Gastwirtschaft, Vierflügelanlage, Pendant zu Schlossstraße 14 und Museumstraße 5, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach und profiliertem Traufgesims, Eckbalkon aus Schmiedeeisen, an der Schlossstraße korbbogige Tordurchfahrt, dort bez. 1824 (i), erbaut frühes 18. Jahrhundert, seit 1908 Gasthaus Zum Schloss (Trakt an der Rathausstraße zum Teil Neubau, 2. Hälfte 20. Jahrhundert)
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich in der barocken Kernstadt von Rastatt in städtebaulich herausragender Lage unmittelbar gegenüber dem Schloss sowie an einer vorplatzartigen Aufweitung des Straßenraums. Das repräsentativ gestaltete Gebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert bildet zusammen mit dem benachbarten Gebäude (s. Museumstraße 5, Schlossstraße 14) den Auftakt an der zentralen Mittelachse der strahlenförmig angelegten Straßen. Somit ist das Gebäude ein besonders wichtiges Dokument des barocken Stadtgrundrisses, und zeugt vom umfassenden Gestaltungswillen der Barockzeit. Überdies dokumentiert es mit dem Gasthaus die reiche Rastatter Wirtshausgeschichte und besitzt stadtgeschichtliche Bedeutung. |
96981609 | ||
| Bahnwärterwohnhaus | Schwalbenrain 7 (Karte) |
Eingeschossiger Klinkerbau mit Satteldach und traufseitigem Remisenanbau aus Holz, wohl 1895
Befand sich der Bahnhof von Rastatt ursprünglich östlich und außerhalb der Stadt, so konnte er nach Auflassung und Schleifung der Festungsanlagen näher an die Innenstadt verlegt werden. Das Bahnwärterhaus entstand wohl im Zusammenhang mit der Verlegung des Bahnhofes und ist ein Beispiel für die kostensparende Typenbauweise bei der Eisenbahn. Das Gebäude erinnert an die Lebensumstände der Bediensteten der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen, die entlang der Strecken Dienst taten. |
98838548 | ||
| Villa | Sibyllenstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, halbrunder Erker an der Front, Sohlbankgesims umlaufend, Garten und Einfriedung, um 1925
Die Villa wurde in den 1920er-Jahren in einem Bereich errichtet, wo sich ursprünglich Teile der Befestigungsanlage befunden hatten. Die Anlage wurde ab 1890 aufgelassen und geschleift, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Das repräsentativ gestaltete Gebäude mit dem markanten, halbrunden Balkon dokumentiert diese städtebauliche Entwicklung. Mit dem kubischen Baukörper und großem Walmdach ist es ein charakteristisches Beispiel für die traditionalistischen Architekturströmungen der Entstehungszeit. Die Villa veranschaulicht den Wohlstand und Repräsentationswillen der einstigen Erbauer und die Wohnverhältnisse der gehobenen Bevölkerungsschichten und besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96981616 | ||
| Villa | Sibyllenstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Mittelrisalit um mittiges Zwerchhaus, Eckquaderung, Stuckdekor in der Mittelseite an der Straßenfront, dort bezeichnet 1926 (i); Garten und Einfriedung
Die Villa wurde 1926 in einem Bereich errichtet, wo sich ursprünglich Teile der Befestigungsanlage befunden hatten. Die Anlage wurde ab 1890 aufgelassen und geschleift, was die Entstehung neuer Straßenzüge und Quartiere ermöglichte. Das repräsentativ gestaltete Gebäude dokumentiert diese städtebauliche Entwicklung. Mit der Eckrustika, dem Mittelrisalit und seinen barockisierenden Formen ist es ein charakteristisches Beispiel für die traditionalistischen Architekturströmungen der Entstehungszeit. Die Villa veranschaulicht den Wohlstand und Repräsentationswillen der einstigen Erbauer und die Wohnverhältnisse der gehobenen Bevölkerungsschichten und besitzt für die Stadtbau- und Sozialgeschichte Rastatts in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dokumentarischen Wert. |
96981617 | ||
| Schuluhr der Max-Jäger-Schule | Nelkenstraße (Karte) |
Uhrwerk bezeichnet „Ungerer Fr.s Strasbourg 1866“, ursprünglich Teil der Bundesfestung Rastatt, um 1956 hierher transloziert, zugehörig u. a. zwei Glocken, Schlagwerk, Zifferblatt
Das Uhrwerk der Schuluhr der Max-Jäger-Schule war ursprünglich Teil der Bundesfestung Rastatt und wurde um 1956 in den Schulbau transloziert. Es besitzt dokumentarischen Wert für die Bundesfestung Rastatt wie auch für die Schulgeschichte Rastatts. |
102202870 | ||
| Wegkreuz | Weichselstraße 11 (Karte) |
Kreuz auf Postament mit Inschrift: „Was will das Kreuz dast am Wege steht? / Es will dem Wanderer der vorübergeht / Das grosse Wort des Trostes sagen / Der Herr hat deine Schuld getragen / gestiftet von der Familie Fridolin Hilbert / 1890“, Kunststein, 1890 (i)
Das gut überlieferte Wegkreuz ist ein anschaulicher materieller Zeuge der gelebten katholischen Volksfrömmigkeit der Region im späten 19. Jahrhundert. Der Stifter, Fridolin Hilbert (1843 bis 1919), war badischer Hoflieferant. Im Amt Säckingen geboren, gründete er 1872 in der Garnisonstadt Rastatt eine Uniformschneiderei und Militäreffektenhandlung. Sein Sohn Albert (1875 bis 1964) führte diese fort und erweiterte sie. Nach dem Ersten Weltkrieg handelte er mir Herrenbekleidung. Das Stammhaus lag an der Ecke Bahnhofstraße / Rauentaler Straße. Später übernahm er die Festungsgebäude, die seitdem seinen Namen trugen. Neben dem Kreuz im Münchfeld stiftete der Kaufmann Fridolin Hilbert auch die Statue des hl. Nepomuk an der Franzbrücke. |
113092314 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Werderstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach, Erschließung über Toreinfahrt, als zweigeschossiges Fachwerkhaus errichtet 1. Hälfte 18. Jahrhundert, über Türsturz bez. 1820 (i), Umbau des Erdgeschosses wohl Mitte des 19. Jahrhunderts, zwei Ladeneinbauten für einen Herren- und einen Damenfriseur im Erdgeschoss Ende 19. Jahrhundert
Das Wohnhaus befindet sich in der Kernstadt von Rastatt in der sog. Georgenvorstadt und ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung aus dem frühen 18. Jahrhundert. Es überliefert mit der seitlichen Tordurchfahrt ein Handwerkerhaus in einem Quartier, das ursprünglich von Handwerkern und Tagelöhnern geprägt war und besitzt Aussagekraft für das soziale Gefüge in der Kernstadt. Auch die Ladeneinbauten für einen Herren- und Damenfriseur aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts sind heute noch an dem Gebäude ablesbar. Das Gebäude wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Fachwerkhaus errichtet. Der Umbau des Erdgeschosses fand wahrscheinlich Mitte des 19. Jahrhunderts statt, also wesentlich früher als die in diesem Stadtquartier übliche Umwandlung von Fachwerk in Massivbauten, die Ende des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte. Das Wohnhaus besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981622 | ||
| Wohnhaus | Werderstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit profiliertem Traufgesims, Erschließung über seitlich Eingangstür, gegen Endes 18. Jahrhunderts als zweigeschossiges Fachwerkhaus errichtet, 1793–96 (d), Umbau in Massivbauweise gegen Endes des 19. Jahrhunderts
Das Wohnhaus befindet sich in sog. Georgenvorstadt in einem ehemals von Tagelöhnern und Handwerkern geprägten Quartier. Es ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung aus der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich als Fachwerkbau errichtet, wurde es gegen Ende des 19. Jahrhunderts in einen Massivbau umgewandelt. Es überliefert eine in diesem Stadtquartier übliche Entwicklung, die Ende des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte. Das Gebäude besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
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| Wohnhaus | Werderstraße 19 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Erschließung der Nebengebäude erfolgte von der Murgstraße her, errichtet um 1800
Das Wohnhaus befindet sich in sog. Georgenvorstadt in einem ehemals von Tagelöhnern und Handwerkern geprägten Quartier. Es ist charakteristischer Bestandteil der historischen Bebauung aus der Zeit um 1800 und überliefert die Fortführung der Modellbauweise auch in dieser Zeit. Das Gebäude besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981630 | ||
| Wohnhaus | Werderstraße 21 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Gebäude, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, Krüppelwalmdach, erbaut Mitte des 18. Jahrhunderts; Ladeneinbau und Einbau eines Schaufensters in den 1890er-Jahren, Erweiterung des Erdgeschosses um 1900 durch eingeschossigen Anbau
Das Wohnhaus befindet sich in markanter Ecklage der Kernstadt von Rastatt in der sog. Georgenvorstadt und ist prägender Bestandteil der historischen Bebauung der Zeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Es überliefert ein barockes Handwerkerhaus in einem Quartier, das ursprünglich von Handwerkern und Tagelöhnern geprägt war und besitzt Aussagekraft für das soziale Gefüge in der Kernstadt. An dem für die Innenstadt ungewöhnlichem Krüppelwalmdach lässt sich ablesen, dass die Vorschriften für die Modellhausbebauung im Randbereich der barocken Planstadt oft den finanziellen Möglichkeiten entsprechend in vereinfachter Form umgesetzt wurden. Das Wohnhaus besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981631 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Werderstraße 23 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Walmdach mit breitem Traufkasten, seitliche Toreinfahrt, ursprünglich zwei zweigeschossigen Fachwerkhäuser aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Umbau des Gebäudekomplexes in Massivbauweise um 1830 und 1895, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Seifensiederei, Bäckerei von 1927 bis 1978
Das Wohnhaus befindet sich in markanter Ecklage der Kernstadt von Rastatt in der sog. Georgenvorstadt und ist prägender Bestandteil der historischen Bebauung des 18. Jahrhunderts. Es überliefert ein barockes Musterhaus in einem Quartier, das ursprünglich von Handwerkern und Tagelöhnern geprägt war und besitzt Aussagekraft für das soziale Gefüge in der Kernstadt. Mit den Umbauten im 19. Jahrhundert zu einem Massivbau überliefert es eine für dieses Stadtquartier charakteristische Bauentwicklung, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt fand. Das Wohnhaus besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. Aufgrund seiner einstigen Nutzung als Seifensiederei und Bäckerei besitzt es überdies auch ortsgeschichtliche Bedeutung. |
96981632 | ||
| Wohnhaus | Werderstraße 37 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als zweigeschossiges Fachwerkhaus errichtet, Erschließung der Nutzgebäude von der Rückseite (Sackgasse), Umbau in Massivbauweise gegen Ende des 19. Jahrhunderts
Das Wohnhaus befindet sich in der Kernstadt von Rastatt in der sog. Georgenvorstadt und ist Bestandteil der historischen Bebauung des 18. Jahrhunderts. Es überliefert ein barockes Musterhaus in einem Quartier, das ursprünglich von Handwerkern und Tagelöhnern geprägt war und besitzt Aussagekraft für das soziale Gefüge in der Kernstadt. Mit dem Umbau im 19. Jahrhundert zu einem Massivbau überliefert es eine für dieses Stadtquartier charakteristische Bauentwicklung, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt fand. Das Wohnhaus besitzt für die Stadtbau- und Architekturgeschichte in Rastatt dokumentarischen Wert. |
96981635 | ||
| Bastion 2 der Leopoldsfeste | Wilhelm-Leuschner-Straße 18 (Karte) |
Teil der Bundesfestung Rastatt, Reste der Saillantkasematte und anschließender Mauerpartien, Kasemattierung, Sandsteinquaderverblendung, Füllmaterial Bruchstein, Geschütz- und Gewehrscharten, um 1842 bis 1849 (a)
Die Saillantkasematte des Kavaliers bzw. der Bastion 2 zählen neben den Resten des Kavaliers 1 zu den am besten überlieferten Abschnitten der einstigen Umwallung der Bundesfestung Rastatt. Sie waren Bestandteil der Leopoldsfeste im Süden der Festung, welche eines von drei großen Forts bildete, welche die Eckpunkte der Befestigung markierten. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die überlieferten Reste des Kavaliers 2 sind ein wichtiges Zeugnis der Festungsbaukunst am Ende der Vormoderne, kurz vor den einschneidenden Veränderungen in der Waffen- und Belagerungstechnik infolge der Hochindustrialisierung. Sie dokumentieren die komplex aufgebauten Festungswerke und haben wichtige Bedeutung für die Bau- und Funktionsgeschichte der Bundesfestung Rastatt wie auch die Entwicklungen in der europäischen Fortifikationsarchitektur in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Zaystraße 11 (Karte) |
Zweigeschossig, Putz-Werksteinbau mit Mittelrisalit und Balkonen, Nebenbauten und Garteneinfassung, Jugendstil, um 1905
Das stattliche Gebäude ist ein bemerkenswerter Vertreter der Architekturströmung des Jugendstils, der nach 1900 bis zum Ersten Weltkrieg die bis dahin bevorzugten Formen des Historismus ablöste und das Bauwerk deshalb in baugeschichtlicher und baukünstlerischer Perspektive hervorhebt und bewahrenswert erscheinen lässt. |
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| Wegkreuz | (Karte) |
Nischenkreuz mit Kleeblattenden, Wundmalen Christi und Schweißtuch der Veronika, 1748 (i)
Das barockzeitliche Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft dieser katholisch geprägten Region Badens. |
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| Friedenskaserne der Friedrichsfeste/Fort B | Zur Friedrichfeste 1 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, in der östl. Giebelwand hierher versetztes Tor der Friedrichsfeste, Segmentbogentor mit Zinnenkranz und polygonalen Ecktürmchen, errichtet um 1850, Umbau und Aufstockung 2. Obergeschoss, 1923 (a)
Die Friedrichsfeste o.a. Fort B bildete eines von drei großen Forts, welche als Kernwerke der Stadtumwallung der Bundesfestung Rastatt dienten, und sicherte die Nordwestseite der Stadt. Den südlichen Abschluss dieses Forts bildete die Friedenskaserne, die 1923 zum Wohnhaus umgebaut und aufgestockt wurde. An ihrer Ostseite fand das ursprüngliche Stadtseite Eingangstor der geschleiften Friedrichsfeste Aufstellung, das mit seiner historisierenden Architektur im Sinne der Burgenromantik charakteristisch ist für die bauliche Ausschmückung der Rastatter Festungswerke. Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die Friedenskaserne und das Tor der Friedrichsfeste sind wichtige Zeugnisse für die Infrastruktur, Gestalt und Baugeschichte der Bundesfestung. |
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| Wallkaserne | Zur Leopoldfeste 3 (Karte) |
Langgestreckter, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Segmentbogenfenster, im Giebel Halbrundfenster, um 1844 bis 1848, zumindest vor 1855 (a)
Die Bundesfestung Rastatt wurde nach langen Vorplanungen 1842 bis 1854 errichtet und war eine von mehreren Festungen des Deutschen Bundes, deren Anlage mit der Gründung der Staatenföderation auf dem Wieder Kongress beschlossen und festgesetzt worden war. Sie diente der Sicherung des Oberrheins. Angelegt wurde sie in der sog. Polygonalmanier in Abkehr vom bisher üblichen Bastionärsystem, eine Neuerung, die auf Ideen französischer Ingenieure beruhte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts als sog. neudeutsche Manier von preußischen österreichischen und bayerischen Ingenieuroffizieren entwickelt worden war. Ausschlaggebend für den Bau der Festung, die bereits seit 1871 militärisch obsolet geworden war und daher 1887 aufgelassen und ab 1890 geschleift wurde, war die Rheinkrise von 1840 und das dadurch erneut hervorgerufene Gefühl einer steten Bedrohung durch den Nachbarn Frankreich. Die Wallkaserne ist der letzte überlieferte Bau innerhalb der einstigen Umwallung der Leopoldsfeste, welche den Süden der Bundesfestung Rastatt als Zitadelle sicherte. Ihre Namen trägt sie daher, weil sie sich unmittelbar hinter dem westlichen Wallabschnitt des Forts erhob. Sie ist damit ein wichtiges Zeugnis für die Infrastrukturbauten sowie die Garnisons- und Baugeschichte der Bundesfestung und veranschaulicht einen charakteristischen Kasernenbau der Mitte des 19. Jahrhunderts. |
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Siehe auch
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.