Unter-Schmitten

Stadtteil von Nidda From Wikipedia, the free encyclopedia

Unter-Schmitten ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.

Schnelle Fakten Stadt Nidda ...
Unter-Schmitten
Stadt Nidda
Wappen von Unter-Schmitten
Koordinaten: 50° 26′ N,  1′ O
Höhe: 149 (137–172) m ü. NHN
Fläche: 4,25 km²[1]
Einwohner: 920 (2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Eingemeindet nach: Großgemeinde Nidda
Postleitzahl: 63667
Vorwahl: 06043
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Geographische Lage

Unter-Schmitten liegt nördlich der Kernstadt Nidda in der nördlichen Wetterau am Rande des Vogelsberges. Die Ortslage erstreckt sich beiderseits der Nidda und südlich der Ulfa, die hier in die Nidda mündet. Westlich des Ortes erhebt sich der 199 Meter hohe landwirtschaftlich genutzte Martinsberg. Der Ortskern an der Brückenstraße hatte sich an einer Niddabrücke am westlichen linken Ufer entwickelt. Entlang der Straße Am Klingelfeld ist der Ort mit dem nordöstlich angrenzenden Ober-Schmitten zusammengewachsen. Der höchste Punkt der Gemarkung liegt ganz im Osten und erreicht am bewaldeten Westhang des Friedrichsberges 270 Meter. Die Gemarkungsfläche beträgt 425 Hektar, davon sind 60 Hektar bewaldet (Stand: 1961).

Geschichte

Ortsgeschichte

Auf die Existenz der beiden Orte Unter-Schmitten und des Nachbarortes Ober-Schmitten kann man aus zwei Lagebeschreibungen vom 1. Oktober 1441 und vom 22. März 1442 schließen. Die ältere bekannte Lagebeschreibung nennt Wiesen, gelegen „zuschen den tzwen smytten,“ die jüngere spricht von Wiesen, „gelegen zuschen den tzweyn waltsmitten.“[3]

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung der Ortsnamen erfolgte 1449 als „Oberste und Underste Waldsmytte“.[4]

Im Mittelalter wurde im Ort Eisen geschmolzen und bearbeitet. Der letzte Eisenhammer wurde aber schon 1630 stillgelegt. An seiner Stelle wurde eine Papiermühle errichtet. Im 19. Jahrhundert wurden aus Ton Töpfe, Pfannen und Dachziegel hergestellt.

Früher gab es in der Gemarkung sechs Mühlen, die heute alle nicht mehr arbeiten. 0,5 km nordöstlich des Ortes befindet sich die „Bruchmühle.“[5]

In der Gemarkung liegt die Wüstung Frankenhausen.[6]

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Unter-Schmitten:

„Unterschmitten (L. Bez. Nidda) evangel. Filialdorf; liegt an der Nidda, in einem Hain von Obstbäumen, 34 St. von Nidda, hat 91 Häuser und 480 Einwohner, die außer 1 Katholiken evangelisch sind. Man findet 30 Bauern und 31 Handwerker, unter welchen sich allein 22 Häfner befinden, so wie 3 Mühlen und außerdem 1 Papiermühle, die ein gutes Papier liefert.“[7]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda.[8][9] Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.[10]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Unter-Schmitten angehört(e):[1][11][12]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Unter-Schmitten 855 Einwohner. Darunter waren 18 (2,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 144 Einwohner unter 18 Jahren, 339 waren zwischen 18 und 49, 174 zwischen 50 und 64 und 195 Einwohner waren älter.[22] Die Einwohner lebten in 348 Haushalten. Davon 102 Singlehaushalte, 111 Paare ohne Kinder und 96 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 63 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 237 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[22]

Einwohnerentwicklung

 1791:309 Einwohner[16]
 1800:321 Einwohner[23]
 1806:381 Einwohner, 73 Häuser[18]
 1829:480 Einwohner, 91 Häuser[7]
 1867:485 Einwohner, 93 bewohnte Gebäude[24]
 1875:476 Einwohner, 90 bewohnte Gebäude[25]
Unter-Schmitten: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022
Jahr  Einwohner
1791
 
309
1800
 
321
1806
 
381
1829
 
480
1834
 
508
1840
 
505
1846
 
504
1852
 
494
1858
 
471
1864
 
489
1871
 
471
1875
 
476
1885
 
498
1895
 
475
1905
 
496
1910
 
511
1925
 
550
1939
 
543
1946
 
748
1950
 
764
1956
 
646
1961
 
645
1967
 
700
1970
 
763
1980
 
?
1990
 
?
1996
 
955
2000
 
934
2006
 
950
2010
 
887
2011
 
855
2016
 
911
2019
 
931
2022
 
920
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Nidda[26][2]; Zensus 2011[22]

Historische Religionszugehörigkeit

 1829:480 evangelische, ein katholischer Einwohner[7]
 1961:550 evangelische (= 85,27 %) und 80 katholische (= 12,40 %) Einwohner[1]

Politik

Ortsvorsteher

1997-2011 Steffen Schneider

2011-2021 Ronald Braun

seit April 2021 Steffen Schneider[27]

Wappen

Am 28. Februar 1964 wurde der Gemeinde Unter-Schmitten im damaligen Landkreis Büdingen ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In schräglinks geteiltem Schild oben in Schwarz zwei achtstrahlige silberne Sterne, unten in Gold ein roter Hammer, von sechs roten Nägeln beseitet.[28]

Kulturdenkmäler

Infrastruktur

Die Bundesstraße 455 berührt den nördlichen Ortsrand und nimmt hier die Landesstraße L 3139 auf, die als Schottener Straße zwischen dem Ortskern und den Neubaugebieten am Fuße des Martinsberges hindurchführt.

Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Regionalverkehr Kurhessen GmbH sicher.

Im Ort gibt es ein Bürgerhaus und einen Sportplatz.

Persönlichkeiten

  • Hugo Lotz (1893–1978), Verwaltungsjurist, geboren in Unter-Schmitten, zuletzt Oberbürgermeister von Gießen

Literatur

Commons: Unter-Schmitten – Sammlung von Bildern

Anmerkungen und Einzelnachweise

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