Nordwest-Intermountain-Synode
Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA)
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Die Nordwest-Intermountain-Synode, bis 2021 Ost-Washington-Idaho-Synode, ist eine Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA). Sie umfasst die östliche Hälfte des Staates Washington und ganz Idaho. Ihren Namen hat sie von der Lage zwischen den Bergrücken der Kaskadenkette und der Rocky Mountains. Die Synode wird seit 2023 von Bischöfin Meggan Manlove geleitet.

Geschichte

Bis in die 1880er-Jahre hatten sich nur wenige Siedler im Pazifischen Nordwesten niedergelassen, doch mit dem Anschluss an die transkontinentalen Eisenbahnstrecken änderte sich dies und die Einwohnerzahl von Washington stieg rasant an. Unter diesen Siedlern waren viele deutsche und skandinavische Immigranten, die zu einem großen Teil den zahlreichen an ethnischen Linien getrennten lutherischen Synoden, die im Osten und im Mittleren Westen entstanden waren, angehörten. Unter den deutschsprachigen Synoden waren es vor allem die Missouri- und die Ohio-Synode, die viele Gemeinden in Washington gründeten und schon vor 1900 eigenständige Distrikte im Pazifischen Nordwesten einrichteten. Dabei war Missouri stärker im Westen, Ohio stärker im Osten des Bundesstaats vertreten. Die Norwegische Synode hatte bereits 1893 unter Bjug Harstad einen Distrikt eingerichtet, auch die Schwedische Augustana-Synode und die finnische Suomi-Synode hatten viele Kirche in Washington vorzuweisen. Auch in Idaho bildeten sich ethnische lutherische Gemeinden, die jedoch meist entweder von den Distrikten an der Westküste aus betreut wurden. 1880 wurde die erste norwegische Gemeinde in Genesee organisiert, im selben Jahr in Lenville eine schwedische Gemeinde gegründet. Für die vielen Gemeinden waren nur wenige Geistliche vorhanden, sodass diese oft wie etwa Paul Groschupf als circuit riders weite Strecken zwischen den verstreuten Gemeinschaften auf sich nahmen. Auf die Gemeindegründungen folgten auch Bildungseinrichtungen, darunter das Spokane College der UNLC und das Coeur d’Alene College der Schwedischen Augustana-Synode.[1]
Im Laufe des 20. Jahrhunderts vereinigten sich viele dieser nationalen Kirchen zu den großen Denominationen der Amerikanischen Lutherischen Kirche (ALC) und der Lutherischen Kirche in Amerika (LCA), wobei die ALC in Washington wesentlich stärker vertreten war. Die Missouri-Synode hatte sich an diesen Unionen nicht beteiligt, doch viele Gemeinden und Geistliche im Nordwesten gehörten dem liberalen Flügel der Synode an, der sich nach der Seminex-Kontroverse als AELC selbstständig machte. Aus diesen drei Kirchen entstand 1987 die ELCA, die sich geographisch ganz neu aufstellte und im Nordwesten mehrere Regional-Synoden einrichtete. Dabei wurde auch die Ost-Washington-Idaho-Synode errichtet und Robert Keller, der zuvor Assistent des Bischofs Clifford Lunde gewesen war, zum ersten Bischof gewählt.
Die Synode ist partnerschaftlich mit der Großraum-Milwaukee-Synode der ELCA verbunden. Weiterhin unterhält sie enge Beziehungen zur Diözese Ulanga Kilombero der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania. Die Synode arbeitet auch eng mit anderen protestantischen Kirchen in der Region zusammen, in deren Kirchengebäuden auch mehrfach die Amtseinführungen der lutherischen Bischöfe stattgefunden haben.[2]
Organisation und Struktur
Die Nordwest-Intermountain-Synode umfasst 86 Gemeinden mit 15.758 Gemeindegliedern. Sie gliedert sich in zwölf geographische Dekanate (cluster), denen jeweils ein Dekan vorsteht. Die Gemeinden werden von 168 Geistlichen und einer Reihe von Prädikanten betreut.[2]
Oberstes Organ der Synode ist die Synodalversammlung (synod assembly), die jährlich zusammenkommt. Sie wählt den Synodalrat (synod council), der die Geschäfte der Synode führt, sowie den Bischof als leitenden Geistlichen. Die Amtszeit des Bischofs ist auf sechs Jahre ausgelegt, wobei eine Wiederwahl möglich ist. Die Verwaltung der Synode ist in Spokane ansässig, wo sie sich ein Gebäude mit der Diözesanverwaltung des episkopalen Bistums Spokane teilt.[2]
Bischöfe
- 1988–1999 Robert Keller
- 1999–2017 Martin Wells
- 2017–2023 Kristen Kuempel
- seit 2023 Meggan Manlove
Weblinks
- Website der Nordwest-Intermountain-Synode