Parlamentswahl in Malta 2026
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Bei der Parlamentswahl in Malta am 30. Mai 2026 wurden die Abgeordneten des maltesischen Repräsentantenhauses gewählt. Die Wahl wurde um etwa neun Monate vorgezogen.[1]
Die Partit Laburista unter Premierminister Robert Abela gewann die Wahl trotz Verlusten mit ca. 52 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 87,5 Prozent.
Wahlsystem
Die Mitglieder des Parlaments werden in 13 Wahlkreisen mit je fünf Sitzen durch übertragbare Einzelstimmen gewählt.[2] Die Kandidaten, die die Hagenbach-Bischoff-Quote im ersten Wahlgang erreichen, sind gewählt. Die überschüssigen Stimmen werden auf die übrigen Kandidaten übertragen, die gewählt werden, wenn sie den Quotienten erreichen.[2] Die Kandidaten auf den hinteren Plätzen scheiden dann einzeln aus. Ihre Präferenzen werden auf andere Kandidaten übertragen, die gewählt werden, wenn sie den Quotienten erreichen, bis alle fünf Sitze besetzt sind.[3] Dies kann im Extremfall so viele Auszählungsgänge dauern, wie es ungewählte Kandidaten gibt (beispielsweise 15 Zählgänge bei 20 Kandidaten in einem Wahlkreis).
Gewinnen nur zwei Parteien Mandate und entspricht die Sitzverteilung im Parlament nicht einer proportionalen Sitzverteilung nach dem Ergebnis der Erstpräferenzen, werden der unterrepräsentierten Partei so viele zusätzliche Sitze zugeteilt, bis das Verhältnis erreicht ist.[4] Wenn nur zwei Parteien im Parlament vertreten sind und ein Geschlecht weniger als 40 Prozent der Mitglieder ausmacht, so erhalten beide Parteien in gleicher Zahl so viele zusätzliche Mandate, die nur mit Personen des unterrepräsentierten Geschlechtes besetzt werden, bis die 40 Prozent erreicht sind, maximal jedoch je 6.[5] Hierbei werden die Kandidatinnen in der Reihenfolge ihrer Stimmenzahl im Vergleich zur Hagenbach-Bischoff-Quote ihres jeweiligen Wahlkreises ausgewählt. (Wenn eine Kandidatin zum Beispiel im letzten Zählgang, bei dem sie berücksichtigt wurde, 3800 Stimmen bei einer Wahlkreisquote von 4000 Stimmen erhält [95%], wird sie vor einer Kandidatin gereiht, die 3900 Stimmen in einem Wahlkreis mit der Quote von 4200 erreicht [ca. 93 %].)[6]
Ausgangslage
In der Parlamentswahl 2022 konnte die seit 2013 regierende Partit Laburista ihre Mehrheit im Parlament verteidigen. Robert Abela, seit 2020 Vorsitzender der PL und Premierminister Maltas, bildete daraufhin sein zweites Kabinett.
Parteien
| Name | Parteiführer | Ideologie | Sitze | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | Vor der Wahl | ||||
| Partit Laburista (PL) | Robert Abela | Sozialdemokratie | 44 / 79 (55,7 %) |
43 / 79 (54,4 %) | |
| Partit Nazzjonalista (PN) | Alex Borg | Christdemokratie | 35 / 79 (44,3 %) |
35 / 79 (44,3 %) | |
| ADPD | Sandra Gauci | Grüne Politik | 0 / 79 (0,0 %) |
0 / 79 (0,0 %) | |
| Aħwa Maltin (AM) | Paul Salomone | Nationalkonservatismus | 0 / 79 (0,0 %) |
0 / 79 (0,0 %) | |
| Partit Momentum (M) | Arnold Cassola | Anti-Korruption | 0 / 79 (0,0 %) |
0 / 79 (0,0 %) | |
| Imperium Europa (IE) | Eman Alexander Cross | Rechtsextremismus | 0 / 79 (0,0 %) |
0 / 79 (0,0 %) | |
| Unabhängige | 0 / 79 (0,0 %) |
1 / 79 (1,3 %) | |||
Umfragen
Ergebnis

Nach der Schließung der Wahllokale am Samstagabend wurden die Wahlurnen zur zentralen Auszählungshalle in Naxxar gebracht, die Auszählung begann am Tag nach der Wahl um 9 Uhr.[7] Mit ersten Hochrechnungen erklärte die Partit Laburista gegen Sonntagmittag ihren Sieg, die Hauptoppositionspartei Partit Nazzjonalista gestand ihre Niederlage ein.[8]
| Listen | Stimmen | % | +/- | Mandate | +/- | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Partit Laburista | 158.444 | 51,8 | 3,3 | 42 | 2 | |
| Partit Nazzjonalista | 136.723 | 44,7 | 2,9 | 37 | 2 | |
| Partit Momentum | 4.700 | 1,5 | neu | – | neu | |
| ADPD | 3.996 | 1,3 | 0,3 | – | ||
| Aħwa Maltin | 1.845 | 0,6 | 0,1 | – | ||
| Imperium Europa | 167 | 0,1 | neu | – | neu | |
| Einzelbewerber | 161 | 0,1 | 0,4 | – | ||
| Gesamt | 306.036 | 100 | 79 | |||
| Ungültige Stimmen | 6.093 | 2,0 | 0,9 | |||
| Wählende | 312.129 | 87,5 | 1,8 | |||
| Wahlberechtigte | 356.832 | |||||
| Quelle: Wahlkommission Malta | ||||||
Von den 65 ursprünglich verteilten Sitzen erhielten Labour 36 und die Nationalisten 29 Sitze. Durch die Proportionalitätsklausel erhöhte sich die Sitzzahl der Nationalisten um zwei, damit das Verhältnis zwischen Stimmen- und Sitzzahl der beiden Parteien gewahrt bleibt.
15 Abgeordnete wurden gleichzeitig in zwei Wahlkreisen gewählt und entscheiden nun, wo sie das Mandat annehmen. Im jeweils anderen Wahlkreis werden dann die für sie abgegebenen Stimmen nach dem Single-transferable-vote-System neu verteilt und so die Nachrücker ermittelt. Im letzten Schritt werden dann bis zu zwölf Frauen (bis zu sechs von jeder Partei) ermittelt, die zu weiteren Abgeordneten erklärt werden, sofern der Frauenanteil dadurch nicht über 40 Prozent steigt. Insgesamt wird das Parlament voraussichtlich wieder aus 79 Abgeordneten bestehen.[9]
