Puegnago del Garda
italienische Gemeinde
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Puegnago del Garda ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 3478 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) in der Provinz Brescia, Region Lombardei.
| Puegnago del Garda | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Lombardei | |
| Provinz | Brescia (BS) | |
| Lokale Bezeichnung | Puegnàk oder Puegnàch | |
| Koordinaten | 45° 34′ N, 10° 31′ O | |
| Höhe | 224 m s.l.m. | |
| Fläche | 10,97 km² | |
| Einwohner | 3.478 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Fraktionen | Castello, Monteacuto, Mura, Palude, Raffa, San Quirico | |
| Postleitzahl | 25080 | |
| Vorwahl | 0365 | |
| ISTAT-Nummer | 017158 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Puegnanesi | |
| Schutzpatron | San Michele Arcangelo | |
| Website | www.comune.puegnagodelgarda.bs.it | |
Das Rathaus und der zu einem Campanile umgebaute Bergfried der ehemaligen Burganlage von Puegnago del Garda | ||
Geographie

Die Gemeinde liegt etwa 33 Kilometer ostnordöstlich der Provinzhauptstadt Brescia in den Moränenhügeln des im Südwesten des Gardasees gelegenen Gebiets Valtenesi auf einer Höhe von 224 m s.l.m. Durch das Gemeindegebiet fließen der Rio Naviglio und der Rio Avolo. Die Gemeinde grenzt – trotz ihres Namens – nicht unmittelbar an den Gardasee, sondern liegt etwas westlich im Landesinneren.
Zur fast 11 km² Streugemeinde im oberen Valtenesi gehören die Fraktionen Castello, Monteacuto, Mura, Palude, Raffa und San Quirico sowie mehrere Weiler und zahlreiche Einzelhöfe den sogenannten Cascine. Der Gemeindesitz liegt im Ortsteil Castello.
Das Gemeindegebiet grenzt im Osten an Manerba del Garda und San Felice del Benaco, im Norden an Salò, im Nordwesten an Gavardo, im Westen an Muscoline und im Süden an Polpenazze del Garda.
Das typische Moränengebiet, das sich im Quartär gebildet hat, war reich an Wasser mit zahlreichen aufgestaute Seen, aus denen später Teiche und Sümpfe entstanden.[2] Davon zeugen noch die Laghetti di Sovenigo. Der größte der drei Teiche ist für seine Lotosblüte im Juli–August bekannt.[3]
Etymologie
Das Toponym scheint mit einem im 8. Jahrhundert erwähnten „Povegnago“ übereinzustimmen. 1016 ist der Ortsname als Puviniaca und Piveniagi urkundlich erwähnt.[4] Weitere Namensvarianten sind Puvignago im 13. Jahrhundert sowie Previniaca, Priviniaca und Priviniano.[2] Nach Dante Olivieri stammt der Name vom lateinischen Personennamen Popinius, wobei das Suffix „-acus“ die Zugehörigkeit bezeichnet.[4]
1971 wurde die Gemeinde gleich zweimal umbenannt, zunächst von Puegnago in Puegnago sul Garda und einige Monate später in Puegnago del Garda.[5]
Geschichte


Archäologische Funde im Bereich des Torf- und Moorgebietes der Laghetti di Sovenigo belegen erste menschliche Begehungen bereits in der Mittelsteinzeit. In der näheren Umgebung der ehemaligen Burg von Puegnago wurden in den 1970er Jahren Keramiken der Lagozza-Kultur aus der späten Jungsteinzeit sowie der Polada-Kultur der frühen Bronzezeit entdeckt. Zahlreich sind die Funde aus der Römerzeit. Sie reichen von Mauer-, Mosaikresten bis hin zu römischen Münzen der Kaiserzeit. Bereits 1824 wurde ein Gedenkstein mit einer lateinischen Inschrift entdeckt, der der Göttin Victoria gewidmet und im Museum Santa Giulia in Brescia aufbewahrt ist.[2]
Auf die Präsenz der Langobarden weisen das Patrozinium der Pfarrkirche San Michele sowie einige in historischen Dokumenten belegte langobardische Personennamen hin. Aus dem Frühmittelalter existieren nur spärliche Hinweise. Einer Legende nach soll die Burg von Puegnago im Zusammenhang mit den letzten Ungarneinfällen errichtet worden sein. Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert besaßen verschiedene Klöster und Abteien Ländereien in der Gegend.
1330 fiel Puegnago, wie ein Großteil des Valtenesi, an Mastino II. della Scala. Puegnago war lange Zeit von Salò abhängig und bildete eine Zeit lang sogar eine Fraktion von Salò, wie aus dem 1396 datierten Gemeindestatut von Salò hervorgeht. In den 1420er Jahren fiel der Ort schließlich an die Republik Venedig.[2] Auf die venezianische Herrschaft deutet nach wie vor hin, dass die Gemeinde kirchenrechtlich immer noch dem Bistum Verona untersteht.[6]
1630 wurde Puegnago von der Pest heimgesucht, die innerhalb von wenigen Wochen mehrere Dutzend Tote forderte. Während des Spanischen Erbfolgekrieges zogen französisch-spanischen Truppen plündernd durch die Gegend. Das 17. und 18. Jahrhundert war durch das Treiben verschiedener Räuberbanden geprägt. Bei Feuergefechten zwischen den Ordnungskräften und den Räubern kamen auch mehrere Bewohner aus Puegnago ums Leben.
Der Republik Venedig treu verbunden, unterstützte die Bevölkerung nicht die jakobinische Bewegung in Brescia, die 1797 die Republik Brescia ausgerufen hatte. Auch dem Anschluss an die Cisalpinische Republik wohnte man mit Argwohn bei. In der napoleonischen Epoche wurde 1810 die Gemeinde aufgelöst und Puegnago an die Gemeinde Polpenazze angeschlossen. Der Anschluss wurde erst unter dem habsburgerischen Königreich Lombardo-Venetien 1825 rückgängig gemacht.[2]
Nach den Schlachten von Solferino und San Martino im Juni 1859 nahmen die Einwohner von Puegnago zahlreiche Verwundete auf, um sie zu versorgen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zwang die grassierende Armut viele zur Auswanderung. Puegnago war aber auch die Gemeinde, in der die durch Mangelernährung bedingte Pellagra die meisten psychische Erkrankungen in der Provinz Brescia verursachte.
Im Zuge der faschistischen Gemeindereform wurde 1928 Raffa eingemeindet. Die Eingemeindung wurde trotz zahlreicher kritischer Stimmen nach 1945 nicht rückgängig gemacht.[2]
Wirtschaft
Die Wirtschaft der Gemeinde basierte bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts auf der Landwirtschaft. Angebaut wurden Getreide, Gemüse und Oliven. Eine zentrale Rolle spielte und spielt der Weinanbau, der in Puegnago bereits im Frühmittelalter durch die Mönche Fuß gefasst hat. Angebaut wird unter anderem der Groppello Gentile, der schon im 15. und 16. Jahrhundert geschätzt wurde. 1990 zählte Puegnago fast 240 Weinproduzenten. Seit den 1970er Jahren wird auch wieder vermehrt Olivenöl produziert. In der Nachkriegszeit entstanden zudem einige eisenverarbeitende Gewerbe und Hersteller von Möbeln. Der Dienstleistungsbereich sog Anfang der 1990er Jahre weniger als 3 % der Beschäftigten auf.[2]
Sehenswürdigkeiten
- San Michele Arcangelo, die Ursprünge des Kirchenbaus sind unbekannt. Erstmals erwähnt wurde sie im 15. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurde mit dem Neubau der Pfarrkirche im Stile der Spätrenaissance begonnen, die 1781 geweiht wurde.
- Castello di Puegnago, von der vermutlich zwischen dem 9. und 10, errichteten Schutzburg sind nur Mauerreste erhalten. Der ehemalige Bergfried wurde im 19. Jahrhundert in einen Campanile, der sogenannte „Spion des Valtenesi“, umgebaut.[7]
- Villa Galnica, im 17. Jahrhundert erbauter Adelsansitz, der für institutionelle Zwecke genutzt wird.
Literatur
- La Lombardia: paese per paese 6: Padenghe sul Garda–Seregno. Bonechi, Florenz 1986.
- Carlo Portieri: I comuni della provincia di Brescia. Del Drago, Mailand 1992, ISBN 88-7985-002-4, S. 336.
- Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4.
- Puegnago (2). In: Antonio Fappani: Enciclopedia Bresciana. Band 14: Pr–Re. La voce del popolo, Brescia 1997, S. 151 f.
Weblinks
- Puegnago del Garda. In: lombardiabeniculturali.it. (italienisch).
- Puegnago del Garda. In: catalogo.beniculturali.it. italienisches Kulturministerium (italienisch).
