Princess Cruises

US-amerikanische Kreuzfahrt-Reederei From Wikipedia, the free encyclopedia

Princess Cruises ist eine Marke des britisch-amerikanischen Kreuzfahrtunternehmens Carnival Corporation.

Schnelle Fakten
Princess Cruises
Logo
Rechtsform Limited,
Tochter der Carnival Corporation & plc
Gründung 1965
Sitz Santa Clarita, Kalifornien
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Jan Swartz, (President)
Mitarbeiterzahl ca. 2.475 (an Land)
ca. 16.200 (an Bord der Schiffe)[1]
Branche Tourismus (Kreuzfahrten)
Website www.princess.com
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Geschichte

Princess Cruises

Firmensitz von Princess Cruises in Santa Clarita

Das Unternehmen entstand im November 1965 als Princess Cruise Lines, als der Geschäftsmann Stanley McDonald (1920–2014) aus Seattle das Passagierschiff Princess Patricia (auch Princess Pat genannt) von Canadian Pacific Limited charterte und damit Kreuzfahrten in Richtung Mexiko durchführen ließ.[2] Nachdem das Schiff wieder an seinen Eigner zurückgegeben worden war, charterte McDonald die Princess Italia, eines der ersten als solche gebauten Kreuzfahrtschiffe, das speziell für Kreuzfahrten gebaut wurde, und bot unter anderem auch Fahrten durch den Panamakanal an. Princess Cruises war damit der erste Kreuzfahrt-Veranstalter, der regelmäßige Kanalpassagen ins Fahrtprogramm aufnahm. Im Jahr 1968 überquerte die Princess Italia als erstes Schiff der Reederei den Atlantik. Princess Cruises war mittlerweile an Boise Cascade Corporation verkauft worden, wurde jedoch 1970 wieder vom Unternehmensgründer zurückgekauft.

1974 übernahm die Peninsular and Oriental Steam Navigation Company (P&O) Princess Cruise Lines, die nun als P&O Princess Cruises geführt wurde. Die finanzielle Situation des Unternehmens ermöglichte die Übernahme weiterer Kreuzfahrtschiffe. Mitte der 1970er Jahre ermöglichte P&O Princess Cruises dem Produzenten Aaron Spelling, die Schiffe Pacific Princess und Island Princess als Kulisse für die Fernsehserie „Love Boat“ zu nutzen, wodurch die Reederei einem Millionenpublikum bekannt wurde. Während dieser Zeit entstand auch der Spruch „It's more than a cruise, it's the Love Boat“ (dt. Es ist mehr als eine Kreuzfahrt, es ist (das) „Love Boat“). Das Image und die Figuren der Serie wurden auch weiterhin für Werbezwecke genutzt.[3] 1979 verließ Gründer Stanley McDonald das Unternehmen.

Anfang der 1980er Jahre legten Schiffe von Princess Cruises erstmals auf der Privatinsel Palm Island (Grenadinen) an, die später durch die Nachbarinsel Mayreau ersetzt wurde. Im Jahr 1984 übernahm P&O Princess Cruises den ersten Kreuzschiffneubau, die Royal Princess. Im darauffolgenden Jahr bot die Reederei die ersten Kreuzfahrten im Mittelmeer an und stationierte als erste der großen Gesellschaften die Pacific Princess an der Pazifikküste in San Diego. 1987 folgten erste Kreuzfahrten in asiatischen Gewässern und in der Ostsee. 1988 übernahm P&O Princess Cruises die Reederei Sitmar Cruises (Società Italiana Trasporti Marittimi) und wurde damit zu einer der größten unter den amerikanischen Kreuzfahrtreedereien. Gleichzeitig wurden auch Kreuzfahrten nach Neuengland und Südamerika ins Angebot aufgenommen. Darüber hinaus fasste P&O in den Vereinigten Staaten Kreuzfahrten, Hotels, Bahn- und Busreisen unter dem Princess-Logo zusammen.[3]

1992 wurden die „Princess Cays“ (Eleuthera / Bahamas) zur neuen Privatinsel der Reederei. 1998 wurde mit der Grand Princess das zum damaligen Zeitpunkt größte Kreuzfahrtschiff (109.000 BRZ) der Welt in Dienst gestellt.

Im Jahr 2000 spaltete sich Princess Cruises von der Muttergesellschaft P&O ab und die Flotte wurde in das Register der Bermudas eingetragen. Im folgenden Jahr wurde Santa Clarita (Kalifornien) zum Firmensitz. 2003 folgte die Übernahme durch Carnival Corporation & plc, ein Jahr später begann eine enge Zusammenarbeit mit der Cunard Line.[4]

2013 wurde der Reedereibetrieb innerhalb der Carnival Corporation von der Holland-America Line übernommen, die damit die Holland-American Group bildete. Seitdem betreibt Princess Cruise Line, Ltd. keine Schiffe mehr.[5]

Infolge der COVID-19-Pandemie teilte Princess Cruises im März 2020 die vorübergehende Einstellung des Betriebes bis Mai 2020 mit.[6][7]

Princess Tours

Die Tochtergesellschaft „Princess Tours“ wurde 1972 in Seattle gegründet. Zunächst wurden Reisen und Unterkünfte in Alaska angeboten, seit 1987 betreibt die Gesellschaft auch eigene Eisenbahnwaggons („Midnight Sun Express“) für Bahnreisen. Mittlerweile verfügt Princess Tours über fünf eigene Gästehäuser (Lodges).[8]

Neubauten

Anfang 2010 unterzeichneten die Muttergesellschaft Carnival Corporation & plc und die italienische Werft Fincantieri eine Absichtserklärung zum Bau zweier neuer Kreuzfahrtschiffe, deren Ablieferung im Frühjahr 2013 und Frühjahr 2014 erfolgte. Beide Schiffe sind mit 142.714 BRZ vermessen und bieten Platz für rund 3.600 Passagiere.[9] Der erste Neubau trägt den Namen Royal Princess; damit erhielt zum dritten Mal ein Schiff der Reederei diesen Namen.[10] Im Juni 2013 wurde es in Dienst gestellt.

Das zweite Schiff trägt den Namen Regal Princess und ist damit das zweite Schiff mit diesem Namen in der Geschichte von Princess Cruises. Die frühere Regal Princess (1991–2007) fährt heute als Pacific Dawn für P&O Cruises Australia. Am 30. Juli 2014 gaben der Werftkonzern Fincantieri und Princess Cruises den Bau eines dritten Schiffes der Royal-Klasse bekannt, nach der Britannia von P&O Cruises das vierte Schiff der Royal-Klasse.[11] Es erhielt den Namen Majestic Princess.[12] Die Kiellegung erfolgte am 10. Juli 2015,[13] das Ausdocken am 8. Februar 2016.[14] Am 30. März 2017 wurde die Majestic Princess abgeliefert.[15] Im Oktober 2019 wurde die Sky Princess als weiteres Schwesterschiff abgeliefert.[16][17] Zwei weitere Schwesterschiffe, die Enchanted Princess und die Discovery Princess, wurden 2020 und 2022 abgeliefert.[18][19][20]

Im Juli 2018 wurde mit Fincantieri eine Absichtserklärung zwei Neubauten mit Ablieferung 2023 und 2025 vereinbart. Die mit rund 178.000 BRZ vermessenen Schiffe können mit Flüssigerdgas angetrieben werden.[21] Die Schiffe wurden Ende März 2019 fest bestellt.[22] Das erste dieser Schiffe der Sphere-Klasse mit dem Namen Sun Princess wurde am 14. Februar 2024 übernommen.[23][24] Es wurde am 28. Februar 2024 in Dienst gestellt.[25] Das 2025 abgelieferte Schwesterschiff Star Princess wurde am 6. November 2025 getauft. Die Paten waren Camila und Matthew McConaughey.[26]

Wiederholte illegale Müllentsorgung

Im Jahr 2002 bekannte sich die Muttergesellschaft Carnival Corporation schuldig von 1996 bis 2001 Aufzeichnungen zur Entsorgung von veröltem Bilgewasser gefälscht zu haben. Damit einher ging eine Strafzahlung in Höhe von 18 Mio. USD. Ebenso wurde die Gesellschaft zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet und für die Dauer von 5 Jahren unter gerichtliche Beobachtung gestellt.[27]

Für wiederholte illegale Entsorgung verölter Abfälle ins Meer und für die versuchte Verschleierung der Verstöße wurde die Princess Cruises Ltd im Jahr 2016 zu der bis dahin höchsten Strafe für vorsätzliche Umweltverschmutzung durch Schiffe, in Höhe von 40 Mio. USD verurteilt. Die Behörden gehen davon aus, dass eine illegale Entsorgung von Abfällen bereits seit 2005 gewohnheitsmäßig erfolgte. Ebenso wurden Schiffe der Princess Cruises Ltd und der Carnival Cruise Lines Inc erneut unter gerichtliche Beobachtung gestellt.[28][29]

Für Verstöße gegen Auflagen aus dem Urteil von 2016 wurden die Carnival Corporation & plc. und ihre Tochtergesellschaft Princess Cruises Ltd im Jahr 2019 erneut zu einer Strafzahlung in Höhe von 20 Mio. USD verurteilt. Bei den Verstößen handelte es sich erneut um die illegale Entsorgung von Abfällen, Fälschung von Aufzeichnungen sowie versuchte Umgehung der gerichtlichen Überwachung durch den Einsatz von Reinigungsteams, um Inspektionen zuvorzukommen.[30]

Flotte

Aktuelle Schiffe

Zur Flotte von Princess Cruises gehören derzeit 16 Kreuzfahrtschiffe (Stand: Februar 2024).[31][32] Im Jahr 2011 betrug die Kapazität der Flotte 36.900 Passagiere.[33] Die Schiffe laufen über 350 Häfen auf allen Kontinenten an.[1][34] Die Bordsprache ist Englisch. Service und Ausstattung sind dem US-amerikanischen Publikum angepasst.

Weitere Informationen Name, Indienst- stellung ...
Name Indienst-
stellung
Vermessung
(BRZ)[35]
Bauklasse Bauwerft Bemerkungen und Status[34]
Coral Princess 2003 91.627 Coral-Klasse Chantiers de l’Atlantique, St. Nazaire Typschiff der Coral-Klasse
in Dienst seit Januar 2003
Island Princess 2003 91.627 in Dienst seit Juli 2003
Diamond Princess 2004 115.875 Gem-Klasse Mitsubishi Heavy Industries, Nagasaki in Dienst seit März 2004
Sapphire Princess 2004 115.875 in Dienst seit Juni 2004
Grand Princess 1998 107.517 Grand-Klasse Fincantieri, Monfalcone Typschiff der Grand-Klasse
in Dienst seit Mai 1998
Caribbean Princess 2004 112.894 Caribbean-Klasse Typschiff der Caribbean-Klasse
in Dienst seit April 2004
Crown Princess 2006 113.561 Crown-Klasse Typschiff der Crown-Klasse
in Dienst seit Juni 2006
Ruby Princess 2008 113.561 in Dienst seit November 2008
Emerald Princess 2007 113.561 in Dienst seit April 2007
Royal Princess 2013 142.714 Royal-Klasse in Dienst seit Juni 2013
Regal Princess[36] 2014 142.714 im Dienst seit Mai 2014[37]
Majestic Princess 2017 144.216 in Dienst seit März 2017
Sky Princess 2019 145.281 in Dienst seit Oktober 2019[38][39][40][41]
Enchanted Princess 2020[42][43] 145.281 in Dienst seit 10. November 2021
Discovery Princess 2022[44][45] 145.281 in Dienst seit 27. März 2022
Sun Princess 2024[46][47] 177.882 Sphere-Klasse Typschiff der Sphere-Klasse
in Dienst seit 28. Februar 2024
Star Princess 2025[48] ~ 177.000 in Dienst seit 4. Oktober 2025
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Flüssiggasantrieb

Ehemalige Schiffe (Auswahl)

Weitere Informationen Name, Indienst- stellung ...
Name Indienst-
stellung
Vermessung
(BRT/BRZ)
Bauwerft Reederei-
dienst
Bemerkungen und Verbleib[49]
Crown Princess 1990 70.310 Fincantieri, Monfalcone 1990–2002 2002 als A-Rosa Blu zu A-Rosa transferiert, 2020 in Alang verschrottet.[50]
Dawn Princess 1957 21.989 John Brown & Co., Clydebank 1988–1993 gebaut als für Cunard Line, verkauft an V.Ships. 2004 in Alang verschrottet.
Dawn Princess 1997 77.441 Fincantieri, Monfalcone 1997–2017 Sun-Klasse
2017 als Pacific Explorer zu P&O Cruises Australia transferiert
Golden Princess 1973 28.551 Wärtsilä, Helsinki 1993–1996 von der Birka Line übernommen, als SuperStar Capricorn an Star Cruises verkauft. 2021 in Aliağa verschrottet.[51][52]
Golden Princess 2001 108.865 Fincantieri, Monfalcone 2001–2021 Grand-Klasse
2021 als Pacific Adventure zu P&O Cruises Australia transferiert
Island Princess 1971 19.910 Rheinstahl Nordseewerke, Emden 1972–1999 als Island Venture von Flagship Cruises übernommen, 1999 als Hyundai Pungak an Hyundai Merchant Marine, 2014 als Amen in Alang verschrottet.
Italia[53] 1963 Cantiere Navale Felszegi di Muggia, Triest 1967–1973 Gebaut für Crociere d'Oltremare, Rückgabe nach Charter.
Ocean Princess 2000 77.499 Fincantieri, Monfalcone 2000–2002 Sun-Klasse
als Oceana zu P&O Cruises transferiert[54]
Pacific Princess 1971 19.903 Rheinstahl Nordseewerke, Emden 1975–2002 von Flagship Cruises übernommen, 2002 als Pacific an Viagens verkauft, 2013 in Aliağa verschrottet[55]
Pacific Princess 1999 30.277 Chantiers de l’Atlantique, St. Nazaire 2003–2021 Explorer-Klasse (R-Klasse)
von Renaissance Cruises übernommen, 2021 an Azamara Cruises verkauft
Princess Patricia 1949 6.062 Fairfield S.B. & Eng. Co., Glasgow 1965–1966 Gebaut für CP Ships, 1989 in Kaohsiung, Taiwan verschrottet.[56]
Regal Princess 1991 70.285 Fincantieri, Monfalcone 1991–2007 2007 an P&O Cruises Australia verkauft
Royal Princess 1984 44.348 Wärtsilä, Helsinki 1984–2005 2005 an P&O Cruises verkauft
Royal Princess 2001 30.277 Chantiers de l’Atlantique, St. Nazaire 2003–2011 von Swan Hellenic übernommen, 2011 als Adonia an P&O Cruises verkauft
Sea Princess 1966 27.670 John Brown & Company, Clydebank 1986–1991 als Kungsholm für Svenska Amerika Linjen gebaut, 1991 als Victoria n P&O Cruises verkauft, 2015 in Alang verschrottet.
Sea Princess 1998 77.499 Fincantieri, Monfalcone 1998–2003
2005–2020
Sun-Klasse
zwischen 2003 und 2005 als Adonia bei P&O Cruises, 2020 verkauft.[57]
Sky Princess 1984 46.087 Chantiers du Nord et de la Méditerranée,
La Seyne-sur-Mer
1988–2000 von Sitmar Cruises übernommen, als Pacific Sky zu P&O Cruises Australia transferiert
Star Princess 1989 63.786 Chantiers de l’Atlantique, St. Nazaire 1989–1997 1997 als Pacific Pearl an P&O Cruises Australia verkauft, 2021 in Alang verschrottet.
Star Princess 2002 108.977 Fincantieri, Monfalcone 2002–2021 Grand-Klasse
2021 als Pacific Encounter zu P&O Cruises Australia transferiert
Sun Princess 1972 17.047 Cantieri Navale Del Tirreno & Riuniti, Genua 1974–1988 von P&O Cruises übernommen, als StarShip Majestic an Premier Cruises verkauft, 2016 vor Laem Chabang gekentert
Sun Princess 1995 77.441 Fincantieri, Monfalcone 1995–2020 Sun-Klasse (Typschiff)
2020 verkauft[57]
Tahitian Princess
Ocean Princess
1999 30.277 Chantiers de l’Atlantique, St. Nazaire 2002–2009
2009–2016
„Explorer“-Klasse (R-Klasse)
von Renaissance Cruises übernommen, seit 2016 als Sirena bei Oceania Cruises.
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Siehe auch

Einzelnachweise

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