Wikiwand AI

Octamethyltrisiloxan

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Octamethyltrisiloxan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Siloxane.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Octamethyltrisiloxan
Allgemeines
Name Octamethyltrisiloxan
Andere Namen
  • Dimethyl-bis(trimethylsilyloxy)silan
  • TRISILOXANE (INCI)[1]
  • MDM
  • L3
Summenformel C8H24O2Si3
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 107-51-7
EG-Nummer 203-497-4
ECHA-InfoCard 100.003.181
PubChem 24705
Wikidata Q2013799
Eigenschaften
Molare Masse 236,53 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[2]

Dichte

0,82 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

−82 °C[2]

Siedepunkt

153 °C[2]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser (34,5±1,0 μg·l−1 bei 23 °C)[3]

Brechungsindex

1,384 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 226
P: 210​‐​233​‐​240​‐​241​‐​242​‐​243[4]
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: sehr persistent und sehr bio­akkumulativ (vPvB)[5]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Schließen

Gewinnung und Darstellung

Octamethyltrisiloxan entsteht bei Kontakt von Chlortrimethylsilan und Dichlordimethylsilan (2:1) mit Wasser, wobei diese zunächst unter Wärmeentwicklung und Bildung von Chlorwasserstoff zu Trimethylsilanol und Dimethylsilandiol hydrolysieren.[6][7] Diese sind unbeständig und kondensieren unter Wasserabspaltung u. a. zu Octamethyltrisiloxan.

Octamethyltrisiloxan kann durch Equilibrierung von längerkettigen PDMS oder Cyclen mit Hexamethyldisiloxan hergestellt werden. Auch in diesem Fall entstehen Mischungen, aus denen das Octamethyltrisiloxan durch Destillation isoliert werden kann. Als Katalysator für diese Equilibrierung dienen saure Ionenaustauscher, mit Säure aktivierte Bleicherden[8] oder lineares Phosphornitrilchlorid.[9] Das sehr ähnliche Heptamethyltrisiloxan (die mittlere D-Einheit trägt statt zwei Methylgruppen eine Methylgruppe und ein Wasserstoff) kann ebenfalls auf diese Weise gewonnen werden, wobei ein saurer Ionenaustauscher als Katalysator verwendet und das Zielprodukt ebenfalls durch Destillation erhalten wird.[10]

Eigenschaften

Octamethyltrisiloxan ist eine klare, transparente, viskose Flüssigkeit (kinematische Viskosität: 0,842 mm2·s−1).[4] Es besteht aus zwei M-Einheiten und einer D-Einheit (MDM).

Die Dämpfe von Octamethyltrisiloxan können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt 29 °C) bilden.[4]

Verwendung

Octamethyltrisiloxan wird in der Kosmetikindustrie verwendet.[1] Es dient auch als Arbeitsmittel in ORC-Turbinen[11]. Octamethyltrisiloxan ist in Kälterträgerölen auf Siloxanbasis enthalten[8][12]. Octamethyltrisiloxan wird als Bestandteil von umweltfreundliches Lösungsmittelmischungen in Reinigungsmitteln vorgeschlagen[13][14].

Risikobewertung

Octamethyltrisiloxan wurde 2015 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Octamethyltrisiloxan waren die Besorgnisse bezüglich Verbraucherverwendung und weit verbreiteter Verwendung sowie der Gefahren ausgehend von einer möglichen Zuordnung zur Gruppe der PBT/vPvB-Stoffe. Die Neubewertung fand ab 2015 statt und wurde von Norwegen durchgeführt. Anschließend wurde ein Abschlussbericht veröffentlicht.[15][16]

Octamethyltrisiloxan wurde am 21. Januar 2025 in die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen.[5]

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks