Liste von Seilbahnunfällen

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Die Liste von Seilbahnunfällen enthält eine chronologische Auflistung von Unfällen bei Luft- und Standseilbahnen, bei denen der Verlust von Menschenleben zu beklagen waren, Personen erheblich verletzt wurden oder die aus anderen Gründen erwähnenswert sind. Obwohl Seilbahn zu den sichersten Verkehrsmittel zählen, kann die Seilbahntechnik gelegentlich anfällig sein[1] und Unfälle lassen sich nicht ganz ausschliessen.

Seilbahnen werden regelmäßig von den Behörden kontrolliert, wobei die Sicherheits- und Kontrollvorschriften seit geraumer Zeit bei allen Alpenländern etwa gleich sind.[1] Unfälle und Zwischenfälle werden von staatlichen Stellen untersucht, bespielsweise von der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) in Österreich oder von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST.

1930–1949

Schauinsland (Baden, Deutsches Reich Deutsches Reich) – Schwerwiegender Bedienungsfehler
Am 26. November 1932 wurde bei der Schauinslandbahn wegen eines gravierenden Bedienungsfehlers eines Schaffners nur ein Zugseil an die Bahn gekuppelt. Dadurch geriet die Kabine über das herabgefallene Zugseil und wurde kurz vor der Talstation vom Tragseil gehebelt. Die Kabine stürzte 13 Meter in die Tiefe, wodurch drei Personen (darunter der Schaffner) ums Leben kamen. Nach umfangreichen Untersuchungen, durch die die grundsätzliche Sicherheit der Bahn bestätigt wurde, konnte der Betrieb im Januar 1933 wieder aufgenommen werden.

1950–1959

Herzogstand (Bayern, Deutschland Deutschland) – Seilriss
Am 20. März 1955 riss das Förderseil eines Sessellifts der Herzogstandbahn. Drahtbrüche im Seil wurden wegen oberflächlicher Überprüfung nicht bemerkt. Der Unfall forderte 2 Tote und 6 zum Teil schwer Verletzte.
Graz (Osterreich Österreich) – Sessellift setzt sich in Bewegung
Am 2. April 1956 setzte sich die Sesselbahn Plabutsch nach einer Abschaltung selbstständig in Bewegung und erreichte annähernd das Fünffache ihrer Normalgeschwindigkeit. 1 Toter und 7 Verletzte waren zu beklagen.

→ Siehe auch Abschnitt Unfall 1956 im Artikel Sessellift Plabutsch

Göscheneralp (Uri, Schweiz Schweiz) – Sturz aus großer Höhe
Unfallstelle auf der Göscheneralp
Am 5. Januar 1958 stürzte bei der Rückfahrt von der Kraftwerkbaustelle der Göscheneralp eine Kabine aus großer Höhe mit drei Insassen ab. Die Kabine wurde zertrümmert. Zwei Personen starben, der dritte Passagier konnte schwer verletzt geborgen werden.[2]
Santos (Bundesstaat São Paulo Brasilien Brasilien) – Kabine stürzt Bergabhang hinab
Am 29. August 1959 riss in der Hafenstadt Santos die Kabine einer Seilbahn ab und stürzte einen steilen Bergabhang hinab, was 31 Menschenleben kostete.[3]

1960–1969

Monte Faito (Kampanien, Italien Italien) – Vier Tote beim Absturz einer Kabine
Am 15. August 1960 kamen beim Absturz einer Kabine zwischen Castella Mare di Stabia und dem Monte Faito bei Neapel vier Menschen ums Leben.[3]
Chamonix (Haute-Savoie, Frankreich Frankreich) – Militärflugzeug zerreisst Zugseil
Am 29. August 1961 durchtrennte ein Flugzeug der französischen Luftstreitkräfte im Tiefflug das Zugseil der Kleinkabinenbahn Vallée Blanche an der Aiguille du Midi im Mont-Blanc-Massiv. Drei Kabinen stürzten etwa 150 Meter tief ab, sechs Personen verstarben.[3][4]
Hallein (Salzburger Land, OsterreichÖsterreich Österreich) – Ein Todesopfer bei Kollision
Am 19. März 1965 um 20.30 Uhr rollte in Hallein bei der letzten Fahrt eine Gondel zurück und riss zwei weitere Gondeln mit sich. Durch den Zusammenprall wurde eine Person getötet und zehn andere zum Teil schwer verletzt.[5]
Puy de Sancy (Zentralmassiv, FrankreichFrankreich Frankreich) – Außenwand gebrochen, Menschen stürzen in Tiefe
Am 25. Dezember 1965 brach beim Stopp einer Kabine der Seilbahn am Puy de Sancy wegen Stromausfalls eine Außenwand. 17 Menschen stürzten in die Tiefe, sieben davon kamen ums Leben.[3]
Chamonix (Haute-Savoie, Frankreich Frankreich Frankreich) – Vier Tote bei Seilbruch
Am 9. Juli 1966 stürzten wegen eines Seilbruchs einer Gondelbahn bei Chamonix an der Aiguille du Midi im Mont-Blanc-Massiv drei Gondeln ab. Es waren vier Tote zu beklagen.[3]

1970–1979

Burgstall (Südtirol, ItalienItalien Italien) – Absturz einer Materialbahn
Am 6. Dezember 1970 stürzte die Transportkiste einer Materialseilbahn in Burgstall nahe Meran ab. Dabei starben fünf Menschen.[6]
Betten (Wallis, Schweiz Schweiz) – Zugseil gerissen
In der Talstation Betten bot sich ein Bild der Verwüstung.
Am 12. Juli 1972 fuhr in Betten eine Pendelbahn mit 14 Personen in Richtung Talstation. Nach einigen hundert Metern riss das Zugseil, die Kabine donnerte talwärts und zerschellte Sekunden später an der Betonwand der Talstation. Elf Menschen waren sofort tot, zwei überlebten die Katastrophe. Ein Mann sprang aus der abstürzenden Kabine und kam ums Leben.[1][2]
Les Deux Alpes (Département Isère, FrankreichFrankreich Frankreich) – Kollision und Absturz bei Probfahrt
Am 26. Oktober 1972 stießen in Les Deux Alpes bei einer Testfahrt mit einer für den öffentlichen Verkehr noch nicht zugelassenen neuen Seilbahn zwei Kabinen mit großer Geschwindigkeit zusammen und stürzten ab. Die Kollision forderte neun Menschenleben.[3]
Bergen (Norwegen Norwegen) – Absturz einer Kabine
Am 9. Juli 1974 forderte der Absturz einer Kabine der Ulriksbanen bei Bergen 9 Tote.[1]

→ Siehe auch Abschnitt Unfälle im Artikel Ulriksbanen

Cavalese (Trient, ItalienItalien Italien) – Riss des Tragseils aufgrund einer Fehlbedienung
Zertrümmerte Seilbahnkabine der Cermisbahn
Am 9. März 1976 stürzte im Dolomitenort Cavalese eine Kabine der Cermisbahn nach einem Seilbruch ab. Der Unfall kostete 42 Personen das Leben.[1] Der Kabinenführer hatte keine Bewilligung für seine Tätigkeit. Dies war der folgenschwerste Unfall einer Luftseilbahn weltweit bis heute.[7]
Vail (Colorado, Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten) – Abstürze wegen Schadens am Tragseil
Am 26. März 1976 stürzten in Vail infolge eines Schadens am Tragseil mehrere Kabinen einer Kleinkabinenbahn ab. Die Bilanz waren vier Tote und fünf Schwerverletzte.
Squaw Valley (Kalifornien, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten) – Seile durchschlägt Dach einer Kabine
Am 15. April 1978 wurden in Squaw Valley während eines Orkans zwei Tragseile einer Seilbahn von der obersten Seilbahnstütze hinausgeschlagen. Eines der Seile durchschlug das Dach der Kabine, tötete vier Menschen und verletzte 22.
Melchsee-Frutt (Obwalden, Schweiz Schweiz) – Mehrere Kabinen abgestüzt
Am 22. Februar 1979 stürzten vier Vierergondeln in Melchsee-Frutt ab, weil das Tragseil wegen eines Defekts aus der Rollenbatterie im oberen Drittel der Gondelbahn sprang. Eine Person erlag einen Tag nach dem Unfall im Spital ihren Verletzungen, fünf weitere Passagiere wurden zum Teil schwer verletzt.[8][9]

1980–1989

Tarsch (Südtirol, ItalienItalien Italien) – Sessellift lief mit hoher Geschwindigkeit rückwärts
Am 28. Dezember 1981 kostete in Tarsch im Vinschgau das Versagen aller drei Bremsen eines Sessellifts zwei Personen das Leben. 23 wurden verletzt.[10]
Champoluc (Aostatal, ItalienItalien Italien) – Absturz dreier Kabinen
Am 13. Februar 1983 kamen beim Absturz dreier Kabinen in Champoluc im Val d’Ayas elf Menschen ums Leben. Die Kabinen wurden durch eine starke Windböe aus der Verankerung gerissen und stürzen mehr als 50 Meter in die Tiefe.[11]
Sentosa (Singapur Singapur) – Gondeln stürzen wegen Fahrlässigkeit ins Meer
Am 29. Januar 1983 stürzten in Sentosa Seilbahnkabinen ins Meer, weil eine panamaische Ölplattform gegen das Tragseil stieß. Trotz einer Höhenbeschränkung für Schiffe kannten weder Kapitän noch Erster Offizier die Höhe ihrer Ölplattform. Beim Unfall fanden acht Personen den Tod. Obwohl bereits im November 1973 während den Bauarbeiten der Seilbahn der Mast eines Passagierschiffs die Seile berührte, wurden keine Maßnahmen getroffen, um das Wiederauftreten solcher Ereignisse zu verhindern.[12]
Luz Ardiden (Département Hautes-Pyrénées, FrankreichFrankreich Frankreich) – Betonblock löst sich aus Verankerung
Am 1. März 1987 fielen bei Luz Ardiden in den Pyrenäen beim Absturz mehrerer Liftsessel sechs Fahrgäste zum Opfer, 39 wurden verletzt. Ein mehrere Tonnen schwerer Betonblock, der die Spannung der Seile sicherstellte, löste sich in der Gipfelstation aus seiner Verankerung. Der Sessellift war erst drei Wochen zuvor eingeweiht worden.[13]
Passo Falzarego (Venetien, ItalienItalien Italien) – Militärflugzeugs durchtrennt Tragseil
Am 27. Juli 1987 durchtrennte in Passo Falzarego ein italienischer Militärjet das Zugseil der Lagazuoi-Seilbahn. Fünf Personen wurden leicht verletzt.[14]

→ Siehe auch Abschnitt Unfall vom 27. Juli 1987 im Artikel Lagazuoi-Seilbahn

Vaujany (Département Isère, FrankreichFrankreich Frankreich) – Neue Seilbahn abgestürzt
Am 13. Januar 1989 starben in Vaujany im Skigebiet von Alpe d’Huez bei Testfahrten einer erst kürzlich errichteten Seilbahn sechs Techniker. Die Kabine stürzte mehr als 100 Meter tief in eine Schlucht. Die Seilbahn war noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.[15]

1990–1999

Dalaas (Vorarlberg, OsterreichÖsterreich Österreich) – Bäume stürzen auf Sessellift
Am 27. Februar 1990 stürzten während eines Sturms in Dalaas mehrere Bäume auf einen Sessellift und verletzten mehrere Wintersportler schwer.[16]
Tiflis (Georgien Georgien) – Seilbruch einer Standseilbahn
Am 1. Juni 1990 waren bei einem Seilbruch einer Standseilbahn in Tiflis 19 Tote zu beklagen. Die Opfer waren vor allem Kinder und Jugendliche, die einen Ausflug auf den Mtazminda unternommen hatten. Die Ursachen des Unfalls blieben ungeklärt.[17]
Mérida (Mérida; Venezuela Venezuela) – Gondelabsturz wegen fehlendem Unterhalt
Am 24. November 1991 brach am letzten Masten bei der vierten Teilstrecke das Seil der Méridabahn, was zwei Fahrgästen das Leben kostete. Die Pendelbahn bei Mérida ist die höchstgelegene Seilbahn der Welt. Sie überwindet 722 Meter Höhenunterschied und ist mit 3071 Meter Fahrtstrecke die längste Seilbahn.[3]

→ Siehe auch Abschnitt Unfall vom 24. November 1991 im Artikel Méridabahn

Nassfeld (Kärnten, OsterreichÖsterreich Österreich) – Gebrochene Führungsrolle
Am 29. Januar 1992 kostete der Unfall einer Sesselbahn in Nassfeld vier Personen das Leben. Ursache war eine gebrochene Führungsrolle.[11][3]
Pitztal (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Menschliches Versagen
Am 19. Dezember 1993 kam bei einem Zusammenstoß zweier Gondeln auf dem Hochzeiger im Tiroler Pitztal ein 47-Jähriger ums Leben. Eine Untersuchungskommission schrieb den Unfall menschlichem Versagen zu.[18][19] Die Bahn wurde erst eine Woche zuvor eingeweiht.[3]
Riederalp (Wallis, Schweiz Schweiz) – Achsbruch der Umlenkscheibe
Am 14. Dezember 1996 brach die Achse einer Umlenkscheibe der Gondelbahn Moosfluh. Dadurch erschlaffte das Seil und drei Gondeln stürzten zu Boden. Ein Passagier starb und 18 Personen wurden teilweise schwer verletzt. Ursache war ein Berechnungsfehler, der zu einem zu geringen Durchmesser der Achse führte.[2]
Pitztal (Kärten, OsterreichÖsterreich Österreich) – Falsch montierter Bolzen
Am 5. Januar 1997 werden auf dem Kärtner Goldeck fünf Menschen schwer verletzt, als durch einen falsch montierten Bolzen das Seil des Seetal-Doppelsesselliftes aus der Führung springt.[18]
Cavalese (Trient, ItalienItalien Italien) – US-Kampfflugzeug durchtrennt Tragseil
Am 3. Februar 1998 kappte in Cavalese ein US-Militärflugzeug im Tiefflug das Tragseil einer Pendelbahn. 20 Menschen kamen ums Leben.
Plateau de Bure (Département Hautes-Alpes, FrankreichFrankreich Frankreich) – Kabine stürzt 80 Meter in die Tiefe
Am 1. Juli 1999 starben 20 Menschen beim Absturz einer nichtöffentlichen Seilbahn am Bure-Observatorium in den Alpen. In der Kabine befanden sich Wissenschaftler, Techniker, Reinigungspersonal und Bauarbeiter.[20]
Crans-Montana (Wallis, Schweiz Schweiz) – Baum stürzt auf Gondelbahn
Am 26. Dezember 1999 stürzte während des Orkans Lothar ein Baum auf das Seil der Gondelbahn Crans–Cry d'Er im Skigebiet von Crans-Montana. Dabei kamen zwei Personen ums Leben, drei wurden schwer verletzt.[2]

2000–2009

Oberstdorf (Bayern, DeutschlandDeutschland Deutschland) – Einfahrt in Station mit überhöhter Geschwindigkeit
Am 6. Juli 2000 prallte eine vollbesetzte Kabine der Nebelhornbahn in Oberstdorf mit überhöhter Geschwindigkeit in die Mittelstation. Die am selben Seil hängende bergwärts fahrende Kabine fuhr ebenfals zu schnell in die Bergstation ein.[21] Unglücksursache war ein technischer Defekt an den Bremsen. Die Notbremsung beider Kabinenführer sowie eines zufällig anwesenden Maschinisten im Regieraum der Bergstation konnten allerdings nicht verhindern, dass beide Kabinen gegen Betonstützpfeiler der Bahn prallten.[22]
Kaprun (Salzburger Land, OsterreichÖsterreich Österreich) – Inferno im Tunnel
Am 11. November 2000 starben in Kaprun am Kitzsteinhorn beim Brand in der Gletscherbahn Kaprun 155 Menschen.
Downtown (Los Angeles, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten) – Seilriss bei Standseilbahn
Am 1. Februar 2001 riss das Seil der historischen Standseilbahn Angels Flight, worauf die beiden Wagen zusammenstießen. Ein Mann kam ums Leben, sieben weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.[23]
Pavagadh Ropeway (Gujarat, Indien Indien) – Gondeln einer Pilgerseilbahn kollidieren mit Stützen
Am 19. Januar 2003 verunfallten drei Gondeln der Pilgerseilbahn zum Mahakali-Tempel, als das Seil von der Seilscheibe rutschte und eine wellenartige Bewegung über die ganze Seilbahnstrecke erzeugte, die die Kabinen zum Schwanken brachte. Sechs Personen wurden getötet, einige verletzt.[24] Pavagadh Ropeway ist 45 Kilometer entfernt von Vadodara im Bezirk Panchmahal, Bundesstaat Gujarat.
Darjeeling (Westbengalen, Indien Indien) – Nach Seilriss Absturz von Gondeln
Am 19. Oktober 2003 wurden beim Absturz von drei Gondeln der Darjeeling Ropeway in Darjeeling vier Personen tödlich und elf weitere schwer verletzt.[25]
Jerewan (Armenien Armenien) – Nach Entgleisung eines Laufwerks Gondel abgestürzt
Am 2. April 2004 entgleiste in Jerewan das Laufwerk einer Seilbahnkabine, worauf die Kabine aus 15 Metern Höhe in den Hof eines Privathauses abstürzte. Vier Menschen kamen ums Leben, mehrere wurden verletzt.[26]
Gmunden (Oberösterreich, OsterreichÖsterreich Österreich) – Kabine stürzt nach Kollision ab
Am 16. Oktober 2004 wurden beim Absturz einer Gondel der Grünbergseilbahn in Gmunden zwei Personen verletzt. Eine entgleiste leere Gondel rutschte 150 Meter zurück und prallte gegen die nachfolgende Kabine.[27][28]

→ Siehe auch Abschnitt Unfall 2004 im Artikel Grünbergseilbahn

Tignes (Département Hautes-Alpes, FrankreichFrankreich Frankreich) – Seitenwind führt zur Entgleisung eines Laufwerks
Am 12. November 2004 entgleiste in Tignes das Laufwerk der Pendelbahn zur Grande Motte wegen starkem Seitenwind. 90 Passagiere konnten unverletzt gerettet werden.[29]
Sölden (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Vereisung, Ablenkung und Einklemmung des Datenseil
Am 14. November 2004 geriet das Steuerkabel der Schwarze-Schneid-Bahn 2 in Sölden durch winderzeugte Eigenschwingungen ins Tragseil, verfing sich dort und stoppte die Bahn. Beim Anfahren des Notantriebs ohne vorherige Sichtkontrolle riss das Datenseil und brachte eine leere Gondel zum Absturz. Bei minus 15 Grad Celsius dauerte die Rettung der 115 Passagiere acht Stunden.[30][31]
Mürren (Berner Oberland, Schweiz Schweiz) – Seilmantel gerissen, Seilkern bleibt intakt
Am 29. Dezember 2004 rissen bei einem der beiden Tragseile der Schilthornbahn alle Seile des Seilmantels, der Seilkern blieb jedoch intakt. Die Bahn konnte vor dem Passieren der Schadenstelle angehalten werden. Alle 53 Passagiere wurden unverletzt gerettet. Als Ursache wurde eine unsachgemäße Tragseilverschiebung im Jahr 1979 festgestellt, deren Beschädigungen mit den bis dato üblichen Prüfverfahren nicht entdeckt wurden.[32]
Axamer Lizum (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Sessel stürzt in Tiefe
Am 26. Februar 2005 stürzte ein Vierersessel der Schönbodenbahn in Axamer Lizum wegen einer blockierten Seilrolle zu Boden.[33][34]
Sölden (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Betonkübel stürzt auf Seilbahn
Am 5. September 2005 verlor in Sölden ein Hubschrauber einen Betonkübel, der die Schwarze-Schneid-Bahn 1 am Seil traf. Durch die Schwingungen stürzte eine Gondel ab, aus einer anderen wurden durch die Schwingungen Insassen geschleudert. Dabei wurden neun Personen getötet und sechs weitere Personen zum Teil schwer verletzt.[35][36]
Stubaital (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Vierersessel rutscht zurück und prallt auf nächsten Sessel
Am 17. November 2005 löste sich im Skigebiet Stubaier Gletscher ein Sessel der Rotadlbahn und rutschte auf einen anderen. Ein Schwerverletzter und drei Leichtverletzte waren die Folge.[37]
Fort William (Schottland, Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich) – Gondel stürzt nach Kollision ab
Am 13. Juli 2006 stürzte in Fort William eine Gondel der Seilbahn auf den Aonach Mòr ab, als eine andere Gondel auf dem Seil zurückrutschte. Fünf Personen wurden schwer verletzt.[38]
Bocksberg (Niedersachsen, DeutschlandDeutschland Deutschland) – Leere Kabine abgestürzt
Am 14. Mai 2006 stürzte eine Kabine der Bocksbergseilbahn ab. Personen kamen keine zu Schaden, der Betrieb blieb bis zum 15. Dezember 2006 eingestellt.[39]
Mayrhofen (Zillertal, OsterreichÖsterreich Österreich) – Absturz bei Rettungsübung
Abgestürzte Rettungsgondel der Penkenbahn
Einsatzberei­ter Bergewagen
Am 24. Mai 2007 stürzte in Mayrhofen eine Bergegondel der Penkenbahn im Gemeindegebiet Finkenberg ab. Ein Seilbahnmitarbeiter starb, zwei wurden schwer verletzt.[40][41]
Ngong Ping 360 Hongkong Hongkong – Absturz bei Testfahrt
Am 11. Juni 2007 stürzte bei einer Testfahrt (Bremsprobe) nach Betriebsschluss in Ngong Ping 360 eine unbesetzte Gondel in der Nähe des Tung Chung Bus Terminal über 50 Meter in die Tiefe. Es gab keine Personenschäden. Der Betrieb der Bahn musste für sechs Monate eingestellt werden.[42]
Blackcomb/Whistler Mountain (British Columbia, Kanada Kanada) – Eis zerbarst Seilbahnstütze
Am 16. Dezember 2008 brach in Blackcomb/Whistler Mountain wegen Eisbildung eine Seilbahnstütze, weil Wasser bei extrem kalten Temperaturen im unteren Teil der Stütze einfror. Mindestens zwei Gondeln stürzten aus relativ geringer Höhe in der Nähe der Stütze ab. Eine der Kabinen prallte auf eine Bushaltestelle, das andere auf ein Haus. Beim Unfall wurden keine Fahrgäste schwer verletzt.[43]
Grindelwald (Berner Oberland, Schweiz Schweiz) – Sessel stürzen ab
Sesselbahnunfall Grindelwald
Links: Blick bergseitig auf den Unfallsessel
Rechts: Blick talseitig auf den Sessel hinter dem Unfallsessel
Am 3. Januar 2008 sprang in Grindelwald ein Seil aus der Führung und mehrere Sessel stürzten in die Tiefe. Eine Person kam ums Leben, neun weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Untersuchung ergab, dass starker Wind das Förderseil zur Entgleisung brachte. Das Seil fiel daraufhin zu Boden und riss den Sessel mit sich.[2][44]
Sestriere (Piemont, ItalienItalien Italien) – Einfahrt zur Bergstation mit voller Geschwindigkeit
Am 22. März 2008 raste in Sestriere eine Seilbahnkabine ungebremst in die Station, wobei 17 Personen verletzt wurden.[45]

2010–2019

Brülisau (Appenzell, Schweiz Schweiz) – Bahn fährt ungebremst in Berg- und Talstation
Kabine 2 (Talstation, Bild rechts) der Hohen-Kasten-Bahn wurde leicht, Kabine 1 und die Laufwerke stark beschädigt.
Am 24. März 2010 fuhren die beiden leeren Kabinen der Pendelbahn Luftseilbahn Brülisau–Hoher Kasten bei einer Revisionsfahrt aufgrund eines menschlichen Bedienfehlers ungebremst in die Bergstation respektive in die Talstation Brülisau ein. Dabei wurde ein Seilbahnmitarbeiter schwer verletzt. Die Luftseilbahn war zum Unfallzeitpunkt im Unterhaltsbetrieb und wurde von der Talstation aus manuell bedient. Ein technischer Defekt wurde ausgeschlossen.[2][46]
Maine, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten – Fahrgäste aus Sessellift geschleudert
Am 27. Dezember 2010 wurden im US-Bundesstaat Maine mehrere Wintersportler aus einem Sessellift geschleudert, als das Seil aus den Rollen sprang. 6 oder 8 Personen wurden verletzt.[47] Nach anderer Quelle erfolgte der Unfall am Spillway East Doppelsessellift am Sugerloaf Mountain, Franklin County, Maine am 28. Dezember 2010 und es wurden 8 Passagiere verletzt.
Schwangau (Bayern, DeutschlandDeutschland Deutschland) – Gleitschirm fliegt in Pendelbahn
Am 12. August 2011 flog bei Schwangau ein Gleitschirm in die Seile der Tegelbergbahn. Der Betrieb musste wegen des Einfluges unterbrochen und 30 Passagiere aus einer der Kabinen aus ca. 50 Metern Höhe abgeseilt werden. 19 Personen in der anderen Kabine konnten erst am Folgetag per Hubschrauber gerettet werden.[48]
Innerthal (Ausserschwyz, Schweiz Schweiz) – Materialseilbahn abgestürzt
Am 3. August 2013 stürzte in Innerthal eine Transportseilbahn ab, wobei ein Ehepaar ums Leben kam und deren 16 Monate alte Tochter mittelschwer verletzt wurde. Die Transportkiste löste sich vom Seil und kollidierte mit einem Mast, bevor sie ins Waldgebiet abstürzte. Die Materialseilbahn war nicht für Personentransporte zugelassen.[2]
Köln (DeutschlandDeutschland Deutschland) – Sturm führt zu Betriebsunterbruch
Am 21. Oktober 2014 stand die Kölner Rheinseilbahn während des Durchzugs von Sturmtief Gonzalo still, nachdem eine Kabine aus einem Seil gesprungen war. Es wurden sechs Personen in zwei der Gondeln eingeschlossen. Höhenretter der Kölner Feuerwehr evakuierten bis zum späten Abend alle Passagiere durch Abseilen aus den betroffenen Gondeln.

→ Siehe auch Abschnitt Zwischenfall 2014 im Artikel Kölner Seilbahn

Stubaital (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Personal hält Betriebsvorschrift nicht ein
Am 7. Dezember 2014 löste sich im Skigebiet Stubaier Gletscher bei Betriebsbeginn eine unbesetzte Gondel der Einseilumlaufbahn Gamsgarten II aufgrund einer Fehlkupplung wegen einer fehlerhaft eingestellten Kuppelschließschiene vom Förderseil und stürzte unterhalb der Bergstation ab. Drei weitere Gondeln wurden beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden. Das Seilbahnpersonal hielt die Anweisungen der Betriebsvorschrift bezüglich des Verhaltens bei Ansprechen der Fehlkupplungswarnung nicht ein.[49]
Bad Hofgastein (Salzburger Land, OsterreichÖsterreich Österreich) – Seilüberschlag wegen Windböe
Am 4. Januar 2015 führte bei der Schlossalmbahn II bei Bad Hofgastein eine starke Windböe zu einem Überschlag von Trag- und Zugseil, worauf die Bahn automatisch stehen blieb. Nachdem es nicht gelungen war, die Bahn anderweitig wieder in Gang zu setzen, mussten 80 Personen aus der bergwärts fahrenden Kabine 30 Meter weit abgeseilt werden. Verletzt wurde niemand.[50]
Wolkenstein in Gröden (Südtirol, ItalienItalien Italien) – Baum stürzt bei Sturm auf Seilbahn
Am 5. März 2015 stürzte bei einem Sturm ein Baum auf das Förderseil der Seilbahn Ciampinoi in Wolkenstein in Gröden, wodurch dieses aus dem Auflager sprang. Die Bahn kam zum Stillstand, die 184 Passagiere wurden innerhalb mehrerer Stunden unverletzt aus den Kabinen abgeseilt oder per Hubschrauber gerettet. Die Seilbahn konnte am folgenden Tag bereits wieder den Betrieb aufnehmen.[51]
Chamonix (Département Haute-Savoie, FrankreichFrankreich Frankreich) – Seilüberschlag bei Kleinkabinenbahn
Am 8. September 2016 verursachte auf der Kleinkabinenbahn Vallée Blanche eine starke Windböe einen Seilüberschlag des Zugseils über das Tragseil. 110 Menschen mussten, teils mit Hubschraubern, teils durch Abseilen, gerettet werden. 33 davon konnten erst am nächsten Morgen in Sicherheit gebracht werden. Es gab keine Verletzten.

→ Siehe auch Abschnitt Zwischenfälle im Artikel Kleinkabinenbahn Vallée Blanche

Köln (DeutschlandDeutschland Deutschland) – Seil wickelt sich um Gondel
Rettung der Fahrgäste aus der havarierten Gondel der Rheinseilbahn, 2017
Am 30. Juli 2017 hatte sich in Köln ein Serviceseil der Rheinseilbahn, das sich zwischen den Tragseilen der Seilbahn befindet, aus ungeklärten Gründen um eine Gondel gewickelt, wodurch die Bahn an einem Pylon zum Stillstand kam. Im Anschluss mussten 65 Personen aus 32 Gondeln von der Feuerwehr gerettet werden, da die Bahn nicht mehr in Gang gesetzt werden konnte. Es wurden dabei auch Personen auf im Fluss stehende Motorboote abgeseilt.[52][53]

→ Siehe auch Abschnitt Zwischenfall 2017 im Artikel Kölner Seilbahn

Brest (Bretagne, FrankreichFrankreich Frankreich) – Kabinenabsturz bei Wartungsarbeiten
Am 10. August 2017 stürzte bei den jährlichen Wartungsarbeiten der Seilbahn Brest eine der Kabinen ab und wurde zerstört.[54] Der Abstand der Zugseile ist bei dieser Bahn sehr groß, sodass bei unregelmäßigem Zug ein Drehmoment auf das Fahrzeug wirkt. Dies war auch der Grund für den Absturz des Fahrzeugs.
Kitzbühel (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Gondel verkeilt sich in Mittelstation
Am 3. Januar 2018 verkeilte sich infolge einer unerwartet starken Windböe eine Gondel der Kitzbüheler Hornbahn bei der Einfahrt in die Mittelstation. Die 24 noch in den Gondeln eingeschlossenen Menschen konnten von den Rettungsorganisationen während rund zwei Stunden gerettet werden. Verletzte waren keine zu beklagen, jedoch entstand ein beträchtlicher Sachschaden.[55]
Gudauri (Großer Kaukasus, Georgien Georgien) – Menschliches Versagen
Am 16. März 2018 geriet im Ferienort Gudauri in Georgien ein Sessellift aufgrund menschlichen Versagens außer Kontrolle und fuhr mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit rückwärts.[56] Die Wintersportler versuchten, sich durch Sprünge vom Lift zu retten, während sich die Sessel nacheinander in der Station verkeilten. Etwa ein Dutzend Personen wurden dabei verletzt.[57]
Eibsee (Bayern, DeutschlandDeutschland Deutschland) – Totalschaden bei Übung
Am 12. September 2018 riss im Zuge einer Notfallübung an der Seilbahn Zugspitze in Eibsee bei Grainau eine Kette an der Hebeanlage und der Bergungskorb raste ungebremst in die unbesetzte Kabine.[58]
Frümsen (St. Galler Rheintal, Schweiz Schweiz) – Leere Gondel abgestürzt
Am 30. Oktober 2018 sprang eine der beiden Kabinen der Staubernbahn aus dem Tragseil und stürzte 12 Meter zu Boden. Die Kabine war nicht besetzt, daher kamen keine Personen zu Schaden. Acht Fahrgäste aus der Gegenkabine mussten evakuiert werden.[59]
Zillertal (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Fünf Kabinen verkeilen sich
Am 9. Dezember 2018 verhakte sich bei einem schweren Sturm eine Gondel des Wimbachexpresses im Skigebiet Hochfügen-Hochzillertal an Stütze 6. Bevor die Seilbahn zum Stillstand kam, prallten vier weitere Kabinen gegen die erste und verkeilten sich. Der Fahrgastbetrieb an der Bahn war wegen Windalarm zuvor schon eingestellt worden, die geleerten Gondeln waren bereits auf dem Weg in die Garage. Es gab keine Verletzten.[60]

Ab 2020

Fronalpstock (Schwyz, Schweiz Schweiz) – Windenseil reisst Sessel herunter
Luftaufnahme der Unfallstelle: Sessel 2 am Boden neben der Stütze 7
Am 6. Februar 2020 stürzte ein Sessel am Fronalpstock ab. Einer der vier Fahrgäste erlitt tödliche Verletzungen und drei weitere wurden schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich während der nächtlichen Rückfahrt von einem Firmenausflug. Der Unfall am Fronalpstock wurde durch ein Seil verursacht, das an einem Pistenfahrzeug befestigt war und mit dem Sessel kollidierte, wodurch dieser abstürzte.[2][61]
Stresa (Piemont, ItalienItalien Italien) – Bremse ausgeschaltet, Kabine abgestürzt
Am 23. Mai 2021 führte der Riss des Zugseils bei gleichzeitig deaktivierter Tragseilbremse zum Absturz einer der Kabinen der Seilbahn Funivia Stresa-Alpina-Mottarone oberhalb des norditalienischen Ortes Stresa am Lago Maggiore. 13 der 15 Passagiere starben an der Unfallstelle, zwei Kinder wurden schwerst verletzt. Eines davon verstarb später im Krankenhaus.[62][63]
Liberec (Tschechien Tschechien) – Tragseilbremse funktioniert nicht
Am 31. Oktober 2021 stürzte eine Kabine in die Tiefe, nachdem sie sich auf halber Strecke vom Tragseil gelöst hatte. Passagiere waren zu dem Zeitpunkt nicht in der Kabine, aber der Seilbahnmitarbeiter kam laut einem Bericht des tschechischen Fernsehsenders ČT beim Unfall ums Leben.[64]
Trikut Pahar (Jharkhand, Indien Indien) – Kollision bei Pilgerbahn
Am 10. April 2022 kam es bei der Trikut-Pahar-Seilbahn zu einer Kollision von drei Seilbahnkabinen. Etwa 70 Passagiere waren zeitweise in den Kabinen eingeschlossen und mussten teilweise mit Helikoptern gerettet werden. Eine Person kam beim Unfall ums Leben. Zwei Touristen, die in die Tiefe gesprungen waren, trugen nur leichte Verletzungen davon.[65][66]
Fulpmes (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Leere Kabine fährt auf Baum auf
Verunfallte Kabine der Kreuzjochbahn
Am 18. Juli 2023 fielen wegen eines überraschenden, schnell aufziehenden Sturms[67] Bäume auf mehrere Seilbahnen. In Fulpmes stürzte dadurch eine unbesetzte Gondel der Kreuzjochbahn 2 ab, da diese auf einen am Förderseil liegenden Baum aufgefahren war, weil die Anlage nicht rechtzeitig angehalten worden war. Die 42 Fahrgäste mussten evakuiert werden, es gab aber keine Verletzten.[68][69]
Uttendorf (Salzburger Land, OsterreichÖsterreich Österreich) – Während eines Sturms stürzen Bäume auf Seilbahn
Gleichentags mussten auch aus der Seilbahn Rudolfshütte 1 bei Uttendorf 13 Personen per Helikopter aus vier Gondeln gerettet werden. Weitere 47 Gäste saßen an der Bergstation fest und wurden durch einen Kraftwerkstollen des nahegelegenen Tauernmoossees ins Tal gebracht. Die Reparaturarbeiten an der Bahn nahmen fast zwei Wochen in Anspruch. Die zweite Sektion der Bahn war nicht betroffen und außerdem zum Unfallzeitpunkt bereits leergefahren.[70]
Distrikt Batagram (Provinz Khyber Pakhtunkhwa, Pakistan Pakistan) – Selbstgebaute Seilbahn verunfallt
Am 22. August 2023 riss in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa eines von zwei Tragseilen einer von einem örtlichen Mechaniker gebauten Seilbahn, die über eine tiefe Schlucht führt und damit zwei Stunden Fußmarsch auf vier Minuten Seilbahnfahrt Meter abkürzt. Die betroffene einzige Kabine mit sechs Kindern und zwei Erwachsenen hing nach einem gewissen Absenken 274 über Grund. Sie wurde oben nur noch an zwei Punkten von einem Tragseil einseitig gehalten und war um etwa 30° aus der Vertikalen gekippt. Trinkwasser wurde gebracht. Nur zwei Kinder konnten mit dem Hubschrauber bei Wind gerettet werden, bevor es zu dunkel wurde. Drei Kinder wurden von Kletterern abgeseilt, die entlang des Seilbahnseils zur Kabine gelangten. Die letzten drei Passagiere wurden abends nach rund 12 Stunden Ausharren über eine Vorrichtung am Förderseil gerettet.[71][72]
Schwendenau (Zillertal, OsterreichÖsterreich Österreich) – Zwei Fahrgäste aus Sessel geschleudert
Am 8. Dezember 2023 löste sich in Schwendau ein Sessel vom Förderseil. Er war mit drei Personen besetzt und rutschte auf den darunterliegenden leeren Sessel. Eine Frau und ein Kind wurden beim Aufprall herausgeschleudert und beim Sturz teils schwer verletzt.[73]
Hochoetz (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Baum stürzt unter Schneelast auf Seilbahn
Abgestürzte Gondel der Acherkogelbahn (rot eingekreist)
Am 9. Januar 2024 fielen im Schigebiet Hochoetz zwei Fichten auf einen weiteren Baum und dieser auf Seile der Acherkogelbahn, brachten das Seil ins Schwingen und rutschen am Seil abwärts. Eine Achtergondel entgleiste vom Tragseil und stürzte etwa 12 Meter tief ab. Alle vier Insassen wurden schwer verletzt. In einer benachbarten Gondel wurden durch das Schwingen weitere 2 Personen verletzt. Die Bahn ging nach Kontrolle und Abblasen der Bäume von Schnee am 12. Januar wieder in Betrieb.[74][75][76] Das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Betriebsleiter und einen Waldaufseher wurde eingestellt. Der Unfall war nicht verhinderbar.[77]
Hopfgarten (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Tödlicher Unfall mit Paragleiter
Am 17. März 2024, startete vom Startplatz Hohe Salve eine 65-jährige Paragleiterin mit 1 Jahr Flugpraxis und driftete nach rechts ab. Ihr Gleitschirm legte sich über die Seilbahnseile der Bergbahn Hohe Salve. In weiterer Folge prallte die Frau mit einer bergwärts fahrenden Achter-Gondel zusammen und wurden die Fangleinen des Schirms durchtrennt, sodass die Frau mehrere Meter tief auf den Boden stürzte und schwer verletzt wurde. Trotz Reanimationsversuchen starb sie in Hopfgarten im Brixental, Bezirk Kitzbühel. Zwei Passagiere in der Kabine wurden durch den Anprall leicht verletzt.[78]
Antalya (Turkei Türkei) – Umstürzende Stütze trifft Kabine
Am 12. April 2024 stürzte eine Stütze der Tünektepe-Seilbahn, die auf den gleichnamigen Hügel mit 612 Meter Gipfelhöhe in Antalya führt, zum Teil um und traf eine Kabine, die dadurch massiv beschädigt wurde. Ein Passagier starb, mehrere andere wurden verletzt. Aus 29 weiteren Gondeln wurden insgesamt 184 Insassen in einem fast 24 Stunden dauernden Einsatz gerettet. Die Seilbahn war wegen des Zuckerfests gut besucht.[79][80]
Medellín (Kolumbien Kolumbien) – Gondel stürzt auf Auto unter der Unfallstelle
Am 26. Juni 2024 fuhr eine Kabine der Linie K des Metrocable Medellín in der Einfahrt der Station Popular auf eine andere auf. Eine der beiden Kabinen stürzte daraufhin ab, wobei sie durch die Wucht des Aufpralls völlig zerstört wurde. Die 20 Insassen der betroffenen Kabinen wurden zum Teil schwer verletzt, für eine Person kam jede Hilfe zu spät.[81] Es saßen etwa 200 Fahrgäste in den weiteren Kabinen fest, die gerettet werden mussten.[82]
Auffach (Tirol, OsterreichÖsterreich Österreich) – Hagelsturm hebt Seilbahn von den Stützen
Am 30. Juni 2024 wurde das Förderseil der Schatzbergbahn in Auffach durch einen heftigen Hagelsturm von den Stützen gehoben. Da die Seilbahn zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Betrieb war, kamen keine Personen zu Schaden. Die Reparatur der Anlage dauerte drei Tage.[83]
Schneizlreuth (Bayern, DeutschlandDeutschland Deutschland) – Seilüberschlag bei Bundeswehrseilbahn
Am 16. Oktober 2024 schwingte sich bei der Bundeswehrseilbahn auf die Reiteralpe in Schneizlreuth das Zugseil auf und legte sich über das Tragseil. Ein solcher Seilüberschlag führt automatisch zum Steckenbleiben der Kabine. Aus der oberen Kabine, die 300 Meter unter der Bergstation stillstand, mussten 14 Personen ca. 170 Meter weit abgeseilt und anschließend mit Hubschraubern aus dem unwegsamen Steilgelände ausgeflogen werden.[84]
Val Thorens (Auvergne-Rhône-Alpes, FrankreichFrankreich Frankreich) – Kabine kurz vor Saisonbeginn abgestürzt
Am 19. November 2024 prallte vier Tage vor Saisonbeginn in Val Thorens eine Kabine der Seilbahn Cime Caron bei schwierigen Wetterbedingungen gegen die Bergstation. Die Seilbahn war zu dem Zeitpunkt nicht im Fahrgastbetrieb, sondern transportierte Arbeiter für den Bau eines neuen Bergrestaurants. Sechs (nach anderen Quellen 8) Personen wurden verletzt, zwei davon schwer.[85] Auch die talwärts fahrende Kabine wurde beschädigt. Für die Wintersaison 2024/25 blieb die Seilbahn geschlossen. Ein Austausch der Kabinen war für Sommer 2025 geplant.[86]
Astún (Pyrenäen, Spanien Spanien) – Umlenkrolle an Bergstation löst sich aus Verankerung
Am 18. Januar 2025 stürzte in Astún während des Betriebes die fliegend gelagerte Seilscheibe der Bergstation des Canal Roya-Sesselliftes ab. Das Förderseil verfing sich an der Stütze der Seilscheibe. Durch den plötzlichen Spannungsverlust kam es zu starken Seilschwingungen und in Folge zu Seilabstürzen an den Rollenbatterien mehrerer Stützen, wobei mehrere Fahrgäste aus den Sesseln geschleudert wurden.[87][88] Es soll mindestens acht Verletzte gegeben haben. Viele Benutzer des Sesselliftes saßen stundenlang in den Sesselliftsitzen fest, bis sie gerettet wurden.[89]
Kicking Horse (British Columbia, Kanada Kanada) – Absturz einer Kabine mit acht Personen
Am 10. März 2025 brach beim 8-MGD Golden Eagle Express im Skigebiet Kicking Horse das Gehänge einer mit acht Personen besetzten Kabine. Diese fiel kurz nach der Stationsausfahrt zu Boden, wobei sich keine Fahrgäste verletzten. Sie konnten umgehend aus der Kabine gerettet werden. Der andere Teil des Gehänges war noch am Seil. So versuchte man bis zur nächsten Stütze zu fahren und die Klemme zu demontieren. Dies war allerdings vergebens, denn die Betreiber stoppten die Klemme vor der Stütze zu spät, sodass sie eine Seilentgleisung auslöste und alle anderen Passagiere festsaßen. Sie wurden dann durch die Bergemannschaft mittels Hubschrauber und Seil gerettet.[90]
Castellammare di Stabia (Kampanien, ItalienItalien Italien) – Kabine stürzt nach Seilriss ab
Am 17. April 2025 stürzte nach dem Riss eines Seils bei Castellammare di Stabia eine Kabine in die Tiefe, wobei vier Personen verstarben. Ein weiterer Fahrgast erlitt schwere Verletzungen. Die Seilbahn führt auf den Monte Faito bei Neapel. Bereits 1960 hatte sich bei der Bahn ein tödlicher Unfall ereignet. Damals kamen beim Absturz einer Kabine vier Menschen ums Leben, mehr als 30 wurden verletzt.[91]
Dornbirn (Vorarlberg, OsterreichÖsterreich Österreich) – Sturm überschlägt Trag- und Zugseil
Am 23. Juni 2025 sprangen während der wegen eines nahenden Gewitters letzten Fahrt der Karrenseilbahn in Dornbirn Seile durch eine Windböe aus den Führungen und es kam zu einem Seilüberschlag zwischen Trag- und Zugseil.[92] Nachdem die Rettungsgondel deshalb nicht eingesetzt werden konnte, seilten Höhenretter die 19 Fahrgäste und einen Hund 80 Meter ab. Die Rettungsaktion dauerte über vier Stunden und war bis zum Einbruch der Dunkelheit beendet.[93]
Lissabon (Portugal Portugal) – Entgleisung der Standseilbahn
Am 3. September 2025 starben bei der Entgleisung des Ascensor da Glória in Lissabon 15 Menschen. 18 weitere wurden verletzt, davon vier schwer.[94][95]
Zabljak (Zabljak, Montenegro Montenegro) – Urlauber stürzt von Sesselbahn
Am 21. Dezember 2025 rutschten in Zabljak zwei Doppelsessel ineinander. Ein Urlauber stürzte 70 Meter in die Tiefe und verstarb.[96]
Macugnaga (Piemont, ItalienItalien Italien) – Kabine prallt gegen Bergstation
Am 30. Dezember 2025 prallte in Macugnaga an der Grenze zur Schweiz eine Kabine mit hoher Geschwindigkeit gegen die Barriere der Bergstation. Retter mussten 100 Menschen in Sicherheit bringen.[97] Bei den Verletzten handelt es sich um drei Passagiere der Kabine sowie einen Seilbahnmitarbeiter. Wegen eines technischen Problems hat die Kabine beim Einfahren in die Station nicht ausreichend abgebremst.[98]
Engelberg (Obwalden, Schweiz Schweiz) – Absturz bei Sturm
Die abgestürzte Kabine der Titlis-Bergbahnen überschlug sich mehrmals.[99]
Am 18. März 2026 kollidierte in Engelberg im Gebiet Trübsee-Stand eine Gondel der kuppelbaren Einseilumlaufbahn Titlis-Express mit einem Mast und einem Teil der Rollenbatterie. Daraufhin löste sich die Klemme vom Förderseil, die Gondel stürzte noch auf Nidwaldner Kantonsgebiet ab und überschlug sich mehrfach. Die einzige Person in der Acht-Personen-Gondel hat den Unfall nicht überlebt. Wegen des aufkommenden Sturms wurde bereits vor dem Unfall begonnen, die Gondeln zu garagieren.[2][100]

Siehe auch

Einzelnachweise

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