Wikiwand AI

Rabertshausen

Stadtteil von Hungen From Wikipedia, the free encyclopedia

Rabertshausen ist der nach Einwohnerzahl kleinste Stadtteil von Hungen im mittelhessischen Landkreis Gießen.

Schnelle Fakten Stadt Hungen ...
Rabertshausen
Stadt Hungen
Koordinaten: 50° 28′ N,  59′ O
Höhe: 177 m ü. NHN
Fläche: 3,53 km²[1]
Einwohner: 136 (31. Dez. 2022) HW+NW[2]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35410
Vorwahl: 06043
Schließen

Geografische Lage

Rabertshausen liegt östlich von Hungen am Rande des Vogelsberges. Durch den Ort verlaufen keine überörtlichen Straßen.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung des kleinen Dorfs findet sich in einer Schenkungsurkunde des Grafen Berthold I. von Ziegenhain aus dem Jahre 1252: „curiam nostram in Rabinhusen sitam“ (Unser Gericht, in Rabinhusen gelegen ...)[3] Eine weitere Erwähnung erfolgte 1335: „uf allin unsirn guden, die wir han zu Rabinshusen ...“ (auf allen unseren Gütern, die wir zu Rabinhusen haben).[4] „unßern freiyin hoff zu Rabertzhaußen“ heißt es 1478.[5] 1570 wird ein Einwohner mit Namen „Eisser Wendel“ zu Rabertshausen genannt.[6] Der Ortsname geht zurück auf den Rufnamen „Hraban“ in seiner späteren Form „Rathbert“.[7]

Zu dem Gericht Rodheim zählten 1577[8] neben der Mühle Reinhausen auch die Höfe Rabertshausen und Ringelshausen. Nach einem Salbuch von 1537 waren dem hessischen Landgrafen in Rabertshausen nur einzelne Höfe zinspflichtig.[9]

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Rabertshausen:

„Rabertshausen (L. Bez. Nidda) evangel. Filialdorf; liegt 112 St. von Nidda, hat 35 Häuser und 219 evangelische Einwohner. Hierher gehören der Reinhäuser und Ringelshäuser Hof und 1 Mühle.“[10]

Zum 31. Dezember 1970 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen die freiwillige Eingliederung in die nächstgelegene Kleinstadt Hungen.[11][12] Für Rabertshausen wurde wie für alle Stadtteile ein Ortsbezirk eingerichtet.[13]

Exklave

Zu Rabertshausen gehörte ehemals auch eine 53 ha große Exklave nordwestlich von Unter-Schmitten mit den Weilern Haubenmühle und Reinhäuser Hof mit der Weißmühle. Der Betrieb der Haubenmühle wurde Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben, der der Weißmühle erst 1965.[14] Die zusammenhängende Exklave wurde auch als Rabertshausen II bezeichnet und hatte im Jahr 1970 50 Einwohner. Bei der Gebietsreform in Hessen kam diese Exklave zunächst mit Rabertshausen zur Stadt Hungen, was bei Niddaer Politikern auf großes Unverständnis stieß. Erst nach zähen Verhandlungen mit dem damaligen Landrat des Landkreises Gießen Ernst Türk gelang die Umgliederung der Exklave vom Landkreis Gießen in den Landkreis Büdingen und die Eingliederung in die Stadt Nidda. Die Bezeichnung Rabertshausen II existiert als Flurname weiterhin.[15] Der Reinhäuser Hof ist der „Rest einer Teilwüstung“[16] Reinhausen. Der Ort wird 1313 erwähnt: „den Luden von Reinhusin“ (den Leuten von Reinhausen).[17] 1315 lautet es in einer Urkunde: „zu Renhusin, zu Wedershem, zu Salzhusen ...“[18] Der Ortsname wird als „Siedlung eines Regino“ gedeutet.[19] Bei der Belehnung des Landgrafen Ludwig I. durch den Abt Johann von Fulda im Juli 1434 fiel die Mühle zu Reinhausen in das Gericht Rodheim zusammen mit Orten Langd und Steinheim.[20]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Rabertshausen angehört(e):[1][21][22]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Rabertshausen 138 Einwohner. Darunter waren 6 (4,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 27 Einwohner unter 18 Jahren, 51 zwischen 18 und 49, 29 zwischen 50 und 64 und 24 Einwohner waren älter.[31] Die Einwohner lebten in 57 Haushalten. Davon waren 18 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 15 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 9 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 39 Haushaltungen lebten keine Senioren.[31]

Einwohnerentwicklung

 1633:22 Hausgesesse[1]
 1669:86 Seelen[1]
 1742:24 Untertanen, 10 Junge Mannschaften, keine Beisassen/Juden[1]
 1791:167 Einwohner[26]
 1800:167 Einwohner[32]
 1806:139 Einwohner, 27 Häuser[28]
 1829:219 Einwohner, 35 Häuser[10]
 1867:211 Einwohner, 36 bewohnte Gebäude[33]
 1875:187 Einwohner, 35 bewohnte Gebäude[34]
Rabertshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
 
167
1800
 
167
1806
 
139
1829
 
219
1834
 
208
1840
 
197
1846
 
210
1852
 
207
1858
 
226
1864
 
210
1871
 
210
1875
 
187
1885
 
201
1895
 
181
1905
 
192
1910
 
188
1925
 
203
1939
 
208
1946
 
380
1950
 
361
1956
 
272
1961
 
232
1967
 
201
1971
 
207
1987
 
122
1991
 
130
2005
 
155
2011
 
138
2015
 
151
2020
 
123
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; nach 1970 Stadt Hungen[35]; Zensus 2011[31]

Historische Religionszugehörigkeit

 1829:219 evangelische Einwohner[10]
 1961:191 evangelische, 41 römisch-katholische Einwohner[1]

Historische Erwerbstätigkeit

 1961:Erwerbspersonen: 77 Land- und Forstwirtschaft, 23 Prod. Gewerbe, 6 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 10 Dienstleistung und Sonstiges.[1]

Politik

Für den Stadtteil Rabertshausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rabertshausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[13] Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 79,25 %. Dabei wurden gewählt: Je ein Mitglied des Bündnis 90/Die Grünen und der „Bürgerliste Pro Hungen“ (ProH) und zwei Mitglieder der „Freien Wähler Hungen“ (FW).[36] Der Ortsbeirat wählte Jochen Zschiedrich (FW) zum Ortsvorsteher.[37]

Persönlichkeiten

Literatur

Anmerkungen und Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks