Rauen

Gemeinde in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Rauen (niedersorbisch Rowno[2][3]) ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg (Deutschland). Sie wird vom Amt Spreenhagen verwaltet.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Rauen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rauen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 20′ N, 14° 1′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Spreenhagen
Höhe: 73 m ü. NHN
Fläche: 21,59 km²
Einwohner: 1993 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15518
Vorwahl: 03361
Kfz-Kennzeichen: LOS, BSK, EH, FW
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 408
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 13
15528 Spreenhagen
Website: www.amt-spreenhagen.de
Bürgermeister: Michael Paul
Lage der Gemeinde Rauen im Landkreis Oder-Spree
KarteBriesenFriedlandGrünheideSchöneicheStorkowVogelsangWoltersdorf
Karte
Schließen

Geografie

Rauen ist ein Angerdorf und liegt an den Rauener Bergen.

Südlich des Ortes befinden sich die als Naturdenkmal geschützten, auch Markgrafensteine genannten Rauener Steine. Sie gelten als die größten Findlinge in der Mark Brandenburg.

Gemeindegliederung

Zu Rauen gehören die bewohnten Gemeindeteile Grauer Esel, Kiesweg, Stadtberg und Westend sowie die Wohnplätze Forsthaus Rauen, Fuchsbau, Heidehof und Karlshöhe.[4]

Geschichte

Der Ort wurde 1285 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Rauen (von Ruwen) bedeutet am Berghang und auch stiller, heiliger Ort.

Das Dorfbild wurde bis zum 18. Jahrhundert von der Wehrkirche und den Bauerngehöften um den Anger bestimmt. Die Kirche diente durch ihre massive Bauweise als Zufluchtsort und Verteidigungsbastion. In Rauen lebten 1518 14 Bauern und ein Kötter; Abgaben wurden nur an die Kirche geleistet. Von 1631 bis 1633, im Dreißigjährigen Krieg, wurde das Dorf verwüstet und ausgeplündert. 1770 wurden neben dem Anger die ersten Büdnerhäuser gebaut. In ihnen lebten Tagelöhner, die im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft betrieben. Von 1827 bis 1829 wurden in Rauen Braunkohlefelder entdeckt. Der Abbau seit 1842 und die Ansiedlung von Bergleuten aus dem Harz bestimmten wesentlich die weitere Entwicklung Rauens. Auf Grund billiger Eisenbahntarife und günstiger Steinkohlepreise wurden die Kohlegruben 1905 stillgelegt. Die Bodenreform 1945/1946 enteignete drei Großbauern. Das Land wurde an Umsiedler und Neubauern verteilt. Bis 1960 traten alle Bauernhöfe der LPG bei.

Rauen gehörte seit 1836 zum Kreis Beeskow-Storkow in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Fürstenwalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
18751 089
18901 150
19101 375
19251 380
19331 703
19392 166
Jahr Einwohner
19461 784
19501 930
19641 785
19711 798
19811 619
19851 556
Jahr Einwohner
19901 493
19951 612
20001 867
20051 886
20101 948
20151 979
Jahr Einwohner
20202 040
20212 033
20221 990
20232 012
20241 993
Schließen

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),[5][6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022[8]

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Rauen besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde[9] aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,4 % zu folgendem Ergebnis:[10]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[11]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Bündnis Bewegung & Zukunft für Rauen91,2 %10
FDP08,8 %1
Lebendiges Rauen36,7 %4
Bewegung für Rauen29,8 %4
Rauen-Stadtberg-Westend-Kiesweg12,4 %2
SPD11,2 %1
Zukunft Rauen06,4 %1
CDU03,5 %
Insgesamt100 %12100 %11
Schließen

Bei der Wahl 2024 entfielen auf das Bündnis Bewegung & Zukunft für Rauen elf Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt, weil es nur zehn Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister

  • 1998–2003: Rosemarie Arenstedt[12]
  • 2003–2008: Eckart Kultus[13]
  • 2008–2024: Sven Sprunghofer[14]
  • seit 2024: Michael Paul (Bündnis Bewegung & Zukunft für Rauen)

Sprunghofer wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 mit 52,5 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.[15]

Paul wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 75,9 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[16] Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.[17]

Wappen

Wappen von Rauen
Wappen von Rauen
Blasonierung: „In Silber eine grüne Leiste begleitet oben von einer schwarzen Granitschale mit drei Füßen und unten von einem grünen Dreiberg, belegt mit einer bezinnten und oben schwarz bekreuzten goldenen Kirchturmspitze.“[18]

Das Wappen wurde vom Erfurter Heraldiker Frank Diemar gestaltet und am 17. November 2000 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Flagge

„Die Flagge ist Grün – Weiß – Grün (1:2,5:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“

Sehenswürdigkeiten

Kirche in Rauen

In der Liste der Baudenkmale in Rauen und in Liste der Bodendenkmale in Rauen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Verkehr

Rauen liegt an der Landesstraße L 361 zwischen Storkow und Fürstenwalde. Die nächstgelegenen Bahnstrecken sind die Bahnstrecke Berlin–Guben und die Bahnstrecke Fürstenwalde–Bad Saarow-Pieskow.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Konrad Kilper: Wo die großen Steine sind. Ein Rauener erinnert sich. Verlag Die Furt, 2010, ISBN 978-3-939960-11-9.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI