Parlamentswahl in Spanien 2027
zukünftige Parlamentswahl
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Die Parlamentswahlen in Spanien 2027 finden spätestens am 22. August 2027 statt, um die Mitglieder der 16. Cortes Generales gemäß der spanischen Verfassung von 1978 zu wählen. Alle 350 Sitze im Abgeordnetenhaus sowie 209 der 267 Sitze im Senat stehen zur Wahl.
Ausgangslage und Hintergrund
Nach den Wahlen 2023 konnte Pedro Sánchez als spanischer Ministerpräsident wiedergewählt werden und mit Unterstützung der Partei Junts und der Partei Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) und der Partei Sumar eine dritte Regierung bilden. Im Gegenzug wurde ein umstrittenes Amnestiegesetz verabschiedet. Spannungen mit der oppositionellen Volkspartei (PP) und der rechtsextremen Partei Vox[1] prägten Sánchez’ dritte Amtszeit ebenso wie die sich zuspitzende internationale Lage (mit dem andauernden Krieg in der Ukraine, dem Gaza-Krieg, der Zollpolitik der zweiten Trump-Administration und dem Irankrieg 2026 mit seinen wirtschaftlichen Folgen), Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten (und einer Krise des bezahlbaren Wohnraums)[2] sowie mehrere Korruptionsermittlungen gegen die Regierung (vor allem der Fall Koldo um den spanischen Politiker José Luis Ábalos). Ebenfalls bemerkenswert waren die angeblichen Missmanagementleistungen bei einer Reihe von Umweltkatastrophen durch von der PP kontrollierte Verwaltungen (insbesondere die Überschwemmungen in Valencia im Jahr 2024 und die Waldbrände im Sommer 2025), Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens, die verschiedene Parteien und Institutionen betrafen, sowie die verstärkte Überprüfung der Qualität und des Zustands der öffentlichen Dienstleistungen (insbesondere nach dem Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel im Jahr 2025 und den Eisenbahnunglücken von Adamuz und Gelida im Jahr 2026).
Obwohl Sánchez zugegeben hat, zweimal mit dem Gedanken gespielt zu haben, zurückzutreten – einmal im April 2024, als gegen seine Frau gerichtlich ermittelt wurde, und dann im Juli 2025, nachdem sein Stellvertreter in der Partei, Santos Cerdán, wegen des Koldo-Falls zurückgetreten war –, hat er seine Absicht bekundet, bei den nächsten Parlamentswahlen, die er für 2027 angesetzt hat, für eine weitere Amtszeit als Premierminister zu kandidieren.[3]
Wahlsystem
Die Wahlen zu den beiden Kammern der Cortes Generales basieren auf dem allgemeinen Wahlrecht, das allen spanischen Staatsangehörigen über 18 Jahren mit vollen politischen Rechten offensteht, sofern ihnen das Wahlrecht nicht durch ein rechtskräftiges Urteil entzogen wurde.
Der spanische Abgeordnetenkongress (Congress de Deputies) hat mindestens 300 und höchstens 400 Sitze, wobei die Wahlbestimmungen seine Größe auf 350 festlegen. Davon werden 348 in 50 Mehrpersonenwahlkreisen gewählt, die den spanischen Provinzen entsprechen. Jedem Wahlkreis sind zunächst mindestens zwei Sitze zugeordnet, die übrigen 248 werden proportional zur Bevölkerungszahl nach dem D’Hondt-Verfahren vergeben. IN jedem Wahlkreis wird mit geschlossener Listenwahl gewählt. Dabei gilt eine Drei-Prozent-Hürde (einschließlich ungültiger Stimmzettel), diese spielt aber nur in den beiden größten Wahlkreisen Madrid und Barcelona eine Rolle. In allen anderen Wahlkreisen gibt es höhere effektive Hürde, je nach Größe des Wahlkreises und der Stimmenverteilung.[4]
Die verbleibenden zwei Sitze werden den Einpersonenwahlkreisen Ceuta und Melilla zugeteilt, die nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt werden.
Als Folge der vorgenannten Aufteilung stünden jedem Mehrpersonenwahlkreis des Kongresses die folgenden Sitze zu (Stand: 11. Dezember 2025): [5]
