Petitionsausschuss (Deutscher Bundestag)

Ausschuss des Deutschen Bundestages From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Petitionsausschuss ist ein Ausschuss des Deutschen Bundestages zur Behandlung der an diesen gerichteten Petitionen.

Antwort-Schreiben des Petitionsausschusses vom Deutschen Bundestag aus dem Bundeshaus in Bonn von Anfang 1991 an die HSH – Aktionsgruppe Homosexualität Hannover betreffend § 175 und § 180 StGB – Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Rechtsgrundlagen

Das Petitions-Grundrecht ist in Art. 17 Grundgesetz verankert, die Einrichtung eines Petitionsausschusses, durch den man dieses Grundrecht in Anspruch nehmen kann, in Art. 45c GG.

Um für seine Tätigkeit relevante Sachverhalte aufklären zu können, hat der Petitionsausschuss besondere gesetzliche Befugnisse. Diese werden im Gesetz über die Befugnisse des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages (Gesetz nach Artikel 45c des Grundgesetzes) geregelt. Zum Beispiel hat der Petitionsausschuss das Recht auf Aktenvorlage, Auskunftserteilung und Zutritt zu Behörden. Dies kann nur verweigert werden, wenn der Vorgang aufgrund eines Gesetzes geheim gehalten werden muss oder sonstige zwingende Geheimhaltungsgründe bestehen. Gerichte und Verwaltungsbehörden sind zur Amtshilfe verpflichtet.

Der Petitionsausschuss kann sowohl den Petenten als auch Zeugen und Sachverständige vorladen und anhören.

Petitionen

Man kann bei einem persönlichen Anliegen eine Einzelpetition einreichen. Für allgemeine Anliegen gibt es die öffentliche Petition. Die Einreichung über eine Online-Petition ist seit September 2005 möglich.

Geschichte

Vor der Online-Petition im September 2005 konnten Petitionen ausschließlich schriftlich eingereicht werden. Sie mussten die vollständige Adresse und die Unterschrift des Petenten enthalten und auf Deutsch abgefasst sein. Weitere Vorgaben gab und gibt es nicht.

Nach einem Besuch des Petitionsausschusses in Schottland, bei dem ein Online-Petitions-System vorgeführt wurde, beschloss der Ausschuss, dieses System zunächst als Modellversuch für den Deutschen Bundestag zu übernehmen. Eine Online-Petition wurde probeweise im September 2005 eingeführt.[1] Da Petitionen zuvor namentlich unterzeichnet werden mussten, war es bis dahin nicht möglich, diese online einzureichen oder mitzuunterzeichnen. Das deutsche öffentliche Online-Petitionssystem lief bis Herbst 2008 als Modellversuch, um zu testen, ob das System für Deutschland anwendbar ist, auf einem System des Schottischen Parlaments, weshalb die Internetseiten öffentliche Petition des Deutschen Bundestages vom International Teledemocracy Centre[2] an der Edinburgh Napier University in Edinburgh zur Verfügung gestellt wurden.[3]

Seit 13. Oktober 2008 hat der Bundestag eine eigene Online-Petitions-Webseite auf Basis des SMF. Anders als bei dem alten System muss sich jetzt jeder Nutzer, der Petitionen einreichen, mitzeichnen und Forenbeiträge schreiben möchte, beim neuen System registrieren. Für den lesenden Zugriff ist keine Registrierung notwendig.[4] Die öffentlichen Petitionen sind seitdem unter der Website des Deutschen Bundestages erreichbar.[5] Diese können auch in einem Forum diskutiert werden, sofern man als Nutzer registriert ist und sich eingeloggt hat.

Die Registrierung wurde auch deshalb festgelegt, um einem Missbrauch vor allem bei den Mitzeichnungen vorzubeugen. In dem alten schottischen System war es noch möglich, ohne Registrierung Petitionen mitzuzeichnen. Dadurch lag die Hemmschwelle für eine Mitzeichnung niedriger. Es war aber auch möglich, dass dieselbe Petition mehrfach von einer Person mitgezeichnet werden konnte. Wegen des großen Andrangs war die Petitions-Webseite wiederholt vorübergehend nicht erreichbar gewesen.

Unter Kritik stand auch das neue System, weil es relativ schwer bedienbar war. Einzelne Petenten und Unterstützergruppen veröffentlichten daher Anleitungen für Anfänger.[6][7]

Anfangs hatte das System bei zu großem Ansturm, insbesondere in den Abendstunden, häufig Ausfälle.[8] Die 2008 von Susanne Wiest eingereichte Petition mit der Forderung nach einem Bedingungslosen Grundeinkommen führte vor deren Ende zum Zusammenbruch des Servers, weshalb die Petition sogar um eine weitere Woche verlängert wurde.[9] Die Petition wurde schließlich (auch wegen der Unklarheit, wie viele Personen durch die technischen Schwierigkeiten von der Möglichkeit zur Unterstützung ausgeschlossen waren), zur öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss des deutschen Bundestages angenommen. Die Anhörung fand am Montag, dem 8. November 2010, statt.[10] Die technischen Schwierigkeiten wurden bis Ende 2009 behoben. 2024 wurden pro Werktag etwa 37 Petitionen entgegengenommen, insgesamt 9.260. Etwa 42 Prozent davon wurden online eingereicht. Insgesamt gibt es etwa 5,2 Millionen registrierte Nutzer (Stand: 15. Oktober 2025).[11]

Einzelpetitionen

Die Einzelpetitionen machen den Großteil der Arbeit des Petitionsausschusses aus: „Neben den Bürgerinnen und Bürgern, die sich über das Internet an den Geschicken der Bundesrepublik beteiligen möchten, widmet sich der Petitionsausschuss ebenso mit großem Engagement den privaten Sorgen und Nöten des einzelnen Bürgers, der sich mit einer Einzelpetition an den Ausschuss wendet. Die falsch berechnete Rente, der nicht finanzierte Rollstuhl, das abgelehnte Besuchervisum, die Bearbeitung von persönlichen Bitten und Beschwerden machte für den Petitionsausschuss auch 2013 wieder den Großteil seiner Arbeit aus.“[12]

In den Einzelpetitionen kann jeder sein (privates) Anliegen via Online-Formular an den Petitionsausschuss des Bundestages schicken. Die Einzelpetition wird anonym behandelt. Die Daten werden dem Ausschuss verschlüsselt übermittelt und sind damit für Dritte nicht einsehbar.

Es gilt ein „elektronischer Ersatz der Unterschrift“, wenn „der Urheber und dessen Postanschrift ersichtlich sind und das im Internet für elektronische Petitionen zur Verfügung gestellte Formular verwendet wird“.[13] Zur abschließenden Bestätigung der Petition muss dann statt der bei der herkömmlichen Petition erforderlichen handschriftlichen Unterschrift am Schluss der Petition der Name des Beschwerdeführers in ein Unterschriftkästchen eingetragen werden.

Bis auf die technische Übermittlung unterscheidet sich das Verfahren für Online-Petitionen des Deutschen Bundestags prinzipiell nicht vom üblichen Petitionsverfahren. Ein im Internet zur Verfügung gestelltes Online-Formular soll das Abfassen und die Übermittlung des Petitionstextes erleichtern.[14]

Über den Stand der eigenen Petition, die man selbst eingereicht hat, wird man über die in den Kontaktdaten angegebenen Mailadresse / bedarfsweise Postanschrift, über den Sachstand und natürlich später auch das Ergebnis informiert.

Öffentliche Petitionen

Bei öffentlichen Petitionen werden das Anliegen und die Begründung im Internet unter Bekanntgabe des Namens des Einreichenden eingestellt. Andere Personen, die die Anliegen für berechtigt halten, können diese Petitionen durch eine „Mitzeichnung“ unterstützen. Außerdem können die Nutzer über die Petitionen in einem Forum diskutieren.

Hierbei wird der Petitionstext zunächst für sechs Wochen (vor dem 1. Juli 2024: vier Wochen) online gestellt und kann in diesem Zeitraum von beliebig vielen anderen Menschen durch Angabe ihres Namens „unterschrieben“ werden, vorausgesetzt, diese sind im System angemeldet. Je mehr Unterstützer eine öffentliche Petition erhält, desto größeres Gewicht soll ihr dadurch im folgenden Verfahren verschafft werden können.

Ab 30.000[15] (vor dem 1. Juli 2024: 50.000) Unterstützern in dieser Zeit („Quorum“) werden in der Regel „ein Petent oder mehrere Petenten in öffentlicher Ausschusssitzung angehört. Der Ausschuss kann mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder beschließen, dass hiervon abgesehen wird.“[16] Die öffentlichen Sitzungen des Petitionsausschusses werden im Parlamentsfernsehen übertragen. Zudem sind die Sendungen ebenfalls im Internet[17] zu sehen und können dort jederzeit als Video-on-Demand auf der Webseite des Bundestages abgerufen werden.

Bevor eine eingereichte Petition als öffentliche Petition im Internet zur Diskussion und zur Mitzeichnung eingestellt wird, muss sie den Kriterien hierfür entsprechen.[18] Diese Überprüfung nimmt recht unterschiedlich Zeit in Anspruch und kann u. U. mehrere Monate betragen. Wird eine Petition, die als öffentliche Petition eingereicht worden ist, nicht veröffentlicht, weil sie den Kriterien hierfür nicht entsprochen hat, wird sie dennoch auf jeden Fall vom Petitionsausschuss behandelt; dann aber als Einzelpetition. Laut Aussage des Petitionsausschusses werden alle Petitionen vom Petitionsausschuss beraten und mit einer Empfehlung verabschiedet, über die der Deutsche Bundestag beschließt.[19][20]

Der Beschluss des Petitionsausschusses wird bei den öffentlichen E-Petitionen ins Internet gestellt. Die Anzahl der Unterzeichner wirkt sich nicht auf die parlamentarische Prüfung der Petition aus.[21] Von den eingereichten Online-Petitionen werden etwa 5 % veröffentlicht. Nur veröffentlichte Petitionen können auch unterzeichnet werden.[22]

Mitglieder

21. Deutscher Bundestag

Sprecher

Das Vorschlagsrecht für die Sprecherposition fiel der AfD zu. Der vorgeschlagene Kandidat Manfred Schiller erhielt in der konstituierenden Sitzung unter der Leitung der Parlamentspräsidentin Julia Klöckner am 21. Mai 2025 in der geheimen Wahl jedoch nicht die erforderliche Mehrheit. Deshalb wurde zunächst der dienstälteste Abgeordnete des Ausschusses Andreas Mattfeldt mit der kommissarischen geschäftsführenden Leitung beauftragt.[23] Seit dem 25. Juni 2025 leitet Hülya Düber (CDU/CSU) als stellvertretende Vorsitzende den Ausschuss.[24]

Mitglieder

Im Petitionsausschuss sind 26 ordentliche Mitglieder vertreten, darunter neun Abgeordnete der Unionsfraktion, sechs der AfD-Fraktion, fünf der SPD-Fraktion und drei Abgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie der Linksfraktion.[25]

Stand: 30. März 2026

20. Deutscher Bundestag

Stand: 12. September 2024

19. Deutscher Bundestag

18. Deutscher Bundestag

Vorsitzende des Petitionsausschusses

stv. Ausschussvorsitzende

Statistik

Gesamtzahl der Petitionen im Überblick

Der Deutsche Bundestag listet die eingegangenen Petitionen seit 1980 auf.[11] Die geringste Zahl der Petitionen in diesem Zeitraum war 2024 mit 9.260, die höchste Zahl 1992 mit 23.960 Eingaben.

Weitere Informationen Jahr, eingegangene Petitionen ...
Jahr eingegangene Petitionen Durchschnitt pro Werktag
1980 10.735 43,29
1990 16.497 66,79
2000 20.666 83,00
2005 22.144 87,18
2006 16.766 66,53
2007 16.260 65,04
2008 18.096 71,81
2009 18.861 74,85
2010 16.849 66,33
2011 15.191 59,81
2012 15.724 62,65
2013 14.800 59,20
2014 15.325 61,30
2015 13.137 52,55
2016 11.236 44,94
2017 11.507 46,02
2018 13.189 52,76
2019 13.529 54,33
2020 14.314 56,58
2021 11.667 46,11
2022 13.242 52,13
2023 11.410 45,46
2024 9.260 37,04
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Petitionen mit mindestens 30.000 Unterstützenden

Im Juli 2024 senkte der Petitionsausschuss das Quorum auf 30.000 Mitzeichnungen bei Petitionen.[15] Bei Erreichen des Quorums innerhalb von sechs Wochen nach Veröffentlichung der Petition, wird die Petentin bzw. der Petent in der Regel in einer öffentlichen Ausschusssitzung angehört.[16] Die folgenden Petitionen wurden von mindestens 30.000 Unterstützenden unterzeichnet.

Weitere Informationen Mitzeichner, davon Online ...
Mitzeichner davon Online davon Papier Zeitraum Id Nr. Inhalt
54.129 16. September bis 22. November 2024 172605 Petition zur „Verschärfung der Gesetze in Bezug auf das Posten und Vermarkten von Kindern im Internet“[28]
57.337 18.418 38.919 24. September bis 22. November 2024 172858 Petition für eine „Reform der Tarifstruktur und Vertragspraxis der GEMA/verbesserte Kontrolle durch das Deutsche Patent- und Markenamt“[29]
495.526 8.263 487.263 06. Dezember 2024 bis 17. Februar 2025 175673 Petition zur „Stärkung der hausärztlichen Versorgung/Vollständige Vergütung aller hausärztlichen Leistungen“[30]
39.490 13. Februar bis 10. April 2025 177835 Petition zu „Netzdienliche Zwischenspeicherung erneuerbarer Energien durch Kleinspeicher“[31]
68.214 41.577 26.637 09. April bis 11. August 2025 180180 Petition zu „Vermögenssteuer auf alle Vermögensarten“[32]
40.813 40.067 746 01. August bis 20. Oktober 2025 184681 Petition zur „Abschaffung von Tierversuchen an Affen“[33][34][35]
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Petitionen mit mindestens 50.000 Unterstützenden

Die folgenden elektronischen Petitionen, an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages adressiert, unterzeichneten 50.000 und mehr Unterstützer.

Tabelle: Petitionen mit mindestens 50.000 Unterstützenden
Weitere Informationen Mitzeichner, davon Online ...
Mitzeichner davon Online davon Papier Zeitraum Id Nr. Inhalt
60.064 Januar bis Februar 2007 334 Petition für ein Praktikumsgesetz, das die Bekämpfung der Missstände für die „Generation Praktikum“ zum Ziel hat[36]
128.193 Juni bis Juli 2008 630 Petition zur „Halbierung der Besteuerung von Diesel und Benzin“[37]
54.236 54.236 - 29. Dezember 2008 bis 17. Februar 2009 1422 Reformvorschläge in der Sozialversicherung – Bedingungsloses Grundeinkommen vom 10.12.2008[38]
134.015[39] 133.778[40] 237 4. Mai bis 16. Juni 2009 3860 Die von Franziska Heine eingereichte Petition „Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ war zu diesem Zeitpunkt die Petition mit den bis dahin meisten Unterstützern im Online-Petitionssystem selbst. Diesen Status behielt sie knapp 10 Jahre bis Dezember 2018. Am 22. Februar 2010 fand zu der Petition eine öffentliche Beratung statt, die auch im Internet live übertragen wurde und jetzt noch angesehen werden kann.[41]
106.575 106.575 4. Juni bis 17. Juli 2009 4517 Eine Petition, eingereicht von Monika Bestle, die zum Ziel hat, die Geschäftspraktiken der GEMA auf ihre Verfassungsmäßigkeit überprüfen zu lassen.[42]
66.033 39.565 26.468 12. November bis 25. Dezember 2009 8236 Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer[43][44]
186.356 105.386 80.970 5. Mai bis 17. Juni 2010 11400 Am 5. Mai 2010 startete der Deutsche Hebammenverband eine E-Petition und überschritt in drei Tagen die für eine sichere öffentliche Sitzung des Ausschusses erforderliche Anzahl von 50.000 Unterstützern. Die Petition richtete sich gegen die steigenden Haftpflichtprämien und die allgemeine schlechte Bezahlung von freiberuflichen Hebammen. Mit insgesamt 186.356 Mitzeichnungen war es bis dahin die Petition mit den meisten Unterstützern.[45][46][47]
73.978 73.978 9. September bis 22. Oktober 2010 13587 Die Mitzeichnenden fordern die Einhaltung der Verträge zur Abschaltung der Atomkraftwerke bis zum Jahr 2023.[48]
121.819 121.819 29. September bis 11. November 2010 14032 Petition von Wasilka Heim gegen ein befürchtetes[49][50] Verkaufsverbot von Heilpflanzen und einer damit möglicherweise verbundenen Deklaration und Lizenzierung in der EU.[51][52]
64.704 64.704 24. August bis 6. Oktober 2011 17143 Antrag, die verdachtlose Vorratsdatenspeicherung für unzulässig zu erklären und deren europaweites Verbot zu fordern.[53]
61.305 61.305 22. Februar bis 22. März 2012 22697 Antrag auf das Aussetzen der Ratifizierung des Anti-Counterfeiting Trade Agreement[54]
80.629 80.629 23. April bis 22. Mai 2012 23835 Petition gegen die Pläne von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zur Einführung einer Rentenversicherungspflicht mit einkommensunabhängiger Beitragshöhe für Selbständige[55]
96.567 55.523[56] 41.044 23. August bis 20. September 2012 26229 Eine Petition, eingereicht von Hans-Jürgen Werner, die zum Ziel hat, bei der geplanten Änderung des Jahressteuergesetzes Ballett-, Tanz- oder Musikschulen wie bisher zu befreien.
62.842 62.842 20. September bis 18. Oktober 2012 35441 Antrag für die Aufhebung der sogenannten GEMA-Vermutung[57]
76.530 76.530 21. Mai bis 18. Juni 2013 41906 Antrag auf Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität. Auslöser war hierbei die Drosselung der Geschwindigkeit bei verbrauchtem Daten-Volumen des Festnetz-Anschlusses der Telekom, welche 2016 in Kraft treten soll. Die E-Petition erhielt bereits nach 3 Tagen die erforderlichen 50.000 Unterschriften.[58]
89.786 55.271 34.515[59] 20. November bis 18. Dezember 2013 46483 Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen (SGB II und SGB XII). Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Paragrafen im Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (Grundsicherung für Arbeitsuchende, § 31 bis § 32 SGB II) und im Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (Sozialhilfe, § 39a SGB XII) ersatzlos zu streichen, die die Möglichkeit von Sanktionen bzw. Leistungseinschränkungen beinhalten.
83.156 36.149 47.007[60] 23. Oktober bis 24. November 2017 73900 Legalisierung von Cannabis in Deutschland
65.214 57.512 7.702[61] 23. Mai bis 20. Juni 2018 79822 Gemeinsame Erklärung 2018 – Die Petition richtete sich „gegen illegale Masseneinwanderung“.
95.342 95.268 74 18. Juli bis 15. August 2018 80946 Petition zur Erweiterung des Verpackungsgesetzes (BGBl. I S. 2234, gültig ab 1. Januar 2019) um konkrete Maßnahmen, die die Verwendung von biologisch nicht abbaubaren Verpackungen im Lebensmittelsektor stark reduzieren.[62]
203.459 159.779 43.680 15. November bis 13. Dezember 2018 85363 Heilberufe – Ablehnung des Gesetzentwurfs zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 25.10.2018[63] Die Petition richtete sich gegen die Einführung einer gestuften und gesteuerten Versorgung in der Psychotherapie, um zusätzliche Hürden für psychisch Kranke zu verhindern.

Diese Petition stellte einen neuen Rekord bei der Anzahl der online mitzeichnenden Unterstützer auf. Zusätzlich wurden am 13. Dezember 2018 43.680 Unterschriften dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses auf Listen übergeben. Die Petition wurde von der Petentin Ariadne Sartorius aus dem Bundesvorstand des Bundesverbands der Vertragspsychotherapeuten mit Unterstützung von 28 Psychotherapieverbänden eingereicht.

107.964 107.964 21. November bis 19. Dezember 2018 85565 Petition gegen den Global Compact for Migration der Vereinten Nationen.[64]
59.040 59.040 6. März bis 3. April 2019 89913 Generelles Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen[65]
54.643 54.643 7. März bis 4. April 2019 88260 Verfahrensaussetzung zur Vergabe von 5G-Mobilfunklizenzen / Keine Einführung des 5G-Mobilfunkstandards ohne Unbedenklichkeitsnachweis[66]
73.177 56.847 16.330 29. April bis 27. Mai 2019 89118 Völkerrecht – Anerkennung des Holodomor 1932–1933 in der Ukraine als Genozid[67]
84.612 54.405 30.207 30. April bis 28. Mai 2019 92805 Angemessene Übergangsregelungen für derzeitige Psychologiestudierende und PiA[68]
81.425 81.425 30. April bis 28. Mai 2019 91015 Besteuerung von Periodenprodukten mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 %[69]
55.108 55.108 25. Juni bis 23. Juli 2019 94357 Klimaschutz – Ausrufung eines Klimanotstandes innerhalb der nächsten drei Monate zum Erreichen einer effektiven Klimapolitik[70]
413.473 10.754 402.719 17. Juli bis 14. August 2019 94089 Arzneimittelpreise – Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln[71]
57.067 57.067 15. Oktober bis 12. November 2019 99915 Verbraucherschutz – CO2e-Kennzeichnung auf Lebensmitteln vom 01.10.2019[72]
176.134 176.134 30. März bis 27. April 2020 108191 Reformvorschläge in der Sozialversicherung – Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens vom 14.03.2020[73]
Diese Petition stellte bis zum Ende der Mitzeichnungsfrist am 27. April 2020 einen neuen Rekord bei der Anzahl der online mitzeichnenden Unterstützer auf.
93.033 57.766 35.267 12. Oktober bis 9. November 2021 122600 Krankheitsbekämpfung – Angemessene Versorgung von ME/CFS-Erkrankten (Ergänzung von § 116b SGB V). Verbesserung der aus Betroffenensicht verheerenden medizinischen Versorgungslage der ca. 250.000 ME/CFS-Erkrankten in Deutschland, umfassende Investitionen in die biomedizinische Erforschung dieser Krankheit und dauerhafter Beistand für die Betroffenen, etwa durch Benennung einer/s Beauftragten oder durch Schaffung einer interfraktionellen Arbeitsgruppe[74][75]
126.251 126.251 30. Dezember 2021 bis 27. Januar 2022 128004 Abschaffung des § 20a IfSG (Immunitätsnachweis gegen COVID‑19) i.d.F. 10. Dezember 2021, welcher faktisch Beschäftigten im Gesundheitswesen eine COVID‑19 Impf- oder alternativ Ansteckungspflicht auferlegt (ab 15. März 2022), zugunsten einer Teststrategie.[76]
133.379 133.379 3. bis 31. Januar 2022 128564 Gegen eine bis dahin nicht existierende allgemeine Corona-Impfpflicht und für gleiche Regeln für alle (etwa Testpflicht).[77] Zeitgleich befand sich auch eine Petition für eine allgemeine Impfpflicht in der Mitzeichnungsfrist, die online jedoch nur 1,322 Mitzeichnende aufwies.
Eine wesensgleiche Petition gegen eine allgemeine Impfpflicht wurde bereits vor der COVID-19-Pandemie im März 2019 eingebracht, befindet sich 2024 aber noch in der Prüfung.[78]
111.794 111.794 14. Juni bis 13. Juli 2022 133680 Für gleichen Mutterschutz bei Selbständigen wie bei Angestellten. Für die Schaffung von existenz- und betriebssichernden Instrumenten bei Schwangerschaft (z. B. analog Betriebshilfe).[79]
64.348 64.292 56 29. Mai bis 22. Juli 2022 134514 Gesetzliche Krankenversicherung – Leistungen – Bessere medizinische Versorgung von Patienten mit Lipödem-Erkrankung[80]
58.471 58.471 16. September bis 14. Oktober 2022 136760 Für die Rückgängigmachung des Atomausstiegs. Anlässlich der weltweiten Energiekrise seit 2021 wurde bereits eine Laufzeitverlängerung diskutiert, diese Petition fordert jedoch einen dauerhaften Atomeinstieg.[81]
110.875 56.682 54.193 01. bis 29. Dezember 2022 139965 Krankenhauswesen – Keine Schließungen von Geburtshilfestationen aufgrund der Hochsetzung der Mindestfallzahl[82]
102.111 101.877 234 17. Februar bis 27. April 2023 146290 Photovoltaik – Vereinfachungen für Balkonsolaranlagen[83]
94.770 33.638 61.132 27. Februar bis 5. April 2023 146839 Off-Shore Energie – Keine Aufnahme der geplanten LNG-Terminals vor der Küste Rügens in das LNG-Beschleunigungsgesetz[84]
72.106 54.097 18.009 23. März bis 1. Juni 2023 148151 Heilberufe – Finanzierung der Weiterbildung für Psychotherapeuten[85]
66.302 66.302 6. April bis 1. Juni 2023 148779 Erziehungsgeld/Elterngeld – Erhöhung des Elterngeld-Höchstbetrages und der Ersatzraten/Regelmäßiger Inflationsausgleich[86]
58.188 58.188 5. Mai bis 27. Juli 2023 150309 Patientenrechte – Anlegen der elektronischen Patientenakte nur mit ausdrücklichem Einverständnis der betroffenen Bürger[87]
74.075 74.075 12. Mai bis 20. Juni 2023 150793 Gesundheitsvorsorge – Keine Zustimmung zum Pandemievertrag mit der WHO[88]
92.024 29.315 62.709 8. Juni bis 6. Juli 2023 150963 Steigerung der Attraktivität der Freiwilligendienste; Taschengeld angelehnt an BAföG-Höchstsatz; kostenlose Nutzung Nah- u. Fernverkehr; Wertschätzung durch Anrechnung auf Ausbildung/Studium, besseren Zugang zu Wohngeld, keine Anrechnung bei Unterhalt u. Sozialleistungen der Eltern/Geschwister; vielfältigeres Platzangebot u. Rechtsanspruch; bessere Finanzierung v. Seminaren; mehr Teilzeit.[89]
53.998 53.980 18 3. Juli bis 6. August 2023 153198 Erziehungsgeld/Elterngeld – Unveränderte Beibehaltung der Einkommensgrenze nach § 1 Absatz 8 des Bundeselterngeldgesetzes[90]
54.960 54.960 7. Juli bis 11. September 2023 153338 Kindergrundsicherung – Einplanung von 12 Milliarden Euro für die Finanzierung der geplanten Kindergrundsicherung[91]
93.575 43.421 50.154 15. Oktober bis 20. Dezember 2023 158622 Vergütung für medizinische Leistungen – Verbesserung der Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung[92]
75.811 75.363 448 17. Dezember bis 16. Januar 2024 161196 Steuerrecht – Unveränderte Beibehaltung der Agrardieselrückvergütung und der KfZ-Steuerbefreiung für Land- und Forstwirte[93]
58.516 58.516 8. Februar bis 7. März 2024 162857 Arzneimittelwesen – Beibehaltung der Erstattungsregelung für u. a. homöopathische Arzneimittel sowie homöopathische Leistungen in der GKV[94]
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Tätigkeitsberichte des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages

Die Tätigkeitsberichte für die Jahre bis einschließlich 2008 wurden als Bundestagsdrucksache (BT-Drs.) veröffentlicht. Für die Jahre seit einschließlich 2009 wurde und wird eine eigene Broschüre herausgegeben, die im Titel das Ausgabejahr bezeichnet, inhaltlich jedoch das jeweilige Vorjahr betrifft.

Untersuchungen und Publikationen des Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (im Auftrag des Petitionsausschusses)

Einzelnachweise

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